Wettlauf nach Tunis (Pickett vs. Ammann)

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George Pickett
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Wettlauf nach Tunis (Pickett vs. Ammann)

Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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„Haben Sie Halsschmerzen?“ Hauptmann Lauck sah den Oberleutnant der Fallschirmjägertruppe verdutzt an. Das Dröhnen der Motoren war unerträglich und er war sich nicht sicher, ob er den jungen Offizier richtig verstanden hatte. Er beugte sich zu ihm rüber. „Halsschmerzen?“ Der Oberleutnant grinste und machte mit seiner Hand eine Bewegung als ob er sich den Hals reiben würde. Jetzt fiel bei Hauptmann Lauck der Groschen und lachte. „Nein, da kann ich Sie beruhigen. Freiwillig bin ich nicht in dieser Maschine.“ Der Oberleutnant nickte und kümmerte sich wieder um seine Männer. Hauptmann Lauck sah wieder aus dem Fenster und sah unter sich das Mittelmeer. Nur wenige Meter über den Wellen flogen zwei Dutzend Ju52 im Tiefflug auf die afrikanische Küste zu.

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Vor nicht einmal 48 Stunden hatte er noch in einem großen Büro in Rom gesessen als kleines Rädchen im Getriebe des Oberbefehlshabers Süd. Großes Büro, großer Schreibtisch und von seinem Balkon hatte er eine fantastische Aussicht auf das ewige Rom gehabt. 48 Stunden können reichen, das Leben eines Menschen von Grund auf umkrempeln. Denn vor zwei Tagen kam die Meldung, dass amerikanische und britische Truppen in Casablanca, Oran und Algier gelandet waren. Feldmarschall Kesselring und allen Offizieren im Stab war die Intention dieser Operationen klar. Der Feind wollte der Panzerarmee Afrika in den Rücken fallen. Der Zeitpunkt dieser Landungen konnte nicht unangenehmer sein, denn Rommel war auf dem Rückzug. Verfolgt von Montgomerys 8. britischer Armee und geknebelt von permanentem Nachschubmangel, wichen die deutschen und italienischen Verbände immer weiter nach Westen zurück.

Gestern nun wurden erste Gegenmaßnahmen eingeleitet. In Italien und Südfrankreich wurde an Truppen und Material zusammengekratzt was verfügbar war. Auf den Flugplätzen in Süditalien und Sizilien wurden von überall her Transportmaschinen zusammengezogen. Alles wirkte sehr improvisiert aber es zeigte seine Wirkung. Man musste dem Feind zuvorkommen und Rommel den Rückzugsweg offenhalten. Hauptmann Lauck lehnte sich zurück und schloss die Augen. Was hatte der Feldmarschall zum Abschied zu ihm gesagt? „Sie sind die Vorhut der Vorhut, Lauck. Machen Sie sich ein Bild von der Lage und bereiten sie alles für die Ankunft des Korpsstabes Nehring vor, dem Sie von jetzt an direkt unterstellt sind. General der Panzertruppe Nehring wird den Oberbefehl über alle deutschen und italienischen Soldaten in Tunesien ausüben.“ Lauck´s Mundwinkel zuckten. Kesselring hatte eine unnachahmliche Art alles zu bagatellisieren und mit seiner jovialen Art zu verharmlosen. Denn jetzt, an diesem späten Vormittag des 10. November 1942, saß er in einer Transportmaschine zusammen mit Männern des I. Bataillons des Fallschirmjägerregimentes 5, um den Flughafen von Tunis im Handstreich zu nehmen. Sie würden die ersten deutschen Soldaten sein, die ihren Fuß auf tunesischen Boden setzen würden. Weitere sollten folgen, bunt zusammengewürfelt. Aber Ordnung konnte man später schaffen. Zuerst mussten die Alliierten gestoppt werden, musste das Rennen um Tunis gewonnen werden.

