Sturm über Tintagel - Ein Cornwall AAR für Deus Vult und den TASS mod

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Beitrag von Performer »

Kapitel 3: Die Perle Bristol

Die kommenden Jahre scheint Tintagel wie in einer dunklen Wolke des Schweigens zu versinken. Cristina, die Herzoginmutter, bleibt Gefangene in ihren Kammern, und Meryasek ‘der Wachsame’ herrscht über Cornwall, wie es ihm gefällt. Überall fahndet er nach den unbekannten Mördern von Cadan - ohne Erfolg. Und schwarzgewandete Boten reisen tagtäglich zwischen Cornwall und der Grafschaft Salisbury hin und her - mit düsteren Befehlen ...

'Der Wachsame' hat nicht eine Sekunde die Erbschaft zu Salisbury vergessen - seine höchst erfolgreiche Intrige, durch die er den minderjährigen Padern Cerniw zum Erben von Lincoln und Salisbury erhoben hat. Ein Stein fehlt noch in seinem Plan. Um ihn in das vollkommene Mosaik der Bosheit einzusetzen, hat sich Meryasek mit der Geheimrätin aus Salisbury zusammengetan, einer reifen Dame namens Gunhild av Herjedalen. Seine Lockungen klingen nicht schlecht: Gunhild soll durch seine Hilfe einen Grafentitel erlangen! Einen ECHTEN Grafentitel!
Sie soll die Gräfin von Bristol werden ... und seine rechtmässige Gattin.

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Stopp mal! Ist Meryasek nicht bereits verheiratet, mit Ygerna Cerniw, der jüngsten Tochter von Cadoc dem Besonnenen? Allerdings! Aber Ygerna soll Meryasek nicht länger im Wege stehen, wenn es um den letzten Akt der Ebschaft zu Salisbury geht.

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Die finsteren Pläne des ‘Wachsamen’ lassen sich rasch erzählen. Seine Frau Ygerna wird eines Nachts von unbekannter Hand erdolcht (1.), und ein Brautwerber schlägt in Salisbury auf, um eine Eheschließung zwischen dem frischgebackenen Witwer Meryasek und der trauten Geheimrätin Gunhild zu arrangieren(2.). Brengy Cerniw, der ahnungslose Vater von Graf Padern (noch immer ein Kind) gibt dieser Ehe seinen Segen, die bald darauf in Schloss Tintagel gefeiert wird (3.). Meryasek ernennt seine neue Gattin zur Geheimrätin von Cornwall ... während Salisbury nun ohne eine fähige Geheimrätin dasteht. Damit ist der Kindergraf von Salisbury den Ränken des 'Wachsamen' schutzlos ausgeliefert: ein Vermummter lauert Padern in seinem Schlafzimmer auf und beendet das junge Leben. (4.). Padern stirbt durch einen schnellen Stich ins Herz ... und sein
Vater Brengy , der bereits Graf von Devon ist, erbt unverhofft Salisbury und Lincoln von seinem Sohn (5.)

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Brengy Cerniw hätte auf diese Erbschaft wohl lieber verzichtet. In Trauerflor erscheint er in Tintagel, seine Augen sind
voller Tränen.
“Meryasek, du Hundesohn ... warum hast du das getan? Du hast ein hamloses Kind getötet, mein eigen Fleisch und Blut ... warum? Padern war doch noch ein Kind!”
“Nun stell dich nicht so an, Neffe", poltert Meryasek. “Padern hat uns gute Dienste geleistet. Aber durch seinen Tod können wir endlich einen neuen Vasallenvertrag mit dem Normannenkönig abschliessen. Da du der rechtmässige Erbe von Salisburys und Lincoln bist, gehören die zwei Provinzen nun zum Herrschaftsgebiet unseres kleinen Herzogs Zethar. Unser Schicksal ist unbedeutend, Brengy ... Cornwalls Schicksal ist sehr viel wichtiger als das unsere. Ich habe es für das kornische Volk getan.”
Brengy weicht zurück. Mit hasserfülltem Blick verlässt er Schloss Tintagel.
“Der wird schon noch zur Besinnung kommen”, sagt Meryask zu seinen Höflingen. “Lasst ihm einen üppigen Sack Gold
zukommen, damit er über den Verlust seines kleinen Jungen hinwegkommt. Immerhin habe ich ihm den Einfluss über zwei reiche Grafschaften verschafft. Er wird schon bald erkennen, dass Paderns Tod für alle die beste Lösung war ... harharhar!”


