Pomp and Circumstance - Großbritannien AAR (1736 - 1953)

Beitrag von Frisiercreme »

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Frisiercreme
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Wilhelm Klink hat geschrieben: M: "Moneypenny, ich habe lange nichts mehr von Commander Bond gehört. Wo steckt er eigentlich?"
Moneypenny: "Das ist im Augenblick schwer zu sagen. Er hat Urlaub."
M: "Dann holen Sie ihn schnellstmöglich zurück. Auf ihn wartet ein wichtiger Auftrag."
Moneypenny: "Ich werde sehen, was ich tun kann."
Es besteht Grund zu der Annahme, dass Commander Bond eine wichtige Rolle im Raumfahrtprogramm des Commonwealth erfüllt.
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Beitrag von Wilhelm Klink »

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Wilhelm Klink
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Kapitel 295 - Der Kalte Krieg geht weiter



7. November 1952 10:10 Uhr, Südfrankreich, in der Nähe von Carcassonne:

Bond: "So lob ich mir meinen Urlaub. Nirgendwo ist es um diese Jahreszeit so schön, wie hier."
Namenlose Frau: "Oh James, wie Recht du hast."

*Telefonklingeln*

Frau: "Was ist das?"
Bond: "Das Büro. Entschuldige bitte, ich muss mal schnell telefonieren."
Frau: "Ich dachte, du hast Urlaub?"
Bond: "Wie es aussieht, wohl nicht mehr. [...] Ja, Bond hier."

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Moneypenny: "Der Chef fragt nach Ihnen, wo stecken Sie denn, James?"
Bond: "Im Urlaub, natürlich."
Moneypenny: "M hat einen Auftrag für Sie; 'einen wichtigen', hat er gesagt."
Bond: "Natürlich, einen wichtigen."
Moneypenny: "Also machen Sie sich schnell auf den Weg, James."

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Bond: "Ich stecke gerade noch ein einer wichtigen Besprechung. Sagen Sie dem..."
Frau: "Bin ich deine Besprechung, oder wie?"
Bond: "Psst, es ist das Büro. [...] Moneypenny, sagen Sie dem Chef, ich bin heute Nachmittag in London. Buchen Sie für 14 Uhr ab Toulouse."
Frau: "Das kommt gar nicht in Frage. Als du mich das letzte Mal versetzt hast, warst du wochenlang unterwegs."
Moneypenny: "James, wie es aussieht ist Ihre Besprechung von der schwierigeren Sorte?!"
Bond: "In Ordnung. Moneypenny, buchen Sie für 16 Uhr. Ich bin gegen sieben im Büro."

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7. November 1952 19:30 Uhr, MI6-Zentrale London, Vorzimmer von M:

M: "Sie sind spät, Bond."
Bond: "Ich bitte um Entschuldigung, Sir. Aber im Urlaub ist man manchmal nicht so einfach greifbar."
M: "Sie sind beim Geheimdienst Ihrer Majestät. So etwas wie Urlaub gibt es nicht. Gehen Sie schon einmal rein, ich komme gleich nach."
Bond: "Ja, Sir."

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M: "Vor zwei Tagen haben unsere Truppen, die in der Mandschurei gegen den Rest der rotchinesischen Armee kämpfen, Hinweise erhalten, die darauf hindeuten, dass sich Mao Zedong höchstpersönlich an der Front aufhält und seine Einheiten kommandiert."
Bond: "Das muss eine Falschmeldung sein. Mao würde sich nie einem solchen Risiko aussetzen; zumal er vom Rest seines Landes abgeschnitten wäre."
M: "Unsere Station in Peking hat mehrere Funksprüche abgefangen, die eine Anwesenheit Maos nahelegen. Demnach will er das Kommando über die rotchinesischen Truppen unverzüglich an einen Stellvertreter übergeben und nach Moskau zu Konsultationen mit Chruschtschow reisen."
Bond: "Das könnte eine Falle sein. Warum sollte soetwas über den Funkverkehr gehen, wenn doch klar ist, dass wir derartige Meldungen abfagen würden?"
M: "Es könnte aber auch eine Chance sein, Mao in die Finger zu bekommen. Anders als damals mit der Sowjetführung, die dann doch aus Moskau geflohen war."
Bond: "Wie lautet mein Auftrag, Sir?"
M: "Mao wird mit der Transsibirischen Eisenbahn reisen, da er kein Flugzeug zur Verfügung hat. Laut unseren Meldungen wird er den Zug nehmen, der übermorgen in Wladiwostok abfährt. Sie werden ihn abfangen. Ein Flugzeug bringt Sie von Kabul nach Norden. In der Nähe von Omsk werden Sie mit dem Fallschirm abspringen und in den Zug nach Moskau steigen. Die Details bekommen Sie von Moneypenny."
Bond: "Ja, Sir."
M: "Nehmen Sie Mao in Gewahrsam und verlassen Sie mit ihm in Nischni Nowgorod den Zug. Dort werden Sie Ihren Kontaktmann treffen, der die Weiterfahrt nach Süden organisieren wird. Ziel ist die Grenze zu Georgien, wo Sie von der British Army in Empfang genommen werden."
Bond: "Na das klingt ja einfach."
M: "Moneypenny, schicken Sie bitte Q rein."

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Bond: "Guten Abend, Q."
Q: "N'Abend, Bond."
M: "Q wird Ihnen noch den neuen Standard-Ausrüstungskoffer erklären. Er wird für Sie am Bahnhof deponiert sein."
Bond: "Sieht so aus, als reiste ich mit leichtem Gepäck."
Q: "Lassen Sie bitte Ihre Scherze und hören Sie zu. Ein unauffälliger, kleiner Lederkoffer mit 20 Schuss Munition. Hier an der Seite ist ein Wurfmesser versteckt, es kommt auf Knopfdruck heraus. Wenn Sie ihn öffnen...."

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Nachdem sich die Arsenale an Langstreckenraketen geleert haben, werden diese wieder aufgefüllt. Diese Waffe hat sich bewährt und wird die Grundlage unserer nuklearer Abschreckung werden. Abschusseinrichtungen für Interkontinentalraketen unterhalten wir im Augenblick in Nordengland, dem deutschen Rheinland, Nordostsyrien sowie auf Okinawa.

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Wir ziehen unsere Truppen nun vollständig von der Krim ab. Die Spezialeinheiten, also Airbornes und Marines, verlassen die Region vollständig und beziehen bis auf Weiteres einen Stützpunkt in Alexandria. Die restlichen Transportverbände der Royal Navy werden nach Georgien verlegt. Dort ist das Expeditionsheer bereits angekommen und wird über die in der Waffenstillstandsvereinbarung festgelegte Volksabstimmung wachen.

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Die letzten noch verbliebenen koreanischen Einheiten haben sich nach Ch’ŏngjin zurückgezogen. Sie verweigern die Kapitulation, es kommt zur Schlacht. Die Koreaner kämpfen sehr verbissen, ein Durchkommen ist zunächst nicht möglich.

