Zum Kampf abgetaucht – ein SH III-AAR

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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

Um 7.30 Uhr, während noch der vordere Außentorpedo ins Boot geholt wird, erhalten wir die erste Kontaktmeldung.
Das Schiff steht direkt voraus, mit südwestlichem Kurs.
Laut Meldung ist der nicht schnell unterwegs, da sollte es nicht schwer sein aufzuholen – Abfangkurs!

Allerdings ist in diersem Seegebiet die Überwachung, wie wir schon in der Nacht gemerkt haben, relativ stark.
Auch jetzt bekommen wir das zu spüren.

8.26 Uhr. Fliegeralarm!
2 Hurricanes kommen von achtern auf uns zu.

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Zum Glück können wir rechtzeitig wegtauchen.
Die Wasserbomben detonieren in unserem Heckwasser, ohne Schäden anzurichten.
Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, sind die Schraubengeräusche des gemeldeten Schiffes zu hören.
Ich entscheide noch eine halbe Stunde getaucht zu bleiben und den Horchkontakt weiter zu verfolgen.

Um 8.58 Uhr tauchen wir auf und können das Schiff – wenn auch relativ weit entfernt – entdecken.

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Da es sich um ein kleines – und offenbar unbewaffnetes – Küstenschiff handelt, entschleiße ich mich zu einem Überwasserangriff.
Deckgeschütz und Flak klarmachen!

6 Minuten später ist die Entfernung auf etwa 4000 Meter gesunken und wir eröffnen das Feuer.
Da die Geschützbedienung inzwischen bestens trainiert und aufeinander eingespielt ist, sitzt trotz der großen Distanz fast jeder Schuss, wenn auch eher in den Aufbauten als auf Höhe der Wasserlinie.
Schnell beginnt das Schiff zu brennen.

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Nach nur 4 Minuten und gut 20 verschossenen Granaten versinkt das Küstenschiff in der Tiefe.
Die Entfernung beträgt immer noch über 2500 Meter.

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Aber das Kriegsglück kann sehr schnell wechseln.
Nur 3 Minuten später – Fliegeralarm!

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Etwa ein halbes Dutzend Hurricanes fliegt auf uns zu.
Runter auf 70 Meter, schnell! Tempo!

Es reicht nicht.
Noch bevor der Turm von U101 in den Wellen verschwindet, schießen auf beiden Seiten die Wasserfontänen der Bomben in den Himmel.
Scheiße! Wassereinbruch im Diesel- und E-Maschinenraum! kommen die ersten Meldungen.
LI nach achtern! Boot auf 50 Meter einsteuern!
Nur Augenblicke später die nächste Schadensmeldung: Wassereinbruch im Bugraum!
Schmidt! Gehen sie nach vorn und leiten sie die Leute dort an! Der LI muss ohne sie klarkommen.
Bootsmann Konrad Schmidt, der erst seit dieser Fahrt Mechaniker ist, nickt und beeilt sich in den Bugraumzukommen.

Währenddessen bemühe ich mich, zusammen mit Konrad, dem 1WO, das Boot stabil auf 50 Meter zu halten.
Da ich noch nicht weiß, wie groß die Schäden wirklich sind, will ich nicht zu tief gehen.
Von den Reparaturen bekommen wir kaum etwas mit, lediglich einzelne Satzfetzen dringen bis in die Zentrale durch: Klemmkeil her! … Festhalten! … Weiter nach links! … Schraubenschüssel!

Es dauert fast 20 Minuten, bis Bootsmann Schmidt wieder in die Zentrale kommt.
Bugraum so gut es geht wieder klar, Herr Oberleutnant, meldet er. Wir haben ein paar kleine Lecks im Druckkörper. Die provisorischen Dichtungen halten erstmal, aber eine Garantie kann ich nicht geben.
Gute Arbeit Schmidt. Sobald es ruhiger ist, könne sie mit dem LI nochmal alle Schäden überprüfen.
Jawohl Herr Oberleutnant, antwortet Bootsmann Schmidt und verschwindet wieder nach vorn.
Wenig später erscheint von achtern LI Totenhagen.
Wassereinbrüche gestoppt, erklärt er. In beiden Maschinenräumen mehrere kleine Schäden am Druckkörper abgedichtet. Ich denke dass wir weiterhin tauchfähig sind, würde aber empfehlen nicht tiefer zu gehen, solange nicht alles noch einmal kontrolliert ist.
Sehr gute Arbeit LI! Sobald die Lage oben es zulässt tauchen wir auf, dann können sie mit Bootsmann Schmidt dann noch einmal überprüfen.
Totenhagen nickt nur und geht zurpück in Richtung Maschinenräume.

Seit dem Angriff ist eine gute halbe Stunde vergangen.
Auf Sehrohrtiefe, aber vorsichtig!
Mehrere Minuten vergehen, bis ich einen Blick durch das Luftzielsehrohr wefen kann.
Alles frei! Auftauchen!

Sofort beginnen der LI und Bootsmann Schmidt eine zweite gründliche Kontrolle der Schäden.
Das Ergebnis, dass der Leitende mir danach vorlegt, ist zwiespältig.
Der Druckkörper ist an mehreren Punkten beschädigt, die einzelnen Schäden sind aber so klein, dass wir sie provisorisch gut abdichten konnten. Das Boot ist weiterhin tauchfähig, allerdings nicht mehr voll belastbar. Da 50 Meter eben anscheinend kein Problem waren, denke ich, dass 100 Meter im Notfall möglich sind, aber möglichst nicht über längere Zeit. Alles was darüber hinausgeht halte ich für kritisch.
Danke für die Einschätzung, LI. Keine Sorge, ich habe nicht vor, die Grenzen ihrer Reparaturkünste zu testen.

Um 10.30 kommt wieder eine Kontaktmeldung an.
Da das Schiff aus Südwesten fast direkt auf uns zukommt, gehe ich auf 20 Meter um nicht durch etwaigen Beschuss weitere Schäden zu riskieren.
Getaucht laufen wir dem Schiff entgegen.
Es dauert fast 50 Minuten, bis sich Stabsbootsmann Creuz am Horchgerät meldet.
Handelsschiff Steuerbord voraus, kommt näher.
Fast genau auf dem gemeldeten Kurs.
Auf Sehrohrtiefe!

Schon mit dem ersten Blick habe ich den Frachter gesichtet.

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Dicker Brocken … knapp 8000 Tonnen.
Ruder hart Steuerbord! Neuer Kurs 300! Rohr 1 klarmachen!

Bis der Frachter in Schussposition ist, dauert es nur noch wenige Minuten.
Um 11.24 Uhr läuft der Aal.

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Ausweichen kann der Frachter bei einer Entfernung von knapp 1000 Metern kaum noch.
Der Treffer sitzt punktgenau.

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Ein Torpedo reicht für eine Versenkung aus, wie sich schnell zeigt.
Der Frachter brennt und zerbricht.

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Zurück auf alten Kurs. Sobald Rohr 1 nachgeladen ist auftauchen.

Um 12.07 Uhr an diesem ereignisreichen 7. November erreichen wir unsere Einsatzgebiet.
Aber der Tag ist noch lange nicht vorbei, auch wenn es ein paar Stunden ruhig bleibt.

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Um 17.26 Uhr erleben wir den dritten Fliegeralarm auf dieser Fahrt.
Wir können rechtzeitig abtauchen und dieses Mal fallen auch keine Bomben.

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Dafür meldet Creutz nach wenigen Minuten Schraubengeräusche.
Mindestens 4 Handelsschiffe, Backbord voraus.

Ein kleiner Geleitzug? fragt 2WO Carlewitz.
Gut möglich, meint Friederichs, der 3WO. Schließlich sind wir direkt auf der Route nach Südengland. Aber nur 4 Schiffe ohne Bewacher?
Womöglich sind da noch mehr, die wir noch nicht hören können, überlege ich. Da wir nach unserem Suchkurs ohnehin bald nach Südosten drehen wollten, um das Planquadrat nicht zu verlassen, schlage ich vor wir gehen auf Westkurs und versuchen, mehr über diese Schiffe herauszufinden.
Auf 20 Meter steigen! Neuer Kurs 270!
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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

8.11.


Es dauert fast 3 Stunden, danach stehen wir nach unseren Berechnung wieder weit vor dem Geleitzug.
Tauchen auf 20 Meter! Beide Maschinen kleine Fahrt! Neuer Kurs 0!

Gut eine Stunde später sind die Schiffe wieder an Steuerbord zu hören.
Nach ener weiteren halbe Stunde ist klar, dass sie direkt auf uns zukommen.
Etwa 15 Schiffe und die 2 Kriegsschiffe, meldet Stabsbootsmann Creutz. Peilung zwischen 65 und 95.
Jetzt beginnt wieder das Anpirschen: Auf 50 Meter gehen, Schleichfahrt und die Bewacher vorbeiziehen lassen.

Auch beim zweiten Mal geht alles gut, sodass wir langsam auf Sehrohrtiefe gehen und den Angriff beginnen können.
Alle Rohre klarmachen!
Wir haben noch 5 Torpedos in den Rohren und 2 Reserveaale vorne.
Eigentlich genug, um einige Schiffe zu versenken.
Vorausgesetzt, meine Fehlschussquote ist nicht so hoch wie beim ersten Versuch.

Dieses Mal greifen wir von Norden her an.
Das erste Ziel ist der große Tanker, den ich schon getroffen habe.

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3.31 Uhr. Rohr 4 los!
Der Torpedo sitzt.

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Leider schieben sich jetzt andere Schiffe dazwischen, sodass ein weiterer Schuss nicht möglich ist.
Ich hoffe aber, dass dieser insgesamt zweite Treffer den Tanker abbremst und ich später noch nachlegen kann.
Jetzt konzentriere ich mich auf den zweiten Tanker.

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Auch dieser Torpedo aus Rohr 1 detoniert.

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Um den Schaden möglichst zu vergrößern, schicke ich sofort einen zweiten Aal hinterher – mit Erfolg.

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Der Tanker wird deutlich langsamer, Anzeichen einer Versenkung sind aber nicht zu erkennen.
Hilft nichts – da muss wohl ein Fangschuss her. Rohr 3 klar!
Auch dieser Aal trifft.

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Jetzt erst beginnt der Tanker zu brennen und sackt langsam tiefer.

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Ich warte das nun relativ sichere Sinken nicht ab.
Neuer Kurs 250!
Jetzt will ich hinter dem andern Tanker her.
Beide E-Maschinen halbe Fahrt!
Da sich U101 un mitten im Geleitzug befindet und von lärmenden Frachtern umgeben ist, gehe ich das Risiko ein, auf eine höhere Fahrtstufe zu gehen und gleichzeitig die beiden Reservetorpedos nachladen zu lassen.

Es dauert eine halbe Stunde, bis wir getaucht in Schussposition kommen, ohne dass wir dabei von den Begleitschiffen entdeckt und gestört werden.
Um 3.58 Uhr feuere ich aus Rohr 4 den insgesamt fünften Torpedo auf diesen Tanker ab.
Es ist der dritte, der detoniert.

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Eine stärkere Wirkung zeigt sich aber immer noch nicht.

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Langsam bin ich genervt.
Ruder hart Backbord! Fangschuss aus Rohr 5!

5 Minuten später schlägt der Aal ein.
Jetzt erst ist zu erkennen das der Tanker wohl nicht mehr lange schwimmt.

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Ruder weiter hart Steuerbord! Wir suchen noch ein Ziel für den letzten Torpedo und verschwinden dann.

Ein relativ großer Frachter kommt uns fast perfekt vor die Rohre.
Gut 6000 Tonnen – den nehmen wir!

4.10 Uhr. Rohr 1 los! Auf 50 Meter gehen! Schleichfahrt! Neuer Kurs 220!
Den Treffer sehe ich nicht mehr, aber er ist deutlich zu hören.

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Im Vergleich zu den Treffern bei den Tankern ist dieses Mal die Wirkung der einzelnen Detonation verheerend.

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Das Schiff zerbricht fast sofort.

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Jetzt ist auch zu hören, das die Begleitschiffe Suchmaßnahmen einleiten.
ASDIC wird aber offenbar nicht eingesetzt, und nahe kommen sie uns auch nur einmal – ohne das Boot zu finden.

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Um 5.50 Uhr tauchen wir auf, nachdem kein Horchkontakt mehr besteht.
Ohne Torpedos gibt es eigentlich nur eine Option: Rücknarsch!
Wir haben noch 75% des Treibstoffs.
Knapp 700 Kilometer, rechnet Friederichs aus. Das schaffen wir selbst mit Höchstfahrt locker.

Kurs Frankreich! Vielleicht finden wir unterwegs noch etwas für das Deckgeschütz.

U101 auf dem Rückmarsch

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Nebenbei schließen wir unsere noch nicht beendete Patrouille ab.

12.59 Uhr. Fliegeralarm!
Auf 50 Meter gehen! Tempo!

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Das Flugzeug war noch relativ weit entfernt, der Typ konnte nicht bestimmt werden.
Gesehen wurden wir aber.
Kaum ist das Boot auf 30 Meter, schlägt achtern eine Bombe im Wasser ein.
Schäden gibt es keine.
Wieder mal Glück gehabt Männer.

Sicherheitshalber warten wir 2 Stunden, bevor wir auftauchen.
Der restliche Tag und auch die Nacht bleiben ruhig.

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9.11.

Die Morgendämmerung ist noch nicht verschwunden, als wir um 6.25 Uhr die Meerenge vor Brest erreichen.

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Fast geschafft, meine Herren.

Dann liegt der Hafen vor uns.

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Mit dem Anlegen endet um 7.39 Uhr die insgesamt 12. Feindfahrt meiner Besatzung.



Ergebnis:

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5 Handelsschiffe mit knapp 39.000 Tonnen und 1 Zerstörer mit knapp 1.200 Tonnen wurden versenkt – innerhalb von 24 Stunden.
Die gesamte Fahrt hat nur 66 Stunden gedauert.

