18. April 1939
Conte di Bassewitz blinzelt irritiert in die Blitzlichter der Kameras und versucht den Störenfried auszumachen, der gerade dabei ist, seine internationale Pressekonferenz in ein Tollhaus zu verwandeln.
Zur Eröffnung hatte er ein eilig aber gleichwohl in gewohnter Sorgfalt aufgesetztes Statement verlesen, in dem die Regierung seiner Majestät ihre wachsenden Zweifel an der Neutralität der
Schweiz zum Ausdruck bringt.
Und ihre zunehmende Besorgnis, verknüpft mit dem Hinweis, dass man sich auf italienischer Seite schon passend zu präparieren verstehen würde, wenn sich die Dinge weiter so entwickeln sollten.
Natürlich waren die Leitartikel der italienischen Presse bereits in seinem Hause vorformuliert worden, um in dieser wichtigen Frage keine Unklarheiten aufkommen zu lassen.
Seine Assistenten hatten zudem die Chefredakteure der großen italienischen Tageszeitungen eigens in langen Telefongesprächen sorgfältig zu diesem komplizierten Thema instruiert.
In
Italien sollte also wie gewohnt alles glatt laufen, aber man konnte hier natürlich nicht die internationale Presse außen vor lassen, ging es doch letztlich um den offiziellen Grund, aus dem
Italien in nicht allzu ferner Zukunft
gegen die
Schweiz zu Felde ziehen würde.
Es wird zwar kaum gelingen, auf die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Neutralen einen günstigen Eindruck zu machen, der Form halber aber war es unvermeidlich, zumindest den Versuch zu unternehmen.
Egal wie fadenscheinig etwas aussieht - der spätere Sieger hätte kein Problem, seine Lesart als offizielle Geschichtsschreibung zu implementieren.
Verzichtet man hingegen auf eine auch nur halbwegs plausible Erklärung, stünde man hinterher für alle Zeiten als gemeiner Aggressor da.
Wie erwartet schlug die Mitteilung des Staatssekretärs bei den Vertretern der internationalen Presse ein wie ein Bombe.
Fragen über Fragen prasselten auf den
Conte ein, prallten aber wirkungslos ab.
Bis dieser eine Vogel anfing, freche Kommentare zur Stellung des
Duce in dem Tandem
Mussolini-Hitler abzusondern !
Zum wachsenden Amüsement seiner Kollegen gab er zum Besten, dass
Mussolini sich mit den abwegigen Anklagen gegen die
Schweiz doch wohl nur wie üblich an die Rockschöße
Hitlers hängen würde, der letztlich die Politik
Deutschlands wie
Italiens bestimmte.
Und ob man eine Weisung bezüglich der Schweiz wohl direkt vom Obersalzberg bezogen hätte, von wo aus der Führer wohl gedachte, den europäischen Kontinent zu regieren !
Ob dieser Frechheiten bleibt
di Bassewitz glatt für einen Moment die Sprache weg, ist er derartige Anwürfe von der italienischen Presse doch keineswegs gewöhnt.
Wütend starrt er in den Raum, identifiziert schließlich den Korrespondenten der französischen
L’Humanité.
Nun, dass diese Kanaille überhaupt noch über eine Akkreditierung verfügt, kann eigentlich eh nur ein Irrtum sein, handelt es sich bei
L’Humanité doch praktisch um das Sprachrohr der kommunistischen Partei Frankreichs,
PCF.
Die
PCF hatte als einzige politische Kraft in
Frankreich bereits gegen das
Münchner Abkommen agitiert, wohl alleine schon, da man die
Sowjetunion gar nicht erst eingeladen hatte, und war seit der Annektion der
Tschechei durch die Deutschen endgültig auf dem Kriegspfad.
Dass
Mussolini und die italienischen Faschisten bei der
PCF prinzipiell nicht in großem Ansehen stehen, versteht sich von selbst.
Wäre man unter sich, würde
di Bassewitz den Sicherheits-Kräften einfach einen Wink geben und dann würde man dieses Schandmaul an den Haaren aus dem Raum schleifen um ihn danach irgendwo verschwinden zu lassen !
Das würde aber wohl kaum einen günstigen Eindruck auf die übrigen internationalen Korrespondenten machen und sich entsprechend in der weltweiten Presse niederschlagen.
Woraufhin als Nächstes der
Duce eventuell seinen Regierungssprecher an den Haaren aus seinem eigenen Büro zerren ließe.
Während die Gesichtszüge des Conte ob dieses Affronts diverse interessante Stati durchlaufen, klicken die Kameras fleißig weiter.
"Der
Duce und der
Führer konsultieren sich selbstverständlich routinemäßig gegenseitig in allen internationalen Fragen !", bringt der
Staatssekretär schließlich mühsam hervor, angesichts seiner jäh aufsteigenden Wut unter akuten Atembeschwerden leidend.
