Certain Fury - ein Cold Waters AAR
- Wilhelm Klink
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Certain Fury - ein Cold Waters AAR

3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung
Commander H34D CR45H zeichnete lustlos einen weiteren Bericht ab.
Er hatte sich in der Offiziersmesse niedergelassen und widmete sich den lästigen Routineaufgaben eines Kommandanten.
Zur Rechten stand ein dampfender Kaffeebecher, daneben ein Aschenbecher.
Auf der linken Seite türmten sich die Berichte, die in den letzten hektischen Tagen, nun, geringere Priorität genossen hatten.
Tagesberichte, Wochenberichte, Quartalsberichte aus allen Abteilungen, dazu allerlei Krimskams, der eben so anfiel, wenn über hundert Männer längere Zeit in einer beengten Stahlröhre zusammengepfercht wurden.
Die Bürokraten zu Hause darbten nach diesen Berichten, spätestens bei dem nächsten Einlaufen in einen Hafen würde der Commander also einen Festmeter davon abliefern müssen.
Im Grunde hatte man eigentlich gar keine Zeit um nebenher noch einen Krieg zu führen, dafür gab es einfach viel zu viel wichtige Verwaltungsarbeit zu erledigen.
Wenn das so weiterginge musste die NATO womöglich um einen Waffenstillstand nachsuchen, um all die Rückstände aufzuarbeiten !
Andererseits sollten diese gottlosen Kommunisten ja noch größere Bürokraten sein, also bräche die Sowjetunion ja vielleicht noch früher unter der angesammelten Last zusammen.
Immerhin blieb kein Zeit, um so drängende Fragen zu stellen, wie z.B., warum er zwei von diesen elend teuren Mark 48 - Torpedos gebraucht hatte, um eine Krivak zu versenken.
Der Steuerzahler berappte ja schließlich über 2'0 USD für einen Aal, da musste man die Hintergründe sicherlich genauestens analysieren !
Aber solange Kriegszustand herrschte, hatte CR45H nicht vor, länger in einem Hafen zu verweilen, als das Auffüllen der Munitionsvorräte benötigte.
Die Lebensmittel konnte man parallel an Bord schleppen und dann ab die Post !
Für Detailfragen gäbe es nach dem Krieg sicher noch genügend Gelegenheiten.
COMSUBLANT hatte zwischenzeitlich wissen lassen, dass man zwar die letzten Aktivitäten der Norfolk insgesamt anerkennenswert fand, diese jedoch nichts mit der gestellten Mission zu tun hatten.
Nichts hätte dem Commander gleichgültiger sein können, bestand doch besagte Mission schlicht darin, eine Verband von Seeversorgern zu versenken, von dem COMSUBLANT selber keine Idee hatte, wo er sich aufhalten mochte.
Irgendwo in der Barents-See halt !

Nach der Versenkung der Torwächter südlich von Spitzbergen war die Norfolk mangels anderer Kontakte auf der Suche nach Ärger Kurs Ost-Südost gelaufen.
Auf dem Weg sollten sich in der Gegend von Murmansk feindliche Atom-U-Boote finden lassen, vielleicht auch ein paar unvorsichtige Händler.
Und womöglich ja sogar dieser ominöse Geisterverband, der COMSUBLANT so am Herzen lag !
Lieutenant JG Aiken zwängte sich aufgeregt in die enge Offiziersmesse, einen Computerausdruck wie eine Flagge schwenkend.
"Sir, wir haben eine Kontaktmeldung von einem NOSS Satelliten !", verkündete er hektisch.
CR45H hob fragend die Augenbrauen während er sich fragte, ob er wohl eine vernünftige Meldung bekommen würde oder sich besser gleich selber den Zettel greifen sollte.
"Etwa 90 Seemeilen nördlich von uns wurde ein sowjetischer Überwasserverband ausgemacht, Zusammensetzung noch unklar !"

Der Kommandant rieb sich grüblerisch das Kinn.
Falls es noch Wunder auf dieser Welt gab, mochte es durchaus sein, dass es sich um die gesuchten Seeversorger handelte.
Ansonsten bedeutete die Meldung höchstwahrscheinlich Ärger in Form von ASW-Schiffen auf der Suche nach aufdringlichen Amerikanern oder Briten.
Aber schließlich war er ja auch des Ärgers wegen hier !
"Meine Empfehlung an den XO, Lieutenant", hob er schließlich an.
"Wenn er es einrichten kann, möge er doch bitte Kurs auf die letzte Position dieses Überwasser-Verbandes nehmen und mich informieren, sobald wir Kontakt hergestellt haben !"
"Aye, aye Sir!"
Aiken hastete wieder nach Vorne zur Steuerzentrale, während sich H34D seufzend dem Studium der kriegswichtigen Akten hingab.
***
Lieutenant Commander Walker hielt das Mike noch in der Rechten, über das er den Kommandanten gerade von dem neuen Kontakt informiert hatte, als dieser bereits in der Steuerzentrale eintraf.
"Kommandant an Sonar! Was liegt an?"
H34D hatte seinem XO ohne große Umschweife Mikrophon und Verantwortung abgenommen.
"Sonar an Kommandant: Neuer Kontakt, designiert als Sierra-1, Peilung 321, Entfernung noch unbekannt !"
"Die Norfolk läuft mit 5 Knoten in Periskop-Tiefe auf Kurs 008, keine Thermokline, Hintergrundgeräusche liegen bei 84dB, Sir !", informierte Walker.
"Wie sieht's an der Oberfläche aus?", begehrte der Commander zu wissen.
Der geringe Geräuschpegel würde den überwiegend bescheidenen Sonar-Anlagen der Russen ermöglichen, kräftig mitzumischen.
"Bewölkt, leichte Brise, kleine Wellen ohne Schaumkrone, Sir !"

Hmm, ideale Bedingungen für Jäger, schloß CR45H.
Fragte sich wie üblich nur, wer den Jäger und wer die Beute zu spielen hatte.
Wobei sich die Rollen in diesem Spiel durchaus kurzfristig ändern konnten !
"Also schön, schauen wir uns mal um !", kommentierte er, während er sich in seinen Sitz fallen ließ.
"Das Meer ist hier 511 Fuß tief", schob der XO noch nach.
Womit mal eben der halbe Spielraum wegfiel, der H34D normalerweise zur Verfügung stand, um aufdringliche Torpedos abzuschütteln.
Unschön, befand er nachdenklich.
Aber die Barents-See war nun mal eine bessere Badewanne !
Einer der Gründe, aus denen er sich hier so ungern aufhielt.
Missbilligend fiel sein Blick auf die Anzeige von Rohr 2 - natürlich immer noch verklemmt.
Würde sich nur in einem Dock beheben lassen.
Es sei denn, der darin festsitzende Aal wurde irgendwann durch die dauernden Manöver so sauer, dass er selber für eine konstruktiv nicht vorgesehene, neue Öffnung sorgte.
"Kommandant an alle Abteilungen: Schiff klar zum Gefecht, wir gehen auf Schleichfahrt !", gab CR45H über 1MC durch.

Inzwischen beschäftigte sich Petty Officer Jones mit seinem Sonar-Team angestrengt mit der TMA zu Sierra-1.

Immerhin kein Oscar - ein 25.000 Tonnen - Gigant, ein SSGN zum Abschuss von bis zu 24 Seeziel-Raketen.
So ein Büffel würde nur mit Jagd-U-Booten als Eskorte durch die Gegend fahren.

Aber es wurde ja ohnehin ein Überwasser-Verband in der Gegend vermutet.
Allerdings hatten diese auch gerne mal ein U-Boot dabei, ähnlich den US-Trägergruppen.
Jedenfalls auch kein Udaloy und das waren wirklich gute Nachrichten !

Aber ein naher Verwandter, vermutlich eine ASW-Fregatte oder ein ASW-Zerstörer.
Jones sah seinen drei Kollegen über die Schulter, gab Tipps.
Schließlich waren sich die Sonartechniker einig.
"Kontakt Sierra-1 klassifiziert als Kreuzer der Kara-Klasse, Skipper !", gab er durch.
"Peilung weiterhin 321, Entfernung aktuell abgeschätzt mit etwa 34.000 Yards, vermutlich eine Konvergenzzone. Wir sind real wohl viel näher dran."
H34D blickte überrascht auf.
Eine Kara hatte man ja gerade erst versenkt.
So viele hatten die Russen davon auch wieder nicht - insgesamt sieben, wenn er sich recht entsann.
Und bald wieder eine weniger, wenn er seinen Willen bekam !
Jedenfalls dürfte der Iwan hier nicht alleine herum wirtschaften !
Irgendwo musste noch mindestens eine Eskorte stecken.

"Falls die Entfernung korrekt wäre, hätte die Kara jedenfalls keine Chance, uns zu hören", steuerte der XO bei.
Ja, eben: wenn!
CR45H verzichtete auf einen Kommentar, schnitt nur eine Grimasse.
"Rohre drei und vier mit TASM laden !", ordnete er stattdessen an.
So einen Kreuzer würde gerne mit einem Distanzschuss blitzartig aus dem Spiel nehmen, bevor die Russen noch mit bekamen, wer sich da in der Nachbarschaft herumtrieb.
Aufgrund der Flugabwehr-Bewaffnung des Kreuzers würde das kaum mit nur einem Tomahawk klappen.
Man musste die Abwehr mit einem Doppel-Schuss überlasten, um durchzukommen !
Das Sonarteam mühte sich indessen ab, auf Basis der aufgefangenen Geräusch die TMA voranzubringen.
"Rohr 3: TASM wird geladen !", verkündete der Feuerleit-Offizier.
"Neuer Kontakt, designiert als Sierra-2 !", rief Jones.

Keine Swerdlow, befand er schnell.
Auch keine Kirow, aber das wäre auch des Guten zu viel gewesen !

Keine Kresta II, aber nahe dran...

... aber auch keine Sowremenny...

"Rohr 4: TASM geladen ! Rohr 3: Mark 48 entladen, TASM wird geladen"
"Kontakt Sierra-2 klassifiziert als ASW-Zerstörer der Kanin-Klasse !", meldete der Sonargast


H34D CR45H war nicht wahnsinnig beeindruckt.
Die Kanin's waren im Prinzip alte Kähne, die ihr Leben Anfang der Sechziger als Lenkraketen-Zerstörer zur Bekämpfung von Seezielen begonnen hatten.
Bis der Admiralität aufgefallen war, dass man mit den alten SS-N-1 Scrubber - Raketen eh nichts treffen würde, da die Reichweite von 40km zu gering war, um in Schlagdistanz zu einem US-Trägerverband heran zu kommen.
Und der akute Kopfschmerz ohnehin eher von den Jagd-U-Booten der NATO-Marinen verursacht wurde.
Also hatte man die beiden Sechsfach-Starter der Scrubber von Bord geworfen und stattdessen einen Zwillingswerfer für SA-N-1 Goa Flugabwehr-Raketen eingebaut.
Und natürlich gleich drei Werfer für die mistigen RBU-6000, die dem Skipper im Grunde mehr Sorgen machten, als die Torpedos feindlicher U-Boote.
Jeder davon konnten eine Salve von 12 Wasserbomben über bis zu 6.000 Yards hinweg befördern !
Wenn man mit einem Boot in den Hagel rein geriet, dann gute Nacht !
Somit firmierten die ehemaligen, glücklosen DDG-Krupins neu als ASW-Zerstörer der Kanin-Klasse !
Neben den RBU's hatten sie auch noch 10 Torpedorohre und einen ASW-Heli aufzuweisen.
Damit diese Kanin's auch feindliche U-Boote aufspüren konnten, hatte man das alte Sonar ebenfalls gleich entsorgt und durch das weit modernere Bugsonar "Bull Nose" MG-332 Titan-2 ersetzt.
Das stellte natürlich eine dramatische Verbesserung dar, handelte es sich doch um ein Niederfrequenz-Sonar, was immerhin prinzipiell noch dem Stand der Technik entsprach.
Allerdings mussten die Kanin's weiterhin auf ein Schleppsonar verzichten, so dass sie gegenüber Aktivitäten in ihrem Kielwasser stocktaub blieben.
Auch ein VDS fehlte - ein Tauchsonar mit variabler Tiefeneinstellung, mit dessen Hilfe man einen Blick unter eine Thermokline werfen konnte und damit auch gewissermaßen unter den Rock feindlicher U-Boote.
Ein weiterer Kritikpunkt aus H34D's Sicht war wie so oft die unziemliche Größe dieser Zerstörer, die mit 4.500 Tonnen doch immer noch Zeugnis von der ursprünglichen Rolle als Lenkraketen-Zerstörer ablegten.
Es gab mit ASW-Fregatten deutlich preiswertere Möglichkeiten, feindliche Boote in den Grund zu bohren.
Allerdings würde ihm das Wissen um die russische Geldverschwendung auch nichts helfen, falls die Kanin die Norfolk zu packen bekäme.
Unter dem Strich machte sich CR45H jedenfalls keinen Kopf wegen der Kanin - solange man außerhalb ihrer langen Reißzähne bliebe, war sie kein kompetenter Gegner für ein Los Angeles - Boot.
Mit dieser Klassifizierung war für den Commander auch endgültig klar, dass man wieder einmal nicht die gesuchte Gruppe von Seeversorgern gefunden hatte.
Auch wenn die ASW-Schiffe im Vergleich zu einem modernen U-Boot geradezu beschämend laut waren, hatte man sich doch ein wenig Mühe gegeben, ihre Geräuschentwicklung zu dämpfen.
Prinzipbedingt ließ sich da halt nicht wahnsinnig viel machen.
Ein Seeversorger war hingegen auch nichts anderes als ein spezialisiertes Handelsschiff und da interessierte die Geräuschentwicklung nicht im Geringsten.
Wenn die beiden klassifizierten russischen Schiffe zu der Eskorte eines oder mehrerer Seeversorger gehörten, würden sie sich nicht allzu weit von ihrem Schützling entfernen und das bedeutete zwangsläufig, dass die Norfolk diese Versorger
zwischenzeitlich ebenfalls längst gehört hätte.
Nicht unbedingt schon klassifiziert, aber doch gehört !
Da nichts zu hören war, musste es sich bei den beiden Schiffe schlicht um ein weiteres Hunter-Killer-Paar handeln.
In diesem Fall um die südlichen Torwächter zur Barents-See.
Die nördlichen Torwächter hatte die Norfolk ja gerade erst ausgeschaltet, nun würde es also diesem Duo an den Kragen gehen.
"Ruder Steuerbord, auf neuen Kurs 045 gehen !", befahl der Commander.
So würde die Norfolk den feindlichen Schiffen nach und nach mehr Fläche zuwenden und somit auch mehr Sonar-Kapazität.
Natürlich erhöhten sich damit auch die Chancen der Russen, ihrerseits die Norfolk zu entdecken, aber wenn man den vom NSA gemeldeten technischen Daten glauben durfte, bestand vorläufig keine Gefahr.
"Ruder liegt Steuerbord, Boot kommt auf neuen Kurs 045", bestätigte der Steuermann.
"Kontakt Sierra-1 läuft mit 12 Knoten", gab Jones durch.

