Bundestagswahlen 2005

Moderatoren: ulysses, Montesquieu

Welcher Partei würdet ihr bei den Bundestagswahlen eure Stimme geben?

Umfrage endete am Mo 22.05.2006, 20:48

SPD
29
21%
CDU
35
26%
Bündnis 90/Grüne
17
12%
FDP
15
11%
PDS
5
4%
Linke Alternative
6
4%
Rechte Alternative
8
6%
Andere
5
4%
Weiß nicht/Gehe oder darf nicht Wählen usw.
13
9%
Es wird im Herbst 2005 gar keine Bundestagswahlen geben!
4
3%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 137

Leprechaun

Hmmm

Beitrag von Leprechaun »

Ach herrje...

Bild

Wenn ich sowas schon sehe.... :mad:
Kurze Frage: Welche Regierung hat deutsche Soldaten geschickt um Jugoslawien zu bombardieren? Huch... das war ja Rot-Grün... :eek:
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General Guisan
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Beitrag von General Guisan »

Deutschland am Hindukusch verteidigen :D

Ach übrigens, für alle die einen wirklich witzigen Wahl-Comix lesen möchten:

http://rapidshare.de/files/5135884/Aste ... t.rar.html
candyman2000

Beitrag von candyman2000 »

die einen senken den Beitragssatz zur AL-Versicherung....erhöhen aber dagegen die MwSt. und "stopfen Steuerschlupflöcher.

Das gleiche Thema der Steuerschlupflöcher und das erhöhen einzelner Steuersätze hat auch die SPD zum Ziel....

Frage...."Was soll man da noch wählen?

Quelle

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,362541,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,362542,00.html
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Bushi
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Beitrag von Bushi »

Zu den CDU Wählern:

Ich mache euch dafür verantwortlich wenn ich in 3 Jahren Studiengebühren bezahlen muss, kein BaFöG bekomme, Mein Fingerabdruck aufm Perso is, und ich 70% meines Tages von Kameras beobachtet werde, der Konsum am Boden ist(18% mehrwertsteuer, was viele experten als todesstoß für die konjunktur sehen)

Ich würde SPD wählen. Ich entscheide mich lieber für Not statt Elend.
"Leisten wir uns den Luxus einer eigenen Meinung."
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Boltar
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Beitrag von Boltar »

Bushido hat geschrieben:Zu den CDU Wählern:

Ich mache euch dafür verantwortlich wenn ich in 3 Jahren Studiengebühren bezahlen muss, kein BaFöG bekomme, Mein Fingerabdruck aufm Perso is, und ich 70% meines Tages von Kameras beobachtet werde, der Konsum am Boden ist(18% mehrwertsteuer, was viele experten als todesstoß für die konjunktur sehen)

Ich würde SPD wählen. Ich entscheide mich lieber für Not statt Elend.
Aber bitte doch Bushi ;)

Die Studiengebühren werden dich anhalten die Studienzeit nicht als Partytime zu verstehen sondern zu Pauken was das Zeug hält damit das schnell rum ist. Ich selbst hab in meiner Studienzeit fast soviel Geld verdient wie jetzt auch im Beruf. Erst mit Abbruch des Studiums und der Ausbildung wurde es arg weniger.
Wer sagt, das der Fingerabdruck nicht auch mit unserem RAF Schilly kommt, ebenso die Kameras.
Ja sie wollen die Mwst. auf 18% raufsetzen und sind noch so ehrlich das vor einer Wahl zu sagen. Sie sagen aber auch, dass sie dafür andere Steuern senken wollen und zwar solche die den Faktor Arbeit betreffen. Ebenso sind sie für einen Subventionsabbau, was man auch nur begrüßen kann.

