HOI4: Alle Wege führen nach Rom

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Beitrag von Taurus »

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Taurus
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Dann muß ich auch mal was loswerden, ich hoffe, es wird nicht zu pathetisch:

Nachdem ich endlich diesen epischen Bericht in Gänze genossen habe, frage ich mich, wieso mir dieses Schmuckstück bislang verborgen geblieben ist. Durch die geschickte Vermengung von Fiktion und Historie, die Einbeziehung vieler Regenten in die begleitende Story und einen erfrischenden Einfallsreichtum bei dessen Auskleidung, gehört Euer Versuch, Rom zu alter Größe zu führen, für mich zu den ganz großen Machwerken hier (zumindest von denen, die ich bisher lesen durfte). Wir hoffen, das wir noch reichlich lange den Weg Roms weiterverfolgen können - bitte weiter so! :top:

Das nur unsere bescheidene Einschätzung als Ersatz dafür, das wir Euch zur Zeit keinen grünen Keks verabreichen dürfen.

Beitrag von H34DHUN73R »

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H34DHUN73R
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Das Lob aus berufenem Munde freut Uns sehr, werter Taurus, folgen Wir doch von Beginn an Eurem monumentalen Werk gespannt :)

Wir planen, heute wieder zur Tastatur zu greifen und hoffen, dass die zuletzt fehlende Kreativität zurückkehrt :)
Man sollte nie das Schicksal herausfordern. Das Schicksal kann alles ertragen, nur keine Herausforderung.
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Beitrag von Hohenlohe »

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Hohenlohe
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H34DHUN73R hat geschrieben:Das Lob aus berufenem Munde freut Uns sehr, werter Taurus, folgen Wir doch von Beginn an Eurem monumentalen Werk gespannt :)

Wir planen, heute wieder zur Tastatur zu greifen und hoffen, dass die zuletzt fehlende Kreativität zurückkehrt :)
Wir dachten immer, dass euch die Kreativität eigentlich angeboren sein müsste, so wie ihr bislang diesen AAR verfasst habt... :D Aber nur zu, greift in die Tasten und lasst euch nicht bremsen... :)

herzlichste grüsse

Hohenlohe... :top:
In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
YouTube - ‪St. Michael, the Archangel‬‏

Beitrag von H34DHUN73R »

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Alle Wege führen nach Rom - XXXII

Bild

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Regio Esercito

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Maggiore Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
aktuelle Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



08. Oktober 1938

Ugo Cavallero lehnt sich auf dem Rücksitz seines Dienstwagens bequem in die lederbezogenen Polster zurück.
Sein Besuch bei den Stäben in Turin ist beendet, er scheidet mit positiven Eindrücken von Geist und wachsender Kompetenz der Truppe.

Noch in Turin hat er die Übernahme der Gebirgsjäger-Divisionen 13 bis 18 in die Armata di Riserva verfügt, womit nun ansehnliche zwölf Divisionen in Norditalien dem harten Geschäft von Manövern unter Kriegsbedingungen nachgehen.
Nach Abschluss dieses letzten Abschnittes der Ausbildung wird die Gebirgs-Armee unter Visconte di Prasca über nicht weniger als 23 Gebirgsjäger-Divisionen verfügen können, dem sicherlich weltweit größten Aufgebot an alpinen Kämpfern überhaupt.
Doch wohl mehr als genug, um den Franzosen im Massiv des Monte Bianco Beine zu machen !

Bild

Im Anschluss hat er die Aufstellung von sechs weiteren Infanterie-Divisionen angeordnet.
Auf diesem Sektor wird man scheinbar nie fertig!

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Die 3. Armee, die im Kriegsfall General Messe's hoffentlich siegreich nach Frankreich stürmender Panzer-Armee so schnell wie möglich zur Flankensicherung folgen soll, könnte durchaus noch Verstärkung vertragen, desgleichen die 1. Armee,
die sich Ägypten vorknöpfen und insbesondere den Suez-Kanal sichern muss.

Der Küstenschutz ist zur Zeit noch beklagenswert schwach ausgebaut, gerade mal die italienische Herzgrube zwischen Genua und Neapel ist einigermaßen gesichert.
Sizilien und Sardinien laden hingegen zu feindlichen Landungsunternehmen ein, wogegen sich im Nachgang gegen die drückend überlegenen französischen und britischen Flotten im Mittelmeer nicht viel unternehmen lassen würde.

Auch mit den Panzern schleppt es sich noch hin - dabei handelt es sich hier doch gerade um die Waffengattung, die den so unabdingbaren schnellen Sieg über Frankreich erkämpfen muss !

Bei allen bislang erreichten, geradezu sensationellen Verbesserungen der italienischen Wehrfähigkeit gibt es also noch mehr als genug zu tun !

Blicklos starrt Cavallero aus dem Seitenfenster, während sich seine Limousine mit Polizei-Eskorte durch den hektischen Verkehr der geschäftigen Stadt drängelt.
Turin quillt vor Angehörigen aller Waffengattungen beinahe über, zwischen all den Gebirgsjägern, Infanteristen, Panzermännern und Fliegern bleibt kaum noch Platz für die Zivilisten.

Und es werden noch weit mehr werden !


11. Oktober 1938

Maggiore Deltadagger marschiert mit seinem persönlichen Stab zwischen zwei Kampf-Kompanien seines III Bataillones, 5° Reggimento Alpino der Divisione Alpina "Julia".

Vor zwei Tagen kam vom Divisions-Stab die Nachricht, dass nun zu der im äußersten Nordwesten Italiens stationierten Gebirgs-Armee die frisch ausgebildeten Divisionen 7 bis 11 stoßen würden.

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Also heißt es, ordentlich zusammen zu rücken !
Die Frontabschnitte der bestehenden Divisionen wurden deutlich verkürzt und jeder Kommandeur muss sich neu überlegen, wie er seinen Nachschub heranführen kann, ohne sich mehr als nötig mit den Nachbarn zu überschneiden.

Seine "Julia" hat beschlossen, den ohnehin anstehenden Umzug zu nützen, um nebenher mal wieder etwas infanteristische Ausbildung zu betreiben.
In den zurückliegenden Jahren hatte man sich ja aus guten Gründen mit der Vorbereitung auf einen Kampf im Gebirge befasst.
Nun scheint es jemand für zweckmäßig zu halten, sich auch mal wieder über das flache Land Gedanken zu machen.

Im Grunde ein positives Zeichen, befindet Deltadagger, sich mit der Rechten eine vorwitzige Locke aus der Stirn streichend.
Um in flachem Land zu kämpfen, müsste man ja zunächst die Franzosen am Monte Bianco werfen.
Offenbar geht man in den höheren Stäben also zuversichtlich von einem Erfolg dieser primären Aktion aus.

Da es mit der Aufstellung von Gebirgs-Einheiten weitergeht, sind auch wieder mal Posten frei geworden.
Daher führt nun Deltadagger, just mit den Schulterklappen eines Maggiore versehen, "sein" III.Bataillon den schmalen Weg ins Tal Richtung Courmayeur hinab.

Natürlich hätte er auch bequem auf einem Pferd reiten können, aber die Jahre als Kompanie-Führer an der Seite seiner Männer hatten ihn gelehrt, keine Sonderbehandlung in Anspruch zu nehmen.
Die Soldaten folgen durchaus willig einem Mann, der die Entbehrungen mit ihnen teilt und dabei seine Kompetenz belegen kann.
Für Abseiler haben sie hingegen wenig übrig, was sich im Gefecht als verhängnisvoll herausstellen könnte.

Das komplette 5° Reggimento Alpino marschiert "gemütliche" 40 Kilometer nach Osten, wobei man auch gleich mal wieder das kriegsmäßige Kampieren in freier Natur üben kann, um dann in aller Ruhe und weit außer Sicht der Franzosen eine Woche lang
den Kampf in der Ebene zu trainieren.

Anschließend wird es den gleichen Weg wieder zu Fuß zurück gehen.

Das müsste durchaus nicht sein, aber von Alpinista erwartet man nun einmal, dass sie gut zu Fuß sind.
Und die engen Straßen sind dem Andrang der zahlreichen Nachschub-LKW ohnehin kaum gewachsen, weshalb es schon Sinn macht, die Alpinista querfeldein marschieren zu lassen.

Nun ja, es ist ja schließlich noch keiner in seinem Schweiß ersoffen, denkt Deltadagger bemüht positiv.



Ferrucio Lantini grübelt indessen mit seinem Stab über die zahlreichen Bauprojekte, die im Grunde allesamt umgehend fertig gestellt werden müssten.

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Der Nationale Sicherheitsrat hatte auf Betreiben Guglielmo Marconi, heftig unterstützt von Italo Balbo den Aufbau eines umfangreichen Funkmess-Netzwerkes angeordnet.
Normalerweise hält sich Marconi ja klug aus dem Kampf um die entschieden begrenzten industriellen Ressourcen heraus, aber hier hat er überraschenderweise eine Ausnahme gemacht.

Die Funkmess-Technologie steht ja nun schon einige Zeit zur Verfügung, jedoch war bislang wenig geschehen, um ernsthaft eine praktische Verwendung anzugehen.
Unter all den Prioritäten wäre die Sache womöglich ohne Marconi einfach wieder in Vergessenheit geraten.

Italo Balbo, der seine Jagdwaffe wohl als Haupt-Nutznießer sieht, hat sich unverzüglich dem Vorstoß Marconis angeschlossen und als sich auch noch Ammiraglio Domenico Cavagnari dazu gesellte - vermutlich nur, um seinen Erzfeind Cavallero zu ärgern -
war die Sache praktisch gelaufen.

Mit dem Segen des Duce versehen, sollen nun praktisch überall diese Funkmess-Stationen aus dem Boden sprießen, an denen das Herz Marconis zu hängen scheint.
Nun, jedenfalls ist er als Industrieller auch der Haupt-Profiteur dieser umfangreichen Aktivitäten, kommen die dafür nötigen Geräte doch ausschließlich aus seinen Fabriken !

Aufgrund des nie verstummenden Gejammers von Cavallero müssen aber zunächst noch zwei Rüstungswerke aufgebaut werden, die der Panzer- und der Luftwaffe zugute kommen sollen.

Die alte Erkenntnis der beschränkten zivilen Industriekapazitäten hatte schon lange zuvor den Aufbau von Konsumgüter-Fabriken unabdingbar gemacht.

Alles zusammen ergibt sich eine Anzahl von Projekten, von der Lantini sich nicht vorstellen kann, wie sie in erträglicher Zeit bewältigt werden sollen.
Es bleibt nichts anderes übrig, als wie immer die Prioritäten zu sortieren und dann zu sehen, wie man durch kommt.