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Am 12. November 1952 findet in Stockholm einer der wichtigsten Termine meiner gesamten Laufbahn statt. Stellvertretend für die beiden großen Machtblöcke verhandeln der neue Machthaber in Moskau, Nikita Chruschtschow, und meine Person, der Premierminister des Vereinigten Königreiches, über die Nachkriegsordnung. Dieses erste Verhandlungsrunde soll unsere Länder mitsamt allen Verbündeten dem Ziel eines dauerhaften Friedens in Europa ein Stück näher bringen.

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Doch schon in diesem ersten Treffen stellt sich heraus, dass die Positionen beider Verhandlungsführer nur schwerlich unter einen Hut zu bekommen sind. Zwar herrscht schnell Einigkeit bezüglich der Zugehörigkeit von Norwegen und Türkei zum westlichen Bündnis und der Anerkennung der kommunistischen Regierungen der Volksrepubliken Indochina, Kambodscha und Korea. Hinsichtlich der baltischen und kaukasischen Staaten sowie der Ukraine fährt Chruschtschow aber ganz klar die Linie, all diese Länder in der Sowjetunion zu halten. Eine Unabhängigkeit lehnt er ab, kommt aber zumindest bei den kaukasischen Staaten nicht drumherum, ihnen diese Möglichkeit zu lassen. Der Kompromiss lautet: Volksabstimmungen im Baltikum und dem Kaukasus. Die baltischen Staaten entscheiden über die Aufwertung ihrer Länder von einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik zu einer vollwertigen Unionsrepublik inkl. theoretischem Recht zum Austritt aus der Union, praktisch aber engerer Bindung an Moskau. Die kaukasischen Staaten werden darüber abstimmen, entweder unabhängig zu bleiben oder der Sowjetunion erneut als Unionsrepubliken beizutreten. Die Ukraine als Gründungsmitglied der Sowjetion ist bereits vollwertige Unionsrepublik. Chruschtschow stellt ihr jedoch den Anschluss der bislang russischen Krim nach Ende der UN-Verwaltung in Aussicht.

Die Deutsche Frage konnte bei der ersten Verhandlungsrunde nicht abschließend geklärt werden. Noch immer herrscht bezüglich Ostpreußen keine Einigkeit. Die Forderung nach weiteren deutschen Reparationszahlungen an die Sowjetunion habe ich entschieden zurückgewiesen. Auch muss noch geregelt werden, in welchen Ländern und wie nah an des jeweilig anderen Grenze Truppen und Atomwaffen stationiert werden dürfen. Zumindest wurde beschlossen, dass die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich für die Sicherheit des von den Vereinten Nationen verwalteten Gebiets auf der Krim zuständig sind.

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13. November 1952 21:50 Uhr, Südsibirien, Bahnhof von Omsk:

Der Transfer von Kabul nach Norden hat geklappt. Getarnt als Versorgungsflug des internationalen Roten Kreuzes wurde Bond bis in die Nähe von Omsk gebracht, wo er am Abend mit dem Fallschirm absprang. Kurze Zeit später ist er mit Hilfe seiner Kontaktperson zum Bahnhof gelangt. Der Zug aus Wladiwostok steht zur Abfahrt bereit, Bond hat es gerade noch geschafft.

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Bond wäre nicht Bond, wenn ihm der mysteriöse Mann, der ihn vom Zug aus auf dem Bahnhof beobachtet hat, nicht aufgefallen wäre. Er dreht den Spieß herum und folgt ihm zu seiner Kabine. Er klopft an; und tatsächlich funktioniert der uralte Trick, sich als Schaffner auszugeben.

mysteriöser Mann: "Sie sehen aber gar nicht aus, wie der Schaffner."
Bond: "Halten Sie die Klappe und nehmen Sie die Hände hoch!"
Mann: "Wie Sie wünschen."
Bond: "Wer sind Sie? Und was wollen Sie von mir?"
Mann: "Ich will Ihnen helfen."
Bond: "Nennen Sie mir Ihren Namen."
Mann: "Borsow. Sergej Borsow."
Bond: "Warum haben Sie mich verfolgt?"
Borsow: "Ich hatte nur ein Bild von Ihnen und wollte sicher gehen, dass Sie es sind."
Bond: "Was glauben Sie denn, wer ich bin?"
Borsow: "Bond, James Bond. Im Geheimdienst Ihrer Majestät. Mit der Lizenz zum Töten."
Bond: "Woher wissen Sie das? Was ist Ihr Auftrag?"
Borsow: "Ich will Ihnen hier raus helfen. Oder haben Sie vor, bis Moskau zu fahren? In die Höhle des Löwen?"
Bond: "Wie lautet der Code?"
Borsow: "Ich bin eingesprungen für Kotschemassow, er wurde von KGB-Agenten ermordet. Alles was er mir noch sagen konnte war, dass ich Sie im Zug abpassen soll. Dann gab er mir das Foto und starb vor meinen Augen. Den Code hat er mir nicht mehr mitteilen können."
Bond: "Also gut, was haben Sie vor? Erklären Sie es mir. Aber machen Sie keine Dummheiten."

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Borsow: "Ich zeige es Ihnen auf der Karte. Hier an der Stelle fährt der Zug sehr langsam. Wir werden abspringen."
Bond: "Das ist Unsinn. Es hieß, dass ich in einem Bahnhof aussteige und dort einen Kontaktmann treffe."
Borsow: "Der Plan wurde geändert, der KGB weiß bereits von der Sache. Wir machen es hier. Es steht ein Wagen bereit, der Sie nach Kirow bringt. Dort treffen Sie Ihren Kontaktmann wie geplant."

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Bond: "Warum Kirow? Wir haben dort keinen..."
*ein dumpfer Schlag trifft Bond auf den Hinterkopf*
Borsow: "Aber wir."

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Beitrag von Wilhelm Klink »

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Wilhelm Klink
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Der letzte Beitrag ist etwas Bond-lastig geraten. Aber wenn es schon aufgrund der Screenshots nicht viel zu erzählen gibt, verdient wenigstens Bond noch einen finalen Auftritt. Damit wird direkt dem Leserwunsch entsprochen, Bond am Ende im "erotisch-gemütlichen Schlauchboot" dem Abspann bzw. dem Sonnenuntergang entgegenschwimmen zu lassen.


Stupor Mundi hat geschrieben:Er ist zurück! :feier:
Wir wissen gar nicht mehr so genau, was vorher passiert war. Aber Ihr seid ja quasi nur noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt?
Nunja, Aufräumen ist ein etwas trivialer Begriff dafür. Aber in gewisser Hinsicht ist das Ende absehbar und unabdingbar.

Private_S hat geschrieben:Ein Fescht! Wir wollen ein Fest sehen. Einen rauschenden Abschlussball, auf Eurem Chateau, im Hradschin oder wo auch immer.
Sollt Ihr kriegen! Ist bereits in Planung.

