

Die Landschaft hatte gewisse Ähnlichkeiten mit Tunesien, was wieder Erinnerungen hochkommen lies. So viele Kameraden hatten es nicht geschafft. Major Pommé, Hauptmann Bitterer. Feldwebel Schulz, der übergewichtige aber geniale Feldkoch seines Bataillons und so viele andere. Er hatte versucht, mehr über das Schicksal seiner Männer zu erfahren aber Informationen waren nur spärlich vorhanden. Vom Panzergrenadieregiment 69 der 10. Panzerdivision hatten es weinger als hundert Mann über das Meer nach Sizilien geschafft. Eine ganze Armee...nein eine ganze deutsch-italienische Heeresgruppe mit über 250.000 Mann war verloren. Das konnte das Oberkommando schönreden wie es wollte. Ein Desaster bleibt ein Desaster. Nun sollte er helfen, die "Festung Sizilien" zu verteidigen. In den letzten Wochen sollen große Truppenteile nach Sizilien verlegt worden sein. Die Gerüchteküche sprach von 8-10 deutschen Divisionen und über 1.000 Flugzeugen. Schwere Küstenartillerie bis hoch zum Kaliber 280 mm sollen an neuralgischen Positionen in gut geschützten Bunkern auf die alliierten Schiffe warten. Und da war ja noch die italienische Marine, die zur Verteidigung des eigenen Bodens wohl bis zum äußersten gehen würde.
Der Fährpram näherte sich der Hafeneinfahrt und verringerte die Fahrt. Oberstleutnant Lauck konnte das rege Treiben an der Pier gut beobachten. Dutzende kleine und größere Schiffe drängelten sich auf engstem Raum an der Pier oder warteten auf Reede bis sie dran waren. Über ihnen kreisten in großer Höhe einige Jäger um für den Fall eines feindlichen Luftangriffes zur Stelle zu sein. Auch konnte er an mehreren Stellen Flakstellungen ausmachen. Von dem einfachen MG auf Lafette über die 20 mm Flak bis zu den schweren 88 mm Kanonen war alles zur Sicherung des Hafens eingesetzt. Es gab ihm ein Gefühl der Sicherheit.

Fast zwei Stunden mussten sie warten, bis der Fährpram anlegen durfte. Gegen Nachmittag war sein Regiment ausgeladen und er setzte sich mit seinem Kübel an die Spitze der Kolonne. Noch hatte er kaum Zeit gefunden, sich den Offizieren seines Regimentes vorzustellen. Jedoch hatte er sich fest vorgenommen, dieses in den nächsten Tagen nachzuholen. Er wusste bereits, dass sein Regiment hervorragend ausgerüstet und auf Sollstärke war! Gerade im Bereich der leichten Flugabwehr verfügte das Regiment über zwei Dutzend 20 mm Flakgeschütze. Das Regiment war vollständig motorisiert und die Grenadierkompanien waren komplett mit Schützenpanzern ausgerüstet. Den Kern der artilleristischen Unterstützung bildeten 2 Batterien Panzerhaubitzen "Wespe" mit ihren 105 mm Kanonen.

Gegen Abend erreichten sie den vorgesehehen Verfügungsraum des Regimentes. Für morgen früh hatte Generalleutnant Fries, der Kommandeur der 29. Panzergrenadierdivision eine Lagebesprechung anberaumt. Dann würden sie mehr erfahren über ihre Aufgaben, was an Großverbänden auf der Insel lag und was die Führung für die Zukunft erwartete. Von ihnen und vom Feind...