17. Oktober 1938

Maggiore Evilbeagle trägt, exponiert an der Stirnseite eines erstaunlich langen Tisches stehend, die mutmaßlich großen Verbesserungen der Kampfkraft der Heerestruppen durch eine mobile Verteidigung vor.

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Am anderen Ende, für Evilbeagles glasigen Blick schwer auszumachen, residiert kein Geringerer als der Oberbefehlshaber des Esercito Italiano, Ugo Cavallero, der sich diese neuesten Erkenntnisse aus dem Forschungsministerium persönlich anhören will.
An den Seiten sitzen hohe Offiziere des Heeres mit sorgfältig ausdruckslosen Mienen, ein Jeder im Rang über Evilbeagle stehend.
Zum Teil verdammt deutlich darüber !

Alleine schon das Wort "Verteidigung" kommt dem Maggiore in diesem Kreis nur schwer über die Lippen, übt sich doch das ganze Esercito Italiano im Geiste des Angriffs.
Wer will denn da verteidigen?

Evilbeagle fühlt sich an den "Elan Vital" Henri Bergsons erinnert, der das Denken des französischen Generalstabes im Vorfeld des Weltkrieges so verhängnisvoll beherrscht hatte.

Von allen defensiven Gedanken abrückend und die geografischen und demografischen Rahmenbedingungen ignorierend sollte der Elan Vital den Sieg über Deutschland bringen !
In Form einer mit "cran" vorgetragenen "offensive à outrance" wollte man die deutschen Armeen zerschmettern und bis nach Berlin marschieren.

An den Spitzen der Bajonette der selbst mit scheinbar unaufhaltsamer Macht vorrückenden deutschen Armeen scheiterte dieser Offensivgeist dann allerdings und ließ Frankreichs ausgeblutete Armeen in den folgenden Jahre zu schwach zurück, um einen Sieg zu erringen.

Der Maggiore befürchtet ein wenig, dass man sich nun auf italienischer Seite in einen ähnlichen Elan Vital hineinsteigert und nur noch über Offensiven fabuliert.
Da mag Einer, der da leichtsinnig von Defensive redet, auch wenn er das neue Adjektiv "mobil" beistellt, doch schnell unter die Räder kommen.

Mit entsprechend mulmigem Gefühl in der Magengegend stellt er die Überlegungen der Forscher und Militärexperten vor, die sich die zunehmende Motorisierung der Streitkräfte zunutze machen wollen, um mit eigentlich unterlegenen Kräften einen überlegenen Gegner zum Stehen zu bringen.
Daran kann doch eigentlich nichts verkehrt sein, kann man so doch andernorts getrost weiter offensiv vorgehen !
Misstrauisch beäugt Evilbeagle den sich hinter einer dicken Rauchwolke aus seiner Zigarre verschanzenden Cavallero.

Der nächste Affront würde nicht lange auf sich warten lassen, geht es doch im zweiten Teil seines Vortrages um die derzeit in Untersuchung befindlichen Möglichkeiten zur Integration von Unterstützungs-Bataillonen in Divisionen.

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Traditionell sieht man diese Unterstützer entweder gleich als selbständig an oder integriert auf Korps- oder Armee-Ebene.
Eine Aufnahme in den Divisionsverband gilt Vielen als Verschwendung der beschränkten Mittel.
Also würde es auch in diesem zweiten Teil vermutlich ordentlich Gegenwind geben.

Vielleicht ist seine Karriere als Verbindungsoffizier ja ebenso schnell wieder vorbei, wie sie begonnen hat.
Aber es hilft nichts, er ist nun einmal nicht hier, um irgendwelchen Dinosauriern Honig ums Maul zu schmieren.
Er ist es den Soldaten des Esercito Italiano schuldig, hier sein Bestes zu geben !


19. Oktober 1938

Capitano Tex Murphy starrt wutentbrannt dem gleichgültig nach Norden weiterrollenden 2.Zug seiner 1° Compania hinterher.

Viel mehr kann er nicht machen, abgesehen vielleicht davon, den Kerlen ein paar Schüsse aus den Kanonen seines Stabszuges hinterher zu jagen.
Leider sind die leichten italienischen Panzer immer noch nicht mit Funkgeräten ausgestattet, aller Eingaben von verdienten Panzeroffizieren wie ihm selbst zum Trotz.

Dabei hatte sich die fehlende Kommunikation bereits im Spanien-Feldzug als potentiell verhängnisvoll erwiesen.

Bis zum ersten Treffen mit dem Feind klappte alles prima, danach lösten sich die ordentlichen Formationen schnell auf, bis schließlich Chaos herrschte.
Man war auf Melder und Fahnen angewiesen, aber einem in feindlichem Feuer vorrückenden Panzer hinterher zu laufen, war kein erfolgversprechender Schachzug und nach einer vielleicht geschwenkten Fahne müsste man auch erstmal Ausschau halten.
Im Gefechtsgetümmel hatte dazu eigentlich kein Beteiligter die nötige Muße.

Dabei hatte die Woche eigentlich prima angefangen - mit seiner Beförderung zum Capitano und der Übernahme der 1° Compania, II Battaglione des 3° Reggimento Celere der in aller Welt berühmten Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta".
Er hatte schon zu zweifeln begonnen, ob er wie erwartet von der anhaltenden Vergrößerung des Esercito Italiano profitieren würde.

Das eine Mitbringsel aus Spanien machte die Sache eigentlich zum Selbstläufer - die Medaglia D'Argento Al Valore Militare, die nur an Soldaten verliehen werden konnte, die tatsächlich ihren Mut auf dem Schlachtfeld bewiesen hatten.
Mit dem Mut ist das nach Murphy's Ansicht so eine Sache, aber jedenfalls konnte kein wackerer Aktenstemmer in der gemütlichen Etappe an diese Auszeichnung kommen.

Leider sorgte das andere Mitbringsel für einige Ungewissheit: das Mutilato In Guerra, auf das Murphy durchaus gerne verzichtet hätte.
Nicht nur, weil es Zweifel an seiner weiteren Tauglichkeit wecken und seiner militärischen Karriere ein zwar ruhmreiches, aber eben doch ein Ende setzen konnte.

So hatte er doch mit einiger Sorge registriert, wie einige seiner Kameraden, mit denen er in Spanien gedient hatte, mittlerweile befördert wurden, während er immer noch als Tenente herumlief.

Aber damit war es nun vorbei: der dritte fünfzackige Stern auf den Schulterklappen weist ihn als Capitano aus und obendrein darf er sich noch als Kompanieführer auf dem Schlachtfeld bewähren!
Was in Friedenszeiten eine durchaus reizvolle Beschäftigung ist, da sich die Gefahren in engen Grenzen halten und man dem drögen Betrieb in irgendeinem Stab entgeht.

Im Krieg sieht das naturgemäß anders aus.

Aber darüber zerbricht sich der frischgebackene Capitano nicht groß den Kopf.
Obwohl ursprünglich nicht gerade ein Anhänger Mussolinis, hat er sich inzwischen doch von dessen Erfolgen anstecken lassen.

Das uralte Abessinien von der Landkarte getilgt, in Spanien den entscheidenden Beitrag zum Erfolg Francos geleistet, die italienischen Streitkräfte auf ein Niveau gehoben, das zuvor undenkbar gewesen wäre.
Dabei blühte auch noch das Land auf - keine Rede mehr von Werksschließungen, Arbeitslosigkeit, Depression.

Im Gegenteil !
Ganz Italien scheint begeistert am Werk, jeder neue Tag verheißt noch Besseres als der Verstrichene !
Und mit Deutschland hat der Duce auch noch einen überaus beeindruckenden Verbündeten an Land gezogen !

Die Deutschen scheinen Murphy die idealen Verbündeten zu sein, falls es doch einmal hart auf hart gehen sollte.
Letzten Endes waren sie im Weltkrieg nur durch die Blockade zusammengebrochen.
Auf dem Schlachtfeld hatten sie fast bis zum Ende hingegen Angst und Schrecken verbreitet, obwohl sie zunehmend zahlenmäßig unterlegen waren.
Diese furchterregenden Deutschen an der Seite des strahlenden Esercito Italiano - wer würde da leichtfertig einen Streit vom Zaun brechen !

Nein, der Duce würde es schon richten !

Aber die Sache mit dem Funk nervt doch ganz gewaltig !

Minutiös hatte er die Zugführer auf die diversen Manöver vorbereitet, die das Regiment plante, um in dieser Übung den angenommenen Feind zu überwältigen.
Scheinbar hat der Führer des 2. Zuges eine der komplizierten Wendungen vergessen, weshalb er immer noch nach Norden walzt.

Inzwischen hätte er eigentlich in einen Zug der Nachbar-Kompanie hinein fahren müssen, aber dieser scheint ebenfalls etwas verpasst zu haben.
Jedenfalls ist er nicht zu sehen.

Seufzend setzt Tex Murphy das Fernglas ab.
Immerhin dürfte der Treibstoff deutlich vor Erreichen der Grenze zur Schweiz zur Neige gehen, sodass immerhin keine diplomatischen Verwicklungen zu erwarten sind.

Das gibt morgen jedenfalls noch ordentlich Mecker vom Regiments-Kommandeur, soviel steht schon mal fest !
Womit das Wochenende in Turin wohl auch ins Wasser fällt.

"Na wartet, wir sprechen uns noch", denkt er in Richtung des stoisch weiterrollenden 2. Zuges.
Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid !


21. Oktober 1938

Benito Mussolini studiert aufmerksam den Report des Korporations-Ministeriums zum italienischen Außenhandel.

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Das Thema liegt ihm persönlich am Herzen, hatte er doch zunächst eine protektionistische, weitgehend geschlossene Wirtschaft mit einer Abstützung der Lira auf dem Goldstandard verknüpft.

Ersteres ging auf die Idee der Bonifica, der Urbarmachung ungenutzter landwirtschaftlicher Flächen zurück, die der armen Landbevölkerung zu einem größeren Einkommen verhelfen sollte.

Letzteres war der eigentlich zwischen allen großen Nationen verabredete Plan, nach dem überstandenen Weltkrieg zum Goldstandard zurückzukehren, der als ideal galt.
Insbesondere natürlich nach der Angewohnheit aller kriegführenden Staaten, einfach soviel Geld zu drucken, wie gerade nötig schien, um die Kriegsausgaben zu decken.

Leider stellten sich beide Ideen als Irrtümer heraus, wobei Mussolini hinter verschlossenen Türen immerhin für sich reklamiert, dies noch rechtzeitig bemerkt zu haben, während die meisten anderen großen Nationen noch ähnlich absurden Plänen hinterher rannten.

