09.Aug.42 Fortsetzung
Unternehmen Fackel ausgearbeitet:
Ziele:
Sicherung von
Smolensk, Zerschlagung eines großen Teiles der gegnerischen Truppen gegenüber der
Heeresgruppe Mitte, Erreichen von Ausgangsstellungen für den Vorstoß auf
das letzte sowjetische Bollwerk
Kalinin - Kaluga - Brjansk vor der feindlichen Hauptstadt
Moskau.
Plan:
Massierter Panzervorstoß mit zwei Zangenarmen, im Norden von Peno, im Süden von Karma aus tief in den Rücken des operativen Zieles
Smolensk.
Der nördliche Zangenarm rückt entlang des Nordufers der
Wolga bis Oblino vor, um dann nach Süden abzudrehen und sich etwa im
Raum Dorogobuz mit der Panzerspitze des
südlichen Zangenarmes zu treffen.
Der südliche Vorstoß hält sich auf der anfänglich nordöstlich ausgerichteten Vormarsch-Achse am
Südufer des Besed, um dann in
Roslawl nach Norden einzudrehen und schliesslich
Dorogobuz zu besetzen.
Mittel:
Aufgrund der Ausdehnung des Operationsgebietes werden insgesamt 4 Panzer-Korps bereitgestellt:
Im Norden das
II. und das IV.Pz.Korps, im Süden bislang des
III.Pz.Korps.
Ein zusätzliches Panzer-Korps wird für die südliche Kräftegruppe noch von der
Heeresgruppe Süd bereitgestellt.
Die Panzertruppen werden für diese Operation komplett General
Guderians 2.Panzer-Armee unterstellt.
Zur Sicherung der Durchbruchstellen und zur späteren Ablösung der weiter vorstoßenden Panzerkeile sind das
Marineinfanterie-Korps und das Luftlande-Korps vorgesehen, wobei letzteres
noch aus der Front der
Heeresgruppe Nord herausgelöst werden muss.
Die Luftunterstützung liefern die
Bomberflotten 2 und 3, unterstützt vom
1.Sturzkampf-Kommando.
Zur Sicherung des Luftraumes werden die
Fliegerkorps V, VI und VIII bereitgestellt, ausserdem die
Luftverteidigungs-Korps "Ost" und "Mitte" und als Reserve das
Fernjagd-Kommando.
Die neue
Jäger-Division formiert sich in
Rostrenen, östlich von
Brest, unter dem Kommando des
Marinesturm-Korps.
Was wir damit im Einzelnen anfangen, ist noch ein wenig unklar.
Da die Division sowohl luft- als auch seelandefähig ist, bietet sich ein weites Spektrum an Möglichkeiten.
Angesichts der gegenwärtig bis zum äussersten angespannten Industrie-Kapazitäten wird für die
norwegische Unabhängigkeit der 1.September '42 ins Auge gefasst.
Im Verlauf des August werden die sehr umfangreichen Baumaßnahmen zur Sicherung der französischen Atlantik-Küste durch See-Forts und Bunkeranlagen weitgehend abgeschlossen sein,
sodass Kapazität frei wird, um die Norweger, Iren und Portugiesen beim Wiederaufbau ihrer Streitkräfte zu unterstützen.
Ausserdem stehen zur Zeit keine Hilfskreuzer zur Verfügung, um die
Gewässer um Island aufzuklären - Bauprogramme laufen, werden jedoch voraussichtlich erst im Oktober erste Resultate zeitigen.
Aufgrund der angespannten Situation bei der Kriegsmarine sollen für diese Aufgabe keine aktiven Kriegsschiffe verwendet werden, sodass Unternehmen Bifröst frühestens im Spätherbst starten kann.
Vor dem Beginn des Unternehmens macht wiederum der Abzug des
VII.Küstenschutz-Korps von den südnorwegischen Häfen keinen Sinn.
Im verbliebenen Kessel von
Unternehmen Rammbock strömen immer noch geschlagene sowjetische Verbände in die letzte freie Region
Bobrynets.
Wir warten geduldig ab, um dann die Angelegenheit mit einem einzelnen Ansturm zu erledigen.
Gemäß Aufklärung sitzen in Bobrynets
57 feindliche Brigaden in der Falle, also etwa 14 bis 15 Divisionen.
Oder was davon übrig ist.
10.Aug.42
Zusätzliche Küsten-Forts in Quimper, St.Brieuc, Caen, Morlaix, Vannes und Lannion errichtet, ausserdem Flak in Vannes und Bunker in Caen.
Verkehrswege in 15 Ostregionen verbessert.