Frisiercreme hat geschrieben:Es besteht Grund zu der Annahme, dass Commander Bond eine wichtige Rolle im Raumfahrtprogramm des Commonwealth erfüllt.
Nobody does it better!

Beitrag von Private_S »

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Wilhelm Klink hat geschrieben:Der letzte Beitrag ist etwas Bond-lastig geraten.
Kein Problem. Eure Posts haben sich ja auf den Veröffentlichungsrythmus von Bondfilmen eingestellt. Kongenial, Kollege Schulze, möchte ich sagen, um nicht zu sagen, kongenial. :D
Damit wird direkt dem Leserwunsch entsprochen, Bond am Ende im "erotisch-gemütlichen Schlauchboot" dem Abspann bzw. dem Sonnenuntergang entgegenschwimmen zu lassen.
Der Cliffhanger passt schonmal.

Beitrag von Hjalfnar »

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Bedenkt das zukünftige Erscheinen von Stellaris. Es endet nie. ;)

Beitrag von Wilhelm Klink »

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Wilhelm Klink
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Kapitel 296 - Nordkorea kapituliert



13. November 1952 22:30 Uhr, Transsibirische Eisenbahn, irgendwo zwischen Omsk und Kirow:

So langsam kommt Bond wieder zu sich. Sein ganzer Kopf dröhnt, der Schmerz ist beinahe unerträglich. Schlagartig wird ihm wieder bewusst, was geschehen war und in welcher Situation er jetzt ist. Hatte er es M nicht gesagt, dass dies eine Falle sei? Aber das ist jetzt egal. Jetzt spielt nur die augenblickliche Situation eine Rolle.

Borsow: "Ich ziele direkt auf Ihr Herz. Also machen Sie keine Dummheiten. Knien Sie sich hin, Hände in die Hosentaschen."
Bond: "Dass Sie den Code nicht kannten, hätte mir eine Warnung sein müssen."
Borsow: "Sie halten viel auf sich selbst. Ein KGB-Agent hätte Sie ohne das korrekte Losungswort erschossen."
Bond: "Was mir wohl dann jetzt bevorsteht."
Borsow: "Sie vermuten ganz richtig. Ihr Land mag die nukleare Überlegenheit haben - zumindest noch - und uns einen schändlichen Frieden aufzwingen können. Doch hinter den Kulissen geht der Kampf weiter."
Bond: "Wo ist Mao?"
Borsow: "Jedenfalls nicht in diesem Zug. Eine Falschinformation, die wir haben durchsickern lassen. Und Sie, der große James Bond, sind uns, wie zu erwarten, auf den Leim gegangen."
Bond: "Der ganze Aufwand, nur wegen mir?"
Borsow: "Sie haben uns zu oft geschadet. Bukarest, Moskau, Tallin. Klingelt es da bei Ihnen? Offenbar können Sie sich zu fast jedem Ort Zutritt verschaffen; oder besser gesagt: konnten."
Bond: "Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen."
Borsow: "Tun Sie nicht so! Wir wissen genau, dass Sie Stalin vergiftet haben. Wir wollten den Hundesohn ohenhin loswerden, doch hätten wir es wenn, dann selbst tun wollen."
Bond: "Wie sind Sie an mich herangekommen?"
Borsow: "Einer Ihrer Leute in Tokio hat uns Ihre Kennnummer verraten. Der Rest war einfach. Man kann als Stationsleiter aber auch so lächerlich einfach Aktenkopien in London anfordern."
Bond: "Dort ist also die undichte Stelle."
Borsow: "Geld oder besser noch der Lauf einer Pistole kann auf Menschen sehr überzeugend wirken."
Bond: "Was würde Sie denn davon überzeugen, mich laufen zu lassen und zu melden, dass ich niemals diesen Zug betreten habe?"
Borsow: "Die dummen Scherze können Sie sich sparen."
Bond: "Ich bezahle Sie."
Borsow: "Ich nehme keine britischen Pfund."
Bond: "Wie wärs mit Gold? Da oben, ich habe es da oben in meinem Koffer."
Borsow: "Keine Mätzchen, die Hände bleiben in den Hosentaschen. Ich werde den Koffer herunter holen."

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Borsow nimmt den Koffer von der Ablage herunter und macht sich daran zu schaffen.

Borsow: "Wie lautet die Kombination?"
Bond: "Links 1203, rechts 1862."
Borsow: "Sie sind der erste, der mir begegnet, der an seinem Koffer unterschiedliche Kombinationen einstellt. Haben diese Nummern etwas zu bedeuten?"
Bond: "Der Tag der Vernichtung der russischen Flotte im Britisch-Persischen Krieg."
Borsow: "Dieser Krieg ist bei uns eher als eine der größten Niederlagen britischen Hegemoniestrebens bekannt. Na wie dem auch sei."

Borsow drückt die beiden Entriegelungsknöpfe zur Seite, und der Koffer öffnet sich.

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Als Borsow den Kofferdeckel öffnet, entleert sich plötzlich eine Tränengaskartusche direkt in sein Gesicht. Bond hatte ihm die für die gefahrlose Öffnung des Agentenkoffers notwendige Vorsichtsmaßnahme natürlich nicht mitgeteilt. Diesen Schreckmoment nutzt Bond und stürzt sich auf Borsow.

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In dem darauffolgenden Handgemenge, kann sich Bond nach und nach durchsetzen. Schließlich muss sich Borsow in seine Niederlage fügen, die er mit seinem Leben bezahlt. Damit ist allerdings noch längst nicht alles getan. Der KGB weiß Bescheid, Mao ist irgendwo, nur nicht in diesem Zug. Fest steht, dass der Plan nicht wie ursprünglich gedacht, zuende gebracht werden kann. Mit Sicherheit warten an nahezu jedem Bahnhof entlang der Strecke bis nach Moskau KGB-Agenten auf ihn. Bond hält es für das Klügste, in Nasywajewsk, der nächsten Station, auszusteigen. Er nimmt den erstbesten Zug in Gegenrichtung, um nach Wladiwostok zu gelangen. Von dort aus will er nach Japan, um M Bericht zu erstatten und die undichte Stelle zu finden.

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Der Kampf um Ch’ŏngjin muss abgebrochen werden. Die Verteidiger haben sich gut verschanzt und kämpfen verbissen. Selbst die spät eingetroffene Flotte kann das Blatt nicht wenden.

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In der Folge wird die Zermürbung der Nordkoreaner durch die Royal Air Force befohlen, während sich die British Army sammeln und neu formieren wird.

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Die Amerikaner haben sich vollständig aus der Ukraine zurückgezogen und einen Großteil der dort eingesetzten Streitkräfte auf die Krim verlegt. Dort werden sie für den Schutz der Halbinsel und die Überwachung der Friedensordnung zuständig sein.