„Fertigmachen!“ Der junge Oberleutnant überprüfte die Ausrüstung eines jeden Mannes in der Maschine. Die tunesische Küste kam in Sicht und die Maschinen flogen nun extrem tief über dem Meer. Linker Hand konnte Hauptmann Lauck Kap Bon erkennen, was ihm sagte, dass sie nun über dem Golf von Tunis waren. In wenigen Minuten würden sie Tunis erreichen. Was würde sie erwarten? „Noch fünf Minuten!“ schrie der Oberleutnant und hielt die gespreizte Hand hoch. Seine Männer nickten und Hauptmann Lauck vergewisserte sich, dass sowohl seine Pistole im Halfter, als auch seine MP durchgeladen und gesichert waren. Er hatte kalte, feuchte Hände. „Reiß dich zusammen!“ belehrte er sich im Geiste. Er war weiß Gott kein Schreibstubensoldat. Polen, Frankreich und dann Russland. Zuletzt als Kompaniechef. Im Winter 41/42 bei Demjansk verwundet und ausgeflogen worden. Nach seiner Genesung kurze Zeit beim Ersatzheer und seit Anfang Juli diesen Jahres als Bürohengst beim OB Süd.

„Noch zwei Minuten!“ Die großen Seitentüren wurden aufgerissen und direkt unter ihnen huschte die tunesische Küste vorbei. Plötzlich ging die Maschine in eine scharfe Rechtskurve und gewann kurzzeitig an Höhe. Dann sackte sie wieder runter und jagte im Tiefstflug ihrem Ziel entgegen. „Sichtkontakt!“ kam es aus dem Cockpit. Der Oberleutnant drehte sich ein letztes Mal zu seinen Männern um und bildete mit dem Daumen und dem Zeigefinger einen Kreis. Die Fallschirmjäger erwiderten das Zeichen und er nickte zufrieden. Er blickte kurz auf Hauptmann Lauck, der mit einem gequälten Lächeln ebenfalls das Zeichen erwiderte. Der Oberleutnant konnte sich trotz der angespannten Situation ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Wird schon werden, Herr Hauptmann…“

Er drehte sich wieder um und sah aus der großen Luke. „Achtuuung….!“ Mit einem Stoß setzte die Ju auf und erhob sich wieder. Dann berührten die Räder ein zweites Mal den Boden und dieses Mal blieb der Kontakt bestehen. Mit Vollgas rollten die Maschinen zu den ihnen vorher zugewiesenen Zielen. Hauptmann Lauck versuchte durch das Fenster irgendetwas zu erkennen, aber draußen war nichts zu sehen außen aufgewirbeltem Sand. Mit einem Ruck wurde sie Maschine langsamer und drehte nach links. „Alles raus!!!“ Der Oberleutnant sprang aus der Maschine und seine Männer folgten ihm. So musste es sich in dieser Sekunde bei den anderen Maschinen auch zutragen.

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Der Motorenlärm erstarb und die Maschine rollte aus. Die drei Bordschützen suchten unentwegt mit ihren Augen das Gelände ab. Bereit, jederzeit das Feuer zu eröffnen, wenn es notwendig werden sollte. Aber nichts passierte. Keine Schüsse, kein Geschrei. Eine gerade zu gespenstische Stille herrschte. Hauptmann Lauck stieg aus der Luke, immer die MP im Anschlag. Die Stille zerrte etwas an seinen Nerven und er hatte das Gefühl, dass tausend Augen ihn beobachten würden. Nach einigen Minuten kam der Oberleutnant zurück. „Nur Zivilisten…der zuständige Mann hat uns den Flugplatz ohne zu murren übergeben. Militär soll angeblich weder auf dem Flugplatz, noch in der Stadt stehen.“ Hauptmann Lauck entspannte sich. „Wie geht es weiter?“ fragte er. Der Oberleutnant grinste. „Jetzt organisieren wir uns Fahrzeuge und rücken in die Stadt ein…“
General Lee, ich habe keine Divison mehr!

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Cfant
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Beitrag von Cfant »

Hehehe, da ist wohl jemand auf den Geschmack gekommen? Willkommen in der Bruderschaft, wir haben auf Euch gewartet! :D Jaja, das TOAW-Fieber, leider nicht heilbar ;) Sehr schöner Auftakt, gebt Bescheid, ob Ihr Tipps und Hinweise möchtet oder lieber nicht :)
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Beitrag von G.L.vonBlücher »

Sehr schön, wir werden gespannt mitlesen!
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Beitrag von Ratnik »

uns habt ihr ebenfalls als Leser gewonnen!
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Frankenland
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Beitrag von Frankenland »

