Wir setzen unsere Vorstellung des Spiels mit einem Blick auf die Luftwaffe fort. Außerdem wollen wir dann dem Gesicht des Krieges direkt ins Antlitz sehen und vom allgemeinen Fortgang der Partie berichten.
Hier sehen wir ein deutsches Fliegerkorps an der noch nicht eröffneten Westfront. Der Kampfauftrag lautet Luftüberlegenheit, d.h. es handelt sich um Jäger. Wie man sieht, haben Lufteinheiten 20 Stärkepunkte. Was mir (unter anderem) an Warplan gut gefällt, ist die Unterscheidung zwischen nominellem und tatsächlichem Kampfwert (haben wir bereits bei den Landeinheiten angesprochen).
Unsere Jäger besitzen bereits den technischen Stand von 1940 und haben auf dem Papier die rechts in den Einheitendetails angegebenen Werte. De facto zeigt die Einheit aber deutlich weniger Leistungsbereitschaft. Dies ist einerseits im Fenster links erkennbar, aber auch auf dem Counter. Die auf dem Counter dargestellten Ziffern bedeuten: Luftkampf (rechts oben) - taktisch - maritim - strategisch. Beeinflusst wird die faktische Leistungsfähigkeit durch Erfahrung (hier nur 60%), Bereitschaft (hier 85%) und Versorgung (hier guter Nachschub, Standardwert 3).
Bei dem Jagdverband unten rechts im Bild sehen wir hingegen einen höheren Luftkampfwert (nämlich 6), d.h. diese Einheit besitzt höhere Bereitschaft und/oder mehr Erfahrung.
Hier im Vergleich eine taktische Einsatzgruppe sowie eine Bodenunterstützungsgruppe:
Beide Gruppen haben den Schwerpunkt auf „Close Support“. Aber die Stukas verfügen über den höheren taktischen Kampfwert, die mittleren Bomber hingegen über die höhere Reichweite. Wie ich ja schon sagte, kann man die Einheitentypen in Warplan mit verschiedenen Schwerpunkten kombinieren. So gibt es nicht einfach nur Jäger, sondern Abfangjäger (wie die oben gezeigten Einheiten), Begleitjäger (mit höherer Reichweite, aber geringerem Luftkampfwert) und Jagdbomber (höherer taktischer Wert gegenüber Bodenzielen, aber geringerem Luftkampfwert).
Zeigen wir noch ein Beispiel hierzu:
Italien ist im gezeigten Zug noch neutral, erwartet aber für die Zukunft einen intensiven Seekrieg im Mittelmeerraum. Anders als Deutschland erreichte die italienische Forschung bereits taktische Marinebomber des Typs 1940. Wir geben hier eine entsprechende Einheit in Auftrag.
Ein Feature finde ich besonders interessant: Man kann Lufteinheiten manuell Ziele zuweisen, wie es etwa in SC gehandhabt wird, oder aber man wählt die Option „full support“ (auf dem Counter durch das blaue Dreieck dargestellt). Im letzteren Fall führen Lufteinheiten alle Missionen automatisch aus (Bodenunterstützung, Abfangen, Eskorte usw.). Man kann dies durch eine spezifische Zielauswahl (Ziele am Boden oder zur See, feindliche Lufteinheiten oder strategische Ziele) noch feinjustieren. Lufteinheiten verfügen pro Runde über zwei Operationspunkte (Punkte auf dem Counter). Das Gleiche gilt in der gegnerischen Runde, so dass die Einheiten auch auf feindliche Aktionen reagieren können.
Da wir gerade die Forschung angesprochen haben: In Warplan erforscht man nicht einzelne Technologien, die gegebenenfalls auf verschiedene Einheiten anwendbar sind, sondern immer komplette Einheitenmodelle. Hier zu sehen am Beispiel Abfangjäger:
Deutschland erreicht bereits im April 1940 den Jäger des Typs 41. In der Statistik sieht man, dass dieser gegenüber dem Vorgängermodell über einen höheren Luftangriffswert sowie über einen höheren Verteidigungswert verfügt. In der Tabelle rechts steht unter „Jahr“ nicht das Forschungsziel, sondern der aktuelle Stand (was ich anfangs verwirrend fand), d.h. wir erforschen jetzt den Jäger 42.
