Hearts of Iron 2 - Blitzkriegs-AAR: In drei Jahren zur Weltherrschaft

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History Line




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Bild 165: links - die Atlantikschleusen bei Gatun; rechts - in der Gegend des Gatun-Rivers



Der Panama-Kanal




Der Panamakanal verbindet den Atlantischen Ozean mit dem Pazifik an der Landenge von Panama und stellt eines der anspruchvollsten Großprojekte der Menschheit dar. Die Seereise von New York nach San Francisco wurde um 13.000 Kilometer verkürzt, was der Schifffahrt einen enormen Kostenvorteil verschaffte und zu einem wirtschaftlichen Boom führte. Die ersten Bauprojekte wurden bereits unter den Spaniern im 16. Jahrhundert geplant, doch erst amerikanische Unternehmen führten den Bau bis 1914 zu Ende, nachdem die Franzosen bereits 1880 mit den ersten Arbeiten an dem Kanalprojekt begonnen hatten.
Die lebensgefährlichen Arbeiten in den von Seuchen geplagten Baustellen und Arbeitersiedlungen kosteten insgesamt 27.500 Menschen das Leben.


Die ersten Versuche

1534 beauftragte der spanische König Charlos V. den Italiener Alessandro Malaspina mit der Erkundung einer geeigneten Route für den Bau einer Wasserverbindung zwischen beiden Ozeanen, um die Schifffahrtsweg von Spanien nach Peru zu verkürzen und darüber hinaus eine eigene Route nach Ostasien zu etablieren – denn der Indien- und Chinahandel um Afrika herum war bis dahin portugiesisches Monopol. Zwar steckte der Entdecker eine geeignete Route ab, doch gab es zu dieser Zeit keine ausreichenden technischen Hilfsmittel, um ein solches Großprojekt zu verwirklichen. Selbst unter primitivsten Bedingungen hätte man die mehreren zehntausend benötigten Arbeiter gar nicht versorgen können, die auf einer Baustelle dieses Ausmaßes beschäftigt hätten werden müssen.

1698 stachen fünf Schiffe mit 1.200 Siedlern von Leith in Schottland aus in See – das schottische Königshaus hatte ebenfalls Kolonialambitionen – um bei Darien ein Kolonie zu gründen und eine Überlandstraße zum Pazifik zu bauen, was eigenen Fernhandel mit China und den Gewürzinseln ermöglicht hätte. Die Lebensumstände waren desaströs und die Sterberaten unter den Siedlern hoch. Im Juli 1699 musste die Kolonie aufgegeben werden, nur 300 Siedler hatten das vergangene Jahr überlebt. Eine zweite Expedition mit 2.500 Siedlern traf kurz darauf ein, um das Projekt fortzuführen, doch auch dieses Mal scheiterten sie. Nur wenige hundert Kolonisten kehrten im folgenden Jahr lebendig zurück nach Schottland. 1855 eröffnete eine Eisenbahnlinie, die beide Seiten der Landenge verband, doch schon bald hatte man Größeres im Sinn.

Der französische Kontrukteur Ferdinand de Lesseps begann am 1. Januar 1882 mit dem Bau eines Kanals ohne Schleusenkammern im Auftrag der kolumbianischen Regierung, die mit Frankreich beim Bau des Kanals kooperierte. De Lesseps war bereits bei der Konstruktion des Suezkanals erfolgreich gewesen und wollte das Projekt Panama ähnlich durchführen. Dabei ließ er jedoch die geografischen Besonderheiten, geologische, hydrologische Eigenheiten und klimatische Bedingungen außer Acht. Bis zu 20.000 Arbeiter wurden gleichzeitig beschäftigt, dennoch starben 22.500 Menschen zwischen 1881 und 1889, dem Zeitpunkt, als die französische Kanalkompanie in Konkurs ging. Eine zweite Gresellschaft begann 1894 mit weiteren Arbeiten am Pazifik, doch die Baustelle war weitaus kleiner, da es mittlerweile ernste Konkurrenz gab: US-amerikanische Unternehmen begannen mit Kanalarbeiten in Nicaragua am sogenannten (und nicht fertig gestellten) Nicaragua-Kanal.


