Hearts of Iron 2 - Blitzkriegs-AAR: In drei Jahren zur Weltherrschaft

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Bild 149: Die spanische Galeone 'Urca de Lima'.


Die Große Havarie von 1715



Am 31. Juli 1715 geriet eine aus elf spanischen Schatzschiffen bestehende Silberflotte südlich der Keys in der Florida-Straße in einen tropischen Hurrikan.

Die „Nueva Espana“-Schatzflotte war eine von zwei jährlich nach Amerika segelnden Flotten aus Cadiz und steuerte die reichen mexikanischen Kolonialstädte an. Normalerweise traf man sich mit der nach Venezuela, Kolumbien und Panama fahrenden „Tierra Firme“-Schatzflotte in Havanna und segelte von dort gemeinsam nach Spanien zurück. Wie jedes Jahr waren die dickbauchigen Galeonen der Spanier hoffnungslos überladen, was die ohnehin mangelhaften Segeleigenschaften noch weiter beeinträchtige. In diesem Jahr jedoch konnte die „Nueva Espana“-Flotte nicht auslaufen und verbrachte den Winter über in Veracruz. Aufgrund unglücklicher Umstände musste man auch im nächsten Jahr in den karibischen Gewässern verbleiben und verpasste das gemeinsame Rendezvous mit der zweiten Flotte in Havanna. Reich beladen mit der gesamten Silberausbeute der mexikanischen Bergwerke und Schätzen von der jährlich aus China kommenden „Manila-Galeone“ stachen die Segelschiffe am 24. Juli 1715 von Havanna aus in See.

Zu diesem Zeitpunkt herrschte bereits die Hurrikan-Saison, doch hatten spanische Schatzschiffe schon zuvor solchen Wirbelstürmen getrotzt. Nach dem langen Aufenthalt in den tropischen Gewässern waren die Schiffe in ihrer Seetüchtigkeit aber stark eingeschränkt. Die Rückreise war reine Routine – bis zur Küste von Florida und dann mit dem Golfstrom über den Atlantik. Am 31. Juli geriet die Gruppe in einen überaus starken Hurrikan, wahrscheinlich einen der schlimmsten der letzten zehn Jahre. Die Flotte schlug zunächst einen Nordkurs in Richtung der Küste Floridas ein, doch einige Schiffe sanken bereits nach schwerer Schlagseite im tiefen Wasser. Die sich im Flachwasser steiler auftürmenden Wellen zerbrachen weitere schwerfällige und an sich eigentlich stabile Galeonen einfach in der Mitte durch, während andere von Wind und Wellen auf Riffe und Klippen geworfen wurden. Nur ein einziges Schiff - die französische „Grifon“ - kam ohne Ausfälle und Beschädigungen durch den Sturm nach Europa. Etwa 1.250 Seeleute und Passagiere kamen in dem Unwetter ums Leben.

Als der spanische Vizekönig in Havanna von dem Unglück erfuhr, sandte er sofort eine Bergungsflotte aus. Mehrere Jahre lang unternahmen die Spanier Tauchgänge zu den bekannten Wracks und konnten unter Mithilfe der indianischen Bevölkerung etwa die Hälfte der versunkenen Schätze heben. 1716 griff der englische Pirat Henry Jennings die Schatzlager an Land an und konnte mit 350.000 Pesos nach Jamaika entkommen. Bis 1718 setzten die Spanier die Bergungsmissionen fort. In der Neuzeit wurden zahlreiche professionelle Bergungsoperationen an den nicht von den Spaniern untersuchten Wrackpositionen unternommen, wobei hundertausende Gold- und Silberpesos gefunden wurden. Doch auch heute sind noch nicht alle elf Wrackstellen gefunden worden. Mindestens drei Galeonen warten noch immer auf abenteuerlustige Schatzsucher.
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Bild 150: Die Seeschlacht begann mit der Ankunft einer feindlichen Schlacht- und Kreuzergruppe. Später kamen noch zwei Flotten Flugzeugträger hinzu.


Die Seeschlacht um Padre Island



22 Seemeilen östlich Padre Island, Texas, 14. Juni 1942
Invasionsflotte ‚Rheingold’
Kampfgruppe ‚Moltke’
Schlachtschiff „Moltke“ - Kommandant Kapitän zur See von Beeck



So ein Seegefecht habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Pausenlos greifen immer neue Kampfgruppen der US Navy ins Gefecht ein, nur gestern Morgen hatten wir etwas Ruhe und konnten unsere Munitions- und Treibstoffvorräte wenigstens etwas ergänzen. Doch gegen Abend griffen zwei feindliche Flugzeugträger mit den Schlachtschiffen „North Carolina“, „Maryland“ und „West Virginia“ in den Kampf ein. Statt wie vorher zur Landungsflotte durchzubrechen, nahmen sie gezielt uns aufs Korn. Doch die zweite und dritte Schlachtschiffdivision mit „Ludendorff“, „Großdeutschland“, „Bismarck“ und „Tirpitz“ konnte die Angreifer aufspüren und unter schweres Feuer nehmen. Die Kampfstaffeln der Flugzeugträger waren fernab im Einsatz und so blieb dem gegnerischen Admiral nichts anderes übrig als seine wertvollen Einheiten zurück zu ziehen. Die „North Carolina“ blieb für immer auf dem Meeresgrund, zerschossen von den mächtigen Salven der „Ludendorff“. Wenigstens wissen wir nun, warum uns diese Flotte gezielt ablenken sollte: Die feindliche Hauptschlachtflotte hat sich im Schutze der Dunkelheit an den Landungsverband heran geschlichen und steht momentan in schwerem Ringen mit unseren Kampfschiffen.

„Moltke“ steht im Zentrum des Kampfes. Dringt der Gegner hier durch, sind unsere Landungsschiffe verloren und mit ihnen zehntausende und aberzehntausende tapfere Landser. Ich lasse das Feuer auf die „USS Colorado“ lenken, welche die zweite feindliche Division anführt. Heftig erzittert unser stählerner Riese unter den Abschüssen der Hauptartillerie, aber auch schon mehrere Einschläge haben unser Panzerdeck vor eine harte Prüfung gestellt. Der achtere Schornstein ist zerfetzt, daher laufen nur noch zwei Kesselräume. Ein Feuer tobt im Backbordmagazin für die mittlere Artillerie, doch geistesgegenwärtig haben die Abwehrtrupps die Munitionsracks geflutet. Ein Volltreffer im Flugzeughangar hat 27 Mann getötet und unsere Katapultstartanlage unbrauchbar gemacht. Doch kämpfen, das können wir noch immer.

Die letzten drei Salven lagen deckend auf der „USS Colorado“ und so wie es aussieht, feuern ihre vorderen Gefechtsstände nicht mehr. Nur von der mittleren Artillerie sieht man unkoordinierte Mündungsfeuer aufblitzen. Nach weiteren fünf Minuten dringen gigantische Schwaden schwarzen Rauches aus dem waidwunden Schiff und nebeln es ein. Plötzlich: direkt nach der letzten Explosion einschlagender Granaten irgendwo mittschiffs bricht eine gewaltige Stichflamme zwischen dem zweiten Schornstein und dem achteren Mast hervor und rast beinahe einhundert Meter himmelwärts. Dann bricht das Schiff mit einem ohrenbetäubenden Knall auseinander und beginnt rasch zu sinken, brennende Trümmerteile an der Oberfläche zurück lassend.

Der SEO meldet mir, dass die Munition für die Kampfstände Anton, Bertha und Dora verschossen ist, als sich zwei Silhouetten aus dem schwarzen Rauch schälen: schwere Kreuzer – die „USS Indianapolis“ und die „USS Louisville“. Ihre Salven liegen verdammt dicht! Turm Cäsar und die mittleren Geschützstände geben alles, was sie können, aber wir kämpfen mit ungleichen Waffen. Die Einschläge fetzen gegen die Panzerung und reißen die Aufbauten vom Deck, als die „USS Louisville“ plötzlich in einer Serie grellroter Detonationen verschwindet. Die „Ludendorff“ ist zurück und hat den durchbrechenden Kreuzer auf’s Korn genommen. Auf der anderen Seite dreht auch die „USS Indianapolis“ mit schwerer Schlagseite ab, nachdem sie in einen Torpedofächer der „Stuttgart“ gelaufen ist. Doch auch sie kommt nicht weit: die zweite Torpedosalve reißt ihr das Unterwasserschiff auf und so scheint es fast, als ob sie noch mit halber Fahrt voraus unter die Wellen schneidet.

In den unzähligen Gefechten der letzten Tage gegen feindliche Aufklärungsgeschwader, Kreuzer- und Schlachtgruppen vor Padre Island verlor die US Navy 29 Schiffe, davon zwei Schlachtschiffe und vier schwere Kreuzer. Ein Gemetzel!
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Bild 151: Luftbildaufnahme der USS Colorado


Die USS Colorado (BB-45)



Die „USS Colorado“ war das dritte Schiff der US Navy, welches den Namen des Rocky-Mountains-Staates trug und das Typschiff der ‚Colorado’-Klasse, einer Reihe von vier Schlachtschiffen: „USS Colorado“, „USS Maryland“, „USS Washington“ und „USS West Virginia“. Noch während des Ersten Weltkriegs, aber vor Kriegseintritt der Vereinigten Staaten wurde die „Colorado“ geordert. Mit dem Bau begann man allerdings erst am 29. Mai 1919 in der New York Shipbuilding Corporation in Camden, New Jersey. Der Stapellauf erfolgte am 22. März 1921 – Taufpatin war die Tochter des Senators von Colorado. Am 30. August 1922 wurde das Schiff in Dienst gestellt.


Technische Daten

Verdrängung: 32.600 Tonnen
Geschwindigkeit: 21 Knoten
Bewaffnung: 8x 40,6cm Geschütze, 12x 12,7cm Geschütze, 8x 7,6cm Geschütze, 2x 53,3cm Torpedorohre


Einsatzgeschichte

Ihre Jungfernreise führte das Schiff von Dezember 1923 bis Februar 1924 von New York nach Portsmouth, Cherbourg, Villefranche, Neapel, Gibraltar und wieder zurück nach New York. Nach Reparaturen und Abschlusstests verlegte das Schiff nach San Francisco zur Pazifikflotte der USA. Dort nahm sie an zahlreichen Flottenmanövern teil und besuchte unter anderem auch Samoa, Australien und Neuseeland. Während eine Liegezeit in Long Beach ereigneten sich am 10. und 11. März 1933 mehrere Erdbeben in Kalifornien und die „Colorado“ nahm an den Hilfsmissionen der US Navy teil. Im July 1937 beteiligte sie sich an einer Such- und Rettungsmission nach der vermissten Flugpionierin Amelia Earhardt. Seit dem 27. Januar 1941 war das Schiff gemeinsam mit der Pazifikflotte in Pearl Harbor stationiert. Nach den Sommermanövern verholte das Schiff für eine längere Werftliegezeit ins Magazin der Pudget Sound Navy Yard, wo unter anderem die mittlere Artillerie ausgetauscht wurde. So lag das Schiff zum Zeitpunkt des japanischen Flugzeugangriffs nicht in Pearl Harbor. Dennoch wurde es erst am 31. März 1942 aus der Werft entlassen und nahm im Mai 1942 zusammen mit dem Schwesterschiff „USS Maryland“ eine Verteidigungsposition westlich der kalifornischen Küste ein, da man mit einem japanischen Trägerangriff auf San Francisco rechnete.

