Genau so will ich mein nächstes AAR-Projekt vornehmen. Immer schön zuschauen, wie sich die Zeiten langsam ändern und mein Land behutsam zu Reichtum und Ehre führen.
Als Land habe ich Preußen gewählt. Langweilig vielleicht, aber ich will ja keine Welteroberung mit Xhosa probieren. Extremspiele sind nicht mein Fall, das können andere besser. Aber ich habe mir für Preußen/Deutschland und mit Abstrichen auch für Österreich und andere viele kleine nette Events geschrieben, die ich gerne einmal ausprobieren wollte und die meinem Spiel das gewünschte Flair geben sollen. Zudem spielen die meisten Anfänger gern Preußen/Deutschland, vielleicht können sie noch etwas davon lernen.
Als Nächstes werde ich mit VIP 0.4 spielen, einfach, um dem Forum den Mod einmal vorzustellen und selbst zu sehen, was dort alles passiert.
Zu guter Letzt nehme ich mir noch ein paar Hausregeln vor. Den Zollexploit werde ich nicht ausnutzen, ich werde auch so gewinnen. Unzivilisierte angreifen wie Korea etc., um schnell Manpower zu gewinnen, und ähnliche Taktiken sind nicht, ich bleibe in Europa und spiele "historisch", so weit es geht. Als Wichtigstes werde ich aber ohne Pause spielen. Ich spiele zur Zeit auf "normal" und unterbreche nie. Allenfalls für wichtige Kriege behalte ich mir vor, eventuell auf "unter normal" runterzugehen, dazu gönne ich mir bei Spielstart und beim Neuladen ein bisschen Zeit zur Orientierung.
Ich spiele auf schwer mit normaler Aggressivität.
Nun soll es aber losgehen!
Was finde ich denn in VIP so Neues vor?
Als Erstes fährt man über die Karte und sieht einiges Neues. Es gibt einen Haufen Staaten im Innern Afrikas, Die USA sind größer und es gibt dort nichts zu kolonisieren. Statt dessen gibt es dort Indianernationen, auch in Kanada. Indien gehört nicht mehr zu Großbritannien, sondern formt mit "British India" einen eigenen Staat (der regelmäßig Tributleistungen nach London schickt). Große Teile Sibiriens sind noch unbesiedelt.
Dann habe ich mir Preußen angeschaut. Wir haben 10 Fabriken, 1 Sägewerk in Ostpreußen, 1 Konservenfabrik in Westpreußen, 1 Dünger in Pommern, 1 Sprengstoff und 1 Artillerie in Schlesien, 1 Munition und 1 Handfeuerwaffen in Brandenburg, 1 Beton in Sachsen und 1 Stoff und 1 Stahl im Rheinland. Aber dann kam der Schock: Preußen besitzt zu Beginn nur 2 Maschinenteile! Die Industrialisierung würde wohl etwas warten müssen, zumal der Geldbringer Stahl nun 10 Maschinenteile pro Fabrik kostet. Also baute ich 1 Stoff und 1 Holz in Westfalen und Rheinland. Das bedeutete gleichzeitig den Verzicht auf Eisenbahnen, da diese hier ebenfalls Maschinenteile kosten (0,1 auf Stufe 1).
Im Budget setzte ich alle Steuern auf 50%, die Bildung auf Max (das ist wesentlich teurer in VIP!), die Armeeerhaltung auf Min und die Zölle auf Max.
Ich bestellte einen neuen General und führte mit den 20.000 Pfund Startkapital sogleich die zensierte Presse ein, um die Liberale Revolution 1845 zu verhindern (ich hoffe, das hat sich in VIP nicht geändert...).
Erforscht wurden zunächst die Militärpläne aus Mangel anderer interessanter Alternativen. Forschung ist teurer in VIP, eine Tech kostet 13 Forschungspunkte, die reduzierten Techs 11,7 (bei Preußen Militär und Marine). Preußen erzeugt mit maximaler Bildung schon 0,9 FP pro Monat, das sind 10,8 pro Jahr. Das reicht schon fast und wird durch eine erhöhte Alphabetisierung sicher noch steigen.
Diplomatisch verbesserte ich mit meinen Diplomaten die Beziehungen zu Russland und GB. Dort sah ich auch den Kolonisierbann in VIP. Bis 1879 kann Preußen nicht kolonisieren, ich muss mich darum also nicht kümmern. Andere Staaten werden hier früher beginnen als ich, so dass wohl nicht allzu viel übrigbleiben wird für Preußen. Wenn sie die erhöhten Kosten bezahlen können, natürlich. Denn die habe ich auch heraufgesetzt, damit die Welt nicht so schnell zugepflastert wird. Wir werden sehen, wie erfolgreich die Maßnahme ist.