Allerdings hat sie uns einige Nerven gekosten.
Der Zerstörerangriff und vor allem der schwere Fliegerangriff hätten durchaus das Ende von U101 bedeuten können.
Die Ausbildung von Bootsmann Konrad Schmidt zum Mechaniker hat sich schon bezahlt gemacht.

Das Ergebnis führt trotz der kurzen Fahrtdauer zu einigen Auszeichnungen.

3 der Männer werden zu Matrosenobergefreiten befördert, 3 weitere bekommen das U-Boot-Kriegsabzeichen.
Die Bootsleute Herbert Andersen, die sich als Torpedoschützen bewährt haben, erhalten das EK II.
Stabsbootsmann Karl Creutz, der sich am Horchgerät schon vielfach bewährt hat, wird mit dem EK I ausgezeichnet.
Mehr als verdient ist das Deutsche Kreuz in Gold für den Leitenden Ingenieur Otto Totenhagen. Ohne ihn wäre diese Fahrt für uns alle vielleicht die letzte gewesen.
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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

31.12.

Über eineinhalb Monate liegt unser Einlaufen nun zurück.
Die Schäden am Druckkörper habe zu einer deutlich längeren Werftliegezeit geführt, als wir es bisher gewohnt sind.
Das hat den positiven Nebeneffekt, dass viele der Männer von U101 Weihnachten bei ihren Familien verbringen konnten.

Ich selbst habe mir in diesen fast 8 Wochen unter anderem Gedanken über den hohen Torpedoverbrauch auf der letzten Fahrt gemacht.
Das wir für 2 große Tanker 7 Torpedos – 3 Fehlschüsse nicht mitgerechnet – aufwenden mussten, hat mich überrascht.
Ein Faktor war vermutlich, dass der Geleitzug in Richtung USA steuerte. Die Tanker waren daher unbeladen, was die Explosionswirkung natürlich mindert.
Die Fehlschüsse nd wohl hauptsächlich auf ungenaue Schussberechnungen -eventuell aufgrund der Dunkelheit – zurückzuführen, möglicherweise in Kombination mit fehlerhaften Torpedos und nicht erkannten Kurs- bzw. Geschwindigkeitsänderungen der Ziele.

Erst seit 3 Tagen ist die Besatzung wieder vollzählig hier, um das Boot für die nächste Fahrt – die dreizehnte insgesamt – klarzumachen.

13, na wenn das mal gutgeht, brummt der LI in der Zentrale stehend, während seine Leute die Maschinen noch einmal überprüfen. Wir hatten auf der letzten Fahrt genug Ärger.
Ich wusste gar nicht, dass sie als eigentlich ziviler Ingenieur abergläubisch sind LI, neckt ihn 3WO Friederichs, übers seine Karten gebeugt. Aber vielleicht wird diese Fahrt ja umso ruhiger.

Das Einsatzgebiet liegt dieses Mal zwischen dem spanischen Festland und den Azoren.

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Um 2.33 legt U101 ab.

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Der Tag bleibt weitgehend ruhig.

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Da um Mitternacht die Wachen wechseln. habe ich, seit unser Auslauftermin feststeht, mit den Offizieren eine kleine Neujahrsfeier vorbereitet, die nun im Bugraum stattfindet.
Jeder, der nicht unbedingt auf seiner Station bleiben muss, findet sich dazu ein.
Allerdings wird dabei kein Alkohol getrunken, da einige naturlich danach Wache haben.
Wir trinken gemeinsam auf das neue Jahr. Wohl nicht wenige hoffen dabei insgeheim, dass es das letzte Kriegsjahr sein möge.



1.-2.1.1941

Die Tage vergehen ereignislos.

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Am frühen Abend des 2. Januar erreichen wir unsere Einsatzgebiet und beginnen mit unserem geplanten Suchkurs.
Fahrt auf 1/3 reduzieren, LI. Ich habe das Gefühl, das könnte eine längere Fahrt werden.
Die letzte Fahrt war zu diesem Zeitpunkt – nach gut 60 Stunden – schon fast vorbei.
Die aktuelle beginnt gerade erst richtig.



3.1.

Um 2.40 kommt die erste Kontaktmeldung herein.
Südwestlich von uns, Kurs Nordost, überlegt Friederichs. Wenn wir noch etwa 1 Stunde weiterlaufen, müssten wir direkt auf seinem Kurs stehen.

Der 3 WO hat richtig gerechnet.
Ziemlich genau 1 Stunde später drehen wir nach Südosten ab.
Kurz vor 4.30 Uhr kommt das Schiff in Sicht.

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Das sind ja 2, erkennt der wachhabende Carlewitz erstaunt. Große Fachter, mehr ist noch nicht zu erkennen.
Sehrohrtiefe! Wir wollen keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Getaucht schleichen wir uns näher heran.
Offenbar 2 baugleiche Schiffe, jeweils gut 6.000 Tonnen … möglicherweise Geschütze achtern.
Neuer Kurs 310!

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Um 4.47 Uhr läuft der erste Torpedo aus Rohr 1 auf den vorderen Frachter zu.
Ruder hart Steuerbord! Für den zweiten nehmen wir das Heckrohr!

Der erste Frachter wird direkt unterhalb der Brücke getroffen.

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Das Schiff schwimmt zunächst scheinbar normal weiter.
Jetz ist auch zu erkennen, dass doch keine schweren Waffen vorhanden sind.

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Der zweite Frachter beginnt zu zacken, was einen genauen Schuss natürlich erschwert.
Da die Besatzung aber offenbar nicht weiß, wo genau wir sind, lauft das Schiff nach einigen Minuten direkt hinter unserem Heck vorbei.
Rohr 5 los!

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Schnell ist klar, dass in diesem Fall ein Treffer ausreicht.
Der Frachter zerbricht und sinkt etwa einer Minute.

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Ruder hart Backbord! Neuer Kurs 0! Auftauchen! Dem anderen geben wir mit dem Geschütz den Rest.

Um 4.55 fliegt die erste Granate
Durch die geringe Entfernung sitzt quasi jeder Schuss.

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Granate nach Granate bohrt sich in die Seitenwand des Frachters, oft auf Höhe der Wasserlinie.

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Nach 15 Granaten (für die die Geschützbedienung nur 3 Minuten gebraucht hat) beginnt das Schiff zu brennen und über das Heck zu sinken.

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Augenblicke später jeoch bricht es unter heftigen Explosionen in der Mitte durch.

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Beide Teile versinken schnell.

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Der restliche Tag vergeht ruhig.

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Am Abend schließen wir unsere Patrouille ab.
Ich berate mit den Offizieren das weitere Vorgehen.
Die Dieselreserve liegt bei etwa 75%, erklärt Totenhagen.
Unmittelbar westlich von hier verläuft die Geleitzugroute zwischen zwischen Liverpool und Gibraltar, merkt 1WO Konrad an.
Sehr richtig! Daher schlage ich vor dass wir quer zu dieser Route eine Suchkurs planen und abfahren. Sollten wir danach noch Vorräte, Treibstoff und Aale haben, sehen wir weiter.

Neuer Suchkurs

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4.-5.1.

Die ersten 2 Tage auf dem neuen Kurs vergehen ohne besondere Ereignisse.
Lediglich der Seegang wird deutlich stärker.

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6.1.

Um 3.00 kommt eine Kontaktmeldung an.
Das Schiff befindet sich südöstlich von uns und läuft nach Nordosten.
Den nehmen wir mit – Abfangkurs!

Die Entfernung ist groß genug, so dass ich unsere Geschwindigkeit nicht erhöhe.
Erst um 8.32 Uhr stehen wir auf dem Zielkurs.
Neuer Kurs 200! Auf 20 Meter gehen!
Ein Überwasserangriff scheidet aus, daher gehe ich kein Risiko ein.

Knapp 2 Stunden später ist das Ziel zu hören.
Steuerbord voraus, meldet Stabsbootsmann Creutz.
Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 270!

Um 10.52 Uhr kann ich das Schiff erkennen – ein kleiner Frachter, offenbar unbewaffnet.

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Rohr 1 klarmachen! Tiefe 1!
Ich will vermeiden, dass der Torpedo durch den Seegang under dem Schiff durchläuft.

15 Minuten später wird der Frachter mitschiffs getroffen.

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Innerhalb weniger Minuten sinkt er über das Heck

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Auftauchen und zurück auf Suchkurs.


7.-10.1.

4 Tage lang kämpft sich U101 durch den Seegang, ohne das auch nur eine Rauchwolke in Sicht kommt oder wir eine Meldung über Funk auffangen.

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Die Stimmung der Besatzung ist noch relativ gut, solche Phasen kommen nun einmal vor.

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11.1.

Auch dieser Tag bringt keine Besserung

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Wir haben jetzt die Hälfte des geplanten Suchkurses hinter uns.
Die Dieselreserve ist auf knapp 60% gesunken.
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12.-15.1.

4 weitere Tage ohne eine einzige Meldung. Nur wir und die stürmische See.

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So langsam beginnt die Besatzung zu murren, vor allem über die Verpflegung. Obwohl ich immer mal wieder tauche, damit der Smut etwas Vernünftiges auf den Tisch bringt, gibt es fast nur Eintopf und Dosenfutter.
Aber eigentlich liegt die Unzufriedenheit der Männer an der Eintönigkeit und den ausbleibenden Erfolgen.

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9 Tage ohne ein einziges Zeichen, dass wir hier nicht alleine unterwegs sind, brummt Konrad, der 1WO, am Abend des 15. Januar. Und 12 Tage auf Suchkurs, ohne das uns mehr begegnet ist als ein lausiger kleiner Frachter.
Noch nicht eimnal vom BdU kommt etwas, als wären die alle in Urlaub, wirft 3WO Friederichs ein.
Meine Herren, wir können nur unsere Suche fortsetzen, versuche ich zu beschwichtigen. Und vor allem den Männern zeigen, das solche Phasen vorkommen, dass sie aber auch wieder vorbeigehen. Wann genau es soweit ist, weiß keiner, aber der Tag kommt.
Ihr Wort in Churchills Ohr, versucht der LI zu scherzen.



16.11.

1.40 Uhr. Kontaktmeldung! brüllt der Funker fast durch das ganze Boot.
In Sekundenschnelle sind alle hellwach.
Das erste Lebenszeichen von außerhalb seit 10 Tagen!
Und das Schiff steht günstig, es kommt mit nordöstlichem Kurs direkt auf uns zu.
Neuer Kurs 200!

Es dauert gut eineinhalb Stunden, dann kommt das Ziel in Sicht.

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Ein großer Frachter … Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 120!

Langsam kommt das Schiff näher.
Ein Blick durch das Sehrohr bestätigt die ersten Beobachtungen.

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Nicht bewaffnet … komisch nach so langer Zeit.
Das macht die Sache für uns weniger gefährlich, einen Torpedo müssen wir trotzdem einsetzen.
Der Seegang macht einen Geschützangriff unmöglich, außerdem würde der bei einem so großen Schiff sehr lange dauern und würde höchstens Sinn machen, um einen Fangschuss zu ersetzen.
Rohr 1 klarmachen!

Um 3.33 Uhr läuft nach 10 Tagen wieder ein Aal auf ein Ziel zu.

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Der Treffer reißt den Frachter auseinander.
Heftige Explosionen folgen.

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Viel zu oft habe ich derartige Bilder schon gesehen, aber daran gewöhnen kann ich mich nicht.

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Wenige Aufgenblicke später sind die beiden Wrackteile gesunken.
Auftauchen, zurück auf Suchkurs.

Der restliche Tag vergeht ereignislos, aber die Stimmung an Bord ist spürbar besser.

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17.1.

Das Wetter bleibt unverändert.

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Um 12.00 Uhr kommt die nächste Kontaktmeldung.
Es sieht so aus als wäre unsere schlechte Phase vorbei.
Auch diese Schiff kommt aus Südwesten direkt auf uns zu.
Schon nach 45 Minuten haben wir Sichtkontakt.

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Ein großer Tanker … na, da kriegen die Torpedoleute wieder was zu tun, meint der wachhabende Baumann halb scherzhaft in Erinnerung an die letzte Fahrt.
Er sollte recht behalten.
Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 300! Rohr 5 klarmachen!

Die Entscheidung für einen Angriff mit dem Heckrohr ist nicht wirklich falsch, allerdings nicht die beste, wie sich zeigt.
Die Entfernung zum Tanker wird ziemlich groß, aber ich verzichte darauf, durch Rückwärtsfahrt näher heranzugehen, da das Boot dann nur schwer auf Tiefe zu halten wäre.

13.02 Uhr. Rohr 5 los! Ruder hart Steuerbord! Rohr 2 bereithalten!
Ich rechne nicht damit, dass ein Torpedo den Tanker versenkt.

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Der Aal detoniert am Heck des Tankers. Die ungenauigkeit war durch ein verzögertes Abfeuern bedingt.

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Schon nach wenigen Augenblicken liegt der Tanker gestoppt. Offenbar hat die Explosion den Antriebsstrang zerstört.

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Sinken wird der so nicht, meint der Leitende Totenhagen nach einem Blick durch das Sehrohr.
Wohl kaum LI! Näher ran! Fangschuss aus Rohr 2!

18 Minuten nach dem ersten Schuss verlässt der zweite Aal das Rohr.

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Der Fangschuss sitzt wie geplant, der Tanker beginnt zu brennnen.

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Sinken will das Schiff aber immer noch nicht, und der Rauch könnte ungebetene Gäste anlocken.

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Zweiter Fangschuss! Rohr 1 klarmachen!
Schon wieder 3 Aale für ein Schiff, denke ich kurz, aber einen so dicken Brocken hat man auch nicht jeden Tag.

13.24 Uhr. Rohr 1 los!

Der dritte Torpedo trifft fast genau die Schiffsmitte.

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Das war's. Der schwimmt nicht mehr lange.

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Tatsächlich sack der Tanker jetzt relativ schnell über das Heck ab.

