Europawahl 2014

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marex23

Beitrag von marex23 »

Vernichter hat geschrieben:An der Qualität einer polnischen oder russischen Ausbildung ändert sich auch wenig, wenn ihr einen anderen Namen gebt.
Ihr würdet Euch wundern! Insbesondere bei Mathematik sind die Studienabgänger der ehemaligen Ostblockländer um Längen qualifizierter, als hierzulande.
(Hat wohl immer noch mit der verspäteten Einführung von Computern und Taschenrechnern zu tun...)

Auch wenn es um die Ausbildung der Geschichtslehrer geht, müssen deutsche Studenten in fast allen Belangen den Kürzeren ziehen.
Meine Wenigkeit nahm einmal an einem Austauschprogramm zwischen polnischen und deutschen Geschichtsstudenten teil und ich kann nur sagen, das
war richtig übel. Die wussten mehr über die (gesamte) deutsche Geschichte, als 80% unserer Delegation, während unsere Leute nichts und wieder nichts
von der polnischen wussten...

Das zieht sich fast über alle Fächer. Die sind deutschen Studenten fachlich zumeist weit überlegen. Was da drüben aber viel zu kurz kommt ist Eigenständigkeit und Kreativität.
Liegt wohl daran, dass es östlich der Oder keine 68er Bewegung geben hat und dort der Professor immer noch einen gottgleichen Status besitzt. Dies macht es
natürlich nicht leichter, festgefressene Denkmuster zu durchbrechen, oder wissenschaftlich voranzukommen.
marex23

Beitrag von marex23 »

Jorrig hat geschrieben:Identität ist eben komplex.
Dem kann ich nur zustimmen. Wage drängt sich bei mir die Erinnerung an eine Vorlesung in den Vordergrund. Quintessenz? Identität ist nach dem Zwiebelschalenprinzip aufgebaut:

Bsp:
Zuallererst ist man Lokalist (Unsere Stadt ist cool, die Nachbarstadat stinkt!), dann Regionalist (Sauerländer, Hohenloher, Franke...), dann Überregionalist (Schwabe, Sachse, Bayer),
dann Nationalist (Franzose, Italiener, Deutscher), dann Supranationalist (Asiate, Europäer, Afrikaner) und irgendwann am Schluss konnt dann die Abgrenzung zu den Tieren...

Aber das ist ja auch nur eine Ebene.

Man kann sich auch noch geschlechtlich, sozioökonomisch, alterstechnisch, politisch, musikalisch, sportlich und so weiter abgrenzen. Jedenfalls besteht das Individuum an sich nur aus
unendlichen Einstellungen, Statements und Gefühlen des "so bin ich nicht" und die Kumulation dessen manifestiert sich dann in einem "so bin ich (gerade in diesem Moment)".
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