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Neben jeder Menge Infanteriedivisionen sind auch etliche Panzerdivisionen vertreten, die den Sowjets eine Übernahme der Krim gar nicht erst in den Kopf kommen lassen sollen.

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Bis zu einer endgültigen Regelung über die Stationierung von Truppen in grenznahen Ländern des jeweilig anderne Machtblocks wird das britische Kontingent in Georgien stationiert bleiben. Neben Infanterie sind auch hier gepanzerte und motorisierte Divisionen im Einsatz.

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Schon länger trage ich mich mit dem Gedanken, mich aus dem politischen Tagesgeschäft zurück zu ziehen. Immerhin bin ich nun schon seit beinahe 217 Jahren Premierminister von Großbritannien. Es wird also langsam Zeit für den Ruhestand. Daher habe ich beschlossen, meine Absicht öffentlich zu machen und auch einen Zeitpunkt festgelegt: den 21. März 1953, meinen 262. Geburtstag. Anlässlich dessen wird es eine große Feier auf Château de l'Anglais in Nizza geben, zu der neben der Königin selbstredend alle Weggefährten und Regenten des geheimen Zirkels Sonder-Initiative für Gesamtheitliche Außenpolitik unter Mitmischung von Einbildung und Schwachsinn eingeladen sind.

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Unterdessen hat unser Mann in Moskau, Agent Powers, einen mittleren Skandal aufgedeckt: Mao war tatsächlich die ganze Zeit in Moskau. Die Aufnahmen sind auf den 10. November 1952 datiert.

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Angeblich gastiert er unter höchster Geheimhaltung im Kreml, wo er sich mit Chruschtschow über die Weiterführung des einstigen Bündnisses und sowjetische Unterstützung im Krieg in China berät. Dass Chruschtschow Mao in Moskau empfängt und munter Pläne mit ihm schmiedet zeigt, dass wir weiterhin vor der Sowjetunion auf der Hut sein müssen. Der Krieg ist vielleicht vorbei, der Friede ist allerdings sehr fragil. Diese Neuigkeiten werden postwendend an die Presse lanciert. Voller Empörung fordere ich von Chruschtschow die Einhaltung der Waffenstillstandsvereinbarung, zu der auch zählt, dass keine aktive Einmischung in das Kriegsgeschehen oder die Unterstützung einer mit dem Vereinigten Königreich verfeindeten Kriegspartei erlaubt ist. Eine Reaktion bleibt aus.

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25. November 1952 17:15 Uhr, Grand Hotel Kyōto, die übliche Suite:

Bond ist von Wladiwostok aus, bis wohin er mit der Transsibirischen Eisenbahn ohne weitere größere Zwischenfälle gelangt ist, mit einer Hochseefähre nach Maizuru in Japan übergefahren. Von dort aus ging es über Land weiter bis nach Kyōto, wo er seine "übliche Suite" bezogen hat und nun das Hauptquartier in London kontaktiert.

Dame: "Universal Exports, was kann ich für Sie tun?"
Bond: "James Bond, operativer Außendienst."
Dame: "Bitte identifizieren."
Bond: "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn."
Dame: "Wie lautet Ihre Nachricht?"
Bond: "Der Käufer ist abgesprungen, der Vertrag muss neu aufgesetzt werden."
Dame: "Verstanden. Begeben Sie sich zu unserem Büro in Tokio. Übermorgen, 16 Uhr."

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Die Schlacht um Ch’ŏngjin wird wieder aufgenommen und dank weiterer Unterstützung zu Wasser, zu Lande und zu Luft innerhalb von kürzester Zeit siegreich beendet.

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Nordkorea, vertreten durch General Kim Ch’aek, kapituliert bedingungslos und wird von uns formal annektiert. Kim Il-sung ist längst in die Sowjetunion geflüchtet. Stalin und Mao protestieren per Staatstelegramm, doch dabei bleibt es auch. Der Ausgang war mehr als vorhersehbar und zeigt vor allen Dingen Mao in aller Deutlichkeit, dass wir konsequent vorgehen und gewillt sind, diesen Konflikt bis zur letzten Konsequenz auszutragen.

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Beitrag von Wilhelm Klink »

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Der im letzten Beitrag angekündigte Rücktritt markiert gleichzeitig das Ende des AARs, d.h. es gibt noch für vier "Ingame-Monate" Lesestoff. Bond bekommt noch einmal maximale Aufmerksamkeit, der Rest des Spieles ist ja nunmehr übersichtlich.

Hjalfnar hat geschrieben:Bedenkt das zukünftige Erscheinen von Stellaris. Es endet nie. ;)
Ihr meint, Captain Clinck sollte à la "Interstellar" das, was von dem britischen Volk übrig ist, in eine neue Zukunft führen?

Beitrag von Private_S »

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Habt Dank für die Einladung zu Eurer Geburtstagsfeier. Sollen wir etwas mitbringen? Einen Käseigel vielleicht?

Beitrag von Azrael »

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Rule Britannia, Britannia rules the Space! Aber nur unter eurer Führung :D

Beitrag von Hjalfnar »

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Wilhelm Klink hat geschrieben:Ihr meint, Captain Clinck sollte à la "Interstellar" das, was von dem britischen Volk übrig ist, in eine neue Zukunft führen?
Der werte Azrael hat vollkommen Recht! Britannia rules the Space!

Beitrag von Alith Anar »

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Ein kleiner Hinweis, sei mir gestattet (da der Thread Erfahrungsgemäss schnell versinkt)

http://www.si-games.com/forum/showthrea ... ost1025412
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Beitrag von Private_S »

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Alith Anar hat geschrieben:Ein kleiner Hinweis, sei mir gestattet (da der Thread Erfahrungsgemäss schnell versinkt)

http://www.si-games.com/forum/showthrea ... ost1025412
Geradezu eine Jahrhundertauszeichnung. Passend zum (Dienst-)Alter des Geehrten. :)
Hip, Hip!

Beitrag von Azrael »

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Glückwunsch, werter Wilhelm Klink, mehr als verdient!

Beitrag von Allenthalben »

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Alith Anar hat geschrieben:Ein kleiner Hinweis, sei mir gestattet (da der Thread Erfahrungsgemäss schnell versinkt)

http://www.si-games.com/forum/showthrea ... ost1025412
Wow, eine tolle Auszeichnung für einen tollen AAR Schreiber!
Wir ziehen den Hut und verneigen uns.

Beitrag von Bushi »

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Wir wollen uns anschließen. Ein großartiger AAR. Ihr habt uns in den letzten Jahren sehr gut unterhalten. Die Auszeichnung habt ihr euch redlich verdient.
"Leisten wir uns den Luxus einer eigenen Meinung."

