Das Schiff steht direkt voraus, mit südwestlichem Kurs.
Laut Meldung ist der nicht schnell unterwegs, da sollte es nicht schwer sein aufzuholen – Abfangkurs!
Allerdings ist in diersem Seegebiet die Überwachung, wie wir schon in der Nacht gemerkt haben, relativ stark.
Auch jetzt bekommen wir das zu spüren.
8.26 Uhr. Fliegeralarm!
2 Hurricanes kommen von achtern auf uns zu.

Zum Glück können wir rechtzeitig wegtauchen.
Die Wasserbomben detonieren in unserem Heckwasser, ohne Schäden anzurichten.
Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, sind die Schraubengeräusche des gemeldeten Schiffes zu hören.
Ich entscheide noch eine halbe Stunde getaucht zu bleiben und den Horchkontakt weiter zu verfolgen.
Um 8.58 Uhr tauchen wir auf und können das Schiff – wenn auch relativ weit entfernt – entdecken.

Da es sich um ein kleines – und offenbar unbewaffnetes – Küstenschiff handelt, entschleiße ich mich zu einem Überwasserangriff.
Deckgeschütz und Flak klarmachen!
6 Minuten später ist die Entfernung auf etwa 4000 Meter gesunken und wir eröffnen das Feuer.
Da die Geschützbedienung inzwischen bestens trainiert und aufeinander eingespielt ist, sitzt trotz der großen Distanz fast jeder Schuss, wenn auch eher in den Aufbauten als auf Höhe der Wasserlinie.
Schnell beginnt das Schiff zu brennen.

Nach nur 4 Minuten und gut 20 verschossenen Granaten versinkt das Küstenschiff in der Tiefe.
Die Entfernung beträgt immer noch über 2500 Meter.

Aber das Kriegsglück kann sehr schnell wechseln.
Nur 3 Minuten später – Fliegeralarm!

Etwa ein halbes Dutzend Hurricanes fliegt auf uns zu.
Runter auf 70 Meter, schnell! Tempo!
Es reicht nicht.
Noch bevor der Turm von U101 in den Wellen verschwindet, schießen auf beiden Seiten die Wasserfontänen der Bomben in den Himmel.
Scheiße! Wassereinbruch im Diesel- und E-Maschinenraum! kommen die ersten Meldungen.
LI nach achtern! Boot auf 50 Meter einsteuern!
Nur Augenblicke später die nächste Schadensmeldung: Wassereinbruch im Bugraum!
Schmidt! Gehen sie nach vorn und leiten sie die Leute dort an! Der LI muss ohne sie klarkommen.
Bootsmann Konrad Schmidt, der erst seit dieser Fahrt Mechaniker ist, nickt und beeilt sich in den Bugraumzukommen.
Währenddessen bemühe ich mich, zusammen mit Konrad, dem 1WO, das Boot stabil auf 50 Meter zu halten.
Da ich noch nicht weiß, wie groß die Schäden wirklich sind, will ich nicht zu tief gehen.
Von den Reparaturen bekommen wir kaum etwas mit, lediglich einzelne Satzfetzen dringen bis in die Zentrale durch: Klemmkeil her! … Festhalten! … Weiter nach links! … Schraubenschüssel!
Es dauert fast 20 Minuten, bis Bootsmann Schmidt wieder in die Zentrale kommt.
Bugraum so gut es geht wieder klar, Herr Oberleutnant, meldet er. Wir haben ein paar kleine Lecks im Druckkörper. Die provisorischen Dichtungen halten erstmal, aber eine Garantie kann ich nicht geben.
Gute Arbeit Schmidt. Sobald es ruhiger ist, könne sie mit dem LI nochmal alle Schäden überprüfen.
Jawohl Herr Oberleutnant, antwortet Bootsmann Schmidt und verschwindet wieder nach vorn.
Wenig später erscheint von achtern LI Totenhagen.
Wassereinbrüche gestoppt, erklärt er. In beiden Maschinenräumen mehrere kleine Schäden am Druckkörper abgedichtet. Ich denke dass wir weiterhin tauchfähig sind, würde aber empfehlen nicht tiefer zu gehen, solange nicht alles noch einmal kontrolliert ist.
Sehr gute Arbeit LI! Sobald die Lage oben es zulässt tauchen wir auf, dann können sie mit Bootsmann Schmidt dann noch einmal überprüfen.
Totenhagen nickt nur und geht zurpück in Richtung Maschinenräume.
Seit dem Angriff ist eine gute halbe Stunde vergangen.
Auf Sehrohrtiefe, aber vorsichtig!
Mehrere Minuten vergehen, bis ich einen Blick durch das Luftzielsehrohr wefen kann.
Alles frei! Auftauchen!
Sofort beginnen der LI und Bootsmann Schmidt eine zweite gründliche Kontrolle der Schäden.
Das Ergebnis, dass der Leitende mir danach vorlegt, ist zwiespältig.
Der Druckkörper ist an mehreren Punkten beschädigt, die einzelnen Schäden sind aber so klein, dass wir sie provisorisch gut abdichten konnten. Das Boot ist weiterhin tauchfähig, allerdings nicht mehr voll belastbar. Da 50 Meter eben anscheinend kein Problem waren, denke ich, dass 100 Meter im Notfall möglich sind, aber möglichst nicht über längere Zeit. Alles was darüber hinausgeht halte ich für kritisch.
Danke für die Einschätzung, LI. Keine Sorge, ich habe nicht vor, die Grenzen ihrer Reparaturkünste zu testen.
Um 10.30 kommt wieder eine Kontaktmeldung an.
Da das Schiff aus Südwesten fast direkt auf uns zukommt, gehe ich auf 20 Meter um nicht durch etwaigen Beschuss weitere Schäden zu riskieren.
Getaucht laufen wir dem Schiff entgegen.
Es dauert fast 50 Minuten, bis sich Stabsbootsmann Creuz am Horchgerät meldet.
Handelsschiff Steuerbord voraus, kommt näher.
Fast genau auf dem gemeldeten Kurs.
Auf Sehrohrtiefe!
Schon mit dem ersten Blick habe ich den Frachter gesichtet.

