Hearts of Iron 2 - Blitzkriegs-AAR: In drei Jahren zur Weltherrschaft

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Die letzten Beiträge des Themas
   

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: Hearts of Iron 2 - Blitzkriegs-AAR: In drei Jahren zur Weltherrschaft

von Wilhelm Klink » Fr 18.04.2014, 12:46

Bin erst jetzt dazu gekommen, das letzte Kapitel Eures AARs (erneut) zu lesen. Ein super AAR, hat mir sehr gefallen. Die Fixierung auf die Marine entspricht ganz meinem Geschmack.

Bei den History-Teilen hat mir jener zum Panama-Kanal am besten gefallen. Und ich fand es gut, dass Ihr euch bei der Neuveröffentlichung mehr Zeit, als nur fünf Wochen gelassen habt. Das macht das Schritthalten beim Lesen einfacher.

Wann kommt der nächste HoI-AAR?

von Aktivist » Fr 11.04.2014, 09:43

Danke für den Zuspruch. Habe am Anfang an Inhaltsverzeichnis mit Direktlinks zu den einzelnen Beiträgen gesetzt, falls sich jemand noch einmal die Abschlussbesprechung für die Invasion Islands ansehen will oder einfach den Klängen Saltatio Mortis' "Daedalus" lauschen möchte.

@Hohenlohe: Den nächsten AAR schreibt Armistead - bis es soweit ist, haben er und ich allerdings noch eine Menge Arbeit vor uns.

von Hjalfnar » Fr 11.04.2014, 08:41

So, gestern angefangen, heute alles durch. Sehr schön, werter Aktivist! Immerhin habt Ihr Uns zu einer Diskussion bzgl. der modernen Seekriegsführung animiert.^^

von Bigfish » Do 10.04.2014, 20:59

Kekse kann ich nicht verteilen: Also hier das Grün -> O

von Hohenlohe » Do 10.04.2014, 15:48

Werter Aktivist, danke für diesen sehr schönen und informativen AAR. Die Story Line passte wunderbar, ebenso die History Line. Wir haben sehr gerne mitgelesen und hoffen auf weitere AARs aus eurer Feder... :top:

herzliche grüsse

Hohenlohe... :smoke: :)

von Aktivist » Do 10.04.2014, 10:24

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Werte Strategen,

damit ist meine Geschichte zu ihrem Ende gelangt. Alle mir gesetzten Ziele habe ich innerhalb der Frist erreicht und übergebe diesen AAR in die Hände der treuen Leserschaft, Euch!

Dieser AAR ist zwischen Februar und März 2009 im deutschen Hearts-of-Iron-Forum entstanden. Diese äußert intensiven fünf Wochen haben mir viel Vergnügen, aber auch viel Arbeit bereitet und nachdem ich fertig wurde, keimte auch ein Gefühl des Stolzes auf. Meinen speziellen Dank richte ich nochmals an Leonaru, der mir damals mit Ratschlägen und Ideen zur Seite stand und auch bei technischen Problemen Lösungsvorschläge einbrachte. Nichtsdestoweniger bedanke ich mich bei den Lesern für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse. Ich würde mich freuen, im Anschluß mit Euch über den AAR, mein Spiel oder anderes zu diskutieren. Vor allem möchte ich auch diejenigen unter den Lesern ermuntern, mir (negatives wie positives) Feedback zu geben, die bisher noch keine Zeit oder Gelegenheit gefunden haben, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen.

Ich hoffe, das Wechselspiel zwischen spielrelevanten Einträgen und historischen (na ja, mehrheitlich historischen) Themen sowie die Fokussierung auf die Marine bzw. maritime Sachgebiete fanden Euren Anklang. Ich habe mich auch bemüht, den Historyteil immer in Bezug zum vorhergehenden Storyteil zu setzen. Gab es denn einen bestimmten History-Beitrag, der Euch besonders gefallen hat? (Ich habe da schon drei Favoriten, aber damit will ich jetzt nicht gleich in die Diskussion starten.)
Ihr seid auch herzlich eingeladen, die sicherlich zahlreichen Irrtümer zu berichtigen, die mir bei den Geschichtsabrissen unterlaufen sein mögen. Ich hoffe auch, Themen ausgewählt zu haben, die in der Allgemeinheit noch nicht so übermässig bekannt waren, denn ich wollte Euch ungern über Dinge belehren, die Ihr längst schon wisst. (Deshalb also keine Schreibe über die „Bismarck“ oder den „D-Day“.)

Noch ein paar Eckdaten:
211 Seiten im MS-Word (Schriftgröße 11) ohne Bilder
178 Bilder

Damit verbleibt mir als letztes (nicht als allerletztes) nur noch, meinen Respekt all denen auszusprechen, die vor mir und nach mir AAR-Projekte in Angriff nahmen/nehmen und durchgehalten haben/durchhalten. In jedem einzelnen steckt eine Menge Arbeit und Freizeit.

Ahoi,

Euer Aktivist!

von Aktivist » Do 10.04.2014, 10:13

Story Line

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Bild 173: Endlich, am 27. August 1942 kapitulieren die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Republik Texas hat sich (durch die Hand des Spielers wegen eines damals möglichen Sequels) für unabhängig erklärt.


Epilog

Flughafen Hamburg, 5. September 1942
10 Minuten nach dem Start der Lufthansa LK-2445
Zivilist Meinhardt Peter Rech


Ein letztes Mal beuge ich mich zur Seite, um einen Blick aus dem Fenster auf die die friesische Küste zu werfen, welche unter uns vorbei zieht. Schon bald werde ich nur noch die blauen Fluten der Weltmeere sehen können – und die dicken schwarzen Regenwolken, die sich über der Nordsee aufgebaut haben. Es wird wahrscheinlich das letzte Mal sein, dass ich Deutschland sehe.

Die letzten Wochen waren bedrückend, aber auch irgendwie befreiend. Angesichts der neuen Vorwürfe wurde mir von Seiten der Disziplinarkommission ein Beförderungsverbot ausgesprochen und vier Tage musste ich im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit verbringen. Vor einer Woche jedoch nahm der Fall eine überraschende Wendung: die Wehrmachtszentralabteilung Gruppe II machte mir ein Angebot. Alle Vorwürfe gegen mich seitens des RSHA würden fallen gelassen, die Ermittlungen eingestellt und meine Reiseverbot aufgehoben, wenn ich zustimme, die Deutsche Kriegsmarine in Unehren zu verlassen, die deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben und das Land dauerhaft zu verlassen. Ich kann nur spekulieren, dass man von hoher Stelle aus kein Interesse an einem in einen Skandal verwickelten mehrfach ausgezeichneten Offiziers der Wehrmacht hatte, der den Gesamteindruck des überwältigenden Sieges Deutschlands über die Vereinigten Staaten von Amerika hätte trüben können. Das Angebot wurde mir von SS-Gruppenführer Dr. Paul Rathenau, Chefjurist beim Hauptamt der Sicherheitspolizei, mit der Maßgabe einer Entscheidung binnen 3 Stunden überbracht. Anscheinend gab es keine andere Alternative.

Und so löste ich so schnell ich konnte meinen Haushalt auf, wobei die meisten Erlöse für die Kosten der noch anhängigen Verfahren aufgewendet werden mussten. Mein Bankkonto wurde eingezogen, stattdessen bekam ich eine kleine Barabfindung. Von allen Ämtern und Pflichten in der Marine war ich bereits vorher entbunden worden, sodass nur noch die förmliche Entlassung vollzogen werde musste. Die texanische Botschaft hatte sich auf Vermittlung durch das Auswärtige Amt bereit erklärt, mir eine provisorische Staatsbürgerschaft zu übertragen und das Visum für den Flug nach Houston auszustellen. Eigentlich ging alles wie geschmiert – doch konnte ich mich in der kurzen Zeit bei keinem meiner alten Freunde, Weggefährten und meiner Familie verabschieden. Agenten des SD wachten penibel darüber, dass ich nur zu behördlichen Zwecken Telefonate führte oder Briefe versandte.