Nach weiteren Trainingseinheiten kehrte das Schiff am 14. August 1942 nach Pearl Harbor zurück und wurde in Folge bei den Flottenoperationen von Fiji und den Neuen Hebriden eingesetzt. Bei der Invasion auf Tarawa gab sie aus ihren mächtigen Geschützen Deckungsfeuer für die US Marines und kehrte im Dezember 1943 schließlich für eine weitere Überholung nach Kalifornien zurück. Im Januar 1944 nahm sie am Landzielbeschuss bei der Invasion der Marschall-Inseln teil und war auch in der Kampfgruppe, die Kjawalein und Eniwetok eroberte, bevor sie abermals für Instandsetzungsarbeiten ins Pudget Sound Navy Yard verholte.

Später im Frühjahr 1944 war das Schiff an der Invasion der Marianen beteiligt, wo die „USS Colorado“ am 24. Juli beim Landzielbeschuss von Tinian 22 Treffer einer japanischen Küstenbatterie erhielt. Die „Colorado“ gab weiterhin Feuerunterstützung und verlies erst am 3. August 1944 die Kampfgruppe, nachdem die Marines die Insel kontrollierten. Rechtzeitig aus der Werft zurückgekehrt nahm das Schiff an der Invasion von Leyte teil, wo sie von zwei Kamikazefliegern getroffen wurde. Abermals blieb das Schiff in den gefährlichen Gewässern und unterstützte die folgenden Landungsoperationen auf Mindoro, bevor man für eine Notreparatur Manus Island anlief.

Am Neujahrstag 1945 war das Schiff an der Invasion Luzons im Lingayen-Golf beteiligt, wo sie versehentlich von eigenen Einheiten unter Beschuss genommen wurde und 18 Seeleute verlor. Nach einer Reparatur auf Ulithi war die „USS Colorado“ Teil der Bombardierungsgruppe von Okinawa, welche die Insel vom 25. März bis zum 22. Mai sturmreif schoss.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden tausende Soldaten in mehreren Missionen von den Kriegsschauplätzen des Pazifiks zurück nach San Francisco transportiert. Am 7. Januar 1947 wurde das Schiff in die Reserve der Navy überführt und 1959 zur Verschrottung verkauft.
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Wilhelm Klink
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Beitrag von Wilhelm Klink »

Aktivist hat geschrieben:Nach dem langen Aufenthalt in den tropischen Gewässern waren die Schiffe in ihrer Seetüchtigkeit aber stark eingeschränkt.
Was für Auswirkungen haben die tropischen Gewässer denn? Zu warm?
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Beitrag von Aktivist »

Die Schiffe lagen ja nur auf Reede. Da wächst so einiges am Rumpf... Die Segel sind gepackt und gammeln in der feuchtschwülen Verpackung. Wenn nicht gerade Regenzeit ist, wird das Deck durch die Sonne rissig und der Teer in den Fugen wird sich auch nicht wohl fühlen. Alles, was sich normalerweise bewegen müsste (Rollen, Flaschenzüge, Spills, Ruderblatt...) setzt Gammel und Rost an. Organismen haben warmes Wetter lieber. Würmer bohren das Holz an, die mögen nämlich stehende Schiffe auch lieber. Und eine Menge Ungeziefer wird an Bord sein Unwesen treiben. Gerade in den wärmeren Gegenden gedeihen ja die abartigsten Kreaturen. Am schlimmsten wird aber sicher der Zustand des Unterwasserschiffs gewesen sein. Der Rumpf wird eine Menge Wasser gezogen haben und die Geschwindigkeit durch Muscheln und Seepocken enorm eingebüßt haben. Was auch wieder Auswirkungen auf die Manövrierfähigkeit hat. Tja, und dann mit der Jahresausbeute von zwei Jahren in den Laderäumen, ohauaha.
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Bild 152: Am 16. Juni 1942 wurden 10 feindliche Träger nördlich von Haiti gesichtet. Danach steuerte die Flotte nach Südwesten, durchquerte den Panamakanal und hielt einen Nordkurs an der Pazifikküste Mexikos Richtung Kalifornien ein.


Wo sind die Flugzeugträger?



Basse Terre, Guadelupe, 27. Juni 1942
Marinekommando Amerika
Führungsstab ‘Marineoperationen Amerika’
Abteilung II/2 Fremde Flotten
Lagevortrag vor Vizeadmiral Walter Warzecha



KAdm. Buchardi:
„Nach den letzten Erkenntnissen der Funk- und Fotoaufklärung verfügt die US Navy zur Zeit noch über 9 bis 10 voll einsatzbereite Flugzeugträger, nicht hinzugerechnet die Einheiten, die noch bis zum Ende des Monats oder im Juli in den aktiven Dienst überstellt werden. Und da liegt im Moment das Problem, wir wissen nicht, wo der Feind seine schlagkräftigste Waffe zusammen gezogen hat. In den Gefechten der letzten Wochen waren die Flugzeugträger nur am Rande beteiligt und konnten sich in der Regel ohne größere Beschädigungen aus den Schlachten zurückziehen. Für die anstehenden Operationen in der gesamten Karibik und den südlichen Gewässern stellen diese Einheiten eine gefährliche Bedrohung dar. Konteradmiral Feldt von der Operationsabteilung wird zunächst die nächsten Missionen zusammenfassen. Bitte sehr.“

KAdm. Feldt:
„Vielen Dank! Nach den letzten Gefechten bei San Antonio hat das Heer einen Durchbruch auf breiter Front erzielt und stößt tief nach Texas vor. Um die Offensive nicht zu gefährden, mussten umgehend 24 weitere Divisionen aus ihren Bereitstellungsräumen zwischen Coro und Barquisimeto nach Corpus Christi transportiert werden, wofür die Kampfgruppe ‚Moltke’ als Begleitflotte bereit stand. Im Anschluss daran fächern die Seeoperationen breit auf: Während ein Teil der Landungsboote für Seelandungen bei den von amerikanischen Infanteriedivisionen verteidigten Stützpunkten in Belize, Panama und Jamaika abgestellt wird, gehen die beiden anderen Invasionsgruppen mit 24 Heeresdivisionen vor vier Landezonen nahe der Nordküste Brasiliens in Stellung. Im Anschluss daran wird eine Landungsflotte mit der Wegnahme feindlicher Stützpunkte bei Puerto Rico und den Bahamas fortfahren, während eine zweite zusätzliche Festungsdivisionen aus Frankreich nach Amerika transportieren wird. Die dritte wird mit Landungsunternehmen östlich des Mississippi und in Florida beginnen.
Es ist schnell ersichtlich, dass die Kapazitäten der Kampfgruppe ‚Moltke’, die überdies bereits drei beschädigte Schlachtschiffe für Notreparaturen nach Maracaibo entsenden musste, bei weitem nicht ausreichen, um in allen Kampfzonen den nötigen Begleitschutz leisten zu können. Glücklicherweise trifft morgen Abend die Reserveflotte mit sechs Schlachtkreuzern und weiteren leichten Kreuzern und Zerstörern in Venezuela ein, alles in allem vierundzwanzig Schiffe. Diese Einheiten sollen aber in erster Linie die beschädigten Schiffe der Gruppe ‚Moltke’ ersetzen, ein eigenständiges Gefecht mit feindlichen Schlachtschiffen oder Flugzeugträgern würden sie nicht überstehen können. Es ist daher unbedingt notwendig, dass wir den Standort der feindlichen Trägerflotte in Erfahrung bringen, um unsere schlagkräftigsten Einheiten am Brennpunkt der Schlachten zum Einsatz zu bringen.“


KAdm. Buchardi:
„Sie haben gehört, welche umfassenden Aufgaben die Seekriegsleitung unseren Kräften zugedacht hat. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass hier das Heer die treibende Kraft der Entwicklung war, welches seine Truppen möglichst an allen Fronten einsetzen möchte. Fregattenkapitän Rech von der Abwehr trägt nun zu den Erkenntnissen der Aufklärung vor, bitte.“

FKpt. Rech:
„In den letzten Wochen trat die Atlantikflotte der US Navy im gesamten karibischen Raum in Erscheinung, hauptsächlich durch die Durchbrüche nach Corpus Christi und folgenden Seeschlachten. Doch nur ein kleiner Teil der Flugzeugträger wurde dort eingesetzt, darüber hinaus wurde kein amerikanischer Träger von unseren Überwasserstreitkräften gestellt. Die Luftwaffe konnte im Bereich der Floridastraße recht früh vier Trägerschiffe versenken. Unserer Luftaufklärung zufolge konzentrierte die US Navy ihre Schiffe zunächst vor den Bahamas, um dortige Landungsoperationen gegen britische Stellungen aus der Luft zu unterstützen. Am 16. Juni wurde die Trägergruppe der Atlantikflotte nördlich von Haiti mit Kurs auf die Straße von Ventos von unseren Seeaufklärern ausgemacht. In den folgenden Luftangriffen vernichteten wir mindestens drei Flugzeugträger. Zwei Tage später tauchte die Kampfgruppe im Caymangraben westlich von Jamaika auf und hielt mit Südkurs auf den Panama-Kanal zu.
Bevor die Schleusenkammern erreicht wurden, wurden zwischen zwei und drei weitere Flugzeugträger versenkt. Die Luftverfolgung konnte die schnell fahrende Kampfgruppe auf ihrem Weg nach Norden noch zweimal stellen und angreifen, doch nördlich von Acapulco verlor sich nach dem 21. Juni ihre Spur im Pazifik. Da sämtliche Luftwaffengeschwader in den nächsten Tagen Startverbot hatten, um dringend notwendige Reparaturarbeiten vor Beginn der nächsten Missionen zu erledigen, konnten feindliche Flottenbewegungen in der Karibik nicht mehr aufgeklärt werden.
Unbestätigten Meldungen britischer Küstenaufklärung sind die Flugzeugträger mittlerweile wieder in die Karibik zurückgekehrt. Sollte dem so sein, müssen wir den Standort schnellstmöglich ausmachen, bevor sie unsere nächsten Aktionen überraschend stören können.“


VAdm. Warzecha:
„Gut, ich danke Ihnen meine Herren. In Anbetracht des Ernstes der Lage hebe ich das Flugverbot mit dem 2. Juli auf, bis dahin muss Sorge getragen werden, dass unsere Geschwader wieder voll einsatzbereit sind. Die Kampfgruppe ‚Moltke’ wird nach ihrer Rückkehr aus Corpus Christi die Landungsflottillen nach Brasilien geleiten und die dortigen Invasionen unterstützen. Eine Kreuzerflotte wird solange die Invasionen in Belize, Panama und Jamaika decken. Danach werden beide Kampfgruppen schwerpunktmäßig auf die erkannten Feindflotten angesetzt. Das wäre alles.“
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Bild 153: Infolge des britischen Bitter-Peace-Events von 1941 fielen alle karibischen Besitzungen in die Hände der Vereinigten Staaten.