Beitrag von Wilhelm Klink »

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Herzlichen Dank an alle Gratulanten! Es war und ist mir eine Ehre, dass ich so viele über so lange Zeit unterhalten konnte. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, hätte ich es nie gedacht, mit dem Ehrenpokal bedacht zu werden. Und das, obwohl der AAR noch nicht einmal beendet ist. An dieser Stelle noch einmal außerordentlichen Dank für die Vorschusslorbeeren.

Beitrag von Wilhelm Klink »

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Kapitel 297 - Der Gegner aus dem eigenen Hause



27. November 1952 16:05 Uhr, Tokio, Ryōgoku Kokugikan Sumo-Halle:

Bond hat sich wie angewiesen in die japanische Hauptstadt begeben. Das "Büro" in Tokio steht für die Ryōgoku Kokugikan Sumo-Halle, wo die Tarnfirma des MI6 "Universal Exports" eine Dauerkarte hat. Das Prozedere sieht vor, dass sich derjenige, der die Karte abholt, zu einem vorher bestimmten Kampf auf den vorgesehenen Platz begibt. Sein Kontaktmann setzt sich dann daneben und gibt ihm die Informationen, die er benötigt. Im Falle von Bond muss man eher von einer Kontaktfrau sprechen.

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Bond: "Hallo, ich liebe dich!"
Frau: "Das trifft sich gut, ich habe Obst gekauft."
Bond: "Das ist gesund."
Frau: "Wenn man es vorher gut abwäscht."
Bond: "Ich glaube, die Jungs in der kryptografischen Abteilung kriegen sich kaum ein vor Lachen, wenn sie sich diesen Blödsinn ausdenken."
Frau: "Besser, als mit einer Kugel im Kopf zu enden. Ich habe von der Geschichte im Zug gehört. Sie sollten vorsichtiger sein."
Bond: "Bin ich."
Frau: "Dann ist ja gut. Sie werden morgen auf Tanaka treffen, den Chef des japanischen Geheimdienstes. Er wird Ihnen alle Informationen geben, die sie brauchen."
Bond: "Und wo werde ich ihn treffen?"
Frau: "Morgen 11 Uhr, die U-Bahn-Station direkt vor dem Haupteingang Ihres Hotels. Warten Sie unten am Bahnsteig in der Nähe der Treppe. Auf Wiedersehen, Mister Bond."
Bond: "Na das wollen wir doch hoffen."

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Die endgültige Beseitigung des letzten Verbündeten Rotchinas und gleichzeitig die Besetzung der gesamten Mandschurei haben die erhoffte Wirkung. Mao willigt in einen Waffenstillstand ein. Der letzte Frontverlauf wird von uns einseitig zum Status quo erklärt, wogegen Mao selbstverständlich protestiert. Auch aus Moskau kommt formaler Protest.

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28. November 1952 11:03 Uhr, Tokio, U-Bahn-Station vor Bonds Hotel:

Pünktlich 11 Uhr war Bond an der verabredeten Stelle. Er musste keine 30 Sekunden warten, schon wurde er von einem Japaner aufgefordert, ihm durch eine Tür mit der Aufschrift "Zutritt nur für Berechtigte" zu folgen. Dahinter taucht ein weiterer Mann auf: Tanaka; auch "Tiger" genannt.

Tanaka: "Mister Bond, ich bin erfreut Sie zu sehen."
Bond: "Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Mister Tanaka."
Tanaka: "Für Sie Tiger. Ich nehme an, man hat Ihnen gesagt, dass ich nur wenigen gestatte, mich so zu nennen."
Bond: "Und, dass Sie noch kaum jemand zu Gesicht bekommen hat."
Tiger: "Meine Identität, inklusive meines Aussehens, ist ein streng gehütetes Staatsgeheimnis. Zur unbemerkten Fortbewegung nutze ich unter anderem meine eigene U-Bahn. Bitte, steigen Sie doch ein."

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Tiger: "Nehmen Sie Platz. Trinken Sie mit mir?"
Bond: "Mit dem größten Vergnügen."
Tiger: "Ich habe von M den Auftrag bekommen, Ihnen folgendes zu übermitteln und wurde ferner gebeten, Sie wo es nur geht zu unterstützen."
Bond: "Der gute M."
Tiger: "Der Mann, den Sie suchen sollen, heißt Henderson."
Bond: "Arthur Henderson?"
Tiger: "Ja, ganz richtig. Kennen Sie ihn?"
Bond: "Nein, nur die Geschichten. Ehemaliger Doppelnull-Agent des Secret Service. War zunehmend unzufrieden, fühlte sich und seine Arbeit nicht gewertschätzt. Anfang der 20er Jahre wurde er im Vorfeld des Japanisch-Britischen Krieges nach Japan eingeschleust, nach Ausbruch des Krieges aber seinem Schicksal überlassen. Man hatte plötzlich ganz andere Probleme. Infolgedessen hat er sich 'selbstständig' gemacht, ist jetzt der Kopf einer kriminellen Organisation."
Tiger: "Sehr beeindruckend.“
Bond: „In aller Bescheidenheit, kaum einer kennt die Geschichten nicht. Sie sind in der Doppelnull-Abteilung gern erzählte Legenden.“
Tiger: „Nach seiner Einschleusung in unser Land ist Henderson relativ schnell aufgeflogen. Die Briten hatten ihn fallengelassen. Er erklärte sich bereit, mit uns zusammenzuarbeiten. Im Gegenzug ließen wir ihn weitestgehend in Ruhe. Er konnte seine Organisation, mit der er u.a. auch im Waffenhandel tätig ist, in Ruhe aufbauen. Seine Kontakte aus den Geheimdienstzeiten stellten sich zunehmend als großes Kapital heraus. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges arbeitete der japanische Geheimdienst mit Henderson zusammen und nutzte seine Kontakte, um Agenten in die alliierten Staaten einzuschleusen. Mit dem Ende des Krieges und der politischen Wende hin zum Westen, verkümmerten die Kontakte zu Henderson schnell.“
Bond: „Aufgrund der Nähe Japans zum Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten aber begann das Geschäft Hendersons erneut zu florieren, diesmal mit der Sowjetunion als Auftraggeber.“
Tiger: „Richtig. Japan wurde, wie Bulgarien in Europa, zum Sammelbecken für kommunistische Agenten, die in den Westen eingeschleust werden sollten, was Stalin mit Hendersons Hilfe in vielen Fällen auch geglückt ist. Teilweise konnten wir dies verhindern, oft genug aber auch nicht. Henderson hat sich gut gegen uns abgeschottet, mehrfach haben wir versucht, seine Organisation zu infiltrieren. Dies ging auch während des Krieges gegen den Ostblock so weiter, immerhin blieb Japan offiziell neutral.“
Bond: „Und jetzt heißt der Auftraggeber Chruschtschow und das Geschäft geht weiter.“
Tiger: „Genau. Ihr Auftrag lautet daher, Henderson das Handwerk zu legen.“