Vor nunmehr drei Jahren hat er diese Politik entschlossen ins Gegenteil verkehrt:
Gefördert wird seither mit allen Mitteln der Export, was eine weitgehende Öffnung des italienischen Marktes für Importe erfordert.
Und im Übrigen druckt man Papiergeld, um die Rüstungsindustrie auszubauen, was einen rapiden Verfall der Lira gegenüber anderen Währungen mit sich bringt.

Aber genau deshalb funktioniert auch der Außenhandel so hervorragend:
Während die konservativen Währungsspekulanten die Staaten belohnen, die sich kaputt sparen, missachten sie die Erfolge, die sie damit der italienischen Industrie ermöglichen !
Da die von italienischen Unternehmen in alle Welt exportierten Fertigwaren die gestiegenen Kosten der eingeführten Rohstoffe weit übertreffen, florieren Importe und Exporte gleichermaßen !

Oder, wie es im Bericht Lantini's schwarz auf weiß zu lesen ist:
Der durch die Exporte auf dem globalen Markt ermöglichte Zukauf von Produkten entspricht Netto dem Austoss von elf zivilen Werken !
Die man gar nicht hätte !

Stattdessen nutzt man die gewonnenen Devisen, um die benötigten Rohstoffe zu beschaffen, über die Italien entweder prinzipiell nicht oder zumindest nicht im nötigen Ausmaß verfügt.
Natürlich kann man darüber mäkeln, dass man einen Teil der dringend benötigten Stahlerzeugnisse auf dem Weltmarkt versilbert, um sie dann wieder teuer zurück zu kaufen, aber unter dem Strich ist das ein hervorragendes Geschäft !

Mögen also die Ewiggestrigen in der Partei hinter vorgehaltener Hand jammern, die Politik des offenen Marktes bleibt bestehen und damit basta !

Auch die Produktionszahlen der auf Hochtouren laufenden Rüstungs-Industrie stimmen durchaus positiv.

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Mit Ausnahme der brandneuen schweren Jäger, von denen sich Italo Balbo einen wirksamen Schutz gegen feindliche Bomberflotten verspricht, laufen die Fabriken sämtlich am theoretischen Maximum.
Viel mehr wird man da gar nicht tun können, nur für die Panzer und die besagten Jäger sollen noch zusätzliche Kapazitäten beschafft werden.


27. Oktober 1938

Giovanni Messe lässt die Rechte mit der lapidaren Mitteilung aus dem Kriegsministerium zufrieden auf den Schreibtisch zurück sinken.

Ugo Cavallero lässt Wissen, dass die Aufstellung von drei weiteren Panzerdivisionen endlich abgeschlossen ist, woraufhin er diese nun in die Armata di Riserva übernimmt.

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Was schlicht bedeutet, das Messe selbst sich darauf freuen kann, diese Divisionen in ein paar Monaten unter sein eigenes Kommando zu stellen, da er im Esercito Italiano immer noch das Monopol auf Panzerverbände besitzt !
Damit hätte er nach seiner Meinung eigentlich genug beisammen, um den Franzosen ordentlich in den Hintern zu treten, was er natürlich nicht öffentlich Kund tut.

Schließlich können ein paar mehr Divisionen auch nicht schaden.
Da passt es gut, dass Cavallero den unverzüglichen Aufbau dreier neuer Panzerdivisionen mitteilt.

Der General bezweifelt, dass irgendein anderer Staat über eine derart eindrucksvolle Panzer-Armee verfügt.

Natürlich hat man andernorts auch Panzer, offen gestanden sogar zum Teil weit bessere, aber man verkleckert sie in Infanterie-Armeen.
Schlechte Nachrichten für die eigene Infanterie, die aber zum Trost reichlich mit PAK ausgestattet werden soll.

Aber hervorragende Nachrichten für die italienische Panzer-Armee, der kein annähernd gleichwertiger Gegner gegenüber treten wird.
Zumindest nicht in der Frühphase des Krieges.
Und wenn es nach Messe geht, wird der Krieg erst gar nicht in eine späte Phase gehen, weshalb den Franzosen kein großer Spielraum für eine Lernkurve bleiben wird...


01. November 1938

Benito Mussolini blickt Graf Ciano, Ugo Cavallero und Domenico Cavagnari der Reihe nach fest in die Augen.

"Die Dinge auf dem Balkan sind nun reif, die Vorbereitungen abgeschlossen !", beginnt er mit entschlossener Stimme.
"Da die Westmächte wie das Kaninchen auf die Schlange Hitler blicken und unsere Propaganda den Boden bereitet hat, können wir in allernächster Zeit gefahrlos den albanischen Staat zerschlagen !"

Die Minister bemühen sich um Gleichmut.
Im Grunde kommt allenfalls der Zeitpunkt überraschend, die Botschaft selbst ist seit Längerem erwartet worden.

Vermutlich wird der Duce schon Recht haben, mit seiner Einschätzung der politischen Großwetterlage.
Allerdings können die Albaner doch für erheblichen Ärger sorgen, wenn sie sich militärisch widersetzen.

Die beiden Offiziere fordern Graf Ciano mit Blicken auf, als Familienmitglied die potentiell heikle, naheliegende Frage zu formulieren.

Ciano räuspert sich, während er kurz nachdenkt.
"Wie möchtest Du vorgehen, Benito ?", bringt er schließlich vorsichtig heraus.

"Wir werden ein Ultimatum aufsetzen, welches innerhalb den nächsten beiden Wochen der albanischen Führung zu übermitteln ist !", versetzt Mussolini energisch.
"Falls sich Zogu widersetzt, was ich nicht annehme, werden wir eben an der Küste landen und die Sache durchfechten !"

Cavagnari studiert angelegentlich seine gepflegten Fingernägel.

Natürlich sind die Albaner kein Grund zur Sorge, weder für das Esercito Italiano, noch die Regia Aeronautica, noch die Regia Marina.

Allerdings mochte es den Briten einfallen, an dem italienischen Vorgehen Anstoß zu nehmen, angespannt wie die politische Lage nun einmal ist.

Dann hätte die Regia Marina alle Hände voll zu tun, auch nur die Landung eines hinreichenden Expeditions-Korps an der nahe liegenden albanischen Küste zu bewerkstelligen.

Zumal man zwar mittlerweile über Marineinfanteristen gebietet, aber leider keine Landungsschiffe zur Hand hat.
Im Ernstfall müsste man die Landungstruppen also von Zerstörern ausbooten, vielleicht auch von ein paar beschlagnahmten Passagierdampfern, die aber leicht abhanden kommen könnten, falls englische U-Boote sich einmischen sollten.
Denn U-Boote haben die Engländer zu Cavagnaris Verdruss genug im Mittelmeer.
Von der übrigen Mittelmeer-Flotte mal ganz zu schweigen.

Und dann ginge es erst richtig los - die hoffnungslos veraltete Regia Marina dürfte gegen die weit überlegenen Briten und Franzosen nur ehrenvoll auf Grund sinken können.
Das alles für das armselige Albanien?

Das zunehmend drückende Schweigen wird schließlich von Ugo Cavallero gebrochen.

"Ich denke, ich habe genau die richtige Truppe für den Auftakt zur Hand", meldet er sich mit seinem üblichen, selbstherrlichen Grinsen.
"Das RRAO sollte die erste Welle bilden. Das sind die härtesten Burschen, die wir aktuell aufbieten können und wenn die erstmal an der Küste stehen, können wir problemlos ein paar Infanterie-Divisionen hinterher schicken."

"Was ist mit den Marineinfanteristen?", hakt Mussolini überrascht nach.
"Wollten Sie die nicht unbedingt für genau solche Aktionen aufstellen?"

"Nun, bisher haben es die begrenzten Kapazitäten nicht zugelassen, die Truppe entsprechend auszubauen", wehrt Cavallero ab.
"Künftig wird sich das natürlich ändern, aber bis es soweit ist, besitzt das RRAO mehr Kampfkraft als eine komplette Marineinfanterie-Division"

Der Duce lässt schließlich mit einem Achselzucken von diesem für ihn unwichtigen Detail ab.
Wenn auch mit einem Stirnrunzeln, hat doch die Aufstellung der Marineinfanterie einiges an kostbaren Ressourcen verschlungen.
Das Thema wird er für die Zukunft jedenfalls im Auge behalten.

Inzwischen sinniert Graf Ciano, dem die militärischen Details ohnehin gleichgültig sind, über das Vorgehen des Duce nach.

Denen "König" Ahmet Zugo hatte sein Schwiegervater ja immerhin persönlich auf diesen zweifelhaften Thron gehievt.

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Angefangen hatte er als gewöhnlicher Premierminister, noch dazu ein ziemlich abgebrannter, auf der verzweifelten Suche nach solventen Freunden, die seinem ebenso abgebrannten Land eine Kapitalspritze verabreichen konnten.

Die Westmächte hatten ihr Augenmerk in eine andere Richtung gelenkt, als die Albaner anklopften, schließlich waren die Zeiten ja für alle schwer.
Einzig der Duce hatte den nötigen Weitblick bewiesen und dabei nebenher die ersten Pflöcke eingerammt, die ihm schließlich die irgendwann reife Frucht Albanien in den Schoß fallen lassen sollten.
Und das ohne einen Schuss abzugeben !

So jedenfalls die Theorie, aber nun, da die Sache bald zum Schwur kommt, sehen die Dinge doch weit bedrohlicher aus, als man sich das seinerzeit in einem ruhigen Kämmerchen ausgemalt haben mochte.

Blank, wie die Nerven zur Zeit in aller Welt liegen, kann so ziemlich alles passieren - vielleicht interessiert sich kein Mensch für Albanien, vielleicht bricht darüber auch ein neuer Weltkrieg aus.
Schwer zu sagen.

Immerhin hat ein lumpiges Attentat auf ein paar antiquierte Aristokraten ausgereicht, die ganze Welt in das Verderben des letzten Krieges zu stürzen !
So gesehen, ist die albanische Frage nicht ganz so lächerlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

"Nun gut, Regia Marina und Esericto Italiano treffen alle nötigen Vorkehrungen, falls die Albaner tatsächlich auf die Barrikaden gehen sollten", bescheidet der Duce schließlich.
"Galeazzo, von Dir erwarte ich ein Ultimatum für Zogu, welches ihm zwar die Alternativlosigkeit seiner Lage klar vor Augen führt, aber dennoch nicht von den Westmächten als Beleg für eine italienische Aggression verwendet werden kann!"

Graf Ciano schafft es, ein gereiztes Stirnrunzeln zu unterdrücken.
Wie soll er das denn anstellen?

Die Runde zerstreut sich schließlich wortlos, jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend.


14. November 1938

Ferrucio Lantini seufzt angesichts der immer noch schier endlosen Liste an dringenden Bauprojekten.