MfG
Boltar
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Lord Protector

Beitrag von Lord Protector »

Bushido hat geschrieben:Zu den CDU Wählern:

Ich mache euch dafür verantwortlich wenn ich in 3 Jahren Studiengebühren bezahlen muss, kein BaFöG bekomme, Mein Fingerabdruck aufm Perso is, und ich 70% meines Tages von Kameras beobachtet werde, der Konsum am Boden ist(18% mehrwertsteuer, was viele experten als todesstoß für die konjunktur sehen)

Ich würde SPD wählen. Ich entscheide mich lieber für Not statt Elend.
Was intressiert einen wahrhaftigen SI-Regenten welcher von Gottes Gnaden, äh eigenen Gnaden über ein Reich von mehren Kilobyte herrscht schon die Pläne dieser kleinen Merkel! :D

Im Ernst: Ich werde vermutlich auch SPD wählen, das ist zwar nicht die Partei die ich umbedingt weiter an der Macht sehen möchte aber eine Große Koalition ist sowieso wahrscheinlicher.

Ich wähle daher die Große Koalition, das ist für mich noch akzeptabel. Rot-Grün hat in meinen augen versagt, aber CDU/FDP ist noch schlimmer!
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Bushi
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Beitrag von Bushi »

Außerdem würde ich nicht wollen, dass mit Beckstein bayrische Hau-Drauf-Politik in die Ministerien kommt. Aber wenn ich durch die Studiengebühren gar nicht mehr studieren kann? Weil ich komme nicht gerade aus reichen Verhältnissen. Die CDU macht sowiso Politik für Reiche. Mit der CDU würde die Soziale Schere noch weiter auseinandergehen. Ich sage nur Kopfpauschale unabhängig vom Einkommen.

@ Lord Protector

Richtig ich wäre auch für eine Große Koalition. Soll ja schonmal ganz gut geklappt haben.

Die meisten Deutschen wollen lieber Schröder als Kanzler, aber die CDU vorn haben. War ne Umfrage im Spiegel.
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Lord Protector

Beitrag von Lord Protector »

Boltar hat geschrieben:Aber bitte doch Bushi ;)

Die Studiengebühren werden dich anhalten die Studienzeit nicht als Partytime zu verstehen sondern zu Pauken was das Zeug hält damit das schnell rum ist. Ich selbst hab in meiner Studienzeit fast soviel Geld verdient wie jetzt auch im Beruf. Erst mit Abbruch des Studiums und der Ausbildung wurde es arg weniger.
Wer sagt, das der Fingerabdruck nicht auch mit unserem RAF Schilly kommt, ebenso die Kameras.
Ja sie wollen die Mwst. auf 18% raufsetzen und sind noch so ehrlich das vor einer Wahl zu sagen. Sie sagen aber auch, dass sie dafür andere Steuern senken wollen und zwar solche die den Faktor Arbeit betreffen. Ebenso sind sie für einen Subventionsabbau, was man auch nur begrüßen kann.

MfG
Mr. President,

wenn ich euren ausführungen so folge habe ich den starken eindruck das ihr die tatsächliche Situation in welcher Bushido (und andere Studenten!) befinden werden, verkennt!

Natürlich mag es zahlreiche Studenten geben die ihre Studienzeit mit Suff und Völlerei ausfüllen, aber hier zu pauschalisieren und gleichsam alle Studenten eines derartigen verhaltens zu beschuldigen ist sicher nicht zielführend.

Im gegenteil, sollten tatsächlich Studiengebüren eingeführt werden, in der form wie die CDU das will, dürften zahlreiche Studenten nicht mehr das Geld für das Studium haben.

Indes glaube ich kaum das die CDU in Sicherheitsfragen sich wesendlich von der SPD unterscheidet. Die Mehrwertsteuer erhöhung dürfte auf alle fälle kommen, bei dem ankündigten Subventionsabbau wäre ich mir da nicht so sicher!

mfg

Lord Protector
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Montesquieu
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Beitrag von Montesquieu »

[Sarkasmusmodus On]
Ich finde gut, dass meine Freunde, welche nicht studieren und schon arbeiten, mir mein Studium finanzieren. Ist ja auch nur richtig so, denn schließlich muss die Elite eines Landes ja schließlich erzogen werden, dass Geld, was sie mehr verdient, auch zu behalten und nicht dazu zu benutzen irgdenwelche Studiengebühren zurückzuzahlen! Ne, ne, ne, das muss schon herhalten, damit der erste BMW Kredit schön angeschoben wird. Ach, den kann ich ja auch noch von der Steuer absetzen! Herrlich! Ach, und die Holländer bezahlen Studiengebühren und da studieren mehr als hier in diesem schönen Deutschen Ländle? Tja, die sind ja auch anders, komische Menschen, die den Wert für Bildung igrendwie bereit sind zu zahlen. Hihi, sind die blöd, wo man doch alles umsonst haben kann. Ab in die Tasche und weg! Sind ja Preise wie bei Aldi! Ach, die Qualität auch, der Herr? Na und! Denken sie, ich bin so fein und hole meine Bildung im Delikatessladen ab? Phhhhhh! Schnösel! Snop! [Sarkasmusmodus halboff]
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Boltar
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Beitrag von Boltar »

