von DerStudti » Sa 28.08.2010, 14:50
Gemach, gemach, werter Eldanesh!
Die hohen stacking penalty - Werte sind zwar auf den ersten Blick erschreckend, doch werft einmal einen Blick auf jene des verteidigenden Gegners. Ihr werdet erfreut feststellen, dass auch seine Angriffseffizienz sinkt, wenn er sich Euch mit mehreren Divisionen entgegenstellt. Hierdurch werden Kämpfe in unangemessener Kräfteverteilung bestraft und solche in angemessener belohnt: Verwendet man zuviele Einheiten für einen Angriff, gewinnt man zwar auch und fügt dem Gegner hohe Schäden zu, doch erleidet man auch selbst höhere Verluste als nötig. Nutzt man weniger Truppen als nötig, können diese den Gegner trotzdem relativ hart treffen, werden jedoch nicht gewinnen und mit höheren Verlusten als nötig vom Feld der Ehre gehen.
Die Essenz ist also, sich möglichst gut auf seinen Gegner einzustellen. Zuviele Kräfte in den Kampf zu werfen, ist insbesondere zu Beginn von Durchbruchsoperationen ungünstig. Später, wenn etwa ein Kesselschluss im Hinterland erfolgt, rächt sich ein zu großer Kräfteansatz dann nicht mehr, da man es mit desorganisierten Feinden zu tun hat. Ähnlich verhält es sich in der Luft: Einen 4er Stack feindlicher Jäger mit einer geringeren Anzahl kontern zu wollen, wird nur bei äußerst guten Modifikatoren und Modernitätsunterschieden funktionieren. Schickt man zuviele, werden beide Seiten gerupft. Stets hat man es mit einer Mischkalkulation zu tun, in der Einsatzeffizienz und Kampfwerte verrechnet werden.
Es läuft also - wie so Vieles in AoD - auf intensiveres Mikromanagement hinaus. Im Gegensatz zu DD muss der Feldherr von Heute Ablenkungs- und Fesselungsangriffe mit Durchbrüchen koordinieren, Wellen auch gegen die KI einsetzen, angeschlagene Einheiten aus der Front lösen und zum Auffrischen in die Heimat schicken (geringe Versorgungseffizienz verlangsamt die Verstärkung), Flotten regelmäßig zu Reparaturen und zum Aufmunitionieren ins Dock zurückrufen...und sich eben stets auf seinen jeweiligen Gegner einstellen. Bei starker technologischer und personeller Überlegenheit kann man viele dieser Faktoren freilich getrost ignorieren.
Zu einzelnen Teilfragen:
1) Milizen besitzen seit 1.05 Beta keine Umrüstzeit mehr und stellen damit wieder die Notfalleinheit dar, die sie eigentlich sein sollten. Sie können einen einfallenden Gegner i.d.R. nicht besiegen, aber sie können seinen Vormarsch verzögern, bis kampfkräftige Einheiten zu ihrer Verstärkung frei werden. Zur offensiven Kampfkraftsteigerung tragen sie jedoch kaum mehr bei. Eine Partie mit Nationalchina dürfte dies besonders gut demonstrieren.
2) Auf Wellenangriffe statt Brigaden zu setzen, können und müssen sich eigentlich nur National- und (ein geeintes) Rotchina leisten. Sie bringen zwar den Sieg auch gegen technologisch und qualitativ überlegene Gegner, doch haben sie einen hohen Preis in Sachen MP. Und selbst China wird durch zu hohe Manpowerverluste wirtschaftlich beeinträchtigt, da ein großes MP-Konto kostenlos Geld in die Staatskasse spült.
3) Infanterie ist und bleibt das Rückgrat einer jeden Armee, bevorzugt ausgerüstet mit einer Brigade. Der Grund hierfür ist ihr geringer Unterhalt bei gleichzeitig hoher Kampfkraft: Große Panzer- und mot. Inf. - Armeen zehren das nationale Öllager schneller auf, als man mit Hydrierwerken für Abhilfe sorgen kann. Einzig die USA kann sich dies mehr erlauben als andere Nationen. Inf. mit Artillerie und PaK ist auch in AoD weiterhin unverzichtbar. Kleine Nationen, die sich Forschungen im Bereich der Luftwaffe nicht leisten können, erhalten mit dem Artillerieangriff zudem nun die Möglichkeit, den Gegner ohne direkte Kampfberührung (gegen hohe Nachschubkosten) zu schwächen, was diese Brigade im Wert steigert.
