Unruhen in der Ukraine. Meinungen, Beiträge, Diskussionen bitte hier her.

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Beitrag von Duke of York »

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Duke of York
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Silem hat geschrieben:http://de.ria.ru/business/20140407/268221893.html

Das habe ich mit weniger als 30 Sekunden googeln gefunden. Eine ausführliche Tabelle der Währungsreserven habe ich leider noch nicht gefunden.
Glückwunsch! :)
Aber sucht mal weiter. Denn da im Artikel steht auch, dass die Reserven auch schon im Vorjahr gesunken sind. Und da gabs noch keine "Sanktionen". Es könnte also sein, dass das Absinken der russischen Gold- und Devisenreserven eine andere Ursache hat.
Ein paar Stichworte ...
- Russland hat Geld (Devisen) ausgegeben (Schuldentilgung, Krim annektieren, Pipelines bauen ... )
- der Goldpreis hat sich verringert
- Währungsschwankungen
- russischer Verkauf von US-Staatsanleihen
... whatever ...
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Beitrag von Silem »

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Silem
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Edelpionier hat geschrieben:So einfach kann man sich das sicher machen, dann braucht man sich auch gar nicht mehr mit irgendeiner Quelle außer Regierungs-PR zu belasten. :rolleyes:
Es ist so einfach. Ihr könnt noch so oft mit der Genfer Konvention oder irgendwelchen Abmachungen wedeln, es wird in der offiziellen Politik nur nie berücksichtigt werden. Die Forderung diese Separatisten wie feindliche Soldaten zu behandeln ist einfach abwegig, dann müsste man auch Geiselnehmer unter das Kriegsrecht stellen. Denn nichts anderes sind sie für die ukrainische Regierung und dabei ist es eben egal was wir persönlich sehen. Wir müssen hier in diesem Forum nicht immer unsere persönliche Meinung vertreten sondern können auch einfach mal die Meinung anderer darlegen. Die Meinung der Ukraine ist eindeutig. Die Separatisten sind Todschläger und Terroristen und werden entsprechend behandelt.

Dabei muss man jetzt nicht mit den Augen rollen und über den barbarischen Osten herziehen. Das ist einfach das ganz normale Verhalten wenn sich eine, mehr oder weniger legitime und etablierte, Regierung im Krieg mit Teilen der eigenen Bevölkerung befindet. Man muss nicht einmal sonderlich weit zurück gehen um zu verstehen das die Genfer Konvention nie angewandt wird oder wurde. In, meine Lieblingsanalogie, Syrien wurden nach der "Räumung" von Homs die Männer separiert und seit diesem Tag sind sie verschwunden. Man wird sie sicherlich nicht in einem schönen Kriegsgefangenenlager finden. Wenn man sie überhaupt findet.

Aber mal zu den praktischen Erwägungen. Die "Separatisten" werden zu Soldaten und Kombattanten erklärt. Wo sperrt man sie ein? Wer soll sie vertreten? Was macht man wenn der Aufstand niedergeschlagen ist? Sie alle vor ein ziviles Gericht stellen und aburteilen oder wie man es mit Kriegsgefangenen so macht sie entlassen? Wer möchte schön den Separatisten der vor 10 Monaten noch die Regierung angegriffen hat in Freiheit sehen. Wie werden die Nachbarn reagieren wenn ein Mörder einfach so zurückkehrt?
Was soll dieser ganze Rechtsquatsch auch.
Wann wurden Soldaten, Separatisten und Bürgerkriegskämpfer je vor ein Gericht gestellt?
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Beitrag von Cholerik »

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Cholerik
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Ich meine allein WG. dem Irakkrieg sind einige Soldaten als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Amis und Briten. Aber btt
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Beitrag von Private_S »

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Soweit Wir verstanden haben, ist die Todesstrafe in der Ukraine seit spätestens 2000 vollständig abgeschafft.

http://www.todesstrafe.de/todesstrafena ... raine.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesstraf ... 4nderliste

Damit ist doch das Problem juristisch vom Tisch. Wer von den - Wir nennen sie allgemein mal - Freischärlern gefangen wird, ist nach den passenden Paragraphen des ukrainischen Strafrechts anzuklagen und ggf. abzuurteilen, also Landfriedensbruch, Herbeiführung/Unterstützung terrorist. Vereinigung, Mord, Mordversuch usw. Übrigens gab es ein Amnestie-Angebot der Regierung in Kiew, das wurde aber nicht angenommen.

