HOI4: Alle Wege führen nach Rom

Beitrag von Hohenlohe »

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Hohenlohe
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Werter H34DHUN73R, wir haben in unserem Büro einen Tresor dafür und nur wir haben einen Schlüssel dafür. Da kommt nicht mal unsere hübsche, blonde Sekretärin aus Südtirol ran, zumal wir uns ihren Avancen gerade noch so erwehren können...*schmachtender Blick* Sie arbeitet unseres Wissens nach für die deutsche Abwehr...*seufz* (so ein gut gebauter Körper...)

herzlichste grüsse

Maggiore Hohenlohe... :top: *AVANTI ITALIA!!*

edit: wir wollen lieber nicht so sehr ins Detail gehen, da uns sonst das Moderat(unser SIM) abmahnt...*grins*
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Beitrag von Von Retterling »

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Von Retterling
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Naja, ....was sollen wir sagen... . Mal wieder in einem Zug durchgelesen :D . Danke das es weitergeht!!! :D

Beitrag von H34DHUN73R »

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H34DHUN73R
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Für Euch gibt es jedenfalls genug zu tun, werter von Retterlin :)
Man sollte nie das Schicksal herausfordern. Das Schicksal kann alles ertragen, nur keine Herausforderung.
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Beitrag von Hohenlohe »

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Hohenlohe
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H34DHUN73R hat geschrieben:Selbstverständlich, werter Azrael, selbstverständlich :)
Gibraltar wird fallen, das hat der Duce persönlich versichert.

Leider ändert das am grundsätzlichen Problem wenig - Zeit!
Die Entwicklung neuer Schiffe und deren Bau kann erst nach der Eroberung Frankreichs erfolgen und wird dann einige Zeit brauchen.
Zeit, die den Briten in die Hände spielen wird und den Amis, bei denen davon auszugehen ist, dass sie sich wieder mal in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.
Aber so ist das Leben, man kann nicht alles haben.

Der Duce wird die Probleme lösen, wenn sie sich stellen :)
Wie soll denn Gibraltar angegangen werden...?? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Luftlandung oder Angriff zu Lande durch Gebirgsjäger mit Pionierunterstützung... :ph:

Egal wie, aber wir wünschen dem ruhmreichen Esercito de Italia und unserem glorreichen DUC3 viel Glück und viel Erfolg dabei...!! :top:

herzlichste grüsse

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Beitrag von Azrael »

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Azrael
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Oder, nachdem die italienische Marine mit Verspätung halbwegs kampffähig aufgerüstet wurde, ein Stellen der allierten Marinen im Mittelmeer und folgend ein Seeangriff auf Gibraltar.

Natürlich könnte man das ja auch kombinieren, falls italienische Transport- und Jagdflugzeuge von Sardinien aus (oder von Französisch-Nordafrika aus, sobald man es besetzt hat) dorthin fliegen können.

Beitrag von H34DHUN73R »

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Die Pläne des Duce können an dieser Stelle nicht enthüllt werden, auch, weil nur er selbst sie kennt.
Jedoch ist gewiss, dass die Pläne des Duce immer funktionieren, also seit unbesorgt :)
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Beitrag von Hohenlohe »

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Der DUC3 ist allwissend, d.h. er sieht alles, er weiss alles und veranlasst immer das Richtige...!! *schleim*

herzlichste grüsse

ein unbekannter Fan des DUC3... :top: *SALUTE DUC3!!*
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Beitrag von Hohenlohe »

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Azrael hat geschrieben:Oder, nachdem die italienische Marine mit Verspätung halbwegs kampffähig aufgerüstet wurde, ein Stellen der allierten Marinen im Mittelmeer und folgend ein Seeangriff auf Gibraltar.

Natürlich könnte man das ja auch kombinieren, falls italienische Transport- und Jagdflugzeuge von Sardinien aus (oder von Französisch-Nordafrika aus, sobald man es besetzt hat) dorthin fliegen können.
Ein paar Divisionen sollte man bereits in Nordafrika haben, um sowohl gegen die Briten im Osten zu bestehen, als auch, um gegen die Franzosen im Westen vorzugehen... :ph:

herzliche grüsse

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Beitrag von Von Retterling »

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Von Retterling
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"Ping" ;) !