Gemächlich wie ein vollgefressener Wal wälzte sich die Norfolk nach Steuerbord.
Bei 5 Knoten hatte das Ruder keine große Wirkung, aber dafür war man praktisch nicht zu hören.
Für eine Kara und eine Kanin auf größere Entfernung ohnehin nicht.
"Rohr 4: TASM geladen"
"Kurs 020, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"
H34D CR45H sinnierte schon ein ganze Weile darüber nach, ob er die Dinge beschleunigen sollte, indem er den ESM-Mast und das Periskop ausfahren ließ.
Allerdings steckte ihm das Granatenfeuer der Krivak noch in den Knochen.
Jener Russe war verdammt aufmerksam gewesen und so ein Periskop lieferte halt ein ganz brauchbares Radar-Echo.
Zudem deutete die bisherige TMA auch auf eine zu große Entfernung für eine visuelle Erfassung hin.
Der ESM-Mast war schon eine andere Geschichte.
Dieser war mittels Radar nur sehr schwer zu erfassen.
Da könnte man schon mal relativ risikoarm in den Äther schnüffeln und die TMA dadurch deutlich abkürzen.
Wieder mal eine dieser unerfreuliche Entscheidungen, die man als U-Boot-Skipper ständig treffen musste.
Letztlich entschied sich der Commander dagegen - man schien nicht unter Zeitdruck zu stehen und er wollte zur Abwechslung mal ein Gefecht in aller Ruhe hinter sich bringen.
Sozusagen genau nach Lehrbuch.
Etwas, dass er nur sehr selten tat.
"Sierra-1 läuft nun mit 20 Knoten, Peilung 319"
"Kurs 030, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"

Die Sekunden dehnten sich zu Minuten.
CR45H unterdrückte das Bedürfnis, ungeduldig mit den Fingerspitzen auf den Lehnen des Sitzes herum zu trommeln.
Die Anspannung in der engen Steuerzentrale stieg rapide an.
Jedem Besatzungsmitglied war bewusst, dass sich die Norfolk wieder einmal wie ein Raubtier an seine Beute heran pirschte.
"Kurs 040, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"
Bloß kein Geräusch verursachen, dass das scheue Wild aufschreckte !
Während man sich selbst bereit für den Absprung machte.
"Sierra-1 läuft nun mit 26 Knoten"

Eigentlich kann uns die Kara doch unmöglich gehört haben, grübelte CR45H.
Legt der Skipper mal einen kurzen Sprint ein, um ein anderes Planquadrat abzusuchen?
Jedenfalls trägt es nicht gerade zur Beruhigung bei, wenn der Gegner so unvermittelt die Maschine auf Touren bringt.
Noch dazu, wo er offenbar etwa in der Richtung der Norfolk unterwegs war.
"Neuer Kurs 045 liegt an, Ruder liegt mittschiffs", verkündete der Steuermann mit bemüht gelassener Stimme.
"Was macht die TMA, Jonessy ?", fragte H34D nach.
Es hatte ihn nicht mehr auf seinem Sitz gehalten.
Nun stand er zum Leidwesen der Sonartechniker am Durchgang zu Ihrer Abteilung und warf selber argwöhnische Blicke auf die Wasserfall-Diagramme.
"Wir kommen leider nicht so recht voran, Skipper", gesteht der Petty Officer ein wenig zerknirscht.
"Sierra-1 läuft nun mit knapp 29 Knoten !"
"Ist die Klassifizierung korrekt ?"
Eine falsche Klassifizierung würde die Ziel-Analyse erheblich behindern und für CR45H's Geschmack dauert das hier alles schon viel zu lange.

"Todsicher, Skipper", reagierte der Sonarmann etwas pikiert.
Genervt ging der Commander die wenigen Meter zurück zu seinem Sitz und nahm erneut Platz.
Es brachte nichts, die Leute nervös zu machen.
Nervöse Seeleute machten Fehler und Fehler konnte man sich nicht leisten.
"Peilung Sierra-1 nun bei 316, Geschwindigkeit nun knapp 27 Knoten", meldete Jones nach weiteren, langen Minuten.
"Rohr 1: Torpedo entladen, TASM laden"
Er hatte sich entschieden, beide Ziele mit einer Cruise Missile - Attacke anzugehen.
Die Entfernungsangabe schien ja recht stabil zu stehen, war also vermutlich korrekt.
Dafür sprach auch, dass man den Russen hauptsächlich über das Schleppsonar hörte und das auch nicht sonderlich gut, trotz der fast idealen Umweltbedingungen.
Für Torpedos wäre die Strecke jedenfalls zu weit.
Falls ! die Entfernung korrekt war !

Commander CR45H verschränkte die Arme missbilligend vor der Brust und starrte angelegentlich an die Decke.
"Peilung Sierra-1 nun bei 314, Geschwindigkeit nun nur noch 9 Knoten"
Aha, also doch nur ein kleiner Sprint, um dann wieder in die See zu lauschen, befand der Commander.
"Rohr 1: Torpedo ist entladen, TASM wird geladen"

"Peilung Sierra-1 weiterhin 314, Geschwindigkeit auf 5 Knoten gesunken. Entfernung nun bei 25.000 Yards"
Offensichtlich hatte der Iwan einfach den Antrieb bei Voller Fahrt abgeschaltet und ließ sich nun geräuschlos treiben.
Gute Idee, wenn man halbwegs zügig ein großes Gebiet beackern wollte.
Allerdings passte H34D diese Wendung nun auch wieder nicht in den Kram, da das Bull Nose - Sonar mit jedem Knoten weniger Fahrt genauer auf die Geräusche im Meer lauschen konnte.
Womit das Risiko für die Norfolk, doch noch entdeckt zu werden, beständig anstieg.
"Rohr 1: TASM ist geladen"
Nun wäre das Boot immerhin klar für Snapshots auf beide Ziele, falls der Russe doch etwas auffangen sollte.
Was immer noch hochgradig unwahrscheinlich erschien.

Allmählich wanderte die Kara an Backbord aus.
Minütlich würde sich nun die Sonarerfassung durch die Norfolk ändern.
Außerdem wurde es eh langsam Zeit, sich klar zum Schuss zu machen.
"Ruder Backbord ! Neuer Kurs 015 !", ordnete CR45H an.
"Ruder Backbord, aye !", bestätigte der Steuermann.
"Boot kommt auf neuen Kurs 015"
Langsam und schwerfällig begann die Norfolk, auf den neuen Kurs einzuschwenken.
Eigentlich eher zurück auf den alten Kurs.
"Kurs 035, Boot kommt auf neuen Kurs 015"
"Sierra-1 scheint wieder Fahrt aufzunehmen, läuft nun mit 7 Knoten"

Aufmerksam lauschte der Kommandant in sein Boot hinein.
Keine Anzeichen dafür, dass es irgendwo ein Problem gäbe.
Die Crew wirkte ernst aber aufmerksam und kampfbereit.
Er würde der Kara zwei Tomahawks spendieren, beschloss CR45H.
Beide Schiffe verfügten über ein CIWS-Abwehrsystem, von den Flugabwehr-Raketen mal ganz abgesehen.
SAM's waren aber nun einmal nicht für Schnellschüsse aus der Hüfte gedacht und bei einem Abschuss in nur 12 Meilen Entfernung würde den Russen nicht viel Zeit zur gezielten Abwehr bleiben.
Ein CIWS würde sehr viel schneller einsatzbereit sein und auch vollautomatisch zu Werke gehen.
Die Kanin musste mit dem älteren AK-230 System auskommen, bei dem die Russen gleich zwei Revolver-Kanonen in einen erhöhten Turm gepackt hatten, womit eine Kadenz des Gesamtsystems von beeindruckenden 2.000rpm erreicht wurde.

Die Kara hingegen verfügte bereits über das topaktuelle AK-630, bei dem man auf ein einzelnes sechsläufiges Geschütz umgestiegen war.
Aufgrund der kleineren Treibladung und anderer Optimierungen holten die Russen eine noch weit beeindruckende Feuerrate von 5.000rpm heraus !
Weit mehr, als irgendein westliches Geschütz schaffte, wie CR45H neidlos anerkennen musste.
Zu allem Überfluss war es auch nicht nur radargesteuert, sondern verfügte zusätzlich noch über eine optische Zielerfassung.
Dafür lag die AK-230 immerhin bei der Mündungsgeschwindigkeit mit 1050 m/s gegenüber 900 m/s vorne und logischerweise auch bei der theoretischen Reichweite.
Faktisch kamen CIWS zur Flugabwehr aber generell unter 3.000m zum Einsatz, also wirkte sich dieser Vorteil nicht praktisch aus.
"Kurs 025, Boot kommt auf neuen Kurs 015"

Also konnte die Kara faktisch weit mehr Flugabwehr-Kapazität aufbieten als die Kanin.
Auch war die Kara mit ihren U-Jagd-Raketenwerfern für die Norfolk ohnehin weit gefährlicher als die Kanin, die ja erst einmal auf unter 6.000 Yards herankommen müsste um Ihre RBU's zum Einsatz zu bringen.
Nun, natürlich hatten beide auch noch Torpedos, sowie ASW-Helis, um den Amerikanern das Überleben schwer zu machen.
Mit etwas Glück war aber gerade kein Heli in der Luft und für den Start sollte auch nicht genügend Zeit bleiben, bis die 454kg-Sprengköpfe der Cruise Missiles einschlagen würden.
Wenigstens galt das für die Kara - da Rohr 2 blockiert war, konnte er nur eine Tomahawk auf die Kanin ansetzen und die würde sie vielleicht ja doch abfangen.
Dann bliebe ihr jedenfalls genug Zeit, um den ASW-Heli hoch zu bringen und die Position der Norfolk wäre zu diesem Zeitpunkt auch längst kein Geheimnis mehr.
Viel mehr Aufsehen als durch einen Raketenabschuss konnte man als U-Boot schwerlich erregen.
Unvermittelt riss ein Ping den Kommandanten aus seinen Überlegungen.
"Sierra-1 peilt mit Aktiv-Sonar, Sir", meldete Jones umgehend.
"Dürfte uns nicht hören"
Ja ja, das höre ich auch nicht zum ersten Mal, dachte CR45H gereizt.
Sollte er Boot und Crew darauf verwetten, dass es tatsächlich so war?

"Mit dem Aktiv-Sonar hat sich Sierra-1 verraten, Skipper", verkündete der Sonargast.
"Peilung steht auf 311, läuft nun in 22.600 Yards mit 12 Knoten auf Kurs 151 - fast genau auf uns zu !"
Soviel zu "die hören uns nicht !", spöttelte der Kommandant stumm.
Nicht der erste derartige Zufall - offenkundig war das russische Sonar durch die Bank besser, als die westlichen Geheimdienste glaubten.
"Neuer Kurs 015 liegt an, Ruder liegt mittschiffs !"

"Also gut, dann holen wir mal das Netz ein!", befahl CR45H entschlossen.
Ein weiterer Ping hallt durch die Norfolk.
"Rohr 3: Klar zum Schuß ! Peilung 310, Aktivierung bei 15.000 Yards !"
"Rohr 3 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 3: Feuer !"
Durch Wasserdruck wurde das Cruise Missile aus dem Torpedorohr befördert, stieg blitzschnell zur nahen Wasserobefläche auf, wo umgehend der Booster zündete, der für den nötigen Schub sorgte, um den Schiffs-Killer in die Luft zu bringen.
Ein Ereignis, dass niemandem in weitem Umkreis entgehen konnte.

"Rohr 4: Klar zum Schuß ! Peilung 305, Aktivierung bei 10.000 Yards !"
"Rohr 4 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 4: Feuer !"

Fauchend stieg der nächste Tomahawk auf, die ohnehin schon extrem auffällige Rauchwolke über der Wasseroberfläche noch vergrößernd.
"Rohr 2: Klar zum Schuß ! Peilung 350, Aktivierung bei 25.000 Yards !"
Das galt der Kanin - hoffentlich reichte ein Tomahawk, sonst würde es wieder mal spannend werden...
"Rohr 2 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 2: Feuer !"
Kaum hatte der letzte Tomahawk das Torpedorohr verlassen, hegte der Commander keinen dringenderen Wunsch mehr, als schleunigst weg zu kommen.
"Kurs hart Steuerbord auf neuen Kurs 090 ! Äußerste Kraft voraus ! Tauchen tauchen tauchen !"
Auf den russischen Schiffen mussten gerade alle Alarme aufheulen, die es nur gab !
Zweifellos würden die Kapitäne alles daran setzen, unmittelbar das Gegenfeuer zu eröffnen.
Also gab es für die Norfolk nun nur noch ein Ziel: Kopf einziehen und so schnell wie möglich weg !

