Krise der globalen Finanzmärkte III

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Elvis
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Beitrag von Elvis »

Jerobeam II. hat geschrieben:Ohne jeden Anklang an Verschwörungstheorien gefragt: kann das sein, daß "man" sich so verrechnet? Oder könnte da anderes dahinterstecken? Wer der Regenten kann aufgrund der dürftigen Faktenlage da kompetente Stellung beziehen?
Ja, das ist aufgrund der Umstände, das die wahre Werthaltigkeit lange völlig unbekannt war, keine Überraschung das dieser Fehler nicht anhand der Zahlen sofort auffiel.
Der eigentliche Fehler selber wird simpel sein. Vermutlich handelt es sich schlicht um Doppelbuchungen. Also das z.B. zwei Leute teilweise dieselben Buchungen durchgeführt haben.
Solche massiven Abweichungen fallen normalerweise im Vergleich zu den Vorjahreszahlen auf. Aber ich glaube das war das erste komplette Bilanzjahr der BadBank. Deswegen sprang einem die Abweichung mangels Vergleichszahlen vermutlich nicht sofort ins Auge.

Es ist natürlich trotzdem der GAU jeder Buchhaltung. Aber der Hintergrund dürfte vermutlich profan sein.
Generalissimo

Beitrag von Generalissimo »

Interessantes von einem Fachmann:

http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... vorne.html

Die Kernsätze:

Die Retterei führt dazu, die Preise und Löhne in diesen Ländern auf dem überhöhten Niveau zu halten, das sie heute haben. Das ist das Kernproblem. Wir füllen ein Fass ohne Boden und unterminieren die Anstrengungen, ihm einen Boden einzubauen. Die fehlende Wettbewerbsfähigkeit wird perpetuiert, und die private Kapitalflucht wird weiter angereizt. Das private Kapital kehrt erst dann in die Länder zurück und schafft dort Arbeitsplätze, wenn die Preise der Vermögensgüter gefallen sind. Hält man sie durch öffentliche Geldflüsse aufrecht, kommt es nie. Mit dem vielen Geld hält man bestenfalls die Staaten über Wasser. Sonst passiert nichts. Hierzulande fehlt der Kredit für die Schaffung von Arbeitsplätzen, und dort werden staatliche Transfersystem alimentiert. So kann man keine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Europa schaffen.

Das ist die Transferunion oder glaubt ernsthaft einer der Regenten hier, dass Länder wie Griechenland wieder wettebwerbsfähig werden, bevor uns das Geld ausgeht und wir unsere Schulden verdoppelt und verdreifacht haben?
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[B@W] Abominus
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Beitrag von [B@W] Abominus »

Es ist doch nur Geld...
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Nebukadnezar
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Beitrag von Nebukadnezar »

Generalissimo hat geschrieben: [..]oder glaubt ernsthaft einer der Regenten hier, dass Länder wie Griechenland wieder wettebwerbsfähig werden, bevor uns das Geld ausgeht und wir unsere Schulden verdoppelt und verdreifacht haben?
Habt ihr dazu Widerspruch bekommen?
Meint ihr, dass jemandem die Augen geöffnet werden müssen?
Es wirkt bei euch so, als ob ihr verzweifelt versucht, den arglosen Leuten in diesem Forum Wahrheiten zu verkünden, die leider niemand hören will.
Das ist erstmal lobenswert (ohne Ironie).

Niemand aber hier bestreitet, dass das *ein* Problem wäre.
Jetzt versucht Griechenland austeigen zu lassen.
Denkt euch irgendwas aus, alles erlaubt.
Was passiert dann mit unseren Banken, Versicherungen ?
Wie reagieren die Gläubiger anderer Länder?

Das ist der (sehr interessant bei mehreren Regenten hier beschriebene) Stand auf dem sich die Diskussion bewegte. Nehmt euch die Zeit zumindest das nachzulesen, damit ihr hier nicht weiter erfolglos versucht, uns die Augen zu öffnen.