"Das italienische und das deutsche Volk marschieren in fester Treue Seite an Seite und werden sicherlich nicht von irgendwelchen Aggressoren einen Keil in diese tiefe Freundschaft treiben lassen !"
Mit diesen Worten erhebt er sich brüsk und eilt zum Ausgang, verfolgt von Rufen der internationalen Journalisten.
Er merkt sich vor, ein Wort mit dem Innenminister
Robert Farinacci zu wechseln und dessen Augenmerk auf diesen Querulanten zu lenken.
Schließlich gebietet der Innenminister unter Anderem auch über die Schwarzhemden der
MVSN, die über eine große Routine in gesundem Volksempfinden verfügen.
Wer sich im fortschrittlichen
Italien derartig gebärdet, muss sich nicht beschweren, wenn sich der ehrlichen und grundanständigen Leute eine nur zu verständliche Erregung bemächtigt, die dann zu Unannehmlichkeiten führt !
19. April 1939
Graf Ciano's Privatsekretär hält einen respektvollen Abstand von 15 Metern zu seinem Dienstherren, sich im Hintergrund bereithaltend, für den Fall, dass er gebraucht würde.
Um ihn herum scharen sich ein Sekretär
Herrmann Görings, Verbindungsoffiziere der Deutschen und Italiener und, gewissermaßen als Gastgeber, der Verwalter von
Carinhall.
Indessen genießt der italienische Außenminister das, was in seinem Amt als Maximum an Privatsphäre erreichbar ist, indem er alleine durch den langen, mit knöcheltiefen Teppichen und reichlich mit Kunstwerken verzierten Flur schlendert.
Ciano war bereits am Vorabend angereist, wo er bei einem wie üblich opulenten Bankett die reale Nummer Zwei des Dritten Reiches getroffen hatte -
Hess und Ribbentrop zählten nicht und
Himmler ist bislang nur eine dunkle Wolke am Horizont.
Während
Göring im Verlauf des Abends immer heftiger dem Alkohol zugesprochen hatte, legte sich
Ciano professionelle Zurückhaltung auf, nippte nur aus Höflichkeit ab und an am ohnehin nicht sonderlich beeindruckenden deutschen Wein.
So ist es denn kein Wunder, dass
Ciano bereits am frühen Morgen wieder auf den Beinen ist, während der
Reichsmarschall offenkundig noch seinen Rausch ausschläft.
Herrmann Göring war an sich ein alter Bekannter für die italienischen Faschisten, hatte er doch nach dem gescheiterten Putsch
Hitlers 1923 zunächst verwundet Zuflucht in
Österreich gesucht und war nach der Ausweisung nach
Italien weitergezogen,
wo er als Verbindungsmann zu
Hitler und dessen Bevollmächtigter fungierte.
Aus
Österreich hatte er auch seine Morphium-Abhängigkeit mitgebracht, ein Resultat der etwas verpfuschten Behandlung seiner Schussverletzung.
Von da aus ging es schließlich Anfang 1925 nach
Schweden, wo er sich einer ersten Entziehungskur unterzog und schließlich sogar für einige Wochen in einer Nervenheilanstalt landete.
1927, nach weiteren - letztlich wieder erfolglosen - Entziehungskuren kehrte er schließlich nach
Deutschland zurück, wo die Nazis mittlerweile infolge der geänderten Strategie
Hitlers zunehmend gesellschaftsfähiger wurden und es nun mit einem nach außen hin legalen Griff nach der Macht versuchten.
In
Hitlers Sog stieg auch
Göring auf, wandte sich der Erschließung der Mitte
Deutschlands zu, speziell der Reichshauptstadt
Berlin und versuchte insbesondere,
Hitler und den Nazis Zugang zur deutschen Oberschicht zu verschaffen.
1931 verstarb dann seine schwedische Ehefrau
Carin, was offenkundig ein bleibendes Trauma bei
Göring hinterließ.
Vielleicht auch nur ein besonders tief sitzendes schlechtes Gewissen, Gründe genug dürften sich finden lassen.
Wie auch immer - jedenfalls baute
Göring, womöglich sogar letztmalig aus eigenen Mitteln, eine kleine, bescheidene Jagdhütte am Ufer des
Döllnsees in der Schorfheide.
Nach einem politisch ausgeschlachteten Disput mit den
Schweden ließ er
Carins Leichnam in
Schweden exhumieren und in einem eigens errichteten Mausoleum auf dem Gelände der Jagdhütte neu bestatten - die Keimzelle von
Carinhall und der Punkt,
an dem
Göring die Dinge offenbar allmählich entglitten.
Jedenfalls wurde die ursprünglich bescheidene Jagdhütte auf Kosten des preußischen Staates erheblich ausgebaut.
Der Beginn großartiger Baumaßnahmen, die seit Mitte der dreißiger Jahre hier stattfinden und scheinbar nie an ein Ende kommen, werden doch kaum nach Vollendung eines Bauabschnittes sofort wieder noch größere Aktionen gestartet.