Die Amerikaner

Wegen des kürzlich geführten spanisch-amerikanischen Krieges forcierte US Präsident Theodore „Teddy“ Roosevelt den Bau der amerikanischen Kanalprojekte – aufgrund der Lobbyarbeit einflussreicher Geschäftsleute gab der US Senat das Nicaraguaprojekt auf (obwohl bereits 160 Kilometer fertig gestellt waren) und schloss 1903 mit Kolumbien den Hay-Herran-Vertrag ab, durch den das bereits von den Franzosen begonnene Kanalprojekt samt einer Kanalzone für 99 Jahre an Amerika verpachtet wurde. Wie auch immer, das kolumbianische Parlament ratifizierte den Vertrag nicht und so unterstützte die US Regierung panamesische Großgrundbesitzer in ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Die USA entsandten eine Flotte vor die kolumbianische Küste, belieferten die Rebellen mit Waffen und stellten Geld, Ausrüstung und Militärberater zur Verfügung. Letztlich beugte sich Kolumbien dem Druck und gestattete Panama die Unabhängigkeit, dessen Regierung sofort den Hay-Herran-Vertrag unterzeichnete.

Die Amerikaner kauften die französischen Baumaschinen und begannen am 4. Mai 1904 mit den Bauarbeiten, wobei sie den Kanal anders als die Franzosen mit Schleusenkammern und Dämmen konstruierten. Zwei Jahre vor dem geplanten Fertigstellungszeitpunkt wurde der Kanal am 15. August 1914 mit der Passage des Frachtschiffs „Ancon“ offiziell eingeweiht. Da auch die hygienischen Bedingungen weitaus besser waren, starben „nur“ 5.609 Arbeiter auf den amerikanischen Baustellen.


Die weitere Entwicklung

1921 zahlten die USA 25 Millionen Dollar Entschädigung an Kolumbien wegen ihrer Rolle bei der Unabhängigkeit Panamas, im Gegenzug erkannte Kolumbien die ehemalige Provinz und die gemeinsame Grenze diplomatisch an. Ein weiterer Damm wurde 1935 durch den Rio Chagres gezogen, um ein Wasserreservoir für den Kanal zu schaffen. 1939 begannen Arbeiten an neuen, verbreiterten Schleusenkammern, um den größten amerikanischen Schlachtschiffen die Durchfahrt durch den Kanal zu ermöglichen. 1999 wurde die Panamakanalzone an den Staat Panama zurück gegeben, welches sich aber bereit erklären musste, den Kanal mindestens für 25 Jahre an ein Privatunternehmen zu verpachten, um eine zu schnelle Verstaatlichung zu vermeiden. So gehören die beiden Kanalhäfen nun dem chinesischen Hafenbetriebs- und Telekommunikationsunternehmen Hutchinson-Whampoa.


Ausblick

Einhundert Jahre nach seiner Eröffnung werden im Jahr 2014 die neuen, dritten Schleusenkammern fertig gestellt sein, die es ermöglichen, dass in Zukunft Schiffe einer Breite von 49 m, einer Länge von 366 m und einem Tiefgang von 15 m den Kanal passieren können (momentan: Maxbreite: 28 Meter)

Nachtrag: Nun, da wir mittlerweile das Jahr 2014 schreiben, wäre ein Blick auf den Fortgang der Bauarbeiten angebracht. Dieses Jahr wird der Kanal nicht mehr für die "großen Pötte" freigegeben, aber im nächsten Jahr. Leider hat sich die durchschnittliche Schiffsgröße in den Jahren der Kanalerweiterung ebenso drastisch erhöht, sodass der Kanal vielleicht bald wieder "zu klein" ist.
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Wilhelm Klink
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Beitrag von Wilhelm Klink »

Sehr schöner AAR und wieder einmal ein hochinteressanter History-Line-Teil.
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 166: Die Gegenoffensive der Amerikaner ist Anfang August ist in sich zusammen gefallen. Die letzten amerikanischen Division sind nun in Süd-Mississippi zusammen gedrängt, während schnelle Panzerverbände schon jenseits von St. Louis, Nashville oder Denver stehen.