Das ist auch nicht nur der Stand hier im Forum.
In der Presse solltet ihr mehr als genug Artikel finden (verlinkt und kommentiert z.B. in den Threads I-III).
Vics[thread=4667]Die Landhändler 1.02[/thread] Preussen. [thread=5147]Die Welteroberer 1.03[/thread] Schweden [thread=6498]1 Million Siegpunkte[/thread] Korea 1.03b
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Nebukadnezar
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Beitrag von Nebukadnezar »

Generalissimo hat geschrieben: Mit eure Ausführungen bezüglich der Finanzgeschäfte in Griechenland habt Ihr zweifellos recht, ABER:
... und *schwupps* alles weg gewischt, was zu kompliziert klingt.
Ihr habt es nicht mal gelesen.

Vielleicht ist euch ein anderer Regent genehmer als ich? Lest den und ignoriert mich meinentwegen (Ignore-Button im Profil)
Generalissimo hat geschrieben: Wie Broder sagte, sind die Stammtische viel klüger, als viele aus der Politikerkaste.
Was hat mein Freund Broder damit zu tun?

Ihr wurdet von 2 Regenten der Polemik bezichtigt.
Wisst ihr auch was passiert, sobald das ein dritter macht? :)
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Generalissimo

Beitrag von Generalissimo »

Kommt dann die PP (Polemikpolizei)? :)

Es mag polemisch sein, aber wir fanden den Euro Falsch, wir fanden die Preisgabe des DM falsch und wir finden es falsch, dass Politiker ihre tote Vision durch gigantische Summen auf pump (Schulden durch noch mehr Schulden zu bekämpfen ist amerikanisch und sollte nicht unser Vorbild sein) gegen den Willen des Volkes retten wollen.
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Vernichter
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Beitrag von Vernichter »

Generalissimo kann eigentlich als bestes Beispiel dafür angeführt werden, um alle frommen Hoffnungen zu widerlegen, dass die Reaktion automatisch rational ausfallen würde. Und der Regent ist ein Mediziner, ein Akademiker also. Wir wissen beispielsweise nicht, wie oft wir ihn hier nach der Belegung seine These von der EU-Diktatur aus Basis der Strukturen gefragt haben. Eine rationale Antwort, die fehlende Kontrollmechanismen und Legitimationsketten aufgezeigt hätte, blieb aus. Auch ein andere Erklärung wurde nicht geliefert. Es blieb immer auf der Ebene, auf der man auch die Wahl des Bundespräsidenten auf der Straße als undemokratisch kritisiert, weil er nicht von den Bürgern direkt gewählt wird. Im hiesigen Thema wird in der gleichen Art und Weise fortgefahren. Festsehende Meinungen, die auf den Widerspruch nicht eingehen, sondern nur immer wieder das Gleiche wiederholen, teilweise nicht einmal variiert.

Ein glänzendes Beispiel für den „Erfolg“ solcher Rezepte: http://www.sezession.de/9756/wie-wir-bi ... llten.html

Ob der Autor heute noch die Meinung in der Form vertritt, sei mal dahin gestellt, ist aber die Beschreibung der Haltung, die heute als konservativ gilt. Die burlesk vorgetragene Forderung nach dem Schutz deutscher Interessen ohne Rücksicht auf Verluste und einem Solidaritätsgefühl für die Nation, gemischt mit Vorschlägen, die eine „Elite“ produzieren, wie man sie unter kalifornischen Republikanern so häufig anzutreffen ist: Verachtung und Hass auf zweckbefreite Bildung, „Schmarotzer“, illegale Einwanderer und einer Liebe zum Land, kombiniert mit einer mexikanischen Haushälterin und einem Fernseher aus China. Eigentlich einfach eine etwas andere Sorte von Liberalen. Liberale die gerne nationale Briefmarken sammeln.

Um es nochmal zu betonen, ist das hier der Standpunkt von Menschen, die über eine hohe formale Bildung verfügen. In der Masse sind solche Analysen in einer noch weniger artikulierten Form und noch wütender und überzeugter vorzufinden.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

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DBM
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Beitrag von DBM »

Generalissimo hat geschrieben:Kommt dann die PP (Polemikpolizei)? :)

Es mag polemisch sein, aber wir fanden den Euro Falsch, wir fanden die Preisgabe des DM falsch und wir finden es falsch, dass Politiker ihre tote Vision durch gigantische Summen auf pump (Schulden durch noch mehr Schulden zu bekämpfen ist amerikanisch und sollte nicht unser Vorbild sein) gegen den Willen des Volkes retten wollen.
Ich hänge mich mal weit aus dem Fenster. Aber da die Staatsschulden (die sind das Problem) regional auf einzelne Staaten begrenzt sind, würden im Zweifel die zahlungsunfähigen Länder aus dem Euro doch in die Insolvenz geschickt werden.