Inzwischen hat
Carinhall das Ausmaß eines römischen Kastells erreicht, dem es baulich ohnehin ähnelt und wird von
Göring auch für den Empfang von Gästen aus aller Welt genutzt.
Seltsamerweise erfreut sich
Göring trotz seiner großzügigen Selbstbedienung an öffentlichen Mitteln der ungebrochenen Zuneigung der Deutschen.
Vermutlich versteht er es einfach besser als die anderen Bonzen, Volksnähe zu transportieren.
Hitler selbst hatte sich ja als eine Art Messias installiert und der Rest der Bagage wirkte zu verbiestert, um nennenswerte Sympathien zu wecken.
Graf Ciano rätselt müßig darüber, was wohl in
Görings neuer Frau
Emma angesichts all dieses Brimboriums vorgehen mag.
Im Allgemeinen schätzen es Frauen ja nicht sonderlich, wenn ihr Angetrauter in Erinnerungen an seine Verflossene schwelgt und ihr Göttergatte war ja nun offenkundig im Begriff, etwas vom Ausmaß des Tadsch Mahal in die Schorfheide zu stellen, um seiner ersten Frau zu gedenken.
'Willkommen in Carinhall, mein Name ist Emma !' - der italienische Außenminister grinst spöttisch bei dem Gedanken -
'Ich bin die zweitwichtigste Frau in Herrmanns Leben, aber Gottseidank ist die andere tot !'
Wieder zu seinen strategischen Überlegungen zurückkehrend, blickt der Graf erneut nachdenklich durch die riesigen Fensterfronten auf den Innenhof, wo Bedienstete geschäftig ihren Tätigkeiten nachgehen.
Göring hatte am Vorabend seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die britische Garantie für
Polen wieder nur einen Bluff darstellte, den die Briten, auf die Probe gestellt, bestimmt nicht einlösen würden.
Der italienische Außenminister sieht dies völlig anders, ebenso wie
Mussolini selbst, woraus er auch kein Geheimnis machte.
Nach italienischer Lesart machten sich die Briten und in ihrem Gefolge die Franzosen kampfbereit und würden auch tatsächlich zu den Waffen greifen, falls
Hitler über
Polen her fallen sollte.
Göring, der wie
Hitler erkennbar keine Absicht hegte, die Klingen mit den Briten zu kreuzen und damit zweifellos einen langen, bitteren Krieg mit unsicherem Ausgang vom Zaun zu brechen, wiederholte nur die schon von
Hitler gewohnte Litanei hinsichtlich der zahlreichen Rückzieher der Briten
vor der überlegenen Entschlossenheit des Führers.
England wäre alt und müde geworden, nicht mehr in Lage zu einer weiteren Anstrengung wie 14/18, wo man ohnehin schon kurz vor dem Zusammenbruch gestanden hatte und nur von den Amerikanern gerettet wurde.
Der einst feste Griff um die Kolonien lockerte sich zunehmend, der altersschwachen Hand wohnte längst nicht mehr die einstige Kraft inne, wie man ja sehr gut in
Indien beobachten konnte, wo man sich fortlaufend von diesem
Ghandi blamieren ließ, einem abgerissenen Advokaten,
der in Unterhosen herumlief und die Briten verhöhnte.
Im Übrigen wäre
Hitler ja auch gar nicht feindselig gegen
England eingestellt, betrachtete das
Empire ja sogar als Ordnungsfaktor in der Welt, der den auf den Osten gerichteten Ambitionen
Deutschland gar nicht im Wege stand.
Man könnte sich sogar eine Garantie des
Britischen Empires durch das
Deutsche Reich vorstellen, also mithin ein mehr oder weniger offizielles Zusammengehen mit den Engländern, natürlich auf Kosten der Russen und Franzosen.
Ciano hält diese Idee für vollkommen abwegig - die stolzen Briten würden sich niemals von
Deutschlands Gnaden abhängig machen, eher schon kämpfend untergehen.
Außerdem klingt dieser Ansatz für italienische Ohren ohnehin höchst bedrohlich, stünde bei einer solchen Verständigung zwischen
Deutschland und
England doch
Italien mit seinen Bestrebungen im Mittelmeer-Raum und in Afrika plötzlich alleine da !
Da der
Reichsmarschall im weiteren Verlauf des Abends zunehmend für vernünftige Erwägungen zu betrunken war, hatte sich der Graf schließlich verabschiedet und sich mit einigem Groll im Herzen in seinen Räumlichkeiten zur Ruhe begeben.
Die deutsche Führung lebte offenkundig in einer Phantasie-Welt mit immer weniger Bezug zur Realität - wie sollte sich
Italien da positionieren, die eigenen Ziele erreichen ohne dabei unter die Räder zu kommen ?
"Euer Exzellenz, der
Reichsmarschall würde sich sehr freuen, Sie zu einem kleinen Imbiss in der Bibliothek begrüßen zu dürfen", verkündet ein weiterer, auf den dicken Teppichen unhörbar herangetretener Sekretär Görings.