Wenn Wir die Genfer Konvention III richtig verstehen, sind diese Gefangenen wohl bis zur Überführung an die Gerichte wie "normale" Kombattanten zu behandeln. Ob die Ukraine derzeit Gefangene einfach tötet, dazu haben Wir keine belastbaren Quellen gelesen, Wir können nur hoffen, das dies nicht passiert. Schließlich will man in die EU.

Russland gehen die gefangenen Freischärler nichts an, schließlich sagt Russland, sie hätten keinerlei eigene Truppen in der Ukraine (Krim mal außen vor gelassen). Ihre Abnahme durch Russland wäre allenfalls eine politische Lösung, falls man meint, damit das Problem leichter bereinigen zu können. Ebenso z. B. eine künftige Generalamnestie für diejenigen, die sich keiner Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben oder bei der Bildung illegaler bewaffneter "Vereinigungen" führend gewesen sind.

Beitrag von Zakalwe »

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Zakalwe
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Die Genfer Konvention wurde wohl noch nie zur gänze umgesetzt, in keinem Krieg, von keiner Partei.

Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich das man ausgerechnet Putins irreguläre Kämpfer samt Helfern und Helfershelfern, ohne korrekte Uniform und ohne staatliches Gebilde im Rücken, als Kombatanten im Sinne dieser Konvention behandelt. Vor alleim weil sie selber auch einiges auf dem Kerbholz haben.
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Beitrag von Edelpionier »

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Zakalwe hat geschrieben:Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich das man ausgerechnet Putins irreguläre Kämpfer samt Helfern und Helfershelfern, ohne korrekte Uniform und ohne staatliches Gebilde im Rücken, als Kombatanten im Sinne dieser Konvention behandelt. Vor alleim weil sie selber auch einiges auf dem Kerbholz haben.
Darauf wollten Wir ja weiter oben hinaus, ob nämlich der Gegner Kombattant sein kann, wenn er keinen Staat/keine Gegenregierung o.ä. im Rücken hat. Und die Frage ist nicht, ob sie behandelt werden, was offenbar nicht der Fall ist, sondern ob sie so behandelt werden sollten. Und dabei sollte es erstmal eigentlich keine Rolle spielen ob der Gegenüber etwas (was auch immer) auf dem Kerbholz hat oder nicht.

Beitrag von Silem »

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Edelpionier hat geschrieben:Darauf wollten Wir ja weiter oben hinaus, ob nämlich der Gegner Kombattant sein kann, wenn er keinen Staat/keine Gegenregierung o.ä. im Rücken hat. Und die Frage ist nicht, ob sie behandelt werden, was offenbar nicht der Fall ist, sondern ob sie so behandelt werden sollten. Und dabei sollte es erstmal eigentlich keine Rolle spielen ob der Gegenüber etwas (was auch immer) auf dem Kerbholz hat oder nicht.
Es gibt einen Staat: Neurussland und eine Regierung: Die Regierung Neurusslands oder der zwei Volksrepubliken. Die Frage muss man also nicht stellen. Man kann die Frage stellen ob nicht anerkannte Regierungen als Kombattanten auftreten können. Da muss man fast zwangsläufig: Ja sagen. Sonst würden die Zusatzartikel betreffend Aufstand, Krieg gegen Kolonialregime und Bürgerkrieg keinen Sinn machen.
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Beitrag von Private_S »

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Die russisch-ukrainische Grenze dürfte schon ziemlich aufgeweicht sein: Heute sind 3 Grenzposten gefallen, außer den beiden Stützpunkten in Luhansk ein weiterer südöstlich davon in Sverdlovsk, kampflos, wie es heißt, denn dorthin soll eine größere Gruppe von Truppen von Russland aus eingesickert sein, 30 Trucks und 10 Schützenpanzer.
http://www.interpretermag.com/ukraine-l ... n-lugansk/

Beitrag von Vernichter »

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Silem hat geschrieben:Deutschland ist also ein ultraliberales Land :rolleyes: .

Man sieht das die Ukraine den Bach runter geht. Der Gaspreis war dank russischer Nettigkeit niedrig, die Korruption ist hoch und die Effizienz für den Popo. Natürlich erscheinen die ganzen Aktionen des IWF brutal und rücksichtslos. Das sind sie auch und das müssen sie auch sein. Denn das alles hat einen einfachen Grund. Ein Drogensüchtiger muss entwöhnt werden. Das kann man langsam und über Jahre machen oder schnell und innerhalb weniger Tage. Wenn man es langsam Macht riskiert man das er bequem wird und einen Rückfall erleidet.

