Kharkov '43 - "Gerangel gegen Wrangel" aus: Onkel Josefs Tagebuch

Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Runde 10

Beitrag von Cfant »

Runde 10 ist absolviert. Die Lage:

Norden

Der Feind räumt Belgorod, nachdem wir südlich der Stadt über den Donets gesetzt sind. Leider können wir, wenn wir ein Hexfeld nachgerückt sind, bereits nicht mehr angreifen. Dadurch ist es uns nicht möglich, einen Rückzug entlang einer Straße zu unterbinden. Die Konsequenz: Die verteidigende Seite kann recht problemlos den Gegner verzögern, ohne dabei relevante Verluste zu erleiden. Daher ist die Lage für die Achse weitaus weniger gefährlich, als es auf dem Screenshot aussieht.
Bild
Mitte

Wir waren in dieser Version deutlich schneller am Donets, allerdings hat der Deutsche nach wie vor genug gepanzerte Einheiten, um Übersetzversuche zu zerschlagen. Den Feind zu überraschen ist schwer möglich, da ein Übersetzen 3 Runden braucht. In Runde 1 muss man die Pioniere nahe an den Fluss führen, in runde zwei können Einheiten das Flussfeld betreten (weiter kommen sie von den Bewegungspunkten her nicht), in Runde drei könnte man dann übersetzen. Irgendwie erweist sich die Achse aber als wenig gastfreundlich, um nicht zu sagen: abweisend. :D
Da die Anfangsangriffe abgewiesen wurden, hatte der Deutsche genug Zeit, die Übergänge mittlerweile ausreichend zu befestigen.

Im roten Kreis kam es zum Desaster, beim Angriff mit minimize losses lösten sich diese Runde gleich zwei gepanzerte Einheiten auf. :eek: Ein schwerer Aderlass für die Rote Armee.
Bild
Süden

Die Aufklärung hat gezeigt, dass die 1. Panzerarmee massiv Einheiten abgegeben hat. Daher wurde diese Runde eine Offensive gestartet, um daraus Kapital zu schlagen (einen Bewegungskrieg halte ich in diesem Szenario für ausgeschlossen, ich setze daher auf Abnützung, die ich nur für beinahe ausgeschlossen halte ;) ). Allerdings steht die 1. Panzerarmee trotz der Verlegungen immer noch entschieden zu stark :eek: Noch dazu wurde nun bei Stalino eine ganze Runendivision entdeckt, sodass ich mir hier nicht besonders viel verspreche.
Nördlich von Petrovskoe habe ich versucht, die Straße zu unterbrechen, da ich dann ein paar Bataillone vernichten könnte, aber die Angriffe sind - knapp aber doch - gescheitert. Eine Runde zum Abhaken und Vergessen also. :tongue:
Bild
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

In Runde 14 ertönt dann schließlich der Schlusspfiff. Aus den Akten gehen die Waffenstillstandsverhandlungen hervor. Ich zitiere hier den werten Wrangel:

Wrangel: Allen Verbesserungen zum Trotz wirst du wohl nicht viel weiter kommen als beim ersten Mal, bald kommen meine Verstärkungen und dabei habe ich die Wikingdivision noch gar nicht im Einsatz... Sollen wir das Szenario weiter spielen? Viel wird sich wohl nicht mehr tun und dass ich mit einer Offensive großen Erfolg haben werde wage ich auch zu bezweifeln...

Soweit die Einschätzung meines Gegners, die sich mit meiner deckt. :) Da in Kürze die deutsche Gegenoffensive beginnt, würde ich mich ohnehin ab jetzt nur noch defensiv betätigen.

Anbei die Lage bei Ende der Testpartie (diesmal aus Sicht der Deutschen, da ich meine SAL Datei nicht im Büro habe :D ).