13.SS-Pz.Gren.Reg. aufgestellt und der
Kampf-Brigade / SS-Pz.Korps unterstellt.
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Fregattenkapitän Hjalfnar salutiert lehrbuchmäßig mit zusammenknallenden Hacken.
Gestern war die Kampfgruppe Blücher nach der erfolgreichen Operation zur Eroberung der Azoren, die letztlich auch die bedingungslose Kapitulation Portugals nach sich gezogen hatte,
wieder in Brest eingelaufen.
Hjalfnar hatte sich verblüfft die Augen gerieben, angesichts der gigantischen Ausbaumaßnahmen, die seit seinem letzten Besuch vor einigen Monaten hier durchgeführt worden waren.
Natürlich hatte er davon gehört, dass alle französischen Häfen stark befestigt werden sollten, aber was er hier vorfindet, sprengt doch seine Vorstellungskraft.
Überall an der Küste erheben sich die neu hingeklotzten Forts der Seebefestigungen, aus deren schwer gepanzerten Türmen die Rohre von 20,5cm-Geschützen hervorlugen.
Der Hafen und die Dock-Kapazitäten waren ebenfalls deutlich erweitert worden.
Das ganze Ausmaß der Maßnahmen zeigte sich aber erst, als er dem durch Offizier überbrachten, vom Kommandeur der Marine-Unterstützungsverbände stammenden Befehl, sich
in der Zentrale in Brest einzufinden, Folge leistete.
Das Hauptquartier lag in einem Vorort von Brest oder besser gesagt: darunter.
Ausgedehnte Tiefbunker, die die Kommandozentralen der Kriegsmarine beherbergten wurden von den Hochbunkern der Wachmannschaften eingerahmt.
Die ganze Stadt Brest wurde durch ein Netz von großen Bunkern zur Verteidigung gegen Angriffe von der Landseite her geschützt, ergänzt durch vorbereitete Stellungen der Küstenschützer.
Das Gesamtbild erinnerte ein wenig an Sewastopol, allerdings mit bedeutsamen Unterschieden.
Sewastopol war als klassische Seefestung entstanden, die den zentralen Stützpunkt der zaristischen Marine schützen sollte.
Irgendwann hatte man herausgefunden, dass ein Gegner nicht darauf angewiesen war, mit Kriegsschiffen auf Geschützreichweite heran zu laufen, um sich einen verlustreichen Kampf
mit den Verteidigern zu liefern.
Stattdessen konnte eine hinreichend ausgestattete Marine auch sonstwo auf der Krim Invasionsstreitkräfte anlanden um die Forts von hinten zu nehmen.
Daraufhin hatte man Sewastopol um große, schwer bewaffnete Forts erweitert, die sowohl see- als auch landseitig eingreifen konnten.
Allerdings wurde übersehen, dass es schon wieder eine neue Waffe gab, die alle diese Maßnahmen ad absurdum führen konnte: die Luftwaffe und ihre Kapazität zu Luftlandungen.
Genau so hatten die Deutschen die gewaltige Festung mit geringsten Verlusten erobert - und die Rote Armee hätte es angesichts der vorangegangenen Einsätze der Fallschirmjäger
auch durchaus kommen sehen können.
Bei dem Ausbau von Brest hatte man jedenfalls die eigenen Erkenntnisse zur Luftmacht und ihre Auswirkungen intensiv beherzigt.
Insgesamt vier schwere Flak-Regimenter stehen nun bereit, um jeden Anflug auf Brest zu einem Selbstmordunternehmen zu machen!
Im Zentrum der Festungsanlagen befindet sich der gewaltige Radarkomplex, der bis weit in den Atlantik, die irische See und den Ärmelkanal blicken kann und feindliche Bewegungen
zur See oder in der Luft frühzeitig erkennen wird, sowie große Horchposten, die jedes Funksignal im weiten Umkreis auffangen können.
Auch die letztlich zutreffenden Erkenntnisse über die schwache amerikanische Verteidigungstruppe in Irland stammten von diesem Komplex.
Auf der Fahrt zum Marine-Hauptquartier hatte ihm der Leutnant zur See mit einem Lächeln versichert, dass die restliche französische Küste nicht viel anders aussieht.
Zumindest die großen Häfen in Lorient, Bordeaux, LaRochelle, Cherbourg und Calais waren im gleichen Maße ausgebaut worden, die kleineren wie etwa Bayonne kaum weniger stark.
Falls die Yankees hier tatsächlich irgendwo eine Invasion starten wollten, würde das ganze in einem blutigen Desaster ungeahnten Ausmaßes enden.