Im Prinzip läuft es wie in SC: Man hat Forschungspunkte, verteilt diese auf die Projekte und beschleunigt den Fortgang durch die Höhe der eingesetzten Forschungspunkte. Man hat hier aber weniger Einfluss als in SC. Ich kann beispielsweise keine Forschungspunkte kaufen. Dieser Aspekt ist also weniger ausgefeilt. Italien hat bisher 2 Forschungspunkte hinzugewonnen, aber ich weiß nicht, wie diese Mechanik funktioniert (vom Szenario vorgegeben oder per Zufall??).
Nun ein Mini-AAR: Der Polenfeldzug verlief nicht optimal, denn wir haben drei Züge dafür gebraucht (aber wir lernen das Spiel ja auch erst kennen). Dafür wurde das schwach verteidigte Dänemark schon im Winter 39/40 besetzt, um eine bessere Ausgangslage für die geplante Invasion Norwegens zu haben. Des weiteren hat die Wehrmacht auch die Niederlande im gleichen Winter überrannt, obwohl das Wetter ungünstig war.
Hier eine erste Impression vom Seekrieg:
Ein deutscher U-Boot-Verband versucht den englischen Kanal zu durchqueren. Dies erweist sich als schlechte Idee, denn sie geraten in den Radius der feindlichen Luftwaffe. Hier sieht man, dass die Feindmaschinen jedoch Probleme haben, unseren genauen Standort zu lokalisieren. Mit jedem Anflug erhöht sich aber der Aufklärungswert, so dass wir schließlich doch noch einen Treffer erhalten.
Auch die U-Boote des Gegners sind aktiv: Die Franzosen versenken ein Handelsschiff, das schwedisches Eisenerz über Narvik nach Deutschland bringen soll. Ein nettes Detail hierzu: Normalerweise liefern die Schweden über die Ostsee, aber im Winter können die schwedischen Häfen zufrieren, so dass dann die alternative Route über Narvik verläuft.
Im März 40 beginnt der eigentliche Westfeldzug mit dem Angriff auf Belgien. Hier erzwingen deutsche Einheiten einen Flussübergang:
Deutschland hat inzwischen auch Diplomatie-Punkte erhalten und beeinflusst das befreundete Rumänien:
Mit diesem Aspekt habe ich mich noch nicht wirklich auseinandergesetzt. Es sieht aber so aus, dass man in Bezug auf die Diplomatie weniger Möglichkeiten als in SC hat. So wie ich es verstehe, ist für jedes Land die potenzielle Bündniszugehörigkeit bereits festgelegt. Länder mit einem hohen Einfluss sind nur schwer zu beeindrucken. Deutschland hat Einfluss 8, aber Spanien sogar 9. Wahrscheinlich hatten deshalb die deutschen Diplomaten in Madrid bislang keinen Erfolg.
Der Eintritt der historischen Bündnispartner hängt von bestimmten Bedingungen ab. Das steht alles in der Szenario-Beschreibung, leider kann ich diese nach Beginn der Partie nicht wieder aufrufen.
Die Niederländer sind offenkundig mit der deutschen Besatzung unzufrieden, denn sehr schnell machen sich Partisanen bemerkbar. Hier wurde eine Bahnlinie beschädigt:
Im Mai verschiffen wir zwei deutsche Divisionen und landen sie bei Oslo an. Dabei werden die beiden Landungsschiffe, die wir gleich zu Beginn in Auftrag gegeben hatten, verbraucht. Die verteidigende norwegische Division kann überraschend schnell geworfen werden, woraufhin Norwegen kapituliert.
Hier sieht man einen deutschen Flotten-Container mit drei Einheiten. Die Zahlen auf dem Counter stehen für die Art und Anzahl der beteiligten Verbände: Flugzeugträger (blau) - Überwasserschiffe - Transporter.
Auch hier gibt es nette Details: Man kann Tanker bauen, um Flotten auf See zu versorgen (Support-Einheit und nicht auf der Karte anwesend). Außerdem können Flotten in einem Strandhexfeld Bodentruppen mit Nachschub beliefern und automatisch Artillerieunterstützung gewähren. Ich dachte, man könnte diese Features in Norwegen austesten, aber Oslo ist ja „leider“ gleich gefallen.