Der aus seinen unerfreulichen Gedankengängen gerissene
Graf Ciano nickt geistesabwesend und schließt sich mit seinem Gefolge dem sich ehrerbietig verbeugenden Emissär des
Reichsmarschalls an.
21. April 1939
Capitano von Retterling späht konzentriert durch das Fernglas in den gegenüber liegenden Park.
Das Ziel taucht praktisch exakt zur erwarteten Zeit auf.
"400 Meter", gibt er schließlich an den rechts neben ihm auf einem zurecht gerückten Küchentisch liegenden
Antonio Gentile weiter.
"Leichter Wind aus 0800", fügt er noch nach einem kurzen prüfenden Seitenblick auf in der Nähe stehende Büsche und Bäume hinzu.
Gentile lässt ein bestätigendes Grunzen vernehmen und nimmt kleine Justierungen an dem Visier seines Scharfschützen-Gewehrs vor.
Die Wand hinter dem offenen Fenster ist mit einem dunklen Tuch abgehängt, sodass man angesichts des hellen Sonnenscheins von Außen nicht erkennen kann, was in der eigentlich leer stehenden Wohnung im vierten Stock vor sich geht.
Erst vor drei Tagen war die
Gruppo 23 alarmiert und mit einem in aller Eile erstellten Operationsplan versehen in Marsch gesetzt worden.
Zur Überraschung
von Retterlings ging es diesmal in die
Schweiz.
Obwohl man für dienstliche Angelegenheiten im Ausland immer noch gerne Schweizer Tarn-Identitäten nutzt, war er doch bislang nicht näher an die
Schweiz heran gekommen als bis Turin.
Er hatte einen Namen und einige Bilder erhalten, die er sich sorgfältig eingeprägt hatte.
Zufällig kannte er das Ziel aus mehreren Zeitungsartikeln, deren jüngster auch schon wieder einige Wochen zurückliegt.
Es handelte sich um
Arthur Fonjallaz, einen ehemaligen Oberst der Schweizer Armee, der nach irgendeinem Skandal Mitte der zwanziger Jahre gefeuert wurde.
Als Bewunderer des italienischen Schriftstellers
Enrico Corradini, der wiederum dem berüchtigten
Gabriele d'Annuncio verfallen war, gründete er schließlich eine faschistische Bewegung in der
Schweiz und traf sich mehrere Male sogar mit dem
Duce in
Rom,
der ihn oder sein Anliegen oder beides seither finanziell großzügig unterstützt.
Was in der
Schweiz verständlicherweise auf wenig Gegenliebe stieß.
Noch mehr brachte seine Mitbürger auf, dass er sich hervorragend vorstellen konnte, die Neutralität aufzugeben und mit
Italien zusammen zu arbeiten.
Vielleicht könnte man ja sogar die
Schweiz im neuen, modernen
Italien aufgehen sehen.
Purer Zündstoff für die
Schweiz, wo es doch nichts gab, was einem Schweizer mehr am Herzen lag als Autonomie und Neutralität !
Der zusammen gewürfelte Haufen der
Schweizerischen Faschistischen Bewegung (SFB) brachte es nie auf mehr als ein paar Hundert Mitglieder, schaffte es mit seinen Aktivitäten aber durchaus, immer wieder für Aufregung im ansonsten so ruhigen und zivilisierten öffentlichen Leben zu sorgen.
Als
Fonjallaz auch noch ein glorifizierendes Buch über
Mussolini publizierte (Energie et Volonté), besann man sich in der
Schweiz praktisch auf die Höchststrafe: er wurde unlängst sogar noch aus der Heimatwehr verstoßen !
Dass der gute Mann den Schweizer Behörden und der Öffentlichkeit gehörig auf den Wecker geht, kann
von Retterling also gut verstehen, aber wie hatte es dieser doch eigentlich gut auf der offiziellen italienischen Linie liegende abgehalfterte Oberst auf die Abschussliste des
SIM geschafft?
Dafür musste man sich normalerweise durchaus nachhaltig qualifizieren, waren die Auslandsunternehmungen des
SIM doch nicht gerade billig und auch nicht sonderlich unauffällig.
Und warum war das auch noch so brandeilig?
"350 Meter", meldet
von Retterling, sorgfältig die Umgebung des sich im gemütlichen Spaziergänger-Tempo nähernden Schweizers nach potentiellen Störgrößen absuchend.
Natürlich hatte er sich seine zufälligen wie intimen Kenntnisse bezüglich seiner Zielperson gegenüber seinem Vorgesetzten durch kein Blinzeln anmerken lassen.
Geschweige denn eine besondere Neugier über die Hintergründe an den Tag gelegt.
Die Tätigkeit der Außen-Agenten und insbesondere der Spezialisten der
Gruppo 23 brachte durchaus Gefahren mit sich.