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Wir nehmen unseren Suichkurs wieder auf.
Im Laufe des Nachmittags lässt der Seegang etwas nach.

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18.1.

Der Tag vergeht ohne besondere Ereignisse.

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In der Nacht beenden wir den gepanten Suchkurs.
Wieder steht die Entscheidung über das weiter Vorgehen.
Die Dieselreserve liegt jetzt bei etwa 40%, erklärt der Leitende. Ein bisschen Spielraum haben wir also noch.
Torpedos sind auch noch 7 Stück vorhanden, überlege ich laut. 1WO, wie sieht es mit den Vorräten aus?
Ganz gut,trotz des ungünstigen Wetters, meint Konrad. Wir hatten zum Glück keinen Regen, daher ist relativ wenig verdorben. Es reicht noch für etwa eineinhalb Wochen, schätze ich.
Ich werfe einen Blick auf die Karte. Meine Entscheidung ist schnell getroffen.
Gut, dann folgen wir der Geleitzugroute mit zwei großen Suchzacken nach Norden und kehren dann um. Vielleicht haben wir Glück und finden noch lohnende Ziele.

Geplanter Such- und Rückmarschkurs

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19.1.

Der erste Tag auf dem letzten geplanten Suchkurs vergeht ereignislos.
Lediglich der Seegang ist weiterhin vorhanden.

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20.1.

Auch der folgende Morgen ist ruhig.

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Um 11.50 Uhr fangen wir eine Kontaktmeldung auf.
Das Schiff steht in unmittelbarer Nähe – wie so oft südwestlich mit Kurs Nordost.
Abfangkurs! Den können wir kaum verfehlen.
Nach nicht einmal einer halben Stunde haben wir Sichtkontakt.

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Ein großer Frachter, meint Carlewitz, mehr ist noch nicht zu erkennen.
Sehrohrtiefe! Kein unnötiges Risiko.

Schnell kommt das Ziel näher.
Neuer Kurs 120! Rohr 2 klarmachen!

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Allerdings ist der Frachter schneller als von mir geschätzt.
Verflucht, der läuft uns weg … der Winkel wird ungünstig … jetzt oder nie – Rohr 2 los!
Um 12.27 Uhr trifft derTorpedo mittschiffs.

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Mit einigen Folgeexplosionen zerbricht der Frachter und sinkt in wenigen Augenblicken.

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Auftauchen. Zurück auf Suchkurs.
Wie meistens bei solchen Anblicken fühle ich mich etwas unwohl.
Auch wenn mich bei einer Sichtung oft das Jagdfieber packt, hinterher ist meine Stimmung eine ganz andere.



21.1.

Wieder ein Tag ohne Besonderheiten.
Auch das Wetter ändert sich nicht – es bleibt klar, aber weiterhin raue See.

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22.1.

Bis zu Abend geschieht nichts.

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Um 21.30 Uhr kommt die nächste Kontaktmeldung an.
Nordöstlich von uns, erklärt 3WO Friederichs nach einem Blick auf die Karte, Kurs West.
Ich überlege nicht lange.
Jetzt zahlt es sich aus, das wir so sparsam mit dem Treibstoff waren. Neuer Kurs 0! Beide Maschinen AK!



23.1.

Die Entfernung war mit etwa 200 Kilometern recht hoch.
Erst nach knapp viereinhalb Stunden drehen wir auf den Kurs des Zieles ein.
Auf 20 Meter tauchen! Bei der Dunkelheit hören wir in lange bevor wir ihn sehen.

Es dauert noch einmal eine gute Stunde.
Um 3.14 Uhr meldet Stabsbootsmann Creutz Horchkontakt.
Sehrohrtiefe!

Es dauert etwas, bis ich das Ziel erkennen kann.

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Ein großer Frachter … verflucht der Winkel passt nicht, wir kommen zu nah – beide E-Maschinen kleine Fahrt zurück! Neuer Kurs 0!
In diesem Fall entscheide ich mich für die Rückwärtsfahrt, da ich unseren letzten Hecktorpedo noch nicht einsetzen will.

Langsam kommt der Frachter näher.
Unsere Position ist jetzt quasi ideal.

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4.33 Uhr. Rohr 4 los!
Der mit einer Lauftiefe von 4 Metern geschossenen Torpedo trifft durch den Seegang sehr tief.

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Es war wohl Glück, dass er noch gezündet hat.
Die Wirkung ist jedenfalls verheerend.

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Auch dieser Frachter bricht unter heftigen Explosionen auseinander.

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Wenig später sind die Wrackteile gesunken.

Gerade will ich den Befehl zum Auftauchen geben, als Totenhagen mich zu Seite nimmt.
Durch die AK-Fahrt ist die Dieselreserve stark gesunken, Herr Oberleutnant, erklärt er. Ich bin nicht sicher, ob sie für den geplanten Kurs ausreicht.
Ich überlege kurz.
In Ordnung, LI. Die Hälfte der geplanten Suche haben wir geschafft. Außerdem sind wir schon mehr als 3 Wochen in See. Wir brechen ab und kehren nach Frankreich zurück.
3WO, berechnen sie einen direkten Kurs nach Brest!
Rückmarsch!


Das Wetter bleibt unverändert.

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Allerdings wird unser Rückmarsch schon am Abend wieder unterbrochen.
Um 18.40 fangen wir eine Kontaktmeldung auf.
Das Schiff steht keine 30 Kilometer nördlich von uns, Kurs West.
Dafür reicht der Treibstoff noch – Abfangkurs!

Knapp eineinhalb Stunden später drehen wir auf den Kurs des Zieles ein.
Auf 20 Meter gehen!
Schon wenige Minuten später ist das Schiff zu hören – direkt voraus.
Sehrohrtiefe!

Punkt 20.30 Uhr habe ich das Schiff in Sicht – ein kleines Küstenschiff.
Rohr 3 klarmachen! Neuer Kurs 170!

10 Minuten läuft der Torpedo.

Treffer mittschiffs.

Bild

Das Schiff schwimmt zunächst weiter, sackt dann aber deutlich ab.

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Bild

Schließlich sinkt es über die Steuerbordseite.

Bild

Bild



24.1.

21 Minuten nach Mitternacht hat die Dieselreserve die 25%-Marke erreicht.
Dann kommt um 4.50 Uhr eine Konatktmeldung an.
Knapp 150 Kilometer nördlich von uns, rechnet Friederichs aus. Steuert Kurs Nordost – weg von uns. Allerdings recht langsam.
Mit dem Treibstoff wäre das so gerade noch machbar, schätzt der Leitende.
Damit ist die Entscheidung gefallen.
Den nehmen wir noch mit!

Es dauert doch länger als gedacht.
Knapp 7 Stunden brauchen wir, um uns vor das Ziel zu setzen.
Getaucht auf 20 Meter nähern wir uns dem gemeldeten Schiff.
Schon nach wenigen Minuten ist es zu hören – unser Abfangkurs war perfekt berechnet.
Neuer Kurs 140! Sehrohrtiefe!

Bevor ich allerdings einen Blick auf das Schiff werfen kann, kommt um 12.20 eine neue Konatktmeldung an.
Knapp 30 Kilometer südöstlich von uns ist das Schiff auf Südwestkurs unterwegs.
Zunächst aber konzentrieren wir uns auf das erste Ziel.
Wenige Minuten später kann ich es erkennen.
Zum Abschluss nochmal ein fetter Brocken – ein großer Tanker!
Und da er Richtung England unterwegs ist, höchstwahrscheinlich beladen, ergänze ich in Gedanken.

Dann ist es soweit. Rohr 2 los! Ruder hart Backbord! Beide E-Maschinen AK! Rohr 5 klarmachen!
Um 12.40 Uhr – gut 10 Minuten nach dem ersten Sichtkontakt – schlägt der erste Torpedo auf dem Tanker ein.

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Bis auf ein paar kleiner Brände ist allerdings keine Wirkung zu erkennen.

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War ja klar ,dass wir mehr als einen Aal brauchen – Rohr 5 los! Ruder hart Steuerbord! Neuer Kurs 90!
Auch der zweite Torpedo sitzt – reicht aber für eine Versenkung noch nicht aus.

Bild

Allerdings wird der Tanker deutlich langsamer.
Neuer Kurs 120!
Wenige Minuten später sind wir wieder in Schussposition.
Rohr 1 los!

Um 12.48 Unr trifft der dritte Torpedo die Backbordseite des Zieles.

Bild

Jetzt ist erkennbar, dass der Tanker nicht mehr lange schwimmen wird.

Bild

Langsam sackt er tiefer,

Bild

bevor er nach kleineren Explosionen untergeht.

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Bild

Bild

Wir haben noch genau 1 Torpedo.
Die Dieselreserve ist auch stark gesunken.
Auftauchen. Mit halber Fahrt Suchkurs für das zweite Schiff.

Diese Suche bleibt allerdings erfolglos.
Wahrscheinlich hat die Besatzung des Schiffes die Versenkung des Tankers mitbekommen und abgedreht.
Nach 3 Stunden gebe ich auf. Kurs Brest!

Bis dahin sind es noch etwa 36 Sunden.



25.1.

Das Wetter bleibt unruhig, aber trocken.

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26.1.

Um 3.33 Uhr laufen wir ins Hafenbecken ein.

Bild

Fast 4 Wochen auf See, da freut man sich irgendwie auf ein Essen ohne Schlingerleisten, scherzt Konrad.
Ich stimme ihm in Gedanken zu. Nach über 20 Tagen mit ununterbrochenem Seegang ist es auch für Seeleute angenehm wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Zumindest hatten wir keinen Regen, sieht der 3WO die positiven Seiten. Regen hätte ihm die navigation deutlich erschwert.
Wird trotzdem Zeit das wir in die Werft kommen, brummt der LI. Er sorgt sich wohl um seine Maschinen.

Um 3.41 Uhr legt U101 an und die 13. Feindfahrt meiner Besatzung ist beendet.
Allerdings gibt es wieder eine Besonderheit.
Neben Korvettenkapitän Hans Cohausz, seit November Chef der 1. U-Flottille, steht Vizeadmiral Dönitz auf der der Pier.

In den Reihen der Besatzung höre ich vereinzeltes Murren, die meisten wollen möglichst schnell runter vom Boot.
Aber nach der offiziellen Anmeldung folgt eine Ansprache des BdU:
Oberleutnant zur See Hansen!
Wieder einmal haben sie mit ihrer Besatzung erfolgreich eine Feindfahrt beendet. Seit Kriegsbeginn wurde unter ihrem Kommando über 400.000 Tonnen gegerische Schiffsraums versenkt. Ich freue mich, sie für diese außerordenlichen Erfolge zum Kapitänleutnant befördern zu können.
Herzlichen Glückwunsch, Kapitänleutnant Hansen!


Während ich diese für mich unerwartete Ehreung fast teilnahmslos entgegennehme, scheint sich die Besatzung umso mehr zu freuen.
Wohl auch, weil zur Feier dieser Beförderung mindestens eine Runde fällig wird.



Ergebnis:

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9 Schiffe mit gut 63.000 Tonnen wude versenkt.
Eine sehr erfolgreiche Feindfahrt, die aber wohl auch wieder hunderte Menschen das Leben gekostet hat.

Außer mir werden 3 weitere Männer befördert:
Konrad Schmidt, der sich als Mechaniker schon auf der letzten Fahrt bewährt hat, ist ab sofort Stabsbootsmann.
2 der „alten Hasen“ konnen sich über die Ernennung zum Matrosenobergefreiten freuen.

Außerdem werden einige Auszeichnungen verteilt:
Für 3 Männer gibt es das U-Boot-Kriegsabzeichen.
Stabsbootsmann Wolf Degen (Wachgänger), Stabsbootsmann Johannes Hessler (Flakschütze) und der frisch beförderte Stabsbootsmann Schmidt erhalten das EK II.
Oberfähnrich Ferdinand Baumann und Stabsbootsmann Jorg Zander (Torpedoschütze) werden mit dem EK I, der 2WO Leutnant Adolf Carlewitz mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Besonders freut es mich, das mein Freund, der 1WO Leutnant Konrad Kimmelmann, das Ritterkreuz umgelegt bekommt. Seine Führungsqualitäten haben maßgeblich zu unseren Erfolgen beigetragen.

Schließlich gibt es noch eine Neuigkeit.
Nach dem Ende der Begrüßungsfeier teilt Korvettenkapitän Cohausz mir in einem 4-Augen-Gespräch mit, dass U101 zur 2. U-Flottille versetzt wird, die in Lorient stationiert ist.
Den Grund für diese Versetzung kennt er nach eigenen Angaben nicht.
Ich kann nur mutmaßen, aber da bei der 2. U-Flottille auch Boote des Typs XI im Einsatz sind, ist es nicht ausgeschlossen, dass ich früher oder später auf ein solchen Boot wechseln soll.
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Beitrag von Cyrano »

Bis zum nächten Bericht wir es vorausichtlich wieder etwas dauern.
Frühestens in einer Woche kommen wir dazu, die nächste Fahrt zu beginnen. Wir bemühen uns, die Ergebnisse möglichst schnell in Texte umzusetzen.
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Beitrag von Bigfish »

Brennende Tanker?

Also Ihr wart das!


https://www.n-tv.de/mediathek/videos/pa ... 85748.html
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Beitrag von Cyrano »

Bigfish hat geschrieben:Brennende Tanker?

Also Ihr wart das!


https://www.n-tv.de/mediathek/videos/pa ... 85748.html
Ostchinesisches Meer?
Da müssen wir mal ein erstes Wort mit unserem 3WO sprechen und unsere eigen Navigationskenntnisse hinterfragen, wenn U101 so weit vom geplanten Kurs abkommt ;)
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Beitrag von Cyrano »

23.2.

Lorient.
Standort der 2. U-Flottille und damit unser neuer Heimathafen.
Durch die Verlegung von U101 hat sich der Beginn der nächsten Fahrt etwas verzögert.
Jetzt aber geht es wieder los.
Korvettenkapitän Heinz Fischer, der Flottillenchef, hat mir den Einsatzbefehl mitgeteilt.