Immerhin, die beiden neuen Rüstungsbetriebe hat man innerhalb weniger Wochen hingeklotzt, sie werden nun den Betrieb aufnehmen.

Als Nächstes steht wieder mal eines dieser gigantischen Hydrierwerke auf dem Plan.

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An Öl ist man praktisch immer knapp, vor Allem, weil man auch noch nebenher einen namhaften Teil des begehrten schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt verkauft.
Noch wichtiger ist aber der synthetische Kautschuk, den man nebenher in den jeweils angeschlossenen Werken der ANIC erzeugt.
Daran herrscht tatsächlich echter Mangel, was auch der tiefere Grund für die geplanten neuen Werke ist.
Schließlich braucht so ziemlich jedes Spielzeug, das die Militärs erfreut, unter Anderem auch Gummi.

Nebenher beginnt man nun etwas halbherzig auch, die vom Nationalen Sicherheitsrat priorisierte Kette von Funkmess-Stationen aufzubauen.
An sich ginge das ja vergleichsweise schnell, aber bis Februar hat noch das Hydrierwerk absoluten Vorrang.


16. November 1938

Tenente Frisiercreme sieht dem emsigen Treiben am Strand einige Kilometer südlich von Durrës an der albanischen Küste nachdenklich zu.

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Das Battaglione Poggio Rusco war als Speerspitze des 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore" hier gelandet, wobei man das Ausbooten von den Zerstörern schon einmal ohne Verluste hinter sich gebracht hatte.
Womit sich auch das seit einem Jahr betriebene, verschärfte Training für solche Aktionen endlich einmal auszahlte.

Die ganzen, endlos scheinenden drei Kilometer vom Zerstörer bis zum Strand hatte Frisiercreme sich die schlimmsten Dinge ausgemalt.

Im Grunde würde ein Bataillon auf der Gegenseite leicht ausreichen, das ganze Eliteregiment auszulöschen.
Jedenfalls nach seiner privaten Rechnung, basierend auf der Schätzung, dass man etwa 35 Kugeln benötigen würde, um einen Mann auszuschalten.
34 Kugeln würden Steine treffen, Fische und Vögel erschrecken, kraftlos nach einem langen Flug übers Wasser ins Meer plumpsen.
Aber Nummer 35 würde einen Mann von den Beinen holen.

Eine bewährte Rechnung.

Für das RRAO wären also etwa 70.000 Kugeln erforderlich, was pro Nase etwa 140 Schuss bedeutete, wenn ein albanisches Bataillon den Strand decken sollte.
Das klang machbar, jedenfalls wenn etwas Nachschub zur Verfügung stünde.
Und applizieren könnte man die Kugeln in der verfügbaren Zeit auch, sofern ein paar MGs zur Hand wären.

Wieviele MGs bräuchte man, wenn der durchschnittliche Gewehrschütze 30 Schuss Munition mit sich tragen würde?

Frisiercreme kam auf 35 MGs, was für albanische Verhältnisse vermutlich doch unrealistisch ist.
Wenn aber ein fleißiger Munitionsträger den Gewehrschützen nochmal je 30 Schuss zustecken kann, bräuchte man nur 18 MGs.
Eigentlich 17, aber mit 18 wäre es klarer.
Und das wäre schon machbar, oder?

Aber was wäre, wenn da nur eine einzelne albanische Kompanie stünde?

Nach einigem Kopfrechnen hatte Frisiercreme beschlossen, dass das RRAO in diesem Falle siegreich bleiben müsste, wenn auch das zuerst landende Bataillon Poggio Rusco mehr oder weniger ausgelöscht werden würde.
Was dem Tenente selbst allerdings auch nichts bringt.

Vor lauter Kopfrechnen hätte er noch beinahe die Landung verpasst.

Wie sich zeigte, wurde die albanische Küste allenfalls von ein paar herumstreunenden Hunden verteidigt.

Kein Bataillon, auch keine Kompanie, nicht mal eine Streife.

Der Regimentskommandeur hatte vor Beginn des Unternehmens eh souverän versichert, dass die Albaner nicht kämpfen würden.

Falls doch, hätten sie mit ihren etwa 24.000 Mann genug zu tun, um wenigstens einige strategisch wichtige Positionen im Lande zu sichern.
Es müsst schon mit dem Teufel zugehen, wenn ausgerechnet an diesem Abschnitt der Küste ein nennenswerter Widerstand aufkäme.

Nach Frisiercremes Dafürhalten geht es in der Welt allerdings leider recht häufig mit dem Teufel zu, sodass ihn diese alternative Berechnung nicht wirklich beruhigt hat.
Eine lumpige Kompanie wäre ausreichend gewesen, um das Poggio Rusco in die ewigen Jagdgründe zu schicken und davon hatten die Albaner schließlich doch genug.
Am Ende weiß man es einfach nicht, wie die Sache ausgeht !

Aber tatsächlich treiben sich die Albaner woanders herum, falls sie denn überhaupt kämpfen wollten !
Den geeigneten Zeitpunkt dafür hatten sie allerdings schon verpasst, war doch mittlerweile schon das komplette RRAO gelandet und dahinter folgte eine komplette Infanterie-Division.
In Tarent stehen noch drei Divisionen bereit, was ja nun dicke reichen sollte !

Nach Durrës waren es nur ein paar Kilometer, da käme das RRAO noch heute Nachmittag an, wenn man nach dem Eintreffen der ersten regulären Infanterie-Einheiten aufbräche.
Das RRAO alleine müsste eigentlich ausreichen, um jeder albanischen Einheit, die sich in der wichtigen Hafenstadt vielleicht herumtreiben könnte, jeden Gedanken an Widerstand auszutreiben.
Oder man wartete, bis das erste Infanterie-Regiment als Verstärkung mitgehen könnte, dann wäre man auf der ganz sicheren Seite.

Grinsend steckt sich der Tenente eine Zigarette an, die wundersamer Weise die Wasserpartie schadlos überstanden hat.
Die angeblichen Gefahren des Rauchens können einen Angehörigen des RRAO nicht wirklich schrecken !



In Rom verbucht derweil Graf Ciano erleichtert die Unterwerfung des albanischen Königs von italienischen Gnaden unter das italienische Ultimatum.

Bild

Damit fehlt den Westmächten eigentlich der Anlass, um einzugreifen, sofern man das denn überhaupt vorhaben sollte.

Jedenfalls wäre es nun unmöglich, konkret etwas gegen die italienische Besetzung Albaniens zu unternehmen, wo doch schon italienische Truppen an Land gegangen waren.
Im Grunde ist die ganze Sache in Windeseile erledigt worden, bevor die Westmächte mehr tun konnten, als sich ratlos am Kopf zu kratzen.

Wieder einmal dürfte sein Schwiegervater mit einem erheblichen Gewinn vom Spieltisch aufstehen.

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Beitrag von Hohenlohe »

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Wieder mal zeigt sich der vorausschauende Blick des ehrwürdigen DUC3, was die alliierte Reaktionen auf die Besetzung Albaniens betrifft...!! :) Wieder einmal siegt der italienische Staat über seine Widersacher ohne einen Schuss abzugeben...!! :ph:

herzlichste grüsse

Maggiore Hohenlohe im Hörsaal vor seinen Studenten bzw. Kadetten... :top: *FORZA ITALIA!!*
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Beitrag von Oerty »

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Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke

Beitrag von H34DHUN73R »

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Hohenlohe hat geschrieben:Wir dachten immer, dass euch die Kreativität eigentlich angeboren sein müsste, so wie ihr bislang diesen AAR verfasst habt... :D Aber nur zu, greift in die Tasten und lasst euch nicht bremsen... :)

herzlichste grüsse

Hohenlohe... :top:
Wir danken, werter Hohenlohe, wenn auch die Kreativität doch zu oft in Arbeit ausartet :)

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Oerty hat geschrieben:Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke
Wir wünschen weiter gute Unterhaltung, werter Oerty :)

Mal sehen, so zwei Updates sollten sich bis zum nächsten Wochenende eigentlich noch machen lassen ;)
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Beitrag von thrawn »

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Oerty hat geschrieben:Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke
Kann mich nur anschliessen. :ja:
was lange währt, wird endlich böse.

Beitrag von Evilbeagle »

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Nun, wir stellen erfreut fest, dass es weitergeht!
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)
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Beitrag von Hohenlohe »

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H34DHUN73R hat geschrieben:Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)
Nicht so bescheiden, werter H34HUN73R, denn schliesslich habt ihr die ganze Arbeit mit eurem AAR. Wir freuen uns, daran teilhaben zu dürfen... :)

herzlichste grüsse

Hohenlohe... :top:
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Beitrag von Evilbeagle »

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H34DHUN73R hat geschrieben:Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)
Der werte H34DHun73R kann sich stets darauf verlassen, dass wir ihn bei der Verteidigung unserer Grenzen im Ural, am Suezkanal, Frankreich und meinetwegen auch in Amerika mit Rat und Tat zur Seite stehen werden! (Naja, in unserem Fall eher mit Rat :D )

Nun wollten wir etwas fragen, nämlich 2 Dinge:
1. Wie sieht es aus mit den Logistikkompanien (Gerade wenn der DUC3 in Afrika und algemein in Infrastrukturschwachen Regionen tätig wird, könnten sie von größter Wichtigkeit sein)
2. Wir sind uns auf einmal nicht ganz klar, was eigentlich unsere Rolle als Verbindungsoffizier ist... :D Einmal spielen wir Hausmädchen für Industrielle und auf einmal präsentieren die neuesten taktischen Doktrinen beim Generalstab und in der Freizeit sind wir Militärtheoretiker. Wir wissen gar nicht, wo wir die zeit für unser dreiviertel Chianti mit den werten Hohenlohe finden können :prost:
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Die Logistik-Kompanien sind, wie andere nette Dinge, als Speerspitze eines umfassenden Logistik-Konzeptes nun definiert worden, werter Evilbeagle.
Auch Dank Eurer Arbeit :)
Die Ausrüstungstabelle steht, die Verzahnung der Logistik-Organisation auf allen Ebenen steht, die Rolle und die Integration in die Einheiten steht - nun müsste man diese Einheiten noch aufstellen und den Divisionen hinzufügen.
Was man bei allen Divisionstypen tun könnte.

Dabei hat das Esercito Italiano, respektive der Oberbefehlshaber des Selbigen, die Wahl, dies in abgeleitete Varianten der bestehenden Divisions-Ausrüstungstabellen (oder wie die Amis sagen würden: in Divisions-Templates) zu tun oder
schlicht in der aktuell gültigen.
Letzteres würde bewirken, dass umgehend alle bestehenden Divisionen mit der Neuerung hochgerüstet werden.

