Club der alten Herren

Moderatoren: Der Zarewitsch, Sacharia

Augustus Rex
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Club der alten Herren

Beitrag von Augustus Rex »

Wehmütig blickte Augustus Rex auf die alte Burg über dem Fluß.

"Verfallen und zerstört - ein Opfer der Zeit, nichts weiter als eine Ruine, genau wie Wir", murmelte er und befahl den Lakaien, seine Sänfte von hinnen zu tragen. Als der Wald erreicht war, dessen Bäume den Blick auf den Hort des früheren Glücks gnädig verstellten, faßte der greise Kurfürst etwas Mut.
"Es ist noch nicht alles getan, was getan werden muß, bevor Wir abtreten", murmelte er sabbernd. "Wir wollen es nicht sterben lassen...HEDA, Diener! Zum Schloß am See! Und sputet Euch!"

Augustus hatte oft gespielt an diesen Teichen, als der Jugend Unschuld ihn noch küßte. Hier hatte er seinen ersten Vierzehnender zur Strecke gebracht, hier war er Feldherr gewesen von Millionen unsichtbaren Soldaten, hier hatte ihn die Unschuld auch verlassen. Glücklich war er gewesen an diesen Wassern.

In den nächsten Tagen herrschte im Schloß reges Treiben wie schon seit Jahren nicht. Handwerksleute kamen früh und gingen spät. Ein Raum im Schloß, der nicht einmal der größte war, dafür aber von der Nachmittagssonne verwöhnt wurde, hatte die ganze tyrannische Aufmerksamkeit des Fürsten. Nichts konnte man ihm recht machen dort, nichts war ihm gut genug. "Weiche Möbel, ein Kamin ohne Ruß und viel Geistiges!", knurrte er immer wieder. Erst am siebten Tage war er leidlich zufrieden.

Am achten Tage bestellte er den Schildermaler zu sich und diktierte:

"Der Club der alten Herren ergibt sich nicht! Wir mögen bald sterben, aber der arge Schnitter muß Uns dort suchen, wo Wir es wünschen.
Wer dieses Schloß besucht, sei willkommen. Doch nur wer

dreißig oder älter

ist, wage es, diesen Raum zu betreten!
Hier werden Weisheit, Arroganz und Alkoholismus als die drei Musen verehrt.

Außerdem verleiht der Club der alten Herren, denen außer zur Geschwätzigkeit neigender Redelust nicht viel verblieben ist, an hoffnungsvolle Jung-Regenten, das

Kreuz des Metternich-Ordens

für außergewöhnlich wohltuende Beredsamkeit.

Die Ausgezeichneten dürfen einmalig hier erscheinen, um eine triefende Dankesrede zu halten, die uns Alten schmeicheln und uns ergötzen möge."

Augustus Rex blickte auf das hurtig gemalte Schild und kratzte sich unter der Perücke, die ihm mit den Jahren immer schwerer und lästiger wurde. War da nicht noch etwas, was er vergessen hatte? Irgendetwas von damals auf der Burg?

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen fiel es ihm wieder ein: "Schreiberling! Verfasst eine Einladung an diesen Cromwell! Er, so glauben Wir Uns zu erinnern, sollte der Erste sein, der das Kreuz bekommt. Er möge hier erscheinen, sobald ein paar der Tattergreise am Kamin eingeschlafen sind! Aber schreibt das Wort "Tattergreise" nicht - ein paar von denen glauben, sie könnten noch wie sie wollen... diese Narren!"
AUGUSTUS - DUX SAXONIAE ET REX POLONIAE
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von Holstein

Beitrag von von Holstein »

