Natürlich gab es selten den reinen Typus. Es ist gerade menschlich Ideologien zu vermischen. Von dem bereinigten nationalsozialistischen Denken her, ist der Jude nicht wirklich schuldig zu sprechen. Er handelte in seinem natürlichen parasitären Interesse, einem Floh am Körper eines Hundes gleich. Das wirf man ihm nicht vor. Man warf denen, die man zum eigenen Volk zählte, vor die Flöhe nicht beseitigen zu wollen. Ferner warf man ihnen vor, die Welt in der man lebte nicht klaren Blickes zu betrachten und somit die Herrschaft durch fremde Völker zu ermöglichen. Den Westen bezichtigte man der Lüge und Heuchelei. Man hätte endlich zugeben sollen, dass es sich bei der internationalen Politik um den Kampf zwischen Wölfen geht, Herrschaft als Herrschaft, Macht als Macht, und den Kampf als Kampf benennen. Was auch für die westlichen Völker den Vorteil einer inneren Gesundung gehabt hätte, denn nach der nationalsozialistischen Theorie ist die Herrschaft der Entente auch nur Schein gewesen. In Wirklichkeit hätten die Juden geherrscht, während die Völker degenerierten. Dem stellte man das Ideal des gesunden Kampfes gegenüber, in dessen Zwischenphasen eine hierarchische, auf Stärke beruhende Friedensordnung besteht. Man greift einander (noch) nicht an, weil man es nicht braucht, nicht weil es unmoralisch wäre.Private_S hat geschrieben:Gut, das man diesen Leuten das Handwerk gelegt hat. Allzu viele Leute jener Zeit fanden offenbar, dass es dann doch nicht die Ideologie ihrer Zeit war.
Des weiteren spielten sich gerade die Nazis permament als Opfer auf, um ihre Gewaltwillen zu legitimieren: als Verschwörungsopfer der Juden, der Bolschewisten, der Novemberverräter, der Entente ...
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Verklausuliert ist dieser Vorwurf an den Westen immer dar gewesen und in gewisser Weise logisch: "ihr macht es auch, verschleiert es aber hinter Lügengebilden". Eigentlich kennt man ihn schon aus dem Altertum. Als sich Rom in die inneren Zwistigkeiten von griechischen Kleinstaaten einmischte - wir wissen nicht mehr genau um welche Städte es ging - argumentierte ein griechischer Redner in Rom ähnlich. Wieso sollen wir diese Stadt verschonen? Wir handeln nach dem Recht des Stärkeren genauso wie ihr bei der Schleifung von Karthago. Leider geht dieser Argumentation immer eine gewisse Folgelogik ab. Rom ist noch stärker gewesen und hatte somit alles Recht der Welt sich einzumischen. Wenn man über Einmischung jammert, so ist man vor Beginn des Feldzuges einer Fehleinschätzung über die eigene Stärke erlegen. Die Forderung nach dem Respekt vor einem ritterlichen Zweikampf ist lächerlich, wenn man zuvor argumentierte, die Legitimation für den Angriff sei gerade in der Schwäche des Opfers zu finden. Letztlich ließ sich Rom überzeugen und annektierte ganz Griechenland, waren doch alle griechischen Stadtstaaten schwächer als die ewige Stadt. Das kann man auch Japan vorwerfen. China ist schwächer als Japan gewesen, diesen Kuchen wollte man nicht mehr mit den anderen Großmächten teilen und ging zum Krieg über. Die USA drohten daraufhin. Japan verwahrte sich daraufhin der Einmischung. Die USA erklärten faktisch einen Krieg, in dem sie ein Embargo verhängten. Japan nahm an und verlor, genauso wie China verloren hätte, wenn sich die USA nicht eingemischt hätten. Bei dem Wettrennen um Kolonien gibt es keine Regel, die besagt, dass noch stärkere Kolonialmächte sie einem nicht wegnehmen dürfen. Es gibt nicht einmal die Regel, dass man als Kolonialmacht nicht ebenfalls zum Ziel der Kolonialisierung erklärt werden kann. Der Vorwurf der Verschleierung zieht nur, wenn er mit der Forderung verbunden wird, sich an die angeblichen Ideale auch zu halten. Auf den Pazifik übertragen hätte es bedeutet, dass Japan hätte erklären seine Kolonien aufzugeben zu wollen, wenn der Westen ihnen gleich täte.