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Welche Niedertracht! Zum Glück hegt Meryasek kein weitergehendes Interesse, Cornwall mit seiner Bosheit zu beherrschen. Am 21. Juni 1142 humpelt er zu den verriegelten Gemächern von Cristina O' Marr.
“Mylady … wie ich sehe, seid Ihr wohlauf und schön wie immer.”
“Schweigt, Ihr Schurke!”, antwortet Cristina. “Ich weiss, was Ihr alles getan habt! Ihr habt Euer eigenes Weib Ygerna ermordet, und Padern Cerniw, und meinen Sohn!”
'Der Wachsame' lacht laut auf. “Mit dem Mord an Eurem Sohn habe ich nicht das Geringste zu tun, Mylady … glaubt es mir oder glaubt es mir nicht. Auf der anderen Seite war sein Tod so schlecht nicht ... für Cornwall! Immerhin ist unser Herrschaftsgebiet dank meiner geschickten Pläne weiter gewachsen. Meine Aufgabe ist hiermit erfüllt. Ich werde von der Macht zurücktreten, so wie es auch Euer Ehemann getan hat.”
Voller Misstrauen blickt Cristina ihn an.
“Ihr hört ganz recht, Mylady … ich werde dieses stinkende Schloss jetzt verlassen. Wenn Ihr mich sucht, dann findet Ihr mich in Bristol. Die Perle ist nun mein Eigen! Sie steht mir zu, und ich nehme sie mir. Bleibt Ihr ruhig in diesem verfluchten Land, mit Eurem Sohn Zethar. Ich bin sicher, Ihr werdet auch ohne meine Hilfe zurechtkommen."

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Hustend und gebeugt verlässt 'der Wachsame' das Schloss ... und reist auf direktem Wege in seine neue Grafschaft. In der Perle Bristol will Meryasek seinen Lebensabend verbringen - wie er es sich erträumte.

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Seine Frau Gunhild bleibt hingegen in Cornwall zurück. Selbst sie zeigte sich am Ende angewidert von Meryaseks Bosheit, und als Geheimrätin Cornwalls glaubt sie sich vor möglichen Racheakten sicher.
In Cornwall aber werden die Karten der Macht ein weiteres Mal gemischt. Cadans kleiner Bruder, Zethar das Kind, muss lernen, auf eigenen Füssen zu stehen - und mit dem Schwert zu fechten, anstatt sein Schaukelpferd zu liebkosen.
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Beitrag von Performer »

Kapitel 4: Die Damen an der Macht

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Nun übernimmt Cristina o’ Marr die Zügel. Das Leben am kornischen Hof ist fast vollständig erlahmt; die meisten Höflinge haben während der Herrschaft des Apostaten Gwynek ihrem Herzog den Rücken gekehrt, andere flohen vor den Machenschaften des 'Wachsamen'. Kein einziger Mann lebt noch auf Schloss Tintagel, sie alle suchten ihr Glück in der Fremde.
Cristina O' Marr muss also zunächst Vertrauen aufbauen - und ihrem weichen Sohn Zethar Herrschertugenden einflössen.

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Mit der Hilfe anderer Hofdamen beginnt Cristina, das Reich neu zu ordnen. Zunächst wäre da die herbe Schönheit Cecilia Knytling, eine nordische Dame, die als neue Kanzlerin von Cornwall eingesetzt wird. An ihrer Seite regiert die scharfsinnige und talentierte Anaguist de Seagrave, die neue Schatzkanzlerin von Cornwall. Das Geheimratsamt hat nach wie vor die Angelsächsin Gunhild av Herjedalen inne, die zweite Ehefrau von Meryasek 'Dem Wachsamen', die in Tintagel zurückgeblieben ist und - trotz grosser Bedenken von Cristina - die Boten und Spione befehligt. Und dann wären da noch zwei enge Freundinnen von Cristina: Eadgyth Godwineson, eine Nachfahrin des alten englischen Königs Harold,und Oncenedl Darcy, eine kornische Freifrau mit grossem Schandmaul.
Diese sechs Damen herrschen nun über Cornwall, und sie sind fest entschlossen, es den Männern an Härte und Entschlusskraft gleichzutun.