Resultieren würde also ein Ansturm auf die Depots, um in diesem Falle speziell die nötigen LKWs zu beschaffen.
So denn ausreichend LKWs in den Depots zu finden wären.
Da Ausrüstungsgegenstände aller Art aufgrund der Aufstellung immer neuer Verbände bei den italienischen Streitkräften immer knapp zu sein pflegen, würde man dort vermutlich schnell ins Leere greifen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Erfahrungspunkte, die nötig sind, um besagte Ausrüstungstabellen zu ändern.
Im Krieg sammelt man ohne großes Zutun Erfahrungspunkte, weshalb auch die Intervention in Spanien so überaus wertvoll für das italienische Heer war.
In Friedenszeiten klappt das nur mittels Manövern, die der Ausbildung neuer Einheiten bis zur Stufe "reguläre Einheit" dienen.
Nebenher fallen dabei auch ein paar Erfahrungspunkte für das Heer ab, aber leider nur sehr wenige.

Das Hinzufügen einer Unterstützungeinheit ist leider hinsichtlich dieser Punkte recht kostspielig, sodass unmittelbar keine Möglichkeit besteht, die Ausrüstungstabellen umzustellen.
Aber der Tag wird kommen :)


Zu Eurer Rolle als Verbindungsoffizier:
Die eigentliche Arbeit erledigen die Forschungsteams, die dem Forschungsministerium unterstehen.
Natürlich wird man für rein militärische Themen auch jeweils Experten aus Heer, Luftwaffe oder Marine einbeziehen.

Als Verbindungsoffizier sollt Ihr seitens des Oberkommandos sicherstellen, dass man die ausgewählten Themen in der richtigen Weise angeht, Kontakte zwischen den Forschungsteams und den Militärs herstellen, Euren Dienstherrn, den Kriegsminister, über Inhalt und Verlauf der Projekte informieren
und ggfs. natürlich auch die Resultate vorstellen.
Außerdem könnt Ihr Euch auch selbst aufgrund Eurer Erfahrung in die Projektarbeit einbringen, z.B. bei artilleristischen Themen.

Ein recht umfangreiches Tätigkeitsfeld mit reichlich Gelegenheit, ein Fettnäpfchen zu finden, da die unterschiedlichen Fraktionen ja gerne unterschiedliche Ziele verfolgen, zumindest aber unterschiedliche Prioritäten haben :)

Militärtheoretische Arbeiten an sich stehen also nicht unbedingt im Fokus Eurer aktuellen Tätigkeit, das erledigen die Experten der Stäbe.
Ihr müsst nur zusehen, dass die Sache vorangeht und die guten Leute nicht gedanklich an der falschen Stelle abbiegen.
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Beitrag von Evilbeagle »

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Werter H34DHUN73R,

wir sind selbst ein Stolzer Besitzer von HoI 4 so sind uns die Konzepte im Spiel bekannt.
Nun ist es schade, dass wir zur Zeit noch nicht genug LKWs für eine Umfassende Aufrüstung haben. Wir würden unsere bescheidene Empfehlung abgeben, und die Aufrüstung der Panzerdivisionen Priorität geben. Aber das liegt natürlich alles in DUC3s Entscheidung :vertrag:

Sind denn nicht in unseren "Neuerwerb" keine Fabriken zu finden, welche nun nicht mehr von ihren vorherigen Besitzern gebraucht werden. Wir meinen, die Albaner stehen nun unter unserem Schutz, da könnten sie doch auch ihren Beitrag leisten! :D

Und vielleicht wären in Jugoslawien ein paar Fabriken, welche wir uns zum Schutze der Jugoslawischen Völker "ausleihen" könnten (HUST.... HUST.. :reiter :)
(Bei uns geht die KI mit den "Normalen" Fokusbäumen sehr schnell die Aufrüstungsfoki ab, d.h, dass Albanien immer schon min 4 Mil. Fabriken hat, bevor wir sie annektieren. Jugoslawien kommt meistens auf 5 - 6 Fabriken, bis wir einmarschieren. Deswegen lassen wir sie auch immer bis ´38 in Frieden, damit sie für uns ..."bauen" können)
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Da seit ihr durchaus auf dem richtigen Weg, werter Evilbeagle :)
Tatsächlich wird man bald etwas in der Art hören, jedenfalls was Albanien anbelangt.

Hinsichtlich Jugoslawiens hat der Duce ja bereits alles gesagt, womöglich möchtet Ihr ja nochmal persönlich mit ihm reden ;)

Wir gehen historisch in den WKII, hauptsächlich um die eh recht konfuse KI nicht zu sprunghaften Entscheidungen zu provozieren.
Allerdings soll sich der Verlauf des WKII dann natürlich zunehmend von der Realität entfernen.

Edit:
Das primäre Problem mit den Logistikkompanien liegt aktuell nicht bei den LKWs sondern bei den Erfahrungspunkten.
Vor Kriegsausbruch wird sich da nicht mehr wahnsinnig viel tun und was man konkret ändert, muss sich noch zeigen.
Die Logistik ist jedenfalls zu Anfang nicht entsetzlich vordringlich, später dann natürlich alternativlos.
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Alle Wege führen nach Rom - XXXIII

Bild

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Maggiore Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
aktuelle Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



17. November 1938

Tenente Frisiercreme beäugt vom Straßenrand aus die durch die Stadt rollende Kolonne aus dutzenden von LKWs.

Bild

Wie erwartet war das RRAO nach einem kriegsmäßigen Vormarsch noch am gestrigen Nachmittag in Durrës eingetroffen.

Kurz vorher kam noch die Nachricht von der albanischen Unterwerfung unter das italienische Ultimatum.
War eine knappe Sache, da die italienischen Aufklärungsexperten mit der Waffe in der Hand in Kampfformation auf den Stadtrand vorrückten.
Da hätte es leichte einige letale Verwicklungen geben können, jedenfalls auf albanischer Seite.

Frisiercremes Blicke wandern zwischen den LKWs, die zu der von Tarent aus entsandten, bereitstehenden Infanterie-Division gehören und den neugierig umstehenden Albanern hin und her.

Sein Zug hat an einer wichtigen Straßenkreuzung Stellung bezogen und sichert nach allen Richtungen.
Mag ja sein, dass dieser König irgendwas akzeptiert hat, aber wer weiß, ob nun jeder Albaner deswegen gleich glücklich über die neue und doch unerwartete Mitgliedschaft im römischen Imperium ist.
Das Winken der italienischen Soldaten trifft schon mal nicht auf erkennbare Begeisterung der Umstehenden.

Bild

Jedenfalls werden seine Leute als Erste schießen, falls es hier Putz geben sollte, soviel hat er schon mal klar gestellt.
Die durchtrainierten Elitesoldaten des Poggio Rusco mit ihren schussbereiten Gewehren scheinen die Albaner aber hinreichend zu beeindrucken, sodass auch Missfallenskundgebungen unterbleiben.

Die italienische Militärmaschinerie arbeitet zur Verblüffung des Tenente offenbar nahezu perfekt, war die besagte Infanteriedivision doch schon am Vorabend per Schiff aus Tarent eingetroffen,
sobald das RRAO den Hafen von Durrës als gesichert gemeldet hatte.
Mit der Abfertigung im Hafen schleppt es sich ein wenig, aber inzwischen übernehmen die eintreffenden Infanteristen immer mehr Positionen vom Aufklärungsregiment "Folgore", sodass man bald für neue Aufgaben frei sein wird.

Vermutlich geht's dann nach Tirana, um der Autorität eines dort sicher bald eintreffenden italienischen Militärgouverneurs ein wenig Nachdruck zu verleihen.
Immerhin, da es sich um ein kleines Land handelt, sind die Wege auch nicht entsetzlich weit.
Die etwa 35 Kilometer könnte das RRAO zwar problemlos zu Fuß zurücklegen, aber die begehrlichen Blicke des Tenente folgen den vorbeirollenden LKWs aus mehr als nur einem Grund.

Ein rasch lauter werdendes Brummen von Oben weckt seine Aufmerksamkeit.
Eine Jagdstaffel nähert sich, offenbar von einem italienischen Fliegerhorst kommend, schnell der Hafenstadt.
Man will sich wohl die Dinge mal von oben besehen, was sicher eine gute Idee ist, bevor man leichtsinnig ins Landesinnere vorrückt.

Der Tenente grüßt übertrieben zackig irgendeinen Schwabbel im Geländewagen, der in der Kolonne mitfährt.
Vermutlich der Bataillonskommandeur, nach den Schulterklappen zu schließen.
Der hätte beim RRAO schon mal nichts zu lachen, denkt Frisiercreme, der sich mit wohligem Schaudern an seine eigene Ausbildung bei der Spezialeinheit erinnert.


Zur gleichen Zeit tagt im Korporationsministerium eine eilig einberufene Arbeitsgruppe zur Integration der neuen albanischen Provinz in die italienische Wirtschaft in Permanenz, da der Duce hat Wissen lassen, dass er keinen Grund für eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen sieht.

Ferrucio Lantini blickt verdrießlich auf die hastig zusammengetragenen Daten über Albanien.
Verdrießlich, da er doch eigentlich bei Weitem genug zu tun hat, auch ohne dass man noch nebenher irgendein Land einkassiert.

Immerhin, die Albaner bringen vier zivile Fabriken ein, nicht gerade ein Lotto-Hauptgewinn, aber angesichts der äußerst angespannten Lage insbesondere bei den Konsumgütern schon ein wertvoller Beitrag.
Dazu noch einen Rüstungsbetrieb, den man den Begehrlichkeiten Ugo Cavalleros Rechnung tragend für die Produktion von Panzern einsetzen will.
Dürfte etliche Monate dauern, bis hier etwas Zählbares herauskommt, aber dafür hat es ja auch nichts gekostet.

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Bei den Panzern hinkt man nach den jüngsten Eskapaden des Heeres wieder deutlich hinter dem Soll her, stellt man doch schon wieder drei neue Panzerdivisionen auf.
Die alten, nur mit Maschinengewehren bewaffneten leichten Panzer hat man stillschweigend wieder zugeteilt, sodass der reale Fehlbestand noch deutlich höher ausfällt, als "offiziell" gezeigt.

Jedenfalls wird er in den nächsten Tagen nach Albanien reisen, respektive natürlich die Provinz Albanien oder wie auch immer der Duce die Neuerwerbung am Ende ganz zutreffend betiteln wird.
Es kann nichts schaden, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen, wichtiger ist aber, den Leuten vor Ort den Eindruck der Wichtigkeit zu vermitteln.
Ansonsten kehrt da leicht ein Schlendrian ein, für dessen Folgen letztlich er, Lantini, gerade stehen muss.