Lord Protector hat geschrieben: [...]
wenn ich euren ausführungen so folge habe ich den starken eindruck das ihr die tatsächliche Situation in welcher Bushido (und andere Studenten!) befinden werden, verkennt!

Natürlich mag es zahlreiche Studenten geben die ihre Studienzeit mit Suff und Völlerei ausfüllen, aber hier zu pauschalisieren und gleichsam alle Studenten eines derartigen verhaltens zu beschuldigen ist sicher nicht zielführend.
[...]
Ok, die 10% der Studenten die regulär studieren habe ich mit in den Topf geworfen, entschuldigt bitte ;) . Aber doch mal ehrlich - in jedem anderen Land gibt es Studiengebühren. Überall schaffen es die Studenten trotzdem zu studieren und das großteils schneller als in Deutschland. Zu behaupten, dies würde in Deutschland nicht funktionieren ist schlichtweg falsch.
Wie ich schon schreib, hab ich zu meiner Studienzeit gutes Geld verdient. Ich war Abends arbeiten, 3 Stunden am Tag. Bafög hätte ich, wenn es mir zugestanden hätte, nicht gebraucht.

MfG
Boltar
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Colonel Chris
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Beitrag von Colonel Chris »

Ich muß Boltar vollkommen zustimmen. Auch ein Diplom-Studiengang ist in 3 Jahren mit gutem Ergebniss zu schaffen. Einer meiner besten Freunde z.B., ein Libanese, den man 2x auf die Hauptschule schicken wollte, wegen Englisch und Deutsch, ging von der Realschule auf das Wirtschaftsgymnasium und von dort an die Uni um Wirtschaftswissenschaften innerhalb von 3 Jahren mit der Note 1,37 abzuschließen.

Wenn das also unter erschwerten Bedingungen in dieser Zeit, mit dieser Note geht, dann sollte das für andere Studenten auch machbar sein, einen vernünftigen Abschluß in 3 1/2 bis max 4 Jahren zu schaffen.

Im ürbigen bin ich dafür, die Studiengebühr Jahr für Jahr anzuheben, aber in den ersten 3 Jahren noch recht milde. Erst, wer mit 3 1/2 Jahren nicht auskommt, der soll dann auch mal kräftiger löhnen.
Erich von Manstein, bester Feldherr der Moderne

Hört auf zu jammern! Es gibt IMMER jemanden, dem es schlechter geht! Also: packt es an!
Stauffenberg

Beitrag von Stauffenberg »

Und dann, statt sich ordentlich auf den Abschluß vorzubereiten, lieber heftig malochen gehen, damit es noch ein bissel länger dauert? :rolleyes:
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Pyrrhus
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Veteranenorden

Beitrag von Pyrrhus »

Zum Thema Studiengebühren möchte ich einige Punkte anmerken:
1. Der Großteil, der sie befürwortet, hat schon studiert und mußte keine zahlen...
2. In unserer Unizeitschrift gab es auch einen ewig langen Artikel über das pro und contra zu Studiengebühren, und dort wurde auf eine interessante Studie verwiesen: Die Länder, die Studiengebühren eingeführt hatten, drosselten peu a peu die Staatlichen Ausgaben für Hochschulen um genau diesen Betrag...
3. Der Post von Colonel Chris zeigt, dass das Problem anscheinend nicht richtig verstanden wurde: Studiengebühren für Studenten, die das Fach wechseln oder über die benötigte Semesteranzahl hinaus studieren (Langzeitstudenten), zahlen bereits in einigen Bundesländern Studiengebühren (das ist nur logisch nachvollziehbar und da hat keiner etwas dagegen), das soll abgeschafft werden und stattdessen soll jetzt jeder zahlen, egal wie schnell er studiert...
4. Es ist nun einmal so, dass in Deutschland der materielle Wohlstand des Elternhauses enormen Einfluß auf den Bildungsweg des Kindes ausübt. Da hilft es Deutschland natürlich, Studiengebühren einzuführen damit wir unsere sowieso schon niedrige Studentenquote wieder auf den europäischen Durchschnitt anheben können (Ironie)...die sinkt übrigens jetzt schon weiter ab...
5. Natürlich werden viele weiter studieren, sollte es Studiengebühren geben, aber es wird auch viele geben, die nicht weitermachen werden...der Verlierer ist Deutschland...

