vielen Dank für Eure Erläuterung. Ja, das sehen wir genau so. Leningrad ist uns durch die Lappen gegangen. Ein ganz klarer Makel mit Nachteilen für die Gesamtoperation.
Unserer Meinung nach hat AtAtack seinen Schwerpunkt auf die Verteidigung Leningrads gerichtet.
Das ermöglichte uns unter anderem die Erfolge im Mittel- und Südabschnitt.
Züge 30-33: 11.01.42 / 18.01.1942 / 25.01.42 / 01.02.42
Wie erwartet, der Januar entpuppt sich als Monat mit reichlich Eis und Schnee. Es schneit von der Neva bis zum Don. Obendrein fegen eisige Stürme übers Land. Den ganzen Monat? Nein, es gibt Ausnahmen. Zug 32 entpuppt sich als Woche ohne Schneesturm, fast überall. Die ersten beiden Wochen gibt es ganz im Süden (südlich von Stalingrad) keinen Schneesturm, sondern nur Schee, wie schön. Wetterprognosen sind für die operativen Planungen außerordentlich wichtig. Daher erwarten wir von unseren Wetterpropheten Verlässlichkeit. Tatsächlich sind wir von der Zuverlässigkeit der Vorhersagen positiv überrascht. Bis auf eine Ausnahme. Es ist die Prgnose für den 01.02. Angekündigt: Schneefall. Die Realität: Überall Schneesturm.
Ein neuer Transporter steht zur Verfügung. Die He 111H-3 T. Wir haben von einer solchen Version noch nie gehört, kennen „die“ Heinkel nur als mittleren Bomber. Wir haben nachgelesen. Im Kessel von Demjansk wurde die He-111 erfolgreich als Transportmaschine eingesetzt. War es so, dass dafür kein spezialisierter Flugzeugtyp Verwendung fand, sondern der schon erwähnte Bomber „zweckentfremdet“ wurde?
Wie dem auch sei. Wir sind angetan von dem Baumuster, besitzt es doch etwas, was andere Transportmaschinen vermissen lassen: Reichweite. Anbei der Vergleich mit „Tante JU“:

Das hatte sich die Führung anders vorgestellt. Im Winter kleine Brötchen backen? Nie und nimmer. Zur Verteidigung übergehen? Undenkbar! Und doch, die Umsände zwingen dazu. Folge: Das Personalkarrusel dreht sich. Erstes Opfer: Der Kommandeur der Panzergruppe 2, Heinz Guderian. Er wird am 11.01. abberufen und durch Otto Biehler ersetzt. Mit Otto Biehler an dieser zentralen Stelle der HGM sind wir nicht einverstanden. Die Panzergruppe 2 braucht einen der besten, sie steht mächtig unter Druck. Wir setzen Walter Model auf diesen Posten. Am 25.01. sehen wir zu unserer Freude Guderian als neuen Chef des OKH. Halder geht in den wohlverdienten Ruhestand.
Folgende Schlagzeile im Logistik Teil des Wehrmachtsberichts entdeckte ein fleißiger Beamter unseres Stabes und sie wird sich in späteren Wochen wiederholt dort finden lassen:

Ist schon paradox. Der Wehrmachtsbericht wird auf englisch verfasst, sei es drum. Wir haben das übersetzen lassen. Und sind vom Stuhl gefallen! Wer um alles in der Welt vernichtet in Kriegszeiten wichtige Resourcen? Und warum gerade in Kerch? Was sollen wir davon nur halten? Wenn wir die kriminellen Aktivitäten dunkler Mächte in großem Stil nur aufklären und die Verursacher der gerechten Strafe zuführen könnten. Oder ist das „nur“ Sabotage? Wir tappen im Dunkeln. Wer vermag zu helfen und zu erklären?
Die Rote Armee, lange im Dämmerschlaf, erwacht. Im Januar 1942 berichten wir von den Krisenherden bei Tambov (Region Penza), bei Stalingrad und Rostov. Dort, wo die Rote Armee weiterschläft, speziell in den Abschnitten Leningrad-Vyazma-Ryasan decken wir den Mantel des Schweigens über das unbedeutende Geschehen.

Eine Frage beschäftigt die Herren Generäle Tag und Nacht. Wo gibt es Ersatz für die ausgelaugten Divisionen? Alle schielen nach Westen. In Frankreich stehen Divisionen, mit nichts anderem beschäftigt, als es sich gut gehen zu lassen und die dortige Bevölkerung zu drangsalieren. Heran damit. Trotz aller Not, der Ersatz trifft nur spärlich ein, aber immerhin.
Fortsetzung folgt...










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