Es mag brutal klingen wenn man den armen Südamerikanern ihre Nahrungsmittelsubventionen klaut aber es ist einfach nötig. Wirtschaftszweige die unrentabel sind und nur dank staatlicher Hilfe überhaupt überleben können werden langfristig gesehen nie wirklich erfolgreich sein. Sie können keinen freien Wettbewerb ermöglichen und verschließen jedem die Aufstiegschancen, weil die Alten sich fett gefressen haben und jetzt weiter durchgefüttert werden. Das muss eben beendet werden und dazu gehört auch die Streichung von Sozialleistungen. Man kann nicht zulassen das ein kaputtes Land noch kaputter wird. Was bringt es denn bitte wenn der Pleitestaat Ukraine weiter Unmengen von Schulden produziert? Stützt das die Wirtschaft oder hilft das der Bevölkerung? Der IWF muss ein übergewichtiges Land auf Normalgewicht bringen und das funktioniert eben dank einer Diät und bei einer Diät muss man ein oder zwei schwierige Phasen überleben.

Der größte Witz, in diesem Forum, ist aber das jeder SOFORTIGE Ergebnisse erwartet. Die Wirtschaft muss sofort auf Zack sein und die Ukraine sollte sofort auf dem Niveau von Luxemburg sein. Alle tanzen auf der Blumenwiese und sind glücklich. Das wäre natürlich schön, aber so funktioniert das nicht und so hat das nie funktioniert. Deutschland wurde auch nicht als reiches Land geboren. Für unseren Wohlstand mussten viele Generationen Opfer bringen und da spreche ich nicht nur von der, berüchtigten, Nachkriegsgeneration. Wäre die nicht gewesen wären wir schon längst weiter.
Ihr würdet wahrscheinlich auch einen Heroinjunky, der gerade an einer schweren Lungenentzündung leidet, erstmal schön auf kalten Entzug setzen. Zu welcher Wahrscheinlichkeit würde er es überleben?

Die ganzen Aktionen des IWF sind nicht bloss auf brutale Weise asozial, sie sind auch absolut apolitisch und daran scheitert das Ganze schon mal. Der Patient krepiert an der Überdosis der Medikamente.

Zudem sind solche Aktionen meist so gut wie gar nicht an die Realitäten der jeweiligen Gesellschaft gekoppelt. Es mag beispielsweise eine nette Idee sein, in einem Land mit einem funktionierenden Rechtsstaat und einem freien Markt, die Steuern für Unternehmen und Reiche zu senken. Ergibt vielleicht ein freundlicheres Investetionsklima. Wenn man so etwas in einem Land macht, welches tief korrupt und somit von Oligipolen durchsetzt ist, dann haben Neugründer auch weiterhin keine Chance. Dafür hat der Staat noch weniger Mittel einen Rechtsstaat aufzubauen und die Macht der Oligarchen wird nur noch gestärkt. Wenn man es aber in einem Land macht, welches sich mehr oder weniger in einem Bürgerkrieg befindet und Nachbarn ausgesetzt ist, die über eine fünfte Kolonne in diesem Land verfügen. Dann fällt uns wirklich nicht ein, was für Drogen man genommen haben muss, um da an eine positive Wirkung zu glauben.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

(Phlipp K.Dick: "Der Dunkle Schirm")

Beitrag von Cholerik »

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Ergänzend: selbst wenn (was ich bezweifle) der Staat das überleben sollte, wird das politische Klima danach mit Sicherheit nicht EU freundlich sein. Siehe die Ergebnisse der EU Wahl in Griechenland und co.
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Beitrag von Mantikor »

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Mantikor
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Die Maßnahmen des IWF verschärfen die Lage. Mit Lohn und Sozialleistungskürzungen macht man sich keine Freunde. Auch wenn es langfristig sinnvoll sein sollte ist es kurzfristig verherrend. Dies gilt vor allem für die Sicherheitskräfte. Wer erwartet dass er dort Gehälter kürzen, Einheiten auflösen und von diesen dann erwarten kann dass sie sich mit Freude für die neue Regierung in den Kampf stürzen hat den Bezug zur Realität komplett verloren. Aber auch die zivile Bevölkerung wird dadurch auf die Seite der Anti Maidan Kräfte getrieben da sich viele Unzufriedene den Separatisten anschließend werden. Kampfflugzeuge, Panzer und Mörserbeschuß kommen auch nicht gerade gut an. Und die Leute dort unten geben dafür nicht den Separatisten die Schuld sondern der Nationalgarde da diese von außen in die Stadt feuert und nicht umgekehrt. Darüber sollte man sich im klaren sein.