Viel Erfolg!
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

Cfant hat geschrieben:Gebt Bescheid, ob Ihr Tipps und Hinweise möchtet oder lieber nicht :)
Natürlich darf in diesem AAR gefachsimpelt werden, werter Cfant :D Das könnte dazu führen, dass dieser AAR nicht zu schnell beendet ist und wir sprichwörtlich im Mittelmeer baden gehen. :rolleyes:
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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Tunis, 15. November 1942
Hauptmann Lauck hielt sich die Hände schützend vor die Augen. Dieses Ungetüm, dass da auf ihn zugerollt kam, wirbelte mit seinen sechs Motoren die halbe Wüste auf und erzeugte einen künstlichen Sandsturm. Direkt dahinter setzte eine weitere Maschinen vom Typ Me 323 zur Landung auf das Flugfeld an. Langsam kam die Operation in Schwung, obwohl er in den letzten fünf Tagen mehr als einmal am verzweifeln war. Es regierte immer noch ein kontrolliertes Chaos mit einem guten Schuss Improvisation. Die Maschine kam zum stehen und die Motoren erstarben. Von innen heraus wurden die gewaltigen Bug Tore geöffnet und Fahrzeuge, Geschütze und Nachschub verließen den Bauch der Transportmaschine.

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Dann verlies der Mann das Flugzeug, auf den Hauptmann Lauck gewartet hatte. Eiligen Schrittes ging er auf ihn zu und grüßte. "General Nehring...Hauptmann Lauck." Der angesprochene grüßte zurück und gab Lauck die Hand. "Sieht ja aus wie ein riesiger Ameisenhaufen." General Nehring sah sich interessiert um. "Preußische Ordnung sieht anders aus Herr General, dessen bin ich mir durchaus bewusst." erwiderte Hauptmann Lauck. "Aber auf Sizilien wird wohl zur Zeit alles in die Maschinen verfrachtet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und wir müssen hier zusehen, dass wir das beste daraus machen. Dringend benötigte Einheiten warten seit Tagen auf die Verlegung hierhin. Andere, die noch gar nicht dran wären sind bereits hier." General Nehring nickte stumm, während er sich weiter umsah. "Das wird besser werden, verlassen Sie sich darauf." Hauptmann Lauck wies auf einen alten Renault, der am Rande des Flugfeldes stand. "Herr General, wenn ich bitten dürfte...?" General Nehring sah verdutzt auf das Gefährt. "Die Stabsfahrzeuge sind noch nicht da" versuchte Hauptmann Lauck sich zu rechtfertigen. General Nehring zuckte mit den Schultern. "Immer noch besser als laufen..."

Es ging über einen Feldweg nach Süden in Richtung der Hauptstraße die nach Tunis führte, wo sich das noch provisorische Hauptquartier der deutsch-italienischen Streitkräfte in Tunesien befand. Kurz bevor die die Hauptstraße erreichten, fluchte der Fahrer und versuchte sich am rechten Straßenrand mit seinem Wagen so klein wie möglich zu machen. Eine Kompanie italienischer Sturmgeschütze kam ihnen entgegen und die Panzerkommandanten gestikulierten theatralisch und übertrieben, um ihren Fahrzeugen den notwendigen Platz zu verschaffen.

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"Schweres Gerät ist also auch schon da" bemerkte General Nehring. Hauptmann Lauck entzifferte die Kennung an den Sturmgeschützen. "Sind vom XXX. italienischen Korps, Herr General." Er drehte sich zum General um. "Sobald wir im Hauptquartier sind, gebe ich Ihnen eine Übersicht über die bereits eingetroffenen deutschen und italienischen Verbände." General Nehring nickte zufrieden und sah wieder aus dem Fenster. Am Standrand von Tunis wurden sie von Feldjägern angehalten und kontroliert, bevor sie weiter ins Stadtzentrum fahren konnten. Vor der großen Hauptpost hielt der Wagen und der Fahrer sprang eiligst aus dem Fahrzeug um dem General den Verschlag zu öffnen. Auch Hauptmann Lauck stieg aus und ging um den Wagen herum. Sie standen vor einem zweistöckigen Gebäude im Kolonialstil mit massiven Wänden. "Gute Wahl, Herr Hauptmann." Hauptmann Lauck wand sich etwas. "Vielen Dank Herr General, aber die Wahl des Gebäudes hatte andere Gründe als seine Standfestigkeit..." General Nehring sah ihn neugierig an. "Lassen Sie hören." Hauptmann Lauck versuchte, die passenden Worte zu finden. "Wie ich Ihnen eben bereits berichtete, kommen die Einheiten nicht immer gemäß Verlegungsplan hier an." General Nehring nickte. "So verhält es sich auch mit den Fernmeldeeinheiten...sie sind immer noch nicht da..." General Nehring sah den Hauptmann verständnislos an. "Schön und gut, aber was hat das mit diesem Gebäude zu tun?" Hauptmann Lauck setzte ein schiefes Lächeln auf. "Wie gesagt, dass hier ist die Hauptpost...wir geben Befehle und Nachrichten über das hiesige Telefonnetz durch. Bis nach Bizerta und Mateur." Der General wurde blass...
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Lewis Armistead
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Beitrag von Lewis Armistead »