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Allein, der Marschallsposten kann nur von einem Mann bekleidet werden. Cristina heuert also einen kornischen Feldherrn namens Piran de Greystoc an. Der muskulöse Mann wirkt auf den ersten Blick loyal, aber schon bald wird Cristina zugetragen, dass Piran mit ein paar reichen Bürgern und Kleinadeligen konspiriert. Will er die Herrschaft der Damen beseitigen und sich so einen Anspruch auf Cornwall verschaffen? Cristina bleibt wachsam.
Als König Bohemond die kornischen Truppen auffordert, ihn auf einen neuen Kreuzzug zu begleiten, schickt Cristina den Marschall hocherfreut gen Jerusalemn.
“Wir sind sicherer, solange Piran nicht hier am Hof ist”, sagt Cristina zu den anderen Damen. “Wir brauchen überhaupt keine Kerle hier in Tintagel!”

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Im Jahr 1145 erreicht Cristina eine gute Nachricht. Meryasek ‘der Wachsame’ ist in Bristol verstorben und hat seinem Enkel Bideven Cerniw die Perle vererbte. Bideven erweist sich als loyal und harmlos, ein braver Vasall von Zethar. Sein erster Besuch in Tintagel sorgt für grosse Erleichterung bei Cristina.
“Endlich brauchen wir keinen Ärger mehr aus Bristol zu befürchten. Der Mörder Meryasek ist tot! Soll er in seinem Grab verrotten!”
Sogar die Geheimrätin Gunhild, Ehefrau des 'Wachsamen', scheint nicht sonderlich traurig über den Verlust zu sein.

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Und ein Jahr später, im Jahr 1146, trifft eine zweite erstaunliche Todesnachricht ein. Kaye Pendragon, der heidnische Graf von Ulaid, hat sich während eines Mondrituals selbst geopfert! Sein Sohn Clydno, genannt 'Der Drachenborn', hat sich zum neuen "Grossdrachen von Irland" ernannt. Gerüchte gehen um, dass der 'Drachenborn' einen grossen Feldzug gegen die christlichen Nachbarn plant ... und angeblich soll auch Gwynek Apostata während des Mondrituals gesehen worden sein. Ist es also wahr, dass er sich an Kayes Hof geflüchtet hatte?
Seine Frau Cristina glaubt kein Wort dieser Märchen. Aber ihr Herz blutet vor Trauer ... .

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Abgesehen von diesen Gerüchten scheint das Herzogtum Cornwall ruhig und sicher. Der Hof der Damen wird von den Nachbarn akzeptiert. Marschall Piran, die einzige potentielle Gefahrenquelle, ist weit weg und kämpft in Jerusalem gegen die Heiden. 'Der Wachsame' ist tot, und sein Mitverschwörer Brengy, der Graf von Devon, Salisbury und Lincoln, ertränkt seine Trauer in Wein.
Aber die allumfassende Stille ist trügerisch. Cristina weiss nur zu gut, dass viele Feinde nach Zethars Titel und Länder gieren. Ein plötzlicher Krieg könnte alles zunichte machen. Dem Marschall Piran ist nicht zu trauen, und Zethar ist noch ein Kind ... ein schwächliches zudem, was sie leider nicht leugnen kann.
Eines Tages ruft Cristina den gesamten Hof der Damen zusammen. Gewandet in ein pupurnes Kleid stolziert sie durch die grosse Halle von Tintagel.
“Meine geschätzten Freundinnen, wir müssen Stärke zeigen! Unsere Feinde sollen nicht glauben, dass wir nur ein Haufen weibischer Näherinnen und Schwatztanten sind, die hier in Cornwall herumsitzen und über Frisuren und Kuchenrezepte plauidern. Wir brauchen einen Plan für die nächsten Jahre, bis Zethar endlich den Windeln entwachsen ist.”
Ihre Vertrauten Eadgyth und Oncenedel nicken. Sogar die Geheimrätin Gunhild lauscht mit Wohlwollen.