Unser Zielgebiet ist nicht weit von dem der letzten Fahrt entfernt.

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Da die Hafenanlage von Lorient relativ verwinkelt ist, sind Aus- und Einlaufen etwas langwieriger als in Brest.

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LI, beide Maschinen 1/3 Fahrt!
Um 13.55 Uhr legt das Boot ab.

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Schön vorsichtig, Baumann. Nicht dass wir hier schon auf Grund laufen.
Langsam manövrieren wir U101 durch die Hafenanlage in Richtung Atlantik.

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Nach etwa 40 Minuten haben wir die offene See erreicht und ich lasse auf halbe Fahrt hochgehen.
Der restliche Tag vergeht ereignislos.

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24.2.

Der Tag bleibt weitgehend ruhig.

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Um 18.40 Uhr kommt die erste Kontaktmeldung an.
Etwa 30 Kilometer entfernt, rechnet der 3WO aus. Kurs Nordost – weg von uns.
Richtung England, überlege ich, also vermutlich beladen. Da lohnt sich der Umweg – Abfangkurs!

Es dauert fast einenhalb Stunden, bis das Schiff in Sicht kommt.

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Nur ein kleines Küstenschiff, stellt der wachhabende Baumann fest.
Ich überlege.
Bisher – und der Krieg dauert nun schon fast eineinhalb Jahre – haben wir noch keine bewaffneten Handelsschiffe gesehen. Natürlich muss ich immer damit rechnen. Aber selbst wenn das Ziel ein Geschütz haben sollte, ist nicht anzunehmen, das die Schiffsbesatzung Übung darin hat, damit ein kleines Ziel wie ein U-Boot zu bekämpfen. Erst recht nicht nachts. Und erfahrene Geschützmannschaften werden wohl kaum auf Handelsschiffen eingesetzt, sondern bei den regulären Streitkräften.
Wir riskieren es! Deckgeschütz klarmachen!

Um 20.06 Uhr beginnt der Angriff.
Beide Maschinen kleine Fahrt! Munition haben wir genug. Lieber einige Fehlschüsse riskieren als zu dicht herangehen und einen blöden Treffer kassieren, falls die doch bewaffnet sein sollten.

Tatsächlich gehen einige Granaten daneben, die meisten aber treffen und setzten das Schiff in Brand.

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Nach 5 Minuten und 35 verschossenen Granaten beginnt das Ziel zu sinken.
Im Feuerschein ist zu erkennen, dass es offenbar unbewaffnet war.

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U101 läuft weiter Richtung Einsatzgebiet.



25.2.

Schon um 5.40 Uhr fangen wir die nächste Meldung auf.
Das Schiff steht knapp 40 Kilometer südöstlich und ist offenbar ebenfalls nach England unterwegs.
Wenn die Berechnungen stimmen, ist der Umweg nicht größer als gestern – wir versuchen es!

Wieder dauert es etwa eineinhalb Stunden, dann stehen wir vor dem Ziel.
Schon 5 Minuten später ist das Schiff zu erkennen.

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Wieder etwas kleines, erkennt 2WO Carlewitz, kaum größer als der von gestern.
Und anscheinend ebenfalls unbewaffnet, stelle ich fest, zumindest kann ich nichts erkennen.
Wir nehmen das Deckgeschütz!
Ich verfahre wie beim vorherigen Angriff, bleibe auf Abstand und vertraue auf die inzwischen gut eingespielte und routinierte Geschützmannschaft.

Granate nach Granate schlägt auf dem Frachter ein.

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Durch die gute Sicht gehen weniger Schüsse daneben als am Abend zuvor.
Dieses Mal brauchen wir daher nur 25 Granaten, bis der Bug des brennenden Schiffes deutlich absinkt.

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Der Frachter ist verloren, soviel ist klar.

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Zurück auf Kurs.
Auch an diesem Tag bleibt es bei einer Meldung.



26.2.

Am frühen Morgen erreichen wir unser Einsatzgebiet.
Fahrt auf 1/3 reduzieren, LI. Spart ein bisschen Treibstoff.

Der Vormittag bleibt ruhig.

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Dann aber um 14.00 Uhr kommen nahezu zeitgleich 4 Kontaktmeldungen an.
Mit 3WO Friederichs prüfe ich auf der Karte unsere Möglichkeiten.
Alle 4 bekommen wir auf keinen Fall, gibt er seine Einschätzung ab, außer vielleicht mit langen AK-Fahrten, und dass würde viel Treibstoff kosten.
Ich muss ihm zustimmen. Dann gehen wir das ganze systematisch durch. Der hier nordwestlich läuft Richtung Amerika, also vermutlich leer, den klammern wir als erstes aus. Die anderen 3 steuern Kurs England, aber einer ist schon nordöstlich, entfernt sich also.
Die letzten 2 kommen aus Südwesten auf uns zu, und dabei liegen sie soweit auseinander, dass wir sich bequem nacheinander erwischen können. Also nehmen wir die beiden!
Kurs und Geschwindigkeit halten bis wir möglichst genau vor ihnen liegen!

Es dauert fast 2 Stunden, bis wir auf den Kurs des ersten Ziels eindrehen, und noch einmal solange, ehe das Schiff in Sicht kommt.

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Erneut ist es eher kleines Schiff.
Da der Seegang aber stärker ist als in den Tagen zuvor, entscheide ich mich gegen einen Geschützangriff.
Sehrohrtiefe!

Langsam kommt das Schiff näher.
Rohr 1 klarmachen! Tiefe 2!
Wegen des Seegangs will ich kein Risiko eingehen.
Nach einer Wende des Bootes nach Backbord läuft das Schiff in Schussposition.

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18.10 Uhr. Rohr 2 los!
Das Ziel hält weiter seine Kurs.

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Ein perfekter Treffer mittschiffs.

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In gewaltigen Folgeexplosionen bricht der Rumpf auseinander.

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Als das Schiff Sekunden später zu sinken beginnt, ist zu erkennen, dass sämtliche Aufbauten und Masten weggesprengt wurden.

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Auf Suchkurs für zweites Schiff gehen.
Der Anblick des sinkenden Wracks macht mich wieder einmal nachdenklich.
Überlebende kann es kaum gegeben haben.
Wieder kommen zu den vielen hundert friedlichen Seeleuten, für deren Tod ich mit verantwortlich bin, einige hinzu.

Nachdem Rohr 1 nachgeladen ist, tauchen wir auf, um den Außentorpedo ins Boot zu holen.
Eine weniger erfahrene Besatzung würde das bei dem herrschenden Seegang nicht hinbekommen.

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Anschließen gehe ich auf 20 Meter Tiefe.
Die Chance, das zweite Schiff per Horchpeilung zu erfassen, schätze ich höher ein als durch Sichtung.

Allerdings dauert es fast dreieinhalb Stunden, ehe Stabsbootsmann Creutz sich um 22.40 Uhr meldet.
Handelsschiff, Peilung 340, kommt näher.

Das muss das zweite Schiff sein.
Sehrohrtiefe!

Etwa 40 Minuten ist das Schiff in der Dunkelheit zu erkennen.
Auf jeden Fall etwas größeres.
Ich drehe das Boot nach Backbord, um in Schussposition zu kommen.

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Das Ziel kommt schnell näher – ein großer, aber unbewaffneter Frachter.

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Rohr 2 klarmachen! Tiefe 4!
Das Schiff ist groß genug um den Torpedo etwas tiefer laufen zu lassen.
Um 23.38 Uhr ist es soweit.

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Der Frachter – wenige Augeblicke vor dem Einschlag.

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Die Aufbauten verschinden in der Wassersäule.

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Auch dieser Frachter bricht mit heftigen Explosionen auseinander.

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Es dauert nur Sekunden, bis die beiden Hälften zu sinken beginnen.

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Zurück auf Suchkurs. Sobald der Aal nachgeladen ist auftauchen.
Ich versuche in den folgenden Stunde zu schlafen und nicht an die Opfer dieser und aller meiner anderen Angriffe zu denken.



27.2.

Unsere Patrouille ist abgeschlossen.
Die Dieselreserve liegt bei ca. 80%.

Über das weitere Vorgehen muss ich nicht lange nachdenken.
Beim letzten Mal haben wir auf dem zusätzlichen Suchkurs zwar keinen Geleitzug, aber einige Einzelfahrer gefunden. Daher denke ich, wir versuchen das Gleiche noch einmal.

Bis auf den Seegang bleibt der Tag ruhig.

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28.2.

Ein weiterer ereignisloser Tag vergeht.

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1.3.

Um 4.40 Uhr kommt eine Kontaktmeldung an.
Keine 10 Kilometer südöstlich, stellt der 3WO auf der Karte fest, Kurs West.
Also wohl unbeladen, aber so nahe – den nehmen wir mit!

Schon eine halbe Stunde später haben wir Sichtkontakt.
Als das Schiff näherkommt, sind Einzelheiten zu erkennen – ein größerer Frachter.

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Der seitliche Abstand wird zu klein – Sehrohrtiefe! Ruder hart backbord! Rohr 5 klarmachen!

Keine 10 Minuten später läuft der Torpedo …

und trifft mittschiffs.

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Explosionen erschüttern den Frachter, bevor er über das Heck sinkt.

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10 Minuten später tauchen wir auf und laden den letzten Außentorpedo um.
Der restliche Tag bleibt ruhig, auch der Seegang lässt deutlich nach.

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Beitrag von Cyrano »

2.3.

Der ganze Tag bleibt friedlich.
Und der Sonnenuntergang lässt die Tatsache, dass wir uns mitten in einem mörderischen Krieg befinden, endgültig unwirklich erscheinen.

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Schade, dass es nicht immer so ist …



3.3.

Aber schon der nächste Morgen holt uns in die Realität zurück.
Um 3.20 Uhr kommt die nächste Kontaktmeldung an.
Ein Schiff, fast 300 Kilometer östlich, mit westlichem Kurs.

Wir müssen ein gutes Stück nach Norden versetzen.
Erst nach fünfeinhalb Stunden AK-Fahrt kann U101 auf den Zielkurs eindrehen und mit der Fahrt heruntergehen..

Nach weiteren drei Stunden ist meine Geduld erschöpft.
Auf 20 Meter gehen! Nicht dass der außer Sichtweite vorbeirauscht.

In diesem Fall war meine Sorge unberündet.
Um 12.13 Uhr meldet Stabsbootsmann Creutz Schraubengeräusche.
Handelsschiff, Steuerbord voraus, kommt näher.

Unser Berechnungen für den Zielkurs waren trotz der hohen Entfernung erstaunlich exakt.
Sehrohrtiefe!

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Rohr 1 klarmachen!
Während der Frachter sich nähert, drehe ich das Boot um einen guten Schusswinkel zu bekommen.
Allerdings kam dieses Manöver etwas spät.

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Verflucht … besser wird der Winkel nicht … Rohr 1 los!
Optimal ist der Winkel nicht gerade, aber der Torpedo müsste noch gut treffen.

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Der Treffer sitzt auch fast perfekt, reicht aber für eine Versenkung offenbar nicht aus.
Der Frachter wird lediglich etwas langsamer.

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Auftauchen! Wir sparen uns einen zweiten Aal und nehmen das Deckgeschütz.

Die ersten Schüsse liegen, wohl aufgrund der sehr geringen Entfernung, zu hoch.

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Dann aber bohren sich die Granaten nacheinander in den Fracherrumpf.

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Um 12.26 – nach nur nur knapp 3 Minuten Geschützfeuer – bricht das Schiff ohne Vorwarnung mit heftigen Explosionen auseinander.
Schnell beginnen die Wrackteile zu versinken.

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Nur 17 Granaten haben wir verbraucht.
Zurück auf Suchkurs.

In mir mischt sich Freude über die erfolgreiche Suche mit dem Gefühl, wieder ein gutes Schiff vernichtet zu haben.



4.3.

Der Tag beginnt ruhig – man könnte sagen mit „U-Boot Romantik“.

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Etwas, was man im Antlanik nicht so häufig erlebt.

Um 14.40 Uhr fangen wir eine Kontaktmeldung auf.
Auch diese Schiff ist etwa 300 Kilometer entfernt, südwestlich, mit Kurs auf England.

Wenn die nicht abdrehen, kreuzen sie unseren Suchkurs, stellt der 3WO nach der Prüfung der Karte fest.
So ist es, Friederichs! Und die Entfernung ist groß genug, sodass wir unsere Planung nicht ändern müssen, schätze ich. Vielleicht treffen wir unterwegs noch ein anderes Ziel.
Dann müssten wir, rechnet er aus, in etwa 12 Stunden auf dem Zielkurs sein.



5.3.

Die Berechung unseres 3WO war wieder einmal erstaunlich genau.
Um 3.17 Uhr drehen wir auf den Kurs des Zieles ein.
Auf 20 Meter gehen!

5 Stunden päter kommt eine aktualisierte Meldung an.
Friederichs mach sich sofort an die Arbeit.
Das Ziel ist noch etwa 20 Kilometer entfernt, erklärt er anschließend, Abweichung vom ursprünglich berechneten Kurs etwa 10 Kilometer.
Bei 15 Stunden Fahrtzeit ist das nicht viel. Sehr gute Arbeit 3WO.

Ich drehe das Boot nach Backbord.
20 Minuten später, um 8.41 Uhr sind die Schrauben des Schiffes zu hören.
Sehrohrtiefe.

Es dauert eine weitere Stunde, bis ich das Schiff erkennen kann.
Seit der ersten Meldung sind über 17 Stunden vergangen.

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Ein kleiner Frachter, offenbar nicht bewaffnet – aber zu weit weg – Auftauchen! Deckgeschütz klarmachen!

Knapp 10 Minuten nach der Sichtung eröffnen die Männer das Feuer.
Aufgrund der Entfernung landen zwar einige Granaten in den Aufbauten, aber zumindest geht fast keine daneben.