Und so fliege ich einem neuen Abschnitt in meinem Leben entgegen. Ein Leben gemeinsam mit meiner Familie. Ich bin so gespannt, zum ersten Mal mein kleines Mädchen in meinen Armen zu halten. Ich musste unter Eid erklären, für den Rest meines Lebens keine Stellung in fremden Streitkräften, Geheimdiensten, diplomatischen Diensten oder parlamentarischen Vertretungen und Ausschüssen anzutreten, das Geheimhaltungsgebot über alle dienstlichen Erkenntnisse einzuhalten und Stillschweigen über die Umstände meiner Ausbürgerung zu wahren. Für Deutschland besteht nun ein lebenslanges Einreiseverbot. Und trotzdem wird mein Herz ewig und für alle Zeiten an diesem, meinem Vaterland hängen.


Warmes Licht strahlt hell in die Kabine und wie ein gigantisches Tor spannt sich ein Regenbogen vor unserem Flugzeug auf. Als wir hindurch fliegen, lassen wir die schwarzen Silhouetten der Gewitterwolken hinter uns. Vor uns schwebt die Sonne...



Into the sun

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von Aktivist » Mi 09.04.2014, 18:52

Story Line

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Bild 172: Am 25. August 1942 sind alle Siegprovinzen Brasiliens besetzt. Das Land wird annektiert. Wann triggert endlich die Kapitulation der USA? Das Event ist allmählich überfällig und ich habe nur noch fünf Tage In-Game-Zeit, wenn ich mein großspuriges Versprechen anfangs des AARs halten will. Verdammt!


Schwarze Wolken am Horizont

Pappelstraße 85-87, Straßburg, 15. August 1942
Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei Straßburg
Kriminalinspektor Arthur Weigelt


Aus der Niederschrift der Aussage des Zeugen Bernhard Siegfried Maibaum-Hollweg vom 14. August 1942

(̷)
„Sodann sagte der Zeuge aus, er hätte seinen Schwiegervater Wilhelm-Patrice Hollweg im Universitätsklinikum Baden-Baden aufgesucht, wo er seit dem 28. Juli 1942 wegen eines Schlaganfalls in Behandlung war. Der 72jährige ehemalige Elektriker erzählte dem Zeugen zu dessen Überraschung, dass ihn sein anderer Schwiegersohn Meinhardt Peter Rech vor wenigen Tagen im Krankenhaus besucht hätte und ihm Nachricht von seiner Tochter Ulrike Hollweg, geschiedene Rech, aus Amerika überbracht hätte.
Die Familie der aufgrund eines Verfahrens wegen Hochverrats von den Behörden gesuchten Person war bislang der Überzeugung gewesen, dass sich Ulrike H. auf der gemeinsamen Hochzeitsreise mit Fregattenkapitän Rech der drohenden Verhaftung durch Auslandsflucht entzogen hatte, was der Zeuge auch bestätigte.“


Anmerkung: In diesem Zusammenhang wurden auch Kriminalermittlungen gegen den Ehemann der H. eröffnet, welche aber aus Mangel an Beweisen und den überzeugenden Darstellungen des R. zu den Akten gelegt wurden. Insbesondere die Tatsache, dass die H. noch während der Dauer des Beweissammlungsverfahrens ein Visum für verschiedene amerikanische Staaten erhielt, obwohl den verantwortlichen Behörden klar sein musste, dass die Gefahr der Entziehung der Strafverfolgung durchaus bestanden hatte, wirkte sich damals günstig auf FKpt. Rech aus. R. ließ die Ehe mit der H. nach seiner Rückkehr nach Deutschland unverzüglich annullieren.
KrInsp. A.W.

„Der Zeuge M. gab ferner zu Protokoll, dass er als patriotischer Nationalsozialist schon immer dem seiner Meinung nach zu liberal gesinnten Ehemann seiner Schwägerin misstraut habe, was sich dann auch als berechtigt erwiesen hätte.“

Anmerkung: Nach weiteren ausschweifenden Bemerkungen über den politischen Hintergrund und Charakter des R. wurde der Zeuge Maibaum-Hollweg zur Ordnung gerufen. Die Aussage wurde fortgeführt und protokolliert.
KrInsp. A.W.

„Der Schwiegervater erzählte dem Maibaum-Hollweg, Rech hätte ihm berichtet, dass seine Tochter sicher und wohlbehalten in den Vereinigten Staaten angekommen sei und dort derzeit bei einem Freund des R. verborgen wohnen würde. Des weiteren zeigte er ihm einen Brief der H., welchen diese im April 1942 geschrieben und über Mittelsmänner an Rech weitergeleitet hatte. Hier gibt der Zeuge an, sei er mit seinem Schwiegervater in Streit geraten, welcher seine Tochter, obwohl des Hochverrats beschuldigt und nur wegen Abwesenheit nicht verurteilt sowie seinen Schwiegersohn Rech in Schutz nahm. Des Weiteren gibt er an, wäre es schon früher mit seinem Schwiegervater wegen Erbschaftsangelegenheiten zu Meinungsverschiedenheiten gekommen.
In jedem Fall verließ M. die Bettenstation und wollte zurück zum Bahnhof gehen. Noch auf dem Gelände des Universitätsklinikums fiel ihm ein, dass der Brief ein wichtiges Beweismittel wäre, welches zu sichern oberste Bürgerpflicht sei. Er kehrte zum Rehabilitationsflügel zurück, um seinen Schwiegervater erneut zur Rede zu stellen. Als er die Herausgabe des Briefes verlangte, soll dieser erwidert haben, er wüsste nicht, von welchem Brief der Zeuge sprechen würde. Als beide wieder in Streit gerieten, wurde M. von der Revierschwester der Bettenstation des Krankenhauses verwiesen.
M. sei nach seiner Rückkehr nach Straßburg ohne Aufenthalt zur Polizeihauptwache geeilt, um den Sachverhalt ordnungsgemäß zu melden.“


Anmerkung: Die heutige Befragung des Wilhelm-Patrice Hollweg, Vater der flüchtigen M., ergab keine neuen Erkenntnisse. H. gab an, wegen einer Erbangelegenheit in Zorn über seinen Schwiegersohn geraten zu sein, der nun wohl mit aller Macht den Namen seines zweiten Schwiegersohn beschmutzen wolle, um darüber an den Erbanteil seiner Tochter Ulrike zu gelangen. Die Poststelle konnte nicht bestätigen, dass H. im fraglichen Zeitraum ein Brief ausgehändigt wurde. Andererseits soll besagter Brief durch Rech persönlich übergeben worden sein, dessen Name im Besucherbuch aufgelistet war. Bei der Kontrolle der persönlichen Sachen des H. fand sich kein Brief.
Ich werde den Vorgang den Behörden in Kiel und Berlin als Aktenkopie übergeben, wo sich die Wohnsitze des Rech befinden. Wir konzentrieren unsere Ermittlungen vorerst auf den Vater der H.
KrInsp. A.W.
(̷)

von Aktivist » Di 08.04.2014, 12:15

Interlude



Das Winki-Alphabet


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Bild 169-171: Signalverschlüsselungsmethoden: Semaphore, Pennants, Morsecode

von Aktivist » Di 08.04.2014, 12:09

Story Line

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Bild 168: In Brasilien nähern sich die Kämpfe Mitte August 1942 ebenfalls ihrem Ende.