Und so beginnt eine grosse Diskussion unter den Damen ... über Cornwalls Zukunft.

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Beitrag von Performer »

Und die Damen bemühen sich um eine Entscheidung ...

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Die Umfrage beginnt jetzt. IHR LESER werdet entscheiden, was im nächsten Jahr am Hof der Damen geschehen wird.
Entscheidet weise, denn ich werde die zwei Optionen mit den meisten Stimmen umsetzen.
Die Umfrage findet ihr hier:

http://www.99polls.com/poll_25876

[KEINE REGISTRIERUNG ERFORDERLICH]
Steht den Damen mit Rat und Tat zur Seite!
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Beitrag von Performer »

Die Wahl ist getroffen!

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Ein Krieg und Kreuzzug - die Damen werfen sich in die Schlacht.

Demnächst in diesen Hallen ... Sturm über Tintagel: Der Kreuzzug der Damen
Marc Aurel

Beitrag von Marc Aurel »

Wie konnte ein so toller AAR von mir bisher unbemerkt existieren?
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derblaueClaus
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Beitrag von derblaueClaus »

Keine Ahnung :???: Oder war das eine rethorische Frage :D ;)

BTT: Krieg und Kreuzzug sind ja langweilig. Ich hätte lieber eine Frau als Bishof gesehen...........
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Duke of York
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Beitrag von Duke of York »

Wann gehts weiter? :)
Marc Bloch: "Misunderstanding of the present is the inevitable consequence of ignorance of the past."
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Beitrag von Performer »

Kapitel 5: Der Kreuzzug der Damen

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Die Entscheidung ist also gefallen: der Horf zu Cornwall will seinen Feinden auf drastische Weise deutlich machen, dass man sich auch mit kornischen Damen besser nicht anlegt. All den lauernden Feinde soll eine Lektion erteilt werden. Allen voran dem tückischen Frankreich, dass seit Gwyneks Exkommunikation Ansprüche auf alle kornischen Provinzen erhebt.

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Im Jahr 1147 erklärt Cristina O’Marr dem Kinderkönig Charles de Bourgougne, der zu allem Überfluss auch noch die deutsche Krone trägt, den Krieg. Das Regiment aus Dorset zieht über den Kanal und dann nach Charolais. Der englische Lehnsherr unterstützt den kornischen Überaschungsangriff.

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In kürzester Zeit zerfällt Frankreich zu einem Scherbenhaufen. Zahleiche Herzöge und Grafen reißen sich los, und der mächtigste von ihnen (Mathieu de Bourbon, ein Onkel von Charles) beansprucht die französische Krone für sich. Die Berater des Kinderkönigs willigen ein, um ihrem in Windeln gewickelten Herrscher wenigstens die deutsche Krone zu erhalten. So wird Mathieu alsbald zum neuen König Frankreichs gewählt.

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Die Damen in Cornwall kümmert das nicht. Sie führen weiterhin Krieg gegen Charles und seinen Hof, und am Ende müssen die Berater des Kinderkönigs alle Titelansprüche an Cornwall für immer aufgeben … ein glamouröser Sieg für die Damen.

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Auch der Kreuzzug gegen die Heiden geht weiter. Der Hof der Damen hat sich dazu entschieden, Marschall Piran ein weiteres Kontingent zur Verfügung zuu stellen. Dieses wird nach Jerusalem verschifft, wo Piran gerade gegen muslimische Rebellen kämpft, die das heilige Land besetzt halten.