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Schnell beginnt das Schiff zu brennen, …

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bevor es um 10.10 Uhr kentert und sinkt.

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Der Nachmittag bleibt ruhig.

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6.3.

Im Laufe des Tages nimmt der Seegang wieder zu.

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Um 18.40 Uhr – wir haben knapp die Hälfte des Suchkurses geschafft – kommt eine weitere Kontaktmeldung herein.
Etwa 25 Kilometer nördlich, stellt der 3WO fest, Kurs Nordost.
Richtung England, überlege ich, der Umweg dürfte sich lohnen – Abfangkurs!

Gut eineinhalb Stunden später drehen wir auf den Zielkurs ein.
Als die Brückenwache den Frachter bemerkt, ist er schon bedenklich nahe.

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Warum selbst der inzwischen routinierte und zuverlässige Baumann das Schiff nicht eher gesichtet wurde, kann ich nicht sagen.
Jetzt gilt es keine Sekunde zu verlieren.

Für einen Schuss aus den Bugrohren ist der Frachter zu dicht dran.
Für das Deckgeschütz ist mir er zu groß.
Es gibt also nur eine Möglichkeit.
Ruder hart backbord! Rohr 5 klarmachen – schnell!

Die Frachterbesatzung hat uns offenbar noch nicht gesehen – ein halbes Wunder.
Der Torpedo aus Rohr 5, eine Minute nach der Sichtung abgefeuert, ist allerdings eher ein Schuss aus der Hüfte – und trifft relativ weit achtern.

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Für eine Versenkung reicht das nicht, auch denn das Heck deutlich absackt.

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Fertigmachen zum Fangschuss! Rohr 2 klarmachen!
So zügig wie möglich steuere ich den Bug von U101 in Richung des Frachters.

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Um 20.46 Uhr schlägt der Torpedo ein – 6 Minuten nach dem ersten Treffer.

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Der Frachter brennt und zerbricht.

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Das endgültige Sinken warte ich nicht ab.

Wir beginnen die zweite Hälfte des Suchkurses.
Die Dieselreserve liegt bei 60%.



7.3.

Der Tag vergeht ereignislos, auch das Wetter ändert sich nicht.

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8.3.

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Bis zum Abend bleibt es wieder ruhig.

Die nächste Kontaktmeldung bekommen wir um 20.40 Uhr.
Das Schiff läuft auf Parallelkurs nach Nordosten, mit einem Abstand von etwa 40 Kilometern.
Abfangkurs!

Es dauert eineinhalb Stunden, bis wir vor dem Ziel stehen.

Schon 10 Minuten später ist das Ziel in Sichtweite.

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Dieses Mal war die Brückenwache um Oberfähnrich Baumann sehr aufmerksam.
Ruder hart Backbord! Rohr 1 klarmachen! Tiefe 2!

Nach weiteren 10 Minuten steht das Ziel quasi perfekt vor uns.

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Der Treffer ist fast unvermeidlich.

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Schnell ist mir klar, da dieses relativ kleine Schiff sinken wird.
Einen zweiten Torpedo hätte ich nur ungern geopfert und für das Deckgeschütz ist der Seegang zu stark.

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Augenblicke später ist der Rumpf verschwunden.

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9.3.

Das Wetter wird noch rauer, bleibt aber trocken.

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Ansonsten verläuft der Tag ruhig.
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Beitrag von Cyrano »

10.-11.3.

Am 10. März, gegen Mittag, informiert mich der LI, das die Dieselreserve auf 50 Prozent gesunken ist.
Wir sind jetzt 2 Wochen auf See.

Das Wetter bleibt unruhig, aber weiterhin trocken.

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Auch der folgende Tag ändert daran nichts.

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Keine Meldungen oder sonstigen Ereignisse.



12.3.

Nach fast 4 Tagen kommt um 10.10 Uhr wieder eine Kontaktmeldung herein.
Das Schiff steht fast 200 Kilometer nordöstlich von uns und ist auf Gegenkurs unterwegs.

Läuft nach Westen, überlegt 3 WO Friederichs, also wohl unbeladen.
Richtig, entgegne ich, aber gut zu erreichen, also versuchen wir es.

Es dauert 3 Stunden, bis wir vor dem gemeldeten Schiff stehen.

Weitere 3 Stunden später empfangen wir eine Aktualisierung.
Das Schiff läuft keine 10 Kilometer entfernt nördlich an uns vorbei.

Da müssen wir uns jetzt beeilen, wenn wir den noch kriegen wollen – neuer Kurs 330! Beide Maschinen AK!

Keine Viertelstunde später ist das Ziel zu erkennen – ein offenbar unbewaffnetes Küstenschiff.

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Allerdings müssen wir bald feststellen, dass die Schiffsbesatzung uns offenbar entdeckt hat.
Das Ziel beginnt zu zacken.
Verflucht … so geht der Aal garantiert daneben … näher ran! Rohr 2 klarmachen! Tiefe 2!

Um 17.42 Uhr, gut eine Stunde nach der ersten Sichtung, ist der Abstand auf unter 500 Meter gesunken.

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In eine Drehung des Zieles hinein feuere ich den Torpedo ab – der perfekt trifft.

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Mir ist sofort klar, dass das Schiff diesen Treffer nicht überstehen wird.

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Nach wenigen Augenblicken sackt es auf ebenem Kiel weg.

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13.3.

Wir schließen an diesem Tag unseren zweiten Suchkurs ab.
Wieder muss ich entscheiden wie es weitergeht.

Die Dieselreserve liegt laut LI Totenhagen bei 40%.Wir haben noch 6 Torpedos und nach der Einschätzung von Konrad, dem 1WO, Vorräte für gut eine Woche.
Allerdings will ich die Nerven der Besatzung nicht übermäßig strapazieren.

Meine Herren, wir stehen direkt auf der Handelsroute zwischen England und Halifax.
Daher werden wir Richtung Brest laufen, auf dem Weg aber noch 2 große Suchschläge nach Süden machen. Ich denke dass wir dort noch Ziele finden und dann in 2-3 Tagen den Hafen erreichen.


Schon bald zeigt sich, das meine Einschätzung bezüglich der Ziele richtig war.
Um 16.00 fangen wir eine Kontaktmeldung auf.
Das Schiff steht etwa 60 Kilometer südöstlich, wiederum mit westlichem Kurs.
Da brauchen wir nicht mal die Fahrt zu erhöhen, schätzt Friederichs. Wenn wir unsern Kurs weiterlaufen, landen wir direkt vor ihm.

Seine Voraussage trifft zu, knapp 2 Stunden später drehen wir auf den Zielkurs ein.
Um 18.23 Uhr ist das Schiff zu sehen.

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Relativ klein, mehr ist nicht zu erkennen, meint der wachhabende Baumann.
Sehrohrtiefe! Ich möchte keine unangenehme Überraschung erleben.

Die Vorsicht wäre in diesem Fall nicht nötig gewesen.
Das kleine Küstenschiff ist komplett unbewaffnet.
Mein Drehmanöver nach Backbord kommt allerdings – wie schon öfter – eine Idee zu spät.

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Der Winkel wird ungünstig … jetzt oder nie! Rohr 1 los!

Wie fast immer bei derart kleinen Schiffen reicht ein guter Treffer aus.

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Nachdem das Torpedorohr nachgeladen ist, tauchen wir auf.
U101 hat jetzt noch 4 Elektro-Torpedos in den Bugrohren und einen Dampfgas-Torpedo im Heckrohr.



14.3.

Die geplanten Suchzacken haben wir hinter uns, jetzt geht es auf direktem Kurs nach Lorient – Rückmarsch!

Um 11.10 Uhr kommt eine neue Kontaktmeldung herein.
Das Schiff ist offenbar Richtung England unterwegs, etwa 20 Kilometer südöstlich.
Vielleicht die letzte Chance auf dieser Fahrt – Abfangkurs!
Ich will nur ungern mit vollen Torpedorohren einlaufen, wenn es sich vermeiden lässt.

Gut eine Stunde nach der Meldung ist das Schiff am Horizont sichtbar.

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Sehrohrtiefe!
Mein anschließendes Manöver, um uns in Schussposition zu bringen, passt nicht.
Wir kommen zu dicht … und für ein weiteres Manöver ist es zu spät … Ruder hart backbord! Rohr 5 klar machen!

Für einen Schuss aus dem Heckrohr müsste die Zeit gerade noch reichen.
Die Entfernung sinkt auf etwa 500 Meter.

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Dann läuft der Torpedo – und trifft mittschiffs.

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Feuer brechen aus, allerdings sind Tanker selten mit einem Treffer zu versenken.

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Auch dieser hält sich über Wasser, wird aber deutlich langsamer.

So schnell wir möglich drehe ich das Boot, um aus Rohr 4 einen Fangschuss abzufeuern.
Um 12.57 Uhr - 4 Minuten nach dem ersten Treffer – ist der zweite Torpedo unterwegs.

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Auf den Einschlag warten wir allerdings vergebens.

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Konrad, der 1WO, ist verwirrt.
Bei der geringen Entfernung und einer Lauftiefe von einem Meter ist ein Verfehlen nahezu ausgeschlossen, Her Kaleun, meint er stirnrunzelnd. Der Aal muss versagt haben.
Ich sehe das ähnlich. Da der Torpedo nach Auskunft von Stabsbootsmann Creutz am Horchgerät gerade auf das Ziel zugelaufen ist, hat wohl der Zünder versagt. Ursache war eventuell die Krängung des Tankers.
Wir laufen hinter seinem Heck durch, drehen und feuern einen zweiten Fangschuss auf der Backbordseite. Rohr 3 klarmachen! Tiefe 1!

Da der Tanker langsamer ist als unser Boot, ist es kein Problem, wieder in Schussposition zu kommen.

15.06 Uhr. Rohr 3 los!

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Der Torpedo sitzt.

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Weitere Explosionen verstärken die Brände.

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Dann bricht der Tanker auseinander …

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und sackt langsam tiefer.

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Ich drehe ab, bevor die Reste gesunken sind.
Auch wenn es ein weiterer Erfolg war, deprimert es mich irgendwie.

Am Abend können wir noch einmal den Sonnenuntergang genießen.

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15.3.

Der Tag bleibt ruhig und die Küste rückt näher.

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16.3.

Am Mittag erreichen wir die Stadt Lorient.

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Um 13.56 Uhr machen wir fest und die insgesamt 14. Feindfahrt endet.



Ergebnis

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12 versenkte Schiffe mit gut 46.000 Tonnen führen zu einigen Auszeichnungen.

Der inzwischen bewährte Oberfähnrich Baumann wird zum Leutnant zur See befördert, 1WO Konrad Kimmelmann und LI Otto Totenhagen sind ab sofort Oberleutnant zur See.
3 Männer erhalten das U-Boot-Kriegsabzeichen, 2 weitere das EK II.
Stabsbootsmann Wolf Degen von der Brückenwache erhält das EK I.
Der Funker Stabsbootsmann Karl Creutz wird mit dem mehr als verdienten Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Außerdem wird Bootsmann Burckhart Fischer, der seit dem Wechsel zu U101 dabei ist, zum Sanitäter ausgebildet.
Seine neuen Fähigkeiten könnten auf den weiteren Fahrten noch wichtig werden.
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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

13.4.

Mittlerweile haben wir uns in Lorient eingelebt.
Allerdings bin ich inzwischen Seemann mit Leib und Seele, dahre freue ich mich jedes Mal wenn wir wieder rausdürfen aufs Meer, auch wenn es auf Kriegsfahrt geht.

Unser neues Einsatzgebiet – vor der Südwestküste Irlands.

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Ziemlich nah an den Handels- und Geleitrouten, stellt 3WO Friederichs fest. Und noch im Breich des Küstenverkehrs. In der Gegend dürfte einiges los sein.
Ja, Flieger und Kriegsschiffe, murrt der Leitende. Da müssen wir verdammt aufpassen, dass wir keine Bomben und Granaten abkriegen.
Keine Sorge LI, unsere Wachgänger passen schon auf, erwidere ich. Außerdem weiß ich, dass Sie und Stabsbootsmann Schmidt ihr Handwerk verstehen. Ich bin mir sicher, dass sie das Boot zusammenhalten werden, wenn es nötig sein sollte.
Totenhagen nickt nur, wohl wissend, dass ich keine unnötigen Risiken eingehe.

Um 12.47 Uhr legt U101 ab.

Der Nachmittag und die erste Nacht bleiben ruhig.

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14.4.

Auch der folgende Tag vergeht zunächst weitgehend ereignislos.

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Um 16.30 Uhr kommt die erste Kontaktmeldung an.
Läuft aus Südwesten direkt auf uns zu, Entfernung etwa 30 Kilometer, stelle ich fest, neuer Kurs 230!

Es dauert keine 50 Minuten, bis die Brückenwache das Schiff sichtet.

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Offenbar ein kleines Schiff, Herr Kaleun, schätz der Wachhabende Carlewitz die Lage ein.
Ich will trotzdem vorsichtig bleiben, solange wir nicht genau wissen, womit wir es zu tun haben.
Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 180!

Genau eine Stunde nach der Meldung läuft das Schiff an unserer Steuerbordseite vorbei.

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Neuer Kurs 330! Auftauchen! Sobald wir oben sind, Deckgeschütz klarmachen!

Die gesamte Besatzung ist inzwischen routiniert und aufeinander eingespielt. Zügig, aber ohne Hektik, werden die Befehle ausgeführt.
Nicht einmal 2 Minuten später beginnt der Beschuss.

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Aufgrund unseres Drehmanövers muss die Geschützmannschaft laufend Seite und Entfernung korrigieren, daher Gehen auch ein paar Granaten daneben.
Insgesamt aber merkt man die Erfahrung, die die Männer mittlerweile besitzen.

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Nach 3 Minuten und 17 Schuss bricht das Schiff mit starken Explosionen auseinander.