Der greise von Holstein betritt von der Gicht gebeugt und auf seinen Gehstock gestützt den neuen Clubraum der alten Herren.
"Ah, ja das sind also unsere neuen Räume. Hmm...recht hübsch... und wo ist mein Stammsessel ?"
von Holstein blickt sich miszmutig um und produziert dabei schmatzende Geräusche mit seinem Mund.
"Diese Modernisierer ! Immer musz alles neu sein ! Oh, dieser Sessel ist schon 10 Jahre alt ? Raus damit ! Ob er bequem war ? Egal ! Hauptsache NEU ! Argh.. Diese Jugend, wann wird sie endlich lernen Bewärtem mit Respekt zu begegnen ?"
Die stumpfen Augen des von Holstein erblicken einen Sessel mit Blick auf den Lustgarten des Augustus, seicht im Schatten gelegen und gut gepolstert.
"Das ist meiner !" geifert er und blickt sich streitlustig um, den Gehstock schlagbereit.
Schwer fällt er in die Polster und wirkt das erste Mal seit seinem Eintritt annähnernd zufrieden.
"Und vergesst nicht mich zu wecken sollte dieser Jungspund Cromwell hier auftauchen !" befiehlt er dem Personal bevor eine bleierne Müdigkeit ihn übermannt.
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Elias
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Beitrag von Elias »

„Heda!“, die dürre Greisengestalt des Elias hat sich in den Raum geschoben, angriffslustig und drohend auf den Angesprochenen weisend. So kennt man ihn, barsch und streitlustig wie ehedem. „Von Holstein, was glaubt Ihr denn, Euch gleich den besten Platz zu sichern! Meint wohl Euch sei der Platz sicher, da es vier junger, kräftiger Hände bedarf Euren schlaffen Leib wieder aus dem Gestühl zu entfernen.“ So schnell er seinem aufbrausenden Naturell freien Lauf lässt, so schnell scheint er jedoch auch wieder besänftigt, denn mit einem Lächeln fährt er fort: „Nun, recht habt Ihr wohl. Wer will schon einem Stock schwingenden Tattergreis seiner Schlafstatt berauben.“

Dem Gastgeber sich zuwendend: „Augustus, mein alter Freund. Prächtiges habt Ihr da geleistet, herrlich! Auch wenn Eure Gegenwart wahrlich kein Jungbrunnen ist, vermisst habe ich unsere Gemeinschaft dem Schnitter trotzender. Unsereins findet sonst kaum noch Raum für besinnliche Zurückgezogenheit und kultivierte Konversation. Die jungen Leute, Ihr wisst es, haben doch kaum ein Ohr für uns alte Veteranen.“

Der Neueingetroffene hat nun mit schleppendem Gang einen Platz erreicht, der ihm adäquat erscheint. Nahe dem Kamin und so gelegen, dass er sowohl die Sitzgruppe, als auch den Eingangsbereich, vor allem jedoch die Anrichte einsehen kann, an der sich die junge Bedienstete wird tief bücken müssen um die Servietten aus den untersten Schubladen zu holen. Zumindest ist das seine, wie er meint, geheime Hoffnung.

„Sehr schön.“ Er scheint wirklich zufrieden. „Hier soll es uns gut gehen. Möge in unserem neuen Club regeres Treiben herrschen als in den alten Gemäuern. So denn die alten Knochen dem Treiben keine Grenzen setzen.“
Er beginnt seinen Mantel nach den immer mitgeführten Rauchwaren abzusuchen und scheint damit vollauf beschäftigt. Nur ein kurzer Ruf unterbricht noch einmal diese Tätigkeit:
„Wo bleibt mein Port...?“
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Oldi

Beitrag von Oldi »

Ach ja die alten Zeiten....
ertönte es durch die Hallen
Eine, nach Tabak und Bier stinkende, Gestalt humpelte hinein

Nun diesen Ruheort wird man uns doch hoffentlich nicht sobald wieder entreissen....
"Ein neues Heim" haben sie gesagt...
"gemütlicher " haben sie gesagt...
"moderner" haben sie gesagt...

Die Eierschalen hängen noch an ihren Ohren... aber mit uns kann man das ja machen... diese Grünschnäbel....

Hmm, so schlecht sieht es hier nun doch nicht aus... vor allem die Mägde...