Der Euro ist trotz aller polemischen Äusserungen hier im vergleich zum Dollar stabiler, als es die D-Mark war. Auch für andere Länder überwiegt der wirtschaftliche Nutzen. Daher ist "ich bin dagegen" seeehr einfach - aber für Deutschland ein grosser Nachteil, den niemand (ausser Guisan :D ) wirklich will.

Der Euro ist eine gute Sache, das Problem sind die (komisch) handelnden Politiker.
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DBM
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Beitrag von DBM »

Generalissimo hat geschrieben: Die Kernproblematik sind weder Investitionen in Griechenland oder Bankgeschäfte, sondern der Fehler, Länder mit extrem unterschiedliche Wirtschaftsleistung unter eine Währung zu zwingen. Dies führt zwangsläufig in eine Transferunion Und dies war eine politische Entscheidung, die GEGEN die grosse Mehrheit der Deutschen getroffen wurde.
Hab ich überlesen - aber das ist Schwachsinn ;)

Denn eine gemeinsame Währung heisst nicht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Das sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. Schau dir nur die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Bundesländer an - da müsstest du auch sofort gegen die D-Mark sein.
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Vernichter
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Beitrag von Vernichter »

Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

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Elvis
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Beitrag von Elvis »

DBM hat geschrieben:Der Euro ist eine gute Sache, das Problem sind die (komisch) handelnden Politiker.
Jein. Natürlich ist das alles überaus diskutabel welchen Weg man verfolgt.
Ich möchte da kein Politiker sein. Und etliche Abgeordnete tun sich auch sehr schwer mit ihrer Entscheidung.
Problematisch ist, das der Euro ja auch das Ergebnis eines politischen Konsens ist und kein reines Ergebnis ökonomischer Rationalität.
Einige der Grundprobleme lagen/liegen in der Konstruktion der Währungsunion, welche geordnete Staatsinsolvenzen z.B. aufgrund der Maastrichtkriterien überhaupt nicht vorgesehen haben. Das z.B. ist tatsächlich politischer Unsinn gewesen.
Das wird sich zukünftig ändern. Ist allerdings ein Prozess der Jahre dauern wird. Alleine schon weil europäische Staatsanleihen andere Vertragsbedingungen brauchen, was aber erst ab 2013 soweit ich weis, nach und nach eingeführt wird.
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Beitrag von DBM »

Elvis hat geschrieben:Jein. Natürlich ist das alles überaus diskutabel welchen Weg man verfolgt.
Ich möchte da kein Politiker sein. Und etliche Abgeordnete tun sich auch sehr schwer mit ihrer Entscheidung.
Problematisch ist, das der Euro ja auch das Ergebnis eines politischen Konsens ist und kein reines Ergebnis ökonomischer Rationalität.
Einige der Grundprobleme lagen/liegen in der Konstruktion der Währungsunion, welche geordnete Staatsinsolvenzen z.B. aufgrund der Maastrichtkriterien überhaupt nicht vorgesehen haben. Das z.B. ist tatsächlich politischer Unsinn gewesen.
Das wird sich zukünftig ändern. Ist allerdings ein Prozess der Jahre dauern wird. Alleine schon weil europäische Staatsanleihen andere Vertragsbedingungen brauchen, was aber erst ab 2013 soweit ich weis, nach und nach eingeführt wird.
Das widespricht meinem Post nicht im geringsten. Das politische Handeln ist nicht erst seit 2 Jahren "komisch".
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Alamann
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Beitrag von Alamann »

Elvis hat geschrieben:Ja, das ist aufgrund der Umstände, das die wahre Werthaltigkeit lange völlig unbekannt war, keine Überraschung das dieser Fehler nicht anhand der Zahlen sofort auffiel.
Der eigentliche Fehler selber wird simpel sein. Vermutlich handelt es sich schlicht um Doppelbuchungen. Also das z.B. zwei Leute teilweise dieselben Buchungen durchgeführt haben.
Solche massiven Abweichungen fallen normalerweise im Vergleich zu den Vorjahreszahlen auf. Aber ich glaube das war das erste komplette Bilanzjahr der BadBank. Deswegen sprang einem die Abweichung mangels Vergleichszahlen vermutlich nicht sofort ins Auge.