Unternehmen ‚Walküre’

Vor der Küste Vitorias, Brasilien, 14. August 1942
Invasionsflotte ‚Cäsar’
Stabszelle ‚Walküre’


Lage

Die brasilianische Armee hat ihre Küstenlinien weitgehend aufgegeben und konzentriert sich auf die Verteidigung der Kernprovinzen rund um Rio de Janeiro. Da unsere Landstreitkräfte trotz dem völligen Fehlen jeder Gegenwehr nur langsam und einzeln auf die Zielprovinzen vorrücken können, hat der Generalstab in Verbindung mit der Seekriegsleitung beschlossen, durch eine weitere Landung nördlich von Cabo de Sao Tome Druck auf die brasilianische Heimatarmee auszuüben und sie hier zum Rückzug zu zwingen. Die Bedrohung der Flanke unserer im Westen heraneilenden Panzerverbände sollte durch eine erfolgreiche Landung beseitigt werden, was den zügigen Vormarsch von Campinas und Goias auf Sao Paulo ermöglicht.


Auftrag

Die brasilianischen Hauptstreitkräfte in den Provinzen Esperito Santo und Belo Horizonte müssen unbedingt zerschlagen und aus ihren Stellungen geworfen werden, da sie sonst die schwachen deutschen Kräfte im Westen angreifen und aufhalten können. Die Ankunft der aus Recife vorrückenden Truppenteile wird sich durch die Wetterlage noch um einige Tage verzögern. Die Hauptlast des Angriffes liegt daher auf den Landungstruppen.
Nach der Sicherung der Brückenköpfe sind die gegnerischen Truppen massiert anzugreifen und in scharfer Verfolgung bis nach Rio de Janeiro zu treiben.


Durchführung

Phase Eins des Unternehmens ‚Walküre’ beinhaltet die Eroberung der nördlichen Küstenabschnitte von Salvador bis zum Kap Baleia. Die 600 km lange Küste ist praktisch unverteidigt – daher liegt das Augenmerk von Anfang an auf der Eroberung günstiger Ausgangspunkte für den weiterführenden Angriff nach Süden. Endgültige Sicherungsaufgaben werden die in wenigen Tagen aus Recife eintreffenden Panzer- und Panzergrenadierdivisionen übernehmen.

Phase Zwei beinhaltet die eigentliche Landungsoperation bei Sao Mateus, Linhares und Vitoria. Zur flankierenden Unterstützung der Landung werden die im Norden abgesetzten Einheiten, ein Infanteriekorps am Rio San Francisco und ein Panzerkorps bei Campinas bereit stehen. Im Falle steifen Widerstands können auch noch die in wenigen Tagen erwarteten Panzerspitzen aus Recife in die Gefechte eingreifen. Der Gegner hat den Großteil seiner ihm noch verbliebenen Divisionen hier massiert, um den Vormarsch auf Rio de Janeiro zu blockieren. Gelingt die Landung, muss der Feind zurück nach Süden getrieben werden, wo er nach der Einnahme Sao Paulos gekesselt und vernichtet werden kann.


Kräfteansatz

Phase Eins:
1. FjD, 2. FjD, 3. FjD, 7. FlgD

Phase Zwei:
II. schnelles AK (2. ID, 27. ID, 15. ID)
5. GebD, 6. SS-GebD, 7. GebD
15. AK (44. ID, 45. ID, 46. ID) flankierend aus der Provinz Goias heraus
VIII. PzK (23. PD, 25. PD, 12. SS-PD) flankierend aus der Provinz Campinas heraus

Reservetruppen:
12. AK (3. ID, 24. ID, 14. ID) Vormarsch aus Recife
IV. PzK (3. SS-PD, 1. SS-PD, 12. PD) Vormarsch aus Recife

Die notwendige Sicherung zur See wird durch 12 Zerstörer der U-Jagdflottillen 1 und 2 gewährleistet.


Feindlage

Im gesamten Gebiet zwischen Vitoria, Campos, Belo Horizonte und dem Rio Doce hat sich die brasilianische Heimatarmee mit 11 Infanteriedivisionen moderner Ausrüstung und 1 Volksmilizdivision eingegraben. Der Widerstand dürfte noch härter sein, als unseren Landungsverbänden vor wenigen Tagen in Louisiana und Mississippi entgegen schlug. Hinzu kommt die ständige Bedrohung durch die brasilianische Luftwaffe und Marine – wobei zumindest die Marinha do Brasil in den vergangenen Gefechten keine Erfolge gegen unsere Schiffe erzielen konnte und bereits den Verlust einiger Einheiten verkraften muss. Es wird gehofft, dass die argentinische Marine den Feind durch eigene Operationen binden wird, damit das letzte verbliebene Schlachtschiff „Sao Paulo“ nicht in Reichweite der Landungstruppen gelangt.

von Aktivist » So 06.04.2014, 12:14

Story Line

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Bild 166: Die Gegenoffensive der Amerikaner ist Anfang August ist in sich zusammen gefallen. Die letzten amerikanischen Division sind nun in Süd-Mississippi zusammen gedrängt, während schnelle Panzerverbände schon jenseits von St. Louis, Nashville oder Denver stehen.


"Volle Deckung!"

Mississippi Sound, am Strand von Bay St. Louis, 13. August 1942
Sturmregiment 4002/4. Marine-Sturm-Division
Korvettenkapitän Ralf Sperber


Ich schmeiße mich in den von brackigem Wasser überspülten Sand und höre noch im Flug das zirpende Sirren der heranorgelnden Granaten, dann fliegen mir auch schon Sand, Schlamm, Muscheln, zerfetztes Fleisch und heiße Munitionssplitter ins Gesicht. Kopf runter! Maschinengewehre hämmern im wieder auf unsere Gruppe ein und bis auf ein paar Schienenkreuze und Granattrichter gibt es keinerlei Deckung an diesem dreimal verfluchten Strand. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein Pionier mit Flammenwerfer von einer Garbe getroffen wird und als lebende Fackel schreiend aus dem Blickfeld rennt. Nur zwei Meter vor mir liegt eins dieser Strandhindernisse eingegraben im Schlick, doch so sehr ich mich bemühe, wenigstens hinter die primitivste aller Deckungsmöglichkeiten zu kriechen, meine Gliedmaßen scheinen mir nicht mehr zu gehorchen. Stattdessen zittere ich am ganzen Leib – so eine Todesangst hatte ich noch nie!

Mühselig zwinge ich meine Arme nach vorne, kralle beide Hände in den Schlamm und ziehe mich vorwärts. Jetzt mit den Füßen abstoßen – na gut, ein Fuß ist auch okay. Da liegt auch ein Gewehr, hervorragend – meines habe ich nämlich schon beim Verlassen des Landungsbootes im Wasser versenkt. Hätte mich fast ertränkt, dieses Mistding. Metallisch klimpern die MG-Projektile auf dem Eisenkreuz und eine Perlenkette von Einschlägen auf dem Sand rast auf mich zu. Das pumpt wieder Adrenalin in meine Adern – aus dem Liegen springe ich auf und hechte mit einem Satz nach vorne. Ein heißes Glühen in meinem Unterleib zwingt mir Tränen in die Augen, als ich alle Muskeln auf einmal anspanne – doch es ist geschafft. Ich wage einen Blick zurück und sehe nichts als Blut, zersiebte und zerfetzte Körper meiner Soldaten – tot und lebendig – brennende Landungsfahrzeuge und Einschläge, Einschläge, Einschläge.
Die Amis setzen uns mit allem zu, was sie haben – für jeden Zentimeter Strand lassen sie uns mit Blut bezahlen. Unser Regiment ist völlig auseinander gerissen – und über den ganzen Landeabschnitt verteilt. Schon beim Ausbooten war mir klar, dass heute ein ganz beschissener Tag wird. Jetzt liegen hier Truppen von mindestens drei Einheiten im Dreck und keiner weiß, wo sich die Bresche befindet, die wir über die Dünen schlagen sollen. Auf den Dünen schlagen jetzt ein paar Granaten ein, wahrscheinlich Unterstützungsfeuer der Zerstörer, die uns bis zum Eingang der Bucht begleitet haben, doch die Intensität des Abwehrfeuers nimmt nicht ab. Im Gegenteil, ein feuriges Crescendo trommelt auf den Strand nieder.
Mist, kein Magazin im Gewehr. Ich greife nach den Munitionstaschen am Koppel und ziehe ein warmes und nasses Ersatzmagazin heraus. Meine Hand zittert – ich schaue sie an und irgendetwas ist anders als sonst. Aber meine Gedanken hängen in einer Rückkopplungsschleife fest. Dann spüre ich nur noch einen heißen Luftzug und einen peitschenden Knall.