Dann ließ ich das Spiel laufen. Zu Beginn wird man mit haufenweise Events aus Amerika bombardiert. Man sieht eindeutig, wer sich hauptsächlich an der Entwicklung des Mods beteiligt hat.
Bei den Handelseinstellungen musste ich noch diverse Modifizierungen vornehmen, generell behalte ich von Holz/Beton/Stahl immer 250 Einheiten und kaufe auch bei anderen für Beförderungen wichtigen Materialien eigentlich recht großzügige Vorräte (20-30). Die Militärproduktion schalte ich nicht ab, Preußen hat sonst keine anderen Fabriken!
Im Militär tue ich nichts, nur der Reservepool wird beständig verstärkt. Nur Frankreich, Russland und GB sind stärker als wir - und das hauptsächlich wegen ihrer Flotte.
14.4.1836 Unsere Haltung zum Krieg Belgien-Holland wird gefragt. Preußen verhält sich neutral.
15.4.1836 Konservative Kreise befürworten eine Unterstützung des Karlisten-Regimes in Nordspanien. Dieser ist ein eigener Staat in VIP und von Beginn des Spiels an im Krieg mit Spanien. Wir geben heimliche Unterstützung.
4.7.1836 Bilbao fällt, die Konservativen sind besorgt. Wir unterstützen die Karlisten noch einmal heimlich mit einer guten Summe Geldes.
Russland lehnt ein Bündnis mit uns ab.
Im August 1836 lädt uns Großbritannien ins Bündnis ein, was wir sofort annehmen. Wir befinden uns dann zwar im Krieg mit Holland, aber das stört uns nicht weiter. Im September ist auch schon Friede, Belgien kann Gebietsgewinne verzeichnen. Wir gewähren den Niederlanden Durchmarsch, damit sie ihre Exklave Luxemburg sichern können.
Am 26. November sind die Militärpläne entdeckt.
1.2.1837 Die "Göttinger Sieben" legen Beschwerde beim König von Hannover gegen die neue Verfassung ein und verlassen schließlich die Universität, als dieser sich weigert, die Verfassung zu revidieren. Die Bevölkerung ist empört!
1.12.1837 Wir entdecken den Idealismus.
23.5.1838 Wir machen bahnbrechende Fortschritte in der Philosophie, der Neukantische Idealismus wird gelehrt. Das bringt uns 50 Prestigepunkte und lässt uns fragen, wer wohl die 150 und die 100 bekommen hat. Der erste im Prestige ist Schweden - mit 141 Prestige. Irgend etwas stimmt da nicht.
29.12.1838 Wir entdecken die Mechanische Produktion. Das gibt uns 5 Maschinenteile, die sofort in Fabriken umgesetzt werden: Stoff im Rheinland, Holz in Schlesien, Beton in Sachsen und Holz in Westfalen. Dann noch 5 Eisenbahnen in Schlesien. Im Mai 1839 können wir auf dem Weltmarkt Maschinenteile kaufen. Die Stahlfabrik im Rheinland wird erweitert, unsere Staatsfinanzen leiden unter dem hohen Tempo. Preußen hat schon 12.000 Pfund Schulden. Aber wir machen weiter und bauen Eisenbahnen in allen Kohle- und Eisenregionen, bauen eine Glasfabrik in Westfalen im Juli 1839 und eine Kleiderfabrik in Schlesien im September 1839. Die Kleiderfabrik braucht übrigens 2 Jahre zur Fertigstellung. Schuldenstand: 20.000 Pfund.
2.11.1839 1. Orientkrise. Wir verhalten uns neutral.
Wir bauen weiter Eisenbahnen bis nach Westpreußen. Die Schulden steigen dadurch auf 83.000 Pfund. Damit ist erstmal Schluss mit den Investitionen, und die Schulden sollen abgebaut werden. Unser Überschuss pendelt zwischen 30 und 100 pro Tag, wobei seltsamerweise alles stabil bleibt, nur die Steuern schwanken.
30.1.1840 Wir entdecken die Vorderlader.
Im März 1840 lädt uns auch Russland in ein Bündnis ein. Nun kann uns eigentlich nichts mehr geschehen.
Am 8.6.1840 übernimmt Friedrich Wilhelm IV. den preußischen Königsthron. Möge er lange leben!
7.7.1840 2. Orientkrise. Wir drängen auf eine Lösung, befinden uns dadurch aber mit unserem Bündnispartner GB erstmal im Krieg mit Ägypten.
So viel für heute. Ich habe Screenshots gemacht, vielleicht baue ich die morgen noch ein. Es war sehr entspannend, nicht aufregend. Ich habe viel an kleinen Rädchen gedreht, überall mal geschaut und gesehen, wie sich das Spiel so entwickelt. Ich freue mich schon auf die nächste Session!