Es ist natürlich trotzdem der GAU jeder Buchhaltung. Aber der Hintergrund dürfte vermutlich profan sein.
In der FAZ zum Der 55,5-Milliarden-Euro-Fehler
Die Bilanz dieser Bad Bank steckt voller sogenannter Finanzderivate. Das sind komplizierte Finanzinstrumente, mit denen man auf die künftigen Preise von Rohstoffen, Aktien oder auch auf die künftige Zahlungsunfähigkeit eines Landes wetten kann. Darunter fallen Optionsscheine, Kreditversicherungen (Credit default Swaps) und anderes. Das muss man nicht unbedingt verstehen. Wichtig ist dabei nur, dass Derivate häufig so konstruiert sind, dass der Käufer einen Anspruch auf Sicherheiten vom Verkäufer hat, wenn der Preis des Derivats auf den Kapitalmärkten ein bestimmtes Niveau unterschreitet. Nun hat aber die Bad Bank gegenüber denselben Geschäftspartnern nicht nur Forderungen aus Sicherheiten, sondern auch Verbindlichkeiten aus Sicherheiten. Und das Normale wäre gewesen, die Bad Bank hätte Verbindlichkeiten und Forderungen gegenüber demselben Geschäftspartner schlicht gegeneinander aufgerechnet. Wenn Lieschen Müller Tante Emma 100 Euro schuldet und gleichzeitig 80 Euro von ihr zu bekommen hat, dann schuldet sie ihrer Tante netto nur 20 Euro.

Die Buchhalter der Bad Bank ließen die Zahlen aber leider unsaldiert. Stattdessen ist jeder einzelne Posten in die Bilanz eingegangen und hat die Bilanzsumme vergrößert. Das steigerte sich zu einer enormen Zahl: 55,5 Milliarden Euro.
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Sigmund
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Beitrag von Sigmund »

DBM hat geschrieben:Hab ich überlesen - aber das ist Schwachsinn ;)

Denn eine gemeinsame Währung heisst nicht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik. Das sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. Schau dir nur die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Bundesländer an - da müsstest du auch sofort gegen die D-Mark sein.
Ja und, ist die Bundesrepublik etwa keine Transferunion? Vielleicht möchte er ja lieber nur in Bundesländer tranferieren als in Bundesländer und Bankrottstaaten. Ganz so simpel sollte man auch einen Generalissimo nicht abspeisen.
Den Hinweis der gemeinsamen Wirtschaftspolitik müsst ihr uns noch mal begreiflich machen.
Gegen die führenden Kreise und die falschen Propheten:
Ihr werdet noch zum HERRN um Hilfe schreien, doch er wird euch nicht hören. Er wird sich von euch abwenden, weil ihr eure Macht so missbraucht habt. Micha
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Nebukadnezar
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Beitrag von Nebukadnezar »

Vernichter hat geschrieben:[..] um alle frommen Hoffnungen zu widerlegen, dass die Reaktion automatisch rational ausfallen würde. [..]
Ihr schreibt in Bezug auf den weiter zurück liegenden Post bzgl. einer möglichen Reaktion auf (m)ein Szenario (?).
Ihr habt dort Rationalität vorausgesetzt, bzw. dessen Mangel als einen wahrscheinlichen Grund für ein Scheitern angesehen.
Hm... ich hatte für meine Verhaltsvorhersage gar nicht auf Rationalität gebaut, eher auf 'Duldsamkeit' o.ä.
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Beitrag von Vernichter »