Es ist mir ehrlich gesagt auch rätselhaft wie die Ukraine mit so schwachen Kräften das Problem militärisch lösen will. In der Schlacht von Falludscha wurden von den eingesetzten 15000 US Soldaten, ca. 70 US Soldaten getötet und ca. 400 bis 600 verletzt. Und das obwohl die US Soldaten sehr gut ausgebildet und ausgerüstet waren und nur einen wilden Haufen von ca. 5000 Mann gegen sich hatten. Donetsk ist jedoch vier mal so groß wie Falludscha. Dort benötigt man deutlich mehr Soldaten wenn man nicht nur durch die Stadt fahren sondern das komplette Gebiet Haus für Haus durchkämmen möchte. Aber auch Slawjansk, Mariupol und Lugansk sind große Städte und das ganze Gebiet hat 6 Mio Einwohner. Wie man das mit Bodenstreitkräften in einer Stärke von ca. 70 000 Mann erobern und sichern will ist mir ein Rätsel. Die erobern an einem Tag ein kleines Gebiet und müssen es am nächsten wieder aufgegeben weil sie zu schwach sind es zu sichern. Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Da kommt aus ukrainischer Sicht im besten Fall ein zweiter Irak heraus.

Ich denke da macht man es sich auch zu einfach wenn man behauptet die Kämpfer würden alle aus Russland kommen oder seien alles Pro Russen. Viele haben wahrscheinlich einfach nur die Schnauze voll von der Regierung in Kiew und versuchen sich nur deshalb an Russland anzuschließen weil man sie militärisch bedroht. Im Mariupol beispielsweise war die Unterstützung für den Anti Maidan relativ schwach, aber dann ist die Nationalgarde mit Panzern gegen Zivilisten vorgegangen woraufhin die Bevölkerung die Kaserne der Armee geplündert und sich bewaffnet hat. Mit solchen Siegen kann die Ukraine den Krieg nicht gewinnen.

Es wird höchste Zeit dass mit den Separatisten verhandelt wird. Dass man hierbei nicht über eine Unabhängigkeit sprechen kann ist mir klar, aber zumindest die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten sollte durch die Verhandlungen sichergestellt werden.

Beitrag von Cholerik »

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Ich denke die Ukraine täte gut daran, den Gegner zu spalten. Man signalisiert der eigenen Bevölkerung in den umkämpften Gebieten, dass man ihn nichts böses will, schafft Korridore zur Flucht und für Hilfsgüter. Man signalisiert Amnestiebereitschaft für ukrainische Kämpfer und isoliert ausländische Gegner. So verschiebt man das Feindbild hin zu einem Invasorenbild und bekommt die eigene Bevölkerung zurück. Man sollte sich gleichzeitig von einer Endsieghoffnung verabschieden.

Danach sollte man auf einen neutralen Status als Puffer setzen.
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Beitrag von Zakalwe »

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Cholerik hat geschrieben:Ich denke die Ukraine täte gut daran, den Gegner zu spalten. Man signalisiert der eigenen Bevölkerung in den umkämpften Gebieten, dass man ihn nichts böses will, schafft Korridore zur Flucht und für Hilfsgüter. Man signalisiert Amnestiebereitschaft für ukrainische Kämpfer und isoliert ausländische Gegner. So verschiebt man das Feindbild hin zu einem Invasorenbild und bekommt die eigene Bevölkerung zurück. Man sollte sich gleichzeitig von einer Endsieghoffnung verabschieden.

Danach sollte man auf einen neutralen Status als Puffer setzen.
Korridore für Hilfsgüter wären ein Fehler, da er die Verhältnisse in den abgefallenen Städten verbessert, was die Bevölkerung dann den Separatisten anrechnen könnte. Außerdem würde man schlicht den Gegner mit Nahrungsmitteln, Medikamenten uä. versorgen, was natürlich völlig wahnwitzig wäre. Sicher würde es auch Wege geben, wie dann auch ganz andere Güter wie Waffen / Muni in diese Städte kämen....