"Volle Deckung!"

Mississippi Sound, am Strand von Bay St. Louis, 13. August 1942
Sturmregiment 4002/4. Marine-Sturm-Division
Korvettenkapitän Ralf Sperber


Ich schmeiße mich in den von brackigem Wasser überspülten Sand und höre noch im Flug das zirpende Sirren der heranorgelnden Granaten, dann fliegen mir auch schon Sand, Schlamm, Muscheln, zerfetztes Fleisch und heiße Munitionssplitter ins Gesicht. Kopf runter! Maschinengewehre hämmern im wieder auf unsere Gruppe ein und bis auf ein paar Schienenkreuze und Granattrichter gibt es keinerlei Deckung an diesem dreimal verfluchten Strand. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein Pionier mit Flammenwerfer von einer Garbe getroffen wird und als lebende Fackel schreiend aus dem Blickfeld rennt. Nur zwei Meter vor mir liegt eins dieser Strandhindernisse eingegraben im Schlick, doch so sehr ich mich bemühe, wenigstens hinter die primitivste aller Deckungsmöglichkeiten zu kriechen, meine Gliedmaßen scheinen mir nicht mehr zu gehorchen. Stattdessen zittere ich am ganzen Leib – so eine Todesangst hatte ich noch nie!

Mühselig zwinge ich meine Arme nach vorne, kralle beide Hände in den Schlamm und ziehe mich vorwärts. Jetzt mit den Füßen abstoßen – na gut, ein Fuß ist auch okay. Da liegt auch ein Gewehr, hervorragend – meines habe ich nämlich schon beim Verlassen des Landungsbootes im Wasser versenkt. Hätte mich fast ertränkt, dieses Mistding. Metallisch klimpern die MG-Projektile auf dem Eisenkreuz und eine Perlenkette von Einschlägen auf dem Sand rast auf mich zu. Das pumpt wieder Adrenalin in meine Adern – aus dem Liegen springe ich auf und hechte mit einem Satz nach vorne. Ein heißes Glühen in meinem Unterleib zwingt mir Tränen in die Augen, als ich alle Muskeln auf einmal anspanne – doch es ist geschafft. Ich wage einen Blick zurück und sehe nichts als Blut, zersiebte und zerfetzte Körper meiner Soldaten – tot und lebendig – brennende Landungsfahrzeuge und Einschläge, Einschläge, Einschläge.
Die Amis setzen uns mit allem zu, was sie haben – für jeden Zentimeter Strand lassen sie uns mit Blut bezahlen. Unser Regiment ist völlig auseinander gerissen – und über den ganzen Landeabschnitt verteilt. Schon beim Ausbooten war mir klar, dass heute ein ganz beschissener Tag wird. Jetzt liegen hier Truppen von mindestens drei Einheiten im Dreck und keiner weiß, wo sich die Bresche befindet, die wir über die Dünen schlagen sollen. Auf den Dünen schlagen jetzt ein paar Granaten ein, wahrscheinlich Unterstützungsfeuer der Zerstörer, die uns bis zum Eingang der Bucht begleitet haben, doch die Intensität des Abwehrfeuers nimmt nicht ab. Im Gegenteil, ein feuriges Crescendo trommelt auf den Strand nieder.
Mist, kein Magazin im Gewehr. Ich greife nach den Munitionstaschen am Koppel und ziehe ein warmes und nasses Ersatzmagazin heraus. Meine Hand zittert – ich schaue sie an und irgendetwas ist anders als sonst. Aber meine Gedanken hängen in einer Rückkopplungsschleife fest. Dann spüre ich nur noch einen heißen Luftzug und einen peitschenden Knall.