Beitrag von Hohenlohe »

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Wann gedenkt denn der hochwohllöbliche DUC3 daran uns mit einem UPDATE zu versorgen...?? :(

herzlichste grüsse

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Beitrag von Djambo »

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Djambo
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Da sehe ich den Thread in "Neue Beiträge", freu mich wie Bolle und dann ist es nur Hohenlohe'scher Spam. :rolleyes:
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[thread=18457][/thread]

Beitrag von H34DHUN73R »

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Soll am Wochenende noch was geben, also gemach, werte Regenten :)
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Beitrag von Hohenlohe »

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Djambo hat geschrieben:Da sehe ich den Thread in "Neue Beiträge", freu mich wie Bolle und dann ist es nur Hohenlohe'scher Spam. :rolleyes:
Aber, aber, werter Djambo, wer wird uns denn gleich beschimpfen wollen... :D Wir warten schliesslich auch auf ein UPDATE des werten DUC3...*seufz*

herzlichste grüsse

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Beitrag von Hohenlohe »

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Auf die Gefahr hin, dass wir wieder Beschwerden abbekommen, wir warten immer noch auf das versprochene UPDATE. Offenbar hat der Propagandaminister noch kein Machtwort gesprochen. Jedenfalls ist es hier um den DUC3 herum verdächtig still... :D

herzliche grüsse

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Beitrag von Evilbeagle »

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Geduld, werter Hohenlohe, Geduld. Was lange währt...
Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen aller anderen.

Beitrag von Hohenlohe »

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Evilbeagle hat geschrieben:Geduld, werter Hohenlohe, Geduld. Was lange währt...
Naja, wenn das Update am kommenden Wochenende kommt, sind wir leider nicht da, da wir an einem Seminar unserer kath. Gemeinschaft teilnehmen. Dann werden wir sowieso alle neuen Beiträge am Montag uns zu Gemüte führen.
Ansonsten werden wir uns hoffentlich mal wieder etwas Neues einfallen lassen müssen. Wir denken dabei an diverse Wortspielereien mit den Kürzeln taz und FAZ.
Wie wäre es mit taz = taktische Alleingänge zählen bzw. FAZ = FührungsAngelegenheiten Zusammengefasst...*grins* Nur zu "CICERO" fällt uns partout nix ein... :D

herzlichste grüsse

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Beitrag von Evilbeagle »

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CICERO - clowns in cafés exclusive (in Sinne von ohne) Rückrad und Ordnung - Das Geheimdienst - Codeword des Italienischen Geheimdienst für die Französische Generalität
theatralische Ansprachen zitieren - taz - Propagandapraxis, wo man in Armeezeitungen immer wieder die Reden unseres DUC3 zitiert um die Umlage und auch die Kampfmoral in die Höhe zu treiben
FAZ - faule Abkürzungen finden - Die krankhafte Neigung in unserer Armee für alles absurde Abkürzungen zu finden (Nur in den unteren Diensträngen) :reiter:
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Beitrag von Hohenlohe »

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Evilbeagle hat geschrieben:CICERO - clowns in cafés exclusive (in Sinne von ohne) Rückrad und Ordnung - Das Geheimdienst - Codeword des Italienischen Geheimdienst für die Französische Generalität
theatralische Ansprachen zitieren - taz - Propagandapraxis, wo man in Armeezeitungen immer wieder die Reden unseres DUC3 zitiert um die Umlage und auch die Kampfmoral in die Höhe zu treiben
FAZ - faule Abkürzungen finden - Die krankhafte Neigung in unserer Armee für alles absurde Abkürzungen zu finden (Nur in den unteren Diensträngen) :reiter:
:lach: :lach: :lach:

Leider sind wir noch etwas müde, weil wir nur vier Stunden geschlafen haben, sonst würden wir uns mit einem ausführlichen Bericht melden. Zudem ist heute Haushalt angesagt...*seufz*

herzlichste grüsse

Hohenlohe, der müde Krieger... :top:
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Alle Wege führen nach Rom - XXXIV

Bild

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



26. Dezember 1938

Tenente von Retterling tritt durch den geöffneten Eingang des West-Hafens von Alexandria, al-Minâ al-Ğarbiyya, hinaus in die gleißende Helligkeit des noch jungen Tages.

Bild

Er schlendert gemächlich zur linken Seite, wie ein Mann, der alle Zeit der Welt hat, während er mit der Rechten in die linke Brusttasche seines Hemdes greift und einen Glimmstengel aus dem Softpack schüttelt.
Ebenfalls mit der Rechten greift er in seine Hosentasche und steckt sich die Zigarette an, während die hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgenen Augen den Platz vor dem eindrucksvollen Sandsteingebäude auf Quellen möglichen Ärgers absuchen.
Schließlich setzt er seinen weißen Strohhut auf, den er bisher locker in der Linken gehalten hatte.
Das vereinbarte Zeichen.