Eine noch größere Überraschung hatte ihn aber im Hauptquartier erwartet: dort empfing ihn nicht etwa der Befehlshaber der Unterstützungsverbände, sondern Admiral Raeder, der
OB der Kriegsmarine höchst persönlich!
Raeder erwidert den Gruß des Fregattenkapitäns etwas steif und bedeutet ihm mit einer Handbewegung, auf einem der Besucherstühle in dem gediegen ausgestatteten Büro Platz zu nehmen.
"Freut mich, Sie wohlbehalten wiederzusehen, Hjalfnar!", eröffnet der Admiral lächelnd, "Und natürlich wieder einmal erfolgreich!"
"Nun, die US Navy ließ sich ja nicht mehr blicken, seit sie aus dem Hafen von Dublin geflohen ist", gibt der Fregattenkapitän vorsichtig zurück.
"Tja, das wollen wir ihnen auch nicht nachtragen, nicht wahr ?", antwortet Raeder mit versonnenem Blick, nach einer frisch gefüllten Kaffetasse greifend.
Hjalfnar entdeckt vor sich ein identisches Exemplar und folgt dem Beispiel seines Oberbefehlshabers.
Raeders Blick bleibt an dem Ritterkreuz hängen, das um den Hals des Geschwaderführers baumelt.
Allzu viele Gelegenheiten hat es für die Marineangehörigen noch nicht gegeben, sich entsprechend auszuzeichen, daher ist Hjalfnar immer noch etwas besonderes.
"Nun, ich will ohne große Umschweife auf den Kern der Sache kommen, Herr Fregattenkapitän!", hebt der Admiral wieder an.
Hjalfnar beugt sich gespannt auf der Stuhlkante nach vorne.
"Wie sie wissen, laufen daheim im Reich seit einiger Zeit umfangreiche Bauprogramme der Kriegsmarine", fährt Raeder fort.
"Dazu gehören auch gegenwärtig 5 Neubauten von Panzerschiffen, wovon der erste Ende des Jahres abgeschlossen sein wird."
Raeder lächelt dünn.
"Wie Sie sich denken können, haben wir uns in der Admiralität intensive Gedanken darüber gemacht, wer das Kommando über dieses Schiff übernehmen soll, das bei der Indienststellung das
modernste Panzerschiff der Marine sein wird."
Hjalfnar glaubt seinen Ohren nicht trauen zu können - man wird doch nicht...
"Die Doktrin der Kriegsmarine besagt bekanntermaßen, dass ungeachtet der rein technischen Stärkeverhältnisse ein lokalisierter Gegner mit unerbittlicher Härte angegangen und letztlich
ausgeschaltet werden soll!", versetzt Raeder. "Sie haben mehr als jeder andere Offizier der Kriegsmarine gezeigt, wie man diese Doktrin in der Praxis erfolgreich anwendet."
Nun wird das Lächeln Raeders deutlich breiter.
"Daher ist es mir ein Vergnügen, Sie von ihrer bisherigen Stellung abzuberufen und zu einem Lehrgang nach Wilhelmshaven zu schicken, wo Sie nach erfolgreichem Abschluss
zum Kapitän zur See befördert werden und das Kommando über das nächste neue Panzerschiff erhalten!"
Hjalfnar fällt die Kinnlade herunter, er starrt seinen OB überrascht an.
"Meinen Glückwünsch, Hjalfnar!", setzt Raeder hinzu. "Sie werden sehen, es gibt nichts besseres als das Kommando über so ein waffenstarrendes Dickschiff!"
Der Admiral grinst Hjalfnar nun offen an.
"Und nun lassen Sie mal hören, wen Sie für geeignet halten, ihre Nachfolge auf Z23 und dem 5.Zerstörergeschwader anzutreten!"
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11.Aug.42
Radarstationen in Homel und Sewastopol erweitert, ausserdem Hafen, Flak, See- und Landbefestigungen in Kertsch.
Das
SS-Pz.Korps sammelt sich nach und nach hinter der Front in
Petrove.
Mittlerweile sind
62 sowjetische Brigaden mit etwa 159.000 Mann in
Bobrynets gezählt worden.
Die
SS-Pz.Div. "Thule" und die SS-Pz.Gren.Div. "Prinz Eugen" eröffnen den letzten Angriff, obwohl noch einige Russen aus dem Norden unterwegs sind.
12.Aug.42
Die völlig zerschlagenen und ausgehungerten Rotarmisten in
Bobrynets strecken schliesslich die Waffen.
Am Ende sind es rund 185.000 Mann, die in Kriegsgefangenschaft gehen - mit den neuen, schweren Panzer- und Garde-Divisionen die Blüte der Roten Armee.