Als ich wieder zu mir komme, kniet ein junger Soldat neben mir und drückt mir seine Hände auf den Bauch. Er schreit mich lautlos an, doch ich kann nichts wahrnehmen, außer einem schrillen Pfeifen. Nein – wirklich nichts! Ich fühle mich, als ob ich schwebe – nur eine ungewohnte Kälte arbeitet sich meine Eingeweide entlang nach oben. Ich senke den Blick auf meine Hand, die das Magazin noch immer fest umklammert hat. Sie ist von den Fingerspitzen bis zum Handgelenk in Blut getränkt – mein Blick sinkt weiter und mit gleichgültigem Desinteresse bemerke ich, dass ich selbst in einer Pfütze von Blut liege. In lustigen Fontänen schwallt es aus meinem Bauch hervor und zwischen den Fingern des anderen Soldaten kann ich wurstähnliche, rosa Schlingen erkennen.

Es spricht wohl einiges dafür, dass es mich erwischt hat. Heidemarie, hilf!

Dann wird es dunkel…



Bild
Bild 167: Kein Historyteil diesmal, aber das Bild.
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 168: In Brasilien nähern sich die Kämpfe Mitte August 1942 ebenfalls ihrem Ende.


Unternehmen ‚Walküre’

Vor der Küste Vitorias, Brasilien, 14. August 1942
Invasionsflotte ‚Cäsar’
Stabszelle ‚Walküre’


Lage

Die brasilianische Armee hat ihre Küstenlinien weitgehend aufgegeben und konzentriert sich auf die Verteidigung der Kernprovinzen rund um Rio de Janeiro. Da unsere Landstreitkräfte trotz dem völligen Fehlen jeder Gegenwehr nur langsam und einzeln auf die Zielprovinzen vorrücken können, hat der Generalstab in Verbindung mit der Seekriegsleitung beschlossen, durch eine weitere Landung nördlich von Cabo de Sao Tome Druck auf die brasilianische Heimatarmee auszuüben und sie hier zum Rückzug zu zwingen. Die Bedrohung der Flanke unserer im Westen heraneilenden Panzerverbände sollte durch eine erfolgreiche Landung beseitigt werden, was den zügigen Vormarsch von Campinas und Goias auf Sao Paulo ermöglicht.


Auftrag

Die brasilianischen Hauptstreitkräfte in den Provinzen Esperito Santo und Belo Horizonte müssen unbedingt zerschlagen und aus ihren Stellungen geworfen werden, da sie sonst die schwachen deutschen Kräfte im Westen angreifen und aufhalten können. Die Ankunft der aus Recife vorrückenden Truppenteile wird sich durch die Wetterlage noch um einige Tage verzögern. Die Hauptlast des Angriffes liegt daher auf den Landungstruppen.
Nach der Sicherung der Brückenköpfe sind die gegnerischen Truppen massiert anzugreifen und in scharfer Verfolgung bis nach Rio de Janeiro zu treiben.


Durchführung

Phase Eins des Unternehmens ‚Walküre’ beinhaltet die Eroberung der nördlichen Küstenabschnitte von Salvador bis zum Kap Baleia. Die 600 km lange Küste ist praktisch unverteidigt – daher liegt das Augenmerk von Anfang an auf der Eroberung günstiger Ausgangspunkte für den weiterführenden Angriff nach Süden. Endgültige Sicherungsaufgaben werden die in wenigen Tagen aus Recife eintreffenden Panzer- und Panzergrenadierdivisionen übernehmen.

Phase Zwei beinhaltet die eigentliche Landungsoperation bei Sao Mateus, Linhares und Vitoria. Zur flankierenden Unterstützung der Landung werden die im Norden abgesetzten Einheiten, ein Infanteriekorps am Rio San Francisco und ein Panzerkorps bei Campinas bereit stehen. Im Falle steifen Widerstands können auch noch die in wenigen Tagen erwarteten Panzerspitzen aus Recife in die Gefechte eingreifen. Der Gegner hat den Großteil seiner ihm noch verbliebenen Divisionen hier massiert, um den Vormarsch auf Rio de Janeiro zu blockieren. Gelingt die Landung, muss der Feind zurück nach Süden getrieben werden, wo er nach der Einnahme Sao Paulos gekesselt und vernichtet werden kann.