Das gehörte jetzt zwar nur bedingt zum Thema, mußte ich aber einmal loswerden als einer von denen, die dann betroffen wären.
"Versuchen ist der erste Schritt zum Versagen" - Homer Simpson

Bekennender Laziali.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Ich bin in der Sache Studiengebühren der Ansicht von Pyrrhus. Selbst bin ich bereits im Lanzeitstudium und zahle in Hessen dafür Studiengebühren. Daher bin ich also jetzt schon ein Betroffener und kann somit nachvollziehen, was einige in Zukunft aufbringen müssen, wenn Studiengebühren für das gesamte Erststudium eingeführt werden.

Persönlich beschwere ich mich nicht, da ich durch eine Übergangsregelung wahrscheinlich das Geld noch zurückerhalte bzw. ich Eltern besitze, die mich beispielhaft unterstützen. Auf den Umstand kann nicht jeder zurückgreifen und ich weiß bereits von einigen Studenten, die deshalb das Bundesland gewechselt oder das Studium abgebrochen haben. Man kann nicht argumentieren, daß ein Nebenjob genügend Geld einbringt, um das Studium zu finanzieren. Ich weiß nicht in welcher Branche dies möglich sein soll, aber nicht jeder Studiengang bietet die Möglichkeiten für eine solche Nebentätigkeit, zudem ist der Arbeitsmarkt für unglernte Arbeitskräfte nach meiner Erfahrung recht dünn. Ein Job als Keller oder Aushilfe am Abend mag vielleicht in Großstädten wie München oder Berlin gute Trinkgelder einbringen, aber nicht an kleineren Studienorten. Dann hat man die Wahl in einer Großstadt zu studieren, mit der Aussicht auf einen Nebenjob, aber auch höheren Nebenkosten oder in einer kleinen Stadt, mit weniger Nebenkosten, aber kaum Aussichten auf einen Nebenjob. Auch bezweifel ich, daß eine solche Tätigkeit neben den Lebenshaltungskosten auch zusätzlich € 500,- pro Semester abwirft oder gar noch mehr.

Das eigentliche Problem wird eher verkannt. Mittlerweile gibt es an den Universitäten kaum noch neue Studenten, die ein Bummelstudium hinlegen. Alleine diverse Änderungen der Studienordnungen, zumindest spreche ich für meine Universität, haben die Studiengänge derart modernisiert, daß bereits Zwischenprüfungen nach den ersten Semestern das Studium entweder vorantreiben oder beenden. Somit ist die Mär des lustigen Studentenlebens bereits eine Sache der Vergangenheit. Die wenigen noch verbliebenden Langzeitstudenten werden wohl auch in naher Zukunft die Universitäten so oder so verlassen. Hierfür gibt es diverse Regelungen, die ein Studium nicht unendlich möglich machen. Neben Studiengebühren wird man nach einer bestimmten Anzahl von Semstern exmatrikuliert, wenn man nicht zur Prüfung antritt. Man kann auch nicht jeden Langzeitstudenten in einen Topf werfen und ihm eine zügellose Partyzeit vorwerfen. Hier können auch andere Faktoren eine Rolle spielen, die unter anderem auch von der Lehrtätigkeit der Universitätsprofessoren kommt. Diese haben sich wohl auch in den letzten Jahrzehnten teilweise auch recht gut an den Universitäten ausgeruht.