Aufgrund des neuen Rüstungsbetriebes wird das Öl knapp, also muss man künftig mehr auf dem Weltmarkt zukaufen.
Da man ja schließlich die Hälfte der eigenen Produktion dort versilbert!
Nun ja, ändern kann er das eh nicht.

Jedenfalls hat er umgehend seine Expertenkommission überstimmt und beschlossen, dass man in Russland zukaufen wird.

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Die Sowjets können Devisen dringend brauchen, die man seitens der Italiener auch ungern in den Händen der Westmächte sähe, würden die am Ende doch damit nur ihre Rüstungsproduktion ankurbeln.
Außerdem lassen sich die Importe aus Russland in Krisenzeiten auch leichter absichern, als auf dem langen Weg über den Atlantik oder Pazifik, wohin der schwache Arm der Regia Marina auf absehbare Zeit nicht reichen wird.
Die Sache muss man auch nicht an die große Glocke hängen, was kein Problem sein dürfte, da sicher auch die Sowjets mit dem Deal keine Reklame machen werden.


20. November 1938

Vittorio Emanuele Ferdinando Maria Gennaro di Savoia, genannt Vittorio Emanuele III, König von Italien, Kaiser von Abessinien und seit einigen Tagen nun auch König von Albanien, besichtigt seine neueste Provinz.

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Es kann nicht schaden, den neuen Untertanen die Aufmerksamkeit ihres Monarchen spüren zu lassen.
Bei der Gelegenheit kann man gleich im Palast in Tirana die Spuren des vormaligen Throninhabers tilgen und einen neuen Hof einrichten.
Vielleicht als so eine Art Herbstresidenz.
Muss man sehen, wo das Wetter besser ist und was der Terminkalender so her gibt.

Jedenfalls formiert man sich zunächst kurz hinter Durrës zu einem eindrucksvollen Konvoy, der natürlich vom Esercito Italiano und dem SIM gut gesichert wird.

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Der König ist nicht unzufrieden mit Mussolini, scheint dieser doch dem Hause Savoyen in kurzen Abständen neue Landstriche und Untertanen zu bescheren.
Und das praktisch ganz ohne Krieg, sieht man mal von diesen Scharmützeln in Abessinien ab.
In der Tat ganz famos !

Und ein gewaltiger Kontrast zu den glücklosen Unternehmungen im Umfeld des Weltkrieges, wo nicht zuletzt der König selbst mit dem Ziel des Ausbaus seiner Macht den Wechsel auf die Seite der Entente veranlasst hatte.
Was bekanntlich in einem blutigen Desaster ohne Gleichen endete.

Glücklicherweise machte das Volk dieses Desaster aber an den Militärs fest, im Wesentlichen an Cadorna und Diaz, obwohl der König zumindest nominell den Oberbefehl führte und auch tatsächlich im Hauptquartier der Armee präsent war.
Nun ja, vergessen, vorbei.

Das Volk sah in ihm nach dem Krieg den Re Soldato, den Soldaten-König, was an sich ja einen positiven Grundtenor zeigt.

Immerhin deckte er dann ja auch Gabriele D’Annunzio, als dieser mit einem wilden Haufen von etwa 2500 Freischärlern, hauptsächlich Arditi, nach dem Weltkrieg aus eigenem Antrieb Fiume in Istrien besetzte und die alliierte Kontrollkommission, die sich dort gerade häuslich einrichtete, verjagte.

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Bei Istrien handelte es sich um eines der von den Westmächten verweigerten Kriegsziele Italiens, sodass die nationale Erregung für den König nur zu verständlich war.

D'Annunzio rief sodann in Fiume die "Reggenza Italiana del Carnaro" aus, die immerhin etwa ein Jahr Bestand hatte, nicht zuletzt aufgrund der Weigerung des Königs, gegen dieses Treiben einzuschreiten.
Sogar auf eine eigene Briefmarke hatte er es geschafft - der König seufzt, manchmal sind seine Landsleute aber auch wirklich anstrengend !

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Aufgrund der resultierenden internationalen Verwicklungen, in die neben den unvermeidlichen Engländern und Franzosen auch die USA nochmals verstrickt wurden, einigte man sich schließlich im Grenzvertrag von Rapallo auf die Gründung eines "Freistaates Fiume".
Nun, jedenfalls einigten sich so ziemlich alle - bis auf den Hitzkopf D'Annunzio, der daraufhin Italien den Krieg erklärte!
Was ja nun doch auch für italienische Verhältnisse ein wenig zu weit ging.

Nun möchte man glauben, dass dieser Schritt das Ende der merkwürdigen Karriere des Dichters gewesen wäre, die ihn unter Anderem auch im Weltkrieg zu einem Propaganda-Flug über Wien geführt hatte, wo er haufenweise befremdliche Flugblätter abwarf.
Andernorts wäre das ganz zweifellos auch so geschehen.

Aber es wäre nicht Italien gewesen, wenn man im Volke nicht das heiße Herz des Dichters geliebt hätte, sodass ihm der König schließlich alles verzieh und ihn sogar noch in den Stand des Principe di Montenevoso erhob.
Seither residiert er eher friedlich am Garda-See, wo er sich zur allgemeinen Erleichterung wieder mehr der Kunst widmet, als dem aufreibenden politischen Geschäft.
Die Villa hatte er ursprünglich eigentlich schlicht besetzt, aber einem großen Mann sieht man halt gerne kleine Verfehlungen nach.
Zum Ministerpräsidenten hatte ihn der König aber dann doch nicht gemacht, da schien Mussolini zu der Zeit einfach irgendwie berechenbarer, wenn auch nicht seriöser.

Wie auch immer - jedenfalls hatte besagter D'Annunzio nicht nur Fiume entgegen der Bestrebungen aller Siegermächte für alle Zeiten nach Italien heimgeführt, nein, er hatte dort auch so Manches etabliert, was später Mussolini als unentbehrliche Zutaten
des Faschismus betrachtete, wie z.B. das Führerprinzip, den römischen Gruß, den Kult um die Arditi und vieles Andere.

Und für den König fiel neben Fiume eben auch noch die Zuneigung des Volkes ab, hatte er doch die Hand über D'Annunzio gehalten und damit alles erst ermöglicht.

Nun also Albanien - famos, wie gesagt, ganz famos!

Man kann direkt sehen, wie das neue römische Imperium Zug um Zug Gestalt annimmt!
Und das Imperium, das war ja letztlich nicht dieser gelegentlich doch sehr anstrengende Mussolini - nein, es war das ehrwürdige Haus Savoyen, mit Vittorio Emanuele III an der Spitze!
Das sollte man doch besser nie vergessen, nicht wahr...

Der König winkt den Umstehenden huldvoll zu, als sich die Kolonne in Bewegung setzt.


21. November 1938

Conte di Bassewitz blättert durch die Titelseiten der großen italienischen Tageszeitungen.

Ein tägliches Ritual, gilt es doch festzustellen, ob sich die Redakteure an die Vorgaben des Pressesprechers der Regierung gehalten haben.

Wobei ihnen di Bassewitz natürlich gerne unter die Arme greift.
Den armen Schusseln.

Ursprünglich hatte er nur die Leitthemen aufgezeigt und Interpretationshilfen gegeben, die letztliche Ausformulierung jedoch den Pressefritzen selbst überlassen.
Aber wie sich wieder einmal herausstellte, muss man die Dinge halt selber in die Hand nehmen, wenn man sie wirklich erledigt wissen will.

Also ist er schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, die zentralen Aussagen gleich selber detailliert zu formulieren.

Was auch den angenehmen Vorteil mit sich brachte, die ja jeweils unterschiedliche Kreise ansprechenden Tageszeitungen einerseits optimal am Regierungskurs auszurichten, andererseits aber auch am Geschmack der Leser.

Nach einigen, nun, Klagen mit ungünstigen Folgen für einzelne Redakteure hatte sich in den Kreisen der Schreiberlinge eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Auswahl von passenden Formulierungen eingeschlichen, die den Genuss der Leitartikel doch beeinträchtigte.
Jedenfalls nach Bassewitz' Geschmack.
Es gab eigentlich nur noch Quatsch mit Soße oder Einheitsbrei, was ja nun die Leser auch nicht erbauen kann.

Durch seine kleinen Hilfestellungen ist also allen gedient - die Leser bekommen verdauliches Futter, die Regierung bekommt ihre Themen sauber kommuniziert und die Redakteure bekommen keinen Ärger !
Nebenher können die Zeitungen und Zeitschriften ein unterschiedliches und abwechslungsreiches Profil zeigen.

Also alles super, wie üblich !

Sein Stab, der an den Längsseiten des wirklich erstaunlich langen Tisches Platz genommen hat, wartet gespannt auf das Urteil des Meisters der Volksinformation.

Jedes Stirnrunzeln, jedes Lächeln, jedes Grunzen und jedes Husten sorgt für veränderte Stimmungslagen bei den Mitarbeitern.
Schließlich lastet auf der Schulter jedes Einzelnen eine große Verantwortung!
In manchen Fällen eine zu große, wie sich bereits herausgestellt hat.

Heute wirkt der Conte jedoch bislang zufrieden.
Die Artikel über die Integration Albaniens in das moderne, blühende und weiter aufstrebende Italien entsprechen durchaus seinen Erwartungen.

Naja, ganz überwiegend jedenfalls.

Irgendein Idiot hat doch tatsächlich das Wort "Kolonie" in den Text eingeflochten, was es ja schließlich sorgsam zu vermeiden galt!
Oder etwa nicht !?

Vermutlich bringt der Mann seinem Beruf einfach nicht die gebotene Aufmerksamkeit entgegen, sodass sich kleine aber durchaus ernste Fehler einschleichen !
Vielleicht wäre eine Spitzhacke ja doch das bessere Werkzeug, denn die sensible Feder, die man doch zu führen verstehen muss !

Ungnädig blickt der Conte auf
"Verbinden Sie mich mit Ardizzone vom Giornale di Sicilia, aber pronto, ja !"

Mit bleichem Gesicht greift ein Assistent zum Telefon, in der Hoffnung, dass man im Sekretariat die Nummer zur Hand hätte.
Den Chef in dieser Stimmung warten zu lassen, wäre jedenfalls keine gute Idee.

Derweil richtet di Bassewitz seine strapaziöse Aufmerksamkeit auf die Bilder der ersten Seiten.

Die Bilder sind häufig sogar die wichtigere Botschaft, fällt doch die normale Aufgabe der Presse - verbreiten von Klatsch und Tratsch - in dem straff geführten Italien weitgehend flach.
Da immer mehr Leute in prächtigen Uniformen herumlaufen und eindrucksvolle Titel führen, weiß der Außenstehende oft nicht, wer nun tatsächlich wichtig ist und wer nicht.