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Mithilfe dieser Verstärkung kann Piran die Rebellen schlagen und zudem das Land Druz erobern. Die kornischen Truppen feiern ihn laustark als "Befreier des Heiligen Lands" ... in Cornwall wird dieser Ruf nicht so gern gehört.
“Es wäre unklug, Marschall Piran nach Tintagel zurückzuholen”, warnt Anaguist die Scharfsinnige. “Die Truppen lieben ihn, er wird nur für Unfrieden sorgen. Er könnte uns gar zur Absetzung von Zethar drängen …”
“Ich habe schon einen Sohn verloren", antwortet ihr Cristina O’Marr. “Das wird mir kein zweites Mal passieren. Piran soll in dieser elenden Wüste bleiben, die er für sich erobert hat. Meinetwegen auch mit einem wertlosen Titel. Denkt euch was aus. Aber hier in Cornwall will ich ihn nicht sehen.”

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Damit endet der Kreuzzug mit einem Teilerfolg für die Kornen. Jerusalems Emir wiligt ein, Cornwall die Treue zu schwören, und der einstige Marschall Piran wird als Vasall und neuer Graf zu Druz vereidigt. Alles in allem ein gutes Ergebnis für die Damen.

Cristina O’ Marr hat dennoch nicht vergessen, dass ihr erster Sohn Cadan von unbekannter Hand ermordet wurde. Um wenigstens Zethar zu schützen, muß die Dynastie der Cerniw gestärkt werden. Dieser Überlegung folgend arrangiert Cristina für ihre Tochter Senara Cerniw eine Ehe mit einem entfernten Verwandten, Pascow Cerniw, der sich im irischen Connacht als Marschall verdingt. Pascow ist ein Neffe von Brengy Cerniw, dem Herrscher von Salisbury und Lincoln. Nebenbei ist er auch Brengys rechtmässiger Erbe. Auf diese Weise soll die Verbindung zwischen dem kornischen Zweig der Cerniw und dem Lincoln-Zweig gestärkt werden.

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Halt mal – schrieb ich gerade "denLincoln Zweig"? Ganz richtig. Noch während der Hochzeitsfeier, die auf Schloss Tintagel gefeiert wird, bestellen die Damen Brengy Cerniw zu sich.
“Welch großer Tag für uns alle”, säuselt Cristina O’ Marr in Brengys Ohr. “Die Familie der Cerniw wächst noch enger zusammen.”
“Und genau dasselbe sollte auch mit unseren Gebieten geschehen”, führt die Geheimrätin Gunhild aus. “Wir müssen unsere Macht aus Südengland konzentrieren. Diesen Angelsachsen ist nicht zu trauen. Das versteht Ihr doch sicher, Graf Brengy."
Erst einmal versteht Brengy gar nichts. Erst, als Kanzlerin Cecilia Knytling ihm eine Abdankungsurkunde in die Hand drückt.
“Freut euch, Graf Brengy ... die Last, über zwei getrennte Provinzen zu herrschen,ist nun von euren Schultern genommen", spottet die sächische Dame Oncenedl. “Danke für Euer Verständnis.”
Brengy denkt gar nicht erst daran, sich zu wehren. Er wurde bereits von dem "Wachsamen" getäuscht - und nun wird ihm auch noch Salisbury gestohlen, von den tückischen Damen. Pech für Brengy, der nun mit kochendem Zorn nach Lincoln zurückkehrt ... aber eine gute Sache für Cornwall, das eine neue und reiche Provinz gewonnen hat.

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Auf diese Weise wächst der Einfluß der Kornen mehr und mehr im Südwesten Englands ... und ruft neue Neider auf den Plan. Aber dazu mehr in Kürze ...
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Montesquieu
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Beitrag von Montesquieu »

Hopp, hopp, weiter geht´s! :D
Der texanische Senator der Herzen
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Beitrag von Performer »

In Kürze geht es weiter mit "Sturm über Tintagel"

Kapitel 6 ist im Anmarsch!

Die Damen in grossen Schwierigkeiten ...

Ein Drache erwacht ...

Eine überraschende Invasion ...

Ein seltsamer Gast bei Hofe ...