Hoepners I.Pz.Korps wird nun aus dem
Großraum Dnjepropetrowsk herausgelöst und
Richtung Chachersk in Marsch gesetzt, um sich zur Teilnahme an
Unternehmen Fackel
Guderians
2.Pz.Armee anzuschliessen.
In
England ist das
XVII.Inf.Korps in Cardiff angekommen und beginnt, zur Sicherung der
Häfen Cardiff, Pembroke, Plymouth und Anglesey auszuschwärmen.
Der Stab des Korps postiert sich in
Bristol, in der Hoffnung, dort eine evtl. alliierte Landung zumindest verlangsamen zu können, bis Verstärkung kommt.
Vermutlich werden sich die Amis aber günstiger gelegene Häfen aussuchen, so sie denn überhaupt kommen, sodass das Risiko der schwachen Besetzung überschaubar erscheint.
13.Aug.42
An der Ostfront ist Ruhe eingekehrt - wir gruppieren um, während ein Millionenheer die Infrastruktur in den besetzten Gebieten dramatisch ausbaut.
Die Russen dürften inzwischen damit beschäftigt sein, ihre Wunden zu lecken.
Das
XII.Inf.Korps räumt seine Stellungen südlich von Homel um weiter im Norden, östlich von
Kholm die Positionen des
Luftlande-Korps zu übernehmen.
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Oberstleutnant Frisiercreme hat seine in Knobelbechern steckenden Füße bequem auf dem Tisch platziert und den Stuhl mit der Lehne an die hölzerne Rückwand des kleinen Raumes
gekippelt. So ist sein heute besonders schwerer Kopf zusätzlich abgestützt.
Ein kalter Waschlappen auf der Stirn soll der Linderung der bohrenden Kopfschmerzen dienen.
Bisher leider ohne große Wirkung.
In seinem nie ruhenden Bedürfnis, seinen Leuten auch hinter der Front bei ruhiger Gesamtlage Abwechslung zu bieten, hatte er gestern eine kleine Festivität anberaumt, die im Wesentlichen
auf Wildschweinen und Bier beruhte, deutlich angereichert durch größere Mengen Beute-Wodka.
Womöglich war mit den Wildschweinen etwas nicht in Ordnung gewesen, jedenfalls fühlt sich der Oberstleutnant am heutigen Morgen als wäre ein Tiger über ihn hinweg gerollt.
Unweit seines Fensters, auf dem Hof des Bauerhauses, das zur Zeit als Hauptquartier des Pz.Pio.Bat. / 14.Pz.-Unterstützung-Reg. dient, dengeln einige Pioniere auf der verbogenen Panzerplatte
eines Halbkettenfahrzeuges herum.
Jeder Hammerschlag scheint direkt gegen die Innenseite von Frisiercremes geplagten Kopf geführt zu werden.
Während sich der Oberstleutnant zu wichtigen dienstlichen Erwägungen in sein privates Domizil zurückgezogen hat, führt sein Stab die Bataillons-Geschäfte im benachbarten großen Hauptraum.
Das Geräusch eines sich nähernden Autos weckt das Mißtrauen Frisiercremes.
Die jahrelange Erfahrung beim Barrass läßt ihn praktisch sofort erkennen, dass hier etwas ungewöhnliches vor sich geht.
Mühsam verdreht er den Kopf, um den auf die Hofeinfahrt einbiegenden Kübelwagen ins Auge zu fassen, der schliesslich vor seinem Fenster hält.
In dem sich setzenden Staub ist ein Oberleutnant zu erkennen, der aus dem Kübelwagen steigt, während sein Fahrer die Stellung hinter dem Lenkrad hält.
Mit argwöhnisch hochgezogenen Augenbrauen erspät Frisiercreme die roten Streifen an der Hose des Offiziers.
Offenbar ist der junge Schnösel ein Abgesandter des Divisionsstabes, was prinzipiell eigentlich nichts Gutes bedeuten kann.
Wie eine Katze erhebt sich Frisiercreme von seinem Lager - nicht so geschmeidig, aber mit einem vergleichbar gigantischen Gähnen.
Als Zeichen seiner militärischen Würde streift er sich seine verknitterte Uniformjacke über, findet schliesslich seine Offiziersmütze unter dem Bett und erreicht den Hauptraum, als der Jungspund
durch die Eingangstür tritt.
"Guten Morgen Herr Oberstleutnant! Oberleutnant Brähmer, Divisionsstab!", stellt sich der Neuankömmling forsch vor.
Frisiercreme schenkt ihm das ölige Lächeln, das ihm für den Umgang mit störenden Stabslakeien angemessen scheint.