"Tauchzellen FLUUUUUTEN !", brüllte der XO
Die Norfolk schlug einen Haken Richtung Osten und stürzte mit immer schneller wachsender Fahrt dem viel zu nahen Meeresboden entgegen, während hinter ihr, im Nordwesten das Inferno losbrach.

3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung
Commander H34D CR45H zeichnete lustlos einen weiteren Bericht ab.
Er hatte sich in der Offiziersmesse niedergelassen und widmete sich den lästigen Routineaufgaben eines Kommandanten.
Zur Rechten stand ein dampfender Kaffeebecher, daneben ein Aschenbecher.
Auf der linken Seite türmten sich die Berichte, die in den letzten hektischen Tagen, nun, geringere Priorität genossen hatten.
Tagesberichte, Wochenberichte, Quartalsberichte aus allen Abteilungen, dazu allerlei Krimskams, der eben so anfiel, wenn über hundert Männer längere Zeit in einer beengten Stahlröhre zusammengepfercht wurden.
Die Bürokraten zu Hause darbten nach diesen Berichten, spätestens bei dem nächsten Einlaufen in einen Hafen würde der Commander also einen Festmeter davon abliefern müssen.
Im Grunde hatte man eigentlich gar keine Zeit um nebenher noch einen Krieg zu führen, dafür gab es einfach viel zu viel wichtige Verwaltungsarbeit zu erledigen.
Wenn das so weiterginge musste die NATO womöglich um einen Waffenstillstand nachsuchen, um all die Rückstände aufzuarbeiten !
Andererseits sollten diese gottlosen Kommunisten ja noch größere Bürokraten sein, also bräche die Sowjetunion ja vielleicht noch früher unter der angesammelten Last zusammen.
Immerhin blieb kein Zeit, um so drängende Fragen zu stellen, wie z.B., warum er zwei von diesen elend teuren Mark 48 - Torpedos gebraucht hatte, um eine Krivak zu versenken.
Der Steuerzahler berappte ja schließlich über 2'0 USD für einen Aal, da musste man die Hintergründe sicherlich genauestens analysieren !
Aber solange Kriegszustand herrschte, hatte CR45H nicht vor, länger in einem Hafen zu verweilen, als das Auffüllen der Munitionsvorräte benötigte.
Die Lebensmittel konnte man parallel an Bord schleppen und dann ab die Post !
Für Detailfragen gäbe es nach dem Krieg sicher noch genügend Gelegenheiten.
COMSUBLANT hatte zwischenzeitlich wissen lassen, dass man zwar die letzten Aktivitäten der Norfolk insgesamt anerkennenswert fand, diese jedoch nichts mit der gestellten Mission zu tun hatten.
Nichts hätte dem Commander gleichgültiger sein können, bestand doch besagte Mission schlicht darin, eine Verband von Seeversorgern zu versenken, von dem COMSUBLANT selber keine Idee hatte, wo er sich aufhalten mochte.
Irgendwo in der Barents-See halt !

Nach der Versenkung der Torwächter südlich von Spitzbergen war die Norfolk mangels anderer Kontakte auf der Suche nach Ärger Kurs Ost-Südost gelaufen.
Auf dem Weg sollten sich in der Gegend von Murmansk feindliche Atom-U-Boote finden lassen, vielleicht auch ein paar unvorsichtige Händler.
Und womöglich ja sogar dieser ominöse Geisterverband, der COMSUBLANT so am Herzen lag !
Lieutenant JG Aiken zwängte sich aufgeregt in die enge Offiziersmesse, einen Computerausdruck wie eine Flagge schwenkend.
"Sir, wir haben eine Kontaktmeldung von einem NOSS Satelliten !", verkündete er hektisch.
CR45H hob fragend die Augenbrauen während er sich fragte, ob er wohl eine vernünftige Meldung bekommen würde oder sich besser gleich selber den Zettel greifen sollte.
"Etwa 90 Seemeilen nördlich von uns wurde ein sowjetischer Überwasserverband ausgemacht, Zusammensetzung noch unklar !"

Der Kommandant rieb sich grüblerisch das Kinn.
Falls es noch Wunder auf dieser Welt gab, mochte es durchaus sein, dass es sich um die gesuchten Seeversorger handelte.
Ansonsten bedeutete die Meldung höchstwahrscheinlich Ärger in Form von ASW-Schiffen auf der Suche nach aufdringlichen Amerikanern oder Briten.
Aber schließlich war er ja auch des Ärgers wegen hier !
"Meine Empfehlung an den XO, Lieutenant", hob er schließlich an.
"Wenn er es einrichten kann, möge er doch bitte Kurs auf die letzte Position dieses Überwasser-Verbandes nehmen und mich informieren, sobald wir Kontakt hergestellt haben !"
"Aye, aye Sir!"
Aiken hastete wieder nach Vorne zur Steuerzentrale, während sich H34D seufzend dem Studium der kriegswichtigen Akten hingab.
***
Lieutenant Commander Walker hielt das Mike noch in der Rechten, über das er den Kommandanten gerade von dem neuen Kontakt informiert hatte, als dieser bereits in der Steuerzentrale eintraf.
"Kommandant an Sonar! Was liegt an?"
H34D hatte seinem XO ohne große Umschweife Mikrophon und Verantwortung abgenommen.
"Sonar an Kommandant: Neuer Kontakt, designiert als Sierra-1, Peilung 321, Entfernung noch unbekannt !"
"Die Norfolk läuft mit 5 Knoten in Periskop-Tiefe auf Kurs 008, keine Thermokline, Hintergrundgeräusche liegen bei 84dB, Sir !", informierte Walker.
"Wie sieht's an der Oberfläche aus?", begehrte der Commander zu wissen.
Der geringe Geräuschpegel würde den überwiegend bescheidenen Sonar-Anlagen der Russen ermöglichen, kräftig mitzumischen.
"Bewölkt, leichte Brise, kleine Wellen ohne Schaumkrone, Sir !"

Hmm, ideale Bedingungen für Jäger, schloß CR45H.
Fragte sich wie üblich nur, wer den Jäger und wer die Beute zu spielen hatte.
Wobei sich die Rollen in diesem Spiel durchaus kurzfristig ändern konnten !
"Also schön, schauen wir uns mal um !", kommentierte er, während er sich in seinen Sitz fallen ließ.
"Das Meer ist hier 511 Fuß tief", schob der XO noch nach.
Womit mal eben der halbe Spielraum wegfiel, der H34D normalerweise zur Verfügung stand, um aufdringliche Torpedos abzuschütteln.
Unschön, befand er nachdenklich.
Aber die Barents-See war nun mal eine bessere Badewanne !
Einer der Gründe, aus denen er sich hier so ungern aufhielt.
Missbilligend fiel sein Blick auf die Anzeige von Rohr 2 - natürlich immer noch verklemmt.
Würde sich nur in einem Dock beheben lassen.
Es sei denn, der darin festsitzende Aal wurde irgendwann durch die dauernden Manöver so sauer, dass er selber für eine konstruktiv nicht vorgesehene, neue Öffnung sorgte.
"Kommandant an alle Abteilungen: Schiff klar zum Gefecht, wir gehen auf Schleichfahrt !", gab CR45H über 1MC durch.

Inzwischen beschäftigte sich Petty Officer Jones mit seinem Sonar-Team angestrengt mit der TMA zu Sierra-1.

Immerhin kein Oscar - ein 25.000 Tonnen - Gigant, ein SSGN zum Abschuss von bis zu 24 Seeziel-Raketen.
So ein Büffel würde nur mit Jagd-U-Booten als Eskorte durch die Gegend fahren.

Aber es wurde ja ohnehin ein Überwasser-Verband in der Gegend vermutet.
Allerdings hatten diese auch gerne mal ein U-Boot dabei, ähnlich den US-Trägergruppen.
Jedenfalls auch kein Udaloy und das waren wirklich gute Nachrichten !

Aber ein naher Verwandter, vermutlich eine ASW-Fregatte oder ein ASW-Zerstörer.
Jones sah seinen drei Kollegen über die Schulter, gab Tipps.
Schließlich waren sich die Sonartechniker einig.
"Kontakt Sierra-1 klassifiziert als Kreuzer der Kara-Klasse, Skipper !", gab er durch.
"Peilung weiterhin 321, Entfernung aktuell abgeschätzt mit etwa 34.000 Yards, vermutlich eine Konvergenzzone. Wir sind real wohl viel näher dran."
H34D blickte überrascht auf.
Eine Kara hatte man ja gerade erst versenkt.
So viele hatten die Russen davon auch wieder nicht - insgesamt sieben, wenn er sich recht entsann.
Und bald wieder eine weniger, wenn er seinen Willen bekam !
Jedenfalls dürfte der Iwan hier nicht alleine herum wirtschaften !
Irgendwo musste noch mindestens eine Eskorte stecken.

"Falls die Entfernung korrekt wäre, hätte die Kara jedenfalls keine Chance, uns zu hören", steuerte der XO bei.
Ja, eben: wenn!
CR45H verzichtete auf einen Kommentar, schnitt nur eine Grimasse.
"Rohre drei und vier mit TASM laden !", ordnete er stattdessen an.
So einen Kreuzer würde gerne mit einem Distanzschuss blitzartig aus dem Spiel nehmen, bevor die Russen noch mit bekamen, wer sich da in der Nachbarschaft herumtrieb.
Aufgrund der Flugabwehr-Bewaffnung des Kreuzers würde das kaum mit nur einem Tomahawk klappen.
Man musste die Abwehr mit einem Doppel-Schuss überlasten, um durchzukommen !
Das Sonarteam mühte sich indessen ab, auf Basis der aufgefangenen Geräusch die TMA voranzubringen.
"Rohr 3: TASM wird geladen !", verkündete der Feuerleit-Offizier.
"Neuer Kontakt, designiert als Sierra-2 !", rief Jones.

Keine Swerdlow, befand er schnell.
Auch keine Kirow, aber das wäre auch des Guten zu viel gewesen !

Keine Kresta II, aber nahe dran...

... aber auch keine Sowremenny...

"Rohr 4: TASM geladen ! Rohr 3: Mark 48 entladen, TASM wird geladen"
"Kontakt Sierra-2 klassifiziert als ASW-Zerstörer der Kanin-Klasse !", meldete der Sonargast


H34D CR45H war nicht wahnsinnig beeindruckt.
Die Kanin's waren im Prinzip alte Kähne, die ihr Leben Anfang der Sechziger als Lenkraketen-Zerstörer zur Bekämpfung von Seezielen begonnen hatten.
Bis der Admiralität aufgefallen war, dass man mit den alten SS-N-1 Scrubber - Raketen eh nichts treffen würde, da die Reichweite von 40km zu gering war, um in Schlagdistanz zu einem US-Trägerverband heran zu kommen.
Und der akute Kopfschmerz ohnehin eher von den Jagd-U-Booten der NATO-Marinen verursacht wurde.
Also hatte man die beiden Sechsfach-Starter der Scrubber von Bord geworfen und stattdessen einen Zwillingswerfer für SA-N-1 Goa Flugabwehr-Raketen eingebaut.
Und natürlich gleich drei Werfer für die mistigen RBU-6000, die dem Skipper im Grunde mehr Sorgen machten, als die Torpedos feindlicher U-Boote.
Jeder davon konnten eine Salve von 12 Wasserbomben über bis zu 6.000 Yards hinweg befördern !
Wenn man mit einem Boot in den Hagel rein geriet, dann gute Nacht !
Somit firmierten die ehemaligen, glücklosen DDG-Krupins neu als ASW-Zerstörer der Kanin-Klasse !
Neben den RBU's hatten sie auch noch 10 Torpedorohre und einen ASW-Heli aufzuweisen.
Damit diese Kanin's auch feindliche U-Boote aufspüren konnten, hatte man das alte Sonar ebenfalls gleich entsorgt und durch das weit modernere Bugsonar "Bull Nose" MG-332 Titan-2 ersetzt.
Das stellte natürlich eine dramatische Verbesserung dar, handelte es sich doch um ein Niederfrequenz-Sonar, was immerhin prinzipiell noch dem Stand der Technik entsprach.
Allerdings mussten die Kanin's weiterhin auf ein Schleppsonar verzichten, so dass sie gegenüber Aktivitäten in ihrem Kielwasser stocktaub blieben.
Auch ein VDS fehlte - ein Tauchsonar mit variabler Tiefeneinstellung, mit dessen Hilfe man einen Blick unter eine Thermokline werfen konnte und damit auch gewissermaßen unter den Rock feindlicher U-Boote.
Ein weiterer Kritikpunkt aus H34D's Sicht war wie so oft die unziemliche Größe dieser Zerstörer, die mit 4.500 Tonnen doch immer noch Zeugnis von der ursprünglichen Rolle als Lenkraketen-Zerstörer ablegten.
Es gab mit ASW-Fregatten deutlich preiswertere Möglichkeiten, feindliche Boote in den Grund zu bohren.
Allerdings würde ihm das Wissen um die russische Geldverschwendung auch nichts helfen, falls die Kanin die Norfolk zu packen bekäme.
Unter dem Strich machte sich CR45H jedenfalls keinen Kopf wegen der Kanin - solange man außerhalb ihrer langen Reißzähne bliebe, war sie kein kompetenter Gegner für ein Los Angeles - Boot.
Mit dieser Klassifizierung war für den Commander auch endgültig klar, dass man wieder einmal nicht die gesuchte Gruppe von Seeversorgern gefunden hatte.
Auch wenn die ASW-Schiffe im Vergleich zu einem modernen U-Boot geradezu beschämend laut waren, hatte man sich doch ein wenig Mühe gegeben, ihre Geräuschentwicklung zu dämpfen.
Prinzipbedingt ließ sich da halt nicht wahnsinnig viel machen.
Ein Seeversorger war hingegen auch nichts anderes als ein spezialisiertes Handelsschiff und da interessierte die Geräuschentwicklung nicht im Geringsten.
Wenn die beiden klassifizierten russischen Schiffe zu der Eskorte eines oder mehrerer Seeversorger gehörten, würden sie sich nicht allzu weit von ihrem Schützling entfernen und das bedeutete zwangsläufig, dass die Norfolk diese Versorger
zwischenzeitlich ebenfalls längst gehört hätte.
Nicht unbedingt schon klassifiziert, aber doch gehört !
Da nichts zu hören war, musste es sich bei den beiden Schiffe schlicht um ein weiteres Hunter-Killer-Paar handeln.
In diesem Fall um die südlichen Torwächter zur Barents-See.
Die nördlichen Torwächter hatte die Norfolk ja gerade erst ausgeschaltet, nun würde es also diesem Duo an den Kragen gehen.
"Ruder Steuerbord, auf neuen Kurs 045 gehen !", befahl der Commander.
So würde die Norfolk den feindlichen Schiffen nach und nach mehr Fläche zuwenden und somit auch mehr Sonar-Kapazität.
Natürlich erhöhten sich damit auch die Chancen der Russen, ihrerseits die Norfolk zu entdecken, aber wenn man den vom NSA gemeldeten technischen Daten glauben durfte, bestand vorläufig keine Gefahr.
"Ruder liegt Steuerbord, Boot kommt auf neuen Kurs 045", bestätigte der Steuermann.
"Kontakt Sierra-1 läuft mit 12 Knoten", gab Jones durch.