Als ich wieder zu mir komme, kniet ein junger Soldat neben mir und drückt mir seine Hände auf den Bauch. Er schreit mich lautlos an, doch ich kann nichts wahrnehmen, außer einem schrillen Pfeifen. Nein – wirklich nichts! Ich fühle mich, als ob ich schwebe – nur eine ungewohnte Kälte arbeitet sich meine Eingeweide entlang nach oben. Ich senke den Blick auf meine Hand, die das Magazin noch immer fest umklammert hat. Sie ist von den Fingerspitzen bis zum Handgelenk in Blut getränkt – mein Blick sinkt weiter und mit gleichgültigem Desinteresse bemerke ich, dass ich selbst in einer Pfütze von Blut liege. In lustigen Fontänen schwallt es aus meinem Bauch hervor und zwischen den Fingern des anderen Soldaten kann ich wurstähnliche, rosa Schlingen erkennen.

Es spricht wohl einiges dafür, dass es mich erwischt hat. Heidemarie, hilf!

Dann wird es dunkel…



Bild
Bild 167: Kein Historyteil diesmal, aber das Bild.

von Wilhelm Klink » Sa 05.04.2014, 12:10

Sehr schöner AAR und wieder einmal ein hochinteressanter History-Line-Teil.

von Aktivist » Sa 05.04.2014, 09:17

History Line




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Bild 165: links - die Atlantikschleusen bei Gatun; rechts - in der Gegend des Gatun-Rivers



Der Panama-Kanal




Der Panamakanal verbindet den Atlantischen Ozean mit dem Pazifik an der Landenge von Panama und stellt eines der anspruchvollsten Großprojekte der Menschheit dar. Die Seereise von New York nach San Francisco wurde um 13.000 Kilometer verkürzt, was der Schifffahrt einen enormen Kostenvorteil verschaffte und zu einem wirtschaftlichen Boom führte. Die ersten Bauprojekte wurden bereits unter den Spaniern im 16. Jahrhundert geplant, doch erst amerikanische Unternehmen führten den Bau bis 1914 zu Ende, nachdem die Franzosen bereits 1880 mit den ersten Arbeiten an dem Kanalprojekt begonnen hatten.
Die lebensgefährlichen Arbeiten in den von Seuchen geplagten Baustellen und Arbeitersiedlungen kosteten insgesamt 27.500 Menschen das Leben.


Die ersten Versuche

1534 beauftragte der spanische König Charlos V. den Italiener Alessandro Malaspina mit der Erkundung einer geeigneten Route für den Bau einer Wasserverbindung zwischen beiden Ozeanen, um die Schifffahrtsweg von Spanien nach Peru zu verkürzen und darüber hinaus eine eigene Route nach Ostasien zu etablieren – denn der Indien- und Chinahandel um Afrika herum war bis dahin portugiesisches Monopol. Zwar steckte der Entdecker eine geeignete Route ab, doch gab es zu dieser Zeit keine ausreichenden technischen Hilfsmittel, um ein solches Großprojekt zu verwirklichen. Selbst unter primitivsten Bedingungen hätte man die mehreren zehntausend benötigten Arbeiter gar nicht versorgen können, die auf einer Baustelle dieses Ausmaßes beschäftigt hätten werden müssen.

1698 stachen fünf Schiffe mit 1.200 Siedlern von Leith in Schottland aus in See – das schottische Königshaus hatte ebenfalls Kolonialambitionen – um bei Darien ein Kolonie zu gründen und eine Überlandstraße zum Pazifik zu bauen, was eigenen Fernhandel mit China und den Gewürzinseln ermöglicht hätte. Die Lebensumstände waren desaströs und die Sterberaten unter den Siedlern hoch. Im Juli 1699 musste die Kolonie aufgegeben werden, nur 300 Siedler hatten das vergangene Jahr überlebt. Eine zweite Expedition mit 2.500 Siedlern traf kurz darauf ein, um das Projekt fortzuführen, doch auch dieses Mal scheiterten sie. Nur wenige hundert Kolonisten kehrten im folgenden Jahr lebendig zurück nach Schottland. 1855 eröffnete eine Eisenbahnlinie, die beide Seiten der Landenge verband, doch schon bald hatte man Größeres im Sinn.

Der französische Kontrukteur Ferdinand de Lesseps begann am 1. Januar 1882 mit dem Bau eines Kanals ohne Schleusenkammern im Auftrag der kolumbianischen Regierung, die mit Frankreich beim Bau des Kanals kooperierte. De Lesseps war bereits bei der Konstruktion des Suezkanals erfolgreich gewesen und wollte das Projekt Panama ähnlich durchführen. Dabei ließ er jedoch die geografischen Besonderheiten, geologische, hydrologische Eigenheiten und klimatische Bedingungen außer Acht. Bis zu 20.000 Arbeiter wurden gleichzeitig beschäftigt, dennoch starben 22.500 Menschen zwischen 1881 und 1889, dem Zeitpunkt, als die französische Kanalkompanie in Konkurs ging. Eine zweite Gresellschaft begann 1894 mit weiteren Arbeiten am Pazifik, doch die Baustelle war weitaus kleiner, da es mittlerweile ernste Konkurrenz gab: US-amerikanische Unternehmen begannen mit Kanalarbeiten in Nicaragua am sogenannten (und nicht fertig gestellten) Nicaragua-Kanal.


Die Amerikaner

Wegen des kürzlich geführten spanisch-amerikanischen Krieges forcierte US Präsident Theodore „Teddy“ Roosevelt den Bau der amerikanischen Kanalprojekte – aufgrund der Lobbyarbeit einflussreicher Geschäftsleute gab der US Senat das Nicaraguaprojekt auf (obwohl bereits 160 Kilometer fertig gestellt waren) und schloss 1903 mit Kolumbien den Hay-Herran-Vertrag ab, durch den das bereits von den Franzosen begonnene Kanalprojekt samt einer Kanalzone für 99 Jahre an Amerika verpachtet wurde. Wie auch immer, das kolumbianische Parlament ratifizierte den Vertrag nicht und so unterstützte die US Regierung panamesische Großgrundbesitzer in ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Die USA entsandten eine Flotte vor die kolumbianische Küste, belieferten die Rebellen mit Waffen und stellten Geld, Ausrüstung und Militärberater zur Verfügung. Letztlich beugte sich Kolumbien dem Druck und gestattete Panama die Unabhängigkeit, dessen Regierung sofort den Hay-Herran-Vertrag unterzeichnete.

Die Amerikaner kauften die französischen Baumaschinen und begannen am 4. Mai 1904 mit den Bauarbeiten, wobei sie den Kanal anders als die Franzosen mit Schleusenkammern und Dämmen konstruierten. Zwei Jahre vor dem geplanten Fertigstellungszeitpunkt wurde der Kanal am 15. August 1914 mit der Passage des Frachtschiffs „Ancon“ offiziell eingeweiht. Da auch die hygienischen Bedingungen weitaus besser waren, starben „nur“ 5.609 Arbeiter auf den amerikanischen Baustellen.


Die weitere Entwicklung

1921 zahlten die USA 25 Millionen Dollar Entschädigung an Kolumbien wegen ihrer Rolle bei der Unabhängigkeit Panamas, im Gegenzug erkannte Kolumbien die ehemalige Provinz und die gemeinsame Grenze diplomatisch an. Ein weiterer Damm wurde 1935 durch den Rio Chagres gezogen, um ein Wasserreservoir für den Kanal zu schaffen. 1939 begannen Arbeiten an neuen, verbreiterten Schleusenkammern, um den größten amerikanischen Schlachtschiffen die Durchfahrt durch den Kanal zu ermöglichen. 1999 wurde die Panamakanalzone an den Staat Panama zurück gegeben, welches sich aber bereit erklären musste, den Kanal mindestens für 25 Jahre an ein Privatunternehmen zu verpachten, um eine zu schnelle Verstaatlichung zu vermeiden. So gehören die beiden Kanalhäfen nun dem chinesischen Hafenbetriebs- und Telekommunikationsunternehmen Hutchinson-Whampoa.