Der Sturm über Tintagel geht weiter ...
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Beitrag von Performer »

Kapitel 6: Der Drache erwacht

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In der Tat, die Damen wissen, wie man mit harter Hand regiert. Der junge Herzog Zethar – noch immer etwas schwächlich und zu weich – wird von ihnen allen insgeheim unterrichtet. Seine Mutter bringt ihm bei, wie man die Diener anweist und herumkommandiert; Kanzlerin Cecilia Knytling zeigt ihm, wie man mit Botschafters umgeht ("Wirf sie raus mit einem entzückenden Lächeln"); Schatzkanzlerin Anaguist de Seagrave unterweist ihn darin, Gold zusammenzuraffen; Geheimrätin Gunhild av Herjedalen lehrt ihn die Kunst des Lügens und Betrügens. Die angelsächische Dame Eadgyth übernimmt den Untericht in der Historie Britanniens, und die schamlose Dame Oncenedl zeigt ihm das Kopfkissenspiel ...

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Der Hof der Damen hat sich durch die Bezwingung der Franzosen einigen Respekt verschafft. Die Kornen selbst sind allerdings weniger beeindruckt - allen voran die Bürger. Sie verachten die "Weiberwirtschaft", die hohen Zölle und die extravaganten Seidenimporte. Statt kornische Wollkleider zu tragen, kleiden sich die Ladies lieber in fremden Tüchern (an denen die Bürger nichts verdienen). Kein Wunder, dass sich Unmut regt. Die Bürger fordern gar die Abschaffung des Feudalvertrags. Und als Cristina O' Marr ablehnt, beginnt eine hartnäckige Rebellion der Bürger.

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Am 16, März 1148 gedenkt der Hof dem siebten Todestag von Cadan Cerniw, dem Erstgeborenen von Gwynek und Cristina, Zethars älterem Bruder. Die Damen tragen Schwarz, und in Tintagel sind Trauergesänge zu hören. Bis zum heutigen Tag ist der MöMord an Cadan dem Vielversprechenden nicht aufgeklärt.
“Ach, wärst du nur am Leben”, seufzt Cristina in ihrer Kammer. “Du warst so viel stärker als Zethar, mein Kleiner ... voller Hoffnungen und Pläne. Ich schwöre, eines Tages werde ich deinen Vernichter enttarnen! Er soll leiden, sehr viel mehr als du, Cadan!”
Sie wirft einen Blick zur Wand, wo ein Porträt ihres vermissten Ehemanns hängt. Gwynek dankte vor nun über zehn Jahren ab, und seitdem hat Cristina nichts von ihm gehört. Abgesehen von Gerüchten und Ammenmärchen. Einige Leute behaupteten, Gwynek in Irland gesehen zu haben, am Hof der Pendragons. Andere verkündeten, dass Gwynek schon vor Jahren starb. Was davon stimmt, weiss Cristina nicht. Aber ihr Herz blutet noch immer, wann imer sie auf das Porträt blickt.
“Warum nur hast du mich verlassen?”, murmelt sie. ”Du warst nicht bei mir, als Cadan starb! Du warst nicht bei mir, als 'Der Wachsame' mich in dieser Kammer einsperrte ... für Jahre! Du warst nicht da, als Marschall Piran immer frecher und gefährlicher wurde, dass ich auch um Zethar Angst bekommen musste! DU WARST NICHT DA ... aber wo, wo zum Himmel warst du dann, Gwynek?”

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Ohne große Hoffnungen verhört sie die Boten, die jüngst aus Irland eingetroffen sind. Aber tatsächlich hört sie von ihnen Erstaunliches.
Clydno Drachenborn, Sohn des Kaye Pendragon, hat einen blutigen Feldzug gegen seine irischen Nachbarn eingeleitet. Ohne Vorwarnung hat der Heidenfürst Tir Eoghain überfallen. Die irischen Lords haben natürlich ihre Verbündeten zur Hilfe gerufen - die Waliser. Aber einen Drachen reizt man nicht ungestraft ... denn Drachen können fliegen.