Zwei Wochen hatte man in dem Hotel in der Innenstadt ausgeharrt, bis die Zentrale in Rom schließlich etwas kleinlaut wissen ließ, dass der Fisch offenbar vom Haken gegangen war.
Vermutlich war der echte Secret Service ebenfalls auf den Verräter zugegangen und tat sich dann entschieden leichter, seine Authentizität unter Beweis zu stellen.

Als man schon die Koffer gepackt hatte um unverrichteter Dinge wieder abzuziehen, kam dann ein weiterer Kurier aus der Botschaft mit der Mitteilung, dass man vielleicht doch noch zum Zuge kommen würde.

Offenkundig war der Verräter aufgrund der überzähligen Service-Agenten nervös geworden und hatte sich Hals über Kopf von seinem Posten abgesetzt.
Da man den ganzen Stab der 1. Armee sorgfältig im Auge behielt, war das Verschwinden des Tenento Colonnello Mancini aus der Operationsabteilung schnell aufgefallen.
Leider nicht so schnell, dass man ihn noch in Lybien hätte festnehmen können.

Der Kerl hatte sich einfach auf das nächste Postschiff nach Sizilien gesetzt, war in Syrakus an Land gegangen und danach wieder spurlos verschwunden.

Allerdings war er den Häschern des SIM nur wenige Schritte voraus gewesen, sodass es nicht viele Möglichkeiten für seinen Verbleib gab.

Die Zentrale hatte schnell heraus gefunden, dass von Syrakus aus am gleichen Tag ein Passagierschiff nach Alexandria ausgelaufen war.
Aus Syrakus heraus konnte er nicht entkommen sein, dafür sorgten die eilends alarmierten Carabinieri.
Die übrigen Schiffe hatte man noch im Hafen gründlich durchsucht, ohne fündig zu werden.
Also hatte er sich entweder in Syrakus unter irgendeinem Stein verkrochen oder war eben an Bord des Dampfers mit Ziel Alexandria gegangen.

Hals über Kopf ging es daraufhin für von Retterlings Team zu dem West-Hafen von Alexandria, in den das Schiff einlaufen sollte.

Und tatsächlich - von Retterling hat Mancini vor ein paar Minuten mit eigenen Augen gesehen, als er von Bord des Schiffes ging.
Die Einreiseformalitäten gestalteten sich óffenbar unkompliziert, da der Verräter von drei Gentlemen erwartet wurde, die ihn einfach hindurch gewunken hatten.
Das besondere Interesse des Tenente rief der große schwarze Aktenkoffer hervor, den der Überläufer als einziges Gepäckstück bei sich trug.

Nach erfolgter Identifizierung war von Retterling zügig Richtung Ausgang gegangen, um den übrigen Männern seines Teams das vereinbarte Signal zu geben, während ein weiterer Agent den vier Männern unauffällig folgte.
Für den Fall, dass sie sich verlaufen sollten könnte man so immerhin dran bleiben.

Ein Strom von Reisenden betritt und verläßt das Hafengebäude, während von Retterling aus den Augenwinkeln darauf wartet, dass seine Beute zum Vorschein kommt.

Eine schwarze Limousine fährt langsam in den Wendekreis vor der flachen Treppe ein.

Schließlich macht der Tenente den ersten der Service-Agenten aus, der vorsichtig aus dem Gebäude heraus tritt und gegen die Helligkeit draußen anblinzelt.
Der zweite folgt einen Meter links von ihm und zwei Schritte dahinter.

Wieder einmal hat von Retterling den Eindruck, als würde alles in Zeitlupe ablaufen.

Zwei Meter hinter den beiden folgt der Tenente Colonnello, dem man die Erleichterung über seine geglückte Flucht förmlich ansehen kann, in einem grauen, zivilen Anzug.
Von Retterling registriert den schwarzen Aktenkoffer, den der Mann immer noch bei sich trägt.
So weit, so gut.

Mit ein ganz klein wenig Glück befinden sich darin die gesuchten Pläne.
Mancini dürfte nicht so dumm gewesen sein, sich davon vor einer erfolgreichen Flucht zu trennen.
Schließlich hätte der Service dann keinen triftigen Grund mehr, sich die Mühe seiner Ausschleusung zu machen.
Und ihn nachher in England durchzufüttern.