Bein Vorbeigehen konnte er es nicht lassen die Hände schweifen zu lassen

ja die Mägde .... seufzte er und liess sich nieder.. Er schloss seine Augen und ein Lächeln erhellte sein Gesicht...
Tecumseh

Beitrag von Tecumseh »

der greise Tecumseh betritt den Raum, seufzt und lässt sich in einen Sessel in der Ecke fallen. "Ich weiss nicht, werte Herren. Das Ganze nimmt eine sonderbare Wendung"
Er zündet sich eine Zigarre an und nippt an seinem Scotch
"Nun haben wir ein neues Forum, aber unser liebster Zeitvertreib ist irgentwie in die Ecke geschoben worden. Ich sehe einen Hang zum Kommerz und das partnerschaftliche geht verloren. Auf Fragen gibt es keine Antworten mehr, da die hohen Herrren mit anderen Dingen beschäftigt sind. Stirbt unsere Generation aus ? Sind wir alt und überflüssig ?"
Ein weiterer Seufzer entringt sich der alten Seele. Gibt es noch Hoffnung für die Zukunft ?
von Holstein

Beitrag von von Holstein »

*von Holstein erwacht mit einem Huster aus seinem Schlaf*
Aus irgendeinem unbestimmten Grund hat er das Gefühl dem Elias einen strafenden Blick zuwerfen zu müssen, und so tut er es !
Worte hallen in seinem Schädel wider: "Gibt es noch Hoffnung für die Zukunft ?"
Verwirrt blickt er auf den alten Kameraden Tecumseh, der sich wie von Geisterhand bewegt plötzlich im Raum befindet. Ohne Verzögerung beginnt er zu schwafeln...
"Har ! Hoffnung für die Zukunft ? Wie Ihr wiszt stirbt die Hoffnung zuletzt und daraus können wir schlieszen *von Holstein erhebt belehrend den Zeigefinger*, dasz da, wo noch Leben ist, auch Hoffnung ist ! Die unbestreitbare Tatsache, dasz unser Lebenslicht fast verloschen ist, entbindet uns nicht von der Gnade der Hoffnung !
*von Holstein bemerkt, dasz er dabei ist den Faden zu verlieren, doch hier hilft ihm seine Erfahrung - er redet einfach weiter.*
Was das Streben der Jugend nach Mamon und Abentheuern angeht... So belaszt ihr doch diese Illusion auf die Erfüllung ihrer Wünsche.
*Bitternis schwingt nun in seiner Stimme*
Glück und Glas, wie leicht bricht das ! ....und was uns angeht werter Tecumseh, wir die wir unsere Jugend und unsere Träume verloren haben; uns wird die Lücke die wir hinterlassen, adäquat ersetzen.
So trinkt denn mit uns !
Auf die Jugend und ihre Träume !!
:drink:
*von Holstein wischt sich etwas undefinierbares von seiner Wange*
Augustus Rex
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Beitrag von Augustus Rex »

"Papperlapapp", murmelte Augustus Rex, der seinen Leibrock wie sein Beinkleid weit geöffnet hatte, um dem Fett seines Körpers freie Entfaltung zu lassen.

In seinen Augen hatte jeder, dessen Name nicht mit "Au" begann und auf "ex" endete, per se Unrecht, sobald er den Mund auftat.

"Alter Krieger Tecumseh, Ihr mögt Recht haben oder Unrecht mit Eurem Lamento über der Jugend dreiste Pläne - aber lasst sie niemals hören, dass sie Eure Fragen nicht beantworten würde. WIR sind diejenigen, die man zu fragen hat! Wir wissen alles, wir können alles und wenn nicht, dann muß der Respekt vor uns Alten eben zum Selbstzweck werden!

A pro pos Selbstzweck: Eyn Rebhuhn, dralle Maid!

Ah, salzig, fettig - herrlich!

Ws Wr *schmatz* dmt sgn wlln - *rülps* - aah, jetzt ists wieder besser- also, was Wir sagen wollen: Diese Klagen dürfen diese Räume nicht verlassen! Oder wollen wir am Ende auch eingestehen, hier seit Tagen rumzulungern und die Luft zu verpesten *scheeler Blick auf Elias*, ohne dass dieser Dachs von einem Cromwell auch nur aufgetaucht wäre? Niemals!"

Als Augustus zu Holstein in die Ecke blickte, sah er, dass der greise norddeutsche Haudegen schlief. Überrascht war er davon nicht, aber einen Schlafenden konnte man immerhin mal loben, ohne das Gesicht zu verlieren.