In Frankreich kommen wir zunächst nur langsam von der Stelle. Die Franzosen werden in Warplan nicht künstlich geschwächt (damit ein Achsenspieler ja nicht schon hier scheitern kann), sondern sind zusammen mit den Briten insgesamt zahlenmäßig überlegen. Hier ein Blick auf die Stärkeverhältnisse im Mai 40, wobei mich die bereits jetzt vorhandenen bolschewistischen Massen erschauern lassen:
Die deutsche Infanterie hat durchaus Probleme mit den zäh verteidigenden Franzosen. Zum Glück verfügen wir mittlerweile über drei Panzerkorps sowie ein mechanisiertes Korps. Mit dieser Brechstange kämpfen wir uns bis nach Paris vor, das erst im Juli besetzt werden kann. Dies bringt den Kriegseintritt Italiens mit sich. Frankreich ist jedoch noch nicht zur Kapitulation bereit und verlegt die Hauptstadt nach Metz (eine nicht gerade einleuchtende Wahl, wie ich finde).
Die britische Flotte stört unsere Nachschubverbindung nach Narvik:
Ein sehr schönes Feature ist die Möglichkeit, Bündnispartner mit Rohstoffen zu beliefern. Deutschland richtet eine Handelsroute nach Italien ein (40 Eisen/20 Öl):
Die Kämpfe in Frankreich gehen weiter. Die Franzosen haben sich nicht ungeschickt hinter die Seine zurückgezogen und machen uns das Vorankommen schwer. Das britische Expeditionskorps allerdings liegt nicht in Nordfrankreich, sondern hinter der Maginot-Linie, von wo es kein Entkommen gibt.
Man erkennt, dass jetzt all unsere Panzerkorps spezialisiert sind. Die Elite-Einheit haben wir ja schon vorgestellt. Die beiden anderen Einheiten haben ein Pionierbataillon (erleichtern Flussübergang, d.h. verringern den Malus bei Angriffen über einen Fluss) bzw. zusätzliche Artillerie (graben verschanzte Gegner aus).
Die Briten landen bei Narvik, jedoch kann die deutsche Division die Stadt ohne eigene Verluste gegen das angreifende Korps halten:
Deutsche Bomber verlegen nach Norwegen, um eventuelle britische Verstärkungen zur See abzufangen. Außerdem wird eine Division Marineinfanterie und ein Korps nach Norwegen verschifft.
Unseren gepanzerten Verbänden gelingt Anfang August der Übergang über die Seine. Die Franzosen erleiden einen Moralzusammenbruch und bieten endlich die Kapitulation an. Wir werden akzeptieren, was zur Bildung von Vichy führt. Noch liegt ein britischer Flottenverband in Marseille, den die Italiener erfolgreich aus der Luft bombardieren:
Hier wird sogar die vermutete Anzahl der Schiffe angezeigt (die Aufklärungswerte können ungenau sein). Keine Ahnung, wie diese Angabe zustande kommt und ob dies lediglich der Immersion dient. Normalerweise haben Marineeinheiten ebenfalls nur abstrakte Stärkepunkte, wobei eine Einheit laut Handbuch ein oder zwei größere Schiffe plus Begleitung darstellt.
Der ausführliche Rundenbericht:
Die Maginot-Linie wird geschliffen, was PP einbringt. Die Engländer müssen den französischen Hafen verlassen. Die Spanier beginnen mit uns Handel zu treiben. Syrien und andere französische Besitzungen erklären ihre Treue zu Vichy. Der U-Boot-Krieg tobt bereits mit Heftigkeit. Die letzte Nachricht betrifft aber wohl eher feindliche U-Boote, welche die italienischen Nachschubwege nach Nordafrika stören (wird im Kampfbericht zu prüfen sein).
Ich hoffe, in Zukunft weitere Details zum Seekrieg zeigen zu können. Es sollten sich nun vor allem im Mittelmeer entsprechende Situationen ergeben.
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.