Noch einmal zwei Meter hinter dem Verräter betritt schließlich der letzte der Service-Agenten den Treppenabsatz, sich argwöhnisch nach allen Seiten umsehend.
Sein prüfender Blick wandert über von Retterling hinweg, der angelegentlich das Treiben auf dem Vorplatz betrachtet.

Die hintere Tür und die Fahrertür der schwarzen Limousine öffnen sich, während das Quartett die Treppe weiter hinunter geht und von Retterling seine halb gerauchte Zigarette lässig mit der Linken wegschnippst.
Hinter der Limousine tauchen die Köpfe des Fahrers und des hinter ihm sitzenden Passagiers auf und ziehen die Aufmerksamkeit der drei Service-Männer auf sich.

Drei Meter hinter dem letzten Agenten kommt nun schließlich der SIM-Agent zum Vorschein, den der Tenente zur Überwachung im Hafengebäude zurück gelassen hat.
Er trägt einen ebenso leichten, beigen Anzug wie sein Tenente, dazu eine braune, lederne Aktenmappe.
Wie zuvor von Retterling schlendert auch er auf die linke Seite des Einganges hinüber.

Von Retterling fasst den Hinterkopf des letzten Agenten ins Auge, während seine Rechte beiläufig unter sein Jackett greift und mit einer matt eloxierten Browning wieder zum Vorschein kommt.
Ein zufälliger Passant, der geradewegs auf ihn zu geht, reißt überrascht die Augen auf.

Die beide Männer hinter der schwarzen Limousine haben sich geteilt, einer geht zum Heck des Wagens, während der andere wohl an der Motorhaube vorbei möchte.
Übergangslos bringen beide Tommy Guns mit Rundmagazinen in Anschlag, die sie zuvor unauffällig außer Sicht gehalten hatten.

Auf die beiden Colt-Thompson Model 1921 ist von Retterling besonders stolz, zeugen sie doch von den Künsten der Beschaffungsabteilung des SIM, die auch außergewöhnliche Wünsche zu befriedigen versteht.

Er hatte sie für den ursprünglich geplanten Hit auf dem Suk angefordert, da schwere Maschinengewehre in dieser Umgebung nun einmal höchst unpraktisch gewesen wären.
Aufgrund der hohen Kadenz von 800 Schuß pro Minute waren sie nicht nur beim amerikanischen Militär beliebt, sondern wurden in den Zwanzigern auch von aufstrebenden Geschäftsleuten eingesetzt, sowie vom Hersteller selbst in viele Länder verkauft.
Was wiederum ein auf Diskretion bedachter Geheimdienst zu schätzen weiß.

Die Service-Männer greifen reaktionsschnell nach ihren eigenen Waffen, aber die Italiener sind naturgemäß ein paar Zehntel voraus.
Von Retterling jagt dem hintersten Briten zwei Schüsse in den Hinterkopf und die beiden ebenfalls in beige Anzüge gewandeten Herren hinter der Limousine lassen ihre Thompsons sprechen.

Auf der Treppe und dem Vorplatz bricht das Chaos aus.

Leute werfen sich zu Boden oder versuchen panisch, sich vor den herumfliegenden Kugeln in Sicherheit zu bringen.
Eine Salve aus einer Thompson holt den vordersten Service-Agenten von den Beinen, derweil es sein Nebenmann erstaunlicherweise noch schafft, zwei Schüsse auf die Limousine abzufeuern, bevor er von Retterlings Kollegen zur Rechten mit einigen Schüssen in den Rücken zu Fall gebracht wird.

Nun ist die Bahn frei.
Von Retterling verpasst dem Verräter zwei Kugeln in die Herzgegend und sicherheitshalber eine weitere in den Hinterkopf.

Ebenso plötzlich, wie die Schießerei begonnen hat, ist sie auch schon wieder vorbei.

Von Retterling wechselt sein Magazin, da er für die nächsten ungewissen Minuten lieber voll aufmunitioniert sein möchte, während er gelassen auf die am Boden liegenden Opfer zu geht.
Die beiden Männer hinter der Limousine jagen derweil einige Feuerstöße in die Luft, um die panische Menge in Bewegung zu halten und vom Geschehen auf der Treppe abzulenken.

Von Retterling durchsucht, auf das linke Knie herab gelassen, den toten Tenente Colonnello.

Neben ihn deponiert sein Begleiter die nun geöffnete braune Aktenmappe, in die von Retterling alle Fundstücke packt.
Brieftasche, Pass, ein Ticket, ein Notizbuch.