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Clydno und seine heidnischen Krieger überqueren die Irische See. Sie nehmen das walisisch dominierte Chester im Sturm, und eine zweite Armee besetzt Gwent im Süden von Wales. Grausame Gerüchte gehen umher ... Mönche sollen in den Strassen regelrecht geschlachtet, Kreuze und Altäre geschändet worden sein. Britannien verharrt im Schockzustand - auch dann, als ein entwürdigender Friedensvertrag zwischen Ulaid, Tir Eoghain und Wales geschlossen wird, der Clydno Drachenborn die zwei besetzten Provinzen zuspricht.
Der Drache ist erwacht!

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Für einen Moment unterbrechen die Angelsachsen, Normannen und Skandinavier ihre Kämpfe um die britischen Inseln. Die Heiden müssen aufgehalten werden! Der englische König versucht ein Bündnis gegen den Drachenborn zu schmieden - und seine Gesandten in Tintagel reden mit Engelszungen auf Cristina O' Marr ein. Denn der König hat berechtigte Sorge, dass Cornwall mit dem Drachenborn kooperieren könnte, der ja die kornische Kultur und Sprache teilt.
Und es gibt auch einen Verräter in diesem Spiel: der Vasall Piran de Greystoc, Graf von Druz und früherer Marschall, erklärt sich unabhängig von Cornwall. In einem anmaßenden Schreiben behauptet er, dass Cornwall ihn nicht länger schützen könne und die heidnischen Strömungen in Cornwall begünstige. Deswegen sage er sich von Tintagel los und verfluche die "Heidensippe" der Cerniw.

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Im gleichen Schreiben verkündet Piran seine Heirat mit Dywana Cerniw, eine Enkelin des 'Wachsamen’ – ein klarer Affront für den Hof der Damen.

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”Wir sollten achtgeben”, rät Kanzlerin Cecilia bei der nächsten Ratssitzung. ”Clydno Dragchenborn könnte versuchen, auch Cornwall an sich zu reißen - so wie er es mit Gwent getan hat. Und Pirans Pläne sind nur allzu durchschaubar. Er will die Dynastie der Cerniw beerben. Jemand muss ihn aufhalten!”
”Wer außer uns?”, fügt Geheimrätin Gunhild an. “Piran mag zwar tausende von Meilen entfernt von uns sein, aber er bleibt eine Gefahr. Ich könnte eine meiner treuen Giftmischer zu ihm schicken ...”
“Zu früh”, weist Cristina sie zurecht. ”Wenn das fehlschlägt, wird Zethars Ruf für alle Zeiten ruiniert sein. Das können wir uns nicht leisten. Nein, wir müssen uns zuerst um den Drachenborn kümmern. Zethar hat grosse Angst vor den Heiden ...”
”Das kann ich bestätigen”, sagt die Dame Oncenedl mit anzüglichem Grinsen. ”Der junge Herr weint in seinen Träumen und spricht im Schlaf sogar manchmal von Drachen ... er hat Angst, dass sie seinen Kopf essen! Es ist dann immer sehr schwer, ihn zu beruhigen ... ich muss ihn dann meistens ...”
”Erspart mir die Details, Oncenedl”, unterbricht die Herzogsmutter sie. ”Und kein Wort zu Zethar über diese heutige DIskussion. Es würde ihn nur beunruhigen.”

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In den kommenden Monaten schickt Cristina mehrere Botschafter nach Ulaid. Sie sollen in Erfahrung bringen, was der Drachenborn vorhat - und ob eine Gefahr von ihm droht. Keiner der Boten kehrt zurück. Die Kornen beginnen zu tuscheln ...in Gwent sollen angeblich alle Christen gezwungen worden sein, zum Heidentum zu konvertieren. Wer sich widersetzt, wird geopfert, so sagt man. Ein paar Stimmen behaupten gar, dass Clydno selbst ein Gestaltwandler ist, der des Nachts in die Haut eines Drachen schlüpft.
Wahrscheinlich nur ein Gerücht ...