Die Separatisten haben ihr Neurussland gegründet, nun sollen sie auch Versorgung, Handel, Gesundheitsversorgung sicherstellen. Für Millionen von Menschen. Warum sollte ausgerechnet die UKR oder der Westen diesen Banditen, Entführern und Geiselnehmern dort helfen?

Am Ende wird die Bevölkerung allein von den Aufrührern abrücken: Wenn die Supermarktregale leer bleiben, wie auch Apotheken und Arbeitsstätten. Ich gehe aber eh davon aus das die Speartisten keine wirklichen Mehrheiten haben. Diese Kalaschnikow-Referenden mit ihren rund 90% Zustimmungen sind nicht ernstzunehmen.
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Beitrag von Private_S »

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Über was soll man mit Separatisten verhandeln? Diese haben sich stets allen Verhandlungen entzogen, wie den Nachrichten zu entnehmen war. Ihre einzige Verhandlungsbasis ist, ihre sogenannten Regierungen/Republiken anzuerkennen. Dann kann die Ukraine auch gleich die Abspaltung von Donezk und Luhansk anordnen. Der Zuspruch für die Separatisten betrug im April so ca. 30% nach Umfragen. Glaube kaum, dass das sich erheblich erhöht hat, wenn terroristenaffine Bewaffnete in den Städten herumlungern, die Städte damit Gefahren aussetzen und eine immer schlechter werdende Versorgung verursachen. Mittlerweile gibt es ca. 16.000 Binnenflüchtlinge, vielleicht auch schon viel mehr (Kiew will die offiziell noch nicht anerkennen, weil man dann auch den Kriegs-/Ausnahmezustand anerkennen müsste). Gibt auch Meldungen, dass Einwohner z. B. in Slaviansk die Bewaffneten auffordern, abzuhauen, damit das Chaos ein Ende hat. Die Leute wollen keinen Unabhängigkeitsquark, die wollen einfach ihre Ruhe.

Mit Unmut über Kiew hat die sog. "separaratische" Bewegung kaum was zu tun. Kiew hatte nicht mal Zeit, um etwas zu tun, auf dass sich eine Bewegung gegen Kiew hätte entfalten könnte. Dieser Bewegung fehlt außer ein paar dumpfen Ressentiments alles, was eine politische Bewegung ausmacht. Z. B. eine Geschichte dieser Bewegung. Z. B. greifbare politische Ziele. Z. B. die Unterdrückung russischer Kultur, Sprache, was auch immer, das die tatsächlich vorhandene Reduzierung des politischen "Programms" auf Anschlus an Russland erklären könnte. Alles, was wir in der Ostukraine seit März erleben, ist schlicht und ergreifend Retortenfake der russischen Propaganda-Maschine, erfolgreich nur dadurch, dass sie die immer gleichen Horror-Narrative abspult. Fake auch in sofern, als es dieser vorgeblichen "Bewegung" nie gelang, eine eigene Protestkultur aufzubauen, wie am Maidan; alles was es in dieser Hinsicht gab, waren langweilige Mini-Remakes von Protestcamps in Donezk etc., Remakes, die den aggressiv-zynischen Zungenschlag ihrer Macher kaum verbergen konnten. Am Leben gehalten wird diese "Bewegung" nur durch - anfangs - Schläger und nun zunehmend durch gewaltbereite frustrierte, abenteuerfreudige oder geldgeile Söldnernaturen. Die erlaubten und erlauben auch ihren eigenen, russischen Bürgern keine "freie" Diskussion. Weil man sie dann vermutlich umdrehend aus dem Haus werfen würde.

Ach ja, auf der Krim sind jetzt die Preise durch die Währungsumstellung ordentlich angezogen. Berichten jetzt auch Leute von dort.
https://twitter.com/denistrubetskoy/sta ... 6507676672

Dass die Ukraine künftig im Sumpf der Oligarchen und des IWF verrottet, halten Wir keineswegs für ausgemacht. Ostmitteleuropa ist seit 1989 auch nicht den Weg ewigen Elends gegangen, dass den man in der Soli-Bewegung als Ergebnis amerikanischer oder "imperialistischer" Politik gern an die Wand malt. Könnte eher sein, dass Putin irgendwann Opfer eines Putsches wird, weil die russischen Eliten weiter gern westliche Lebenswelt schnuppern wollen und die Schnauze davon voll haben, dass ihr Chef viele kleine Syriens kreiert und Russland ins Aus manövriert, nur um sich an der Macht zu halten. Was haben sie damit zu tun?