Zudem gibt es zwangsläufig häufig überschneidende Kompetenzen.
So ist das Korporationsministerium zwar für die Rüstung zuständig, aber das Forschungsministerium liefert die Pläne und der Nationale Sicherheitsrat entscheidet, was nun produziert wird.
Das Kriegsministerium hat dazu naturgemäß auch noch eine eigene Meinung.
Häufig benennt man dann einen Verantwortlichen, der ein konkretes Thema voran bringen soll, sodass am Ende alle möglichen Stellen das gleiche Feld beackern.

Wer soll da den Überblick behalten?

Als Goldstandard der Information über die Rangfolge der diversen VIPs und Möchtegerns dienen daher Bilder und zwar insbesondere Bilder mit dem Duce.
Den Duce muss man nicht erklären, er ist einfach der Duce und gut!

Wenn also einer neben ihm steht, muss er wichtig sein, ansonsten stünde er da ja nicht.
Jedenfalls gäbe es kein Bild in einer Zeitung, das ist ja eben der Vorteil einer straffen Führung!

In einer verweichtlichen westlichen Demokratie könnte es leicht passieren, dass der Präsident halt mal aufs Klo muss, woraufhin sich irgendein Möchtegern auf dem Weg an ihn heran drängelt und ein Pressefotograph den Auslöser drückt.
Dann glaubt natürlich der gemeine Zeitungsleser, dass der Kerl irgendwie wichtig wäre, was aber überhaupt nicht der Fall sein muss.

Könnte natürlich in Italien auch passieren.
Das mit dem Auslöser, versteht sich.
Aber das Bild käme sicher nie in die Zeitung.

Besonders wichtige Persönlichkeiten dürfen sich über individuelle Aufnahmen freuen - nur die Nase und der Duce, ansonsten bloß Hintergrund.
Legt der Duce der Nase noch die Hand auf die Schulter, gilt das praktisch als Ritterschlag.
So eine Nase ist totsicher mächtig wichtig!

Einfachere Fälle werden mit Massenaufläufen abgespeist.
Der Duce hält eine Rede und hinter ihm stehen seine Paladine.
Entscheidend ist, wer rechts steht und wer links und wer dahinter oder erst in der zweiten Reihe, im verzweifelten Versuch, seine Visage irgendwie doch noch auf das Bild zu kriegen.

Untereinander, also ohne Pressebeteiligung, kommuniziert man solche Rangordnungsthemen lieber in Form von Banketten.
Da kann man problemlos hundert Leute auf einmal gewissermaßen abfrühstücken.

Wer am Tisch des Duce speist, ist schon mal mächtig wichtig.
Wer neben dem Klo sitzt, sollte sich besser mal Gedanken über sein allgemeines Betragen machen.

Wie man sieht, sind die Bilder also mächtig wichtig, transportieren sie doch Botschaften, die weit über den konkreten Inhalt eines Artikels hinaus gehen.
Daher auch die Aufmerksamkeit des Conte.
Sieht aber alles soweit gut aus.
Kein Wunder, beschäftigt sich doch sein halber Stab mit der Auswahl und Verteilung geeigneten Materials.

"Was ist jetzt mit Ardizzone ?!", bellt er ungehalten.
"Verzeihung, Herr Staatssekretär, sein Büro versucht ihn zu erreichen, er ist momentan wohl nicht im Hause", bringt sein Assistent heraus.

Anklagend rollt di Bassewitz die Augen zur Decke.
Wie soll man professionelle Arbeit abliefern, wenn man ständig nur mit Idioten zu tun hat ?


25. November 1938

Tenente von Retterling beobachtet über den Rand der aufgeschlagenen Zeitung hinweg das hektische Treiben um ihn herum.

Die dunkle Sonnenbrille verdeckt seine Blickrichtung, sodass der gesenkte Kopf ein aufmerksames Studium des Corriere del Ticino, einer schweizerischen Tageszeitung nahelegt.
Natürlich ein Blatt der italienischsprachigen Schweiz, die ohnehin als beliebte Tarnung für SIM-Agenten fungiert.
Noch beliebter als die USA, die sich als Schmelztiegel für Einwanderer aus aller Welt traditionell als Tarnung dienten.
Zumal ja nun jeder weiß, dass es in den Staaten eine sehr rührige und nicht sonderlich auf Integration bedachte italienische Gemeinde gibt.

Aber zur Zeit ist er eben als schweizer Geschäftsmann unterwegs, auf der Suche nach günstigen Gewürzen, was ihn schließlich nach Alexandria geführt hat.

Der wahre Grund sind Informationen, die der Zentrale den Schluss nahe legen, es gäbe einen Verräter irgendwo im Stab der 1.Armee.
Eine Kanaille, die offenbar den italienischen Feldzugsplan an die Briten verhökern will !
Was natürlich für einige Aufregung sorgt, sowie auch für eine umgehende Entsendung eines Einsatzteams.

Wie üblich übernehmen zwei "hauptamtliche" Agenten das eigentliche Geschäft: sobald es der Zentrale gelungen ist, diesem Vogel vorzugaukeln, er stünde mit dem Secret Service in Kontakt,
werden die Agenten vor Ort versuchen, das "Geschäft" abzuschließen.
Von Retterlings 5 Mann-Team kümmert sich wie gewohnt um operative Details, wie Beschaffung, Absicherung, Festnahme bzw. Liquidierung des Ziels.

Der SIM würde natürlich nur zu gerne dieses Spions habhaft werden, um herauszufinden, ob noch andere Personen involviert sind.
Und darüber würde der Kerl sicherlich sehr gerne reden.
Nicht unbedingt gleich, aber irgendwann schon.
Noch wichtiger ist es aber, dass er keinesfalls dem echten Secret Service in die Hände fällt, ansonsten könnte man den ganzen Feldzugsplan neu entwerfen.
Wobei man an den Fernzielen ja eh nichts ändern könnte, da es sich um strategische Ziele handelt, die unbedingt zu sichern wären.

Von Retterlings Team aus "schweizer Geschäftsleuten" hatte sich in einem Hotel nahe eines Suq eingerichtet, wo man nach Möglichkeit des Spions habhaft werden wollte.

Daher hat sich auch der Tenente in diesem Straßenkaffee niedergelassen.
Er will sich einen Eindruck verschaffen, wie es hier normalerweise zugeht um dann im Ernstfall rechtzeitig zu erkennen, wenn etwas Ungewöhnliches passiert.
Und sich so viele Gesichter wie möglich einprägen.
Falls es am Ende zu einem Hinterhalt des Service oder der Ägypter kommen sollte, würden sicherlich etliche Leute auftauchen, die sich zuvor hier nicht hatten blicken lassen.

Bei den beiden "echten" Agenten handelte es sich um vorgebliche Briten, die tatsächlich ein perfektes Oxford-Englisch sprachen.
Jedenfalls für von Retterlings Ohren.
Ob das echte Briten auch so sehen würden, steht auf einem anderen Blatt, aber mit denen will man sich ja tunlichst nicht einlassen.
Die Agenten sehen sogar aus wie echte Briten - blass, sommersprossig, rothaarig.
Wo der SIM wohl solche Typen auftreibt?
Sind es am Ende tatsächlich Engländer, die für den italienischen Geheimdienst arbeiten?

Der Tenente schiebt die sinnlosen Überlegungen beiseite, während er wieder einmal umblättert, ohne auf den Inhalt der Zeitung zu achten.
Seit er für den SIM arbeitet sieht er Zeitungsartikel ohnehin in einem anderen Licht.
Als ernsthafte Informationsquelle scheiden sie jedenfalls aus.


25. November 1938

Ugo Cavallero registriert den Zugang der Infanterie-Divisionen 37 bis 42 zur Armata di Riserva.

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Bei den Panzern wird es wie üblich noch ewig dauern, bis die Ausbildung auf Divisionsebene abgeschlossen ist.
Kein Wunder, bedenkt man die hohen Maßstäbe, die Giovanni Messe an die Ausbildung anlegt.
Womöglich zu hohe Erwartungen, aber schneller vorzugehen bringt ja nun auch nichts, wenn man sich keine zusätzlichen Neuaufstellungen leisten kann.
Weil wieder mal Panzer fehlen und sogar gewöhnliche LKWs !

Da ja Frieden herrscht können die Kerls jedenfalls ruhig mit ihren Panzern durch die Lombardei pflügen, die Einwohner dort dürften eh nicht mehr störbar sein.

Stattdessen ordnet Cavallero die Aufstellung der nächsten Staffel von 6 Infanterie-Divisionen an.

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Die Gebirgsdivisionen 13 bis 18 bekommen nun auch das Prädikat "reguläre Einheit" und komplettieren die Gebirgs-Armee.
Wird recht eng, am Monte Bianco.

Das Heer schwillt allmählich insgesamt zu ansehnlicher Größe an.
Wird auch Zeit, da es vermutlich bald zur Sache gehen wird.


27. November 1938

Ferrucio Lantini schreitet die Reihen der örtlichen Honoratioren in Tirana ab.

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Zu seinem Leidwesen musste er aus Zeitgründen ein Flugzeug nehmen, um trotz seines übervollen Terminkalenders einen Besuch in Albanien noch irgendwie dazwischen zu quetschen.

Er fliegt nicht gerne.

Nicht nur nicht mit italienischen Maschinen, obwohl seine Vorbehalte hier am größten sind, kennt er doch die schrägen Gestalten, die diese Flugzeuge zusammennageln größtenteils persönlich.
Nein, er hasst das Fliegen allgemein, schließlich hat die Luft keine Balken.
Wäre doch schade, die glänzende Laufbahn mit einem krachenden Aufschlag auf dem harten Boden zu beenden!

Er wirft einen prüfenden Blick auf das umfangreiche Empfangskomitee.

Hier wird man kräftig durchsieben müssen, keine Frage.

Diese Blüte der albanischen Gesellschaft sieht ihm eher einer Bande von Pferdedieben und Halsabschneidern gleich, was ja wohl auch die Berufe der Väter und Großväter gewesen sein dürften.
Nein, da wird man mit einem eisernen Besen durchkehren müssen!

Ein kleines Mädchen überreicht ihm Brot und Salz, verbunden mit einem Gedicht, welches wohl sentimentale Gefühle bei dem Minister wecken soll.
Solche Sachen hasst Lantini noch mehr als Flugzeuge !

Für die Kameras der mitgereisten italienischen Presse bückt er sich zu der Kleinen hinunter und setzt ein väterliches Lächeln auf.
Soweit das halt möglich ist, bei dem anstrengenden Job.

Er wirft dem frisch gebackenen Residenten des SIM in der albanischen Provinz einen vielsagenden Blick über die Schulter zu, den dieser mit einem leichten Nicken quittiert.
Fähiger Mann, fraglos hat er sich selbst schon seine Gedanken gemacht.