Werter Pickett, wir lieben die Atmosphäre eurer AAR's...wieder ein ausgezeichneter Beginn.

Wir werden gespannt mitlesen :prost:
In Schützengräben gibt es keine Atheisten.
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

Habt Dank für das Lob, werter Lo. Hoffentlich werden unsere militärischen Entscheidungen ebenso viel Lob finden...
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

So...vorab schon einmal ein paar Infos zum Szenario (Last Stand in Africa 1942-1943):

Hexgröße 5 Kilometer
1 Zug = 1/2 Woche
Einheitengröße: Bataillone, teilweise Kompanien
Anzahl der Züge: 80 (November 1942 bis August 1943) was wohl Wunschdenken unsererseits ist

Bisher einzige Hausregel: Kein "Ignore losses" wenn die Einheit auf Stufe "F" eingegraben ist
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Hohenlohe
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Beitrag von Hohenlohe »

Werter George, wir haben schon mal abonniert...aber wir lesen auch auf der Gegenseite mit und müssen uns daher diverser Kommentare enthalten...hoffentlich kann ich meinen Mund halten...*grins*

herzliche grüsse

Hohenlohe... :smoke: :D
In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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"Wahrlich nicht viel, Herr Hauptmann." General Nehring las sich die Auflistung an verfügbaren Truppen, Ausrüstung und Nachschub durch, die Hauptmann Lauck vorbereitet hatte. "Aufklärung?" fragte der General in die Runde. Major von Seubert, der Ic des Korpsstabes, faltete eine große Karte Nordtunesiens auseinander und legte sie auf einen großen Holztisch. "Noch dürftig, Herr General. Das wird sich aber mit dem Eintreffen der Luftwaffe verbessern. Die anwesenden Offiziere versammelten sich um den Kartentisch und Major von Seubert begann mit dem Lagevortrag. "An der Küste haben feindliche Verbände die algerisch-tunesische Grenze überschritten und stehen mit ihren Spitzen östlich von Tabarka. Mit der Einnahme der Ortschaft verfügt der Feind dort über ein frontnahes Flugfeld." Alle sahen konzentriert auf die Karte. "Weiter südlich bei Bedja stehen französische Truppen. Wir gehen davon aus, das sie mit den britischen und amerikanischen Verbänden kooperieren werden, also als feindlich einzustufen sind." Nach einigen Sekunden Stille sah General Nehring überrascht auf und sah Major von Seubert an. "Das ist alles an Informationen?" Der Major nickte stumm.

General Nehring richtete sich auf und rückte sein Koppel zurecht. "Nun denn..." Er nahm wieder Lauck´s Bestandsmeldung zur Hand und schien zu überlegen. "Oberst von Broich?" Der genannte trat einen Schritt vor. "Sie werden unsere Speerspitze sein!" General Nehring grinste schief. "Ich werde ihnen einen Großteil der zur Zeit verfügbaren Truppen unterstellen. Ihr Verband heißt ab sofort "Division von Broich". Er musste kurz lachen. "Etwas hochtrabend für die paar Mann aber vielleicht trägt die Bezeichnung zur Verwirrung des Gegners bei. Ich unterstelle ihnen folgende Einheiten: Alarmbataillone 3 und 20...Kampfgruppe Witzig...10. motorisiertes Bersaglieri Bataillon...Fallschirmjägerbataillon Barnthen...1 Abteilung Artillerie." Oberst von Broich machte sich Notizen. "Als Reserve erhalten Sie bis auf weiteres die 557. italienische Sturmgeschützabteilung." Er sah den Oberst ernst an. "Nun zu Ihrer Aufgabe. Rücken Sie in zwei Stoßkeilen nach Westen vor. Der nördliche entlang der Küste bis zum Kap Serrat. Der südliche über Mateur und Sidi Nisr bis in den Raum südlich Djebel Abiod." Wieder nickte der Oberst und machte sich weitere Notizen.