Unternehmen ‚Siegfried’


Golf von Honduras, 27. Juni 1942
Karibikflotte
Flaggschiff „Admiral Scheer“


Lage

Die US Army unterhält im ganzen karibischen Raum Stützpunkte, von denen feindliche Flotten und Luftstreitkräfte unsere wichtigen Versorgungsrouten angreifen können. Bevor weitere Invasionen auf dem amerikanischen Festland unternommen werden können, muss zunächst die Bedrohung in Flanke und Rücken eliminiert werden. Die erfolgreich abgeschlossene Sicherung des Brückenkopfes bei Corpus Christi und die nur von kleinen Aufklärungsflotten gestörte Nachführung von 24 Heeresdivisionen nach Texas stellt die Marinesturmgruppe für neue Aufgaben frei.


Auftrag

Das erste Ziel ist Belize, da es am weitesten vom Zugriff feindlicher Kampfflotten entfernt ist und nur von schwachen Sicherungstruppen verteidigt wird. Die Gelegenheit ist günstig, da die feindliche Flotte derzeit reorganisiert wird und keine kurzfristigen Attacken gegen die Landungsgruppe unternehmen kann. Die Landungsoperation muss schnell und durchgreifend erfolgen – für die gesamte Operation wird nur ein Zeitfenster von einer Woche genehmigt. Daher sind alle strategischen Ziele mit einem Mal anzugreifen, auch wenn dies eine Aufsplitterung der deutschen Kräfte bedeutet.


Durchführung

Der Anmarsch durch die navigatorisch anspruchsvollen Gewässer kann nur bei Tageslicht erfolgen, daher wird die Invasion wahrscheinlich nur wenige Stunden vor Einbruch der Dunkelheit starten können. Nichtsdestoweniger sind alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um auch bei schlechten Kampf- und Sichtbedingungen Erfolge zu erzwingen. Verluste sind hierbei in Kauf zu nehmen.


Kräfteansatz

1. MarD: Bucht von Chetumal – der Hondofluss und die Stadt Corozal an der Grenze zu Mexiko sind zwingend einzunehmen.
2. MarD, 3. MarD: Belize City – der wichtigste Hafen und Hauptstützpunkt der amerikanischen Verteidiger sind das wichtigste Ziel. Nach Eroberung der Stadt schwenkt die 2. MarD nach Norden und nimmt Orange Walk am Oberlauf des Hondo. Die 3. MarD stößt nach Westen auf die Hauptstadt Belmopan und sichert das Gebiet.
4. MarD: Dangriga – nach Einnahme des zweitgrößten Hafens und des Flugfeldes marschiert die Division nach Belmopan zur 3. MarD und stößt dann zur guatemaltekischen Grenze nach San Ignazio vor.
5. MarD: Mango Creek – die Plantagenfelder und Konservenfabriken von Mango Creek und Riversdale sind einzunehmen, eventuelle Flugzeuge auf dem kleinen Feldflugplatz zu vernichten.
6. MarD: Punta de Gorda – die südlichste Stadt im Grenzgebiet zu Guatemala und Honduras ist zwingend zu erobern, um eventuell einsickernde Feischärler an der Grenze aufzuhalten.

Es sind vorerst keine Garnisonstruppen zurück zu lassen, diese werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeführt. Den Transport übernimmt die Invasionsflotte ‚Anton’:
„Jaguar“, „Löwe“, „Bremse“, „Henne“, „Fliege“, „Brummer“, „Mücke“, „Tiger“, „Hornisse“, „Biene“, „Wespe“, „Schmetterling“

Nahsicherung und Artillerieunterstützung übernehmen die Karibikflotte und VAdm. Saalwächter, die einen Tag nach Beginn der Landung vor Ort eintreffen wird:
„Admiral Scheer“, „Deutschland“, „Admiral Graf Spee“, „Elbe“, „Weser“, „Nautilus“, „Mainz“, „Köln“, Z 26 „Hugo von Pohl“, Z 27 „Reinhold von Werner“, Z 28 „Otto Weddigen“, Z 29 „Hermann Souchon“

Luftunterstützung wird nur im dringenden Notfall gewährt, da momentan keine Startfreigabe zu erhalten ist.


Feindlage

In Belize ist eine motorisierte Infanteriedivision stationiert, die sich gut im Dschungel verschanzt hat. Feindliche schwere Überwasserstreitkräfte können frühestens in vier Tagen vor Ort sein, es muss jedoch mit kleinere Aufklärungsflottillen gerechnet werden, die aus Panama oder Jamaika die Invasionsstreitmacht attackieren können. Im Umkreis von drei Tagen wurden fünf bis sechs leichte Kreuzer, ebenso viele Zerstörer und ein Begleitträger ausgespäht. Der Einsatzstatus ist jedoch sehr unterschiedlich.


Neutrale Staaten

Aggressive Manöver an den Grenzen zu drei weiteren Staaten bergen immer eine gewisse Gefahr. Daher muss unter allen Umständen dafür Sorge getragen werden, dass neutrale Truppen, Ziele oder zivile Objekte nicht angegriffen werden.
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Bild 154: Die Küste von Belize, oder Britisch-Honduras, wie die Kolonie lange hieß.


Die Schlacht von St. George’s Caye



Die Schlacht von St. George’s Caye war eine Abfolge kleinerer militärischer Scharmützel vom 3. bis zum 10. September 1798 vor des Küste des heutigen Belize, damals die Kolonie Britisch-Honduras. Eine Invasionsstreitmacht aus Mexiko fiel in die kleine Kolonie ein, um sie für Spanien zu erobern. Die ansässigen Einheimischen, mehrheitlich Holzfäller englischer Herkunft, stellten sich den spanischen Truppen entgegen, wobei sie durch afrikanische Arbeitssklaven unterstützt wurden. Nach dem letzten Kampf am 10. September zog sich die von Seuchen geplagte spanische Streitmacht zurück und die „Baymen“ erklärten sich zum Sieger.


Hintergrund

Seit 1750 kam es zwischen Spanien und England immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten über den Status von Belize. Spanien hatte das Gebiet niemals kolonisiert, erhob aber nach alten Verträgen Anspruch auf das Land. Im Gegenzug hatten die Briten seit 1638 Siedlungen in dem Land gegründet und schlugen Tropen- und Edelhölzer aus den dichten Urwäldern. Im Vertrag von Paris 1763 gestattete Spanien den florierenden Holzhandel aus Britisch-Honduras offiziell, erkannte aber keinerlei Grenzen an. Das hatte auch damit zu tun, dass die britische Kolonialverwaltung hier so gut wie nicht existent war und die „Moskitoküste“ ein Wespennest voller Piraten und entlaufenen Sklaven war, die in der ganzen Karibik in kriminelle Machenschaften verwickelt waren. Zwischen 1779 und 1782 waren die Siedlungen faktisch menschenleer, da die Kolonisten und Bukanier nach Havanna deportiert worden waren.

1783 kamen die spanisch-englischen Kampfhandlungen mit dem Vertrag von Versailles offiziell zum erliegen, was den Baymen – wie sich die Siedler selbst nannten, die Rückkehr nach Belize erlaubte. Darüberhinaus wurde ihnen das Recht zugestanden, sich zwischen dem Hondofluss und Belize niederzulassen und Handel zu treiben. 1786 wurde die Grenze im Pakt von London nach Süden hin bis zum Sibun River erweitert. Der Holzeinschlag wurde nur unter der Bedingung zugelassen, dass die Siedlungen unter der Hoheit der spanischen Krone standen. Doch aufgrund von Konflikten mit den Siedlern zog sich Superintendant Colonel Marcus Despard, der als königlicher Bevollmächtigter die Einhaltung des Vertrages überwachen sollte, nach wenigen Jahren zurück. Dennoch schien die aktuelle Lage von allen Seiten mittlerweile akzeptiert zu werden.


Heraufbeschwörung des Krieges

1796 beschuldigten die Spanier die Siedler, unerlaubt auf mexikanischem Territorium Holzfällerei zu betreiben. Im Gefolge der napoleonischen Kriege, in denen das besetzte Spanien auf Seiten Frankreichs kämpfte, brachen die alten Konflikte zwischen England und Spanien wieder auf. Die Siedler riefen den Gouverneur von Jamaika, Alexander Lindsay, um Unterstützung an, welcher sofort Musketen und Munition auf der HMS Merlin nach Britisch-Honduras bringen lies. Des Weiteren ernannte er Lieutenant Colonel Thomas Barrow zum Verwalter und Befehlshaber der Kolonie, welcher umgehend mit Befestigungsarbeiten begann und eine Bürgermiliz ausbildete. Das Kriegsrecht wurde am 11. Februar 1797 über die Siedlungen verhangen.

Inzwischen (Juli bis September 1798) hatte der Gouverneur von Yucatan Don Arturo O’Neill in Campeche eine Flotte aus zwei großen Fregatten, einer bewaffneten Brigg, zwei Sloops und vier Kanonenbooten mit weiteren bewaffneten Schiffen zusammen gestellt, um mit einer Streitmacht von 300 Soldaten Yucatan zu umsegeln. Einige Schiffe verliessen die Flotte bei Cozumel, dafür kam ein grosser 33-Kanonen-Schoner hinzu. In Bacalar, einer Garnisonsstadt knapp 40 km nördlich von Chetumal, der spanischen Grenzsstadt zu Belize, wurden insgesamt 1.200 spanische Gardisten aufgenommen. Andererseits grassierte bei den Spaniern gerade das Gelbfieber, was die Einsatzfähigkeit der Truppe stark beeinträchtigte.


Der Kampf

Die Siedler begannen sofort mit den Vorbereitungen zur Verteidigung. John Moss, der Captain der HMS Merlin konnte den Magistrat davon überzeugen, die schwarzen Arbeitssklaven zu bewaffnen und in die Formationen der Miliz einzureihen. Alles in allem verfügten die Briten über die Kriegssloop HMS Merlin, die drei Sloops Towser, Tickler und Mermaid, die beiden Schoner Swinger und Teazer, sowie sieben Kriegsflöße und zusätzlich 700 Milizionäre an Land. Zwischen dem 3. und 5. September versuchte die spanische Flotte, ihren Weg durch den Montego Caye zu erzwingen, der wurde aber durch die Verteidiger blockiert. Als sich die Spanier zurückzogen, waren sich die beiden englischen Befehlshaber Barrow und Moss zunächst uneinig, wie sie fortfahren sollten. Barrow glaubte, die Spanier würde ihre Truppen nun früher als geplant anlanden und sich durch den Dschungel schlagen, weswegen er vorschlug, Sperrtruppen zu platzieren. Moss glaubte, die Flotte würde noch einmal bei St. George’s Caye angreifen und zog mit seinen Schiffen ab.