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Tiger: „Vor zehn Jahren kaufte sich Henderson eine Insel mit einem erloschenen Vulkan. Dieser Kauf hat in der Öffentlichkeit, aber auch beim Geheimdienst mehr Aufsehen erregt, als ihm lieb war. Dennoch hatte schließlich niemand etwas dagegen einzuwenden.“
Bond: „Was hatte er denn damit vor?“
Tiger: „Das ist bis heute nicht genau geklärt. Fakt ist, dass er den Vulkan gründlich um- und ausgebaut hat. Lange war er eine streng abgeschottete Großbaustelle. Wir haben nur einige Luftaufnahmen, die einen scheinbar ganz normalen Vulkan mit einem Kratersee zeigen.“
Bond: „Haben Sie die Anlage näher untersuchen können?“
Tiger: „Es wurde immer wieder davon berichtet, dass Hubschrauber in die Richtung fliegen bzw. von da kommen. Einen Landeplatz haben wir auf den Luftaufnahmen allerdings nicht ausmachen können. Zweimal habe ich versucht, das Gelände von Agenten auskundschaften zu lassen. Einer ist bei dem Versuch erschossen worden, der andere ist gar nicht erst weit genug gekommen.“
Bond: „Was ist zu tun?“
Tiger: „Wir werden Sie zusammen mit meinen besten Männern trainieren und auf die Insel einschleusen. Es gibt dort ein kleines Fischerdorf, in dem Sie zunächst untertauchen können. Sammeln Sie so viele Informationen wie möglich und dringen Sie nach Möglichkeit in die Anlage ein. Bei Bedarf bekommen Sie Verstärkung durch meine Männer.“

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Ende November 1952 findet in Bombay eine entscheidende Konferenz für die Unabhängigkeit Britisch-Indiens statt. Von britischer Seite führt Lord Mountbatten, einstiger Generalgouverneur und Vizekönig von Britisch-Indien, die Verhandlungen. Schnell wird klar, dass es keinen einheitlichen Nachfolgestaat für Britisch-Indien geben kann und wird. Zu unterschiedlich sind die ethnischen Gruppen in den unterschiedlichen Landesteilen. Daher wird erwogen und letztlich auch beschlossen, die Kolonie in zwei Staaten aufzuteilen: einen mehrheitlich muslimischen Staat Pakistan und einen mehrheitlich hinduistischen Staat Indien.

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In der Schlussakte der Konferenz von Bombay wird außerdem festgehalten, dass Indien und Pakistan am 12. März 1953 als Dominions Mitglieder des British Commonwealth of Nations werden. Königin Elisabeth II. wird dementsprechend das formale Staatsoberhaupt beider Länder sein. Bis auf Außen- und Verteidigungspolitik, wo eine enge Abstimmung mit dem Vereinigten Königreich erforderlich ist, wird Indien und Pakistan Autonomie gewährt.

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Das britische Wirtschaftsförderungsprogramm entfaltet seine Wirkung nurmehr langsam, die Basis-IK-Zahl ist seit Beginn des Programms nur um 4 bis 5 gestiegen. Langfristig gesehen ist die Stärkung der einheimischen Wirtschaft unbedingt erforderlich, um die geplante Dekolonisation zu verkraften.

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Chruschtschow beginnt damit, die zerbrochene Allianz aus dem Krieg wieder erneut zu formen. Der Beitritt der Mongolei ist freilich nur ein symbolischer Akt. Das Außenministerium erwartet den baldigen Beitritt auch Rotchinas und ggf. Indochinas.

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Die 5th Fleet, stationiert auf Okinawa, erhält längst überfälligen Zulauf. Der erst vor wenigen Monaten in Dienst gestellte Flugzeugträger HMS Reprisal wird nach Okinawa beordert und dem Befehl von Admiral Mountbatten unterstellt.

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Wenige Wochen vor der offiziellen Unabhängigkeit Ägyptens werden mit der designierten ägyptischen Regierung letzte Details geklärt. Der Punkt mit der weitaus größten Aufmerksamkeit ist die sog. Sueskanalzone. Sie ist weder Bestandteil des an Ägypten übergebenen Territoriums, noch weiterhin eine Kronkolonie. Sie wird unter die Verwaltung der Admiralität gestellt und in den nächsten Jahren zum Stützpunkt für Royal Navy und Royal Air Force ausgebaut.

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Zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion wurden noch schwere Langstreckenbomber für den Einsatz von Atombomben in Ostpreußen bereit gehalten. Im späteren Verlauf hat sich gezeigt, dass Nuklearwaffen auch problemlos und ohne die Gefährdung von Soldaten der Royal Air Force per Rakete ans Ziel transportiert werden können. Die übers Empire verteilt stationierten Raketen bilden das Rückgrat der nuklearen Abschreckung des Vereinigten Königreiches. Die Modernisierung des Raketenarsenals wird dafür sorgen, dass dies so bleibt und, dank höherer Reichweite, Raketen auch weiterhin auf den Britischen Inseln stationiert werden können.

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Beitrag von Wilhelm Klink »

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Wilhelm Klink
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Kapitel 298 - Die Welt entgeht knapp einem Atomkrieg





Der Aufbau einer schlagkräftigen Uboot-Waffe geht voran. Die neuen Boote gehören der Excalibur-Klasse an, einer kampfwertgesteigerten Version der Explorer-Klasse.

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Die neuen Flotillen werden in Scapa Flow stationiert, um schnell in Richtung Atlantik oder Nord- und Eismeer gelangen zu können. Zeitgleich werden auch die veralteten Boote der Odin-Klasse zur Außerdienststellung freigegeben.

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In Europa stabilisiert sich die Lage etwas. Dennoch ist sie von andauernder Konfrontation geprägt. So werden unsere Ballistischen Raketeneinheiten an allen in- und ausländischen Standorten immer weiter verstärkt. Gleichzeitig sind sowjetische Agenten zahlreich im Westen im Einsatz, u.a. auch im Vereinigten Königreich. Es wird Zeit, dass Bond das japanische Leck stopft.

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Unserer Forscher haben eine spezielle Form des Atomreaktors entwickelt, der dafür geeignet ist, z.B. auf Schiffen eingesetzt zu werden. Als erster Versuchsträger wird ein Kreuzer dienen.

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Besonders aber bei Flugzeugträgern und U-Booten scheint eine Verwendung sinnvoll, da hier lange Einsatz- bzw. Tauchzeiten besser durch einen Atomreaktor, als durch einen konventionellen Antrieb gewährleistet werden können.

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Am 13. Januar 1953 erlangt Ägypten seine formale Unabhängigkeit. Es wird, gleich wie auch auch Indien und Pakistan, Teil des British Commonwealth of Nations.

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Die in Ägypten stationierten Truppen werden vereinbarungsgemäß in die Sueskanalzone verlegt. Dort werden die neuen Stützpunkte für British Army, Royal Air Force und Royal Navy noch ausgebaut.