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Eines Tages erscheint ein bärtiger und grauhaariger Gesandte aus Ulaid am Hof. Er verlangt, Cristina zu sprechen .... nur sie, sonst niemanden. Da er hartnäckig ist, führt man ihn schließlich zur Herzogsmutter.
”Was will dein Herr Clydno?”, grummelt Cristina. ”Habe ich nicht Dutzende von Männern an seinen Hof geschickt, um ihm die Aufwartung zu machen? Er hat mir nie geantwortet! Seine Unverfrorenheit ist nicht akzeptabel für uns stolze Kornen!"
“Stolz seid ihr wohl, Mylady”
, antwortet der Grauhaarige, “und stark und schön. Aber eine Kornin seid ihr nicht, da ihr nicht hier geboren seid. Wie wollt ihr die Wurzeln des kornischen Volks verstehen, wie es mein Herr Clydno vermag?"
Cristina O’Marr lauscht ihm voller Unglauben. Zunächst will sie die Wachen rufen und den unverschämten Kerl auspeitschen lassen. Aber dann hält sie inne. Seine Stimme - irgendwie kommt sie ihr vertraut vor. Und sein Gesicht. Und seine Augen ...
”Mein Herr Clydno hat nicht vor, Cornwall anzugreifen”, verspricht der Grauhaarige. ”Kornisches Blut soll niemals gegen kornisches Blut kämpfen ... ganz gleich, ob es dem Papst in Rom gehorcht oder den alten Göttern Cornwalls. Der Drachenborn will Frieden mit Euch ... und um diesen einzuhalten, werde ich Euer neuer Marschall sein.”
Cristina runzelt die Stirn. ”Mein ... Marschall? Seid Ihr übergeschnappt, Fremder?”
Langsam streift er seinen dreckigen Umhang ab. ”Ich will nur, dass Ihr sicher seid, Mylady ... und unser junger Herzog Zethar desgleichen. Wir haben schon einen Sohn an unbekannte Mächte verloren, Cristina. Zethar soll nicht auch noch hinterrücks gemeuchelt werden.”
Nun erst erkennt Cristina den seltsamen Mann.
”Gwynek!”, stösst sie hervor, blass vor Erstaunen. ”Geliebter ... mein ... oh mein Gott!"
Und sie verliert die Besinnung.

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Und die Wahrheit verbreitet sich rasch in ganz Cornwall.

Der Apostat ist zurückgekehrt!
Morenga

Beitrag von Morenga »

Was für eine gute Story! :top:
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Montesquieu
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Beitrag von Montesquieu »

Weiter so!
Der texanische Senator der Herzen
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Beitrag von Performer »

So, mal schauen, wem zuerst was an Gwynek auffällt ...
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Beitrag von sheep-dodger »

Außer das er jetzt Heide und Häretiker ist? Ist das kleine schwarze Symbol mit dem roten Schwert das Kinslayer Symbol?
Signaturen sind wie Frauen:
Hat man keine will man eine, hat man eine will man ne andere

Who looks at a screwdriver and thinks, 'Ooh, this could be a little more sonic'?

Zwischen Bürgerkrieg und Weltmacht - Ein Nationalchina AAR
Guide für Byzanz in IN 3.1
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Beitrag von Performer »

Preis geht an dich, SheepDogger :-)
Ich meinte die neue Religion ...
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Kurfürst Moritz
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Beitrag von Kurfürst Moritz »

Sehr schöne Fortsetzung!

Wird sich Cornwall nun mit Ulaid verbünden?
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Daniel90
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Beitrag von Daniel90 »

Wieder einmal eine gute Fortsetzung. Macht echt Spaß dem AAR zu folgen.
Doch welche Auswirkungen hat die neue Religion des Apostaten auf diese Geschichte? Ich bin sehr darauf gespannt die Antwort zu lesen.
Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!
(Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.)


Meine AAR´s:
Die Salier - Die Geschichte einer Dynastie im Mittelalter
Die Staufer - Machtkampf im Mittelalter
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Duke of York
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Beitrag von Duke of York »

Update! :) ;)
Marc Bloch: "Misunderstanding of the present is the inevitable consequence of ignorance of the past."
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Beitrag von JoeIntel »

Sehr schön geschrieben da bekommt man gleich wieder Lust auf eine Partie DV

Joe
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