Gerade rechtzeitig traf er am 10. September am Zielort ein, um die Spanier an der Erstürmung des Kanals zu hindern. Gegen 13:00 Uhr standen sich Spanier und englische Siedler an Land gegenüber. Eine halbe Stunde später tauchte die englische Flotte unter John Moss auf und fiel den irritierten Spaniern in den Rücken. Nach zweieinhalb Stunden gaben die Spanier auf und zogen sich zurück. Bis zum 13. September hatten alle spanischen Truppen das Gebiet von Britisch-Honduras verlassen.

Dennoch verbesserte sich die Situation in Belize nicht grundlegend, da der Druck seitens der Spanier auch weiterhin anhielt und keine Verstärkungen aus England oder Jamaika eintrafen. Der 10. September wird in Belize als St. George’s Caye Day gefeiert und ist Nationalfeiertag.
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Sorry für die kleine Pause. Ab jetzt gibt's wieder täglich Stoff. Ach ja, der Countdown beginnt traditioneller Weise bei zehn... ( :^^: )



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Bild 155: Unternehmen 'Hagen' - die Erstürmung Jamaikas - startete Anfang Juli 1942.


Die Ruhe nach dem Sturm


Black River, Jamaika, 8. Juli 1942
Sturmregiment 4002/4. Marine-Sturm-Division
Gefechtsstab
Korvettenkapitän Ralf Sperber



Wie schön, das Teewasser ist fertig. Ich gieße das dampfende Nass in meinen Feldbecher und hänge ein Teeei hinein – mhh, beste Darjeeling-Mischung aus dem Depot der Amerikaner. Dann rühre ich gemächlich den heißen Sud um und kröne das Getränk mit einem kräftigen Schuß Jamaika-Rum. Sofort steigt das Aroma des Zuckerrohrschnapses in Nase und Rachen. Herrlich…


Unternehmen ‚Hagen’

Wir haben die Insel in heftigen Kämpfen von der feindlichen motorisierten Infanteriedivision säubern können, die sich an mehreren Orten eingegraben hatte. Freilich – der Westen der Insel war eher wenig bewacht worden, doch die GIs haben um jeden Meter Boden gerungen. Küstenbatterien bei Montego Bay hatten dem Landungsverband anfangs hartnäckig zugesetzt und die Schlachtkreuzer der Deckungsflotte waren nicht imstande gewesen, sie auszuschalten. Das haben dann die Pioniere der 6. Marinedivision übernommen, aber da waren die meisten Truppen auch schon an Land gesetzt worden. Nun sitzen wir fürs erste auf der Insel fest und warten.

Gleich nach der erfolgreichen Landung tauchte ein amerikanischer Kreuzerverband mit 16 Schiffen auf und nahm die sich absetzende deutsche Flotte unter Feuer. Zwar setzten ihnen unsere schweren Pötte gewaltig zu, doch gelang es dem Amis, ein Landungsschiff zu versenken sowie den Begleitträger „Elbe“ und den Zerstörer „Hermann Souchon“ schwer zu beschädigen. Selber arg gerupft, doch ohne Totalverluste setzte sich der Kreuzerverband nach fünf Stunden in Richtung Westen ab. Nun liegt die Landungsflotte im Hafen von Montego Bay und repariert notdürftig die drei Landungsschiffe „Biene“, „Wespe“ und „Hornisse“, die ordentlich was abbekommen haben. Ich habe die Schlacht vom Strand aus direkt mitverfolgen können und ich glaube nicht, dass die Jungs von der Marine da was machen können – die Transporter waren halbe Wracks, als sie in den Hafen geschleppt wurden.

Unsere Panzerschiffe haben sich derweil auf den Weg nach Maracaibo gemacht – auch da sind etliche Reparaturen fällig. Und wir? Uns schickt man so schnell in kein Gefecht mehr, dafür haben wir zu viele Federn lassen müssen. 118 Tote und Verwundete zählt unser bereits vorher angeschlagenes Regiment, zu allem Überfluss wurden die Fähren mit unserem Nachschub an Munition und Ausrüstung versenkt. Wegen der starken Strömung ist auch keine Bergung möglich. So richten wir uns erst einmal auf eine längere Zeit des Wartens ein. Ist ja auch mal ganz schön. Ich persönlich glaube nicht, dass die Amerikaner hier noch mal mit ihren Marines auftauchen werden – und dann würden sie sich auch nur eine blutige Nase holen. Sechs Elitedivisionen haben überall Stellung auf Jamaika bezogen und werden jeden Invasoren abweisen, ganz gleich wie stark er auch sein möge. Also geniessen wir die Tage in diesem tropischen Paradies.

Für mein Regiment habe ich Schanzdienst, Zeugdienst und „Organisieren“ angeordnet, sprich wir feiern jeden Abend ein zünftiges Grillfest mit karibischem Rum und amerikanischem Bier. Unsere Pionierkompanie hat auch schon ein malerisches Strandhaus – ich meine natürlich Gefechtsstand – erbaut und die Einheimischen sind unheimlich entspannt und freundlich. Wann es hier weitergeht, können uns die Herren von der Kampfgruppe auch noch nicht sagen, wir gehen aber von mindestens 14 Tagen, wenn nicht sogar drei Wochen „Fronturlaub“ aus. Das ich das mal erleben würde…

Ahh, der Tee ist alle, na dann schenke ich mal lieber nach.
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Bild 156: Lego's Tribut an Sir Henry Morgan - neben Bob Marley sicherlich die größte geschichtliche Persönlichkeit Jamaikas.


Sir Henry Morgan (1635-1688)



Es ist unklar, wann Henry Morgan (walisisch: Hari Moran) das Licht der Welt erblickte, die meisten Geburtstafeln sprechen von dem Jahr 1635. Auch über seinen Geburtsort konnten keine eindeutigen Erkenntnisse gewonnen werden: Henry Morgan selbst gab an, aus Penkarne zu stammen. Dafür oder dagegen gibt es jedoch genauso viele Beweise wie für oder gegen die Orte Llanrumney, Cardiff und Glamorgan in Wales. Sein Vater war Thomas Morgan, ein Grundbesitzer oder Pächter.

Im Alter von zwanzig Jahren fuhr Fähnrich Morgan mit einer englischen Kriegsflotte unter General Venables nach Barbados. Die Flotte sollte dem neuen englischen Machthaber Oliver Cromwell, der König Charles I. hatte köpfen lassen, Geltung im Kolonialreich verschaffen. Nachdem fünf Jahre später die Monarchie wieder hergestellt war, wurde Henrys Onkel Edward als Gouverneur in das jüngst von Venables Flotte eroberte Jamaika entsandt. Die Insel wurde fortan zum wichtigsten Stützpunkt der Engländer in der Karibik und zur Heimat von Henry Morgan, der dort Mary Elizabeth, die Tochter seines Onkels, heiratete. Mittlerweile selbst Captain, segelte er 1663 in der Piratenflotte von Christopher Myngs mit 14 Schiffen und 1.400 Bukkaniern von Jamaika aus nach Santiago de Cuba und San Francisco de Campeche, welche restlos geplündert wurden. Insbesondere der Raubzug von Campeche war überaus erfolgreich: die beiden spanischen Forts mit ihren regulären Soldaten kapitulierten schon nach einem Tag und 14 spanische Schiffe konnten als Prise zurück nach Jamaika geführt werden.

Zurück in Jamaika stattete ihn sein Onkel, der Gouverneur, mit einem königlichen Kaperbrief aus. Henry Morgan durfte nun legal mit dem Segen der britischen Krone Jagd auf alle Spanier machen. Gemeinsam mit vier anderen Freibeuterkapitänen stach er wieder in See und landete bei Frontera, einem kleinen Hafen etwa 50 Meilen von der wichtigen spanischen Kolonie Villa Hermosa in Mexiko entfernt. Nach dem erfolgreichen (Überland) Angriff auf die überraschte Stadt stellten sie bei ihrer Rückkehr nach Frontera fest, dass die Spanier ihre Schiffe mittlerweile selbst gekapert hatten. Dank zweier gestohlenen Handelsschiffe mit je zwei installierten Landgeschützen umrundeten sie Yucatan und griffen Granada in Nicaragua an. Als Morgan 1665 nach 18monatiger Queste nach Jamaika zurückkehrte, war er ein reicher Mann - so reich, dass er nun seine eigenen Kaperunternehmen finanzieren konnte.

1668 stellte er eine Flotte aus zwölf kleinen Schiffen mit 700 Freibeutern zusammen und segelte nach El Puerto del Principe auf Kuba. Die Stadt ergab sich dem vorher gestellten Ultimatum, doch die Beute war gering. Daraufhin verließen eine Reihe französischer Bukkaniere seine Reihen, um sich einem anderen berühmten Freibeuter anzuschließen: L’Ollonais. Mit seinen verbliebenen Schiffen segelte Morgan nun nach Süden, um die spanische Festung Porto Bello in Panama anzugreifen. Nach der erfolgreichen Plünderung der Stadt kehrte Morgan nach Jamaika zurück – so viele spanische Realos waren geraubt worden, dass diese Münze neben den englischen Geldstücken offizielle Währung auf Jamaika wurde. Die Spanier hatten mittlerweile ein beachtliches Kopfgeld auf die Ergreifung des Piraten ausgesetzt. Ein Jahr später plünderte Morgan die spanischen Städte Gibraltar und Maracaibo im Golf von Maracaibo. Bei seiner Rückkehr fand er den Ausgang von drei spanischen Schiffen gesperrt vor. Durch eine List gelang es ihm, die Spanier zu täuschen und mit allen geraubten Schätzen zu entkommen.

Dadurch hatte er nun genug Geld, um eine wirklich große Expedition zusammen zu stellen: im Jahr 1671 versammelte er 36 Schiffe und über 1.800 Männer, um die wichtigste und größte Stadt der Spanier zu diesem Zeitpunkt anzugreifen: Panama. Die Stadt war der wichtige Knotenpunkt zwischen den peruanischen Silberminen und der spanischen „Tierra Firme“-Flotte, selbst Francis Drake war vor Jahrzehnten an der Eroberung der Stadt gescheitert. Als Morgans Piraten nach einem langen Marsch durch den Dschungel und schweren Kämpfen die Stadt überrannten, brannten sie alles nieder und raubten, was ihnen in die Finger kam.