Nord

Langsames vorrücken, der Deutschen kann beliebig verzögern.
Bild

Warum das Problem mit dem Verzögern? Hier ein Beispiel: Unser verfolgendes Infanterieregiment hat 6 MP. Abseits der Straße braucht ein Hexfeld 4 MP. Wir haben nach dem Nachrücken also noch 2 MP – damit können wir nicht mal mehr angreifen. Wrangel macht das goldrichtig: Starke Verbände auf der Straße, die im ersten Angriff aus dem Lauf heraus nicht zu werfen sind, und abseits der Straßen droht keine Gefahr. So kann er sich Runde für Runde minimal zurückziehen – und erlaubt kaum Angriffe auf seine Truppen bzw. ist nie in Gefahr, überflügelt zu werden. Mit Panzern wäre es nur minimal besser, meist schaffen die auch nur ein Hexfeld. Dann können sie zwar noch angreifen, aber dann ist die Runde vorbei. Aus dem Lauf heraus sind die starken Deutschen selten zu knacken.
Das gilt umgekehrt natürlich genauso – weshalb Wrangel ja auch nicht viel Hoffnung für die eigene Offensive hat, da der Russe dann vom selben System profitiert. :D
Bild

Mitte

Der Russe ist zwar rasch am Donets, aber nicht rasch genug, um nicht einem gepanzerten Deutschen Wall gegenüberzustehen. Endstation Sehnsucht, äh – Donets :D

Bild

Süden

Die Versuche, wenigstens ein paar Einheiten abzuschneiden, sind allesamt gescheitert. Einerseits zieht sich Wrangel auch hier sehr geschickt zurück, andererseits halten Deutsche Einheiten nach wie vor liebend gern stand und durch das im Norden beschrieben Rückzugs-„Problem“ hat man auch nicht viele Angriffsversuche.
Bild

Und bei der 1. Panzerarmee? Keine Chance. Obwohl sie viele Einheiten abgegeben hat, hält sie nicht nur stand, sondern teilt deutlich härtere Schläge aus, als sie einsteckt.
Bild

Zum Abschluss noch ein deprimierender Blick nach Stalino – selbst wenn dem Russen irgendwo ein Erfolg gelänge, könnte diese Elite in den Kampf geworfen werden. Bis jetzt können sie Däumchen drehen ;)
Bild
Verluste beider Seiten werden bei Gelegenheit noch nachgereicht. :) Aber natürlich ein herzliches Danke an meinen Gegner :)
Benutzeravatar
Ammann
Rang 14
Beiträge: 2158
Registriert: Do 09.02.2012, 07:34
Hat sich bedankt: 851 Mal
Danksagung erhalten: 2040 Mal
Großkreuz des VeteranenordenVerdienstorden der FremdenlegionLegion of Merit+2

Beitrag von Ammann »

Soll das etwa heißen das ihr aufgebt?
Die Zahl der über sechzig jährigen wird sich in den kommenden Jahren verdreifachen: Bald heißt es nicht mehr, der blaue Planet, sondern, der graue Planet.
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

Eigentlich war es Wrangel, der als erster vorgeschlagen hat, das Spiel einzustellen. Unglücklich bin ich darüber nicht - da ich das Szenario in den letzten beiden Monaten zumindest auszugsweise 5 mal gespielt habe, ist da die Luft doch ein wenig draußen. :) Entscheidend ist aber: Wir schätzen beide die Lage so ein, dass das Szenario - trotz vieler toller Änderungen - im Endeffekt wieder auf das selbe rausläuft: Der Russe kann die Ergebnisse der historische Offensive nicht erreichen und der Deutsche den vernichtenden Gegenschlag nicht, den Manstein geschafft hat. Schon deshalb, weil man einfach nur die Straßen blockieren muss und abseits dieser Straßen nicht viel erreicht. :) Da wir beide unabhängig voneinander zu diesem Schluss gekommen sind, sehen wir den Test als beendet an. :) Wir können nur gegenseitig die Front vor uns herschieben, wenn die andere Seite halbwegs klug verteidigt. Und da wir uns das gegenseitig zutrauen, sind wir uns sicher, den Ausgang zu kennen. :)
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

Vielleicht wäre die Lösung mehr Strassen? Die online Karten der 'University of Texas' zeigen viele Strassen, leider sind diese in der Legende als "loose surface, dry weather or dirt road" ausgezeichnet. Jetzt wäre die Frage: Wie hoch lag der Schnee? Waren diese Strassen, die ja eigentlich eher das darstellen, was man heute bei uns so als Feldwege bezeichnen würde, befahrbar?