"Oberst Koch?" Der General sah wieder kurz hoch. "Herr General?" "Sie werden südlich der Division von Broich operieren und offensive Aufklärung betreiben. Hierfür unterstelle ich Ihnen auch die verfügbaren gepanzerten Verbände. Im einzelnen wären dieses: I. und II. Bataillon des Fallschirmjägerregimentes 5...1 Bataillon italienischer Fallschirmjäger...Panzerabteilung 190...101. und 136. italienische Sturmgeschützabteilung." Die Finger des Generals kreisten über der Karte. Sie werden über Medjez el Bab und Oued Zagra bis in den Raum östlich von Bedja vorrücken und Fühlung zu den französischen Verbänden aufnehmen. Denken Sie daran, dass Ihre linke Flanke offen ist. Gott weiß, was für ein Schlamassel aus Süden auf uns zukommen wird."

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General Nehring sah nun beide Offiziere an. "Eines haben Ihre Aufträge gemeinsam, meine Herren. Sie sollen den Gegner verlangsamen bis wir den Brückenkopf mit den nachlandenden Truppen gesichert haben. Stellen Sie sich ihre Stellungen wie einen Luftballon vor, aus dem wir bei Bedarf nach und nach etwas Luft rauslassen, was nichts anderes bedeutet als das Sie sich nach und nach auf eine noch zu bildende Linie östlich Ihrer vorgeschobenen Positionen zurückziehen werden. Natürlich nur in enger Abstimmung mit mir!" Er reichte beiden Offizieren die Hand. "Dann los, meine Herren..."
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Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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Gegen Mittag machte sich Hauptmann Lauck zusammen mit dem I. Bataillon des Fallschirmjägerregimentes 5 auf den Weg. Auf Befehl General Nehrings sollte er sich den Fallschirmjägern anschließen und dem Stab einen Bericht aus ersten Hand geben. Als er den Sammelpunkt erreichte, kam ihn ein grinsender Oberleutnant entgegen. "Herr Hauptmann, so sieht man sich wieder." Hauptmann Lauck reichte ihm die Hand. "Seien Sie mein Gast bei unserem Ausflug in die tunesische Pampa." Der Oberleutnant zeigte auf ein Sammelsurium von konfiszierten Fahrzeugen. "Alles da, was die französische Automobilindustrie zu bieten hat." Hauptmann Lauck stemmte die Hände in die Hüften und schüttelte den Kopf. "Meine Herren, das nenne ich mal organisieren!" Er drehte sich wieder zum Oberleutnant um. "Lauck, Manfred Lauck." Der überraschte Oberleutnant nahm die dargereichte Hand und schüttelte sie. "Meier, Gerd Meier." Ein paar Augenblicke später kam ein Kübel um die Ecke gebogen und hielt auf sie zu. "Herr Hauptmann reisen natürlich erster Klasse." Hauptmann Lauck kam aus dem Wundern nicht mehr raus. Inmitten des Krieges so eine Frohnatur zu treffen...

Sie stiegen in den Kübel und die Kolonne nahm Fahrt auf und jagte nach Westen aus der Stadt heraus. Das I. Bataillon nahm den südlichen Weg nach Medjez el Bab über die Rollbahn, die direkt zu diesem Ort führte. Hin und wieder kamen ihnen Beduinen mit ihren Kamelen entgegen, die freundlich aber manchmal auch übertrieben freundlich grüßten. "Passen Sie bloß auf ihre Geldbörse auf, Herr Hauptmann" scherzte Oberleutnant Meier. Ab und zu sahen sie in den strahlend blauen Himmel. Wer weiß wie weit der Feind schon über Flugzeuge verfügte und in dieser öden Gegend gab es nicht wirklich viel Deckung im Fall des Falles, aber keine Maschine lies sich blicken. Am späten Nachmittag erreichten sie Medjez el Bab. Oberleutnant Meier stieg aus und suchte mit seinem Fernglas die Gegend ab.