Man könnte zum Beispiel von den örtlichen Behörden gefasst werden und sei es denn wegen irgendeines dummen Zufalls.
Jegliches Wissen über die Beweggründe oder Überlegungen des
SIM würden dann für den betroffenen Agenten eine prekäre Situation schaffen.
Wie
von Retterling nur zu bekannt ist, gibt es aus Sicht eines Geheimdienstes nur genau eine total sichere Methode, einen Geheimnisverrat zu verhindern.
Also sollte man besser nicht den weitgereisten, hoch gebildeten Besserwisser heraushängen lassen, wenn man die vage Absicht hegte, irgendwann einmal ganz normal in Rente zu gehen !
Er hatte also nur den Auftrag mit einem schlichten Kopfnicken quittiert, seine Leute eingesammelt und sich auf den Weg gemacht.
Der dieses Mal bemerkenswert umständlich ausfiel - von
Rom aus ging es nach
Lybien, von dort nach
Algerien und dann weiter nach
Toulon, alles mit gefälschten Schweizer Pässen.
In
Frankreich wechselte man dann auf amerikanische Identitäten und reiste in die
Schweiz ein, um sich endlich nach
Lugano zu begeben - natürlich nicht als Gruppe, sondern als Einzelreisende auf unterschiedlichen Schiffen, Flugzeugen und Zügen.
Untergebracht wurde das Team auch in unterschiedlichen Hotels und Pensionen, sodass am Ende nicht viel übrig blieb, um eine belastbare Spur zu rekonstruieren.
Inzwischen deponierten andere Teams die notwendige Ausstattung der
Gruppo 23 in geeigneten toten Briefkästen.
"300 Meter", sagt
von Retterling an.
"Bereit machen !"
Sergente Gentile, der Spezialist für Fernwirkung innerhalb der
Gruppo 23, brummt erneut, lädt eine Kugel in den Lauf, während er sich noch dichter an sein englisches Scharfschützen-Gewehr schmiegt.
Im Grunde fühlt er sich grob unterfordert.
Den alten Sack da könnte er locker auch auf 500 Meter umnieten, selbst wenn er sich nicht direkt auf ihn zu bewegen würde.
Zumal das
Lee-Enfield Nr.4 Mark 2 mit Kaliber 303 in der Scharfschützen-Version locker bis 800 Meter absolut zielsicher trifft.
Ein feine Waffe, nicht so ein Schrott wie das italienische
Mannlicher-Carcano mit der mistigen 6,5mm Patrone !
Und dafür extra auf einem rekordverdächtigen Umweg bis nach
Lugano reisen?
Er beschließt, den Kerl mit einem Schuss exakt zwischen die Augen auszuschalten, nur um seine Virtuosität unter Beweis zu stellen.
Von Retterling kontrolliert indessen weiter das Umfeld des sich nähernden Ziels.
Eine Frau mit Kinderwagen, aber weit genug außerhalb der Schusslinie.
Ein alter Mann auf einer Bank, der Brotkrumen an Tauben verfüttert.
Mehrere Passanten auf dem Gehweg, aber in Gegenrichtung unterwegs.
Dann entdeckt er einen weiteren Mann, zu dem man ihm ein Bild gezeigt hatte.
Dieser ist einer von den Guten, hatte ihm sein Chef eingebläut.
Ihm darf nichts passieren !
Tatsächlich ist er der Lockvogel, mit dem sich das Ziel am gegenüber des von
Gruppo 23 genutzten Wohnhauses gelegenen Eingang zum Park verabredet hat.
Laut der Instruktionen des
Capitano weiß der Lockvogel nichts über den eigentlichen Zweck des Treffens, glaubt vielmehr, es gäbe etwas wichtiges mit dem Ziel zu besprechen.
Daher weiß das Ziel auch, wohin es zu laufen hat, wodurch sich wiederum für
Gruppo 23 eine hinreichend kontrollierte Lage ergibt.
"250 Meter", meldet der
Capitano.
"Weiterhin schwacher Wind aus 0800, schießen nach eigenem Ermessen"
Als
von Retterling gestern endlich im Hotel angekommen war, hatte er schließlich den mutmaßlichen Grund für die Aktion in der dort ausgelegten Washington Post entdeckt.
Immerhin auf Seite drei prangte ein ausführlicher Artikel über italienische Anschuldigungen hinsichtlich einer geheimen Zusammenarbeit der
Schweiz mit
England und
Frankreich.
Nach Ansicht des Redakteurs eine Angelegenheit, die leicht zu kriegerischen Verwicklungen führen konnte und somit eine weitere Lunte für das Pulverfass Europa.
Von Retterling war durchaus geneigt, ihm beizupflichten.
Er hatte sich danach noch die Times beschafft und dort einen sehr ähnlichen Artikel gefunden.
Nur die Bilder unterschieden sich leicht - in der amerikanischen Zeitung wirkte der abgebildete italienische Regierungssprecher mit aufgerissenen Augen und offenem Mund wie ein Idiot,
während er in der britischen Zeitung eher einem Berserker vor einem wirklich schlimmen Wutanfall gleich sah.