Bei seiner Rückkehr musste Morgan feststellen, dass England und Spanien mittlerweile einen friedlicheren Kurs hielten. 1672 wurde er in Port Royal arrestiert, später aber nach London gebracht, wo er 1674 begnadigt und in den Adelsstand erhoben wurde.

1676 kehrte er als Vize-Gouverneur nach Jamaika zurück und lies in Port Royal Sperranlagen um den Hafen errichten. 1680 war er Gouverneur, Vizeadmiral, Befehlshaber des englischen Regiments in Port Royal, Hoher Richter des Gerichtsstandes zu Port Royal und Kustos von Jamaika. In diesen Funktionen machte er erbarmungslos Jagd auf Piraten und Freibeuter und brachte so manche seiner früheren Kampfgefährten in den Kerker.

Morgan war nie ein guter Segler, er verlor mehrere Schiffe durch Anfängerfehler und konnte selbst auch nie ein feindliches Schiff in einem Seegefecht bezwingen. Doch er war ein verdammt guter Taktiker und griff mit seinen Leuten daher immer von Land aus an, wenn er sich nicht entziehen konnte. Sir Henry Morgan starb als schwerer Alkoholiker am 25. August 1688 in Port Royal auf Jamaika.
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Hohenlohe
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Beitrag von Hohenlohe »

Danke, werter Aktivist, euer Schreibstil und Erzählweise ist wie immer sehr informativ. Genau das, was wir lieben...

Bitte weiter so!!

herzliche grüsse

Hohenlohe... :smoke:
In memoriam Stauffenberg, jota und CJ...
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Bild 157: Unternehmen 'Meistersinger' - Kampfgruppe 'Moltke' geleitet eine Invasionsflotte nach Brasilien.


Flusskampfflottille ‚Amazonas’


Montsinery, Deutsch-Guyana, 11. Juli 1942
Marinestabsgruppe Brasilien


Lage

Einheiten des Heeres und der Marine haben mit der Okkupation Brasiliens begonnen und Brückenköpfe an der Nordküste Brasiliens von Natal bis Belem etabliert. Mit dem Fortschreiten der Operation ‚Meistersinger’ ist auch das Landesinnere Brasiliens schnell und zügig zu besetzen. Insbesondere die einzigartigen Eigenschaften des Amazonasgebietes behindern konventionelle militärische Operationen. Da die Inbesitznahme der strategische wichtigen Bauxit- und Manganminen oberste Priorität genießt, werden Spezialkräfte die Last der militärischen Operationen im Amazonassektor tragen. Die Vorstösse müssen schnell und konzentriert erfolgen, um dem Gegner keine Zeit für die Entwicklung einer Partisanenstrategie zu geben. Gelingt dies nicht, ist in dem unwegsamen Gelände mit monatelangen bis jahrelangen Verzögerungen und Störungen zu rechnen.


Auftrag

Die Sicherung und Kontrolle Amazoniens wird durch die im Aufbau befindliche Flusskampfflottille ‚Amazonas’ wahrgenommen. Die operativen Ziele sind:

1. Sicherung des Amazonasdeltas gemeinsam mit den Kampftruppen der Invasionsflotte, um den Fluss als Nachschublinie nach außen zu sperren.
2. Sicherung des unteren Amazonas in zwei Schritten: zunächst bis Santarem am Zulauf des Tapajos, anschließend bis Urucara am Zulauf des Uatuma.
3. Einnahme der Gebietshauptstadt Manaus, Festsetzung der dortigen Garnison und Sicherstellung aller Waffen- und Sprengstoffvorräte aus militärischen, hoheitlichen oder zivilen Quellen.
4. Errichtung eines Stützpunktsystems und Aufnahme eines Patrouilledienstes in allen befahrbaren Flussarmen des Amazonas bis zum 65. Längengrad West.


Durchführung

Die Flusskampfflottille ‚Amazonas’ wird zunächst in zwei Einsatzgruppen geteilt: die Stossgruppe unter Kpt. zS Scholz-Kaulis und die Sicherungsgruppe unter Kpt. zS Neuenthal. Nach dem erfolgreichen Vorstoss ins Amazonasdelta und der Ausschaltung der dortigen brasilianischen kampffähigen Verbände beginnt die Stossgruppe unverzüglich mit dem Vormarsch flussaufwärts, wobei die Hauptziele mit Priorität auszuschalten sind. Sollten sich feindliche Gruppen abseits der Vormarschroute konzentrieren, ist in jedem Fall die Entscheidung des Gesamtführungsstabes über die Fortsetzung der geplanten Unternehmung oder Anpassung der taktischen Ziele einzuholen. Wenn nicht zu erwarten ist, dass besagte Feindansammlungen das geplante Vorrücken im Amazonassektor innerhalb einer lageabhängigen Frist stören oder unterbinden können, so ist grundsätzlich an den Missionszielen festzuhalten.
Die Sicherungsgruppe wird nach der Säuberung und Sicherung des Amazonadeltas nachrücken, eventuell verbliebene Widerstandsnester eliminieren und die durch die Stossgruppe etablierte Postenkette zu Stützpunkten ausbauen, von denen aus das gesamte Gebiet systematisch erobert und kontrolliert wird.
Die unterstellten Einheiten werden im Laufe des Feldzugs erweitert und angepasst, momentan müssen aber noch die endgültigen Ergebnisse der Landungsspitzen abgewartet werden.


Kräfteansatz

Den Nukleus der neuen Flusskampfflottille ‚Amazonas’ bilden die beiden ex-französischen Kanonenboote FK-121 und FK-122, sowie der Monitor „L’Argonaut“, die Flusskampfboote „Soledad“, „Calabozo“ und „La Urbana“ – die von der venezuelanischen Marine freundlicherweise bereitgestellt wurden. Sie kommen zusammen mit zwei bei Belem erbeuteten brasilianischen Kanonenbooten zur Stossgruppe. Die Sicherungsgruppe besteht zunächst aus den bewaffneten Fischdampfern „Primagaut“, „Corsair“, „Rigel“ und „Chopin“, sechs Motorbooten, zwei bewaffneten Motorfähren und drei bei Macapa erbeuteten Binnenminensuchern der brasilianischen Marine. Der Fahrzeugpark wird in nächster Zukunft durch erbeutete oder requierierte Boote und Fähren erweitert. Für den Transport größerer Kampfgruppen stehen für die ersten Operationsschritte acht Fluß-See-Schiffe bereit.

Folgende Einheiten werden der Flottillenführung für die Kampf- und Patrouilleeinsätze unterstellt:

- Sturmregiment 7001, Sturmregiment 7002
- Fallschirmpionierkommando ‚Borneo’, Fallschirmjägerregiment 312, Fallschirmjägerregiment 314
- Gebirgsartilleriebrigade 19, Gebirgspionierbrigade 12
- Infanterieregiment 390, Infanterieregiment 399
- Waffentaucherkommando der Spezial-Division ‚Brandenburger’
- Flusspionierbrigade 45
- 859. Sicherungs-Division, 742. Sicherungs-Division

Die Unterstellungsverhältnisse werden erfolgs- und lagebedingt angepasst. Dem mit stetigem Fortkommen wachsenden Truppenbedarf wird vom Oberkommando durch die Neuzuteilung weiterer Sicherungstruppen Rechnung getragen. Für die erwarteten Kämpfe in der Region Manaus werden zeitnah weitere Kampftruppen und Heeresartillerie bereitgestellt. Die Versorgung wird zunächst über Flussboote sichergestellt, in unwegsamen Gelände durch die Mulis der Gebirgsjäger, wo es gangbar ist auch durch Pritschenwagen. Die Luftwaffe hat eine Reihe von Lastenseglern zur Versorgung weit entfernter oder isolierter Kampfgruppen zur Verfügung gestellt, außerdem wird die Lufttransportgruppe 4 (KG zbV 4) für Versorgungsflüge bereit stehen.


Feindlage

Der Gegner verfügt im Amazonasgebiet über ein gut ausgebautes Stützpunktnetz, Flusskampf- und Patrouilleboote verschiedenster Größen und ist im Dschungelkampf ausgebildet. Einzig der Vorteil der Überraschung steht auf unserer Seite. Wenn es gelingt, die Feindgarnisonen vor einer Mobilisierung in ihren Kasernen festzusetzen und die Waffenlager der Region zu sichern, kann kein wirkungsvoller Partisanenkrieg aufgezogen werden.
Jetzt zu Beginn der Operation ist uns der Gegner zahlenmäßig weit überlegen, doch die Einsatz- und Kampfkraft der Verbände befindet sich derzeit auf niedrigem Niveau.
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Bild 158: Das brasilianische Expeditionskorps während des Italienfeldzugs (am linken Flügel der Front).


Forca Expedicionaria Brasileira



Das brasilianische Expeditionskorps war ein 25.300 Mann starker Kampfverband, der im 2. Weltkrieg auf Seiten der Alliierten gegen Deutschland kämpfte.

Brasilien war zu Beginn des Krieges neutral und verteidigte seine Neutralität auch in den ersten Jahren des Krieges. Brasiliens Quasi-Diktator Getulio Vargas und viele einflussreiche Politiker hegten Sympathie für die Achsenmächte (so sandte er zu Hitlers Geburtstag 1941 ein Glückwunschtelegramm mit seinen besten Wünschen für das deutsche Volk), auch war Deutschland zwischen 1933 und 1938 zum wichtigsten Außenhandelspartner des Landes gewachsen. Auf der anderen Seite waren die wirtschaftlichen Verbindungen zu Großbritannien und den Vereinigten Staaten sehr eng und auch viele Militärs sprachen sich eher für eine Zusammenarbeit mit den Alliierten aus.

Anfang 1942 erlaubte die Regierung Vargas den Amerikanern, US-Flugbasen in Bahia, Pernambuco und Rio Grande do Norte einzurichten – als Gegenleistung für die amerikanische Wirtschaftshilfe beim Aufbau einer eigenen Stahlindustrie. Auch US-Kampfschiffe wurden in Brasilien stationiert. Auf der anderen Hand versenkten deutsche und italienische U-Boote insgesamt 36 brasilianische Handelsschiffe. Gleichzeitig wurde die Stimmung in der Hauptstadt immer deutschfeindlicher. Während der Mob deutsche Geschäfte und Restaurants plünderte, wurde Präsident Vargas für seinen passiven Kurs stark kritisiert – schließlich trat Brasilien am 22. August 1942 den Alliierten bei und erklärte Deutschland und Italien den Krieg.
Als Beitrag zu den Kriegsanstrengungen stellte Brasilien ein Expeditionskorps unter General Mascarenhas de Moraes mit dem 1., 6. und 11. Regiment, Divisionsartillerie, Logistik- und Unterstützungseinheiten auf.


