Lieber Mortimer,
ich bin ja nun schon eine Weile aus dem Geschäft, kann Eure Einschätzung, zumindest was den PBEM Teil angeht, nicht ganz teilen. Zunächst einmal wird die Wiederspielbarkeit dadurch nicht unerheblich erhöht, wenn man mit verdeckten und ahistorischen Anführerwerten spielt. Wenn Grant dann man durch einen dummen Zufall einen Angriffswert von 2 hat, muss man schon ein wenig anders planen.
Hinzu kommt, dass man es als Nordstaatler ja nicht unbedingt bei dem 2-Front System belassen muss. Mit einer amphibischen Landung bei New Orleans oder Mobile kann schnell eine 3. (und durchaus bedrohliche) Front eröffnet werden, die Kräfte des Südens lassen sich mit einer weiteren Landung in North oder South Carolina sowie in Florida weiter aufsplitten und man kann als Südstaatler nicht überall gleichzeitig mit genügend Kampfkraft auftreten.
Hinzu kommt, dass man nie weiß, welcher Schlüsselanführen denn den Löffel abgibt oder eine Weile durch Krankheit ausfällt. Auch aus diesem Aspekt ergeben sich immer wieder neue, interessante Konstellationen.
Auch wenn ich derzeit nicht aktiv spiele, würde ich es aktuell AACW vorziehen, welches derzeit aufgrund einer wirklich grausig aufspielenden Ki nahezu unspielbar geworden ist. Immer wieder ein Evergreen ist es, wenn die Nordstaaten Washington ungedeckt lassen, um mit Macht im Shenandoatal aufzutreten. Solche Totalaussetzer der KI habe ich bei WbtS nie beobachtet.
Grüsse
Mortimer hat geschrieben:Werter Arminius,
ja, die Aufklärung durch Reiterei ist wichtig, da nicht entdeckte Einheiten einen Bonus im Kampf haben. - Sobald Ihr die Spielmechanik intus habt und über ausreichend Erfahrung verfügt, werdet Ihr wahrscheinlich auch den ein oder anderen Nachteil des Systems feststellen. Nach einiger Zeit bemerkt man z.B., daß die große Kampagne - auch im Multiplayer - immer relativ ähnlich abläuft: Die großen Entscheidungen finden so gut wie immer im Westen (Kentucky, Tennessee usw.) statt, im Osten ist lange Zeit nichts möglich, auch die historischen Kämpfe in Arkansas und Missouri lassen sich mit dem Spielsystem nicht so recht nachbilden. Die Planungsfreiheit ist durch die Gegebenheiten eingeschränkt. Ich kann jetzt gar nicht im einzelnen auflisten, warum das so ist. Unter anderem hat es wohl mit dem strategischen Maßstab, d.h. der niedrigen räumlichen und zeitlichen Auflösung, sowie mit der generischen Darstellung der militärischen Verbände zu tun.
Auch die KI zeigt irgendwann ihre Schwächen. So ist man mit entsprechender Übung als Konföderierter in der Lage, den Norden locker in Schach zu halten, da die KI ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht energisch an Schwerpunkten zum Einsatz bringt. Spielt man hingegen den Norden, ist die KI oft sehr passiv. Bei mir war irgendwann die Luft raus. - Trotzdem, wie gesagt, ein gutes Spiel, das auch über längere Zeit motivieren kann...