Offenbar eine turbulente Veranstaltung.
Derweil hat der
Sergente beschlossen, dass sein Sold nicht ausreicht um sich der Pein längeren Nachdenkens auszusetzen.
Dafür wird sein Teamleiter bezahlt, schließlich ist der ein Offizier !
Er selbst hingegen ist ein Künstler und nun ist es an der Zeit, sein Instrument zu spielen.
Gentile atmet mehrfach tief durch, schaltet das bewusste Denken ab.
Keine große Mühe.
Hält ein wenig tiefer an, da das Ziel ja noch näher kommt.
Legt den Zeigefinger locker an den Abzug.
Atmet aus.
Als endlich der Schuss fällt, ist er beinahe selbst überrascht, hat er es doch seinem Instinkt überlassen, den richtigen Moment zu finden.
Von Retterling beobachtet, wie der getroffene
Fonjallaz nach hinten umkippt wie ein gefällter Baum.
Sieht ihn bereits tot auf den Boden aufschlagen.
Rasch breitet sich um den Kopf eine Blutlache auf dem Gehweg aus.
Auch auf diese Entfernung hinweg zeigt das präzise schweizerische Fernglas einen dunklen Fleck zwischen den Augen, der vorher nicht da war.
Ein sicheres Anzeichen dafür, dass das Ziel sich nicht mehr erheben würde.
Nie mehr.
Ja, die Schweizer kennen sich halt aus, mit präzisen Werkzeugen, lobt der
Capitano still.
Er setzt das Glas ab, platziert es auf dem Boden, während
Gentile das Gewehr auf dem Küchentisch ablegt und sich geschmeidig erhebt.
Beide setzen blaue Mützen auf, die prima zu den leicht verschmutzten Blaumännern passen, die sie über Hemd und Stoffhose tragen und ziehen sie tief ins Gesicht.
Während von der Straße laute Rufe vernehmbar werden, machen sich beide Agenten bereits nach einem letzten kontrollierenden Blick auf den Weg ins Treppenhaus.
Die schweren Arbeitsschuhe poltern über die ausgetretenen Granit-Stiegen nach unten.
Beide wenden sich zum Hinterausgang, wo
von Retterling kurz innehält, um den in einem Stoffbeutel vorbereiteten Müll in der Tonne zu verstreuen.
Zwei abgerissene und mit Kaffeeflecken bedeckte Fahrkarten für das Postboot von
Dover nach
Calais, garniert mit Resten einiger Äpfel.
Eine in mehrere Stücke gerissene Landkarte mit Markierungen für eine Strecke von
Calais nach
Lugano.
Eine leere und zusammen geknüllte Packung Dunhill, samt einiger aufgerauchter Stummel.
Den Müll hatten einige unbekannte hilfreiche Hände in der Wohnung deponiert.
In den Augen
von Retterlings etwas vergebliche Liebesmüh, aber vielleicht ja wirklich geeignet, den
Schweizer Staatsschutz zu irritieren.
Immerhin ist dem
Secret Service ja prinzipiell alles zuzutrauen.
Jedenfalls führt keine Spur nach Italien, was den guten Leuten doch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird.
Im Hinterhof wartet ein rückwärts heran gefahrener LKW.
Zwei weitere Männer der
Gruppo 23 sind dort seit geraumer Zeit beschäftigt, Zementsäcke abzuladen und an der Hausmauer aufzuschlichten.
Auch ihre Gesichter werden von den Kappen ihrer Mützen verdeckt.
Mit dem Eintreffen
von Retterlings und
Gentiles beenden die beiden ihre Tätigkeit und klettern wortlos auf die Ladefläche des mit einer Plane versehenen Lasters.
Gentile verschwindet ebenfalls auf der Ladefläche während
von Retterling gelassen nach vorne geht und auf dem Beifahrersitz Platz nimmt.
Mit Ertönen des Schusses hat der auf dem Fahrersitz wartende fünfte Mann des Teams bereits den Motor angelassen, sodass er nun unverzüglich aber gemächlich losfahren kann, nichts zurücklassend als eine bleigraue Rauchwolke und eine Spur ins Nirgendwo.
Noch bevor sich erste Polizeisirenen vernehmen lassen, ist die
Gruppo 23 bereits aus dem Stadtviertel verschwunden, der gestohlene Laster unter eine Brücke abgestellt, die Blaumänner abgestreift.
Nun geht es wieder getrennt über die französische Grenze auf den nicht weniger beschwerlichen Rückweg.
23. April 1939
Benito Mussolini widmet sich, unter einem Sonnenschirm auf der Terrasse seiner privaten Villa sitzend, wieder einmal der Morgenlektüre der internationalen Presse.
Nach einem entsetzlich langen Tag im
Palazzo Venetia hat er beschlossen, heute mal blau zu machen und erst am späten Nachmittag im Büro nach dem Rechten zu sehen.