Hier z.B. Kharkov (südlich und südwestlich der Stadt): http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-7.jpg
Und zwischen Kharkov und Belgorod: http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-4.jpg

Amman meinte den Russen evtl mehr MPs zu geben würde ebenso helfen. Ich hatte dann noch hinzugefügt, dass der Deutsche ja am Anfang einen 95 oder 98% Schock haben könnte um die Folgen des seit November 42 anhaltenden ständigen Rückzugs zu unterstreichen.
Benutzeravatar
oberst_klink
Rang 11
Beiträge: 1178
Registriert: Fr 13.08.2010, 22:08
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 71 Mal
Großkreuz des VeteranenordenLegion of MeritSI-Korpsorden

Beitrag von oberst_klink »

Cfant hat geschrieben:Eigentlich war es Wrangel, der als erster vorgeschlagen hat, das Spiel einzustellen. Unglücklich bin ich darüber nicht - da ich das Szenario in den letzten beiden Monaten zumindest auszugsweise 5 mal gespielt habe, ist da die Luft doch ein wenig draußen. :) Entscheidend ist aber: Wir schätzen beide die Lage so ein, dass das Szenario - trotz vieler toller Änderungen - im Endeffekt wieder auf das selbe rausläuft: Der Russe kann die Ergebnisse der historische Offensive nicht erreichen und der Deutsche den vernichtenden Gegenschlag nicht, den Manstein geschafft hat. Schon deshalb, weil man einfach nur die Straßen blockieren muss und abseits dieser Straßen nicht viel erreicht. :) Da wir beide unabhängig voneinander zu diesem Schluss gekommen sind, sehen wir den Test als beendet an. :) Wir können nur gegenseitig die Front vor uns herschieben, wenn die andere Seite halbwegs klug verteidigt. Und da wir uns das gegenseitig zutrauen, sind wir uns sicher, den Ausgang zu kennen. :)
OK Jungs! Ich erwarte dann ein kurzes Feedback via Email damit ich mich am Wochenende oder schon zu spaeter Stunde an die Dokumentation heranwagen werde. An alle die an den vielen 'nervigen' Tests teilgenommen haben: Vielen herzlichen Dank! Ich bin generell zufrieden; auch ich kann nicht mehr viel am Szenario aendern; die Kraefte waren halt so verteilt (habe wirklich wochenlang im Internet und in der Literatur herum gestoebert). Ich werde meinen 'Meister' mal fuer eine 8 Zug-Blitzpartie herausfordern und mein bestes als Sowjet tun.

Klink, Oberst
Benutzeravatar
oberst_klink
Rang 11
Beiträge: 1178
Registriert: Fr 13.08.2010, 22:08
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 71 Mal
Großkreuz des VeteranenordenLegion of MeritSI-Korpsorden

Beitrag von oberst_klink »

plankalkül hat geschrieben:Vielleicht wäre die Lösung mehr Strassen? Die online Karten der 'University of Texas' zeigen viele Strassen, leider sind diese in der Legende als "loose surface, dry weather or dirt road" ausgezeichnet. Jetzt wäre die Frage: Wie hoch lag der Schnee? Waren diese Strassen, die ja eigentlich eher das darstellen, was man heute bei uns so als Feldwege bezeichnen würde, befahrbar?

Hier z.B. Kharkov (südlich und südwestlich der Stadt): http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-7.jpg
Und zwischen Kharkov und Belgorod: http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-4.jpg

Amman meinte den Russen evtl mehr MPs zu geben würde ebenso helfen. Ich hatte dann noch hinzugefügt, dass der Deutsche ja am Anfang einen 95 oder 98% Schock haben könnte um die Folgen des seit November 42 anhaltenden ständigen Rückzugs zu unterstreichen.
Schnee war meterhoch, Boden eisenhart gefroren, Bewegung abseits der Strassen ein Ding der Unmoeglichkeit oder nur sehr muehsam.