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27. Januar 1953 16:00 Uhr, Eine kleine Insel südlich von Amami, irgendwo nahe Hendersons Privat-Vulkan:

In den letzten Wochen hat Bond intensiv mit Tanakas Männern trainiert. Ebenso unternahm er einige Aufklärungstouren in Richtung Hendersons ausgebautem Vulkan. Er schaffte es allerdings nie, ungesehen direkt bis zum Krater zu kommen. Abhilfe schafft Q, der Bond eigens dafür mit ganz speziellem Gepäck ins Einsatzland nachgereist ist. Mit Little Nellie soll es Bond gelingen, Hendersons Vulkan zu inspizieren, wenn auch vermutlich nicht ungesehen.

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Dies gelingt ihm natürlich, wenn auch nicht ohne die Aufmerksamkeit von Hendersons Männern auf sich zu lenken.





Was zählt ist jedoch die Information, dass der Kratersee kein Kratersee ist und sich darunter eine Raketenabschussbasis befindet. Bond alarmiert daraufhin Tanaka. Was auch immer Henderson vorhat, es muss verhindert werden.

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Mit dem potenziellen Wegfall weiterer Kolonien und damit geografisch sinnvoll gelegenen Marine- und Luftwaffenstützpunkten, wird es immer wichtiger, Schiffe mit großer Reichweite im Einsatz zu haben. Da es auch in Zukunft wahrscheinlich ist, dass Großbritannien in Übersee interveniert, liegt ein Forschungsschwerpunkt auf amphibischen Einsätzen. So werden nun nach und nach neue Truppentransporter mit größerer Reichweite in die Royal Navy eingeführt sowie Ausrüstung und Kampftaktik der Royal Marines auf den Prüfstand gestellt.

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Gleichwohl hat dies auch seine Grenzen, die Briten können längst nicht mehr überall für Ordnung sorgen. Die riesigen unter britischer Verwaltung stehenden Landstriche in Ostasien übersteigen langfristig die Kapazitäten unserer Streitkräfte. Bis auf wenige Stützpunkte werden die Territorien daher in die beschränkte Selbstverwaltung übergeben.

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Die Republik China war im Krieg, besonders zu Kriegsende, mit seiner egoistischen Politik eines vorschnellen Waffenstillstandes ein sehr enttäuschender Partner. Dies wollen wir nicht honorieren. Gleichzeitig herrscht in China nur ein wackeliges Patt, früher oder später wird sich eine gewaltsame Wiedervereinigung durch Nationalchina ereignen. Um hier im fernen Osten keine neue Supermacht entstehen zu lassen, wird daher das alte Prinzip "Teile und Herrsche" angewendet. Mandschuko entsteht neu, die nicht zur Mandschurei gehörenden und durch die British Army und seine Verbündeten eroberten Gebiete werden unter die Verwaltung des Staates Nordchina gestellt. Beide Länder stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Vereinigten Königreich.

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31. Januar 1953 21:00 Uhr, Eine kleine Insel südlich von Amami, Hendersons Privat-Vulkan:

Eigentlich war die Erstürmung von Hendersons Anlage erst für den frühen Morgen des 1. Februar geplant. Als Kissy Suziki - eine bereits vor Bond in das Fischerdorf auf Hendersons Insel eingeschleuste Agentin des japanischen Geheimdienstes - den Start einer Rakete aus dem Krater meldet, wird der unverzügliche Angriff befohlen. Bond, Tanaka und seine Männer stürmen den Vulkan und schaffen es, die metallerne "Kraterseeoberfläche" zu überwinden. Im Inneren des Vulkans finden sie sich in einem schweren Kampf wieder.

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Im Laufe der Kampfhandlungen versucht Bond, sich in die Reihen von Hendersons Männern einzuschleusen. Dieser ertappt ihn dabei und lässt ihn zu sich bringen.


(Stellt euch einfach vor, Blofeld heißt Henderson, er hat Bond von einer Rakete mit nuklearem Sprengkopf erzählt und mit USA ist England gemeint.)

Bond: "Man wird schnell herausbekommen, dass die Rakete von hier kam. Niemand wird glauben, dass England oder gar Japan die Sowjetunion angegriffen hat."
Henderson: "Sie überschätzen die Fähigkeiten unserer sowjetischen Freunde, Mister Bond. Kein Ortungsgerät, das die Russen im Einsatz haben, könnte den Unterschied feststellen, ob die Rakete von hier kam oder, sagen wir, von Okinawa."
Bond: "Natürlich. Die Russen werden denken, wir führen einen Erstschlag mit unseren auf Okinawa stationierten Raketen aus."
Henderson: "Alles wird darauf hin deuten."
Bond: "Wir könnten das erklären. Eine Fehlfunktion, feindliche Sabotage, ein eigenmächtig handelnder General."
Henderson: "Das wird Ihnen nichts nützen. Kurz nach dem Einschlag unserer Rakete in Nowosibirsk werden russische Bomber unter dem Kommando von Generalmajor Pjotr Michailowitsch Komarow in Solzy aufsteigen und Ziele in Ostpreußen mit Atombomben angreifen, darunter Königsberg und die dort stationierten britischen Truppen."
Bond: "Unsere Regierung würde sich unmittelbar nach dem Einschlag der Rakete mit dem Kreml in Verbindung setzen und versichern, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Noch ehe die Sowjetunion einen Vergeltungsschlag ausführen könnte."
Henderson: "Soweit wird Ihre Regierung nicht kommen. Es gibt zwei Wege, einen Menschen dazu zu bringen, das zu tun, was man will, Mister Bond: Begeisterung und Angst. Letzteres ist das weitaus mächtigere Mittel. Und da General Komarow seine kleine Tochter gern lebendig wiedersehen will, wird er den Angriff wie geplant durchführen."
Bond: "Und wir würden einen Vergeltungsschlag ausführen. Spätestens dann sind wir in einem Atomkrieg."
Henderson: "Wie Sie sehen, brauche ich nur abzuwarten, bis Sie sich gegenseitig zerfleischt haben. Wenn es soweit ist, wird eine neue Macht die Weltherrschaft an sich reißen: meine Organisation, das Phantom."
Bond: "Eine gespenstische Vorstellung."
Henderson: "Nur eine Frage des Standpunktes. Mister Bond, ich muss mich nun leider von Ihnen verabschieden. Hans wird Sie nach draußen geleiten. Auf nimmer Wiedersehen."



"Nach draußen geleiten, also töten" denkt sich Bond. Gerade als sie den Gang entlang gehen explodiert hinter ihnen eine Sprengladung, die von Tanakas Männern auf der anderen Seite der Wand angebracht worden war. Bond nutzt das Überraschungsmoment und überwältigt Hans. In der Einsicht, den Kampf um den Vulkan auf absehbare Zeit zu verlieren, macht sich auch Henderson aus dem Staub. Auf seinem Weg nach draußen setzt er zudem die Selbstzerstörungsvorrichtung in Gang, um alles und jeden in dem Vulkan zu vernichten.