Ausblick

Einhundert Jahre nach seiner Eröffnung werden im Jahr 2014 die neuen, dritten Schleusenkammern fertig gestellt sein, die es ermöglichen, dass in Zukunft Schiffe einer Breite von 49 m, einer Länge von 366 m und einem Tiefgang von 15 m den Kanal passieren können (momentan: Maxbreite: 28 Meter)

Nachtrag: Nun, da wir mittlerweile das Jahr 2014 schreiben, wäre ein Blick auf den Fortgang der Bauarbeiten angebracht. Dieses Jahr wird der Kanal nicht mehr für die "großen Pötte" freigegeben, aber im nächsten Jahr. Leider hat sich die durchschnittliche Schiffsgröße in den Jahren der Kanalerweiterung ebenso drastisch erhöht, sodass der Kanal vielleicht bald wieder "zu klein" ist.

von Aktivist » Sa 05.04.2014, 08:49

Story Line

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Bild 164: Unternehmen 'Parzifal': Der Panama-Kanal ist strategisch wichtig und soll künftig zur großdeutschen Einflusssphäre gehören.


Rückflug erster Klasse



Colon, US-Panama, 10. August 1942
Wasserflugzeugbasis Fuerte Sherman
Fregattenkapitän Rech


Soeben setzt das dickbauchige Wasserflugzeug, eine sechsmotorige Blohm & Voss BV 222, auf dem Landeabschnitt vor den Kanalschleusen auf. Trotz der gewaltigen Ausmaße gleitet das Flugzeug sanft auf den Wellen und taucht allmählich immer tiefer in das Wasser, bevor es mit gedrosselten Motoren zum Boardingsteg schwimmt. Pünktlich auf die Minute!
Die anderen Passagiere stehen bereits unruhig von ihren Korbsesseln der Terrasse auf, doch es müssen ja auch noch die Insassen aussteigen und das Gepäck entladen werden. Eine Bunkerbarge nähert sich auch schon den weitausladenden Tragflächen, um gewaltigen, leeren Tanks von neuem zu befüllen. Ich bleibe derweil gemütlich im Schatten sitzen und bestelle mir noch Cocktail und ein Sodawasser. In der heutigen Ausgabe der ‚Panamundo’ kann ich lesen, dass deutsche Marinesoldaten gestern Balboa an der Pazifikseite des Panamakanals erobert haben, womit wir die wichtige Wasserstraße vollständig kontrollieren und nun auch die amerikanische Westküste erreichen können – sofern das überhaupt noch notwendig ist.

Mein letzter Kampfeinsatz auf der „Ludwig von Reuter“ war eher unspektakulär. Zwar griff das amerikanische Kanalgeschwader den Landungsverband an, doch ihre Zerstörer waren der Feuerkraft der Superschlachtschiffe nicht gewachsen. Um die wichtigen Schleusenkammern nicht unbeabsichtigt zu zerstören, gab es auch kaum Landzielbeschusseinsätze, die Sturmregimenter mussten sich ihren Weg zum Strand und zu den Missionszielen selbst erarbeiten. Vorgestern kam der neue Kommandant und die Übergabe des Schiffes war schnell erledigt. Irgendwelche Bindungen habe ich in der kurzen Zeit sowieso nicht aufnehmen können. Nun also wieder Berlin, doch vorher habe ich noch etwas anderes vor – ich muss Ulrikes Eltern besuchen und Ihnen den Brief ihrer Tochter übergeben. Ich hoffe nur, dass es den alten Menschen nicht Schmerzen bereitet, all diese Ungehörigkeiten noch einmal durchleben zu müssen, die sie mit Sicherheit nach dem Verschwinden ihrer Tochter durchlebt haben.

In Berlin muss ich auch dringend mit Oster und Canaris sprechen – wie es scheint, ist unser Vorhaben grandios gescheitert. Was soll nun werden? Ich kann es nicht abwarten, endlich deutschen Boden unter den Füßen zu haben. Zum Glück startet das Flugzeug in zweieinhalb Stunden und fliegt dann nonstop nach Lissabon. Auch während des Krieges hier hat die Lufthansa die meisten ihrer Wasserflugzeuglinien aufrecht erhalten, in dem sie die Flugzeuge zum Beispiel in neugegründeten Tochtergesellschaften in neutralen oder nichtkriegführenden Staaten wie Irland, Schweden und früher Portugal überführt hat. So gab es bis letzte Woche noch eine Route Colon-Dublin, jetzt wird wieder wie vor dem Krieg nach Lissabon geflogen. Und dann weiter mit dem Anschlussflug nach Deutschland.

von Kurfürst Moritz » Di 01.04.2014, 16:36

Sehr schön, dass es hier weiter geht!

Die Berichte und Planungen sowie die historischen Exkurse sind wie immer sehr interessant und abwechslungsreich!

von Aktivist » Di 01.04.2014, 10:33

History Line




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Bild 163: Der Continental Navy Jack - die erste Seeflagge der Vereinigten Kolonien (Nachbildung)



Die Kontinental-Marine




Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurde neben der ‚Continental Army’ 1775 auch die ‚Continental Navy’ geschaffen, um die Küsten der abtrünnigen Kolonien gegen die englische Royal Navy zu schützen. Zur Zeit ihrer Gründung litt der Continental Congress unter Geldmangel und konnte weder eine geeignete Anzahl Berufssoldaten noch die nötige Ausrüstung beschaffen. Daher trug die neue amerikanische Marine – aus umgebauten Handelsschiffen gebildet – anfangs nur wenig zum Krieg gegen England bei. Gegen Ende des Krieges wurden die Schiffe im Jahr 1785 an private Interessenten versteigert – die Marine verschwand so schnell von der Bildfläche, wie sie einst auf ihr erschien.


Der Aufbau

Am 26. August 1775 verfügte der Kongress der Vereinigten Kolonien den Aufbau und die Unterstützung einer eigenen Marine, um die Küstenlinien der um Unabhängigkeit strebenden Kolonien zu schützen und die Versorgungsrouten der Briten, die Boston besetzt hielten, zu attackieren. Die Debatte wurde kontrovers geführt und viele der Delegierten hielten das Vorhaben, mit dem der englische Kapitän John Paul Jones betraut wurde, für die „verrückteste Idee aller Zeiten“. Die immer schwieriger werdende Versorgungslage führte aber letztendlich zu der Überzeugung, dass nur mit eigenen Schiffen die Nachschubrouten des Feindes zerschnitten und wertvolle Fracht abgefangen und für eigene Zwecke genutzt werden konnte. Daher verfügte der Kongress am 13. Oktober die Umrüstung der ersten vier Kriegsschiffe.
Am 3. Dezember wurden die „USS Alfred“, „USS Andrew Doria“, „USS Cabot“ und „USS Columbus“ in Dienst gestellt. Bis zum nächsten Frühjahr kamen die „USS Providence“, „USS Wasp“ und „USS Hornet“ hinzu. Das erste Ziel waren die englischen Depots in Nassau, Bahamas, wo man bitter benötigtes Schießpulver zu erbeuten hoffte. Doch das erste Gefecht der Flottille Anfang März 1776 ging ohne Erfolg zu Ende, als die englische 20-Kanonen-Fregatte „HMS Glasgow“ auftauchte und den an sich überlegenen Gegner in die Flucht schlug.