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Nach dieser ersten Versenkung setzten wir unseren Weg Richtung Nordwesten fort.
Allerdings müssen wir auch bald feststellen, dass der LI mit seiner Einschätzung wohl recht hatte.

Um 18.30 Uhr kommt ein Warnruf von der Brücke.
Kriegsschiff, vermutlich Zerstörer, Peilung 120, läuft nicht direkt auf uns zu!

Wenige Augenblicke später bin ich oben und versuche die Lage einzuschätzen.
Tatsächlich scheint der Zerstörer mit Südwestkurs achtern an uns vorbeizulaufen.
Ob er uns ausgemacht hat, ist unklar, aber wenig wahrscheinlich.
In wenigen Sekunden ist mein Plan klar.
Sehrohrtiefe! Bruder hart Backbord, neuer Kurs 150! Rohr 3 klarmachen! Tiefe 1!

Die Chance auf einen Angriff will ich mir nicht entgehen lassen.
Das Problem ist die Geschwindigkeit des Zerstörers.
Der Gegner jagt mit geschätzten 25 Knoten hinter uns durch.

11 Minuten nach der Sichtung sind wir endlich klar für den Schuss. Rohr 3 los!

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Die Position ist nicht ideal.
Der geschossene Elektro-Torpedo ist mit 30 Knoten nicht viel schneller als der Zerstörer selbst, aber ich wollte nicht riskieren, dass der gegner eine Blasenspur entdeckt und seinerseits Jagd auf uns macht.

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Quälend lange Minuten vergehen.
Schließlich ist klar, das der Angriff erfolglos bleibt.
Der Zerstörer setzt seinen Weg fort, ohne etwas bemerkt zu haben.

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Zurück auf Kurs. Sobald der Zerstörer außer Horchweite ist, tauchen wir auf.

Bis es soweit ist vergehen fast 40 Minuten.

Um 21.00 fangen wir die nächste Kontaktmeldung auf.
Kommt aus Nordosten, etwa 15 Kilometer entfernt, erklärt der 3WO. Wir können unseren Kurs erstmal beibehalten.

Knapp 30 Minuten später dreht U101 nach Nordosten auf das Ziel zu, das nach weiteren 10 Minuten in Sicht kommt.

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Wieder ein kleines Schiff.
Sehrohrtiefe!

Dieses Mal war meine Vorsicht berechtigt.
Mal wieder was neues … war aber eigentlich auch überfällig – sehen sie mal 1WO.
Konrad wirkt bei dem Blick durch das Sehrohr überrascht, obwohl auch er sicher früher oder später damit gerechnet hat.
Eine ordentliche Kanone am Heck, Herr Kaleun.
So ist es! Da wir ohnehin getaucht sind, werde ich kein Artilleriegefecht riskieren. Ruder hart Steuerbord, neuer Kurs Kurs 120! Rohr 1 klarmachen!

Um 21.54 läuft der Torpedo auf das erste bewaffnete Handelsschiff zu, dem wir in diesem Krieg begegnet sind.

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Der Treffer mittschiffs ist vernichtend.

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Langsam sackt das Schiff auf ebenem Kiel weg.

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Wir tauchen auf und kehren auf unseren Ausgangskurs zurück.
Aber die Nacht ist noch nicht vorbei.



15.4.

0.47 Uhr. Kriegsschiff gesichtet!
Wenige Sekunden nach dem Warnruf bin ich auf der Brücke.
Zerstörer Backbord voraus, meldet Carlewitz.
Ich beobachte den Gegner und überlege kurz.
Kreuzt unseren Kurs … relativ langsam … das könnte hinhauen – Sehrohrtiefe! Schnell! Rohr 4 klarmachen! Tiefe 1!

Da wir den Kurs nicht ändern müssen, geht, ist es einfacher als beim ersten Zerstörer am Vortag.

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3 Minuten nach der Sichtung ist der Torpedo unterwegs.
Warum der Zerstörer so langsam unterwegs ist, kann ich nicht sagen.
Da er Richtung England läuft, wäre Treibstoffmangel eine mögliche Erklärung.

Wie auch immer, der erste Angriffsversuch scheitert.
Die Detonation bleibt aus.
Ungerührt läuft der Zerstörer seine Kurs weiter.

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Der Aal ist normal gelaufen, Herr Kaleun, kommt die Meldung vom Horchgerät. Eventuell zu tief.
Ich habe jetzt keine Zeit mich zu ärgern.
Noch ist die Position relativ gut.
Rohr 2 klarmachen! Beeilung!

0.57 Uhr. Rohr 2 los!

Der zweite Torpedo – im Gegensatz zum ersten mit Dampfgasantrieb – trifft.

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Ich warte einige Zeit, aber sinken tut der Zerstörer erstaunlicherweise nicht, obwohl er kaum noch Fahrt macht und das Heck deutlich absackt.

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Zäher alter Kasten! Ruder hart Steuerbord!

Auch wenn man es als als Verschwendung ansehen könnte, will ich diesen Gegner nicht entkommen lassen. Und wenn die Besatzung des Zerstörers genauso zäh und kämpferisch ist wie das beschädigte Schiff selbst, würde ein Gefecht über Wasser wohl ziemlich übel für uns enden.

25 Minuten nach dem Treffer läuft der dritte Torpedo auf den Gegner zu.
Ohne Erfolg. Keine Detonation.

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Der zweite Fehlschuss – beide sind im Gegensatz zum Angriff auf den ersten Zerstörer nicht durch Ungenauigkeit zu erklären, sondern eigentlich nur durch technisches Versagen.

4 Torpedos auf einen Zerstörer zu verwenden ist fast schon Wahnsinn, aber ich will mich nicht darauf verlassen, das der Gegner von alleine sinkt.
Denn mittlerweile scheint die Besatzung des Schiffes die Lage im Griff zu haben und beginnt nach uns zu suchen.

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Und sie sind auf Zack, eröffnen sofort das Feuer wenn ich einen Blick durch das Sehrohr werfe.

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Verflucht! Wir sollten uns beeilen, bevor hier noch Verstärkung anrückt!

Unser Vorteil ist, das der Zerstörer mitterweile antriebslos treibt. Die Besatzung kann nach uns suchen und auf unser Sehrohr feuern, aber ausweichen oder Wasserbomben gegen uns einsetzen kann sie nicht mehr.

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Nach einem weiteren Wendemanöver feuere ich um 1.38 Uhr aus Rohr 1.

Treffer.

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Die Wassersäule verschluckt das gesamte Heck.

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Ein kleiner Brand leuchtet in die Nacht und ich bin mir sicher:
Der ist erledigt!

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Eine unerwartete Explosion zwischen Brücke und Schornsteinen bestätigt diese Einschätzung, bevor der Zerstörer endgültig versinkt.

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Auftauchen und weg hier, bevor wirklich noch ungebetener Besuch kommt.

Einige Stunde können wir uns bei nur leichtem Seegang ausruhen.

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9.15 Uhr. Schiff gesichtet!

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Peilung 320, kommt auf uns zu, meldet Baumann als ich auf die Brücke komme. Sieht nach einem großen Frachter aus.
Ich teile seine Einschätzung.
Neuer Kurs 180! Sehrohrtiefe!

Ein Angriff mit dem Deckgeschütz scheidet schon wegen der Größe des Zieles aus.
Bei einem Blick durch das Sehrohr erkenne ich zwei weitere Hindernisse.
Kein Ziel für uns, Männer – ein neutraler US-Frachter!

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Allerdings ist das Schiff bewaffnet.
Für Handelsschiffe unter der Flagge eines neutralen Staates ist das eigentlich nicht zulässig.
Dass die USA Großbritannien unterstützen (unter dem Deckmantel des freien Handels), ist zwar allgemein bekannt, aber die Bewaffnung von Frachtern ist etwas anderes.

So oder so müssen wir den Angriff abbrechen.
Wir schlagen unseren normalen Kurs wieder ein und tauchen auf, nachdem der Frachter gut eine Stunde später außer Horchweite ist.

Der Nachtmittag bleibt ruhig.
Um 19.46 Uhr erreichen wir das Einsatzgebiet, aufgrund des relativ kurzen Anfahrtweges haben wir noch 85% des Treibstoffs.

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16.4.

Der Seegang nimmt etwas zu, ansonsten vergeht der Tag ereignislos.

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Keine Sichtungen, keine Meldungen.
Genug Zeit für mich, um mir Gedanken über das weitere Vorgehen zu machen.
Unmittelbar südlich verläuft die Geleitzugroute von Halifax nach Südengland, ein Stück nördlich die nach Liverpool.
Die südliche Route liegt näher, meint 1WO Konrad, aber in dem nördlichen Gebiet waren wir auf den bisherigen Fahrten erfolgreicher.
Ich muss ihm zustimmen. Die südliche Route können wir außerdem noch auf dem Rückweg absuchen falls noch Treibstoff, verpflegung und Torpedos übrig sind.

Allerdings erübrigen sich diese Überlegungen.
Um 16.30 kommt eine Kontaktmeldung herein.
Ein großer, angeblich neutraler Geleitzug ist nach England unterwegs, allerdings nicht auf einer der üblichen Routen.
Momental steht er etwa 300 Kilometer Nordwestlich von uns.

Ein neutraler Geleitzug? meint Baumann stirnrunzelnd. Was soll das denn sein? Ein Haufen US-Schiffe ohne Begleitschutz?
Wohl eher ein normaler Geleitzug mit ein paar US-Schiffen mittendrin, wirft Friederichs leicht spöttisch ein. Wahrscheinlich haben sie das ganze so benannt in der Hoffnung, das wir keinen Angriff wagen.
Ich sehe die Sache ähnlich.
Aber die Rechnung haben sie ohne uns gemacht! Da wir unsere Patrouille fast abgeschlossen haben, werden wir uns den Geleitzug mal näher ansehen. Neuer Kurs 350! Beide Maschinen AK!
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Beitrag von Kurfürst Moritz »

Neutraler Geleitzug... Sehr witzig.

Wer zu Kriegszeiten einen der Kriegsbeteiligten beliefert, wird automatisch zum Kriegsteilnehmer...
Ergo ist er ein legitimes Ziel.
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Beitrag von Cyrano »

Kurfürst Moritz hat geschrieben:Neutraler Geleitzug... Sehr witzig.

Wer zu Kriegszeiten einen der Kriegsbeteiligten beliefert, wird automatisch zum Kriegsteilnehmer...
Ergo ist er ein legitimes Ziel.
Tatsächlich war der Geleitzug grün, also als neutral markiert und und wurde ja auch so per Funk gemeldet.
Unser 3WO hatte ja eine Vermutung wie das zustande gekommen sein könnte ... :D
Was wirklich dahinter steckt, wird sich bald zeigen.
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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

17.4.

Um 3.10 Uhr kommt eine Aktualisierung der Kontaktmeldung an.
Wie 3WO Friederichs und ich feststellen, ist der Geleitzug noch gut 30 Kilometer entfernt und etwas schneller als von uns berechnet, sodass wir unseren Abfangkurs korrigieren müssen.
Ohne die zweite Meldung wären wir direkt in die Flanke gestoßen, Herr Kaleun.

So aber können wir uns rechtzeitig vorsetzen und dann frontal auf das Ziel zulaufen.
Auf 50 Meter tauchen! Beide E-Maschinen kleine Fahrt! Hören wir erstmal, womit wir es zu tun haben.

Unser Vorsetzmanöver war quasi perfekt berechnet.
Kaum hat sich das durch den Tauchvorgang aufgewühlte Wasser beruhigt, sind um 4.37 Uhr die ersten 2 Schiffe zu hören.
Handelschiffe, meldet Stabsbootsmann Creutz, mehr kann ich noch nicht sagen.

Gefühlt jede Minute kommt ein Schiff dazu.
Schließlich sind es 15-20 Handelschiffe, die direkt auf uns zulaufen, dazu 2 Begleitschiffe.
Soviel zum Thema „kein Begleitschutz“, Herr Leutnant.
Dass die Sache nicht ganz so einfach werden würde, war eigentlich klar.

40 Minuten nach dem ersten Kontakt beschließe ich, das Angriffsmanöver zu beginnen.
Ruder hart Backbord! Neuer Kurs 120! Schleichfahrt!

Quälend lang ziehen sich die Minuten.
Die Spannung steigt, als sich das vor den Kolonnen laufende Kriegsschiff nähert und uns langsam an Backbord passiert.
Bemerkt werden wir offenbar nicht.

Ein kurzes Durchatmen,dann konzentrieren wir uns auf die näherkommenden Handelsschiffe.

6.06 Uhr. Sehrohrtiefe! Aber schön langsam.
Mittlerweile ist klar, dass wir genau vor der Steuerbordflanke, des Geleitzuges herlaufen.
Ruder hart Backbord! Neuer Kurs 30! Alle Rohre klarmachen!

Der Geleitzug ist nicht günstig aufgebaut.
6 Kolonnen breit, aber nur jeweils 3 Schiffe hintereinander.
Wir werden kaum genug Zeit haben, die Rohre für einen zweiten Angriff nachzuladen.

Ein erste Rundblick durch das Sehrohr bestätigt die Vermutung des 3WO.
Sie hatten recht Friederichs – ein Haufen Briten, ich kann nur einen US-Frachter erkennen.
Dann wollen wir mal. Schleichfahrt aufheben!


Um 6.15 läuft der erste Torpedo aus dem Heckrohr auf einen großen Frachter zu.
Der Treffer sitzt punktgenau.

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Für eine Versenkung reicht er allerdings nicht aus, wie sich zeigen wird.
Ich kann mich jetzt auf die Bugrohre konzentrieren.
Rohr 5 wird sofort nachgeladen, ein zweiter Schuss wird aber nicht mehr möglich sein.

Knapp 1.000 Meter vor unserem Bug läuft ein großer Tanker in mein Sichtfeld.
Gut 10.000 Tonnen – Rohr 2 los!