Gemächlich wie ein vollgefressener Wal wälzte sich die Norfolk nach Steuerbord.
Bei 5 Knoten hatte das Ruder keine große Wirkung, aber dafür war man praktisch nicht zu hören.
Für eine Kara und eine Kanin auf größere Entfernung ohnehin nicht.
"Rohr 4: TASM geladen"
"Kurs 020, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"
H34D CR45H sinnierte schon ein ganze Weile darüber nach, ob er die Dinge beschleunigen sollte, indem er den ESM-Mast und das Periskop ausfahren ließ.
Allerdings steckte ihm das Granatenfeuer der Krivak noch in den Knochen.
Jener Russe war verdammt aufmerksam gewesen und so ein Periskop lieferte halt ein ganz brauchbares Radar-Echo.
Zudem deutete die bisherige TMA auch auf eine zu große Entfernung für eine visuelle Erfassung hin.
Der ESM-Mast war schon eine andere Geschichte.
Dieser war mittels Radar nur sehr schwer zu erfassen.
Da könnte man schon mal relativ risikoarm in den Äther schnüffeln und die TMA dadurch deutlich abkürzen.
Wieder mal eine dieser unerfreuliche Entscheidungen, die man als U-Boot-Skipper ständig treffen musste.
Letztlich entschied sich der Commander dagegen - man schien nicht unter Zeitdruck zu stehen und er wollte zur Abwechslung mal ein Gefecht in aller Ruhe hinter sich bringen.
Sozusagen genau nach Lehrbuch.
Etwas, dass er nur sehr selten tat.
"Sierra-1 läuft nun mit 20 Knoten, Peilung 319"
"Kurs 030, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"

Die Sekunden dehnten sich zu Minuten.
CR45H unterdrückte das Bedürfnis, ungeduldig mit den Fingerspitzen auf den Lehnen des Sitzes herum zu trommeln.
Die Anspannung in der engen Steuerzentrale stieg rapide an.
Jedem Besatzungsmitglied war bewusst, dass sich die Norfolk wieder einmal wie ein Raubtier an seine Beute heran pirschte.
"Kurs 040, Boot kommt weiter auf neuen Kurs 045"
Bloß kein Geräusch verursachen, dass das scheue Wild aufschreckte !
Während man sich selbst bereit für den Absprung machte.
"Sierra-1 läuft nun mit 26 Knoten"

Eigentlich kann uns die Kara doch unmöglich gehört haben, grübelte CR45H.
Legt der Skipper mal einen kurzen Sprint ein, um ein anderes Planquadrat abzusuchen?
Jedenfalls trägt es nicht gerade zur Beruhigung bei, wenn der Gegner so unvermittelt die Maschine auf Touren bringt.
Noch dazu, wo er offenbar etwa in der Richtung der Norfolk unterwegs war.
"Neuer Kurs 045 liegt an, Ruder liegt mittschiffs", verkündete der Steuermann mit bemüht gelassener Stimme.
"Was macht die TMA, Jonessy ?", fragte H34D nach.
Es hatte ihn nicht mehr auf seinem Sitz gehalten.
Nun stand er zum Leidwesen der Sonartechniker am Durchgang zu Ihrer Abteilung und warf selber argwöhnische Blicke auf die Wasserfall-Diagramme.
"Wir kommen leider nicht so recht voran, Skipper", gesteht der Petty Officer ein wenig zerknirscht.
"Sierra-1 läuft nun mit knapp 29 Knoten !"
"Ist die Klassifizierung korrekt ?"
Eine falsche Klassifizierung würde die Ziel-Analyse erheblich behindern und für CR45H's Geschmack dauert das hier alles schon viel zu lange.

"Todsicher, Skipper", reagierte der Sonarmann etwas pikiert.
Genervt ging der Commander die wenigen Meter zurück zu seinem Sitz und nahm erneut Platz.
Es brachte nichts, die Leute nervös zu machen.
Nervöse Seeleute machten Fehler und Fehler konnte man sich nicht leisten.
"Peilung Sierra-1 nun bei 316, Geschwindigkeit nun knapp 27 Knoten", meldete Jones nach weiteren, langen Minuten.
"Rohr 1: Torpedo entladen, TASM laden"
Er hatte sich entschieden, beide Ziele mit einer Cruise Missile - Attacke anzugehen.
Die Entfernungsangabe schien ja recht stabil zu stehen, war also vermutlich korrekt.
Dafür sprach auch, dass man den Russen hauptsächlich über das Schleppsonar hörte und das auch nicht sonderlich gut, trotz der fast idealen Umweltbedingungen.
Für Torpedos wäre die Strecke jedenfalls zu weit.
Falls ! die Entfernung korrekt war !

Commander CR45H verschränkte die Arme missbilligend vor der Brust und starrte angelegentlich an die Decke.
"Peilung Sierra-1 nun bei 314, Geschwindigkeit nun nur noch 9 Knoten"
Aha, also doch nur ein kleiner Sprint, um dann wieder in die See zu lauschen, befand der Commander.
"Rohr 1: Torpedo ist entladen, TASM wird geladen"

"Peilung Sierra-1 weiterhin 314, Geschwindigkeit auf 5 Knoten gesunken. Entfernung nun bei 25.000 Yards"
Offensichtlich hatte der Iwan einfach den Antrieb bei Voller Fahrt abgeschaltet und ließ sich nun geräuschlos treiben.
Gute Idee, wenn man halbwegs zügig ein großes Gebiet beackern wollte.
Allerdings passte H34D diese Wendung nun auch wieder nicht in den Kram, da das Bull Nose - Sonar mit jedem Knoten weniger Fahrt genauer auf die Geräusche im Meer lauschen konnte.
Womit das Risiko für die Norfolk, doch noch entdeckt zu werden, beständig anstieg.
"Rohr 1: TASM ist geladen"
Nun wäre das Boot immerhin klar für Snapshots auf beide Ziele, falls der Russe doch etwas auffangen sollte.
Was immer noch hochgradig unwahrscheinlich erschien.

Allmählich wanderte die Kara an Backbord aus.
Minütlich würde sich nun die Sonarerfassung durch die Norfolk ändern.
Außerdem wurde es eh langsam Zeit, sich klar zum Schuss zu machen.
"Ruder Backbord ! Neuer Kurs 015 !", ordnete CR45H an.
"Ruder Backbord, aye !", bestätigte der Steuermann.
"Boot kommt auf neuen Kurs 015"
Langsam und schwerfällig begann die Norfolk, auf den neuen Kurs einzuschwenken.
Eigentlich eher zurück auf den alten Kurs.
"Kurs 035, Boot kommt auf neuen Kurs 015"
"Sierra-1 scheint wieder Fahrt aufzunehmen, läuft nun mit 7 Knoten"

Aufmerksam lauschte der Kommandant in sein Boot hinein.
Keine Anzeichen dafür, dass es irgendwo ein Problem gäbe.
Die Crew wirkte ernst aber aufmerksam und kampfbereit.
Er würde der Kara zwei Tomahawks spendieren, beschloss CR45H.
Beide Schiffe verfügten über ein CIWS-Abwehrsystem, von den Flugabwehr-Raketen mal ganz abgesehen.
SAM's waren aber nun einmal nicht für Schnellschüsse aus der Hüfte gedacht und bei einem Abschuss in nur 12 Meilen Entfernung würde den Russen nicht viel Zeit zur gezielten Abwehr bleiben.
Ein CIWS würde sehr viel schneller einsatzbereit sein und auch vollautomatisch zu Werke gehen.
Die Kanin musste mit dem älteren AK-230 System auskommen, bei dem die Russen gleich zwei Revolver-Kanonen in einen erhöhten Turm gepackt hatten, womit eine Kadenz des Gesamtsystems von beeindruckenden 2.000rpm erreicht wurde.

Die Kara hingegen verfügte bereits über das topaktuelle AK-630, bei dem man auf ein einzelnes sechsläufiges Geschütz umgestiegen war.
Aufgrund der kleineren Treibladung und anderer Optimierungen holten die Russen eine noch weit beeindruckende Feuerrate von 5.000rpm heraus !
Weit mehr, als irgendein westliches Geschütz schaffte, wie CR45H neidlos anerkennen musste.
Zu allem Überfluss war es auch nicht nur radargesteuert, sondern verfügte zusätzlich noch über eine optische Zielerfassung.
Dafür lag die AK-230 immerhin bei der Mündungsgeschwindigkeit mit 1050 m/s gegenüber 900 m/s vorne und logischerweise auch bei der theoretischen Reichweite.
Faktisch kamen CIWS zur Flugabwehr aber generell unter 3.000m zum Einsatz, also wirkte sich dieser Vorteil nicht praktisch aus.
"Kurs 025, Boot kommt auf neuen Kurs 015"

Also konnte die Kara faktisch weit mehr Flugabwehr-Kapazität aufbieten als die Kanin.
Auch war die Kara mit ihren U-Jagd-Raketenwerfern für die Norfolk ohnehin weit gefährlicher als die Kanin, die ja erst einmal auf unter 6.000 Yards herankommen müsste um Ihre RBU's zum Einsatz zu bringen.
Nun, natürlich hatten beide auch noch Torpedos, sowie ASW-Helis, um den Amerikanern das Überleben schwer zu machen.
Mit etwas Glück war aber gerade kein Heli in der Luft und für den Start sollte auch nicht genügend Zeit bleiben, bis die 454kg-Sprengköpfe der Cruise Missiles einschlagen würden.
Wenigstens galt das für die Kara - da Rohr 2 blockiert war, konnte er nur eine Tomahawk auf die Kanin ansetzen und die würde sie vielleicht ja doch abfangen.
Dann bliebe ihr jedenfalls genug Zeit, um den ASW-Heli hoch zu bringen und die Position der Norfolk wäre zu diesem Zeitpunkt auch längst kein Geheimnis mehr.
Viel mehr Aufsehen als durch einen Raketenabschuss konnte man als U-Boot schwerlich erregen.
Unvermittelt riss ein Ping den Kommandanten aus seinen Überlegungen.
"Sierra-1 peilt mit Aktiv-Sonar, Sir", meldete Jones umgehend.
"Dürfte uns nicht hören"
Ja ja, das höre ich auch nicht zum ersten Mal, dachte CR45H gereizt.
Sollte er Boot und Crew darauf verwetten, dass es tatsächlich so war?

"Mit dem Aktiv-Sonar hat sich Sierra-1 verraten, Skipper", verkündete der Sonargast.
"Peilung steht auf 311, läuft nun in 22.600 Yards mit 12 Knoten auf Kurs 151 - fast genau auf uns zu !"
Soviel zu "die hören uns nicht !", spöttelte der Kommandant stumm.
Nicht der erste derartige Zufall - offenkundig war das russische Sonar durch die Bank besser, als die westlichen Geheimdienste glaubten.
"Neuer Kurs 015 liegt an, Ruder liegt mittschiffs !"

"Also gut, dann holen wir mal das Netz ein!", befahl CR45H entschlossen.
Ein weiterer Ping hallt durch die Norfolk.
"Rohr 3: Klar zum Schuß ! Peilung 310, Aktivierung bei 15.000 Yards !"
"Rohr 3 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 3: Feuer !"
Durch Wasserdruck wurde das Cruise Missile aus dem Torpedorohr befördert, stieg blitzschnell zur nahen Wasserobefläche auf, wo umgehend der Booster zündete, der für den nötigen Schub sorgte, um den Schiffs-Killer in die Luft zu bringen.
Ein Ereignis, dass niemandem in weitem Umkreis entgehen konnte.

"Rohr 4: Klar zum Schuß ! Peilung 305, Aktivierung bei 10.000 Yards !"
"Rohr 4 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 4: Feuer !"