"Seht Euch die alte Pestbeule an, Tecumseh! Der hats begriffen! Reden um des Redens willen - so wirds gemacht!
Hoffnung ja, Hoffnung nein - wen schert's? Aber gut hat es geklungen, oder?"

Grinsend beugte sich Augustus zu Tecumseh:
"5 Dukaten, dass Holstein die nächsten acht Stunden durch-schnarcht?"
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Der Zarewitsch
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Beitrag von Der Zarewitsch »

Freudestrahlend betritt der gealterte Kaiser den neuerstandenen "Club der alten Herren".

"Bravo,geschätzter Augustus!Gelungene Arbeit!
Ich erlaube mir Euch zur Auffüllung Eurer Bestände einige Gaben zu überreichen:

- Für die Weisheit einige Klassiker (MAD,Clever&Smart,Asterix)
- Für die Arroganz Handspiegel,Bartbinden und Herrenkorsetts
- Für den Alkoholismus ein Potpourri feinster Whiskey-Marken

Und als Extra Zigarren für die Raucher unter uns,sowie reichlich Medikamente für die Hausapotheke!

Smithers...geben Sie es dem Augustus!

Hust-Hust...ah..sogar mein alter Kaminsessel ist da."


Der Kaiser sinkt in seinen Stammplatz und ordert sogleich einen doppelten Scotch!
Kaiserliche Grüße an alle Regenten

Es heißt in den Schriften der Weisen: Du sollst die Schlange nicht deshalb gering achten, weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein gewaltiger Drache wird, so wie aus einem einzigen Mann eine ganze Armee werden kann.
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Beitrag von Augustus Rex »

Ah, danke, Smithers! AUSGEZEICHNET!

Wobey Arroganz nicht bedeuthet, dass Wir Uns pflegen würden. Behaltet die Spiegel, die bereythen nur Schmerzen!
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Elias
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Beitrag von Elias »

Bar jeder Scham entlässt nun der alte Elias nochmals die angestauten Verdauungsgase in die bereits beträchtlich angereicherte Athmosphäre, bevor er zu sprechen beginnt:

"Augustus, habt Ihr dem jungen Cromwell denn bereits eine gebührende Einladung zuteil werden lassen? Oder ist Euer Gedächtnisschwund bereits so fortgeschritten, dies zu versäumen? Da können wir sonst ewig warten, bevor der zu uns findet und die Ewigkeit haben wir nun wahrlich nicht mehr als verbleibende Zeit auf dieser Erde zu erwarten!"

Noch einmal kräftig Furzend endet seine Rede, bevor er erneut mit der Suche nach den noch immer vermissten Rauchutensilien fortfährt: "Wo hab ich nur..."
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Augustus Rex
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Beitrag von Augustus Rex »

"Keine Einladung geschickt - HARHARHAhachchchc-chr-chr-krchx!

Unser kleiner Eisenseiten-Rundkopf weiß Bescheid, seit Tagen schon! Wahrscheinlich erwartet er noch ein Laudatio!!! Die sollte ja wohl eher von ihm kommen, nicht wahr?

Nein, nein, Elias, Unsere Gedanken sind nicht Eure Gase: Wir können sie zusammenhalten, wenn es sein muß.

Und deswegen haben Wir, wollen Wir, solltet Ihr...- äh, jetzt ist es weg."
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Elias
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Beitrag von Elias »

Sichtlich erleichtert, ob nun durch Augustus' Aussage oder durch das Ablassen der lästigen Gase vermag man nicht zu sagen, blickt Elias zum Sachsen herüber:

"Nun dann wollen wir hoffen das der junge Schnösel sich sputet auf das uns der Holsteiner nicht in seinem Sessel abkratzt bevor der Herrr Cromwell sein Lametta in Empfang genommen hat."