Insgesamt wurde aber schon in vielen Bundesländer neben den sinnvollen Reformen, wie die Zahlung von Studiengebühren über der Regelstudienzeit und neuen Studienordnungen mit Zwischenprüfungen, auch neue Richtlinien für die Lehrtätigkeit der Professoren ausgegeben. Das sind alles gute und wirkungsvolle Regelungen, die ein Studium beschleunigen und effizienter gestalten.

Was jetzt aber mit einer Ausdehnung der Studiengebühren an Universitäten geschieht ist eine bigotte Politik. Einerseits fordert man mehr Innovation, mehr akademische Abschlüsse und eine moderne, forschungsbetonte und felxible Dienstleistungsgesellschaft. Andererseits erschwert man den Zugang zu den Hochschulen, indem man eine finanzielle Basis vorraussetzt und gleichzeitig saniert man die Länderhaushalte, indem man eine Streichung der Zuschüsse an Universitäten plant, mit der Begründung der Einführung von Studiengebühren. Hier läuft meiner Ansicht nach etwas falsch.

Besonders zu bedenken ist, wie Pyrrhus schon sagte, daß alle diejenigen Akademiker, die jetzt Studiengebühren fordern, eine solche Belastung nicht während ihres Studiums erlebt haben und im Gegenteil vielfach noch großzügig durch BaföG unterstützt wurden. An dieser Stelle gilt es auch mal zu erwähnen, daß BaföG heute bereits kaum noch einem Studenten zugeteilt wird, besonders wenn seine Eltern beide berufstätig sind oder er bereits gewisse akademischen Anforderungen nicht erfüllt. Außerdem handelt es sich dabei um ein Darlehen, daß auch wieder zurückbezahlt werden muß. Die Legende des großzügig fließenden staatlichen Zuschuß bis ins 32 Semester sind wirkliche Ammenmärchen.

Meiner Ansicht nach sollte gerade in dieser angespannten Lage, wo immer mehr Belastungen auf Eltern und Studenten durch andere staatliche Reformen zukommen, das Erststudium in der Regelstudiuenzeit frei bleiben. Vielmehr sollte man dazu noch die Universitäten mehr unterstützen. Hier wird nämlich die tragende Zukunft Deutschlands herangebildet. Das muß auf höchstem Niveau geschehen und da darf nicht gespart werden. Sparen kann man beispielweise an teuren prestigeträchtigen Auslandseinsätzen.

Was auch eine teilweise sehr verklärte Ansicht ist, besteht im Vergleich mit vielen ausländischen Bildungssystemen. Dort herrscht vielfach eine breite Stiftungskultur, die Förderprogramme für Studenten aus den Bereichen der privaten Wirtschaft in großer Zahl bereitstellt und so einen großen Teil von Studenten aus sozial ärmeren Schichten ein Studium ermöglicht. Eine solche Verquickung der Wirtschaft mit unseren Universitäten ist erst im Ansatz vorhanden. Wenn hier eine ähnliche Vielfalt von Stipendien in Deutschland vorhanden wäre, dann könnte man Studiengebühren einführen.

Um mal praktische Beispiele zu liefern, habe ich ein befreundeten Studenten, der fast täglich Vollzeit arbeiten muß, um über die Runden zu kommen, da er keine Unterstützung von seinem Elternhaus erfährt und durch seine Arbeit natürlich auch kein BaföG erhält. Sein Studium leidet natürlich darunter und er ist dadurch jetzt auch zum Langzeitstudenten geworden. Den Job aufgeben kann er nicht, da er sonst seine Lebenshaltungskosten nicht aufbringen kann. Wenigstens steht er kurz vor dem Abschluß.
Ein anderer ehemaliger Komolitone von mir hat an an eine FH gewechselt, weil dort das Studium im Gegensatz zur ordentlichen Universität auch als Langzeitstudent noch kostenlos ist.
Und eine Freundin von mir, bedient in einer Kneipe neben ihrem Studium und könnte dennoch ohne Unterstützung ihrer Eltern das Studium kaum finanzieren.