Kräfteansatz

Phase Eins:
1. FjD, 2. FjD, 3. FjD, 7. FlgD

Phase Zwei:
II. schnelles AK (2. ID, 27. ID, 15. ID)
5. GebD, 6. SS-GebD, 7. GebD
15. AK (44. ID, 45. ID, 46. ID) flankierend aus der Provinz Goias heraus
VIII. PzK (23. PD, 25. PD, 12. SS-PD) flankierend aus der Provinz Campinas heraus

Reservetruppen:
12. AK (3. ID, 24. ID, 14. ID) Vormarsch aus Recife
IV. PzK (3. SS-PD, 1. SS-PD, 12. PD) Vormarsch aus Recife

Die notwendige Sicherung zur See wird durch 12 Zerstörer der U-Jagdflottillen 1 und 2 gewährleistet.


Feindlage

Im gesamten Gebiet zwischen Vitoria, Campos, Belo Horizonte und dem Rio Doce hat sich die brasilianische Heimatarmee mit 11 Infanteriedivisionen moderner Ausrüstung und 1 Volksmilizdivision eingegraben. Der Widerstand dürfte noch härter sein, als unseren Landungsverbänden vor wenigen Tagen in Louisiana und Mississippi entgegen schlug. Hinzu kommt die ständige Bedrohung durch die brasilianische Luftwaffe und Marine – wobei zumindest die Marinha do Brasil in den vergangenen Gefechten keine Erfolge gegen unsere Schiffe erzielen konnte und bereits den Verlust einiger Einheiten verkraften muss. Es wird gehofft, dass die argentinische Marine den Feind durch eigene Operationen binden wird, damit das letzte verbliebene Schlachtschiff „Sao Paulo“ nicht in Reichweite der Landungstruppen gelangt.
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Beitrag von Aktivist »

Interlude



Das Winki-Alphabet


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Bild 169-171: Signalverschlüsselungsmethoden: Semaphore, Pennants, Morsecode
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 172: Am 25. August 1942 sind alle Siegprovinzen Brasiliens besetzt. Das Land wird annektiert. Wann triggert endlich die Kapitulation der USA? Das Event ist allmählich überfällig und ich habe nur noch fünf Tage In-Game-Zeit, wenn ich mein großspuriges Versprechen anfangs des AARs halten will. Verdammt!


Schwarze Wolken am Horizont

Pappelstraße 85-87, Straßburg, 15. August 1942
Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei Straßburg
Kriminalinspektor Arthur Weigelt


Aus der Niederschrift der Aussage des Zeugen Bernhard Siegfried Maibaum-Hollweg vom 14. August 1942

(̷)
„Sodann sagte der Zeuge aus, er hätte seinen Schwiegervater Wilhelm-Patrice Hollweg im Universitätsklinikum Baden-Baden aufgesucht, wo er seit dem 28. Juli 1942 wegen eines Schlaganfalls in Behandlung war. Der 72jährige ehemalige Elektriker erzählte dem Zeugen zu dessen Überraschung, dass ihn sein anderer Schwiegersohn Meinhardt Peter Rech vor wenigen Tagen im Krankenhaus besucht hätte und ihm Nachricht von seiner Tochter Ulrike Hollweg, geschiedene Rech, aus Amerika überbracht hätte.
Die Familie der aufgrund eines Verfahrens wegen Hochverrats von den Behörden gesuchten Person war bislang der Überzeugung gewesen, dass sich Ulrike H. auf der gemeinsamen Hochzeitsreise mit Fregattenkapitän Rech der drohenden Verhaftung durch Auslandsflucht entzogen hatte, was der Zeuge auch bestätigte.“


Anmerkung: In diesem Zusammenhang wurden auch Kriminalermittlungen gegen den Ehemann der H. eröffnet, welche aber aus Mangel an Beweisen und den überzeugenden Darstellungen des R. zu den Akten gelegt wurden. Insbesondere die Tatsache, dass die H. noch während der Dauer des Beweissammlungsverfahrens ein Visum für verschiedene amerikanische Staaten erhielt, obwohl den verantwortlichen Behörden klar sein musste, dass die Gefahr der Entziehung der Strafverfolgung durchaus bestanden hatte, wirkte sich damals günstig auf FKpt. Rech aus. R. ließ die Ehe mit der H. nach seiner Rückkehr nach Deutschland unverzüglich annullieren.
KrInsp. A.W.