Sein Privatsekretär hat die gewohnte Auswahl an Zeitungen herbei geschleppt.
Erwartungsgemäß finden sich immer noch überall Spekulationen über die durch die italienische Regierung so harsch in Zweifel gezogene Neutralität der
Schweiz.
Könnte da vielleicht etwas dran sein?
Mit dem Vertrauen in die Arbeit der Regierungen ist es im westlichen Ausland auch nicht weit her.
Erfreulicherweise gibt es durchaus einige Stimmen, die diesen Vorwurf ernst nehmen und über die Möglichkeit eines Anschlusses der
Schweiz an die britisch-französische Allianz spekulieren.
Hauptsächlich, weil es aus Sicht der Kommentatoren einen Vorteil für diese Allianz darstellen würde, böte doch das Territorium der
Schweiz die Option, sowohl
Deutschland als auch
Italien in der Flanke zu fassen.
Außerdem fühlt man sich aktuell auch etwas knapp an Freunden und den Polen dürfte man ja wohl eher selber helfen müssen, anstatt auf ihre Hilfe zählen zu können.
Die weitaus meisten Kommentatoren halten diese Vorwürfe jedoch für absurd und spekulieren daher über die Hintergründe dafür.
Wobei der Schluss dann recht nahe liegt: Italien selbst plane einen Angriff auf die
Schweiz !
Diese zusätzliche Bedrohung des Weltfriedens treibt die Journaille mächtig um, scheint es nun doch an allen Ecken und Enden zu brennen.
Mussolini lächelt leicht, winkt einen Diener heran, der ihm aus einer versilberten Kanne heißen Kaffee nachschenkt und sicherstellt, dass noch genügend frisch gepresster Orangensaft auf dem Tisch bereit steht.
Der
Duce lässt den Blick über das Grundstück schweifen, wo Gärtner damit beschäftigt sind, Büsche und Hecken zu trimmen.
Im Hintergrund behalten Schwarzhemden der '
Moschettieri del Duce', seiner persönlichen Leibgarde, Bedienstete und Gelände im Auge, um jede denkbare Bedrohung im Keim zu Ersticken.
Mussolini nippt an dem frischen Bohnenkaffe, bevor er sich einem anderen Aspekt zuwendet, der seit gestern für noch mehr Aufruhr sorgt:
Das erfolgreiche Attentat auf den Führer der Schweizer Faschisten !
Im Grunde eine belanglose Person, ohne jeden Chance, auf die politische Willensbildung in der Schweiz irgendeinen Einfluss zu nehmen, wie einige Korrespondeten anmerken.
Dieser Umstand verschwindet aber vollkommen vor dem Faktum, dass irgend jemand definitiv genau diesen
Fonjallaz auf höchst professionelle Weise beiseite geräumt hat.
Aus welchem Grund?
Zu welchem Zweck?
Natürlich hatte die italienische Presse weisungsgemäß die alten Bilder heraus gekramt, auf denen
Fonjallaz mit
Mussolini im trauten Gespräch gezeigt wird, verknüpft mit Hinweisen auf das ausgezeichnete Verhältnis und die zahlreichen Besuche
Fonjallaz's in
Rom.
Man gab sich bestürzt über den feigen Mord an diesem aufrechten Manne und deutete nach
Frankreich, England und natürlich auf die
Schweiz selbst, die man letztlich verantwortet machte.
Über die italienischen Zeitungen hatten diese Bilder heute auch ihren Weg in die internationale Presse gefunden, sodass man nun auch dort trefflich spekulieren kann.
Hatten die Schweizer Behörden genug von dem ewigen Ärger mit
Fonjallaz und dem
SFB und sich ganz ungeachtet ihres normalerweise dezenten Auftretens unvermittelt zu einem derartig rabiaten Vorgehen entschlossen?
Oder waren es die Briten oder Franzosen, die eine störende Stimme verstummen lassen wollten, bevor sie den Weg der Schweiz in ihren Schoß behindern konnte?
Außerhalb
Großbritanniens traut man dem
Secret Service jedenfalls prinzipiell alles zu, also könnte das schon sein.
Wodurch diese Neutralitätsgeschichte natürlich prompt sehr viel plausibler wirkte.
In einigen Blättern wurde unvermeidlich darüber nachgedacht, ob vielleicht
Mussolini selbst
Fonjallaz hatte beiseite räumen lassen, eventuell weil man über irgendein Detail in Streit geraten wäre oder
Fonjallaz etwas wusste, dass dem
Duce zum Nachteil geraten konnte.
Was ja nun teilweise stimmt, aber halt der falsche Ansatz ist, ein totes Gleis.
Tatsächlich waren
Fonjallaz und
Mussolini ein Herz und eine Seele gewesen, soweit sich denn der
Duce überhaupt für den Schweizer Wirrkopf interessierte und
Fonjallaz selbst verehrte den
Duce geradezu, hätte niemals etwas getan, das ihm schaden konnte.