"Und was führt sie zu uns, Oberleutnant?"
"Wie Sie vermutlich bereits gehört haben, ist ihr Regiments-Kommandeur Oberst Weidenfels heute Nacht gefallen", setzt der Oberleutnant an.
Frisiercreme, der davon tatsächlich keine Ahnung hat, wirft Feldwebel Schulz, zu dessen Pflichten es gehört, seinen Bataillons-Kommandeur über derartige Details auf dem Laufenden zu halten,
einen vernichtenden Blick zu.
Schulz, der den Oberstleutnant in der vergangenen Nacht tatkräftig unterstützt hat und nun noch schlechter aussieht als sich Frisiercreme fühlt, läßt die Nase schuldbewußt noch tiefer gen Boden sinken.
"Scheinbar gab es ein technisches Problem", antwortet Frisiercreme grimmig. Wie hatte es der Alte überhaupt geschafft, zu fallen? Der Oberstleutnant hatte ihn noch nie näher als 2km an
der Front entdeckt und zur Zeit war dort ohnehin nichts los.
"Nun, der Oberst ist heute Nacht einem versteckten Heckenschützen zum Opfer gefallen und vor etwa einer Stunde verschieden", führt Brähmer etwas irritiert aus.
"Daher hat mich der Ia auch zu ihnen geschickt. Wie sie wissen, sind sie nach dem Oberst der ranghöchste Offizier des Regimentes."
Frisiercreme reibt sich verblüfft die Bartstoppeln - tatsächlich, der Kommandeur des Artillerie-Bataillons war ja letzte Woche versetzt worden, also ist er gegenwärtig die Nummer 2.
"Aufgrund ihrer hervorragenden Verdienste im Kampf hat der Generalmajor vor, sie zum Regiments-Kommandeur zu ernennen !", setzt Brähmer mit einem kritischen Seitenblick auf die offene
Uniformweste Frisiercremes hinzu. "Man erwartet Sie in einer Stunde im Divisions-Gefechtsstand".
Frisiercreme reißt überrascht die Augen auf.
Das 14.Panzer-Unterstützungs-Regiment ist ein Sammelsurium verschiedener Waffengattungen, die man zur Arbeitserleichterung für den Divisionsstab unter dem Dach eines Regimentes
versammelt hatte.
Neben Frisiercremes Pionieren gehört dazu ein Artillerie-Bataillon mit 3 Batterien gezogener 12,5cm Haubitzen, einer Panzerjäger-Kompanie, einer Sturmgeschütz-Kompanie, ein Panzer-
Aufklärungs-Bataillon und ein Instandsetzung-Bataillon.
Die Pioniere konnte zwar jedermann jederzeit prima gebrauchen, aber wenn es um Kommandoposten ging, machten fast immer die Panzer oder die Artillerie den Stich.
In einer Panzerdivision musste man eigentlich nicht zweimal fragen, wer da zum Zug kommen würde.
Scheinbar hatte man aber gerade keinen Panzeroffizier zur Hand, der mal eben schnell befördert werden musste - im vierten Kriegsjahr wurden halt auch die Offiziere langsam knapp.
Die Leutnante und Hauptmänner überlebten häufig nicht lange genug, um Major oder Oberstleutnant zu werden, wo es dann etwas gemächlicher zur Sache ging.
"Bestellen Sie dem Ia meine Empfehlung - ich mache mich auf den Weg", läßt Frisiercreme den Oberleutnant gedankenverloren wissen.
Wenn das so weiter geht, werde ich vielleicht ja doch noch General, sagt er sich, plötzlich wach geworden.
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14.Aug.42
Die
Frachtkapazitäten unserer Transportflugzeuge wurden erweitert.
Kann man vermutlich gut brauchen, falls wir künftig weit vorgeschobene Brückenköpfe aus der Luft versorgen müssen.
Küsten-Forts in LeHavre, Gamaches, La Teste, Quimper, Lannion, Morlaix, St.Brieuc und Dieppe ausgebaut, ausserdem Flak in Caen, Dieppe und LeHavre.
In Dnjeproptrowsk Flughafen, Radar und Flak ausgebaut.
Die gigantischen Truppenverlegungen im
Dnjepr-Bogen gehen ungestüm weiter.
Neben unseren eigenen Einheiten sind auch unsere Verbündeten gefordert, die wir erstmalig in großem Stil in die Sicherung von Frontabschnitten einbauen.
Die Wehrmacht hat nicht genügend Truppen um alles zu sichern und nebenher noch große Offensiven zu durchzuführen.
Also besetzen die Verbündeten den kompletten Südflügel und ein gutes Drittel der Front der
Heeresgruppe Mitte.