Die Neuerwerbung muss möglichst umgehend auf Zack gebracht werden, um die ehrgeizigen wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.
Das ist nicht die rechte Zeit für Mildtätigkeit und Langmut - nicht fördern sondern fordern !
Und ersetzen, wenn jemand den Herausforderungen nicht gewachsen scheint.
Oder gar Anzeichen von Unbotmäßigkeit an den Tag legt !

Genug geknippst, Lantini geht schnellen Schrittes weiter, auf die bereitgestellte Limousine zu.
Die lokalen Helden sind nicht weiter wichtig, hier wird man eh italienisieren.

Das Rüstungswerk interessiert ihn und wie lange es wohl dauern wird, bis dort endlich italienische Panzer durchs Werkstor rollen!
Dafür hat er auch etliche Produktionsfachleute und Logistiker mitgebracht, die sich die Sache mal genau ansehen sollen.


06. Dezember 1938

Italo Balbo lächelt zufrieden, hat doch der Duce seine Verfügung zur Reaktivierung eines weiteren Weltkriegs-Geschwaders unterzeichnet.
Damit steht man bei, summa sumarum, mal sehen, ähm, ja - bei zwölf Jagdgeschwadern, mithin 960 Maschinen !

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Natürlich wird das neue Geschwader zunächst mit Doppeldeckern vorlieb nehmen müssen, aber Macchi liefert ja mittlerweile höchst zuverlässig.


15. Dezember 1938

Guglielmo Marconi lässt sich den Abschlussbericht seines Projektleiter bezüglich der Verbesserungen der Aufklärungsmöglichkeiten vortragen.

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Für die Aufklärungs-Kompanien wird damit neue Ausstattung verfügbar, so denn das Kriegsministerium solche Kompanien auch tatsächlich aufstellt und zuteilt.
Was seines Wissens keineswegs flächendeckend der Fall ist, aber das soll nicht sein Problem sein.
Er muss nur die Mittel bereitstellen.

Er wirft diesem immer noch recht frischen Verbindungsoffizier, Maggiore Evilbeagle, einen prüfenden Blick zu.
Natürlich hat dieser auch keine Ahnung, was im Kopf von Ugo Cavallero vorgehen mag.
Hauptsächlich fungiert er sicherlich als Wachhund des Kriegsministers, aber wenn einem das klar ist, kann man sich natürlich darauf einstellen und ein kleines Spielchen aufziehen, falls das sinnvoll erscheint.
Marconi macht sich wegen der Militärs keinen großen Kopf - wer sich freiwillig meldet um den Kopf in eine Häkselmaschine zu stecken, dürfte ihm intellektuell kaum gefährlich werden können.

Mit einem knappen Wink entlässt er den Projektleiter.

Als nächstes stehen wieder mal die Maschinenwerkzeuge auf dem Plan.

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Lantini braucht erneut zusätzliches Produktivität, um die Rüstung weiter voran zu treiben und seine Entwickler haben so einige Ideen.
Da sollte sich also etwas machen lassen, aber erfahrungsgemäß zieht sich das bis zur Umsetzung wieder ewig hin und bindet Ressourcen.

Überhaupt sind für die nächste Zeit keine großen Verbesserungen zu erwarten, da sich lauter Langläufer in der Pipeline befinden.

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Was wohl bedeutet, dass er demnächst am Kabinettstisch wieder unter Druck kommt, wenn sich Lantini und Cavallero wieder in die Haare kriegen.
Das salomonische Urteil des Duce läuft dann des Öfteren darauf hinaus, dass halt das Forschungsministerium irgendein Kaninchen aus dem Hut zaubern muss, um die Kapazitäten zu vergrößern.
Oder die Schlagkraft der Truppe.
Oder sonst irgend etwas, was man gerade dringend zu brauchen meint.

Er unterdrückt ein Seufzen und gönnt sich mit gewohnt stoischer Miene ein Glas Pellegrino.

Sein Lieblingsprojekt, unausweichlich die Weiterentwicklung der Funkmess-Technik, kommt auch nicht recht vom Fleck.

Immer ein riskanter Aspekt, kann er doch als Fürsprecher im Wesentlichen nur auf Italo Balbo bauen, der ja nun auch nicht die wichtigster Figur im Spiel ist.
Der Marineminister überblickt die Konsequenzen dieser Technologie offenbar ohnehin nicht, was aber auch nicht viel bedeutet, da er eh keine Rolle spielt.

Jedenfalls nicht, bis die Franzosen geschlagen sein werden.
Die Briten werden aus Verzweiflung darüber wohl kaum die Flinte ins Korn werfen, bockig wie sie nun einmal sind.

Dann wird also die Stunde der Regia Marina kommen müssen, es sei denn, man möchte über den Kanal schwimmen, um die Inseln einzunehmen.
Und dann wird auch der Marineminister auf einmal eine wichtige Figur werden.
Fragt sich nur, ob er dann noch Cavagnari heißt.

Mit konzentriert aneinander gelegten Fingerspitzen analysiert Marconi die Lage und plant seine nächsten Schachzüge, seine Umgebung komplett ignorierend.


25. Dezember 1938

Genervt wirft Graf Ciano seine aus feinstem Leder gearbeitete Aktentasche auf das Sofa und lässt sich in den bequemen Sessel fallen.

Erster Weihnachtsfeiertag, den heiligen Abend hat er verpasst, ist eben erst aus Deutschland zurückgekehrt.
Er lockert den Knoten seiner Krawatte, steckt sich einen Zigarillo an, während ein Bediensteter einen schottischen Whiskey einschenkt.
Zwei Fingerbreit, so wie er es mag.

Seine Frau wird vermutlich zetern, da muss er sich erstmal stärken!
La Familia - schöner Mist!

Immerhin hat er das von den Deutschen unterzeichnete Zusatzabkommen zum Stahlpakt im Gepäck: den Forschungspakt!
So wird man das jedenfalls nennen, sofern sich der Duce für eine Veröffentlichung entscheidet.

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Die Italiener hatten hart darum gefeilscht, tatsächlich war diese Folgerung ein wichtiger Grund für die Unterzeichnung des eigentlichen Stahlpaktes gewesen.
Sozusagen die Mitgift, die die Braut Adolfina mit in die Ehe zu bringen hatte.

Ciano grinst über das Bild, während er einen kräftigen Schuss Lebenswasser die Kehle hinunterrinnen lässt.

Man wird weitere Unterstützung bei der synthetischen Treibstoff- und Kautschuk-Herstellung erhalten, außerdem so ziemlich alles, was die Deutschen über den Panzerbau zusammengetragen haben.
Bauen muss man den Kram natürlich schon noch selber, aber man kommt nun in Riesenschritten bei der Entwicklung weiter.

Dementsprechend zufrieden dürfte der Duce mit ihm sein.
Vermutlich wäre aber sein Unmut über Scheitern noch erheblich größer ausgefallen, geht es doch in seinen Augen doch um zwingende Vorbedingungen, um mit guten Erfolgsaussichten in einen Krieg mit den Westmächten einzutreten.
Nach seinen Worten läuft die Zeit allmählich ab, er rechnet binnen Jahresfrist mit dem Ausbruch eines allgemeinen Krieges.
Italien wird nicht beiseite stehen können, will man ernstlich ein neues Imperium errichten.

Alles andere als gut gelaunt, versucht sich der Graf in eine weihnachtliche Stimmung zu bringen.
Immerhin wird er gleich seiner Familie gegenübertreten, darunter nicht zuletzt sein Schwiegervater.
Ein Familienmensch.
Er wird erwarten, dass sein Schwiegersohn auch diesen Pflichten perfekt nachkommt.

Seufzend erhebt sich der Außenminister wieder aus dem nur zu bequemen Sessel, leert das Whiskeyglas mit dem zweiten Schluck und macht sich auf den Weg in sein Umkleidezimmer, um sich etwas Passendes für einen nicht zu lockeren Familienabend zu suchen.
Man sollte nie das Schicksal herausfordern. Das Schicksal kann alles ertragen, nur keine Herausforderung.
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Beitrag von Hohenlohe »

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Endlich wurde die neu erworbene Provinz Albanien ihrem neuen Zweck, der Rüstungs- und Güterproduktion, zugeführt. Die dortige Bevölkerung wird wohl auch noch der völligen Kontrolle durch den SIM unterworfen. Dann kann man bald keinen Unterschied zu vorher feststellen.
Ansonsten geht es mit der italienischen Forschung dank der Kooperation mit dem DR besser denn je voran...!! :) Die Rüstungsproduktion läuft nach wie vor auf höchster Stufe, aber trotzdem gibt es noch einige problematischen Bereiche wie die Panzer- und die Flugzeugproduktion,, was dem DUC3 zwar nicht so ganz gefällt, aber im grossen und ganzen scheint der grosse DUC3 zufrieden zu sein. Besitzt Italien doch bereits jetzt die grösste Gebirgsarmee mit nahezu 18 Divisionen, soweit bekannt ist.
Alles in allem eine beachtliche Truppe, die unserer Nation nunmehr zur Verfügung steht...!! :ph:

Tagebucheintrag des Maggiore Hohenlohe am 25.12. 1938
In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
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Beitrag von Azrael »

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Die Marine wird ja nicht ernsthaft ein Problem sein, wenn das Forschungsministerium auch ein wenig in die Erforschung neuer Schiffe demnächst investiert und diese dann auch gebaut werden, gerade etwaige Werften im in naher Zukunft eroberten Südfrankreich könnten hilfreich zum Bau beitragen.

Das eigentliche Problem sehe ich in den Allierten Flotten im Mittelmeer und natürlich in Gibraltar, das muss fallen, wenn man aus dem Mittelmeer raus will.

Existieren schon Pläne, dieses Ziel zu erreichen?

Beitrag von H34DHUN73R »

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Selbstverständlich, werter Azrael, selbstverständlich :)
Gibraltar wird fallen, das hat der Duce persönlich versichert.

Leider ändert das am grundsätzlichen Problem wenig - Zeit!
Die Entwicklung neuer Schiffe und deren Bau kann erst nach der Eroberung Frankreichs erfolgen und wird dann einige Zeit brauchen.
Zeit, die den Briten in die Hände spielen wird und den Amis, bei denen davon auszugehen ist, dass sie sich wieder mal in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.
Aber so ist das Leben, man kann nicht alles haben.

Der Duce wird die Probleme lösen, wenn sie sich stellen :)
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Beitrag von H34DHUN73R »

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Ihr werdet Euer Tagebuch gut wegsperren müssen, werter Hohenlohe.
Nicht dass das noch ein alliierter Spion zu sehen bekommt, was ihr da alles notiert...
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