Fauchend stieg der nächste Tomahawk auf, die ohnehin schon extrem auffällige Rauchwolke über der Wasseroberfläche noch vergrößernd.
"Rohr 2: Klar zum Schuß ! Peilung 350, Aktivierung bei 25.000 Yards !"
Das galt der Kanin - hoffentlich reichte ein Tomahawk, sonst würde es wieder mal spannend werden...
"Rohr 2 ist klar zum Schuß !"
"Rohr 2: Feuer !"
Kaum hatte der letzte Tomahawk das Torpedorohr verlassen, hegte der Commander keinen dringenderen Wunsch mehr, als schleunigst weg zu kommen.
"Kurs hart Steuerbord auf neuen Kurs 090 ! Äußerste Kraft voraus ! Tauchen tauchen tauchen !"
Auf den russischen Schiffen mussten gerade alle Alarme aufheulen, die es nur gab !
Zweifellos würden die Kapitäne alles daran setzen, unmittelbar das Gegenfeuer zu eröffnen.
Also gab es für die Norfolk nun nur noch ein Ziel: Kopf einziehen und so schnell wie möglich weg !

"Tauchzellen FLUUUUUTEN !", brüllte der XO
Die Norfolk schlug einen Haken Richtung Osten und stürzte mit immer schneller wachsender Fahrt dem viel zu nahen Meeresboden entgegen, während hinter ihr, im Nordwesten das Inferno losbrach.
Man sollte nie das Schicksal herausfordern. Das Schicksal kann alles ertragen, nur keine Herausforderung.
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Geschätzter H34DHUN73R;
gemäß meinem "Kampfnamen" muss ich Euch leider etwas korrigieren:
Und ja, Wir wissen das, denn Wir haben vor ca. 30 Jahren einige Male mit einer AK-230 geschossen...
gemäß meinem "Kampfnamen" muss ich Euch leider etwas korrigieren:
Die AK-230 war KEIN Gatling-Geschütz. Man sieht ja auch auf dem Foto nur zwei Einzelläufe. Die AK-630 hingegen war tatsächlich sechsläufig. Offenbar liegt bei der Beschreibung eine Verwechselung mit der vierfach-Trommel vor; diese "versorgte" jeweils einen Lauf (vergleichbar einem Trommelrevolver). Die AK-230 ist also eine Revolverkanone; siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Revolverkanone.H34DHUN73R hat geschrieben: Die Kanin musste mit dem älteren AK-230 System auskommen, bei dem die Russen gleich zwei vierläufige Gatling-Geschütz in einen erhöhten Turm gepackt hatten, womit eine Kadenz des Gesamtsystems von beeindruckenden 2.000rpm erreicht wurde.
![]()
Und ja, Wir wissen das, denn Wir haben vor ca. 30 Jahren einige Male mit einer AK-230 geschossen...
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Da habt Ihr sicher recht, werter Oberlehrer - wir haben wohl falsch übersetzt 
Dabei hätten Wir das durchaus selber bemerken können, hatten Wir doch immerhin herausgefunden, dass die erste Ziffer für die Anzahl der Läufe steht, was für das AK-630 stimmig war, für AK-230 hingegen nicht
Dabei hätten Wir das durchaus selber bemerken können, hatten Wir doch immerhin herausgefunden, dass die erste Ziffer für die Anzahl der Läufe steht, was für das AK-630 stimmig war, für AK-230 hingegen nicht
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Es ist nun einfach eine Zeit der Besinnlichkeit gekommen, werter Hjalfnar.
Man holt sich eine Tasse Kaffee, kramt eine Fluppe raus, denkt über das Leben nach...
Wir bedauern, dass Ihr das als Cliffhanger wahrnehmt, das war so sicher nicht beabsichtigt
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Ruht Euch nur aus...https://www.youtube.com/watch?v=hnHkBXI ... tu.be&t=7s

Nein, kein Ding. Wir sind nur ungeduldig, weil Wir das ganze tierisch spannend finden. Wir haben das Spiel selber ja noch nicht angefasst, werkeln aber gerade an der Übersetzung. xD
Nein, kein Ding. Wir sind nur ungeduldig, weil Wir das ganze tierisch spannend finden. Wir haben das Spiel selber ja noch nicht angefasst, werkeln aber gerade an der Übersetzung. xD
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OK, ich sitze, mampfe nen Keks ... 
Übrigens auch einer meiner Lieblingsfilme
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Das klappt so aber nur bei AK-230 und AK-630 (und meinetwegen auch AK-176), nicht aber bei AK-725 und AK-726...H34DHUN73R hat geschrieben: Dabei hätten Wir das durchaus selber bemerken können, hatten Wir doch immerhin herausgefunden, dass die erste Ziffer für die Anzahl der Läufe steht, was für das AK-630 stimmig war, für AK-230 hingegen nicht![]()
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Certain Fury - ein Cold Waters AAR

3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung
"Kommando zurück ! Entlüftungsventile schließen !", reagierte H34D CR45H mit Blick auf die geringe Wassertiefe und kassierte damit die Ansage von Lieutenant Commander Walker.
"Tiefenruder 30° vorlastig !"
Mit zunehmender Fahrt würde die Norfolk immer sensibler auf das Tiefenruder ansprechen und wenn man auch noch die Tauchzellen flutete, riskierte man, den Kahn in den Grund zu bohren.
"Tiefenruder liegt auf 30° vorlastig", bestätigte der Steuermann, während das Boot vornüber kippte.
CR45H stützte sich mit beiden Händen auf dem Kartentisch ab.
"Täuschkörper ausstoßen ! Ruder hart Steuerbord, auf neuen Kurs 105 gehen"

"Ruder liegt hart Steuerbord, Kurs 020, Boot kommt auf neuen Kurs 105"
Die Kara konnte theoretisch noch mit ihren SS-N-14 Silex zurückschlagen, die Zielansprache dürfte sich mehr oder weniger von selbst erledigen.
Falls ein ASW-Heli in der Luft wäre, hätte er inzwischen auch schon Kurs auf den infolge der Tomahawk-Starts über dem Wasser stehenden, nur langsam verwehenden gewaltigen Rauchwolke zweifelsfrei feststellbaren Standort des U-Bootes genommen.

"Wir kavitieren", gab der Sonargast pflichtgemäß aber überflüssigerweise durch.
Tatsächlich schlugen die Schaufeln der mächtigen Schraube der Norfolk erbarmungslos auf das Wasser ein, verursachten Verwirbelungen und ließen Myriaden von Blasen zur nahen Oberfläche aufsteigen.
Der Wasserdruck reichte auf Periskop-Tiefe nicht einmal annähernd aus, um ein Kavitieren zu verhindern.
Der Commander störte sich nicht daran, dass er damit den Russen eine sichere Peilung lieferte, da diese aufgrund der Tomahawk-Abschüsse eh schon stand und das auch noch inklusive einer brauchbaren Entfernungsangabe.
Auf der Flucht Richtung Osten und gleichzeitig in die Tiefe würde der Zeitpunkt kommen, die Fahrtstufe zurückzunehmen, um den eigenen Standort nicht in alle Welt hinaus zu posaunen, doch vorläufig brachte diese zusätzliche Information den Russen nichts ein.
Mit etwas Glück würde der Täuschkörper einen Heli oder einen abgeworfenen Torpedo lange genug irritieren und vielleicht sogar noch eine genauere Peilung auf das ablaufende Boot verhindern.
Man würde sehen.
"Passieren 100 Fuß"
"Kurs 045, Boot kommt auf neuen Kurs 105, Geschwindigkeit nun 18 Knoten"
"Passieren 200 Fuß"
Befriedigt stellte CR45H fest, dass sich die Norfolk unter dem zunehmenden Schub allmählich wieder von einem kranken Wal in einen Sprinter verwandelte.

Sein Blick klebte auf dem Sekundenzeiger der Uhr.
Falls die Attacke durchlagen sollte, müsste eigentlich müsste jeden Moment etwas zu hören sein.
Und im Erfolgsfall würde man durchaus etwas hören, auch wenn die zunehmenden Strömungs- und Maschinengeräusche nach und nach alles, was aus dem Meer kam, übertönten.
"Sonar an Brücke: Kontakt Sierra-2 verloren"
Schließlich war das dumpfe Krachen einer entfernten Detonation vernehmbar.
"Explosion aus Richtung Sierra-1 !", meldete Jones.
"Bestätige: Explosion auf Sierra-1, Sekundär-Explosionen ebenfalls hörbar", setzte er nach einigen Sekunden hinzu.
Erleichtert atmete H34D auf - zumindest ein Tomahawk war durchgekommen.
Selbst falls die eine Waffe nicht zur Versenkung ausreichen sollte, wäre das Schiff nun doch wohl nicht mehr in der Lage, das Feuer zu erwidern.
"Kurs 085, Boot kommt auf neuen Kurs 105, Geschwindigkeit nun 24 Knoten"
"Sierra-1 sinkt! Bestätige, Sierra-1 geht nach Folge-Explosionen runter!", berichtete Jones.
Auf der USS Norfolk brach sich die Anspannung in einem erleichterten Jubel Bahn.

Bleibt noch die Kanin, dachte H34D.
Sie operierte deutlich weiter entfernt, also würde man sich noch ein klein wenig gedulden müssen.
"Boot auf 450 Fuß auspendeln", ordnete er mit einem sorgenvollen Blick auf den Tiefenmesser an.
Bei 24 Knoten kam der Meeresboden rasend schnell näher.
"Tiefenruder 20° vorlastig, Boot kommt auf neue Tiefe 450 Fuß"
Wird wohl nichts mehr mit Sierra-2, befand CR45H missmutig.
Nach seinem Gefühl müsste der einzelne Marschflugkörper mittlerweile die Kanin erreicht haben, aber es gab nichts zu hören.
Vermutlich hatte der Zerstörer den anfliegenden Tomahawk aus dem Himmel gepflückt oder mit einer dichten Wolke aus Stanniolstreifen abgelenkt.
Davon würde man an Bord der Norfolk natürlich nichts mitbekommen.

Nun, die Chancen waren ohnehin eher gering gewesen, die Kanin zu erwischen.
An Bord des Zerstörers hatte man aufgrund der größeren Entfernung einige Zeit für Abwehrmaßnahmen zur Verfügung gehabt, außerdem konnte das AK-230 System durchaus mit einer anfliegenden Rakete fertig werden.
Und ein Tomahawk war am Ende ja nur ein vergleichsweise langsamer Marschflugkörper.
Dann eben auf die harte Tour, sagte sich der Commander.
Immerhin war noch nichts von einem eventuellen Gegenfeuer zu vernehmen.
Die Kara könnte durchaus noch eine Silex auf den Weg gebracht haben, die Kanin hatte inzwischen todsicher ihren Heli in der Luft.
Womöglich kam noch einer von der Kara dazu, der schon vor dem Angriff der Norfolk auf Patrouille gewesen sein mochte.
Also könnte sich im Kielwasser der Norfolk inzwischen so einiges abspielen, wovon man bei der derzeitigen hohen Geschwindigkeit nichts mit bekam.
"Passieren 300 Fuß"
"Tiefenruder liegt mittschiffs", meldete der Tauch-Offizier.
Das Boot würde noch eine ganze Weile brauchen, um sich wieder aufzurichten und nach seiner Einschätzung würde man so recht genau auf die gewünschte Tiefe kommen.
"Passieren 400 Fuß"
"Ruder Backbord, neuer Kurs 025", ordnete CR45H an.
Zeit, der Kanin wieder etwas mehr Sonarkapazität zu widmen.
Von der Abschusszone der Tomahawks hatte man ja nun schon einen gewissen Abstand gewonnen und den Kommandanten interessierte es brennend, was hinter ihm ablief.
Also einen weiten Bogen ziehen und vielleicht sogar um die Kanin herumlaufen, die zweifellos Richtung Süd-Ost unterwegs war, um die Kara zu rächen.
"Ruder liegt Backbords, Boot läuft nun mit 28 Knoten"
"Boot kommt auf neue Tiefe 454", meldete der Tauch-Offizier zufrieden.
Seine Schätzung hatte sich als recht treffsicher erwiesen, auch wenn das Boot noch leicht vorlastig war und deshalb noch etwas weiter absinken würden.
"Geräusch voraus nehmen !"
H34D hatte das Gefühl, dass die Norfolk schon beinahe über den Grund schrammte.
"Keine Hindernisse erkennbar, Sir ! Meeresboden ist recht eben"
Dein Wort in Gottes Ohr, dachte H34D.

Noch immer hatte Commander CR45H keinen Befehl zum Nachladen der Torpedorohre gegeben.
Tatsächlich zerbrach er sich seit dem Abdrehen und Alarmtauchen den Kopf darüber, was er denn in die leeren Rohre nachziehen sollte.
Wenn die Kanin weiterhin in großer Entfernung herumlungern sollte, könnte er es mit zwei weiteren Tomahawks versuchen, die sehr wahrscheinlich auch für diesen Gegner reichen würden.
Falls die Kanin hingegen mit AK auf die Position des Marschflugkörper-Abschusses zu gelaufen wäre, stünde sie inzwischen für Tomahawks vielleicht schon zu nahe.
Ein einzelner Mark 48 wäre dann die weit bessere Wahl.
Außerdem wäre ein MOSS auch nicht schlecht, falls die Kara tatsächlich noch eine Silex zum Einsatz gebracht hätte.
Gegen einen von einem Heli abgeworfenen Torpedo wären derartig kostspielige Gegenmaßnahmen hingegen überflüssige Liebesmühe.
Den könnte er auch ohne weitere Hilfsmittel abschütteln, insbesondere, wo die Norfolk nun schon nahe an ihrer Höchstgeschwindigkeit lief.
Da ein ASW-Heli hinsichtlich seiner Zusatzlast ziemlich begrenzt war, wurden deren Torpedos elektrisch angetrieben, versorgt durch Akkus.
Daher konnten sie auch nicht lange am Ball bleiben - dafür warf man sie dem Gegner ja auch mehr oder weniger direkt auf den Kopf !
"Haben Sie irgendeine Ahnung, was hinter uns los ist, Jonessy ?", fragte er, immer noch unschlüssig, bei dem Petty Officer nach.
"Wir können hier nur unseren Täuschkörper hören, Skipper", meldete dieser bedauernd.
"Muss aber leider nicht viel bedeuten"
Das Boot kavitierte bei äußerster Kraft in dieser Tiefe immer noch wie verrückt, zum Leidwesen des Kommandanten.
Aber Fahrt zurück zu nehmen, ohne zu wissen, ob hinter ihm vielleicht ein Aal im Wasser herjagte, wäre auch idiotisch gewesen.
"Kurs nun 082, Boot kommt auf neuen Kurs 025! Geschwindigkeit nun 30 Knoten !"