Soweit ich weiß herrscht jetzt schon ein Rückgang an neuen Studenten. Studiengebühren würden hier eine noch größere Abschreckung bilden.
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the general
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Beitrag von the general »

Montesquieu hat geschrieben:[Sarkasmusmodus On]
Ach, und die Holländer bezahlen Studiengebühren und da studieren mehr als hier in diesem schönen Deutschen Ländle? Tja, die sind ja auch anders, komische Menschen, die den Wert für Bildung igrendwie bereit sind zu zahlen. Hihi, sind die blöd, wo man doch alles umsonst haben kann. [Sarkasmusmodus halboff]
[Sarkasmusmodus On]
Genau und in Holland ist die Situation genauso wie in Deutschland und die Tatsache das die Holländer Studiengebühren zahlen müssen steigert die Anzahl der Studierenden, ganz ohne andere Faktoren. [Sarkasmusmodus Off]

Im übrigen Stimme ich Hesse's Posting zu! :) Besser hätte man es nicht sagen können.
Ohne Worte.
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Montesquieu
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Beitrag von Montesquieu »

Tja, dann muss sich was in den Köpfen ändern.

@Hesse: Warum arbeitet dein Freund denn und lässt es nicht bleiben, um BAFÖG zu bekommen? Dann würde auch die Studiengebühr wegfallen... Ich will deinem Freund nichts unterstellen, aber sicher gehört eine gewisse Planung und Konsequenz zu einem schnellem Studium dazu und Arbeit und Studium unter einen Hut bringen ist schwierig und das würde ich keinem raten.

In Deutschland ist es halt üblich, viel zu lange zu studieren. In anderen Ländern gibt es andere Mentalitäten dem Studium gegenüber und das liegt zum Teil bestimmt auch an den Studiengebühren.

Aber mal allgemein gefragt:
Warum sollen Studenten nicht zahlen, wenn sie nachher mehr als der Durchschnitt verdienen und komplett von der arbeitenden Bevölkerung finanziert werden?

Ich finde das einfach unfair, denn, wie schon so oft angemerkt, sind die meisten Studenten doch Kinder von eher besser gestellten Eltern. Liegt an der Entwicklung vorher.

Und:

1 Semester 500€
10 Semester 5000€

Warum man sich da mal keinen Kredit nehmen kann, um sein Studium zu finanzieren ist mir schleierhaft. Das sind zwei High-End-PCs. Eigentlich ein Witz, wenn man überlegt, dass man sein Leben lang vom Studium zehrt. Warum ist vielen ihre Bildung so wenig wert und warum verhalten sich viele Studenten nicht solidarisch zur arbeitenden Bevölkerung? Wenn ich sehe, wieviel ein Freund an Steuern zahlt, da Steurklasse I ohne Kinder, dann weiß ich, wo meine Bücher herkommen...

AUSSERDEM:
Müssen ganz klar die Eltern mehr in die Verantortung gestellt werden. In jeder amerikanischen Serie hört man, wie auf´s College gespart wird. Ich kenne viele Eltern, denen die Bildung von ihren Kindern anscheinend nicht so am Herzen liegt, dass sie mal vernünftig Geld springen lassen. Ich weiß, die meisten würden gerne mehr zahlen, können es nicht, aber der Staat mit seiner Pampers-Politik hat da viel verdorben.


Der Zug ist aber schon längst abgefahren, Studiengebühren werden kommen und auch höher werden und bei meinen Kindern werde ich schon schön ans blechen kommen. Tja, da muss ich durch...
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Lord Protector

Neuer Thread über das Thema Studiengebüren?

Beitrag von Lord Protector »

Ich möchte an dieser stelle in aller bescheidenheit vorschlagen einen Separaten Thread zum Thema Studiengebüren zu eröffnen! ;)
Hesse

Beitrag von Hesse »