Die ersten Neubauten

Anstelle von Umbauten zweckdienlicher Handelssegler verfolgte der Kongress seit Dezember 1775 eine Neubaupolitik: 13 moderne Fregatten sollte auf heimischen Werften gebaut werden und die Schlagkraft der Marine erhöhen. Fünf davon trugen 32 Kanonen („USS Hancock“, „USS Raleigh“, „USS Randolph“, „USS Warren“, „USS Washington“), fünf trugen 28 Kanonen („USS Effingham“, „USS Montgomery“, „USS Providence“, „USS Trumble“, „USS Virginia“) und drei waren mit 24 Kanonen bewaffnet: „USS Boston“, USS Congress“ und „USS Delaware“. Bereits vier Einheiten wurden zerstört, bevor sie in See stechen konnten, um sie den vorrückenden Briten vorzuenthalten. Die bereits fertig gestellte „USS Virginia“ lief bei ihren Versuchen, die englische Blockade zu durchbrechen auf Grund und musste von der Besatzung versenkt werden.
In den folgenden Einsätzen erzielten verbliebenen Schiffe eine Anzahl von Erfolgen gegen englische Versorgungsschiffe, wurden jedoch nach und nach eins nach dem anderen von den Briten gejagt und vernichtet bzw. von den eigenen Besatzungen zerstört.


Das republikanische Frankreich

Obwohl Frankreich zunächst neutral blieb und sogar zwei amerikanische Schiffe internierte – die „USS Dolphin“ und die „USS Surprise“ – konnte der amerikanische Botschafter in Paris Benjamin Franklin die Franzosen allmählich zu einer Parteinahme bewegen. Nach 1778 wurden alle kontinental-amerikanischen Häfen für französische Schiffe grundsätzlich geöffnet. Außerdem verkauften und verliehen sie den Vereinigten Staaten eine Reihe von Schiffen, darunter die „Duc de Duras“, die später als „USS Bonhomme Richard“ das Flaggschiff des Oberbefehlshabers John Paul Jones wurde. Im August 1779 stach das gemischte amerikanisch-französische Geschwader unter dem fähigen Admiral in See und verfolgte nicht nur das Ziel, den englischen Nachschubverkehr zu unterbrechen, sondern auch 1.500 französische Soldaten im nur schwach verteidigten Wales zu landen – also den Krieg nach England zu tragen. Während der Operation traten die französischen Schiffe von den Landungsabsichten zurück, dennoch konnte man in den Gewässern um Irland eine stattliche Anzahl englischer Handelssegler und die feindlichen Kriegsschiffe „HMS Serapis“ und „HMS Countess of Scarborough“ erbeuten – die „USS Bonhomme Richard“ sank am 25. September 1779 zwei Tage nach der Schlacht aufgrund der schweren Schäden. Das Linienschiff „USS America“ mit seinen !74 Kanonen! erlebte keine Kriegseinsatz mehr auf seiten der Continental Navy. Es wurde am 3. September 1782 der Republik Frankreich zum Geschenk gemacht, im Ausgleich für den Einsatz des französischen Linienschiffs „Le Magnifique“ während der amerikanischen Revolution.


Das Ende

Mit dem Ende des Krieges entschied der Kongress, die teuren Kriegsschiffe zu verkaufen. Das wichtigste Argument war, dass eine eigene Marine nur in Konflikten mit ausländischen Mächten dienlich sein konnte – man selber aber nach dem Friedensvertrag mit England keinen Gegner mehr hatte. Daher hielt man den Unterhalt einer Kriegsmarine für unnötig – ganz zu schweigen davon, dass die Kolonien nach ihrer Unabhängigkeit kein Geld für ein solches Spielzeug hatten.
Insgesamt dienten 65 Schiffe (umgerüstet, selbst gebaut, geliehen, gekauft, gechartert und gekapert) in der Continental Navy, nur elf davon überlebten den Krieg.

von Aktivist » Di 01.04.2014, 10:18

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Bild 162: Drei Tage später sind die Brückenköpfe südlich Washingtons gesichert. Jetzt stößt eine andere Panzerarmee nördlich vor.


Unternehmen 'Lohengrin'

Cape May Point an der Südspitze New Jerseys, 30. Juli 1942
Karibikflotte
Flaggschiff 'Admiral Scheer'


Lage

Der Feind konzentriert seine Abwehrbemühungen derzeit in den Südstaaten und im mittleren Westen. Sträflicherweise hat er seine Küste um Delaware und New Jersey völlig entblößt und keine schlagkräftigen Marineeinheiten zur Abwehr von Landungsunternehmen in Reichweite. Diese Situation muss sofort ausgenutzt werden, um auch im Kernland der Vereinigten Staaten die strategische Initiative zu erlangen. Philadelphia und New York liegen mehr oder minder schutzlos in unserer Reichweite. Ein rascher Zugriff würde die Stabilisierungsbemühungen des US Generalstabs konterkarieren und den Druck von unseren Divisionen an der Mississippi-Front nehmen, die durch massive Gegenangriffe zurück auf ihre Brückenköpfe gedrängt wurden. An der linken Flanke wurde bereits ein kampfstarker Heeresverband im Zuge des Unternehmens ‚Brunhilde’ an Land gebracht. Östlich der Appalachen stößt ein Panzerkorps auf Lynchburg und Washington vor.


Auftrag

Die bereits an Land gesetzten Divisionen und die im Rahmen von ‚Lohengrin’ anzulandenden Einheiten der Heeresgruppe Nord haben den Auftrag, in zügigem Vorstoß die wichtigsten Städte der Ostküste der Vereinigten Staaten zu besetzen und die Fähigkeit des Feindes zum Widerstand in diesem Teil Amerikas kraftvoll zu negieren. Die Wegnahme strategisch wichtiger Positionen und die Bemächtigung feindlicher Waffen- und Nachschubdepots hat zunächst Vorrang vor der Neutralisierung gegnerischer Truppenverbände.


Durchführung

Die Halbinsel Delaware ist durch schnelle Panzervorstösse einzunehmen, da sie als zukünftige Nachschubbasis für alle Heeresgruppen in Nordamerika dienen wird. Anschließend ist Baltimore zu erobern. Die nördlich angesetzte Kampfgruppe aus gemischten Verbänden wird Philadelphia und Newark angreifen, sowie die Brückenköpfe etabliert wurden. Das Fernziel ist die Einnahme von New York und Boston.
Feuerunterstützung wird durch die Panzerschiffe der Karibikflotte geleistet. Weitere Divisionen werden binnen 14 Tagen an Land gesetzt, sodass nur geringe Sicherungstruppen vor Ort zurück gelassen werden müssen, sollte sich der feindliche Widerstand nicht entgegen allen Erwartens versteifen.


Kräfteansatz

Das III. Panzerkorps wird mit seinen schweren Panzereinheiten machtvoll die Delaware-Halbinsel absichern und anschließend den Schwung für eine Offensive nach Norden auf Baltimore ausnutzen.
Die Divisionen des 5. Mechanisierten Armeekorps, des II. Panzerkorps und des 9. Armeekorps sichern die Positionen südlich von Newark und greifen massiert die feindlichen Linien in Philadelphia und Newark an – es ist mit schweren Orts- und Häuserkämpfen zu rechnen.

Die Kriegsmarine unterstützt die Gefechte durch Artillerieeinsätze der Panzerschiffe „Admiral Scheer“, „Deutschland“ und „Admiral Graf Spee“, sowie durch die leichten Kreuzer „Nautilus“, „Mainz“, „Köln“, „Königsberg“, „Stuttgart“ und drei Zerstörer: „Z 26 Hugo von Pohl“, „Z 27 Reinhard von Werner“ und „Z 5 Paul Jacobi“.


Feindlage

Der Feind ist im Landeabschnitt praktisch nicht präsent. Auslaufende Marineeinheiten aus Norfolk und Washington werden durch die Kampfgruppe ‚Moltke’ gesperrt. In New York und Boston sind kleinere Einheiten und eine unbekannte Anzahl von U-Booten stationiert, welche sich aber nach Erkenntnissen der englischen und japanischen Funkaufklärung im Handelskrieg im Nordatlantik befinden. Schnelligkeit und Überraschung sind abermals die besten Waffen unserer Truppen – der Blitzkrieg hat Amerika erreicht.

von Aktivist » Sa 29.03.2014, 21:36

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Bild 161: Am 27. Juli beginnen die ersten Divisionen, Brückenköpfe in Virginia und North Carolina zu etablieren. Kann die US Army rasch reagieren?