Nebukadnezar hat geschrieben:Ihr schreibt in Bezug auf den weiter zurück liegenden Post bzgl. einer möglichen Reaktion auf (m)ein Szenario (?).
Ihr habt dort Rationalität vorausgesetzt, bzw. dessen Mangel als einen wahrscheinlichen Grund für ein Scheitern angesehen.
Hm... ich hatte für meine Verhaltsvorhersage gar nicht auf Rationalität gebaut, eher auf 'Duldsamkeit' o.ä.
Die Duldsamkeit würde sich aber aus einem Mindestmass an Rationalität oder aus anderen Bereichen ableiten. Der Bauer aus der Zarenzeit ist auch sehr duldsam gewesen, bis die dafür verantwortlichen Faktoren weggefallen sind. Die deutsche Duldsamkeit führen wir auf ein Mindestmass an Wohlstand zurück. Und dieser Wohlstand würde ja zumindest zeitweilig wegfallen müssen, wenn man die "harte" Variante durchführen würde.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

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Beitrag von Nebukadnezar »

Nein, es würde nur haufenweise Pseudo-(und auch echtes) Vermögen vernichtet werden, aber nichts, was ich als wesentlich bezeichnen würde.
Das war mein Szenario. Unabhängig davon ob das realistisch wäre (es war nur mein Wunschszenario): Ich hatte eine Möglichkeit des Resets gezeichnet.

Was ich befürchte (und in dem Fall rechne ich irgendwann mit Unruhen irgendwo in der EU) ist ein Mittelding zwischen Elvis' weichem Szenario und mir: nennenswerte Inflation über einen längeren Zeitraum. Dann wird m.E. die Schere weit auseinander gehen und ich habe keinen Schimmer wie die Bevölkerung darauf reagieren würde.
In dem Fall (bzw. das sind sehr viele Fälle) kommt ihr zum Tragen mit eurer Russlanderfahrung :)
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Beitrag von Nebukadnezar »

Hat jemand Links aus der letzten Zeit, die sich mit England befassen ? Berichte über Entlassungen im öffentlichen Sektor und Schutzbestimmungen im Kampf um den weltweiten Finanzplatz nr.1 interessieren mich weniger, sondern was England eigentlich vor hat für ein Land zu sein, worin es seine Stärken sieht?
Vics[thread=4667]Die Landhändler 1.02[/thread] Preussen. [thread=5147]Die Welteroberer 1.03[/thread] Schweden [thread=6498]1 Million Siegpunkte[/thread] Korea 1.03b
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Beitrag von Anton »

Vernichter hat geschrieben:Generalissimo kann eigentlich als bestes Beispiel dafür angeführt werden, um alle frommen Hoffnungen zu widerlegen, dass die Reaktion automatisch rational ausfallen würde. Und der Regent ist ein Mediziner, ein Akademiker also. Wir wissen beispielsweise nicht, wie oft wir ihn hier nach der Belegung seine These von der EU-Diktatur aus Basis der Strukturen gefragt haben. Eine rationale Antwort, die fehlende Kontrollmechanismen und Legitimationsketten aufgezeigt hätte, blieb aus. Auch ein andere Erklärung wurde nicht geliefert. Es blieb immer auf der Ebene, auf der man auch die Wahl des Bundespräsidenten auf der Straße als undemokratisch kritisiert, weil er nicht von den Bürgern direkt gewählt wird. Im hiesigen Thema wird in der gleichen Art und Weise fortgefahren. Festsehende Meinungen, die auf den Widerspruch nicht eingehen, sondern nur immer wieder das Gleiche wiederholen, teilweise nicht einmal variiert.

Ein glänzendes Beispiel für den „Erfolg“ solcher Rezepte: http://www.sezession.de/9756/wie-wir-bi ... llten.html

Ob der Autor heute noch die Meinung in der Form vertritt, sei mal dahin gestellt, ist aber die Beschreibung der Haltung, die heute als konservativ gilt. Die burlesk vorgetragene Forderung nach dem Schutz deutscher Interessen ohne Rücksicht auf Verluste und einem Solidaritätsgefühl für die Nation, gemischt mit Vorschlägen, die eine „Elite“ produzieren, wie man sie unter kalifornischen Republikanern so häufig anzutreffen ist: Verachtung und Hass auf zweckbefreite Bildung, „Schmarotzer“, illegale Einwanderer und einer Liebe zum Land, kombiniert mit einer mexikanischen Haushälterin und einem Fernseher aus China. Eigentlich einfach eine etwas andere Sorte von Liberalen. Liberale die gerne nationale Briefmarken sammeln.