Pfeif drauf, sagte sich CR45H !
Irgend etwas musste er tun, so zahnlos konnte er nicht viel länger über den Grund schrappen !
Im schlechteren Fall säße ihnen die Kanin im Nacken und dann bräuchte er Torpedos.
Falls sie wider Erwarten noch weit entfernt wäre, könnte er sich bei Bedarf immer noch umentscheiden !
"Rohre 1 und 3: Torpedos nachladen ! Rohr 4: MOSS laden !"
"Rohr 1: Mark 48 wird geladen !"
Der Mobile Submarine Simulator war eine entschieden fähigere Abwehr gegen aufdringliche Verfolger, ob nun Heli's, Zerstörer, U-Boote oder Torpedos.
Im Gegensatz zu einem Täuschkörper, der einfach nur unter Salzwasser-Einwirkung Gas ins Meer entließ und damit eine Menge Blubberblasen produzierte, durch die ein Sonar nicht sehen konnte, täuschte ein MOSS vor, selbst ein U-Boot zu sein.
Passenderweise lief es mit einer plausiblen und somit niedrigen Geschwindigkeit und emittierte die Geräusche des Bootes, dass es maskieren sollte.

"Sonar an Brücke: Torpedo im Wasser ! Wiederhole: Torpedo im Wasser ! Peilung etwa 315 ! Vermutlich ziemlich genau an der Tomahawk-Abschuss-Position"
Na also, dachte H34D, da haben wir den Salat.
Leider ließen die Daten beide Erklärungen zu - der Torpedo konnte von einem Heli oder einer Silex dort hin befördert worden sein.
Was für die taktische Situation der Norfolk aber einen deutlichen Unterschied machte !
"Feindlicher Torpedo ist im Suchmodus, hat uns bislang nicht erfasst. Wahrscheinlich Kreissuche", gab Jones weiter.
"Peilung nun etwa 290, Entfernung unter 1000 Yards. Tut mir leid, Skipper, mehr ist bei dem Lärm nicht zu machen"
"Sonar, aye, dranbleiben", antwortete CR45H nachdenklich.
Wenn man wenigstens wüsste, ob der Aal an der Oberfläche oder in der Tiefe suchte !
Aber infolge der Störgeräusche musste der Kommandant schon froh sein, überhaupt Kenntnis von dem russischen Torpedo zu haben.
Wenn er einfach wie bisher weiter manövrierte, würde die Norfolk womöglich in den Erfassungsbereich des Torpedos laufen.
Andererseits machte er sich darüber immer noch keine allzu großen Sorgen.
Mit einigen Hundert Yards Vorsprung würde er das Biest immer noch abschütteln können.
Die große Frage lautete weiterhin: wo steht die Kanin?
Wenn sie in Reichweite ihrer RBU-6000 kam, würde es für die Norfolk bitter ernst werden !
Er musste ihr vorher einen Torpedo reinwürgen, um dieses Risiko auszuschließen !
"Kurs 025, Ruder liegt mittschiffs, Geschwindigkeit nun 32 Knoten"
"Täuschkörper raus!"
"Täuschkörper ausgestoßen !"
Vielleicht ließ sich der Aal ja davon irritieren.
Der erste Täuschkörper war ja auch noch aktiv - falls der Torpedo die Norfolk doch noch erfasste, konnte CR45H ihn vielleicht an einem der beiden Täuschkörper "abstreifen".
"Rohr 1: Mark 48 ist geladen. Rohr 3: Mark 48 wird geladen"

"Torpedo definitiv auf Kreissuche, hat uns bisher nicht erfasst !"
Die Norfolk jagte nun mit beinahe maximaler Geschwindigkeit gefährlich knapp über dem Meeresboden Richtung Nord-Nordost.
Wenn man unentdeckt an dem Torpedo vorbei käme, könnte er zurück auf ein Drittel Voraus gehen, spekulierte CR45H.
Dann hätte man schnell Klarheit über den Standort der Kanin und könnte die Sache zu Ende bringen !
Just in diesem Moment hallte ein Ping durch die Norfolk.
"Das ist der russische Torpedo, Sir ! Hat aber offenbar kein Echo aufgefangen, kreist immer noch", berichtete Jones.
"Torpedo läuft ebenfalls knapp über dem Grund"
Hmm, nächste Entscheidung - nach Osten abdrehen, um eine Entdeckung zu vermeiden oder Kurs halten und hoffen, dass man ungehört dran vorbei käme, fragte sich CR45H.
Er entschied sich, den Kurs beizubehalten.
Aber vielleicht die Tiefe ändern ?
Wenn er das Boot wieder aufsteigen ließe, würde die Schraube noch stärker kavitieren, was sowohl den Aal als auch die Kanin um so schneller auf ihre Spur bringen mochte.
Andererseits war das Suchfenster des Torpedos speziell in der Höhe recht begrenzt, was der Norfolk eine ganz gute Chance eröffnete.
Ein weiterer, weitaus tieferer Ping dröhnte durch das Boot.
"Das kam von der Kanin, Sir ! Peilung etwa 340 ! Sierra-2 ist auf Aktiv-Sonar gegangen. Hat wohl den Torpedo gehört und sucht nun gezielt nach uns", analysierte der Sonar Chief.

Tja - wie weit war nun die verdammte Kanin entfernt ?
Konnte sie die Norfolk bereits einpeilen oder stocherte sie nur ziellos herum ?
"Tiefenruder 30° achterlastig, auf Periskop-Tiefe gehen !"
Der Commander hatte sich entschieden.
Wenn es klappte, würde er sehr schnell wieder offensiv werden können.
Wie meist wählte er die aggressivere Variante, schließlich war er ja der Kommandant eines Jagd-U-Bootes und kein verdammter Händler !
"Tiefenruder liegt 30° achterlastig, Boot kommt auf Periskop-Tiefe", bestätigte der Tauch-Offizier.
"Maschine zurück auf ein Drittel voraus !"
Das Boot machte genug Fahrt, um vom eigenen Schwung getrieben schnell zur Oberfläche aufzusteigen.
Wenn er weiter mit äußerster Kraft liefe, würde der Torpedo die Blasen erfassen, die die Schraube der Norfolk beständig produzierte und sich daran entlang zum Boot hangeln.
Dann wäre das ganze Manöver sinnlos - also Fahrt raus nehmen und hoffen, dass man ungehört vorbei käme.
"Passieren 400 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
Gespannt wartete CR45H auf eine Meldung aus der Sonar-Abteilung.
Der Torpedo mochte die Norfolk jeden Moment erfassen, dann müsste er umgehend reagieren.
Aber bislang tat sich nichts, die Norfolk schoss mit hoher Fahrt und maximalem Anstellwinkel Richtung Meeresoberfläche.
"Passieren 300 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Geschwindigkeit nun 25 Knoten, abnehmend"
"Rohr 3: Mark 48 ist geladen. Rohr 4: MOSS wird geladen !"
"Tiefenruder auf 20° achterlastig !"
Immer noch waren Pings sowohl der Kanin, als auch des Torpedos zu hören.
Allerdings hatte bisher keiner von beiden ein Echo von der Norfolk erhalten.
Langsam begann der Commander zu glauben, dass das Manöver tatsächlich funktionieren würde.
Es konnte nicht mehr lange dauern, bis der auf dem Grund suchende russische Torpedo die Norfolk nicht mehr erfassen konnte.
"Tiefenruder liegt auf 20° achterlastig"
"Passieren 200 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Tiefenruder mittschiffs !"
Das sollte die Norfolk in etwa auf Periskopf-Tiefe auspendeln lassen.
"Tiefenruder liegt mittschiffs"

"Passieren 100 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Geschwindigkeit nun 16 Knoten"
So etwa ab 12 Knoten sollte man dann mal wieder etwas von der Kanin hören.
Hoffentlich nicht schlicht den Abschuss von 12 Wasserbomben aus einem verdammten RBU-Werfer !
Immerhin hatte der Torpedo die Norfolk immer noch nicht erfasst.
Nun hätte er gleich einen Blick auf das Kielwasser der Norfolk, die längst nicht mehr kavitierte und immer mehr an Geschwindigkeit abbaute.
Würden sie sich vorbeimogeln können ?
Wenn wir es auf Periskop-Tiefe schaffen, können wir die Kanin im Nu einpeilen, munterte sich CR45H selber auf.
Und dann ist das hier ganz schnell zu Ende !

"Tiefe 55 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
H34D positionierte sich am Ausfahrgerät und wartete mit erzwungener Geduld darauf, dass die Norfolk die letzten Meter nach oben kroch.
Vielleicht ergab sich ja die Gelegenheit, dass Periskop ebenfalls auszufahren.
Nur zu gerne würde er mit eigenen Augen einen Blick auf den Gegner erhaschen.
"Tiefe 53 Fuß"
"Rohr 4: MOSS ist geladen !"
"Geschwindigkeit nun 10 Knoten"
"Tiefe 51 Fuß"
"Boot hat Periskopf-Tiefe erreicht, steigt weiter"
"Kontakt Sierra-2 wieder hergestellt !", meldete Jones.
"Peilung 338"
"Auf Periskop-Tiefe auspendeln !", befahl CR45H.
"ESM-Mast ausfahren ! Ruder Backbord, neuer Kurs 360 !"
Surrend fuhr der schmale ESM-Mast nach oben, um einen Blick über die Wasseroberfläche zu werfen.
Der Tauchoffizier bremste den Aufstieg des Bootes mit dem Tiefenruder und hielt es schließlich stabil bei 50 Fuß.
"Ruder liegt Backbord, Kurs 025, Boot kommt auf neuen Kurs 360, Geschwindigkeit nun 5 Knoten"

"ESM-Mast ausgefahren ! Sowjetisches Radar detektiert, Signalstärke 8 !", meldete der Radar-Chief.
Verdammt, das ist knapp, befand H34D.
Das Periskop würde ein weit deutlicheres Echo verursachen, als der ESM-Mast - egal !
"Kontakt Sierra-2 durch ESM erfasst. Hochgestuft zu Master-2 !"
"Periskop ausfahren !"
Surrend fuhr auch dieser weit dickere Mast hoch und durchbrach schließlich die Wasseroberfläche.
Eine Detonation dröhnte durch die Norfolk.
"Feindlicher Torpedo hat sich selbst zerstört", informierte das Sonar-Team.
Also vermutlich ein von einem ASW-Helikopter abgeworfener Aal, dachte CR45H.
Bei den anderen Torpedo-Varianten wäre die Laufzeit höher gewesen.
Also triebt sich da oben irgendwo ein Heli herum, aber das war letztlich keine Überraschung.
Inzwischen suchte er mit dem Periskop den Horizont in der gemeldeten Richtung der Kanin ab.

Nichts zu entdecken.
Der Russe musste ziemlich weit entfernt operieren, was CR45H äußerst sympathisch fand.
So brauchte er sich keine unmittelbaren Sorgen über die RBU-6000 Werfer zu machen !
"Master-2 läuft auf Peilung 336 mit 9 Knoten. Entfernung vermutlich rund 49.000 Yards. TMA steht bei 60%"
"Na schön, ESM-Mast einfahren ! Periskop einfahren !"
Der Russe hatte es offenkundig überhaupt nicht eilig.
Er suchte sorgfältig nach dem amerikanischen Boot, das ihn beinahe aus dem Wasser geblasen hätte und das bei der weit größeren Kara auch tatsächlich geschafft hatte.
Konnte man irgendwo verstehen !
Vielleicht baute er auch auf seinen Heli, von dessen Position man auf der Norfolk immer noch keine Ahnung hatte.
"Master-2 läuft auf Kurs 160, ziemlich genau auf uns zu !"
Also waren dem Skipper da drüben die mit äußerster Kraft ausgeführten Manöver der Norfolk keineswegs verborgen geblieben.
Vermutlich dachte er darüber nach, wie er das Los Angeles Boot knacken konnte, ohne selber dabei drauf zu gehen.
Ein Umstand, der ihn mit Commander CR45H verband.
Allerdings hatte der Russe nun die weit schlechteren Karten, lief er doch noch sehr weit außerhalb seiner Waffenreichweite.
Was brachte es schon, wenn man wusste, wo der Feind stand, wenn man ihn nicht angreifen konnte ?
Vielleicht wäre es das Beste für ihn gewesen, einfach mit Höchstfahrt auf Gegenkurs zu gehen und sich zu verdünnisieren.
Allerdings waren die Tomahawks weit schneller als jedes russische Schiff und die Reichweite war ebenfalls mehr als ausreichend.
Die einzige noch offene Frage für H34D lautete, ob die Entfernung tatsächlich korrekt war.
Falls ja, war es natürlich ein Fall für die Cruise Missiles.
Allerdings würde er noch einmal zwei opfern müssen, um die Kanin zu kriegen.