Unternehmen 'Brunhilde'

Raleigh Bay, vor der Küste South Carolinas, 27. Juli 1942

Kampfgruppe 'Moltke’
Zerstörer Z 33 „Ludwig von Reuter“
Fregattenkapitän Rech


Irgendwie dachte ich, ich würde mich wieder auf ein Bordkommando freuen – und anfangs war es auch so. Doch allein die Tatsache, dass ich hier nur den Platzhalter spielen darf, bis die Kriegsmarine einen „geeigneteren“ Offizier bereit stellt, wirft schon einen dunklen Schatten auf mein Engagegement auf diesem Schiff. Z 33 ist eine weiterentwickelte Version meines letzten Schiffes, des Z 17 „Diether von Roeder“. Dennoch werde ich hier nicht heimisch werden.

Aus Texas kommen keine guten Nachrichten. Die deutschstämmigen Amerikaner haben sich entgegen den Erwartungen des Oberkommandos der Wehrmacht nicht freudestrahlend den deutschen Truppen angeschlossen, vereinzelt ist es sogar zu Zwischenfällen gekommen. Nunmehr hat das Reichssicherheitshauptamt seinen Schwadronen hinter der Front befohlen, deutsche Auswanderer nicht anders als die einheimische amerikanische Bevölkerung zu behandeln.
Vor diesem Hintergrund habe ich große Sorgen um die Sicherheit meiner Frau, die ja ohne gültige Papiere in Carlsbad am Pecos River bei einem alten Freund untergetaucht ist. Was ist, wenn sie bei einer Kontrolle auffällt? Was ist, wenn sie von Nachbarn verraten wird? Glücklicherweise sind die Texaner den deutschen Auswanderern wegen ihrer Parteinahme für Amerika eher gut gesinnt. Hinzu kommt, dass sich eine sehr starke texanische Unabhängigkeitsbewegung gegründet hat, die die Gunst der Stunde nutzen möchte, um einen selbstständigen Staat zu gründen. Ähnliche Bestrebungen gibt es vereinzelter Weise auch in Kalifornien und den ehemaligen Südstaaten, wobei die Feindseligkeit zu den deutschen Truppen dort ungleich höher ist. Fast erscheint es sogar, als hätte jeder Amerikaner ein privates Waffenarsenal in seinem Haushalt. So ist an einen geordneten Zivilbetrieb nicht zu denken – täglich werden bewaffnete Auseinandersetzungen mit amerikanischen Bürgern gemeldet. Und obwohl die deutschen Frontkommandeure bisher strikt von Vergeltungsaktionen absehen und sich auch die Luftwaffe merklich zurückhält, wird der Ton in den amtlichen Verlautbarungen doch jeden Tag schärfer und schärfer. Ich kann nur hoffen, dass wir nach den gewonnenen Schlachten nicht den Frieden verlieren werden…

In der Zwischenzeit läuft bereits der Countdown zur Zerschlagung der Vereinigten Staaten von Amerika. Panzertruppen haben im mittleren Westen und im Osten die alte historische Grenze zwischen Südstaaten und Nordstaaten überschritten und wir setzen im äußersten Norden der Südstaaten weitere Invasionsarmeen an Land. Unser Vormarsch wurde bislang nur von vereinzelten Aufklärungsgeschwadern der US Navy aufgehalten, nachdem zwei weitere Schlachtschiffe südlich von Kuba von der Kampfgruppe ‚Moltke’ versenkt wurden. Man kann es deutlich spüren – in ganz Amerika herrscht eine Panik, die sinnvolle Aktionen von vornherein verhindert. Das Land und seine Regierung sind am Ende. Wenn unsere Landungsdivisionen festen Boden unter den Füßen haben, wird es nicht mehr lange dauern, bis Washington fällt. Zwölf weitere Divisionen befinden sich derzeit auf See und werden in etwa 48 Stunden Truppen an der Küste Jerseys anlanden und Philadelphia erobern. Dann stehen auch New York und Boston kurz vor dem Fall. Auf allen Fronten leisten die GIs hartnäckigst Widerstand und treiben unsere Einheiten das ein ums andere Mal zurück. Doch ihre Flanken sind weit geöffnet und so werden sie schlussendlich überflügelt und eingekreist – und vernichtet.

Wofür kämpfen sie – für ihre Heimat, für ihre Familien, für ihre Nation! Wofür kämpfen wir in Amerika?

von Aktivist » Sa 16.11.2013, 07:16

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Bild 160: U-156 mit Schiffbrüchigen.





Der Laconia-Befehl





1. Jeglicher Rettungsversuch von Angehörigen versenkter Schiffe, also auch Auffischen von Schwimmenden und Anbordgabe auf Rettungsboote, Aufrichten gekenterter Rettungsboote, Abgabe von Nahrungsmitteln und Wasser, haben zu unterbleiben. Rettung widerspricht den primitivsten Forderungen der Kriegsführung nach Vernichtung feindlicher Schiffe und Besatzungen.
2. Befehle über Mitbringung Käpitäne und Chefingenieure bleiben bestehen.
3. Schiffbrüchige nur retten, falls Aussagen für Boot von Wichtigkeit.
4. Hart sein. Daran denken, dass der Feind bei seinen Bombenangriffen auf deutsche Städte auf Frauen und Kinder keine Rücksicht nimmt.



Am 12. September 1942 patrouillierte das deutsche U-Boot U 156 unter Korvettenkapitän Werner Hartenstein vor der westafrikanischen Küste zwischen Liberia und Ascension. Dabei wurde das britische Passagierschiff „Laconia“ ausgemacht, welches nach dem Handbuch der Deutschen ein bewaffnetes englisches Handelsschiff mit 14 Geschützen war. U 156 griff an.
Die Laconia übermittelte folgende Nachricht:

SSS SSS 0434 South / 1125 West Laconia torpedoed

Als das Schiff sank, tauchte Hartensteins Boot auf, um Überlebende der 136 Mann Besatzung an Bord zu nehmen – zu seiner Überraschung hatte das Schiff zusätzlich 80 Zivilisten, Militärmaterial, 268 britische plus 160 polnische Soldaten und 1.800 italienische Kriegsgefangene an Bord. Da die „Laconia“ um 23:23 Uhr sank, meldete er per Funktelegramm an den BdU:

Versenkt von Hartenstein Brite „Laconia“. Marinequadrat FF 7721 310 Grad. Leider mit 1.500 italienischen Kriegsgefangenen. Bisher 90 gefischt. 157 cbm. 19 Aale, Passat 3, erbitte Befehle.
(cbm. 157 = Restmenge Treibstoff, 19 Torpedos, Passat, Windstärke Beaufort 3)

Admiral Dönitz lies umgehend zwei weitere U-Boote (U 506 – KKpt. Würdemann, U 507 – KKpt. Schacht) zur Unglücksstelle beordern, um die Schiffbrüchigen zu retten. Mittlerweile hatte U 156 beinahe 200 Überlebende auf dem Schiff und schleppte vier Rettungsboote mit weiteren 200 Menschen. Hartenstein übermittelte einen unkodierten, englischen Funkspruch, in dem er auf die Situation hinwies:

If any ship will assist the ship-wrecked „Laconia“ crew, I will not attack providing I am not being attacked by any ship or air forces. I picked up 193 men. 4, 53 South, 11, 26 West – German submarine.