During the months of February and March 1943 there were substantial climactic changes
with a mix of extremely heavy snow on the ground turning to mud (occasionally deep)
followed by further periods of freeze and thaw. There was not a period of ‘dry ground’
that allowed rapid off road movement. During this period the snow was chest deep. Snow of
this depth was impossible to drive across in anything less than tracked vehicles and extremely
exhausting for infantry to traverse. Many of the eyewitness accounts mentioned
this challenge and the fact that most forces were road bound. When 10th Tank Corp moved into
action at the start of Operation Gallop they had to fit a number of tanks with snow ploughs to
both clear the snow and push back up to a metre of soil to find solid ground. The speed of
advance and the toll on running gear was horrendous. With rapid thaws that turned the
excessive snow into water, the terrain was hardly conducive to rapid cross country movement.

BildBild

Auch am Wetter kann ich nichst aendern, sorry ;)

Klink, Oberst
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

Und Eisenbahntransport: Als Deutscher hat man 4500 Punkte Eisenbahntransport. Das reicht für mehr als eine Panzerdivision. Blitzartig kann man die dann über die ganze Karte verlegen. Innerhalb von zwei Runden (1 Runde Transport, nächste Runde ausladen und theoretisch sofort in Aktion) kann man solche Monster wie Das Reich oder Wiking komplett verlegen etc. Vielleicht sollte man die auch reduzieren, ich halte es für wenig realistisch dass man das so schnell durchziehen kann.
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

oberst_klink hat geschrieben:Schnee war meterhoch, Boden eisenhart gefroren, Bewegung abseits der Strassen ein Ding der Unmoeglichkeit oder nur sehr muehsam.

During the months of February and March 1943 there were substantial climactic changes
with a mix of extremely heavy snow on the ground turning to mud (occasionally deep)
followed by further periods of freeze and thaw. There was not a period of ‘dry ground’
that allowed rapid off road movement. During this period the snow was chest deep. Snow of
this depth was impossible to drive across in anything less than tracked vehicles and extremely
exhausting for infantry to traverse. Many of the eyewitness accounts mentioned
this challenge and the fact that most forces were road bound. When 10th Tank Corp moved into
action at the start of Operation Gallop they had to fit a number of tanks with snow ploughs to
both clear the snow and push back up to a metre of soil to find solid ground. The speed of
advance and the toll on running gear was horrendous. With rapid thaws that turned the
excessive snow into water, the terrain was hardly conducive to rapid cross country movement.

BildBild

Auch am Wetter kann ich nichst aendern, sorry ;)

Klink, Oberst
Ist ja schön und gut, aber mein Post zielte darauf ab, was mit den in den Karten der TU eingetragenen "Strässlein" war, nicht mit Off-Road Movement. Ich nehme aber trotzdem an, wohl eher nicht viel wenn man das so liest..
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

Andererseits: Auf dieser Karte: http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-7.jpg sind alle Strassen zwischen Chugajew und Kupyansk von dieser Sorte (loose ground). Auf der Szenario Karte gibt es aber eine normale Strasse.

Bild
Benutzeravatar
oberst_klink
Rang 11
Beiträge: 1178
Registriert: Fr 13.08.2010, 22:08
Hat sich bedankt: 30 Mal
Danksagung erhalten: 71 Mal
Großkreuz des VeteranenordenLegion of MeritSI-Korpsorden

Beitrag von oberst_klink »

plankalkül hat geschrieben:Andererseits: Auf dieser Karte: http://www.lib.utexas.edu/maps/ams/east ... nm37-7.jpg sind alle Strassen zwischen Chugajew und Kupyansk von dieser Sorte (loose ground). Auf der Szenario Karte gibt es aber eine normale Strasse.
Ich weiss, werter Meister... die 'road-density', wenn man denn die Strassen im Osten ueberhaupt so bezeichnen kann (ich war im Fruehling 2007 in Kanev, Ukraine, und auch da waren noch Feldwege aus den 40-ern, so sah es auf jeden Fall aus...) ist im 2.5km/12Std Kharkov '43 schon besser. Was die Eisenbahnkapazitaet betrifft... auch einer der Punkte warum der von Manstein
so schnell reagieren konnte... Die 1.PA wurde ja, und das war von Kleist, wie durch ein Wunder vom tiefen Kaukassus bis an den Don verlegt... dank der Eisenbahn und anderen Anstrengungen... aber OK, da mache ich mich auch nochmal schlau...