Nun, daher war es auch etwas schwierig für
Mussolini gewesen, diesem Vorschlag
Roatta's zu folgen, aber man muss halt auch Opfer bringen für des
N.I.R.
Da man sich in nächster Zeit mit der Schweiz beschäftigen muss, war
Fonjallaz entbehrlich geworden, war er doch nur eine Karte im Blatt des
Duce gewesen, die man vielleicht einmal auf lange Sicht ausspielen konnte.
Und am Ende war der Führer des
SFB ja auch kein Italiener gewesen und für die Italiener machte der
Duce das ja schließlich alles !
Mussolini würde sich wegen dieser Angelegenheit jedenfalls keinen Kopf machen.
Soweit also eine bislang hübsche Entwicklung des in aller Eile von
Conte di Bassewitz und
General Roatta geschmiedeten Plans.
Indessen steht der
L’Humanité der Schaum vor dem Mund, ist doch ihr Italien-Korrespondent ziemlich lädiert in einem römischen Krankenhaus aufgewacht.
Man beschuldigte die italienische Regierung, einen Schlägertrupp ausgesandt zu haben, der den französischen Reporter ermorden sollte - konnte aber natürlich keine Beweise vorweisen.
Der etwas zerknirschte
Conte di Bassewitz hatte
Mussolini vom Verlauf der Pressekonferenz berichtet und der Duce hatte die Entscheidung seines Regierungssprechers, dem frechen Franzosen eins rein zu würgen, abgenickt.
Erwartungsgemäß gibt es nun zusätzliches böses Blut in
Frankreich, da auch den französischen Konservativen ein französischer Kommunist noch lieber ist als ein italienischer Faschist, aber das spielt nun keine große Rolle mehr.
Solange der ursprüngliche Plan eines massiven Schlages nach Westen in Kraft war, galt es, ein flaches Profil zu zeigen, um dann überraschend zuzuschlagen.
Nun, wo man Richtung Westen und Norden auskeilen würde, ist es nicht mehr sonderlich wichtig, unauffällig zu bleiben.
Tatsächlich ist es gar nicht mehr möglich, muss man doch ein Spannungsverhältnis zur
Schweiz aufbauen, natürlich mit der
Schweiz als Schuldigem, um den Weg im Norden zu bereiten.
Also zur Hölle mit den Franzosen, weg mit den Glacé-Handschuhen !
Heute Abend würde sein Schwiegersohn mit einer Presseerklärung in den Ring steigen und noch ordentlich Benzin ins Feuer gießen mit einer harschen Anklage gegen die Schweizer Behörden.
Diese standen ohnehin von allen Seiten mächtig unter Druck, war man doch auch in der
Schweiz selbst hoch erregt, zuerst über die italienischen Vorwürfe, dann über das Attentat.
Was läuft da ab?
Das Volk fordert Aufklärung, doch die Behörden mauern, geben an, bislang keine eindeutigen Spuren gefunden zu haben, jedoch mit höchster Energie zu ermitteln.
Nun, was man gefunden hat, weiß
Mussolini nur zu gut und kann sich auch die ratlosen Gesichter der Nachrichtendienstler und Kriminalisten vorstellen.
Die Indizien sind gleichermaßen eindeutig wie abwegig.
Oder sollte die eigene Regierung tatsächlich ein falsches Spiel treiben, um die Schweiz an die Seite der
Alliierten zu führen?
Sogar
von Ribbentrop hat sich auf einen Arbeitsbesuch in
Rom eingeladen, "um wichtige Themen von beiderseitigem Interesse zu besprechen" - zweifellos wollte
Hitler wissen, welches Pulverfass da so unvermittelt in die Luft geflogen war und warum und wie das weitergehen sollte ?
Mussolini grinst bei dem Gedanken, zur Abwechslung mal den Deutschen etwas Kopfzerbrechen zu bereiten.
In den letzten Monaten hatte ja
Hitler ihn ein ums andere Mal überrascht und hinter sich her geschleift !
Der Schweizer Botschafter versucht auch schon seit mehreren Tagen, einen Termin bei
Mussolini zu bekommen, ein Grund mehr, dem Büro fern zu bleiben.
Was er zu sagen hat, weiß
Mussolini selbst schon - natürlich hat die Schweizer Regierung nichts getan und keine Ahnung von irgendwas.
So ist das Leben - sie stehen halt im Weg, Pech !
Der Schlag gegen die
Schweiz kommt auch nur rein zeitlich deutlich früher als gedacht, denn auf der längerfristigen Agenda steht eine Eingemeindung der
Schweiz in das
N.I.R. ohnehin schon länger.
Industrie und Rohstoffe gibt es dort genügend, um Begehrlichkeiten zu wecken.
Somit ist die halbe Welt in heller Aufregung, während Italien sich weiter auf "
DEN TAG" vorbereitet.