Sprichts und hält dabei triumphierend eine dünne und krumme Zigarre in die Luft, welche er nach dem Ende seines Satzes sogleich entzündet.
Still paffend sinkt er zufrieden in seinem Sitzmöbel in sich zusammen.
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Stauffenberg

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Beitrag von Stauffenberg »

Oliver Cromwell, ein ehemals langmähniger agiler Jüngling, der durch das lange bange Warten auf die hohe, doch unverdiente Auszeichnung schwer gealtert und erkahlt ist, betritt schlurfenden Schrittes den Raum und schleppt sich mühsam ans Podium. Kaum hat er es erklommen, wird er Zeuge eines merkwürdigen Schau- und Hörspiels:

Auf einen müden Wink des einzigen nicht den Verlockungen Morpheus erlegenen Geronten, des greisen Gründers Augustus Rex, werden die in ihren Ohrensesseln dahinsiechenden Herren von jeweils zwei kräftigen, doch wohlgestalteten Krankenschwestern sanft geweckt und in eine sitzende Position gebracht. Verwirrung über die unziemliche Störung des wohlverdienten Mittagsschlafes wie über die Anwesenheit eines deutlich zu lebendig wirkenden Regenten in ihren Heiligen Hallen steht den edlen Weißbärten ins Gesicht geschrieben. Augustus Rex bemerkt ihr Unbehagen und schreit den von Schwerhörigkeit gezeichneten Versammelten mit der selben durchdringenden Stimme, die einst seine zahlreichen Mätressen in Wallung zu bringen vermochte, zu: „Der junge Cromwell ist da, um sein Kreuz zu tragen...“ Daraufhin erhebt sich ein schwaches seltsames Geräusch wie von gichtigen aneinanderreibenden Handknochen, welches Mangels eines besseren Ausdrucks „Applaus“ genannt werden soll!

Cromwell, der nun endlich die größtmögliche Aufmerksamkeit des Auditoriums besitzt (mehr als 50% der Mitglieder sind wach, hinreichend nüchtern und theoretisch in der Lage, über einige Minuten hinweg ein kohärentes Gespräch zu führen), lässt seinen klaren Blick kurz verheißungsvoll über die drallen Pflegerinnen, denen der lang entbehrte Anblick eines Mannes, der ohne Gehhilfe und Stützkorsage auf eigenen Beinen zu stehen imstande ist, sichtliches Wohlbehagen bereitet, schweifen und hebt dann an zu sprechen (ebenfalls sehr laut, denn es gilt nun auch, das Zischen diverser Beatmungsgeräte zu übertönen):

„Meine sehr verehrten Damen des Pflegepersonals, wackere Forumsväter!

Mit großer Freude vernahm ich die Einladung des großen Augustus Rex, Primus inter Pares der Forums-Gerusia, vor dieser hochehrwürdigen Gesellschaft zu erscheinen und die Auszeichnung entgegen zu nehmen, die Eure geballte Weisheit mir zugedacht hat. Kaum vermag ich, meiner Freude darüber rechten Ausdruck zu verleihen, noch meine Überraschung zu verbergen! Denn womit hätte ich diese höchste Auszeichnung, welche in der Gemeinschaft der Regenten zu erringen ist, wohl verdient? Kann ich es wirklich wagen, meine langatmige und plumpe Rede mit den scharfsinnigen und wohlgeschliffen wie Kristall erklingenden Sottisen der geschätzten Anwesenden vergleichen, von denen ein jeder ein Meister des Wortes, ein wahrer Cicero und Demosthenes ist?“ (selbstgefälliges zustimmendes Murmeln erhebt sich im Auditorium, der edle Elias tut bei der ständigen Wiederholung des Wortes „Demosthenes“ leider des Guten zuviel, sein nur unvollkommen durch Haftcreme gesichertes Gebiss verliert den Halt, segelt in hohem Bogen durch den Raum und landet schließlich auf dem Podium, wo Cromwell es unauffällig mit seinem Manuskript bedeckt, um es dem Alten später unauffällig wiederauszuhändigen...) „Nein, edle Freunde, dies vermag ich ganz gewiss nicht, aber dennoch beuge ich mich demütig der Weisheit Eurer Entscheidung und erbiete mich, die Hohe Auszeichnung des Kreuzes des Metternich-Ordens von nun an, Euch allen zu Ehren, voll Stolz als erster, dem sie zuteil wurde, zu tragen. Auch möchte ich es nicht verfehlen, schon jetzt darum zu bitten, am 20.September des laufenden Jahres, wenn ich selbst das 30. Lebensjahr vollendet haben werde, als Mitglied in diesen wackeren Ältestenrat aufgenommen zu werden, damit auch ich mich mit berechtigtem Stolz einen „Alten Herren“ nennen darf! ...Ähm, wenn ich mich recht entsinne, sprach der werte Dessauer kürzlich von einer seiner Mätressen, die er mir zur Feier des Tages zu überlassen gedenke, wie steht es nun damit?“