Einsatzgeschichte

Am 2. Juli 1944 erreichten die ersten 5.000 Soldaten des 6. Regiments Italien – noch ohne Waffen, ohne Ausrüstung und ohne eingerichtete Quartiere. Weitere Truppen kamen Ende Juli hinzu und im September, November und Februar wurde das EFB vervollständigt. Zunächst verlegte die Einheit nach Tarquinia nördlich von Neapel, um von amerikanischen Ausbildern auf einen befriedigenden Ausbildungsstand gebracht zu werden. Erst im November, nach der Ausrüstung mit allen Waffen und Geräten wurde das EFB dem IV. US Corps angeschlossen.

In den ersten Einsätzen nahmen die Brasilianer im August 1944 die Position amerikanischer und französischer Truppen ein, die für die Invasion ‚Dragoon’ nach Südfrankreich verlegt wurden. Im September eroberten die brasilianischen Truppen Massarosa, Camaiore und Barga, wo man die ersten Verluste erlitt. Ende Oktober standen die bis dahin herbei geschafften Truppen vor der Gotenlinie und mussten den Winter im unwegsamen Gebirgsgelände der Apeninnen verbringen. Statt einem eigenen erfolgreichen Durchbruch rissen sogar die deutschen und italienischen Truppen noch einmal die Initiative an sich und konnten am rechten Flügel des EFB einige Einbrüche erzielen. Erst Ende Februar konnten amerikanische Divisionen wichtige Stellungen der Gotenlinie erobern, auch die Brasilianer stiessen an März 1945 wieder vorwärts.

Am 14. April 1945 begann die Frühjahrsoffensive in Italien, die nach heftigen Luftangriffen tausender Kampfflugzeuge und schwerem Artilleriefeuer die deutschen Linien aufsprengte. Die brasilianische Division führte den Vorstoss auf Montese an und stieß bis zum 25. April nach Parma vor. Am 28. April gelang es, die deutsche 148. Infanteriedivision und Teile der 90. Panzergrenadierdivision bei Fornovo einzukesseln. Diese Truppen hatten sich in erbitterten Kämpfen der 92. US-Division entzogen und waren auf dem Rückzug Richtung Norden. Etwa 20.000 deutsche Soldaten gerieten in Gefangenschaft, als der deutsche Kommandeur Generalleutnant Otto Fretter-Pico kapitulierte. Nachdem einer der wichtigsten Kampfverbände in Norditalien ausgeschaltet war, kapitulierte auch bald die restliche Wehrmacht in südlich der Alpen.
Auch Luftwaffe- und Marineeinheiten waren in den Kampf der Alliierten gegen Deutschland verwickelt. Aber ihr Beitrag ist im Gegensatz zu dem der Landstreitkräfte eher gering ausgefallen.
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Bild 159: Meine Schlachtschiffe hatten einige Probleme, in Geschützreichweite zum Gegner zu gelangen.


Die Seeschlacht vom 25. Breitengrad

Basse Terre, Guadelupe, 21. Juli 1942
Marinekommando Amerika
Führungsstab ‘Marineoperationen Amerika’
Abteilung II/2 Fremde Flotten (Amt Abwehr)
Fregattenkapitän Rech



Nachtrag zur Lagebesprechung vom 27. Juni 1942: die US-Flugzeugträgerflotte wurde gefunden – und vernichtet. Am 15. Juli wurden die Flugzeugträger der Essex-Klasse und Midway-Klasse mit ihren Begleitschiffen von den Ju-88-Aufklärer der Kampfgruppe 26 ‚Löwen’ südwestlich von Andros Island aufgespäht und schon bald von den wütenden Angriffen der Kampfbomber bedrängt. Trotz des Verlustes der Flugzeugträger „USS Hornet“, „USS Essex“ und „USS Leyte“ setzten die Amerikaner unbeirrt ihren Kurs in den Golf von Mexiko fort, wo sich gerade die Kampfgruppe ‚Moltke’ gemeinsam mit einer Landungsflottille und 12 wertvollen Heeresdivisionen auf dem Weg nach Biloxi, Mobile und Pensacola befand. Eine erfolgreiche Landung hätte alle amerikanischen Heeresdivisionen im östlichen Texas, Louisiana und Mississippi abgeschnitten und darüber hinaus die Halbinsel Florida bedroht. Dementsprechend motiviert waren die amerikanischen Matrosen.

Am 18. Juli kam die Flotte in den Wirkungsbereich der Marinefliegerflottillen und verlor zwei weitere Flugzeugträger, die „USS Hancock“ und die „USS Intrepid“. Als die dezimierte Trägergruppe schließlich die deutschen Schlachtschiffe abfangen konnte, waren sie nicht mehr in der Lage, die deutschen Schiffe auf ihrem Weg ins Herz des Dixies aufzuhalten. Die Bomberstaffeln der Flugzeugträger wurden von der konzentrierten Schiffs-Flak der deutschen Schlachtschiffe bereits im Anflug auseinander gerissen, die neuen Flakzerstörer waren geschickt postiert und verhinderten den schlimmsten Schaden. Einzig ein Transportschiff und ein leichter Kreuzer – die „Dresden“ – wurden versenkt. Schon während des Angriffs nahmen die Schlachtschiffe Kurs auf die Warteposition der Flugzeugträger. Diese konnten keine zweite Angriffswelle mehr in die Luft bringen, als die weitreichenden Kanonen wie Macheten in einem Maisfeld durch die Reihen der US-Schiffe mähten. Die „USS Bunker Hill“ und die „USS Bennington“ wurden durch die Salven der „Mark Brandenburg“ und „Scharnhorst“ versenkt, ebenso sieben andere Begleitschiffe der Flotte.

Damit ist das Rückgrat der US Navy gebrochen – obwohl bekannt ist, dass noch einige Flugzeugträger und kleinere Kreuzer im August abgeliefert und in Dienst gestellt werden, verfügen die Amerikaner momentan nicht mehr über eine ausreichende Anzahl an schweren Einheiten, um der deutschen Flotte in ihren eigenen Heimatgewässern ein schlagkräftiges Gegengewicht entgegen zu setzen. Die Abwehr spricht von 2-3 Flugzeugträgern, 3-5 Schlachtschiffen, möglicherweise einem Dutzend Kreuzer verschiedener Größen und vielleicht 25-35 Zerstörern, verteilt auf die riesige Fläche zwischen der Philippischen See und Island.

Wer hätte das noch vor zwei Monaten für möglich gehalten?


Eine andere Nachricht hat mich auch erreicht: aufgrund der Erkrankung eines Kommandanten werde ich übergangsweise auf den Z 33 „Ludwig von Reuter“ kommandiert und kann nicht nach Hause zurückkehren, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Bereits morgen trete ich mein Kommando an – das Schiff ist erst vor kurzem mit anderen, neuaufgestellten Einheiten nach Amerika gefahren. Nun werden wir mit anderen Zerstörern die beschädigten Einheiten der Kampfgruppe ‚Moltke’ ablösen um Amerikas Nervenzentrum an der Ostküste zu attackieren.

Ein Befehl vom OKM elektrisiert zur Zeit die Marine: nach der Versenkung des aufgetauchten U-Boots U 7 durch die „USS Denver“ vor einer Woche, obwohl die Besatzung die Kapitulation signalisiert hatte, hat der Führer entschieden, dass feindlichen Schiffsbesatzungen ab sofort kein Pardon mehr gewährt werden darf. Schiffbrüchige, egal ob durch Schiffe der Kriegsmarine oder der Handelsmarine, sollen kaltblütig umgebracht werden, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie von der amerikanischen Coast Guard gerettet werden könnten. Wie so viele andere Offiziere bin ich fassungslos schockiert über so einen Befehl, und masslos enttäuscht darüber, dass unser Oberbefehlshaber sich nicht dem Willen des Führers widersetzt hat. Noch viel entsetzter bin ich, dass so viele Offiziere diesem zutiefst unmenschlichen und unseemännischen Diktat mit voller Überzeugung zustimmen – hauptsächlich die jungen, HJ-geformten Herren Leutnants und Oberleutnants, aber auch viele Stabsoffiziere und sogar ein paar Admirale. Wie sollen die einmal die Verantwortung der Marine schultern können?

Das ist nicht mehr meine Flotte…
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Bild 160: U-156 mit Schiffbrüchigen.





Der Laconia-Befehl





1. Jeglicher Rettungsversuch von Angehörigen versenkter Schiffe, also auch Auffischen von Schwimmenden und Anbordgabe auf Rettungsboote, Aufrichten gekenterter Rettungsboote, Abgabe von Nahrungsmitteln und Wasser, haben zu unterbleiben. Rettung widerspricht den primitivsten Forderungen der Kriegsführung nach Vernichtung feindlicher Schiffe und Besatzungen.
2. Befehle über Mitbringung Käpitäne und Chefingenieure bleiben bestehen.
3. Schiffbrüchige nur retten, falls Aussagen für Boot von Wichtigkeit.
4. Hart sein. Daran denken, dass der Feind bei seinen Bombenangriffen auf deutsche Städte auf Frauen und Kinder keine Rücksicht nimmt.



Am 12. September 1942 patrouillierte das deutsche U-Boot U 156 unter Korvettenkapitän Werner Hartenstein vor der westafrikanischen Küste zwischen Liberia und Ascension. Dabei wurde das britische Passagierschiff „Laconia“ ausgemacht, welches nach dem Handbuch der Deutschen ein bewaffnetes englisches Handelsschiff mit 14 Geschützen war. U 156 griff an.
Die Laconia übermittelte folgende Nachricht:

SSS SSS 0434 South / 1125 West Laconia torpedoed

Als das Schiff sank, tauchte Hartensteins Boot auf, um Überlebende der 136 Mann Besatzung an Bord zu nehmen – zu seiner Überraschung hatte das Schiff zusätzlich 80 Zivilisten, Militärmaterial, 268 britische plus 160 polnische Soldaten und 1.800 italienische Kriegsgefangene an Bord. Da die „Laconia“ um 23:23 Uhr sank, meldete er per Funktelegramm an den BdU:

Versenkt von Hartenstein Brite „Laconia“. Marinequadrat FF 7721 310 Grad. Leider mit 1.500 italienischen Kriegsgefangenen. Bisher 90 gefischt. 157 cbm. 19 Aale, Passat 3, erbitte Befehle.
(cbm. 157 = Restmenge Treibstoff, 19 Torpedos, Passat, Windstärke Beaufort 3)

Admiral Dönitz lies umgehend zwei weitere U-Boote (U 506 – KKpt. Würdemann, U 507 – KKpt. Schacht) zur Unglücksstelle beordern, um die Schiffbrüchigen zu retten. Mittlerweile hatte U 156 beinahe 200 Überlebende auf dem Schiff und schleppte vier Rettungsboote mit weiteren 200 Menschen. Hartenstein übermittelte einen unkodierten, englischen Funkspruch, in dem er auf die Situation hinwies:

If any ship will assist the ship-wrecked „Laconia“ crew, I will not attack providing I am not being attacked by any ship or air forces. I picked up 193 men. 4, 53 South, 11, 26 West – German submarine.

