Über was soll man mit Separatisten verhandeln? Diese haben sich stets allen Verhandlungen entzogen, wie den Nachrichten zu entnehmen war. Ihre einzige Verhandlungsbasis ist, ihre sogenannten Regierungen/Republiken anzuerkennen. Dann kann die Ukraine auch gleich die Abspaltung von Donezk und Luhansk anordnen. Der Zuspruch für die Separatisten betrug im April so ca. 30% nach Umfragen. Glaube kaum, dass das sich erheblich erhöht hat, wenn terroristenaffine Bewaffnete in den Städten herumlungern, die Städte damit Gefahren aussetzen und eine immer schlechter werdende Versorgung verursachen. Mittlerweile gibt es ca. 16.000 Binnenflüchtlinge, vielleicht auch schon viel mehr (Kiew will die offiziell noch nicht anerkennen, weil man dann auch den Kriegs-/Ausnahmezustand anerkennen müsste). Gibt auch Meldungen, dass Einwohner z. B. in Slaviansk die Bewaffneten auffordern, abzuhauen, damit das Chaos ein Ende hat. Die Leute wollen keinen Unabhängigkeitsquark, die wollen einfach ihre Ruhe.
Mit Unmut über Kiew hat die sog. "separaratische" Bewegung kaum was zu tun. Kiew hatte nicht mal Zeit, um etwas zu tun, auf dass sich eine Bewegung gegen Kiew hätte entfalten könnte. Dieser Bewegung fehlt außer ein paar dumpfen Ressentiments alles, was eine politische Bewegung ausmacht. Z. B. eine Geschichte dieser Bewegung. Z. B. greifbare politische Ziele. Z. B. die Unterdrückung russischer Kultur, Sprache, was auch immer, das die tatsächlich vorhandene Reduzierung des politischen "Programms" auf Anschlus an Russland erklären könnte. Alles, was wir in der Ostukraine seit März erleben, ist schlicht und ergreifend Retortenfake der russischen Propaganda-Maschine, erfolgreich nur dadurch, dass sie die immer gleichen Horror-Narrative abspult. Fake auch in sofern, als es dieser vorgeblichen "Bewegung" nie gelang, eine eigene Protestkultur aufzubauen, wie am Maidan; alles was es in dieser Hinsicht gab, waren langweilige Mini-Remakes von Protestcamps in Donezk etc., Remakes, die den aggressiv-zynischen Zungenschlag ihrer Macher kaum verbergen konnten. Am Leben gehalten wird diese "Bewegung" nur durch - anfangs - Schläger und nun zunehmend durch gewaltbereite frustrierte, abenteuerfreudige oder geldgeile Söldnernaturen. Die erlaubten und erlauben auch ihren
eigenen, russischen Bürgern keine "freie" Diskussion. Weil man sie dann vermutlich umdrehend aus dem Haus werfen würde.
Ach ja, auf der Krim sind jetzt die Preise durch die Währungsumstellung ordentlich angezogen. Berichten jetzt auch Leute von dort.
https://twitter.com/denistrubetskoy/sta ... 6507676672
Dass die Ukraine künftig im Sumpf der Oligarchen und des IWF verrottet, halten Wir keineswegs für ausgemacht. Ostmitteleuropa ist seit 1989 auch nicht den Weg ewigen Elends gegangen,
dass den man in der Soli-Bewegung als Ergebnis amerikanischer oder "imperialistischer" Politik gern an die Wand malt. Könnte eher sein, dass Putin irgendwann Opfer eines Putsches wird, weil die russischen Eliten weiter gern westliche Lebenswelt schnuppern wollen und die Schnauze davon voll haben, dass ihr Chef viele kleine Syriens kreiert und Russland ins Aus manövriert, nur um sich an der Macht zu halten. Was haben sie damit zu tun?
Gute Einordnung schon von Ende Mai:
http://www.aljazeera.com/indepth/opinio ... 49486.html