16.Aug.42
Das
VI.Inf.Korps beginnt damit, die Fallschirmjäger in
Anapa abzulösen.
Die
4.FJ.Div."Erdmann" wird nach
Sewastopol verlegt, wo sich das
FJ-Korps wieder für weitere Luftlande-Unternehmen sammelt.
17.Aug.42
Bewaffnung der
Transportflugzeuge verbessert, was in beunruhigendem Ausmaß zulasten der Reichweite und Geschwindigkeit geht.
Küsten-Forts in LaRochelle, St.Nazaire, St.Jean de Mont, Bayonne, St.Malo erweitert, ausserdem Landbefestigungen in LaRochelle, Bordeaux, Bayonne, St.Malo und Brest.
19.Aug.42
Verkehrswege in zahlreichen Ostregionen, speziell im Dnjepr-Bogen verbessert.
Die überaus gut fortschreitenden Infrastrukturmaßnahmen erlauben es uns,
Irland und
Portugal industrielle Unterstützung anzubieten.
Wir starten mit einer
IK von 20.
Die beiden Verbündeten akzeptieren umgehend.
Kesselrings
1.Bomberflotte wird in die neue Frontstadt
Zaphorozhzhya verlegt.
Der Flughafen und die sonstige Infrastruktur ist dort zwar erst noch im Aufbau, aber wir haben ja auch unmittelbal keine Pläne in der Gegend.
Da sich die personellen Reserven etwas erholen, beauftragen wir nun die Produktion unserer ersten
Träger - nur leichte Geleitträger, aber besser als nichts.
Im Ergebnis sinkt die MP auf schäbige 9.000 Mann.
Bis zur Auslösung von
Unternehmen Fackel muss da noch etwas geschehen.
22.Aug.42
Drei neue Schnellboot-Geschwader werden zur
U-Jagdgruppe 3 in Gibraltar zusammengefasst.
23.Aug.42
Verkehrswege in 15 Ostregionen verbessert.
Die ersten 8 neuen Industriebetriebe rings um
Berlin stehen - der Ausbau geht weiter.
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Feldmarschall Hansen steht auf einer bewaldeten Bergkuppe gewissermaßen auf dem Dach von Maybach II und geniest bei einer guten Zigarre den idyllischen Ausblick ins Tal.
Dieser Ort ist sein liebster Platz auf dem gesamten, riesigen Gelände, weshalb er sich durch die Pioniere hier eine rustikal aus Baumstämmen gearbeitete Sitzgruppe hat installieren lassen.
Von diesem Aussichtspunkt aus ist praktisch nichts von dem gewaltigen Betrieb zu erkennen, den die Anlagen des OKW mit sich bringen.
Nur zur Rechten ist aus der Nähe ein in Tarnfarben gestrichener Bunker zu erkennen, dessen zentraler Turm eine 8,8cm Flak beherbergt.
jeweils 6 Meter davon entfernt ragen die kurzen Rohre von 2cm-Flak-Vierlingen zur Abwehr von Tiefliegern in die Höhe, während aus den engen Schießscharten die Mündungen von zwei
12,7mm MGs ins Tal hinunter weisen.
Aber in diese Richtung muss man ja nicht schauen.
Oberstleutnant Weilandt, Hansens Adjutant hält sich wie üblich diskret im Hintergrund zur Verfügung.
Zu Hansens Leidwesen ist das aber nicht sein einziger Begleiter: Generalleutnant Hoepner, Kommandeur des I.Pz.Korps war auf Wunsch des OB Süd vorstellig geworden und hatte auch
Fregattenkapitän Matern, den Verbindungsoffizier zur Kriegsmarine mitgebracht.
Schon der vormalige OB Süd war ihm bzgl. der Verluste der Nachschub-Konvoys im Schwarzen Meer beständig in den Ohren gelegen und nun kam der frisch eingesetzte Generaloberst
von Falkenhorst auch damit an.
Hansens seufzt schwermütig und bläst damit eine Rauchwolke aus seiner Havanna in klare Luft.
Die Schiffsverluste waren eigentlich völlig bedeutungslos, im Schnitt nur zwei Frachter pro Monat.
Selbst wenn man keine Frachter mehr bauen würde, wäre die Versorgung der Heeresgruppe Süd über Odessa und Sewastopol für die nächsten 5 Jahre gesichert.
Und Hansen hatte keineswegs die Absicht, dieses russische Thema noch so lange hinzuziehen.
Viel wichtiger war es ihm immer gewesen, die komplette Kriegsmarine in Nordwest-Frankreich zusammen zu halten, um der US Atlantikflotte etwas entgegen zu setzen, falls sie wieder
vor den europäischen Küsten auftauchen sollte.