Klink, Oberst
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

oberst_klink hat geschrieben:Ich weiss, werter Meister... die 'road-density', wenn man denn die Strassen im Osten ueberhaupt so bezeichnen kann (ich war im Fruehling 2007 in Kanev, Ukraine, und auch da waren noch Feldwege aus den 40-ern, so sah es auf jeden Fall aus...) ist im 2.5km/12Std Kharkov '43 schon besser. Was die Eisenbahnkapazitaet betrifft... auch einer der Punkte warum der von Manstein
so schnell reagieren konnte... Die 1.PA wurde ja, und das war von Kleist, wie durch ein Wunder vom tiefen Kaukassus bis an den Don verlegt... dank der Eisenbahn und anderen Anstrengungen... aber OK, da mache ich mich auch nochmal schlau...

Klink, Oberst
Man könnte jetzt argumentieren, dass die RB vollauf mit der Verlegung der 1. Pz.Armee "auf die Karte" beschäftigt war und nur wenige Kapazitäten für andere Verlegungen in umgebenden Operationsgebieten (sprich: der Szenario-Karte) vorhanden waren.

Von der Ukraine hab ich aus dem Zug leider nicht so viel gesehen.. Aber die Strassenverhältnisse im Kaukasus und in Maikop dürften wohl ähnlich sein. In den Maikoper Aussenbezirken gibt es heute noch ungeteerte Strassen. Und Altmetall wird mit Pferdefuhrwerk abgeholt :D
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

Ich weiß gar nicht, ob das Problem das Szenariodesign ist. Es wirkt sehr detailliert der Realität nachempfunden. Es ist vielleicht eher eine Sache der Toaw-Engine. Eben dass man, um die kleinste Schützengruppe zu umgehen, nun mal ein Hexfeld (=5km) ins Schneetreiben ausweichen muss. Oder dass zahlenmäßige Überlegenheit sich nicht recht auswirkt. Ob ich einen Counter mit 10.000 Mann und Kampfwert 3 habe oder einen mit 100 Mann und Kampfwert 6 ist der Engine ja egal, oder? Die 100 sind überlegen, vereinfacht gesagt. Mit anderen Worten: Dass der Russe 1,8:1 an Infanterie überlegen ist, bringt ihm nichts, weil an Material etc. ein Russenregiment mit zB 180 Squads einem deutschen Bataillon mit zB 30 Squads unterlegen ist und daher im Angriff scheitert (das sind jetzt erfundene Zahlen, nur um das Problem zu zeigen). In Wirklichkeit würden die 10.000 die 100 natürlich überrennen, umgehen und vernichten, zumindest im Regelfall.
Der Oberst will eine möglichst realistische Ausgangslage in seinem Szenario, aber während in Wirklichkeit 1,8 (oder in der vorigen Version 3,0) Überlegenheit für die Deutschen ein Problem gewesen wäre, ist es das in der TOAW Engine eben nicht.

Jetzt ist die Sache die, dass die Deutschen an Inf 1:1,8 unterlegen sind, an Panzern knapp überlegen. Aber die Deutschen sind qualitativ weit überlegen (man denke nur an die ganzen Sdkfz, die der Deutsche zu Hunderten hat). Ich denke nicht, dass mehr Straßen das Problem lösen, weil die an Stärke schwächere Seite (Russen) die stärkere Seite angreifen müssen, was speziell unter 3.4 so einfach nicht ist. Nicht, wenn der Oberst künstliche Hilfsmittel wie Schockwerte ablehnt :)
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

Um nochmal auf die Strassen zurückzukommen. Die Karte der University of Texas zeigt im Gegensatz zu folgender deutschen Karte (Lage 11.2.43, von: https://files.secureserver.net/2fFY25qfjXZvXM) keine guten Strassen zw. Kupyansk und Chugajew. Die deutsche Karte schon:

Bild

Bauchgefühl und Stammeszugehörigkrit entsprechend würde ich mich eher auf die deutschen Karten verlassen.
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

plankalkül hat geschrieben:Bauchgefühl und Stammeszugehörigkrit entsprechend würde ich mich eher auf die deutschen Karten verlassen.
Stimmt, intuitiv hält man die Wehrmacht für fähiger als die US Army. :) Sogar die Amis selbst

http://www.amazon.de/Kampfkraft-Milit%C ... 390247517X
Benutzeravatar
plankalkül
Rang 11
Beiträge: 1200
Registriert: Fr 07.11.2008, 18:12
Veteranenorden