Dann durchsucht er schnell die am Boden liegenden Service-Agenten und verfrachtet deren Tascheninhalte ebenfalls in die Mappe.
Vielleicht lässt sich so eine dünne Spur für einen Raubüberfall legen, ansonsten lassen sich vielleicht Erkenntnisse über den Service sammeln.

Der noch junge Staat um König Faruk mag eine Verwicklung in internationale Streitigkeiten zwischen Großmächten womöglich scheuen und nach derartigen Strohhalmen greifen, um sich nicht zu exponieren.

Bild

Letztlich würde es von den Engländern abhängen, die Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Abhängigkeit Ägyptens real immer noch die wichtigen Ansagen machen.

Nach knapp zwanzig Sekunden erhebt sich von Retterling wieder, den ominösen schwarzen Aktenkoffer des Tenente Colonnello in der Linken.
Sein Begleiter schnappt sich wieder die nun gut gefüllte braune Ledermappe.

Beide gehen zügig aber gleichmütig die Treppe hinunter in Richtung eines mit laufenden Motor an der Straße geparkten, alten Lastwagens.
Dort wartet der letzte Mann des Teams, der sich aus der Schießerei heraus gehalten hat.

Mit einer letzten Salve aus ihren Maschinenpistole über die Köpfe der kreischenden Menge hinweg lassen es daraufhin auch die beiden anderen Agenten bewenden und steigen wieder in die Limousine.

Während in der Ferne die Sirenen von Polizei und Sanitätern hörbar werden, fahren die Wagen der SIM-Agenten langsam und weitgehend unbeachtet zwischen den fliehenden Zivilisten durch und verlassen den Ort des Geschehens.


27. Dezember 1938

Ugo Cavallero
zeichnet die Übernahme der Gebirgsdivisionen 13 bis 18 als reguläre Einheiten ab.
Damit verlassen sie seinen unmittelbaren Dunstkreis bei der Armata di Riserva, um sich der Gebirgsarmee im Monte Bianco - Massiv anzuschließen.

Bild

Die Armee sollte nun offensiv wie defensiv allen Aufgaben gewachsen sein, wie der Kriegsminister und Befehlshaber der Armata di Riserva befriedigt feststellt.
Hoffentlich würde der kommandierende General Visconte di Prada etwas damit anzufangen wissen, wenn es hart auf hart geht.
Jedenfalls hat die Gebirgsarmee mit 23 Divisionen ihren endgültigen Ausbau erreicht.

Bild

Da nun in der Lombardei, die praktisch ein einziges großes Manövergebiet geworden ist, wieder Platz ist, übernimmt er im Anschluss die neu formierten Infanterie-Divisionen 43 bis 48 zur weiteren Ausbildung.

Bild


Indessen tigert Graf Ciano in seinem Arbeitszimmer im Außenministerium ruhelos hin und her.

Die Deutschen waren wieder einmal vorgeprescht, ohne sich lange mit einer Konsultation ihres italienischen Verbündeten aufzuhalten.
Warum auch, hatten sie mit dem Stahlpakt ja praktisch einen Blankoscheck erhalten.

Diesmal haben sie dem kleinen Litauen das Memelland abgepresst.

Bild

In dem Bestreben, dem geschlagenen Deutschland einige Fesseln aufzuerlegen, hatten die Siegermächte des Weltkrieges im Versailler Vertrag die Abtrennung von ostpreußischen Gebieten nördlich der Memel durchgesetzt.
Eigentlich wurde dieser kleine Landstrich vom Völkerbund der Verwaltung durch die Franzosen überantwortet.

Die Litauer, im Weltkrieg durch die Deutschen besetzt und nach der Niederlage Russlands mit einem Diktatfrieden überzogen, fanden jedoch 1923, dass dieses Gebiet recht gut zu ihrem Land passen würde.
Während die Franzosen mit der Rheinland-Besetzung und anderen Querelen beschäftigt waren, lancierte man deshalb einen vorgeblichen Aufstand der lokalen Bevölkerung, um das Gebiet hinterher einzukassieren.

Bild

Nun rückt Hitler also die Dinge aus deutscher Sicht wieder zurecht.

Wie gewöhnlich natürlich nicht auf dem Verhandlungsweg, jedenfalls nicht in einer Weise, die man im Allgemeinen mit dem Wort "Verhandlung" in Verbindung bringt.
Er hatte vielmehr den Litauern ein knapp bemessenes Ultimatum überreichen und wissen lassen, dass er sich das Memelland notfalls mit Gewalt zurückholen würde.