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Mit knappen Worten erteilte er Befehle. Die Fallschirmjäger saßen ab und näherten sich in Schützenlinie der Ortschaft. Außer dem blöken von Schafen war es totenstill und sprungweise erreichten die Gruppen die ersten Häuser. Wenige Minuten später kam ein Melder zurückgelaufen. "Der Ort ist feindfrei, Herr Oberleutnant. Nur Einheimische." Oberleutnant Meier nickte. "Gut, wir rücken in die Ortschaft ein und richten uns für die Nacht zur Verteidigung ein. Er stieg auf den Rücksitz und drehte sich nach hinten. Mehrmals reckte er seinen rechten Arm in die Höhe. "Kolonne...Marsch!" Die Fahrzeuge verteilten sich zwischen den Häusern, eng an die Mauern gepresst und wurden getarnt. Nach und nach traf auch der Rest des Bataillons ein und verteilte sich auf die Ortschaft. Nach und nach kamen die Bewohner wieder aus ihren Häusern heraus und kamen gestikulierend und schnell in einer unverständlichen Sprache redend auf sie zu. "Wo ist Focke?" wollte der Oberleutnant wissen. Nach wenigen Minuten war der Gefreite Focke zur Stelle. "Focke, nehmen Sie sich ein paar Zigaretten und "Geschenke" und versuchen Sie aus den Leuten etwas herauszuquetschen. Französische Truppenbewegungen, Amis etc. Jetzt können Sie ihre Sprachkenntnisse endlich mal anwenden." "Jawohl, Herr Oberleutnant!" Der Gefreite Focke raffte die Sachen zusammen und ging zu einer Gruppe älterer Männer. Er verteilte Zigaretten und schnell kam er ins Gespräch.

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Nach einer halben Stunde kam er zurück. "War nicht leicht. Mal sprachen die französisch, mal arabisch." "Und?" wollte Oberleutnant Meier wissen. "Vor vier Tagen sind aus Richtung Tunis kommend etliche Fahrzeuge durch den Ort gekommen und nach Westen weitergefahren, vermutlich nach Oued Zagra oder Badja." Hauptmann Lauck sah instinktiv nach Westen, wo die Sonne gerade glutrot hinter dem Horizont versank...
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Beitrag von Jörg von Frundsberg »

Wir werden mit euch leiden werter Pickett ^^
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Beitrag von G.L.vonBlücher »

Sehr schön, der AAR gefällt mir bisher sehr gut. :)
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George Pickett
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Beitrag von George Pickett »

Danke für das Lob, werter von Blücher. Wir freuen uns immer, wenn die werten Regenten sich halbwegs gut unterhalten fühlen. :)
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Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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Lagebericht des Korpsstabes Nehring vom 15. November 1942 zur Vorlage beim Oberbefehlshaber Süd
Die Brückenköpfe von Bizerta und Tunis werden als vorläufig gesichert angesehen. Am heutigen Tage begannen die Division "von Broich" im Norden und die Kampfgruppe "Koch" im Süden ihren Vormarsch nach Westen in Richtung der algerischen Grenze um den Brückenkopf zu erweitern und zu eruieren, wo der Feind in welcher Stärke präsent ist. Bis zum Abend wurde kein Feindkontakt hergestellt. Französische Verbände wurden nicht aufgeklärt. Ihre Haltung den Achsentruppen gegenüber ist als potentiell feindlich einzustufen. Bis zum 18. November sollen beide Verbände eine Linie Kap Serrat - Bedjar - Testour erreichen und vorläufig sichern.

In diesem Zusammenhang die dringende Bitte die Verlegung der Verstärkungen mit Nachdruck voranzutreiben. Hierbei verweise ich auf den vorläufigen Verlegungsplan vom 12. November, welcher die Verlegung der Division "Superga" bis zum 20. November vorsieht. Diesen Termin sehe ich als nicht mehr realistisch an. Die schnelle Formierung des XXX. italienischen Korps als nördlichsten Großverband mit den Divisionen "Superga", "von Broich" und der Brigade "Imperialisti" sehe ich für die erfolgreiche Festigung des Brückenkopfes als unumgänglich an. Ferner fehlt es an schwerem Gerät, insbesondere Artillerie und Panzern. Auf Grund unzureichender Aufklärungsmöglichkeiten gerade im Bereich südlich der Kampfgruppe "Koch" muss hier vom Schlimmsten ausgegangen werden. Tunis ist von Süden her praktisch unverteidigt. Lediglich die Begleitstaffel des Korpsstabes und eine Flakabteilung stehen zur Verteidigung bereit. Bizerta hingegen wird von zwei italienischen Marineinfanteriebataillonen gesichert und ist augenblicklich nicht gefährdet.