Er hatte noch fünf TAS-M an Bord.
Eigentlich wollte er ja einen Verband von Seeversorgern hochnehmen, wofür er die Cruise Missiles noch gut gebrauchen könnte.
Er müsste die Eskorten eh schon teilweise mit Torpedos aus dem Weg räumen.
Vielleicht eine mit zwei TAS-M angehen, dann hätte er noch genügend übrig, um die dann fliehenden Frachter zu erledigen.
Also bräuchte er obendrein auch noch einen oder zwei Mark 48, um eine weitere Eskorte zu versenken.
Aber er hatte auch nur noch neun Torpedos in den Magazinen.

Also, was tun ?
"Peilung Master-2 weiterhin 336. Läuft immer noch mit 9 Knoten auf Kurs 160, nun in 40.000 Yards. Kommt weiter auf uns zu", meldete Jones.
Nun gut.
Da der Russe praktischerweise eh schon von selbst angelaufen kam, konnte CR45H durchaus noch ein wenig zuwarten und die Sache wahrscheinlich abschließend mit einem einzigen Mark 48 klären.
Allerdings setzte er damit das Boot einem wachsenden Risiko aus, da der Russe ja irgendwann selbst auf Waffenreichweite heran wäre.
Von seinem Heli mal ganz abgesehen.
Der war immer noch nirgends auszumachen.
"Peilung Master-2 weiterhin 336. Läuft immer noch mit 9 Knoten auf Kurs 160, nun in 38.000 Yards"
Der Russe lief im Grunde treudoof wie ein Schaf auf die mit gezücktem Dolch wartende Norfolk zu.
Das passte dem Commander auch wieder nicht - zu einfach !
Irgendetwas stimmte nicht, aber was ?
CR45H überlegte angestrengt, was er übersehen haben konnte.
"Achtung Torpedo im Wasser ! Torpedo an Steuerbord im Wasser ! Muss von einem Heli abgeworfen sein ! Achtung, Torpedo ist unter 500 Yards entfernt !", rief Jones


3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung
"Kommando zurück ! Entlüftungsventile schließen !", reagierte H34D CR45H mit Blick auf die geringe Wassertiefe und kassierte damit die Ansage von Lieutenant Commander Walker.
"Tiefenruder 30° vorlastig !"
Mit zunehmender Fahrt würde die Norfolk immer sensibler auf das Tiefenruder ansprechen und wenn man auch noch die Tauchzellen flutete, riskierte man, den Kahn in den Grund zu bohren.
"Tiefenruder liegt auf 30° vorlastig", bestätigte der Steuermann, während das Boot vornüber kippte.
CR45H stützte sich mit beiden Händen auf dem Kartentisch ab.
"Täuschkörper ausstoßen ! Ruder hart Steuerbord, auf neuen Kurs 105 gehen"

"Ruder liegt hart Steuerbord, Kurs 020, Boot kommt auf neuen Kurs 105"
Die Kara konnte theoretisch noch mit ihren SS-N-14 Silex zurückschlagen, die Zielansprache dürfte sich mehr oder weniger von selbst erledigen.
Falls ein ASW-Heli in der Luft wäre, hätte er inzwischen auch schon Kurs auf den infolge der Tomahawk-Starts über dem Wasser stehenden, nur langsam verwehenden gewaltigen Rauchwolke zweifelsfrei feststellbaren Standort des U-Bootes genommen.

"Wir kavitieren", gab der Sonargast pflichtgemäß aber überflüssigerweise durch.
Tatsächlich schlugen die Schaufeln der mächtigen Schraube der Norfolk erbarmungslos auf das Wasser ein, verursachten Verwirbelungen und ließen Myriaden von Blasen zur nahen Oberfläche aufsteigen.
Der Wasserdruck reichte auf Periskop-Tiefe nicht einmal annähernd aus, um ein Kavitieren zu verhindern.
Der Commander störte sich nicht daran, dass er damit den Russen eine sichere Peilung lieferte, da diese aufgrund der Tomahawk-Abschüsse eh schon stand und das auch noch inklusive einer brauchbaren Entfernungsangabe.
Auf der Flucht Richtung Osten und gleichzeitig in die Tiefe würde der Zeitpunkt kommen, die Fahrtstufe zurückzunehmen, um den eigenen Standort nicht in alle Welt hinaus zu posaunen, doch vorläufig brachte diese zusätzliche Information den Russen nichts ein.
Mit etwas Glück würde der Täuschkörper einen Heli oder einen abgeworfenen Torpedo lange genug irritieren und vielleicht sogar noch eine genauere Peilung auf das ablaufende Boot verhindern.
Man würde sehen.
"Passieren 100 Fuß"
"Kurs 045, Boot kommt auf neuen Kurs 105, Geschwindigkeit nun 18 Knoten"
"Passieren 200 Fuß"
Befriedigt stellte CR45H fest, dass sich die Norfolk unter dem zunehmenden Schub allmählich wieder von einem kranken Wal in einen Sprinter verwandelte.

Sein Blick klebte auf dem Sekundenzeiger der Uhr.
Falls die Attacke durchlagen sollte, müsste eigentlich müsste jeden Moment etwas zu hören sein.
Und im Erfolgsfall würde man durchaus etwas hören, auch wenn die zunehmenden Strömungs- und Maschinengeräusche nach und nach alles, was aus dem Meer kam, übertönten.
"Sonar an Brücke: Kontakt Sierra-2 verloren"
Schließlich war das dumpfe Krachen einer entfernten Detonation vernehmbar.
"Explosion aus Richtung Sierra-1 !", meldete Jones.
"Bestätige: Explosion auf Sierra-1, Sekundär-Explosionen ebenfalls hörbar", setzte er nach einigen Sekunden hinzu.
Erleichtert atmete H34D auf - zumindest ein Tomahawk war durchgekommen.
Selbst falls die eine Waffe nicht zur Versenkung ausreichen sollte, wäre das Schiff nun doch wohl nicht mehr in der Lage, das Feuer zu erwidern.
"Kurs 085, Boot kommt auf neuen Kurs 105, Geschwindigkeit nun 24 Knoten"
"Sierra-1 sinkt! Bestätige, Sierra-1 geht nach Folge-Explosionen runter!", berichtete Jones.
Auf der USS Norfolk brach sich die Anspannung in einem erleichterten Jubel Bahn.

Bleibt noch die Kanin, dachte H34D.
Sie operierte deutlich weiter entfernt, also würde man sich noch ein klein wenig gedulden müssen.
"Boot auf 450 Fuß auspendeln", ordnete er mit einem sorgenvollen Blick auf den Tiefenmesser an.
Bei 24 Knoten kam der Meeresboden rasend schnell näher.
"Tiefenruder 20° vorlastig, Boot kommt auf neue Tiefe 450 Fuß"
Wird wohl nichts mehr mit Sierra-2, befand CR45H missmutig.
Nach seinem Gefühl müsste der einzelne Marschflugkörper mittlerweile die Kanin erreicht haben, aber es gab nichts zu hören.
Vermutlich hatte der Zerstörer den anfliegenden Tomahawk aus dem Himmel gepflückt oder mit einer dichten Wolke aus Stanniolstreifen abgelenkt.
Davon würde man an Bord der Norfolk natürlich nichts mitbekommen.

Nun, die Chancen waren ohnehin eher gering gewesen, die Kanin zu erwischen.
An Bord des Zerstörers hatte man aufgrund der größeren Entfernung einige Zeit für Abwehrmaßnahmen zur Verfügung gehabt, außerdem konnte das AK-230 System durchaus mit einer anfliegenden Rakete fertig werden.
Und ein Tomahawk war am Ende ja nur ein vergleichsweise langsamer Marschflugkörper.
Dann eben auf die harte Tour, sagte sich der Commander.
Immerhin war noch nichts von einem eventuellen Gegenfeuer zu vernehmen.
Die Kara könnte durchaus noch eine Silex auf den Weg gebracht haben, die Kanin hatte inzwischen todsicher ihren Heli in der Luft.
Womöglich kam noch einer von der Kara dazu, der schon vor dem Angriff der Norfolk auf Patrouille gewesen sein mochte.
Also könnte sich im Kielwasser der Norfolk inzwischen so einiges abspielen, wovon man bei der derzeitigen hohen Geschwindigkeit nichts mit bekam.
"Passieren 300 Fuß"
"Tiefenruder liegt mittschiffs", meldete der Tauch-Offizier.
Das Boot würde noch eine ganze Weile brauchen, um sich wieder aufzurichten und nach seiner Einschätzung würde man so recht genau auf die gewünschte Tiefe kommen.
"Passieren 400 Fuß"
"Ruder Backbord, neuer Kurs 025", ordnete CR45H an.
Zeit, der Kanin wieder etwas mehr Sonarkapazität zu widmen.
Von der Abschusszone der Tomahawks hatte man ja nun schon einen gewissen Abstand gewonnen und den Kommandanten interessierte es brennend, was hinter ihm ablief.
Also einen weiten Bogen ziehen und vielleicht sogar um die Kanin herumlaufen, die zweifellos Richtung Süd-Ost unterwegs war, um die Kara zu rächen.
"Ruder liegt Backbords, Boot läuft nun mit 28 Knoten"
"Boot kommt auf neue Tiefe 454", meldete der Tauch-Offizier zufrieden.
Seine Schätzung hatte sich als recht treffsicher erwiesen, auch wenn das Boot noch leicht vorlastig war und deshalb noch etwas weiter absinken würden.
"Geräusch voraus nehmen !"
H34D hatte das Gefühl, dass die Norfolk schon beinahe über den Grund schrammte.
"Keine Hindernisse erkennbar, Sir ! Meeresboden ist recht eben"
Dein Wort in Gottes Ohr, dachte H34D.

Noch immer hatte Commander CR45H keinen Befehl zum Nachladen der Torpedorohre gegeben.
Tatsächlich zerbrach er sich seit dem Abdrehen und Alarmtauchen den Kopf darüber, was er denn in die leeren Rohre nachziehen sollte.
Wenn die Kanin weiterhin in großer Entfernung herumlungern sollte, könnte er es mit zwei weiteren Tomahawks versuchen, die sehr wahrscheinlich auch für diesen Gegner reichen würden.
Falls die Kanin hingegen mit AK auf die Position des Marschflugkörper-Abschusses zu gelaufen wäre, stünde sie inzwischen für Tomahawks vielleicht schon zu nahe.
Ein einzelner Mark 48 wäre dann die weit bessere Wahl.
Außerdem wäre ein MOSS auch nicht schlecht, falls die Kara tatsächlich noch eine Silex zum Einsatz gebracht hätte.
Gegen einen von einem Heli abgeworfenen Torpedo wären derartig kostspielige Gegenmaßnahmen hingegen überflüssige Liebesmühe.
Den könnte er auch ohne weitere Hilfsmittel abschütteln, insbesondere, wo die Norfolk nun schon nahe an ihrer Höchstgeschwindigkeit lief.
Da ein ASW-Heli hinsichtlich seiner Zusatzlast ziemlich begrenzt war, wurden deren Torpedos elektrisch angetrieben, versorgt durch Akkus.
Daher konnten sie auch nicht lange am Ball bleiben - dafür warf man sie dem Gegner ja auch mehr oder weniger direkt auf den Kopf !
"Haben Sie irgendeine Ahnung, was hinter uns los ist, Jonessy ?", fragte er, immer noch unschlüssig, bei dem Petty Officer nach.
"Wir können hier nur unseren Täuschkörper hören, Skipper", meldete dieser bedauernd.
"Muss aber leider nicht viel bedeuten"
Das Boot kavitierte bei äußerster Kraft in dieser Tiefe immer noch wie verrückt, zum Leidwesen des Kommandanten.
Aber Fahrt zurück zu nehmen, ohne zu wissen, ob hinter ihm vielleicht ein Aal im Wasser herjagte, wäre auch idiotisch gewesen.
"Kurs nun 082, Boot kommt auf neuen Kurs 025! Geschwindigkeit nun 30 Knoten !"

Pfeif drauf, sagte sich CR45H !
Irgend etwas musste er tun, so zahnlos konnte er nicht viel länger über den Grund schrappen !
Im schlechteren Fall säße ihnen die Kanin im Nacken und dann bräuchte er Torpedos.
Falls sie wider Erwarten noch weit entfernt wäre, könnte er sich bei Bedarf immer noch umentscheiden !
"Rohre 1 und 3: Torpedos nachladen ! Rohr 4: MOSS laden !"
"Rohr 1: Mark 48 wird geladen !"
Der Mobile Submarine Simulator war eine entschieden fähigere Abwehr gegen aufdringliche Verfolger, ob nun Heli's, Zerstörer, U-Boote oder Torpedos.
Im Gegensatz zu einem Täuschkörper, der einfach nur unter Salzwasser-Einwirkung Gas ins Meer entließ und damit eine Menge Blubberblasen produzierte, durch die ein Sonar nicht sehen konnte, täuschte ein MOSS vor, selbst ein U-Boot zu sein.
Passenderweise lief es mit einer plausiblen und somit niedrigen Geschwindigkeit und emittierte die Geräusche des Bootes, dass es maskieren sollte.