Ich mache mich bereit einen zweiten Torpedo loszuschicken, aber der nun folgende Anblick überrascht mich.
Nach dem Treffer verschwindet der Tanker mit mehreren Explosionen in einer großen Rauchwolke.

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Der ist erledigt … vielleicht hat es den Treibstofftank erwischt, überlege ich während der Suche nach einem weiteren Ziel.
Gut 1.500 Meter entfernt, auf der Backbordseite des Geleitzugs, läuft ein weiterer großer Frachter, halb verdeckt durch ein kleineres Schiff.
Allerdings beginnt er bereits auszuwandern.
Der Winkel passt noch – Rohr 1 los!

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Auch diese Schiff wird nach dem Treffer von Explosionen erschüttert.

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In 6 Minuten wurden mit 3 Torpedos 2 Schiffe versenkt und ein Schiff beschädigt.
Eine weitere Gelegenheit haben wir allerdings nicht mehr.
Der Geleitzug läuft an uns vorbei.
Runter auf 100 Meter! Neuer Kurs 0! Wir setzen uns ab, überholen den Geleitzug im Norden und starten einen zweiten Versuch.
Da sich das zweite Begleitfahrzeug nähert, gehe ich wieder auf Schleichfahrt, bis wir hinter seinen Schrauben sind und nicht mehr gehört werden können.

Um 7.51 Uhr ist der Geleitzug noch zu hören, aber schon relativ weit enfernt.
Auftauchen! Neuer Kurs 90! Sobald wir oben sind, beide Maschinen AK!

Bei klarem Wetter jagt U101 mit Höchstfahrt auf Ost- und später Südostkurs neben dem Geleitzug her.

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Da ich damit rechnen muss, dass der Geleitzug nach unserem Angriff die Geschwindigkeit erhöht, drehe ich erst nach fünfeinhalb Stunden wieder Richtung Nordwesten.
50 Meter! Schleichfahrt! Was einmal geklappt hat wird auch ein zweites Mal funktionieren.

Dieses Mal will ich den Geleitzug von der Backbordseite angreifen.
Wir haben noch 5 Torpedos zur Verfügung, davon 2 Elektro-Torpedos in Rohr 3 und 4.

Es dauert gut 2 Stunden, bis um 15.38 Uhr dier ersten Schraubengeräusche zu hören sind.
Schnell wird klar, dass wir ziemlich zentral vor den Kolonnen stehen.
Ich drehe daher nach Nordosten.

Das Begleitschiff läuft hinter unserm Heck durch ohne eine Reaktion zu zeigen.
Diese Hürde haben wir überwunden.

Dann wird es Zeit für die nächsten Manöver.
Neuer Kurs 120! langsam auf Sehrohrtiefe! Alle Rohre klarmachen!

Schon nach wenigen Minuten auf dem neuen Kurs drehe ich nach Südwesten. Die Frachter kommen immer näher.
Ein erster Rundblick.

Da sind nur 2 große Frachter im Süden … der erste, den wir angeschossen haben, muss zurückgeblieben sein – nehmen wir den zweiten!
Um 17.11 Uhr läuft der Torpedo aus Rohr 4.

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Ein sauberer Treffer.

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Jetzt den dritten, direkt dahinter – Rohr 3 los!

Auch dieser Torpedo sitzt.

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Schnell drehe ich das Sehrohr herum, um ein Ziel für das Heckrohr zu finden.

Da ist noch ein großer, aber der Winkel wird ungüstig – wir versuchen es! Rohr 5 los!
Unmittelbar nach dem Schuss wird mir klar, das diese Entscheidung ein Fehler war.

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Verflucht, der Aal ist vergeudet!

Die Frachter vor uns schwimmen nach jeweils einem Treffer noch.
Den hinteren können können wir noch erwischen – Rohr 2 los!

Unmittelbar nach der Detonation bricht der Frachter auseinander.

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Jetzt will ich den anderen auch noch versenken.
Neuer Kurs 120! Beide E-Maschinen 1/3 Fahrt!

Ich gehe ein gewisses Risiko ein, mitten im Geleitzug die Fahrt zu erhöhen, aber die Alternative wäre, den Angriff erneut abzubrechen und mit nur nocheinem Torpedo einen dritten Anlauf zu beginnen.
Wobei nicht sicher ist, ob der angeschossene Frachter mit dem Geleitzug mithalten kann – wie wir schon gesehen haben.
Noch lassen uns die Begleitschiffe in Ruhe, sie kreisen um die Frachter herum.

Etwa 10 Minuten nachdem der Frachter gesunken ist, läuft eines vor unserem Bug nach Süden.
Wir können mit Schleichfahrt und einem Haken nach Norden ausweichen, ohne bemerkt zu werden.

Dann endlich stehen wir an Steuerbord vor dem Frachter.
35 Minuten hat die Aufholjagt unter Wasser gedauert.
Um 17.54 schieße ich unseren letzten Torpedo.
Auf 100 Meter gehen! Ruder hart Backbord! Neuer Kurs 200! Sobald wir auf Kurs sind Schleichfahrt!

Wir hören nur den Einschlag.

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Was ich nicht mehr sehen kann sind die Folgen.
Der Frachter bricht in der Mitte ein.

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Auf dem Deck stehende Lastwagen werden ins Meer geschleudert.

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Unter Folgeexplosionen beginnen die Wrackteile zu sinken.

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Die letzten LKW fallen von Bord, bevor der Frachter endgültig untergeht.

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Die Begleitschiffe verfolgen uns kaum.
Offenbar sind sie zu sehr beschäftigt, die verbliebenen Frachter zusammenzuhalten.
Neuer Kurs 180.

Mit dem Auftauchen warte ich diese mal, bis der Geleitzug vollständig außer Horchweite ist – gut 4 Stunden.
Wenige Minuten nach 22 Uhr kann die Besatzung wieder Frischluft tanken.
Fast 9 Stunden waren wir getaucht.

LI, wie sieht es mit dem Treibstoff aus?
Aufgrund der relativ kurzen Fahrt sehr gut, antwortet Totenhagen, etwa 75%.
Bis Lorient sind es gut 1.600 Kilometer, wirft der 3WO ein.

Ich überlege kurz, ob wir nach dem beim ersten Angriff angeschossenen Fracher suchen sollen.
Angesichts des Seegangs entscheide ich mich aber dagegen.
Rückmarsch!



18.4.

Da wir noch mehr als genug Treibstoff haben, kommen wir trotz des Seegangs gut voran.

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Im Laufe des Tages kommen 2 Kontaktmeldungen herein, die aber beide zu weit entfernt sind, selbst wenn wir noch Torpedos hätten.



19.4.

Der Seegang hat sich über Nacht beruhigt.
Um 14 Uhr ist schon die französische Küste zu erkennen.

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Bis wir im Hafen sind, dauert es aber noch etwas.
Erst um 18.32 Uhr endet mit dem Anlegen die insgesamt fünfzehnte Feindfahrt.

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Ergebnis

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6 Handelsschiffe und 1 Zerstörer mit zusammen gut 35.000 wurden versenkt.

Damit haben wir als erste Besatzung die 500.000-Tonnen-Marke überschritten.

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Adolf Carlewitz (2WO) und Fritz Friederichs (3WO) werden zum Oberleutnant zur See befördert.
Die Bootsleute Hugo Eckermann und Matthias Mannesmann, die mt dem Wechsel auf U101 zur besatzung gekommen sind, bekommen das U-Boot-Kriegsabzeichen.
Der Obergefreite Klaus Wolfbauer erhält das EK II.
Mit dem EK I wird Bootsmann Konrad Schmidt ausgezeichnet.

Um für künftige Fahrten beser vorbereitet zu sein, bekommt auch 3WO Friederichs eine Zusatzausbildung zum Sanitäter.
Wenn jetzt zunehmend die Handelsschiffe bewaffnet werden – womit ich schon lange rechne – werden wir solche Fähigkeiten an Bord verstärkt brauchen.
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Beitrag von Oberlehrer »

Kurfürst Moritz hat geschrieben:Neutraler Geleitzug... Sehr witzig.

Wer zu Kriegszeiten einen der Kriegsbeteiligten beliefert, wird automatisch zum Kriegsteilnehmer...
Ergo ist er ein legitimes Ziel.
Das ist ganz sicher nicht der Fall und wurde auch im 2. WK nicht so gehandhabt. Schweden z.B. hat mit Deutschland Warenverkehr gehabt, ohne als Kriegsteilnehmer gewertet zu werden, dito die Schweiz.
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Beitrag von Cyrano »

Oberlehrer hat geschrieben:Das ist ganz sicher nicht der Fall und wurde auch im 2. WK nicht so gehandhabt. Schweden z.B. hat mit Deutschland Warenverkehr gehabt, ohne als Kriegsteilnehmer gewertet zu werden, dito die Schweiz.
So ist es, auch die USA waren bis zum Dezember 1941 offiziell neutral und wurden auch dementsprechend behandelt, obwohl sie große Mengen Kriegsmaterial an Großbritannien verkauften (wenn auch nicht unbedingt selbst ablieferten).
Auch im Spiel ist es für die eigene Karriere nicht förderlich, wenn man vorher US- oder andere neutrale Schiffe angreift und versenkt.
In diesem speziellen Fall war die Bezeichnung des Geleitzgs als neutral allerdings sehr beschönigend - wie beschrieben war nur 1 US-Frachter zu entdecken (die Begleitschiffe waren ohnehin britisch).
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Cyrano
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Beitrag von Cyrano »

17.5.

Die 16. Fahrt beginnt.
Vor allem für Carlewitz, unseren 2WO ist es gut, das wir nach einem Monat im Hafen wieder rausfahren.
Vor 4 Tagen gab es im besetzten Teil Frankreichs die erste große Suche nach ausländischen Juden.
Über 3700 Personen wurden eingesperrt.
Zwar ist Carlewitz als „Vierteljude“ selbst kaum in Gefahr und zu seinen jüdischen Verwandten hat er keinen Kontakt, dennoch geht ihm die ganze Sache ziemlich nahe.
Ich hoffe, dass ihm die Zeit auf See hilft, auch wenn wir Schiffe zerstören sollen und dabei zwangsläufig Menschen sterben.

Unser Einsatzgebiet – südlich von Island.

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Ganz schön weit draußen, meint der LI. Gut doppelt so weit wie beim letzten Mal.
So ist es, Totenhagen. Das heißt, wir sollten mit dem Treibstoff haushalten, ohne dabei zu langsam zu werden.

Um 18.32 Uhr legt U101 ab.
Bei Sonnenuntergang passieren wir die Südküste der Bretagne.

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18.-19.5.

Die folgenden 2 Tage laufen wir mit halber Fahrt auf Nordwest- bzw. Nordkurs Richtung Einsatzgebiet.

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Das Wetter bleibt klar und ruhig.

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Kontaktmeldungen oder andere Ereignisse gibt es bisher nicht.



20.5.

Schiff gesichtet!
Um 4.56 Uhr reißt mich der Ruf aus meinen Gedanken und ich eile auf die Brücke.

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Das kleine Schiff ist nur noch knapp 3.000 Meter entfernt.
Ein Wunder, das die uns offenbar noch nicht gesehen haben … ich bin mir nicht sicher, ob der Kahn bewaffnet ist – Sehrohrtiefe!

Minuten später kann ich Einzelheiten erkennen.

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Ein Brite, nicht bewaffnet – Auftauchen! Deckgeschütz klamachen!

Um 5.04 Uhr beginnen wir den Beschuss.

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Neuer Kurs 270!
Ich drehe nach Backbord, um das Schiff weiter vor unserem Bug zu halten.

Die Entfernung wird jetzt schnell kleiner.

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Nach 14 verschossenen Granaten beginnt das brennende Küstenschiff zu sinken.

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Auf ebenem Kiel sackt es weg.

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Wir nehmen unseren ursprünglichen Kurs wieder auf.
Im Laufe des Tages verschlechtert sich das Wetter.

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Um 18.40 Uhr kommt die erste Kontaktmeldung an.
Etwa 200 Kilometer nordöstlich, stellt Friederichs fest, Kurs Süd.
Gut, 3WO! Bei dem Sauwetter wird es zwar nicht einfach ein Schiff zu finden, aber wir versuchen es. Neuer Kurs 60!



21.5.

Um 0.23 Uhr drehen wir auf den Zielkurs ein.
Auf 20 Meter tauchen!
Die Sichtweite beträgt keine 500 Meter.
Wenn wir das Schiff finden wollen, dann per Horchpeilung.

Um 1.40 meldet sich Stabsbootsmann Creutz.
Schraubengeräusch, Peilung 20, wird lauter.

Das muss das gemeldete Schiff sein.
Es wird uns an Steuerbord passieren.
Neuer Kurs 90! Sehrohrtiefe! Rohr 1 klarmachen.

Minuten für Minute vergeht.
Damit ich durch das Sehrohr etwas erkennen kann, müssen wir nahe ran.
Fast geht es schief.

Schiff beginnt vor dem Bug zu kreuzen.
Ich kann nichts erkennen.
Beide E-Maschinen AK!

Um 2.41 Uhr schält sich der Umriss eines großen Frachter aus dem Regen.

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Der Winkel wird ungünstig – jetzt oder nie! Rohr 1 los!

Der Treffer ist fast eine Erlösung.

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Das Schiff wird von Explosionen erschüttert,

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macht aber zunächst keine Anstalten zu sinken.

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Ich überlege, für einen Fangschuss getaucht hinterherzulaufen, als das Heck absackt.

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Relativ schnell geht der Frachter dann unter.

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Zurück auf Kurs. Sobald das Nachladen abgeschlossen ist auftauchen.

Das Wetter bleibt schlecht.

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22.5.

Um 2.17 Uhr erreichen wir das Einsatzgebiet und beginnen den geplanten Suchkurs.
Die Dieselreserve ist auf knapp 75% gesunken.
Fahrt auf 1/3 reduzieren. Bei dem Wetter könnte die Fahrt länger dauern und dann brauchen wir den Treibstoff.