Dieses Vorgehen hat in Rom wieder einmal für einige Sorgenfalten gesorgt, ist man doch nach allgemeiner Einschätzung noch nicht hinlänglich auf einen großen Krieg vorbereitet.
Aber die Engländer und Franzosen ließen ihr Schwert auch dieses mal stecken und die Russen sind auch nicht gerade ein empfehlenswerter Schutzpatron, sind sie doch bestrebt, die Position des Zarenreiches im Baltikum wieder her zu stellen.

Also blieb den Litauern offenkundig keine andere Wahl, als sich dem Diktat aus Berlin zu beugen und Hitler einen weiteren, billigen Sieg zu überlassen.

Allerdings steigt die Spannung auf der Welt damit ein weiteres Mal deutlich an, ist man es doch in den anderen europäischen Hauptstädten allmählich leid, sich ständig vor den Bajonetten der Deutschen zurückzuziehen.
Irgendwann wird dieses Vabanque-Spiel nach des Grafen Meinung also zwangsläufig scheitern müssen.

Hitler scheint's egal zu sein.
Er streicht einfach alles ein, was er ohne Krieg erreichen kann und stärkt damit fortlaufend seine Position für den letztlich unvermeidlichen Kampf.


27. Dezember 1938

Benito Mussolini geht seiner morgendlichen Routine mit dem Studium der internationalen Tagezeitungen bei einer Tasse Kaffee nach.

Eigentlich wäre ja Urlaubszeit, aber abgesehen von den emsigen Deutschen beschäftigen ihn auch noch die Aktivitäten des SIM in Ägypten.
Natürlich hatte General Roatta nicht ohne vorherige Information und stillschweigende Billigung durch den Duce dort aktiv werden können.

Tatsächlich segnete der Duce alle Maßnahmen ab, die der General für eventuell zweckmäßig hielt, um zu verhindern, dass den Briten ein Verräter aus dem Stab der 1. Armee samt Feldzugsplan in die Hände fällt.
Schließlich forderten die Briten eine derartige Aktion ja geradezu heraus!

Natürlich konnte es den Briten nicht entgangen sein, das die Italiener in Lybien Streitkräfte hatten aufmarschieren lassen, die für eine Defensive nur allzu reichlich bemessen sind.
Allerdings ist ihnen hoffentlich unklar, dass man diese Truppen im Kriegsfall komplett in einen Angriff auf Ägypten zu werfen beabsichtigt, während man die Grenze nach Tunesien praktisch ungedeckt lassen würde.

Das französische Problem würde sich schnell lösen, wie auch der Duce selbst befunden hatte, während man den Engländern die Flügel stutzen musste, solange das noch möglich war.
Also noch bevor man die gewaltigen Mittel des Empire mobilisieren konnte!

Mit dem Suez-Kanal in italienischen Händen würde sich die Briten jedenfalls deutlich schwerer tun, im Mittelmeer aktiv zu werden.

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Aus dem Feldzugsplan geht auch hervor, dass man am Suez-Kanal wohl nicht halt machen würde.
Neben der Einnahme ganz Ägyptens steht auch die Besetzung Palästinas, des Libanon und Syriens auf dem Programm, womit die Briten von der Mittelmeer-Küste vertrieben wären.
Danach kann man sich immer noch den Franzosen in Tunesien und Algerien zuwenden, sofern diese nicht bis dahin ohnehin kapituliert hätten.

Das Alles inklusive der säuberlich ausgearbeiteten Marschbefehle kann man schlecht dem designierten Opfer überlassen!

Also musste Mancini weg und die Pläne wiederbeschafft werden, auch wenn das nicht ohne Aufsehen abgehen würde.

Und Aufsehen hatte es durchaus gegeben!
Die ägyptischen Zeitungen waren voll von dem Anschlag auf den West-Hafen Alexandrias und wüsten Spekulationen über die Hintergründe obendrein.
Aber wieder einmal wurden diese Geschichten nicht von den großen europäischen und amerikanischen Zeitungen aufgegriffen.
Die italienischen Zeitungen brachten dazu eh nichts.

Die Ägypter enthielten sich offener Anschuldigen gegen Italien, man stufte das Ganze letztlich als eine Abrechnung unter Gaunern ein.
Den Engländern, denen glasklar sein dürfte, wer dieses Blutbad angerichtet hatte und aus welchen Gründen, war auch nicht daran gelegen, die Hintergründe öffentlich zu machen.