Doch die Neuzugänge bei Marinefliegern und Schnellbooten hatten die Begehrlichkeiten der Heeresgruppe Süd erneut geweckt und der Admiralstab in Wilhelmshaven schien diesmal auch
nicht abgeneigt, sich ein paar niedrig hängende Früchte im Schwarzen Meer abzugreifen.
Zu Hansens größtem Leidwesen hatte er selbst ja von Falkenhorst zum OB Süd ernannt - vorbei an 11 Armee-Befehlshabern und ungezählten kommandierenden Generälen, die sich
allesamt durch Chancen auf diesen Posten ausrechnen konnten.
Also musste der frischernannte von Falkenhorst zeigen, dass er etwas reißen konnte und Hansen musste es ihm geben, um das Prestige seines Schützlings zu stärken.
Insgesamt vermutlich ein erträglicher Preis für einen erstklassigen OB.
"Also schön!", bellt der Feldmarschall schliesslich genervt in Richtung der Emissäre der Heeresgruppe Süd.
"Wir werden eine U-Jagdgruppe ins Schwarze Meer verlegen, allerdings erst dann, wenn das III.Marineflieger-Korps aufgestellt und einsatzbereit ist. Die Schnellboote versuchen, die
russischen Schiffe und U-Boote zu lokalieren und die Marineflieger sprengen sie dann aus dem Wasser. Ein Fliegerkorps ist ja eh in Sewastopol stationiert und kann nebenher die
Abschirmung der Marine-Operation übernehmen. Zur Verstärkung der Marineflieger kann noch ein Kampf-Kommando herangezogen werden - die Schlachtflieger sind gegen Schiffe ja
ganz nützlich und die Bomberflotten verfügen mittlerweile über genügend Kampfkraft gegen die Rote Armee."
Der Feldmarschall wirft den beiden Offizieren einen lauernden Blick zu - mehr wird es ganz sicher nicht geben!
Hoepner und Matern salutieren zackig, augenscheinlich hoch zufrieden.
"Vielen Dank, Herr Feldmarschall !", erwidert Hoepner. "Wenn Sie gestatten, überbringen wir dem OB Süd diese erfreuliche Nachricht sofort".
"Natürlich, meine Empfehlung an den Generaloberst", entläßt Hansen die beiden mit einem beiläufigen Gruß, um sich nun hoffentlich endlich ungestört der Aussicht hingeben zu können.
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24.Aug.42
Weitere 8 Industriebetriebe im Gürtel um
Berlin errichtet.
Ausserdem
Kernreaktoren in Leipzig und Frederikshafen.
Wir setzen nun in
Frankreich eine zivile Regierung ein und versprechen uns eine gewisse Belebung der personellen Reserven.
25.Aug.42
Die Industriekapazität sinkt von
411 auf 385, was einerseits wohl nur vorübergehend sein wird, bis unsere neuen Industriegebiete im Reich die Arbeit aufnehmen,
andererseits nicht weiter stört, da uns eh die personellen Reserven für besondere Aktivitäten fehlen.
Aufgrund der extrem guten Entwicklung der Bauprojekte entlassen wir nun
Norwegen etwas früher in die
Selbständigkeit - natürlich mit passender politischer Ausrichtung.
Das
Küstenschutz-Korps bleibt vorläufig weiter in Stellung in den strategisch wichtigen norwegischen Häfen.
Die
Rüstungshilfe für die Verbündeten wird auf
30 erhöht, da die Norweger nun auch etwas von dem Kuchen ab bekommen.
Im Ergebnis der Maßnahmen bzgl.
Frankreich und
Norwegen sinkt der Nachschub an
Reservisten von 54.500 auf 53.500 pro Monat - wir hatten uns Besseres erhofft.
26.Aug.42
Kernreaktoren in Berlin, Dresden und Frankfurt / Oder errichtet.
Die neue
U-Jagdgruppe 3 wird von Gibraltar nach St.Nazaire verlegt.
27.Aug.42
Marinebasen weiterentwickelt - vielleicht haben wir ja irgendwann mal eine Kriegsmarine, die derlei Logistik brauchen kann.
Die Panzer-Korps für
Unternehmen Fackel sind in Stellung, das
Marineinfanterie-Korps ebenfalls.
Leider hinkt das Infanterie-Korps noch hinterher.
Ausserdem verfügt es nur über 3 Divisionen - wir zwacken noch eine Inf.Div. von
Heeresgruppe Süd ab und schicken diese hinterher.