Der Regen hält an, die Sicht ist bescheiden.

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23.5.

Wir haben am frühen Morgen die Patrouille ohne Ereignisse abgeschlossen.
Der Regen hat in der Nacht aufgehört, der Seegang bleibt uns aber weiter erhalten.

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Die Dieselreserve liegt jetzt bei knapp 70%.
Das weitere Vorgehen habe ich mir schon überlegt.
Wir werden nach Südosten laufen und nördlich von Irland einen Suchkurs auf der Geleitzuigroute zwischen Liverpool und Halifax abfahren. Da in diesem Gebiet auch Küstenverkehr stattfindet, sollten einige Ziele zu finden sein.
Kein schlechter Plan, Herr Kaleun, stimmt 1WO Konrad zu. Liegt außerdem quasi auf dem Rückweg.
Totenhagen, der LI, nickt nur. Ihm scheint jeder größere Umweg Sorgen zu machen, schließlich muss der Treibstoff noch für den Rückmarsch reichen – auch bei schwerem Wetter.

Neuer Suchkurs

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Das Wetter bleibt trocken, aber unruhig.

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24.5.

Den ganzen Tag kämpft sich U101 durch den Seegang nach Südosten.

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Keine Sichtungen, keine Meldungen.



25.5.

Wir haben die erste Zacke unseres Suchkurses abgeschlossen, als um 13.00 Uhr eine Kontaktmeldung hereinkommt.
Das Schiff steht gut 200 Kilometer östlich, Kurs Südwest.
Beide Maschinen AK!
Ich korrigiere leicht unseren Kurs.

3 Stunden später fangen wir die nächste Meldung auf.
Eine gegnerische Einsatzgruppe, Herr Kaleun, meldet Creutz.
Grundsätzlich ein lohnendes Ziel.
Allerdings sind die Schiffe fast 90 Kilometer entfernt und laufen mit gut 20 Knoten Richtung Nordosten – weg von uns.
Keine Chance, Creutz – nichts zu machen!

Um 18.34 Uhr drehen wir auf den Zielkurs ein.
Genau 100 Minuten später ist das Schiff zu erkennen.

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Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 0!
Der seitliche Abstand ist relativ hoch.
Mit Höchstfahrt laufen wir getaucht auf das Ziel zu.

Um 20.29 Uhr kann ich Details erkennen.

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Nicht bewaffnet – Auftauchen!

Meine Hoffnung, Torpedos sparen zu können, erfüllt sich allerdings nicht.
Auch wenn der Seegang in den letzten Stunden etwas nachgelassen hat, ist der Einsatz des Deckgeschützes nicht möglich.
Da die Frachterbesatzung uns zwangsläufig entdeckt hat, treffe ich eine schnelle Entscheidung.
Ruder hart Backbord! Rohr 5 klarmachen!
Ich will möglichst bald den zweiten Außentorpedo umladen.

Das ganze Manöver dauert nur 3 Minuten, dann ist der Hecktorpedo unterwegs.
Aufgrund der geringen Entfernung hat der Frachter trotz Zickzackkurs keine Chance, den Treffer zu verhindern.

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Schnell sackt er tiefer und sinkt über das Heck.

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Wir sind wieder auf Suchkurs, als wir eine knappe Stunde später die nächste Kontaktmeldung empfangen.
Das Schiff steht zur Abwechslung mal ziemlich nahe – nur etwa 30 Kilometer nördlich – und ist auf Westkurs unterwegs.
Da kommen wir ran – Abfangkurs!

Es dauert fast 2 Stunden, bis wir um 23.35 Uhr vor dem Ziel stehen.
Nur 10 Minuten später ist das Schiff zu erkennen.

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Ein größerer Frachter, stellt Baumann fest.
Ich verfahre nach der bewährten Methode: Sehrohrtiefe!
Es dauert gut 15 Minuten, bis ich Details erkennen kann.

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Neuer Kurs 180! Schein nicht bewaffnet zu sein … verflucht der kommt zu nahe – beide E-Maschinen kleine Fahrt zurück!

Diese Maßnahme reicht jedoch nicht, sodass ich kurz darauf das Boot äußerste Kraft zurück laufen lasse.
Jetzt wird die Schussposition geradezu ideal.

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23.54 Uhr Rohr 2 los!

Der Treffer sitzt punktgenau.

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Allerdings ist der Frachter zäh und will nicht sinken.
Da er nicht bewaffnet ist, kann ich mir eine lange Verfolgung unter Wasser sparen.
Auftauchen! Beide Maschinen AK!
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Beitrag von Cyrano »

26.5.

Wir brauchen nur wenige Minuten, um wieder in Schussposition zu kommen.
Genau eine Minute nach Mitternacht läuft der Torpedo aus Rohr 2 …

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und trifft wie geplant.

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Mehrere Explosionen erschüttern den Frachter,

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der wenige Augenblicke später beginnt, über das Heck zu sinken.

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Zurück auf Suchkurs.
Der Morgen bleibt relativ ruhig.

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Um 9.40 Uhr kommt die nächste Kontaktmeldung herein.
3WO Friederichs berechnet die notwendigen Angaben.
Etwa 35 Kilometer entfernt nordöstlich, erklärt er dann, Kurs West.
Wieder leer, denke ich kurz, da uns auf dieser Fahrt bisher nur von der britischen Insel ablaufende Frachter begegnet sind, aber eindeutig in Schlagdistanz.

Nach exakt einer Stunde können wir auf den Zielkurs eindrehen.
Dann dauert es nur knapp 20 Minuten bis zu Sichtkontakt.
Wieder ein größerer Frachter.

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Die Bewaffnung ist unklar.
Sehrohrtiefe!
Ich ändere unseren Kurs nach Süosten, um auf die Backbordseite des Ziele zu kommen.

Nach einigen Minuten Horchkontakt schaue ich durch das Sehrohr.
Nahe genug – Ruder hart Backbord! Neuer Kurs 15! Rohr 2 klarmachen!

Ein zweiter Blick zeigt mir dann, dass das Wendemanöver dieses Mal geradezu ideal war.

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Schöne Kanone am Heck … gut, dass wir nicht über Wasser rangegangen sind.
So langsam scheinen die Zeiten, um Schiffe aufgetaucht zu versenken, endgültig vorbei zu sein.

Der um 11.11 Uhr geschossene Torpedo sitzt.

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Fast sofort knickt der Frachter brennend in der Mitte ein …

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und beginnt wenige Augenblicke später zu sinken.

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Nach Abschluss des Nachladens tauchen wir auf und kehren zu unserm Suchkurs zurück.
Allerdings zeigt sich bald, dass der Gegner die Versenkungen vor der eigenen Küste durchaus bemerkt hat.

11.43 Uhr. Fliegeralarm!

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Nach dem Warnruf setzt sofort die vielfach geübte Kette von Manövern ein.
Innerhalb einer knappen halben Minute ist U101 in de Wellen verschwunden.

Ich werfe einen schnellen Blick auf die Karte.
70 Meter sind problemlos möglich.
Allerdings sind wir erst auf knapp 30 Meter, als die Bombe hochgeht – zum Glück achteraus.
Keine Schäden.

Gut 2 Stunde schleichen wir mit kleiner Fahrt durch die Tiefe, bevor ich mich relativ sicher fühle und den Befehl zu Auftauchen gebe.

Um 17.54 Uhr erreicht uns eine Kontaktmeldung.
Knapp 150 Kilometer nordwestlich kommt uns das Schiff entgegen.
Versuchen wir unser Glück!

Nach eineinhalb Stunden dreht U101 auf den Zielkurs ein.
Auf 20 Meter tauchen!

Bis auf ein Kriegsschiff, dass uns an Backbord überholt und zu weit entfernt ist, um uns zu orten, hören wir allerdings nichts.



27.5.

Um 1.50 Uhr breche ich die Suche ab.
Auftauchen, zurück auf Suchkurs.

3.06 Uhr. Wir laufen nach Süden. Schiff gesichtet!
Ich eile nach oben und schätze die Situation ein.
Der kommt aus Osten direkt auf uns zu – Sehrohrtiefe! Schnell!

Getaucht drehen auf das Ziel ein.
Dann der erste Sehrohrblick.

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Hat auch eine ordenliche Kanone … aber das Manöver passt. Rohr 1 klarmachen!

3 Minuten nach der Sichtung ist der Torpedo unterwegs.

Treffer.

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Mir ist schnell klar, dass das Schiff nicht mehr lange schwimmt.

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Das Boot dreht zurück auf den Suchkurs.

Gerade will ich auftauchen, als ich eine schwarzen Punkt in der Optik bemerke, der immer größer wird.
Scheiße … Fliegeralarm! Auf Tiefe! Schnell!

Schon kippt das Boot nach vorne.
Jeder hält den Atem an und starrt nach oben.
Bomben fallen zum Glück keine.

Dafür meldet sich Creutz am Horchgerät etwa 15 Minuten später.
Kriegsschiff backbord achtern, wandert voraus, scheint uns zu passieren.

Sicherheitshalber gehe ich auf Schleichfahrt.

Es dauert mehr als eine Stunde bis, das Schraubengeräusch um 4.40 Uhr verklingt.
Überall im Boot hört mal leises Aufatmen.
Aber die Situation ist noch nicht vorbei.

Um 5.17 Uhr ist das nächste Kriegsschiff zu hören, eventuell ist es auch dasselbe.
Kommt uns an Steuerbord entgegen.

Diesemal verschwindet das Geäusch naturgemäß etwas schneller.
Einer knappe Stunde später ist es wieder still.

Nachdem ich zwischendurch auf 50 Meter hochgehen musste (das Boot nähert sich der irischen Nordküste) hebe ich um 6.30 Uhr die Schleichfahrt auf und kehre an die Oberfläche zurück.

Um 8.00 Uhr – wir sind mittlerweile wieder auf Nordostkurs – kommt eine neue Kontaktmeldung an.
Wenn die Angaben stimmen, Herr Kaleun, meint Friederichs, dann läuft der uns von Norden her direkt in die Arme.
Und damit er nicht noch ausweicht, werden wir das ganze etwwas beschleunigen, 3WO. Beide Maschinen AK!

Knapp 2 Stunden später ist das Schiff am Horizont zu erkennen.
Scheint ein Tanker zu sein, schätzt Carlewitz die Lage ein, auf jedem Fall etwas Größeres.

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Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 50!

Ich warte gut 10 Minuten, bevor ich durch das Sehrohr schaue.
Sie hatten Recht, 2WO – ein Tanker, und zwar ein großer – dicker Brocken! Alle Rohre klarmachen!

Langsam drehe ich das Boot in Schussposition.
Aber der Tanker kommt zu dicht.
Beide E-Maschinen kleine Fahrt zurück!

Ein weiterer Blick zeigt mir, dass es funktioniert.

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10.11 Uhr. Rohr 4 los!

Knapp vor dem achteren Aufbau schlägt der Torpedo ein.

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Aber ein Treffer reicht für eine Versenkung erwärtungsgemäß nicht aus.
Schon ist der zweite Torpdo unterwegs.

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Den Einschlag kann ich nicht sehen, da in diesem Moment das Sehrohr unterschneidet.
Aber die Detonation ist deutlich zuhören.

Der zweimal getroffen Tanker kämpft sich durch die Wellen.

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Beide E-Maschinen AK voraus! Wir laufen hinter dem Heck durch und feuern einen Fangschuss.

Getaucht dauert dieses Manöver einige Minuten.
Der Tanker hat inzwischen gestoppt und treibt nur noch.

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10.21 Uhr. Rohr 5 los!

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Der Hecktorpedo trifft – warum auch immer, eine Erklärung habe ich in diesem Moment nicht – am achteren Ende des Heckaufbaus, nicht am vorderen wie eigentlich geplant.

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Aber die 3 Treffer im Heckberech genügen, um das Ende des Tankers zu besiegeln.

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Langsam sinkt er in die Tiefe.

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Knapp 15 Minuten später sind alle Rohre nachgeladen und wir tauchen auf.

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Schon um 13 Uhr empfangen wir die nächste Kontaktmeldung.

Das südöstlich stehende Schiff entfernt sich auf Ostkurs, ist momentan aber nur etwa 25 Kilometer entfernt.
Da kommen wir ran!

Schon nach einer knappen Stunde haben wir Sichtkontakt.

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Jetzt beginnt das Vorsetzmanöver.
Dieses dauert allerdings länger als von uns geplant.
14.17 Uhr. Fliegeralarm!

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Ich verliere keine Zeit.
Runter auf 70 Meter! Beeilung!

In solchen Situationen zahlt sich die Erfahrung der Besatzung aus.
Die geworfenen Bomben detonieren harmlos in unserem Kielwasser.

Anders als sonst üblich laufe ich getaucht mit Höchstfahrt weiter.
Wenn wir jetzt eine Stunde oder länger mit 2-3 Knoten hier unten herumkrebsen, ist der Frachter weg, erkläre ich dem LI, der sich Sorgen um die Batterien macht.

Schon nach 45 Minuten tauchen wir wieder auf.
Die Flieger sind weg.

An der Grenze der Sichtweite überholen wir den Frachter, was noch einmal fast eineinhalb Stunden dauert.
Dann können wir den Angriff beginnen.
Sehrohrtiefe! Neuer Kurs 190! Rohr 4 klarmachen!

Aufgrund der großen Entfernung dauert es weitere 30 Minuten, bis der Frachter die Optik ausfüllt.

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Um 16.47 Uhr – fast 4 Stunden nach de Meldung – ist der Topedo unterwegs.

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Nach dem Treffer zerbricht der Frachter mit heftigen Explosionen.

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Schnell beginnen die Wrackteile zu sinken.

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Wir kehren auf unseren Suchkurs zurück.
Noch 4 Torpedos warten auf Ziele.

Der Abend bleibt ruhig.
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Beitrag von Hjalfnar »

Ne Menge Flieger in der Luft...
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