„Der Zeuge M. gab ferner zu Protokoll, dass er als patriotischer Nationalsozialist schon immer dem seiner Meinung nach zu liberal gesinnten Ehemann seiner Schwägerin misstraut habe, was sich dann auch als berechtigt erwiesen hätte.“

Anmerkung: Nach weiteren ausschweifenden Bemerkungen über den politischen Hintergrund und Charakter des R. wurde der Zeuge Maibaum-Hollweg zur Ordnung gerufen. Die Aussage wurde fortgeführt und protokolliert.
KrInsp. A.W.

„Der Schwiegervater erzählte dem Maibaum-Hollweg, Rech hätte ihm berichtet, dass seine Tochter sicher und wohlbehalten in den Vereinigten Staaten angekommen sei und dort derzeit bei einem Freund des R. verborgen wohnen würde. Des weiteren zeigte er ihm einen Brief der H., welchen diese im April 1942 geschrieben und über Mittelsmänner an Rech weitergeleitet hatte. Hier gibt der Zeuge an, sei er mit seinem Schwiegervater in Streit geraten, welcher seine Tochter, obwohl des Hochverrats beschuldigt und nur wegen Abwesenheit nicht verurteilt sowie seinen Schwiegersohn Rech in Schutz nahm. Des Weiteren gibt er an, wäre es schon früher mit seinem Schwiegervater wegen Erbschaftsangelegenheiten zu Meinungsverschiedenheiten gekommen.
In jedem Fall verließ M. die Bettenstation und wollte zurück zum Bahnhof gehen. Noch auf dem Gelände des Universitätsklinikums fiel ihm ein, dass der Brief ein wichtiges Beweismittel wäre, welches zu sichern oberste Bürgerpflicht sei. Er kehrte zum Rehabilitationsflügel zurück, um seinen Schwiegervater erneut zur Rede zu stellen. Als er die Herausgabe des Briefes verlangte, soll dieser erwidert haben, er wüsste nicht, von welchem Brief der Zeuge sprechen würde. Als beide wieder in Streit gerieten, wurde M. von der Revierschwester der Bettenstation des Krankenhauses verwiesen.
M. sei nach seiner Rückkehr nach Straßburg ohne Aufenthalt zur Polizeihauptwache geeilt, um den Sachverhalt ordnungsgemäß zu melden.“


Anmerkung: Die heutige Befragung des Wilhelm-Patrice Hollweg, Vater der flüchtigen M., ergab keine neuen Erkenntnisse. H. gab an, wegen einer Erbangelegenheit in Zorn über seinen Schwiegersohn geraten zu sein, der nun wohl mit aller Macht den Namen seines zweiten Schwiegersohn beschmutzen wolle, um darüber an den Erbanteil seiner Tochter Ulrike zu gelangen. Die Poststelle konnte nicht bestätigen, dass H. im fraglichen Zeitraum ein Brief ausgehändigt wurde. Andererseits soll besagter Brief durch Rech persönlich übergeben worden sein, dessen Name im Besucherbuch aufgelistet war. Bei der Kontrolle der persönlichen Sachen des H. fand sich kein Brief.
Ich werde den Vorgang den Behörden in Kiel und Berlin als Aktenkopie übergeben, wo sich die Wohnsitze des Rech befinden. Wir konzentrieren unsere Ermittlungen vorerst auf den Vater der H.
KrInsp. A.W.
(̷)
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 173: Endlich, am 27. August 1942 kapitulieren die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Republik Texas hat sich (durch die Hand des Spielers wegen eines damals möglichen Sequels) für unabhängig erklärt.


Epilog

Flughafen Hamburg, 5. September 1942
10 Minuten nach dem Start der Lufthansa LK-2445
Zivilist Meinhardt Peter Rech


Ein letztes Mal beuge ich mich zur Seite, um einen Blick aus dem Fenster auf die die friesische Küste zu werfen, welche unter uns vorbei zieht. Schon bald werde ich nur noch die blauen Fluten der Weltmeere sehen können – und die dicken schwarzen Regenwolken, die sich über der Nordsee aufgebaut haben. Es wird wahrscheinlich das letzte Mal sein, dass ich Deutschland sehe.

