Ich habe die Ehre, der werten Leserschaft einen (deutschen) Einblick in die Gold-Version von World War One zu geben, Ageod sei Dank!
Wie man aus der Ansprache unschwer erkennen kann, habe ich mich für die französische Seite entschieden. Das hat zwei Gründe. Zum einen gibt es bereits einen sehr guten AAR im Ageod-Forum, der den deutschen Schlieffenplan nachspielt, zum anderen habe ich bereits im letzten AAR denselben Plan nachgespielt.
Das Erste, was mir beim Starten auffiel, war der scharfe Kontrast der Karte. Habt ihr das mal mit der alten Version verglichen? Nicht nur wurde sie eingenordet (was mir nicht so wichtig war), sondern vor allem wurden die Provinzen schön aufgehübscht und schöner gestaltet. Dazu sind die schicken Generalsfenster an der rechten Seite hinzugekommen. Das gefällt mir sehr! Hier ein kleiner Eindruck zu Kriegsbeginn:

Das Spiel beginnt bekanntlich mit der Auswahl des Schlachtplans. Ich habe gehörigen Respekt vor den deutschen Truppen, die durchweg einen Kampfpunkt besser sind als die französischen. Dazu besitzen die Deutschen die starke Befestigungsartillerie zu Anfang, mit der sie in Flandern oder Nordfrankreich sämtliche Festungen im Nu zu Klump schiessen. Ich muss wohl obendrein einen Harakiri-Angriff in den Vogesen starten und verliere dabei viele Soldaten. Das schwächt die westliche Front. Eine nördliche Front existiert gar nicht. Gegen die starken deutschen Kräfte dort (sollten sie Schlieffen wählen), haben die Belgier kaum eine Chance. Jede verlorene französische Provinz schwächt zudem den Nationalen Willen. Ich bin froh, wenn ich im ersten Jahr die Katastrophe abwenden kann und einfach überlebe.
Bei der Auswahl der Kriegspläne wähle ich trotz allem die historische Option, den Plan XVII.

Zusätzlich wähle ich Munition und Freiwillige für den Krieg, denn die werde ich gebrauchen können. Dazu bereite ich Belgien auf den Krieg vor, was zur Folge hat, dass Belgien gleich mit voller Korpsstärke beginnt und mehr RP (Rekrutierungpunkte, praktisch die Manpower) zur Verfügung stehen hat.
Gespannt drücke ich auf das Ende der Runde und warte auf die Wahl der anderen Grossmächte.
Die geringste Überraschung bereitet mir Deutschland. Wie erwartet wählt es den Schlieffenplan und zusätzlich Munition und Freiwillige. Die Hauptfront wird also historisch ausgespielt.
Interessant wird es im Osten. Russland wählt den Plan "Grossherzog". Das bedeutet einen sofortigen Angriff auf Ostpreussen, obwohl Russland noch gar nicht fertig mobilisiert hat, um Frankreich zu entlasten. Gut für mich, aber etwas riskant für den Russen. Denn gleichzeitig wählt Österreich den Kaiserplan und akzeptiert die serbische Antwort auf das Ultimatum. Das bedeutet für Österreich: Serbien in Ruhe lassen und vollen Angriff auf Russland!
Als nächstes werden Ereignisse gezogen. Frankreich bekommt einige interessante, ich bedauere es sehr, dass ich nur eines behalten darf.

Ich entscheide mich für die Technologie in der Annahme, dass mir das einen dauerhaften Vorteil gibt und nicht nur einen temporären wie die ebenfalls interessanten Spionageevents. Darin habe ich mich aber getäuscht.

Das ist schlecht, weil ich 1914 keine wirklich wertvollen Techs erforschen kann, es geht praktisch nur Kampfgas und Leichte Maschinengewehre für die Flugzeuge. Wirklich wichtig für mich sind eher die Schützengraben-Techs, die kommen aber erst 1915. Beide Würfe schlagen obendrein fehl.
Russland spielt allerdings das Ereignis "Grandmaison" für mich.

Die Schock-Sonderregel bedeutet, dass alle Franzosen in den Vogesen angreifen müssen (je nach Kriegsplan), und zwar solange, bis sie 25 Verluste erreicht haben. Sie bekommen dabei zwar +1 Moral und die Kavallerie +1 Angriffsbonus, alle Infanterie verteidigt aber mit ihrem Angriffswert (und der ist meist um 1 niedriger). Wenn ich das richtig verstanden habe, ist diese Regel nun ausser Kraft, d.h., ich muss nicht bis 25 Verlusten angreifen. Wir werden sehen.

In der ersten Diplomatiephase schicke ich meine Diplomaten in die wichtigsten neutralen Länder, GB, Italien und die Türkei.
Das bringt nicht viel. Dank der massiven deutschen Intervention (und vielleicht auch den beiden Kriegsschiffen, die wir den Türken vorenthalten haben, obwohl sie bezahlt waren. Idee eines gewissen Herrn Churchill) schlägt sich das Osmanische Reich gleich auf die Seite der Achsenmächte.
Glücklicherweise hat der deutsche Angriff aber auch den Kriegseintritt Grossbritanniens auf unserer Seite zur Folge. Das britische Expeditionskorps wird dringend benötigt in Nordfrankreich.
Sonst passiert diplomatisch nicht viel.
In der Militärphase des frühen August 1914 sind alle französischen Armeen gefesselt, daher passiert nicht viel. Die britische Flotte kann aber auslaufen und soll damit beginnen, die Nordsee zu kontrollieren. Ich habe gelesen, dass das Geld kostet, und zwar nicht zu knapp! Hier das Bild:

Gleichzeitig sollen die Briten Schiffe produzieren. Nicht nur werden sie gebraucht zum Sieg über Deutschland, auch geben sie NW bei der Fertigstellung. Die Kontrolle der Nordsee soll obendrein laut Handbuch die Effektivität der Seeblockade beeinflussen, die wir natürlich sofort begonnen haben. Ich weiss, was passiert, wenn die Blockade nicht effizient ist: Die Achsenmächte erhalten NW und Geld. Das muss nicht sein.
Mit diesem Vorgeplänkel geht es in die ersten Kriegshandlungen.
Im Osten geht es schon kräftig zur Sache. Österreich marschiert in Südpolen ein und liefert sich erste Gefechte mit den Russen. Sie verlieren dabei beide je eine Division, was den Russen sicher weniger stört. Der wiederum marschiert in Ostpreussen ein, ohne Schlacht bislang.
An der Westfront überrennen die Deutschen das belgische Korps in Namur, knacken die Festung in Lüttich ohne jedes Problem und belagern Antwerpen. Dort hält die Festung aber den Angriffen von von Kluck stand.
Nun geht es mit dem ersten Screenshot in die Runde vom August 1914 mit der Offensive in den Vogesen und der Verteidigung Belgiens. Der Befehl der französischen Heeresleitung lautet:
ATTAQUE À OUTRANCE - ANGRIFF BIS ZUM ÄUSSERSTEN!