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Viel wichtiger, als die Zerstörung des Vulkans, ist in dem Moment die Zerstörung einer sowjetischen Stadt. Bond schafft es in letzter Sekunde, die Rakete per Fernsteuerung zu zerstören und verhindert damit womöglich einen Vierten Weltkrieg.

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Die Mission ist erfüllt und schwimmend entkommen Bond und seine Helfer dem Vulkan durch tief in den Berg hineinreichende und mit Meerwasser geflutete Höhlen. In Schlauchbooten, die von Flugzeugen der Royal Navy abgeworfen wurden, können die Kämpfer verschnaufen und darauf warten, von der Navy aufgesammelt zu werden.

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Wie durch Zufall haben Kissy und Bond eine Rettungsinsel ganz für sich allein. Schon bald werden sie von der Strömung erfasst und auf die offene See hinausgetragen. Und so treiben sie im erotisch-gemütlichen Schlauchboot in den Sonnenuntergang, in der Hoffnung, (nicht ganz so) bald von der Royal Navy aufgesammelt zu werden.

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Beitrag von Private_S »

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Private_S
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Ha ha! Es ist entzückend zu sehen solch ein Ende nahebei, ist es nicht?

Beitrag von Wilhelm Klink »

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Wilhelm Klink
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Kapitel 299 - Ein erschüttertes Empire





Das schmale Stück Land entlang des Sueskanals wurde dauerhaft zur britischen Einflusszone erklärt. Nun wir damit begonnen, es auch zu einem dauerhaften Stützpunkt in der Region auszubauen.

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Im ersten Schritt wird eine behelfsmäßige Landebahn errichtet, um die Royal Air Force schnell in die Lage zu versetzen, von hier aus den Luftraum über dem Kanal kontrollieren zu können.

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In den baltischen Gliedstaaten der Sowjetunion - Estland, Lettland und Litauen - haben die von Chruschtschow zugesagten Volksabstimmungen stattgefunden. Die Umstände waren erwartungsgemäß dubios, die Einblicke internationaler Wahlbeobachter spärlich. Das Ergebnis ist eindeutig; einzig das litauische Volk setzt ein Zeichen, indem es für die Beibehaltung des Status einer autonomen sozialistischen Sowjetrepublik stimmt.

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Am 24. Februar 1953 erlebt das koreanischen Volk nach mehr als 57 Jahren seine Wiederauferstehung als geeinter und unabhängiger Staat. 1896 im Zuge des Russisch-Japanischen Krieges von Japan annektiert, blieb es bis Ende des zweiten Weltkrieges ein japanisches Protektorat. Hernach geteilt in eine sowjetische und britische Besatzungszone, wurde sehr bald der kommunistische Marionettenstaat Nordkorea - offiziell Demokratische Volksrepublik Korea - gegründet. Wenig später folgte auch die Gründung eines südkoreanischen Staates.

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Doch nun wurde die Teilung endgültig überwunden. Korea ist neu erstanden und wird langfristig in Frieden und Wohlstand existieren können. Dafür garantieren nicht zuletzt die sechs im Land verbleibenden britischen Divisionen

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Am 30. Februar (!) findet in Georgien die Volksabstimmung über den Anschluss an die Sowjetunion statt. Das britisch protegierte und an die Demokratie herangeführte Land entscheidet sich voller Stolz für die Beibehaltung der Unabhängigkeit.

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Aserbaidschan und Armenien hingegen treten erneut der Sowjetunion bei. Armenien begründet es nicht zuletzt mit den historischen Differenzen zur benachbarten Türkei, der Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches. Immer wieder fielen die Osmanen in Armenien ein, plünderten und erniedrigten es. 1842 suchte es Schutz unter den russischen Fittichen, nur um dann bald zu merken, dass es auch von seinem Beschützer zunehmend unterjocht wurde. Im Juli 1952 setzte eine kurze Ära der erneuten Unabhängigkeit ein, bevor Armenien abermals zum Knecht Russlands geworden ist.

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Die britischen Fernost-Streitkräfte im Überblick. Vier Divisionen stehen an der Grenze zu Russland nahe Wladiwostok. Weitere Kräfte stehen bei Seoul und Busan sowie in Port Arthur, der alten britischen Basis, die von 1778 bis 1927 britisch war und es nun wieder auf lange Zeit sein wird.

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Das Empire erlebt in diesen Tagen eine seiner größten Erschütterungen: die Unabhängigkeit von Britisch-Indien. Sie bringt nicht nur wirtschaftliche Herausforderungen mit sich, sondern wird auch Auswirkungen auf das Ansehen Großbritanniens in der Welt haben. Zwar musste uns klar sein, dass wir unsere Kolonien - gerade unser stolzestes Kronjuwel - nicht ewig werden halten können. Doch dass das Loslassen so früh kommt, wird so mancher alter "Imperialist" nur schwer verdauen können. Gerade jene haben mir meine Rundfunkansprache vor mehr als zehn Jahren in den rauen Tagen des Zweiten Weltkrieges sehr übel genommen und die sonderbarsten Dinge prophezeit. Als Mister Clutterbuck vor einem knappen Jahr in meinem Auftrag das Unvermeidliche mit Jawaharlal Nehru verhandelte, sorgten selbige Kritiker erneut für Wirbel. Doch letzten Endes ist es am besten, eine friedliche Lösung zu haben, bei der Großbritannien wenigstens offiziell die Oberhand behält, als schlimmstenfalls einen jahrelangen Kolonialkrieg, der mit einer britischen Niederlage enden würde.

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Bei der Zeremonie zur Unabhängigkeit Indiens wird Jawaharlal Nehru durch Lord Mountbatten, Generalgouverneur und Vizekönig von Indien, zum ersten Premierminister von Indien vereidigt.

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Indien ist nicht das einzige neugeschaffene Land. Die Kolonie Britisch-Indien wird in einen muslimischen Staat Pakistan und einen hinduistischen Staat Indien aufgeteilt.

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Die Titelblätter befassen sich natürlich mit keinem anderen Thema, als der indischen und pakistanischen Unabhängigkeit.

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Ich bin bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit selbstverständlich ebenfalls zugegen. Mit dem Moment der indischen Unabhängigkeit wird daraus sogar mein erster Staatsbesuch im indischen Dominion. Da mich meine Aufgaben zurück nach Europa führen, werde ich von meinem nunmehrigen Amtskollegen Premierminister Nehru zum Flughafen gebracht, von wo aus ich in Richtung London aufbreche.

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Für mich sind die letzten beiden Wochen meiner Regierungszeit angebrochen. Meinem Nachfolger müssen die Amtsgeschäfte übergeben und Details von mehr als 200 Jahren Amtszeit erläutert werden. Nicht zuletzt wartet auf mich ein Schreibtisch, der aufgeräumt werden muss - ein für alle mal.

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