Montesquieu hat geschrieben: @Hesse: Warum arbeitet dein Freund denn und lässt es nicht bleiben, um BAFÖG zu bekommen? Dann würde auch die Studiengebühr wegfallen... Ich will deinem Freund nichts unterstellen, aber sicher gehört eine gewisse Planung und Konsequenz zu einem schnellem Studium dazu und Arbeit und Studium unter einen Hut bringen ist schwierig und das würde ich keinem raten.
BaföG bekommt er nicht, da beide Eltern berufstätig sind. Das ist eben typisch Deutschland, daß man fast nur Nachteile hat, wenn beide Elternteile arbeiten gehen. Einerseits wird dem Ehepartner das Gehalt rigoros durch Steuern weggekürzt, andererseits gilt man dann ja als ein dermaßen Super Spitzenverdiener, so daß den Kindern etwa solche sozialen Leistungen gekürzt werden. Das die beiden Eltern aber gerade selbst mit dem Geld über die Runden kommen, wird dabei nicht gesehen.
Mein Freund hätte gar nicht studieren können, wenn er nicht arbeiten gehen würde. Ich finde es lächerlich, einerseits zu bemängeln, wenn jemand Einsatz zeigt und arbeiten geht, um sich selbst zu versorgen, andererseits ihm dann vorgeworfen wird, daß er sein Studium nicht in der Regelstudienzeit fertig bringt. Natürlich hätte er das Studium abbrechen können und als ungelernter Arbeiter auf dem heutigen Arbeitsmarkt eine glorreiche Zukunft gehabt oder er hätte seinen Job aufgeben können und dafür auf der Straße gestanden. Mit Planung hat das nichts zu tun, sondern mit purer Existenz.
Montesquieu hat geschrieben:In Deutschland ist es halt üblich, viel zu lange zu studieren. In anderen Ländern gibt es andere Mentalitäten dem Studium gegenüber und das liegt zum Teil bestimmt auch an den Studiengebühren.
Das liegt aber auch an unserem Bildungsweg. Der ist eben auf eine lange Ausbildung angelegt. In anderen Ländern findet auch vielfach eine Ausbildung innerhalb der Betriebe statt. Wie gesagt finde ich Studiengebühren in Ordnung, wenn eben eine Struktur vorhanden ist, die eben allen das Studium zugänglich macht, die entsprechende Vorraussetzungen erfüllen, unabhängig vom finanziellen Backround.
Montesquieu hat geschrieben:Aber mal allgemein gefragt:
Warum sollen Studenten nicht zahlen, wenn sie nachher mehr als der Durchschnitt verdienen und komplett von der arbeitenden Bevölkerung finanziert werden?
Sie zahlen auch später entsprechend mehr Steuern, zumindest ist es bisher noch auf dem Papier so. Hier würde ich eher Stiftungen ins Leben rufen, bei denen ehemalige Studenten die Universitäten direkt unterstützen.

I
Montesquieu hat geschrieben:ch finde das einfach unfair, denn, wie schon so oft angemerkt, sind die meisten Studenten doch Kinder von eher besser gestellten Eltern. Liegt an der Entwicklung vorher.
Das stimmt nur bedingt. Momentan liegt es an jedem selbst, ob er studiert oder nicht. Dabei gibt es mehr Unterstützung für Studenten aus sozial schwachen Schichten. Schlimmer ist es für Studenten aus dem Mittelstand. Hier bekommt man keine soziale Hilfe mehr und muß die Kosten in vollem Umfang tragen, obwohl nicht unbedingt wirklich mehr Geld vorhanden ist, als bei sozial schwächeren Schichten.
Montesquieu hat geschrieben:Und:

1 Semester 500€
10 Semester 5000€
Wenn Ihr bereits studiert habt, könnt Ihr diesen Betrag ja gerne der Bundesrepublik Deutschland freiwillig zur Verfügung stellen, um der Bildungsmisére abzuhelfen. Fakt ist aber, daß ja heute selten ehemaliger Student auch nur einen Cent freiwillig stiften will.
Montesquieu hat geschrieben:Warum man sich da mal keinen Kredit nehmen kann, um sein Studium zu finanzieren ist mir schleierhaft. Das sind zwei High-End-PCs. Eigentlich ein Witz, wenn man überlegt, dass man sein Leben lang vom Studium zehrt. Warum ist vielen ihre Bildung so wenig wert und warum verhalten sich viele Studenten nicht solidarisch zur arbeitenden Bevölkerung? Wenn ich sehe, wieviel ein Freund an Steuern zahlt, da Steurklasse I ohne Kinder, dann weiß ich, wo meine Bücher herkommen...
Klasse, mit Verschuldung in die Arbeitslosigkeit. Mal ehrlich, selbst im Bereich der Akademiker hat ein wahrer Existenzkampf um Jobs begonnen. Falls Ihr Euch für diesen Bereich interessiert, wißt Ihr bestimmt, das man als Absolvent vielfach zunächst als Praktikant oder zu einem möglichst niedrigen Lohn ins Geschäftsleben einsteigt. Die Zeiten sind vorbei, wo man nach der Uni direkt die großen Gehälter eingestrichen hat. Dabei auch noch mit Ausbildungsschulden einzusteigen macht bestimmt jede Bank mit.
Montesquieu hat geschrieben:AUSSERDEM:
Müssen ganz klar die Eltern mehr in die Verantortung gestellt werden. In jeder amerikanischen Serie hört man, wie auf´s College gespart wird. Ich kenne viele Eltern, denen die Bildung von ihren Kindern anscheinend nicht so am Herzen liegt, dass sie mal vernünftig Geld springen lassen. Ich weiß, die meisten würden gerne mehr zahlen, können es nicht, aber der Staat mit seiner Pampers-Politik hat da viel verdorben.