Für einen Geheimdienst gibt es nun einmal nur schlechte Presse.
Über Erfolge kann man nicht berichten und über Niederlagen mag man nichts veröffentlichen.
Also steht nur etwas in der Zeitung, wenn jemand etwas durchsickern lässt, was in Italien schon mal generell nicht vorkommt und bei den Briten hinsichtlich ihres gefeierten Secret Service in aller Regel auch nicht.

Inzwischen scheinen sich die Wogen in Ägypten wieder zu legen.
Auch diesen Kollegen dürfte klar sein, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich mit den Italienern einfach so anlegt.

Also im Grunde alles in Butter, beschließt Mussolini mit einem weiteren Schluck des noch warmen Kaffees.



03. Januar 1938

Tenente Colonnello Hohenlohe packt seine wenigen Habseligkeiten zusammen.

Kurz vor Weihnachten hatte er seine insgeheim längst erwartete Beförderung erhalten und war - durchaus unerwartet - zum Befehlshaber des 2° Reggimento Fanteria del Marina ernannt worden.
Den Dienst würde er morgen in Genua antreten.

Endlich ein eigenes Kommando!

Seine bisherige Tätigkeit als Lehrer an der Accademia Militare ist nicht gerade das, was er sich vom Dienst im Esercito Italiano erwartet hat.
Das kann er immer noch machen, wenn er irgendwann für den Truppendienst zu alt ist!

Die Jahre zuvor im Stab in Rom waren noch lähmender gewesen, auch wenn er hier sicherlich hoch interessante Arbeit leisten konnte.
Schließlich kann nicht jeder von sich behaupten, eine neue Waffengattung geschaffen zu haben!

Nein - sein Traum ist es schon immer gewesen, Soldaten unter seinem Kommando in den Kampf für den König zu führen!

Als er bei der Aufstellung der Marineinfanterie-Divisionen nicht gleich berücksichtigt wurde, hatte er schon befürchtet, seine Ambitionen nie realisieren zu können.
Den Versicherungen seiner Vorgesetzten, nach Abschluss der Einführungsveranstaltungen zu dem Lehrgang für angehende Marineinfanterie-Offiziere wieder eine Feldverwendung zu erhalten, haftete nach seinem Geschmack zu viel Beschwichtigung an, um wirklich glaubhaft zu sein.

Aber nun ist es doch noch so gekommen!
Natürlich ist sein Regiment mit nur zwei statt der üblichen drei Bataillone noch etwas klein geraten, aber er weiß schließlich aus erster Hand aus dem Kriegsministerium, dass man die Marineinfanterie-Divisionen noch drastisch ausbauen wird.

Nur die konkreten Einsatzmöglichkeiten für "seine" Marineinfanteristen bereiten ihm doch einiges Kopfzerbrechen, ist doch die Erlangung und Verteidigung der Seeherrschaft eine in seinen Augen zwingende Vorbedingung für eine Landung an einer feindlichen Küste.
Die geringe Größe der Divisionen und die beschränkten Möglichkeiten der Regia Marina scheinen sich hier recht unglücklich zusammen zu finden.
Andererseits scheint man aber keine Anstrengung zu scheuen, um Heer und Luftwaffe auf kommende große Aufgaben vorzubereiten.
Darüber wird man doch die Marine und die Marineinfanterie nicht vergessen, oder?


05. Januar 1939

Tenente HEF wischt sich mit dem Ärmel seines khakifarbenen Hemdes den Schweiß aus den Augen.

Es ist heiß.
Mörderisch, unglaublich, wahnwitzig, absurd HEISS !

Vor drei Tagen ist er in Afrika eingetroffen, gestern dann schließlich bei seiner neuen Einheit, dem 53° Reggimento, das zur 27a Divisione di Fanteria "Sila" gehört.

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Das Esercito Italiano ist nicht wahnsinnig auskunftsfreudig, was die Standorte seiner Divisionen angeht.
Bei Erhalt des Versetzungsbefehls zur "Sila" hatte er an Eritrea gedacht.
In Asmara soll es recht angenehm sein, auch nicht viel anders als in Nord-Italien.
Natürlich gibt es auch das zentrale Hochland, da wird es im Sommer auch ordentlich warm.
Aber damit wäre er klar gekommen.

Stattdessen Lybien!
Noch dazu irgendwo im Nirgendwo der Wüste, unweit der Grenze nach Ägypten, dutzende Kilometer im Landesinneren, schon am Rand der Sahara!