4) Das neue Combined Arms - System ersetzt das alte vollkommen, d.h. die Berechnung erfolgt nur noch divisionsbezogen. Der maximale Offensivbonus beträgt 10% und der maximale Defensivbonus liegt bei 15%. Ob sich der Effekt lohnt, ist letztlich wieder eine Mischkalkulation: Höhere Härte verringert die Schäden, die der Gegner verursacht, wird aber mit einem geringeren CA-Bonus verrechnet. Durchgerechnet habe ich es leider noch nicht.
5) Die Aufstellung einer offensiven Luftwaffe loht freilich auch in AoD. Sie ist jedoch reduziert zu dem, was sie historisch war, nämlich dem Türöffner für Bodentruppen. Die Vernichtung ganzer Divisionen durch Stuka-Horden wurde schon in Armageddon infolge des Stärkeverlusts erschwert und in AoD mit dem stacking penalty zu einer Ausnahmeerscheinung degradiert. Effizienter als der direkte Bodenangriff ist nun oft der logistische Angriff, um die Versorgungseffizienz des Feindes zu schwächen, und natürlich auch der Zerrüttungsangriff, um Durchbrüche zu beschleunigen. Das Zusammenspiel von Lufteinheiten und Bodentruppen ist vital. Darüber hinaus sollte es dank der Wiederaufbaukosten nun möglich sein, die gegnerische Industrie mit strategischen Angriffen effizient zu lähmen.
6) Die Forschungsgeschwindigkeit wurde allgemein reduziert (wie auch die Modernisierungsgeschwindigkeit). Ab 1939 ist es selbst mit 10 Slots und voller Geschwindigkeit kaum mehr möglich, alle historischen Projekte rechtzeitig zu erledigen. Durch den erhöhten Frühforschungsmalus und die Einführung eines Spätforschungsbonus (bis zu 50%) wird Breitenforschung jedoch insgesamt gefördert und Vorausforschen stark bestraft. Es sind alle Nationen hiervon betroffen...und das DR kommt noch mit am besten weg. Den Alliierten mangelt es dank Friedensmalus kurioserweise lange Zeit an genügend Geld, um ähnlich viel in die Forschung investieren zu können.
7) Retro-Mods sind uns leider nicht bekannt. Viele Werte können aber nach Gusto in der misc.txt abgeändert werden.
Das neue System ist eine erhebliche Umstellung, doch kann man sich schrittweise damit anfreunden, wenn der erste Schrecken vergangen ist.
Gemach, gemach, werter Eldanesh! :)
Die hohen stacking penalty - Werte sind zwar auf den ersten Blick erschreckend, doch werft einmal einen Blick auf jene des verteidigenden Gegners. Ihr werdet erfreut feststellen, dass auch seine Angriffseffizienz sinkt, wenn er sich Euch mit mehreren Divisionen entgegenstellt. Hierdurch werden Kämpfe in unangemessener Kräfteverteilung bestraft und solche in angemessener belohnt: Verwendet man zuviele Einheiten für einen Angriff, gewinnt man zwar auch und fügt dem Gegner hohe Schäden zu, doch erleidet man auch selbst höhere Verluste als nötig. Nutzt man weniger Truppen als nötig, können diese den Gegner trotzdem relativ hart treffen, werden jedoch nicht gewinnen und mit höheren Verlusten als nötig vom Feld der Ehre gehen.
Die Essenz ist also, sich möglichst gut auf seinen Gegner einzustellen. Zuviele Kräfte in den Kampf zu werfen, ist insbesondere zu Beginn von Durchbruchsoperationen ungünstig. Später, wenn etwa ein Kesselschluss im Hinterland erfolgt, rächt sich ein zu großer Kräfteansatz dann nicht mehr, da man es mit desorganisierten Feinden zu tun hat. Ähnlich verhält es sich in der Luft: Einen 4er Stack feindlicher Jäger mit einer geringeren Anzahl kontern zu wollen, wird nur bei äußerst guten Modifikatoren und Modernitätsunterschieden funktionieren. Schickt man zuviele, werden beide Seiten gerupft. Stets hat man es mit einer Mischkalkulation zu tun, in der Einsatzeffizienz und Kampfwerte verrechnet werden.
Es läuft also - wie so Vieles in AoD - auf intensiveres Mikromanagement hinaus. Im Gegensatz zu DD muss der Feldherr von Heute Ablenkungs- und Fesselungsangriffe mit Durchbrüchen koordinieren, Wellen auch gegen die KI einsetzen, angeschlagene Einheiten aus der Front lösen und zum Auffrischen in die Heimat schicken (geringe Versorgungseffizienz verlangsamt die Verstärkung), Flotten regelmäßig zu Reparaturen und zum Aufmunitionieren ins Dock zurückrufen...und sich eben stets auf seinen jeweiligen Gegner einstellen. Bei starker technologischer und personeller Überlegenheit kann man viele dieser Faktoren freilich getrost ignorieren.