Es ist müßig, wenn man sieht, daß Familien heute schon recht benachteiligt sind. Warum gehen denn die Geburtenraten zurück? Es grenzt heute schon an eine finanzielle Herausfoderung ein Kind zu haben, mehrere Kinder ganz zu schweigen. Eigenheime kann man sich kaum noch leisten und Mietpreise steigen heute auch immer mehr. Kindergartenplätze oder Kindertagesstättenplätze sind schon teuer und kaum zu bekommen. In den USA gibt es ein breites Stipendiennetz, daß besonders untere soziale Schichten fördert. Außerdem sollte man nicht alles glauben, was man in den Serien sieht. In den US-Serien spielen solche College Ersparnisse auch eher zur Anregung in der eigenen Bevölkerung. Ich bezweifel wirklich, daß jede Familie es sich in den USA leisten kann, solche Sparkonten einzurichten. Viele Absolventen starten dort auch mit großen Darlehen, an denen sie ihr lebenlang abbezahlen. Ist ein Teil der "Auf-Pump-Kultur" in den USA.

Montesquieu hat geschrieben:Der Zug ist aber schon längst abgefahren, Studiengebühren werden kommen und auch höher werden und bei meinen Kindern werde ich schon schön ans blechen kommen. Tja, da muss ich durch...
So sieht es aus. Mir persönlich ist es dann auch egal. Nach mir die Sinflut und für meine Kinder werde ich entsprechend eine Ausbildungsversicherung anlegen. Dennoch erachte ich die Entwicklung nicht wirklich förderlich für unsere Gesellschaft. Bei uns sollte Bildung Priorität in unserem Staat haben und eine priviligierte Sache sein. Neue Technologien, High-Tech Industrie, Dienstleistung und hochwertige Facharbeit sind die Bereiche, in denen Deutschland Zukunft hat. Der Rest wandert nach und nach in die Billiglohnländer ab und wird auch nicht mehr zurückkommen. Dafür ist unser allgemeiner Lebensstandard zu hoch.
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Gettysburg
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Beitrag von Gettysburg »

Mal wieder zum eigentlichen Thread-Thema aus aktuellem Anlass:

Hat noch jemand bei den Statements der Spitzenpolitiker das Gefühl, der Wahlkampf sei noch nicht zu Ende? Es ist sich ja keine der beiden Volksparteien zu Schade dazu ihr jeweiliges Ergebnis gewaltig schön zu reden...
"Rejoice! The broken are the more evolved. Rejoice."
Lord Protector

Beitrag von Lord Protector »

Gettysburg hat geschrieben:Mal wieder zum eigentlichen Thread-Thema aus aktuellem Anlass:

Hat noch jemand bei den Statements der Spitzenpolitiker das Gefühl, der Wahlkampf sei noch nicht zu Ende? Es ist sich ja keine der beiden Volksparteien zu Schade dazu ihr jeweiliges Ergebnis gewaltig schön zu reden...
Ich habe gerade im ZDF die Rede des Kanzlers gehört. Es hörte sich nicht so an, als ob er so schnell die Flinte ins Korn werfen wird...
Gesperrt

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