"Sonar an Brücke: Torpedo im Wasser ! Wiederhole: Torpedo im Wasser ! Peilung etwa 315 ! Vermutlich ziemlich genau an der Tomahawk-Abschuss-Position"
Na also, dachte H34D, da haben wir den Salat.
Leider ließen die Daten beide Erklärungen zu - der Torpedo konnte von einem Heli oder einer Silex dort hin befördert worden sein.
Was für die taktische Situation der Norfolk aber einen deutlichen Unterschied machte !
"Feindlicher Torpedo ist im Suchmodus, hat uns bislang nicht erfasst. Wahrscheinlich Kreissuche", gab Jones weiter.
"Peilung nun etwa 290, Entfernung unter 1000 Yards. Tut mir leid, Skipper, mehr ist bei dem Lärm nicht zu machen"
"Sonar, aye, dranbleiben", antwortete CR45H nachdenklich.
Wenn man wenigstens wüsste, ob der Aal an der Oberfläche oder in der Tiefe suchte !
Aber infolge der Störgeräusche musste der Kommandant schon froh sein, überhaupt Kenntnis von dem russischen Torpedo zu haben.
Wenn er einfach wie bisher weiter manövrierte, würde die Norfolk womöglich in den Erfassungsbereich des Torpedos laufen.
Andererseits machte er sich darüber immer noch keine allzu großen Sorgen.
Mit einigen Hundert Yards Vorsprung würde er das Biest immer noch abschütteln können.
Die große Frage lautete weiterhin: wo steht die Kanin?
Wenn sie in Reichweite ihrer RBU-6000 kam, würde es für die Norfolk bitter ernst werden !
Er musste ihr vorher einen Torpedo reinwürgen, um dieses Risiko auszuschließen !
"Kurs 025, Ruder liegt mittschiffs, Geschwindigkeit nun 32 Knoten"
"Täuschkörper raus!"
"Täuschkörper ausgestoßen !"
Vielleicht ließ sich der Aal ja davon irritieren.
Der erste Täuschkörper war ja auch noch aktiv - falls der Torpedo die Norfolk doch noch erfasste, konnte CR45H ihn vielleicht an einem der beiden Täuschkörper "abstreifen".
"Rohr 1: Mark 48 ist geladen. Rohr 3: Mark 48 wird geladen"

"Torpedo definitiv auf Kreissuche, hat uns bisher nicht erfasst !"
Die Norfolk jagte nun mit beinahe maximaler Geschwindigkeit gefährlich knapp über dem Meeresboden Richtung Nord-Nordost.
Wenn man unentdeckt an dem Torpedo vorbei käme, könnte er zurück auf ein Drittel Voraus gehen, spekulierte CR45H.
Dann hätte man schnell Klarheit über den Standort der Kanin und könnte die Sache zu Ende bringen !
Just in diesem Moment hallte ein Ping durch die Norfolk.
"Das ist der russische Torpedo, Sir ! Hat aber offenbar kein Echo aufgefangen, kreist immer noch", berichtete Jones.
"Torpedo läuft ebenfalls knapp über dem Grund"
Hmm, nächste Entscheidung - nach Osten abdrehen, um eine Entdeckung zu vermeiden oder Kurs halten und hoffen, dass man ungehört dran vorbei käme, fragte sich CR45H.
Er entschied sich, den Kurs beizubehalten.
Aber vielleicht die Tiefe ändern ?
Wenn er das Boot wieder aufsteigen ließe, würde die Schraube noch stärker kavitieren, was sowohl den Aal als auch die Kanin um so schneller auf ihre Spur bringen mochte.
Andererseits war das Suchfenster des Torpedos speziell in der Höhe recht begrenzt, was der Norfolk eine ganz gute Chance eröffnete.
Ein weiterer, weitaus tieferer Ping dröhnte durch das Boot.
"Das kam von der Kanin, Sir ! Peilung etwa 340 ! Sierra-2 ist auf Aktiv-Sonar gegangen. Hat wohl den Torpedo gehört und sucht nun gezielt nach uns", analysierte der Sonar Chief.

Tja - wie weit war nun die verdammte Kanin entfernt ?
Konnte sie die Norfolk bereits einpeilen oder stocherte sie nur ziellos herum ?
"Tiefenruder 30° achterlastig, auf Periskop-Tiefe gehen !"
Der Commander hatte sich entschieden.
Wenn es klappte, würde er sehr schnell wieder offensiv werden können.
Wie meist wählte er die aggressivere Variante, schließlich war er ja der Kommandant eines Jagd-U-Bootes und kein verdammter Händler !
"Tiefenruder liegt 30° achterlastig, Boot kommt auf Periskop-Tiefe", bestätigte der Tauch-Offizier.
"Maschine zurück auf ein Drittel voraus !"
Das Boot machte genug Fahrt, um vom eigenen Schwung getrieben schnell zur Oberfläche aufzusteigen.
Wenn er weiter mit äußerster Kraft liefe, würde der Torpedo die Blasen erfassen, die die Schraube der Norfolk beständig produzierte und sich daran entlang zum Boot hangeln.
Dann wäre das ganze Manöver sinnlos - also Fahrt raus nehmen und hoffen, dass man ungehört vorbei käme.
"Passieren 400 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
Gespannt wartete CR45H auf eine Meldung aus der Sonar-Abteilung.
Der Torpedo mochte die Norfolk jeden Moment erfassen, dann müsste er umgehend reagieren.
Aber bislang tat sich nichts, die Norfolk schoss mit hoher Fahrt und maximalem Anstellwinkel Richtung Meeresoberfläche.
"Passieren 300 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Geschwindigkeit nun 25 Knoten, abnehmend"
"Rohr 3: Mark 48 ist geladen. Rohr 4: MOSS wird geladen !"
"Tiefenruder auf 20° achterlastig !"
Immer noch waren Pings sowohl der Kanin, als auch des Torpedos zu hören.
Allerdings hatte bisher keiner von beiden ein Echo von der Norfolk erhalten.
Langsam begann der Commander zu glauben, dass das Manöver tatsächlich funktionieren würde.
Es konnte nicht mehr lange dauern, bis der auf dem Grund suchende russische Torpedo die Norfolk nicht mehr erfassen konnte.
"Tiefenruder liegt auf 20° achterlastig"
"Passieren 200 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Tiefenruder mittschiffs !"
Das sollte die Norfolk in etwa auf Periskopf-Tiefe auspendeln lassen.
"Tiefenruder liegt mittschiffs"

"Passieren 100 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
"Geschwindigkeit nun 16 Knoten"
So etwa ab 12 Knoten sollte man dann mal wieder etwas von der Kanin hören.
Hoffentlich nicht schlicht den Abschuss von 12 Wasserbomben aus einem verdammten RBU-Werfer !
Immerhin hatte der Torpedo die Norfolk immer noch nicht erfasst.
Nun hätte er gleich einen Blick auf das Kielwasser der Norfolk, die längst nicht mehr kavitierte und immer mehr an Geschwindigkeit abbaute.
Würden sie sich vorbeimogeln können ?
Wenn wir es auf Periskop-Tiefe schaffen, können wir die Kanin im Nu einpeilen, munterte sich CR45H selber auf.
Und dann ist das hier ganz schnell zu Ende !

"Tiefe 55 Fuß, Boot kommt weiter auf Periskop-Tiefe"
H34D positionierte sich am Ausfahrgerät und wartete mit erzwungener Geduld darauf, dass die Norfolk die letzten Meter nach oben kroch.
Vielleicht ergab sich ja die Gelegenheit, dass Periskop ebenfalls auszufahren.
Nur zu gerne würde er mit eigenen Augen einen Blick auf den Gegner erhaschen.
"Tiefe 53 Fuß"
"Rohr 4: MOSS ist geladen !"
"Geschwindigkeit nun 10 Knoten"
"Tiefe 51 Fuß"
"Boot hat Periskopf-Tiefe erreicht, steigt weiter"
"Kontakt Sierra-2 wieder hergestellt !", meldete Jones.
"Peilung 338"
"Auf Periskop-Tiefe auspendeln !", befahl CR45H.
"ESM-Mast ausfahren ! Ruder Backbord, neuer Kurs 360 !"
Surrend fuhr der schmale ESM-Mast nach oben, um einen Blick über die Wasseroberfläche zu werfen.
Der Tauchoffizier bremste den Aufstieg des Bootes mit dem Tiefenruder und hielt es schließlich stabil bei 50 Fuß.
"Ruder liegt Backbord, Kurs 025, Boot kommt auf neuen Kurs 360, Geschwindigkeit nun 5 Knoten"

"ESM-Mast ausgefahren ! Sowjetisches Radar detektiert, Signalstärke 8 !", meldete der Radar-Chief.
Verdammt, das ist knapp, befand H34D.
Das Periskop würde ein weit deutlicheres Echo verursachen, als der ESM-Mast - egal !
"Kontakt Sierra-2 durch ESM erfasst. Hochgestuft zu Master-2 !"
"Periskop ausfahren !"
Surrend fuhr auch dieser weit dickere Mast hoch und durchbrach schließlich die Wasseroberfläche.
Eine Detonation dröhnte durch die Norfolk.
"Feindlicher Torpedo hat sich selbst zerstört", informierte das Sonar-Team.
Also vermutlich ein von einem ASW-Helikopter abgeworfener Aal, dachte CR45H.
Bei den anderen Torpedo-Varianten wäre die Laufzeit höher gewesen.
Also triebt sich da oben irgendwo ein Heli herum, aber das war letztlich keine Überraschung.
Inzwischen suchte er mit dem Periskop den Horizont in der gemeldeten Richtung der Kanin ab.

Nichts zu entdecken.
Der Russe musste ziemlich weit entfernt operieren, was CR45H äußerst sympathisch fand.
So brauchte er sich keine unmittelbaren Sorgen über die RBU-6000 Werfer zu machen !
"Master-2 läuft auf Peilung 336 mit 9 Knoten. Entfernung vermutlich rund 49.000 Yards. TMA steht bei 60%"
"Na schön, ESM-Mast einfahren ! Periskop einfahren !"
Der Russe hatte es offenkundig überhaupt nicht eilig.
Er suchte sorgfältig nach dem amerikanischen Boot, das ihn beinahe aus dem Wasser geblasen hätte und das bei der weit größeren Kara auch tatsächlich geschafft hatte.
Konnte man irgendwo verstehen !
Vielleicht baute er auch auf seinen Heli, von dessen Position man auf der Norfolk immer noch keine Ahnung hatte.
"Master-2 läuft auf Kurs 160, ziemlich genau auf uns zu !"
Also waren dem Skipper da drüben die mit äußerster Kraft ausgeführten Manöver der Norfolk keineswegs verborgen geblieben.
Vermutlich dachte er darüber nach, wie er das Los Angeles Boot knacken konnte, ohne selber dabei drauf zu gehen.
Ein Umstand, der ihn mit Commander CR45H verband.
Allerdings hatte der Russe nun die weit schlechteren Karten, lief er doch noch sehr weit außerhalb seiner Waffenreichweite.
Was brachte es schon, wenn man wusste, wo der Feind stand, wenn man ihn nicht angreifen konnte ?
Vielleicht wäre es das Beste für ihn gewesen, einfach mit Höchstfahrt auf Gegenkurs zu gehen und sich zu verdünnisieren.
Allerdings waren die Tomahawks weit schneller als jedes russische Schiff und die Reichweite war ebenfalls mehr als ausreichend.
Die einzige noch offene Frage für H34D lautete, ob die Entfernung tatsächlich korrekt war.
Falls ja, war es natürlich ein Fall für die Cruise Missiles.
Allerdings würde er noch einmal zwei opfern müssen, um die Kanin zu kriegen.

Er hatte noch fünf TAS-M an Bord.
Eigentlich wollte er ja einen Verband von Seeversorgern hochnehmen, wofür er die Cruise Missiles noch gut gebrauchen könnte.
Er müsste die Eskorten eh schon teilweise mit Torpedos aus dem Weg räumen.
Vielleicht eine mit zwei TAS-M angehen, dann hätte er noch genügend übrig, um die dann fliehenden Frachter zu erledigen.
Also bräuchte er obendrein auch noch einen oder zwei Mark 48, um eine weitere Eskorte zu versenken.
Aber er hatte auch nur noch neun Torpedos in den Magazinen.

Also, was tun ?
"Peilung Master-2 weiterhin 336. Läuft immer noch mit 9 Knoten auf Kurs 160, nun in 40.000 Yards. Kommt weiter auf uns zu", meldete Jones.
Nun gut.
Da der Russe praktischerweise eh schon von selbst angelaufen kam, konnte CR45H durchaus noch ein wenig zuwarten und die Sache wahrscheinlich abschließend mit einem einzigen Mark 48 klären.
Allerdings setzte er damit das Boot einem wachsenden Risiko aus, da der Russe ja irgendwann selbst auf Waffenreichweite heran wäre.
Von seinem Heli mal ganz abgesehen.
Der war immer noch nirgends auszumachen.
"Peilung Master-2 weiterhin 336. Läuft immer noch mit 9 Knoten auf Kurs 160, nun in 38.000 Yards"
Der Russe lief im Grunde treudoof wie ein Schaf auf die mit gezücktem Dolch wartende Norfolk zu.
Das passte dem Commander auch wieder nicht - zu einfach !
Irgendetwas stimmte nicht, aber was ?
CR45H überlegte angestrengt, was er übersehen haben konnte.
"Achtung Torpedo im Wasser ! Torpedo an Steuerbord im Wasser ! Muss von einem Heli abgeworfen sein ! Achtung, Torpedo ist unter 500 Yards entfernt !", rief Jones

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Wir danken den werte Regenten 
Natürlich handelt es sich nicht um einen Cliffhanger, sondern vielmehr um eine aus rein technischen Gründen verursachte Pause.
Wir können diese Pause gemeinsam nutzen, um ein verwandtes Thema von allseitigem Interesse aufzugreifen:
Rheumadecken !
Wir sehen Uns in der glücklichen Lage, die leidenden Regenten mit dieser segensreichen Erfindung ausstatten zu können!
Es handelt sich um eine fundamentale Neuentwicklung auf absolutem Weltniveau !
Vielleicht möchte jemand gleich zwei kaufen ?
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hmm, da kann man drüber reden, werter Wilhelm Klink 
Allerdings akzeptieren wir nur Cash, keine Schecks oder so...
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Wann gedenkt denn der werte Duc3 daran sich wieder um die Belange seiner ruhmreichen Nation zu kümmern...?? *GRINS* 
herzlichste grüsse
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In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
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- Wilhelm Klink
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