Auch die in den folgenden Tagen eintreffenden zwei deutschen U-Boote plus das italienische U-Boot „Cappellini“ nahmen weitere Überlebende auf und versorgten die Überlebenden mit Nahrungsmitteln, Decken und Wasser. Danach fuhren die Schiffe mit an Deck ausgebreiteten Rot-Kreuz-Flaggen in Richtung afrikanische Küste, wo sie sich mit der ausgelaufenen Vichy-Flotte treffen wollten. Doch am 16. September 1942 wurde der Verband von einer amerikanischen B-24 ausgemacht. Der Fliegerkommandant drehte ab und teilte seinem Stützpunkt auf Ascension die Lage mit. Die Antwort des Diensthabenden Offiziers Captain Robert C. Richardson III. lautete: „Sink sub.“ Also flog Lieutenant Harden zurück und griff die U-Boote an, die zu diesem Zeitpunkt mehrere Rettungsboote schleppten und das Oberdeck voller Überlebender hatten. Nach dem Abwurf der Bomben wies Hartenstein die Schiffbrüchigen an, von Deck zu springen und tauchte ab, um die Schäden zu reparieren. U 156 wurde in Folge per FT vom BdU aus der Rettungsaktion entlassen. Als am 17. September auch U 507 von amerikanischen Flugzeugen angegriffen wurde, gab Admiral Dönitz die Rettungsaktion auf und übermittelte an die beiden letzten Boote:

Keine Rot-Kreuz-Flagge zeigen, da:
1. international nicht vorgesehen,
2. auf keinen Fall und am wenigsten bei Engländer Gewähr für Schonung bietet.
3. Nach Durchführung Abgabe Brennstoff, Proviant, Torpedobestand und Einsatzbereitschaft melden.


Ohne die deutschen U-Boote ertranken hunderte Schiffbrüchiger, bevor einige Stunden später durch französische Kriegsschiffe insgesamt 1.250 Personen gerettet werden konnten. (Ein Teil wurde von U-507 übergeben, die anderen aus den Rettungsbooten gefischt.)

Der oben aufgeführte „Laconia-Befehl“ war die Reaktion des BdU Admiral Dönitz auf die Ereignisse rund um die „Laconia“. Zwar wurde er unter anderem auch deswegen vor den Nürnberger Prozessen angeklagt, aber ausdrücklich nicht verurteilt, da u.a. Admiral Chester Nimitz von der US Navy als Zeuge aussagte, dass die submarines der US Navy unter den gleichen Bedingungen operiert hätten. In anderen Punkten wurde er freilich schuldig gesprochen und zu 10 Jahren Festungshaft verurteilt.

von Aktivist » Sa 16.11.2013, 07:02

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Bild 159: Meine Schlachtschiffe hatten einige Probleme, in Geschützreichweite zum Gegner zu gelangen.


Die Seeschlacht vom 25. Breitengrad

Basse Terre, Guadelupe, 21. Juli 1942
Marinekommando Amerika
Führungsstab ‘Marineoperationen Amerika’
Abteilung II/2 Fremde Flotten (Amt Abwehr)
Fregattenkapitän Rech



Nachtrag zur Lagebesprechung vom 27. Juni 1942: die US-Flugzeugträgerflotte wurde gefunden – und vernichtet. Am 15. Juli wurden die Flugzeugträger der Essex-Klasse und Midway-Klasse mit ihren Begleitschiffen von den Ju-88-Aufklärer der Kampfgruppe 26 ‚Löwen’ südwestlich von Andros Island aufgespäht und schon bald von den wütenden Angriffen der Kampfbomber bedrängt. Trotz des Verlustes der Flugzeugträger „USS Hornet“, „USS Essex“ und „USS Leyte“ setzten die Amerikaner unbeirrt ihren Kurs in den Golf von Mexiko fort, wo sich gerade die Kampfgruppe ‚Moltke’ gemeinsam mit einer Landungsflottille und 12 wertvollen Heeresdivisionen auf dem Weg nach Biloxi, Mobile und Pensacola befand. Eine erfolgreiche Landung hätte alle amerikanischen Heeresdivisionen im östlichen Texas, Louisiana und Mississippi abgeschnitten und darüber hinaus die Halbinsel Florida bedroht. Dementsprechend motiviert waren die amerikanischen Matrosen.

Am 18. Juli kam die Flotte in den Wirkungsbereich der Marinefliegerflottillen und verlor zwei weitere Flugzeugträger, die „USS Hancock“ und die „USS Intrepid“. Als die dezimierte Trägergruppe schließlich die deutschen Schlachtschiffe abfangen konnte, waren sie nicht mehr in der Lage, die deutschen Schiffe auf ihrem Weg ins Herz des Dixies aufzuhalten. Die Bomberstaffeln der Flugzeugträger wurden von der konzentrierten Schiffs-Flak der deutschen Schlachtschiffe bereits im Anflug auseinander gerissen, die neuen Flakzerstörer waren geschickt postiert und verhinderten den schlimmsten Schaden. Einzig ein Transportschiff und ein leichter Kreuzer – die „Dresden“ – wurden versenkt. Schon während des Angriffs nahmen die Schlachtschiffe Kurs auf die Warteposition der Flugzeugträger. Diese konnten keine zweite Angriffswelle mehr in die Luft bringen, als die weitreichenden Kanonen wie Macheten in einem Maisfeld durch die Reihen der US-Schiffe mähten. Die „USS Bunker Hill“ und die „USS Bennington“ wurden durch die Salven der „Mark Brandenburg“ und „Scharnhorst“ versenkt, ebenso sieben andere Begleitschiffe der Flotte.

Damit ist das Rückgrat der US Navy gebrochen – obwohl bekannt ist, dass noch einige Flugzeugträger und kleinere Kreuzer im August abgeliefert und in Dienst gestellt werden, verfügen die Amerikaner momentan nicht mehr über eine ausreichende Anzahl an schweren Einheiten, um der deutschen Flotte in ihren eigenen Heimatgewässern ein schlagkräftiges Gegengewicht entgegen zu setzen. Die Abwehr spricht von 2-3 Flugzeugträgern, 3-5 Schlachtschiffen, möglicherweise einem Dutzend Kreuzer verschiedener Größen und vielleicht 25-35 Zerstörern, verteilt auf die riesige Fläche zwischen der Philippischen See und Island.

Wer hätte das noch vor zwei Monaten für möglich gehalten?


Eine andere Nachricht hat mich auch erreicht: aufgrund der Erkrankung eines Kommandanten werde ich übergangsweise auf den Z 33 „Ludwig von Reuter“ kommandiert und kann nicht nach Hause zurückkehren, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Bereits morgen trete ich mein Kommando an – das Schiff ist erst vor kurzem mit anderen, neuaufgestellten Einheiten nach Amerika gefahren. Nun werden wir mit anderen Zerstörern die beschädigten Einheiten der Kampfgruppe ‚Moltke’ ablösen um Amerikas Nervenzentrum an der Ostküste zu attackieren.

Ein Befehl vom OKM elektrisiert zur Zeit die Marine: nach der Versenkung des aufgetauchten U-Boots U 7 durch die „USS Denver“ vor einer Woche, obwohl die Besatzung die Kapitulation signalisiert hatte, hat der Führer entschieden, dass feindlichen Schiffsbesatzungen ab sofort kein Pardon mehr gewährt werden darf. Schiffbrüchige, egal ob durch Schiffe der Kriegsmarine oder der Handelsmarine, sollen kaltblütig umgebracht werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie von der amerikanischen Coast Guard gerettet werden könnten. Wie so viele andere Offiziere bin ich fassungslos schockiert über so einen Befehl, und masslos enttäuscht darüber, dass unser Oberbefehlshaber sich nicht dem Willen des Führers widersetzt hat. Noch viel entsetzter bin ich, dass so viele Offiziere diesem zutiefst unmenschlichen und unseemännischen Diktat mit voller Überzeugung zustimmen – hauptsächlich die jungen, HJ-geformten Herren Leutnants und Oberleutnants, aber auch viele Stabsoffiziere und sogar ein paar Admirale. Wie sollen die einmal die Verantwortung der Marine schultern können?

Das ist nicht mehr meine Flotte…

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