Die letzten Wochen waren bedrückend, aber auch irgendwie befreiend. Angesichts der neuen Vorwürfe wurde mir von Seiten der Disziplinarkommission ein Beförderungsverbot ausgesprochen und vier Tage musste ich im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit verbringen. Vor einer Woche jedoch nahm der Fall eine überraschende Wendung: die Wehrmachtszentralabteilung Gruppe II machte mir ein Angebot. Alle Vorwürfe gegen mich seitens des RSHA würden fallen gelassen, die Ermittlungen eingestellt und meine Reiseverbot aufgehoben, wenn ich zustimme, die Deutsche Kriegsmarine in Unehren zu verlassen, die deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben und das Land dauerhaft zu verlassen. Ich kann nur spekulieren, dass man von hoher Stelle aus kein Interesse an einem in einen Skandal verwickelten mehrfach ausgezeichneten Offiziers der Wehrmacht hatte, der den Gesamteindruck des überwältigenden Sieges Deutschlands über die Vereinigten Staaten von Amerika hätte trüben können. Das Angebot wurde mir von SS-Gruppenführer Dr. Paul Rathenau, Chefjurist beim Hauptamt der Sicherheitspolizei, mit der Maßgabe einer Entscheidung binnen 3 Stunden überbracht. Anscheinend gab es keine andere Alternative.

Und so löste ich so schnell ich konnte meinen Haushalt auf, wobei die meisten Erlöse für die Kosten der noch anhängigen Verfahren aufgewendet werden mussten. Mein Bankkonto wurde eingezogen, stattdessen bekam ich eine kleine Barabfindung. Von allen Ämtern und Pflichten in der Marine war ich bereits vorher entbunden worden, sodass nur noch die förmliche Entlassung vollzogen werde musste. Die texanische Botschaft hatte sich auf Vermittlung durch das Auswärtige Amt bereit erklärt, mir eine provisorische Staatsbürgerschaft zu übertragen und das Visum für den Flug nach Houston auszustellen. Eigentlich ging alles wie geschmiert – doch konnte ich mich in der kurzen Zeit bei keinem meiner alten Freunde, Weggefährten und meiner Familie verabschieden. Agenten des SD wachten penibel darüber, dass ich nur zu behördlichen Zwecken Telefonate führte oder Briefe versandte.

Und so fliege ich einem neuen Abschnitt in meinem Leben entgegen. Ein Leben gemeinsam mit meiner Familie. Ich bin so gespannt, zum ersten Mal mein kleines Mädchen in meinen Armen zu halten. Ich musste unter Eid erklären, für den Rest meines Lebens keine Stellung in fremden Streitkräften, Geheimdiensten, diplomatischen Diensten oder parlamentarischen Vertretungen und Ausschüssen anzutreten, das Geheimhaltungsgebot über alle dienstlichen Erkenntnisse einzuhalten und Stillschweigen über die Umstände meiner Ausbürgerung zu wahren. Für Deutschland besteht nun ein lebenslanges Einreiseverbot. Und trotzdem wird mein Herz ewig und für alle Zeiten an diesem, meinem Vaterland hängen.


Warmes Licht strahlt hell in die Kabine und wie ein gigantisches Tor spannt sich ein Regenbogen vor unserem Flugzeug auf. Als wir hindurch fliegen, lassen wir die schwarzen Silhouetten der Gewitterwolken hinter uns. Vor uns schwebt die Sonne...



Into the sun

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Beitrag von Aktivist »

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Werte Strategen,

damit ist meine Geschichte zu ihrem Ende gelangt. Alle mir gesetzten Ziele habe ich innerhalb der Frist erreicht und übergebe diesen AAR in die Hände der treuen Leserschaft, Euch!