Um es nochmal zu betonen, ist das hier der Standpunkt von Menschen, die über eine hohe formale Bildung verfügen. In der Masse sind solche Analysen in einer noch weniger artikulierten Form und noch wütender und überzeugter vorzufinden.
Ich weiß gar nicht, wie man so viel Dummheit in einen Artikel packen kann, wie es dieser sezession-Typ tut. Es ist auch keineswegs liberal, was er vorschlägt. Die Liberalen wären dafür, die Hochschulen (und eigentlich auch Gymnasiale Oberstufen - da ist der Lernende ja auch kein Kind mehr) zu privatisieren und denen die Kriterien zur Studentenwahl selbst in die Hand zu geben. Ob Zweierabitur, Examen oder eben, was wahrscheinlich die meisten interessiert: GELD. :)

Vielmehr sehe ich hier das Verlangen, den Marktwert der eigenen erworbenen akademischen Grade einzuzäunen (man hat völlig unbegründete Angst vor einer Inflation des eigenen "Bildungs"kapitals), auf die gute alte Weise des mittelalterlichen Zunftwesens. In seiner irrationalen Angst redet er natürlich ganz viel dummes Zeug, aber nicht alles, was dummes Zeug ist, ist auch liberal. :cool:

Beginnend schon bei der Annahme, "gelockerte Zulassungsbeschränkungen" würden den Staat kein Geld kosten. Wenn ich mir schon ansehe, wie noch vor 10-20 Jahren gewisse Gestalten in Studiengänge wie Medizin reingeschlittert sind - teilweise mit 4er-Abis plus Eignungsprüfung, muss ich konstatieren, dass die befürchtete Tendenz einfach nicht da ist. Und warum ist sie nicht da? Weil Studenten kosten.

Natürlich wollen jedes Jahr mehr Leute Akademiker werden. Liegt ganz einfach daran, dass die nicht-bildungsintensiven Berufe in einem steten Strom entweder aus Deutschland auswandern, oder durch Dumping und Aufstockertum der materiellen Basis und der gesellschaftlichen Würde beraubt werden. Wer will da nicht studieren? Um die Zulassungsbeschränkungen aber nicht zu verschärfen, hätte der Staat massiv Kapazitäten ausweiten müssen. Dies geschah aber nicht. Statt dessen reformierte man sämtliche Studienordnungen, um die Studentenzahlen durch Auslese zu senken. Der vom Autor völlig inkonsequenterweise abgelehnte Bachelor (stufenweise Selektion III!!!!11) ist dabei ein Werkzeug zu eben jenem Zwecke - genau wie Schikanen wie die schulartige Anwesenheitspflicht. Dass sie irgendwo tatsächlich durch Arbeit der Studentenvertretung abgeschafft werden konnte, ist ein seltenes Beispiel für gute Arbeit der Studentenvertretung - aber kein Zeichen für eine bundespolitische Tendenz.

Dass auch eine Ausweitung studentischer Machtkompetenzen keineswegs im Raum steht und sich universitäre Verfassungen wieder in eine ganz andere Richtung bewegen, braucht man nicht anzuführen - gegen die muss der Autor wettern, weil die alle links sind und Linke = böse sind - genauso wie man den Hausunterricht nicht als unserer Probleme Lösung hinstellen kann. Auch zu der Abwertung der Geisteswissenschaften will ich nichts sagen. Ich habe mich mit dem Artikel wahrscheinlich eh schon mehr auseinandergesetzt, als der es verdient.


Aber: werter Vernichter, warum ist der nun liberal? Nur weil er offensichtlich die nationale Staatsräson (besser ausgebildete Bevölkerung; Vorsprung durch Technik) vor lauter Klasseninteressen völlig aus den Augen verliert?
Und als den Feind ich warf in Staub und Sand,
Dem Tränen Blutes aus den Augen rannen,
Da sprach er leis: Du, der mich überwand,
O hebe, eh du fällst, dich doch von dannen!
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Jerobeam II.
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Beitrag von Jerobeam II. »

Ich denke, daß Vernichter (nicht zu Unrecht?) "den Liberalismus" als milieuspezifische Lehre ansieht, also Klasseninteresse und Liberalismus bei Ihm (ursprünglich und in den Folgen?) zusammenfallen.
DILIGE ET QUOD VIS FAC.

Aurelius Augustinus.
Gesperrt

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