Im Norden sind wir extrem dünn besetzt und im Süden wimmelt es mittlerweile von Verbündeten.
29.Aug.42
Das dort nun überflüssige
IV.Garnisons-Korps wird von
Norwegen nach
Winnitsa, am Südflügel der Ostfront verlegt, um Ungelegenheiten in den besetzten Gebieten rasch zu beseitigen.
Auch die Küstenschützer packen in
Norwegen so allmählich ihren Kram zusammen.
31.Aug.42
Ein weiteres neues Schnellboot-Geschwader trifft in
St.Nazaire ein und schliesst sich dort der
U-Jagdgruppe 3 an.
Das
II.Inf.Korps ist im Aufmarschgebiet eingetroffen, die letzten noch fehlenden Divisionen des
Luftlande-Korps machen sich auf den Weg zur Sturmausgangs-Stellung in
Peno.
02.Sep.42
Aufgrund der anhaltenden personellen Probleme und infolge der durch die neuen Industriegebiete wieder auf
401 angestiegenen
Industriekapazität wird die Förderung der
Norweger, Portugiesen und Iren auf 40 erhöht.
Die Norweger waren sehr emsig und bieten zwischenzeitlich schon wieder 5 Inf.Div. auf.
Vermutlich hat man im Untergrund reichlich Waffen gehortet, anders ist das ja nicht zu erklären.
Ansonsten sind nun genügend Truppen für
Unternehmen Fackel in Stellung -
wir schreiten zur Tat!
Wer noch unterwegs ist, stößt eben nachträglich dazu.
Im Norden schlägt
Rendulic' Stabsbrig. / IV.Pz.Korps mit der 7.Pz.Div. und der 3.SS-Pz.Div."Totenkopf" zu, während im Süden
Hoepners Stabsbrig./ I.Pz.Korps mit der 4.Pz.Div. und
der
5.Pz.Gren.Div. ans Werk geht.
Im Norden macht der Panzerkeil gute Fortschritte, während man im Süden doch ziemlich auf der Panzer-starken Abwehr der Russen herumbeisst.
Wir setzen deshalb die
2.Bomberflotte zur Unterstützung an.
Im Nu entwickelt sich eine wie zum Auftakt einer Operation übliche, gigantische Luftschlacht zwischen
12 sowjetischen Jagd- und 8 deutschen Abfang-Geschwadern, unterstützt
von 3 ungarischen Jagdgeschwadern.
Im weiteren Verlauf stocken die Russen auf 16 Geschwader auf, während die verbündeten
Jugoslawen und
Bulgaren ebenfalls Verstärkung schicken.
Wir halten unsere umfangreichen Reserven noch zurück, da der Himmel schon voll genug ist.
Allerdings stören uns die auf unseren südlichen Panzerkeil anfliegenden sowj. Stukas, sodass wir das
VIII.Fliegerkorps mit dem gezielten Schutz der Truppen in
Chachersk beauftragen.
Aus der gewaltigen Luftschlacht weiter nordöstlich soll man sich allerdings tunlichst heraus halten.
In der Folge fallen die russischen Jäger scharenweise vom Himmel, mehrere Geschwader werden aufgerieben, die große Luftschlacht zerfällt in Teilgefechte.
Leider kommen unsere Bomber in dem allgemeinen Gewühle nicht ungestört zum Abwurf, sodass die Wirkung auf die russischen Bodentruppen zunächst minimiert wird.
Am Vormittag haben es die Russen unter fürchterlichen Verlusten immerhin geschafft, unser
Kampfgeschwader 76 ordentlich anzuknabbern, sodass wir bei den Bombern
umdisponieren müssen. Das
KG 76 wird aus der Schlacht genommen, die drei übrigen Bomber-Geschwader gehen wieder zurück auf ihre Unterstützungs-Mission.
Ausserdem verstärken wir mit den Schlachtfliegern des
Kampf-Kommandos 1.
Die
Abfangjäger haben ordentlich ausgemistet, mussten aber selber auch einstecken, weshalb wir das
Luftverteidigungs-Korps "Ost" aus der Schlacht ziehen und durch das frische
Fernjagd-Kommando ersetzen. Auch das
V.Fliegerkorps schaltet sich nun in die Luftkämpfe über dem Operationsgebiet ein.
Am späten Nachmittag sind dann endlich die sowjetischen Jäger aus dem Weg und die Bomber können sich ungestört der Roten Armee zuwenden - mit den üblichen, verheerenden Resultaten.
Unberührt von all der Aufregung im Süden, schafft Rendulic im Norden noch in der Nacht den
Durchbruch in
Mitino.
Wir schicken die zweite Staffel der Panzertruppen los.