Dicker Brocken … knapp 8000 Tonnen.
Ruder hart Steuerbord! Neuer Kurs 300! Rohr 1 klarmachen!
Bis der Frachter in Schussposition ist, dauert es nur noch wenige Minuten.
Um 11.24 Uhr läuft der Aal.

Ausweichen kann der Frachter bei einer Entfernung von knapp 1000 Metern kaum noch.
Der Treffer sitzt punktgenau.

Ein Torpedo reicht für eine Versenkung aus, wie sich schnell zeigt.
Der Frachter brennt und zerbricht.

Zurück auf alten Kurs. Sobald Rohr 1 nachgeladen ist auftauchen.
Um 12.07 Uhr an diesem ereignisreichen 7. November erreichen wir unsere Einsatzgebiet.
Aber der Tag ist noch lange nicht vorbei, auch wenn es ein paar Stunden ruhig bleibt.


Um 17.26 Uhr erleben wir den dritten Fliegeralarm auf dieser Fahrt.
Wir können rechtzeitig abtauchen und dieses Mal fallen auch keine Bomben.

Dafür meldet Creutz nach wenigen Minuten Schraubengeräusche.
Mindestens 4 Handelsschiffe, Backbord voraus.
Ein kleiner Geleitzug? fragt 2WO Carlewitz.
Gut möglich, meint Friederichs, der 3WO. Schließlich sind wir direkt auf der Route nach Südengland. Aber nur 4 Schiffe ohne Bewacher?
Womöglich sind da noch mehr, die wir noch nicht hören können, überlege ich. Da wir nach unserem Suchkurs ohnehin bald nach Südosten drehen wollten, um das Planquadrat nicht zu verlassen, schlage ich vor wir gehen auf Westkurs und versuchen, mehr über diese Schiffe herauszufinden.
Auf 20 Meter steigen! Neuer Kurs 270!
























































































































































































































































































































