Auch die in den folgenden Tagen eintreffenden zwei deutschen U-Boote plus das italienische U-Boot „Cappellini“ nahmen weitere Überlebende auf und versorgten die Überlebenden mit Nahrungsmitteln, Decken und Wasser. Danach fuhren die Schiffe mit an Deck ausgebreiteten Rot-Kreuz-Flaggen in Richtung afrikanische Küste, wo sie sich mit der ausgelaufenen Vichy-Flotte treffen wollten. Doch am 16. September 1942 wurde der Verband von einer amerikanischen B-24 ausgemacht. Der Fliegerkommandant drehte ab und teilte seinem Stützpunkt auf Ascension die Lage mit. Die Antwort des Diensthabenden Offiziers Captain Robert C. Richardson III. lautete: „Sink sub.“ Also flog Lieutenant Harden zurück und griff die U-Boote an, die zu diesem Zeitpunkt mehrere Rettungsboote schleppten und das Oberdeck voller Überlebender hatten. Nach dem Abwurf der Bomben wies Hartenstein die Schiffbrüchigen an, von Deck zu springen und tauchte ab, um die Schäden zu reparieren. U 156 wurde in Folge per FT vom BdU aus der Rettungsaktion entlassen. Als am 17. September auch U 507 von amerikanischen Flugzeugen angegriffen wurde, gab Admiral Dönitz die Rettungsaktion auf und übermittelte an die beiden letzten Boote:

Keine Rot-Kreuz-Flagge zeigen, da:
1. international nicht vorgesehen,
2. auf keinen Fall und am wenigsten bei Engländer Gewähr für Schonung bietet.
3. Nach Durchführung Abgabe Brennstoff, Proviant, Torpedobestand und Einsatzbereitschaft melden.


Ohne die deutschen U-Boote ertranken hunderte Schiffbrüchiger, bevor einige Stunden später durch französische Kriegsschiffe insgesamt 1.250 Personen gerettet werden konnten. (Ein Teil wurde von U-507 übergeben, die anderen aus den Rettungsbooten gefischt.)

Der oben aufgeführte „Laconia-Befehl“ war die Reaktion des BdU Admiral Dönitz auf die Ereignisse rund um die „Laconia“. Zwar wurde er unter anderem auch deswegen vor den Nürnberger Prozessen angeklagt, aber ausdrücklich nicht verurteilt, da u.a. Admiral Chester Nimitz von der US Navy als Zeuge aussagte, dass die submarines der US Navy unter den gleichen Bedingungen operiert hätten. In anderen Punkten wurde er freilich schuldig gesprochen und zu 10 Jahren Festungshaft verurteilt.
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Bild 161: Am 27. Juli beginnen die ersten Divisionen, Brückenköpfe in Virginia und North Carolina zu etablieren. Kann die US Army rasch reagieren?


Unternehmen 'Brunhilde'

Raleigh Bay, vor der Küste South Carolinas, 27. Juli 1942

Kampfgruppe 'Moltke’
Zerstörer Z 33 „Ludwig von Reuter“
Fregattenkapitän Rech


Irgendwie dachte ich, ich würde mich wieder auf ein Bordkommando freuen – und anfangs war es auch so. Doch allein die Tatsache, dass ich hier nur den Platzhalter spielen darf, bis die Kriegsmarine einen „geeigneteren“ Offizier bereit stellt, wirft schon einen dunklen Schatten auf mein Engagegement auf diesem Schiff. Z 33 ist eine weiterentwickelte Version meines letzten Schiffes, des Z 17 „Diether von Roeder“. Dennoch werde ich hier nicht heimisch werden.

Aus Texas kommen keine guten Nachrichten. Die deutschstämmigen Amerikaner haben sich entgegen den Erwartungen des Oberkommandos der Wehrmacht nicht freudestrahlend den deutschen Truppen angeschlossen, vereinzelt ist es sogar zu Zwischenfällen gekommen. Nunmehr hat das Reichssicherheitshauptamt seinen Schwadronen hinter der Front befohlen, deutsche Auswanderer nicht anders als die einheimische amerikanische Bevölkerung zu behandeln.
Vor diesem Hintergrund habe ich große Sorgen um die Sicherheit meiner Frau, die ja ohne gültige Papiere in Carlsbad am Pecos River bei einem alten Freund untergetaucht ist. Was ist, wenn sie bei einer Kontrolle auffällt? Was ist, wenn sie von Nachbarn verraten wird? Glücklicherweise sind die Texaner den deutschen Auswanderern wegen ihrer Parteinahme für Amerika eher gut gesinnt. Hinzu kommt, dass sich eine sehr starke texanische Unabhängigkeitsbewegung gegründet hat, die die Gunst der Stunde nutzen möchte, um einen selbstständigen Staat zu gründen. Ähnliche Bestrebungen gibt es vereinzelter Weise auch in Kalifornien und den ehemaligen Südstaaten, wobei die Feindseligkeit zu den deutschen Truppen dort ungleich höher ist. Fast erscheint es sogar, als hätte jeder Amerikaner ein privates Waffenarsenal in seinem Haushalt. So ist an einen geordneten Zivilbetrieb nicht zu denken – täglich werden bewaffnete Auseinandersetzungen mit amerikanischen Bürgern gemeldet. Und obwohl die deutschen Frontkommandeure bisher strikt von Vergeltungsaktionen absehen und sich auch die Luftwaffe merklich zurückhält, wird der Ton in den amtlichen Verlautbarungen doch jeden Tag schärfer und schärfer. Ich kann nur hoffen, dass wir nach den gewonnenen Schlachten nicht den Frieden verlieren werden…

In der Zwischenzeit läuft bereits der Countdown zur Zerschlagung der Vereinigten Staaten von Amerika. Panzertruppen haben im mittleren Westen und im Osten die alte historische Grenze zwischen Südstaaten und Nordstaaten überschritten und wir setzen im äußersten Norden der Südstaaten weitere Invasionsarmeen an Land. Unser Vormarsch wurde bislang nur von vereinzelten Aufklärungsgeschwadern der US Navy aufgehalten, nachdem zwei weitere Schlachtschiffe südlich von Kuba von der Kampfgruppe ‚Moltke’ versenkt wurden. Man kann es deutlich spüren – in ganz Amerika herrscht eine Panik, die sinnvolle Aktionen von vornherein verhindert. Das Land und seine Regierung sind am Ende. Wenn unsere Landungsdivisionen festen Boden unter den Füßen haben, wird es nicht mehr lange dauern, bis Washington fällt. Zwölf weitere Divisionen befinden sich derzeit auf See und werden in etwa 48 Stunden Truppen an der Küste Jerseys anlanden und Philadelphia erobern. Dann stehen auch New York und Boston kurz vor dem Fall. Auf allen Fronten leisten die GIs hartnäckigst Widerstand und treiben unsere Einheiten das ein ums andere Mal zurück. Doch ihre Flanken sind weit geöffnet und so werden sie schlussendlich überflügelt und eingekreist – und vernichtet.

Wofür kämpfen sie – für ihre Heimat, für ihre Familien, für ihre Nation! Wofür kämpfen wir in Amerika?
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Bild 162: Drei Tage später sind die Brückenköpfe südlich Washingtons gesichert. Jetzt stößt eine andere Panzerarmee nördlich vor.


Unternehmen 'Lohengrin'

Cape May Point an der Südspitze New Jerseys, 30. Juli 1942
Karibikflotte
Flaggschiff 'Admiral Scheer'


Lage

Der Feind konzentriert seine Abwehrbemühungen derzeit in den Südstaaten und im mittleren Westen. Sträflicherweise hat er seine Küste um Delaware und New Jersey völlig entblößt und keine schlagkräftigen Marineeinheiten zur Abwehr von Landungsunternehmen in Reichweite. Diese Situation muss sofort ausgenutzt werden, um auch im Kernland der Vereinigten Staaten die strategische Initiative zu erlangen. Philadelphia und New York liegen mehr oder minder schutzlos in unserer Reichweite. Ein rascher Zugriff würde die Stabilisierungsbemühungen des US Generalstabs konterkarieren und den Druck von unseren Divisionen an der Mississippi-Front nehmen, die durch massive Gegenangriffe zurück auf ihre Brückenköpfe gedrängt wurden. An der linken Flanke wurde bereits ein kampfstarker Heeresverband im Zuge des Unternehmens ‚Brunhilde’ an Land gebracht. Östlich der Appalachen stößt ein Panzerkorps auf Lynchburg und Washington vor.


Auftrag

Die bereits an Land gesetzten Divisionen und die im Rahmen von ‚Lohengrin’ anzulandenden Einheiten der Heeresgruppe Nord haben den Auftrag, in zügigem Vorstoß die wichtigsten Städte der Ostküste der Vereinigten Staaten zu besetzen und die Fähigkeit des Feindes zum Widerstand in diesem Teil Amerikas kraftvoll zu negieren. Die Wegnahme strategisch wichtiger Positionen und die Bemächtigung feindlicher Waffen- und Nachschubdepots hat zunächst Vorrang vor der Neutralisierung gegnerischer Truppenverbände.


Durchführung

Die Halbinsel Delaware ist durch schnelle Panzervorstösse einzunehmen, da sie als zukünftige Nachschubbasis für alle Heeresgruppen in Nordamerika dienen wird. Anschließend ist Baltimore zu erobern. Die nördlich angesetzte Kampfgruppe aus gemischten Verbänden wird Philadelphia und Newark angreifen, sowie die Brückenköpfe etabliert wurden. Das Fernziel ist die Einnahme von New York und Boston.
Feuerunterstützung wird durch die Panzerschiffe der Karibikflotte geleistet. Weitere Divisionen werden binnen 14 Tagen an Land gesetzt, sodass nur geringe Sicherungstruppen vor Ort zurück gelassen werden müssen, sollte sich der feindliche Widerstand nicht entgegen allen Erwartens versteifen.


Kräfteansatz

Das III. Panzerkorps wird mit seinen schweren Panzereinheiten machtvoll die Delaware-Halbinsel absichern und anschließend den Schwung für eine Offensive nach Norden auf Baltimore ausnutzen.
Die Divisionen des 5. Mechanisierten Armeekorps, des II. Panzerkorps und des 9. Armeekorps sichern die Positionen südlich von Newark und greifen massiert die feindlichen Linien in Philadelphia und Newark an – es ist mit schweren Orts- und Häuserkämpfen zu rechnen.

Die Kriegsmarine unterstützt die Gefechte durch Artillerieeinsätze der Panzerschiffe „Admiral Scheer“, „Deutschland“ und „Admiral Graf Spee“, sowie durch die leichten Kreuzer „Nautilus“, „Mainz“, „Köln“, „Königsberg“, „Stuttgart“ und drei Zerstörer: „Z 26 Hugo von Pohl“, „Z 27 Reinhard von Werner“ und „Z 5 Paul Jacobi“.