Zum Ausgleich für die wahnwitzigen Tagestemperaturen ist es nachts bitterkalt, auch kein echter Trost.
Und Sandstürme gibt es auch noch !

HEF zerquetscht einen Fluch zwischen den Zähnen.
Sieht sich nach seinem Zug um, der sich der ätzenden Routine des Waffenreinigens hingibt.

Dass man um so einen trostlosen Flecken Erde kämpfen könnte, würde ihm sicher nie in den Sinn kommen !

Aber zu spät, er hatte sich von den abenteuerlichen Werbeplakaten des Esercito Italiano einfangen lassen.
War auch noch stolz gewesen, als man in als Offiziersanwärter übernahm und auf die Accademia schickte.

Nun sitzt er hier fest, Gott mochte wissen, für wie lange !

Immerhin ist er nicht bei den Pionieren gelandet, die scheinbar beständig Stellungen errichten, Bunker bauen, Straßen durch die Wüste ziehen.
Da könnte er sich ja gleich eine Kugel durch den Kopf jagen!

Vielleicht gibt es ja bald den von vielen befürchteten Krieg.
Dann könnte man die Engländer beiseite schubsen und in Ägypten einziehen!
Dort wird es ja hoffentlich angenehmer sein.

Missmutig stapft der Tenente an den Tischen entlang, auf denen seine Männer ihre zerlegten Waffen abgelegt haben.
Starrt in den wolkenlosen Himmel.


25. Januar 1939

Gian Galeazzo Ciano, Außenminister Italiens schaltet sein geschäftsmäßiges Lächeln ein, während er nach der ausgestreckten Rechten Joachim von Ribbentrops greift.

Die gebleckten Zähne beider glänzen im Blitzlichtgewitter der herbei gerufenen Pressevertreter, überwiegend natürlich aus Deutschland und Italien.
Aber auch internationale Agenturen sind vertreten, um ihre Leser mit unerfreulichen Neuigkeiten zu der Zusammenarbeit der beiden mächtigen Diktatoren im Herzen Europas zu erschrecken.

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Graf Cianos Lächeln würde noch herzlicher ausfallen, wenn er auf das Grab Ribbentrops pissen könnte.
Vielleicht findet sich ja noch irgendwann die Gelegenheit.
Der Gedanke daran verleiht seinem Lächeln tatsächlich mehr Wärme.

Die Hand dieses eiskalten, skrupellosen und intellektuell nicht sonderlich auffälligen Deutschen zu schütteln ist eine Zumutung, der er sich leider aus beruflichen Gründen des Öfteren unterziehen muss.
Hier geht es um die feierliche Unterzeichnung des Forschungspaktes, eine logische Folge des Stahlpaktes, die von Mussolini heftig herbei gesehnt worden war.

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Der bekannte Vorsprung der Deutschen bei der Panzertechnologie und insbesondere bei der Herstellung synthetischer Rohstoffe hat schon seit Langem die Begehrlichkeit des Duce geweckt.
Natürlich muss man ihnen im Austausch auch so Einiges überlassen, insbesondere die Ausrüstung und Ausbildung von Gebirgsjägern betreffend.
Unter dem Strich jedenfalls für Italien ein sehr lohnenswertes Geschäft, ja geradezu eine Vorbedingung, um einen längeren Krieg gegen die Westmächte erfolgreich durchstehen zu können.

Also verbannt Graf Ciano seine Abneigung gegen den deutschen Außenminister und strahlt weiter in die aufdringlichen Kameras.


Indessen unterzeichnet Benito Mussolini eine geheime Direktive zur Förderung der Luftfahrt, die seinem Kabinett als Leitlinie dienen soll.
Es sollen alle Anstrengungen unternommen werden, um in der Entwicklung neuer Flugzeuge, insbesondere von Jägern voran zu kommen.

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Hinter vorgehaltener Hand wird die ursprünglich so hoch gewettete Saetta inzwischen ziemlich herunter gemacht.

Die Geschwindigkeit soll den gegnerischen Maschinen gerade mal ebenbürtig sein, statt überlegen.
Bei der Bewaffnung hinkt man bekanntermaßen eh hinterher, sodass als einziger Aktivposten die Wendigkeit bleibt.
Etwas zu wenig, um darauf das Schicksal der bald voran stürmenden italienischen Armeen zu verwetten.

Auch auf die Einsatzgrundlagen soll man mal einen vertieften Blick werfen.
Bislang hat sich seit Ende des Weltkrieges diesbezüglich nicht wahnsinnig viel getan.
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