Gezeichnet:
General der Panzertruppe Nehring

(vorl. Befehlshaber Tunesien)
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Beitrag von George Pickett »

Hach, wir sind so herrlich inkonsequent. Aus Zeitgründen wollten wir eigentlich erst später mit dem PBEM beginnen, aber was sollen wir sagen...der erste Zug ist raus. :D
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Sehr gut, wir sind gespannt!
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Beitrag von George Pickett »

Wettlauf nach Tunis

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Lagebericht des Korpsstabes Nehring vom 16. bis 17. November 1942 zur Vorlage beim Oberbefehlshaber Süd

I. Ausgangslage

Division „von Broich“
Die Verbände der Division konnten die vorgegebenen Marschziele erreichen ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Division richtete sich auf der Linie Cap Serrat – Djebel Abiod zur Verteidigung ein. Die Frontlinie ist dünn und hat einen sehr provisorischen Charakter. Reserven stehen nicht zur Verfügung.
Kampfgruppe „Koch“
Auch hier konnten die Verbände, vom Feind unbehelligt, nach Westen vorstoßen. Hier hat die Frontlinie jedoch eher einen stützpunktartigen Charakter. Im Norden hat das italienische Fallschirmjägerbataillon, verstärkt durch die 101. italienische Sturmgeschützabteilung, Fühlung mit französischen Verbänden bei Bedja aufgenommen. Aufgabe der Italiener ist es, die Straßenkreuzung östlich von Bedja zu sperren um ein Vorrücken des Feindes auf Sidi Nisr oder Qued Zagra zu verhindern. Weiter südlich sichert das II./FJR 5 zusammen mit der 136. italienischen Sturmgeschützabteilung die Brücke westlich von Ques Zagra um dem Feind den Flussübergang zu verwehren. Hier erfolgte bisher noch keine Feindberührung. An der linken Flanke der Kampfgruppe „Koch“ sichert das I./FJR 5 zusammen mit der Panzerabteilung 190 ebenfalls eine Brücke und zwar westlich von Testour. Auch hier soll dem Feind der Flussübergang verwehrt, bzw. erschwert werden.

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II. Feindliche Truppenbewegungen/Aktionen
Im Verlauf des 17. November rückten britische Verbände zur Frontlinie auf. Im Bereich der Division "von Broch" versuchte die britische 78. ID an zwei Stellen den Einbruch in unsere Stellungen. Bei der Kampfgruppe "Witzig" und dem sich südlich anschließenden 10. Bersaglieri-Bataillon. Mit Unterstützung der 557. italienischen Sturmgeschützabteilung konnten insgesamt drei Angriffe unter Verlusten abgewiesen werden. Hier steht unserem provisorischen Verband eine voll ausgerüstete britische Division gegenüber.

Im Bereich der Kampfgruppe "Koch" blieb es ruhig. Zwar rückten auch hier Verbände der 78. britischen Division vor, jedoch kam es zu keinen Gefechten. Auch die freifranzösischen Verbände verhalten sich noch passiv. Die Lage südlich der Kampfgruppe "Koch" ist mangels Aufklärung immer noch unklar und ein Unsicherheitsfaktor.

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III. Luftlage

Ein schwerer Luftangriff fand auf Tunis statt. Im Umfeld der Stadt kam es zu heftigen Luftkämpfen. Die eben erst eingetroffenen Verbände der Luftwaffe und der Regia Aeronautica erlitten, wie auch der Gegner, hohe Verluste. Etwa 1/3 der jeweils eingesetzten Maschinen wurden zerstört oder beschädigt.



Gezeichnet
General der Panzertruppe Nehring

(vorl. Befehlshaber Tunesien)
General Lee, ich habe keine Divison mehr!

George Pickett´s AAR´s
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