Es ging also darum, Bedingungen und Konditionen fuer Japan zu schaffen die diese unmoeglich einhalten koennten - ich moechte das nicht direkt mit dem Oesterreichisch-Ungarischen Ultimatum an Serbien vergleichen, aber in den Grundzuegen war es dennoch die gleiche Auslegung.
Das ist falsch. Extrem falsch aus der moralischen Sicht. Man darf nicht vergessen was vor dem Ölembargo passierte. Japan marschierte in der Mandschurei ein und errichtete einen Marionettenstaat, Japan überfiel China und veranstaltete Massaker die sich später auf der anderen Seite der Welt wiederholten, Japan marschierte in Indochina ein und Japan zwang Siam unter Druck, einer Invasion, sich der japanischen Sache anzuschließen. Von 1933 bis 1941 war Japan durchgehend in der Rolle des Aggressors und Imperialisten. Nicht vergleichbar mit dem Ultimatum an Serbien dem ein Anschlag vorangegangen war.
Ich sehe das Ölembargo eher als verzweifelten Versuch einer neuen Appeasement Politik. Man versuchte Japan ohne Einsatz von Gewalt aufzuhalten. Denn der Drang Japans nach neuen Gebieten und Rohstoffquellen war bekannt und wurde von den Japanern nicht einmal geheim gehalten.
“Japanese expansion in the direction of the southwestern Pacific area is declared to be of peaceful nature, American cooperation shall be given in the production and procurement of natural resources (such as oil, rubber, tin, nickel) which Japan needs.”
https://www.mtholyoke.edu/acad/intrel/W ... /pearl.htm
Das gab Japan ganz offen in Verhandlungen zwischen den USA und Japan zu verstehen. Tatsächlich ist das Ölembargo gegen Japan eine Vorwegnahme moderner "Diplomatie" z.B. gegen den Iran und Nordkorea. Man versucht ein Land mit massiven Sanktionen zum Einlenken zu bewegen und Frieden zu schaffen ohne Einsatz von Gewalt. Leider blicken die heutigen Planer nicht zurück in die Vergangenheit und erkennen das dieser Versuch bereits gescheitert ist und die USA in einen Weltkrieg gezogen hat.
Natuerlich durfte man nicht offensiv auftreten, da das amerikanische Volk damals schliesslich etwas friedliebender und isolationistischer veranlagt war als es momentan der Fall ist.
Jein. Gegenüber Europa verfolgte die US-Öffentlichkeit wirklich die streng isolationistische Politik aber gegenüber China? Ich bezweifle es. Die Japaner haben das Nanking Massaker veranstaltet in dem sie brutalst 200.000 Menschen umgebracht haben und während den selben Vorgängen ein Kanonenboot versenkte. Gegen Japan wäre ein offensiveres Vorgehen bestimmt möglich gewesen. Aber es passte einfach nicht in die damalige Politik der USA. Lieber wirtschaftlichen Druck nutzen als gleich einen Krieg zu riskieren. Der Casus Belli wäre bestimmt vorhanden gewesen, schickten doch die USA "Freiwillige" in den Krieg nach China.
Tatsächlich muss doch jedem einigermaßen vernünftigen Politiker und General in Tokyo klar gewesen sein, dass es gegen Amerika nichts zu gewinnen gab. Ganz zu schweigen, dass man sich den Rest der freien Welt auch noch als Gegner aufladet.
Vernunft bestimmte nicht unbedingt die Kriegspläne der führenden japanischen Militärs. Tatsächlich war der Krieg aus ihrer Sicht "alternativlos" wie der ehrenwerte Clone bereits erwähnt hat hätten sich die Japaner lieber selbst getötet als aus China abzuziehen. Ebenfalls gab es selbst nach dem Einsatz zweier Atomwaffen gegen Japan und der Kriegserklärung der UdSSR immer noch Stimmen die den totalen Krieg bis zum bitteren Ende forderten und es bedurfte einer persönlichen Intervention, des bis dahin lethargischen, Kaisers.