Zu einzelnen Teilfragen:
1) Milizen besitzen seit 1.05 Beta keine Umrüstzeit mehr und stellen damit wieder die Notfalleinheit dar, die sie eigentlich sein sollten. Sie können einen einfallenden Gegner i.d.R. nicht besiegen, aber sie können seinen Vormarsch verzögern, bis kampfkräftige Einheiten zu ihrer Verstärkung frei werden. Zur offensiven Kampfkraftsteigerung tragen sie jedoch kaum mehr bei. Eine Partie mit Nationalchina dürfte dies besonders gut demonstrieren.
2) Auf Wellenangriffe statt Brigaden zu setzen, können und müssen sich eigentlich nur National- und (ein geeintes) Rotchina leisten. Sie bringen zwar den Sieg auch gegen technologisch und qualitativ überlegene Gegner, doch haben sie einen hohen Preis in Sachen MP. Und selbst China wird durch zu hohe Manpowerverluste wirtschaftlich beeinträchtigt, da ein großes MP-Konto kostenlos Geld in die Staatskasse spült.
3) Infanterie ist und bleibt das Rückgrat einer jeden Armee, bevorzugt ausgerüstet mit einer Brigade. Der Grund hierfür ist ihr geringer Unterhalt bei gleichzeitig hoher Kampfkraft: Große Panzer- und mot. Inf. - Armeen zehren das nationale Öllager schneller auf, als man mit Hydrierwerken für Abhilfe sorgen kann. Einzig die USA kann sich dies mehr erlauben als andere Nationen. Inf. mit Artillerie und PaK ist auch in AoD weiterhin unverzichtbar. Kleine Nationen, die sich Forschungen im Bereich der Luftwaffe nicht leisten können, erhalten mit dem Artillerieangriff zudem nun die Möglichkeit, den Gegner ohne direkte Kampfberührung (gegen hohe Nachschubkosten) zu schwächen, was diese Brigade im Wert steigert.
4) Das neue Combined Arms - System ersetzt das alte vollkommen, d.h. die Berechnung erfolgt nur noch divisionsbezogen. Der maximale Offensivbonus beträgt 10% und der maximale Defensivbonus liegt bei 15%. Ob sich der Effekt lohnt, ist letztlich wieder eine Mischkalkulation: Höhere Härte verringert die Schäden, die der Gegner verursacht, wird aber mit einem geringeren CA-Bonus verrechnet. Durchgerechnet habe ich es leider noch nicht.
5) Die Aufstellung einer offensiven Luftwaffe loht freilich auch in AoD. Sie ist jedoch reduziert zu dem, was sie historisch war, nämlich dem Türöffner für Bodentruppen. Die Vernichtung ganzer Divisionen durch Stuka-Horden wurde schon in Armageddon infolge des Stärkeverlusts erschwert und in AoD mit dem stacking penalty zu einer Ausnahmeerscheinung degradiert. Effizienter als der direkte Bodenangriff ist nun oft der logistische Angriff, um die Versorgungseffizienz des Feindes zu schwächen, und natürlich auch der Zerrüttungsangriff, um Durchbrüche zu beschleunigen. Das Zusammenspiel von Lufteinheiten und Bodentruppen ist vital. Darüber hinaus sollte es dank der Wiederaufbaukosten nun möglich sein, die gegnerische Industrie mit strategischen Angriffen effizient zu lähmen.
6) Die Forschungsgeschwindigkeit wurde allgemein reduziert (wie auch die Modernisierungsgeschwindigkeit). Ab 1939 ist es selbst mit 10 Slots und voller Geschwindigkeit kaum mehr möglich, alle historischen Projekte rechtzeitig zu erledigen. Durch den erhöhten Frühforschungsmalus und die Einführung eines Spätforschungsbonus (bis zu 50%) wird Breitenforschung jedoch insgesamt gefördert und Vorausforschen stark bestraft. Es sind alle Nationen hiervon betroffen...und das DR kommt noch mit am besten weg. Den Alliierten mangelt es dank Friedensmalus kurioserweise lange Zeit an genügend Geld, um ähnlich viel in die Forschung investieren zu können.
7) Retro-Mods sind uns leider nicht bekannt. Viele Werte können aber nach Gusto in der misc.txt abgeändert werden.
Das neue System ist eine erhebliche Umstellung, doch kann man sich schrittweise damit anfreunden, wenn der erste Schrecken vergangen ist.