Dieser AAR ist zwischen Februar und März 2009 im deutschen Hearts-of-Iron-Forum entstanden. Diese äußert intensiven fünf Wochen haben mir viel Vergnügen, aber auch viel Arbeit bereitet und nachdem ich fertig wurde, keimte auch ein Gefühl des Stolzes auf. Meinen speziellen Dank richte ich nochmals an Leonaru, der mir damals mit Ratschlägen und Ideen zur Seite stand und auch bei technischen Problemen Lösungsvorschläge einbrachte. Nichtsdestoweniger bedanke ich mich bei den Lesern für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse. Ich würde mich freuen, im Anschluß mit Euch über den AAR, mein Spiel oder anderes zu diskutieren. Vor allem möchte ich auch diejenigen unter den Lesern ermuntern, mir (negatives wie positives) Feedback zu geben, die bisher noch keine Zeit oder Gelegenheit gefunden haben, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen.

Ich hoffe, das Wechselspiel zwischen spielrelevanten Einträgen und historischen (na ja, mehrheitlich historischen) Themen sowie die Fokussierung auf die Marine bzw. maritime Sachgebiete fanden Euren Anklang. Ich habe mich auch bemüht, den Historyteil immer in Bezug zum vorhergehenden Storyteil zu setzen. Gab es denn einen bestimmten History-Beitrag, der Euch besonders gefallen hat? (Ich habe da schon drei Favoriten, aber damit will ich jetzt nicht gleich in die Diskussion starten.)
Ihr seid auch herzlich eingeladen, die sicherlich zahlreichen Irrtümer zu berichtigen, die mir bei den Geschichtsabrissen unterlaufen sein mögen. Ich hoffe auch, Themen ausgewählt zu haben, die in der Allgemeinheit noch nicht so übermässig bekannt waren, denn ich wollte Euch ungern über Dinge belehren, die Ihr längst schon wisst. (Deshalb also keine Schreibe über die „Bismarck“ oder den „D-Day“.)

Noch ein paar Eckdaten:
211 Seiten im MS-Word (Schriftgröße 11) ohne Bilder
178 Bilder

Damit verbleibt mir als letztes (nicht als allerletztes) nur noch, meinen Respekt all denen auszusprechen, die vor mir und nach mir AAR-Projekte in Angriff nahmen/nehmen und durchgehalten haben/durchhalten. In jedem einzelnen steckt eine Menge Arbeit und Freizeit.

Ahoi,

Euer Aktivist!
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Beitrag von Hohenlohe »

Werter Aktivist, danke für diesen sehr schönen und informativen AAR. Die Story Line passte wunderbar, ebenso die History Line. Wir haben sehr gerne mitgelesen und hoffen auf weitere AARs aus eurer Feder... :top:

herzliche grüsse

Hohenlohe... :smoke: :)
In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
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Bigfish
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Beitrag von Bigfish »

Kekse kann ich nicht verteilen: Also hier das Grün -> O
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Beitrag von Hjalfnar »

So, gestern angefangen, heute alles durch. Sehr schön, werter Aktivist! Immerhin habt Ihr Uns zu einer Diskussion bzgl. der modernen Seekriegsführung animiert.^^
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Beitrag von Aktivist »

Danke für den Zuspruch. Habe am Anfang an Inhaltsverzeichnis mit Direktlinks zu den einzelnen Beiträgen gesetzt, falls sich jemand noch einmal die Abschlussbesprechung für die Invasion Islands ansehen will oder einfach den Klängen Saltatio Mortis' "Daedalus" lauschen möchte.

@Hohenlohe: Den nächsten AAR schreibt Armistead - bis es soweit ist, haben er und ich allerdings noch eine Menge Arbeit vor uns.
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Beitrag von Wilhelm Klink »

Bin erst jetzt dazu gekommen, das letzte Kapitel Eures AARs (erneut) zu lesen. Ein super AAR, hat mir sehr gefallen. Die Fixierung auf die Marine entspricht ganz meinem Geschmack.

Bei den History-Teilen hat mir jener zum Panama-Kanal am besten gefallen. Und ich fand es gut, dass Ihr euch bei der Neuveröffentlichung mehr Zeit, als nur fünf Wochen gelassen habt. Das macht das Schritthalten beim Lesen einfacher.

Wann kommt der nächste HoI-AAR?
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