Feindlage

Der Feind ist im Landeabschnitt praktisch nicht präsent. Auslaufende Marineeinheiten aus Norfolk und Washington werden durch die Kampfgruppe ‚Moltke’ gesperrt. In New York und Boston sind kleinere Einheiten und eine unbekannte Anzahl von U-Booten stationiert, welche sich aber nach Erkenntnissen der englischen und japanischen Funkaufklärung im Handelskrieg im Nordatlantik befinden. Schnelligkeit und Überraschung sind abermals die besten Waffen unserer Truppen – der Blitzkrieg hat Amerika erreicht.
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 163: Der Continental Navy Jack - die erste Seeflagge der Vereinigten Kolonien (Nachbildung)



Die Kontinental-Marine




Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurde neben der ‚Continental Army’ 1775 auch die ‚Continental Navy’ geschaffen, um die Küsten der abtrünnigen Kolonien gegen die englische Royal Navy zu schützen. Zur Zeit ihrer Gründung litt der Continental Congress unter Geldmangel und konnte weder eine geeignete Anzahl Berufssoldaten noch die nötige Ausrüstung beschaffen. Daher trug die neue amerikanische Marine – aus umgebauten Handelsschiffen gebildet – anfangs nur wenig zum Krieg gegen England bei. Gegen Ende des Krieges wurden die Schiffe im Jahr 1785 an private Interessenten versteigert – die Marine verschwand so schnell von der Bildfläche, wie sie einst auf ihr erschien.


Der Aufbau

Am 26. August 1775 verfügte der Kongress der Vereinigten Kolonien den Aufbau und die Unterstützung einer eigenen Marine, um die Küstenlinien der um Unabhängigkeit strebenden Kolonien zu schützen und die Versorgungsrouten der Briten, die Boston besetzt hielten, zu attackieren. Die Debatte wurde kontrovers geführt und viele der Delegierten hielten das Vorhaben, mit dem der englische Kapitän John Paul Jones betraut wurde, für die „verrückteste Idee aller Zeiten“. Die immer schwieriger werdende Versorgungslage führte aber letztendlich zu der Überzeugung, dass nur mit eigenen Schiffen die Nachschubrouten des Feindes zerschnitten und wertvolle Fracht abgefangen und für eigene Zwecke genutzt werden konnte. Daher verfügte der Kongress am 13. Oktober die Umrüstung der ersten vier Kriegsschiffe.
Am 3. Dezember wurden die „USS Alfred“, „USS Andrew Doria“, „USS Cabot“ und „USS Columbus“ in Dienst gestellt. Bis zum nächsten Frühjahr kamen die „USS Providence“, „USS Wasp“ und „USS Hornet“ hinzu. Das erste Ziel waren die englischen Depots in Nassau, Bahamas, wo man bitter benötigtes Schießpulver zu erbeuten hoffte. Doch das erste Gefecht der Flottille Anfang März 1776 ging ohne Erfolg zu Ende, als die englische 20-Kanonen-Fregatte „HMS Glasgow“ auftauchte und den an sich überlegenen Gegner in die Flucht schlug.


Die ersten Neubauten

Anstelle von Umbauten zweckdienlicher Handelssegler verfolgte der Kongress seit Dezember 1775 eine Neubaupolitik: 13 moderne Fregatten sollte auf heimischen Werften gebaut werden und die Schlagkraft der Marine erhöhen. Fünf davon trugen 32 Kanonen („USS Hancock“, „USS Raleigh“, „USS Randolph“, „USS Warren“, „USS Washington“), fünf trugen 28 Kanonen („USS Effingham“, „USS Montgomery“, „USS Providence“, „USS Trumble“, „USS Virginia“) und drei waren mit 24 Kanonen bewaffnet: „USS Boston“, USS Congress“ und „USS Delaware“. Bereits vier Einheiten wurden zerstört, bevor sie in See stechen konnten, um sie den vorrückenden Briten vorzuenthalten. Die bereits fertig gestellte „USS Virginia“ lief bei ihren Versuchen, die englische Blockade zu durchbrechen auf Grund und musste von der Besatzung versenkt werden.
In den folgenden Einsätzen erzielten verbliebenen Schiffe eine Anzahl von Erfolgen gegen englische Versorgungsschiffe, wurden jedoch nach und nach eins nach dem anderen von den Briten gejagt und vernichtet bzw. von den eigenen Besatzungen zerstört.


Das republikanische Frankreich

Obwohl Frankreich zunächst neutral blieb und sogar zwei amerikanische Schiffe internierte – die „USS Dolphin“ und die „USS Surprise“ – konnte der amerikanische Botschafter in Paris Benjamin Franklin die Franzosen allmählich zu einer Parteinahme bewegen. Nach 1778 wurden alle kontinental-amerikanischen Häfen für französische Schiffe grundsätzlich geöffnet. Außerdem verkauften und verliehen sie den Vereinigten Staaten eine Reihe von Schiffen, darunter die „Duc de Duras“, die später als „USS Bonhomme Richard“ das Flaggschiff des Oberbefehlshabers John Paul Jones wurde. Im August 1779 stach das gemischte amerikanisch-französische Geschwader unter dem fähigen Admiral in See und verfolgte nicht nur das Ziel, den englischen Nachschubverkehr zu unterbrechen, sondern auch 1.500 französische Soldaten im nur schwach verteidigten Wales zu landen – also den Krieg nach England zu tragen. Während der Operation traten die französischen Schiffe von den Landungsabsichten zurück, dennoch konnte man in den Gewässern um Irland eine stattliche Anzahl englischer Handelssegler und die feindlichen Kriegsschiffe „HMS Serapis“ und „HMS Countess of Scarborough“ erbeuten – die „USS Bonhomme Richard“ sank am 25. September 1779 zwei Tage nach der Schlacht aufgrund der schweren Schäden. Das Linienschiff „USS America“ mit seinen !74 Kanonen! erlebte keine Kriegseinsatz mehr auf seiten der Continental Navy. Es wurde am 3. September 1782 der Republik Frankreich zum Geschenk gemacht, im Ausgleich für den Einsatz des französischen Linienschiffs „Le Magnifique“ während der amerikanischen Revolution.


Das Ende

Mit dem Ende des Krieges entschied der Kongress, die teuren Kriegsschiffe zu verkaufen. Das wichtigste Argument war, dass eine eigene Marine nur in Konflikten mit ausländischen Mächten dienlich sein konnte – man selber aber nach dem Friedensvertrag mit England keinen Gegner mehr hatte. Daher hielt man den Unterhalt einer Kriegsmarine für unnötig – ganz zu schweigen davon, dass die Kolonien nach ihrer Unabhängigkeit kein Geld für ein solches Spielzeug hatten.
Insgesamt dienten 65 Schiffe (umgerüstet, selbst gebaut, geliehen, gekauft, gechartert und gekapert) in der Continental Navy, nur elf davon überlebten den Krieg.
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Beitrag von Kurfürst Moritz »

Sehr schön, dass es hier weiter geht!

Die Berichte und Planungen sowie die historischen Exkurse sind wie immer sehr interessant und abwechslungsreich!
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Beitrag von Aktivist »

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Bild 164: Unternehmen 'Parzifal': Der Panama-Kanal ist strategisch wichtig und soll künftig zur großdeutschen Einflusssphäre gehören.


Rückflug erster Klasse



Colon, US-Panama, 10. August 1942
Wasserflugzeugbasis Fuerte Sherman
Fregattenkapitän Rech


Soeben setzt das dickbauchige Wasserflugzeug, eine sechsmotorige Blohm & Voss BV 222, auf dem Landeabschnitt vor den Kanalschleusen auf. Trotz der gewaltigen Ausmaße gleitet das Flugzeug sanft auf den Wellen und taucht allmählich immer tiefer in das Wasser, bevor es mit gedrosselten Motoren zum Boardingsteg schwimmt. Pünktlich auf die Minute!
Die anderen Passagiere stehen bereits unruhig von ihren Korbsesseln der Terrasse auf, doch es müssen ja auch noch die Insassen aussteigen und das Gepäck entladen werden. Eine Bunkerbarge nähert sich auch schon den weitausladenden Tragflächen, um gewaltigen, leeren Tanks von neuem zu befüllen. Ich bleibe derweil gemütlich im Schatten sitzen und bestelle mir noch Cocktail und ein Sodawasser. In der heutigen Ausgabe der ‚Panamundo’ kann ich lesen, dass deutsche Marinesoldaten gestern Balboa an der Pazifikseite des Panamakanals erobert haben, womit wir die wichtige Wasserstraße vollständig kontrollieren und nun auch die amerikanische Westküste erreichen können – sofern das überhaupt noch notwendig ist.

Mein letzter Kampfeinsatz auf der „Ludwig von Reuter“ war eher unspektakulär. Zwar griff das amerikanische Kanalgeschwader den Landungsverband an, doch ihre Zerstörer waren der Feuerkraft der Superschlachtschiffe nicht gewachsen. Um die wichtigen Schleusenkammern nicht unbeabsichtigt zu zerstören, gab es auch kaum Landzielbeschusseinsätze, die Sturmregimenter mussten sich ihren Weg zum Strand und zu den Missionszielen selbst erarbeiten. Vorgestern kam der neue Kommandant und die Übergabe des Schiffes war schnell erledigt. Irgendwelche Bindungen habe ich in der kurzen Zeit sowieso nicht aufnehmen können. Nun also wieder Berlin, doch vorher habe ich noch etwas anderes vor – ich muss Ulrikes Eltern besuchen und Ihnen den Brief ihrer Tochter übergeben. Ich hoffe nur, dass es den alten Menschen nicht Schmerzen bereitet, all diese Ungehörigkeiten noch einmal durchleben zu müssen, die sie mit Sicherheit nach dem Verschwinden ihrer Tochter durchlebt haben.

In Berlin muss ich auch dringend mit Oster und Canaris sprechen – wie es scheint, ist unser Vorhaben grandios gescheitert. Was soll nun werden? Ich kann es nicht abwarten, endlich deutschen Boden unter den Füßen zu haben. Zum Glück startet das Flugzeug in zweieinhalb Stunden und fliegt dann nonstop nach Lissabon. Auch während des Krieges hier hat die Lufthansa die meisten ihrer Wasserflugzeuglinien aufrecht erhalten, in dem sie die Flugzeuge zum Beispiel in neugegründeten Tochtergesellschaften in neutralen oder nichtkriegführenden Staaten wie Irland, Schweden und früher Portugal überführt hat. So gab es bis letzte Woche noch eine Route Colon-Dublin, jetzt wird wieder wie vor dem Krieg nach Lissabon geflogen. Und dann weiter mit dem Anschlussflug nach Deutschland.
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