Gute Einordnung schon von Ende Mai:
http://www.aljazeera.com/indepth/opinio ... 49486.html

Beitrag von Mantikor »

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Dass die Separatisten sich den Verhandlungen entzogen haben ist Propaganda. Die Wahrheit ist dass die pro Maidan Regierung sich weigert mit ihnen zu verhandeln weil sie auf eine militärische Lösung des Konfliktes setzt. Sie fühlt sich vermutlich stark weil Russland seine Truppen abgezogen hat und versucht nun Neurussland zu erobern. Ethnische Säuberungen werden dabei wahrscheinlich nicht nur geduldet sondern sind vermutlich sogar erwünscht da man ansonsten den Konflikt nicht beenden kann. Ich befürchte schlimmstes für die dortige Region wenn man nicht endlich wieder zum Verhandlungstisch zurückkehrt.

Beitrag von Silem »

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Mantikor hat geschrieben:Dass die Separatisten sich den Verhandlungen entzogen haben ist Propaganda. Die Wahrheit ist dass die pro Maidan Regierung sich weigert mit ihnen zu verhandeln weil sie auf eine militärische Lösung des Konfliktes setzt. Sie fühlt sich vermutlich stark weil Russland seine Truppen abgezogen hat und versucht nun Neurussland zu erobern. Ethnische Säuberungen werden dabei wahrscheinlich nicht nur geduldet sondern sind vermutlich sogar erwünscht da man ansonsten den Konflikt nicht beenden kann. Ich befürchte schlimmstes für die dortige Region wenn man nicht endlich wieder zum Verhandlungstisch zurückkehrt.
Bild

Geht es noch effekthaschender? Ethnische Säuberungen? Was machen wir dann mit den Millionen anderen Russen? KremlTV ist wohl doch schädlich.
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Beitrag von Private_S »

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Ja, sie wurden zum Runden Tisch nicht eingeladen. Aber haben auch deutlich gemacht, dass sie keinen Gesprächsbedarf hätten. Und was die vermeintlichen "ethnischen Grenzen" angeht, verweise ich noch einmal auf den Artikel von L. Ragozin (freiberufl. russischer Journalist) in meinem vorigen Post und auf die Diskussion ziemlich zu Anfang dieses Threads. Ich halte es für falsch, diesen Konflikt als einen zwischen Russen und Ukrainern anzusehen. Das hätten Moskau und unsere Robin Hoods in Slaviansk nur gern.

Beitrag von Silem »

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http://www.kyivpost.com/content/ukraine ... 50784.html

Man sollte echt verhandeln. Nicht das die Separatisten noch ethnische Säuberungen beginnen.

Zeitgleich scheint die Ukraine härter gegen die Separatisten vorzugehen.

https://twitter.com/MrKovalenko/status/ ... 12/photo/1
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Beitrag von Mantikor »

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Sollte das Video echt sein müssen die Täter bestraft werden.

Videos von toten Zivilisten gibte es auch auf Youtube genug. Leider jedoch kaum Informationen zur Lage weil die meisten Medien im Einklang mit der Nato nicht über die Flüchtlinge und Folgen der Kämpfe berichten dürfen oder wollen. Ich musste ewig suchen bis ich einen Bericht zur Lage gefunden habe.

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... raine.html

Beitrag von Silem »

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Mantikor hat geschrieben:Videos von toten Zivilisten gibte es auch auf Youtube genug. Leider jedoch kaum Informationen zur Lage weil die meisten Medien im Einklang mit der Nato nicht über die Flüchtlinge und Folgen der Kämpfe berichten dürfen oder wollen.
Ungefähr 1.550.000 Ergebnisse (0,27 Sekunden)
http://www.tagesschau.de/ausland/ukrain ... ge100.html
http://www.abendblatt.de/politik/auslan ... e-ein.html
http://www.stern.de/politik/ausland/kri ... 99612.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 73585.html
http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... raine.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/kris ... -1.1988000

Dank der NATO berichtet zum Glück niemand über die Lage in der Ukraine. Ist es wirklich so schwer einfach mal Google zu nutzen?
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