Beitrag von plankalkül »

Cfant hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob das Problem das Szenariodesign ist. Es wirkt sehr detailliert der Realität nachempfunden. Es ist vielleicht eher eine Sache der Toaw-Engine. Eben dass man, um die kleinste Schützengruppe zu umgehen, nun mal ein Hexfeld (=5km) ins Schneetreiben ausweichen muss. Oder dass zahlenmäßige Überlegenheit sich nicht recht auswirkt. Ob ich einen Counter mit 10.000 Mann und Kampfwert 3 habe oder einen mit 100 Mann und Kampfwert 6 ist der Engine ja egal, oder? Die 100 sind überlegen, vereinfacht gesagt. Mit anderen Worten: Dass der Russe 1,8:1 an Infanterie überlegen ist, bringt ihm nichts, weil an Material etc. ein Russenregiment mit zB 180 Squads einem deutschen Bataillon mit zB 30 Squads unterlegen ist und daher im Angriff scheitert (das sind jetzt erfundene Zahlen, nur um das Problem zu zeigen). In Wirklichkeit würden die 10.000 die 100 natürlich überrennen, umgehen und vernichten, zumindest im Regelfall.
Der Oberst will eine möglichst realistische Ausgangslage in seinem Szenario, aber während in Wirklichkeit 1,8 (oder in der vorigen Version 3,0) Überlegenheit für die Deutschen ein Problem gewesen wäre, ist es das in der TOAW Engine eben nicht.

Jetzt ist die Sache die, dass die Deutschen an Inf 1:1,8 unterlegen sind, an Panzern knapp überlegen. Aber die Deutschen sind qualitativ weit überlegen (man denke nur an die ganzen Sdkfz, die der Deutsche zu Hunderten hat). Ich denke nicht, dass mehr Straßen das Problem lösen, weil die an Stärke schwächere Seite (Russen) die stärkere Seite angreifen müssen, was speziell unter 3.4 so einfach nicht ist. Nicht, wenn der Oberst künstliche Hilfsmittel wie Schockwerte ablehnt :)
Da ist wohl auch was dran. Der Oberst meinte aber, dass das Szenario eine Ebene weiter unten (also 2,5 km/Hex und Bataillons-Ebene) besser funktionieren würde, was ich jetzt mal unbesehen aufgrund TOAW Erfahrung glaube.

Ich hatte vorher dem Oberst geschrieben, dass ein Problem halt auch sein könnte, dass der deutsche Spieler frühzeitig den Abzug drückt (sprich: 1.Pz.Armee) anstatt den Russen noch weiter ins Messer laufen zu lassen. Mansteins Sieg war doch deswegen auch so gross, weil er ja zahllose sowj. Einheiten gekesselt und vernichtet hat und deise damit dem sowj. Südabschnitt der Gesamt-Ostfront nicht mehr zur Verfügung standen und damit die Sowjets entscheidend geschwächt wurden. Anders als wenn er die Offensive "lediglich" zum Liegen gebracht hätte und der Grossteil der sowj. Einheiten erhalten geblieben wäre. Diese Situation sehe ich aber hier in den Spieltests.

EDIT: speziell an Cfant und Wrangel. Ich glaube dass Wrangels Pessimismus bezüglich seiner Offensive nicht angebracht ist. Ich hab im aktuellen Spiel gegen Amman mit der 1. Pz.Armee im Süden ordentlich(st) aufgeräumt.. Mein Eindruck ist der, dass die sowj. Front regelrecht zerbröselt ist.
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

Das wäre vielleicht einfach über die Siegpunkt-Regelung zu machen. Wenn der Deutsche nur gewinnt, wenn er zB Kupyansk (im Hinterland) erobert hat, hätte er einen Grund, mehr zu riskieren bzw. sich nicht damit zu begnügen, den Donets zu halten. Bei der gegenwärtigen Regelung gibt es dafür schlicht keinen Grund - hält er den Donets, hat er einen überwältigenden Sieg. Jeder weiterer Vorstoß ist reines Roleplaying. :)
Antworten

Zurück zu „AARs - The Operational Art of War 3“