In die nach dieser letzten, höchst unpassenden Bemerkung Cromwells eintretende, nur vom Schnarchen und unregelmäßigen Atemholen bereits wieder entschlummerter Regenten unterbrochene, peinliche Stille hinein, erhebt sich mühsam der edle AR, blickt sich suchend nach der Ordensschatulle um und humpelt auf Cromwell zu, um ihm den Orden umzuhängen und seinerseits einige Worte zu sagen...
Augustus Rex
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Beitrag von Augustus Rex »

Eine Träne im Auge des Augustus wird mit den Worten "Das ist die Zugluft hier, bildet Euch nur nichts ein!" verbal weggewischt.

Der Rest ist nur ein Knurren: "Wo bleibt dieser Alt-Zar, wenn man ihn mal braucht?"
AUGUSTUS - DUX SAXONIAE ET REX POLONIAE
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Der Zarewitsch
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Beitrag von Der Zarewitsch »

Welch Worte der Freude und der Ehre!

Wahrlich,wohl gesprochen,junger Cromwell!

Beauftragt vom ehrwürdigen Augustus Rex und im Namen aller Clubmitglieder freuen wir uns ausserordentlich Euch

Das Kreuz des Metternichordens (anklicken)

zu verleihen!

Möget Ihr es in Ehren tragen und als erster Ordensträger ein leuchtendes Beispiel für alle Nachfolgenden sein! (Schneuz!)

Hebet die Gläser und trinken wir auf das Glück unseres Clubs!

Hoch - Hoch - Huuust!!!

:prost:
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Heinrich Heine
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Beitrag von Heinrich Heine »

Schon während der Ordensverleihung hat der Tumult an der Eingangspforte die Anwesenden abgelenkt. Man beobachtete wie die Wachen innerhalb kurzer Zeit außer Gefecht gesetzt wurden von einem .. Mann in den besten Jahren ...jedenfalls völlig fehl in diesen Hallen. Als Augustus Rex nach der Verleihung an Cromwell seinen Degen zieht um den ungebetenen Gast das Fürchten zu lehren lacht jener kraftvoll auf. "Verehrter Freund - teure Runde erkennt ihr mich nicht ?? Ich bins der Dessauer. " Zögernd nimmt Elias die ihm dargereichten Papiere sorgsam in Augenschein, aber er kann ebenfalls wie der Zarewitsch nur die Richtigkeit bestätigen - vor Ihnen steht der alte Dessauer, allerdings mindestens 20 Jahre jünger. "Was ist mit euch passiert ? " fragen die Anwesenden gleichzeitig und selbst Oliver Cromwell ist neidisch auf Aussehen und Gesundheit des Mannes und schaut interessiert in die Richtung wo der Dessauer steht. Jener setzt sich mit einer aufreizenden Ruhe auf sein Kanapee und provoziert weiter indem er einen guten Tropfen bestellt und sich die Stiefel von den erstmals lächelnden Schwestern ausziehen lässt. Schliesslich beginnt er zu sprechen.
" Meine Herren, ich habe sämtliche Beziehungen ausgespielt - im Laufe unseres Lebens lernt man so einige wichtige und unwichtige Menschen kennen. Das Ergebnis seht ihr vor euch sitzen, ja ich habe das Elexier der Jugend entdeckt. Aber ich möchte euch bitten streng vertraulich damit umzugehen, es darf niemals der nachfolgenden Generation zu Augen und Ohren kommen. Und wenn, dann nur als Sage, Märchen oder Spinnerei. Ich habe im Vorfeld einige Vorkehrungen getroffen. - Clubs die geheimes Wissen bewahren, wie Einzelpersonen, die Geschichten erzählen. Rosenkreutz,Münchhausen, Calgiostro und einige Namen im Morgenland sind bereits eingeweiht. Nach Platon´s Atlantis wird dies die zweite Irreführung der Menschheit. Führende Vertreter der jeweiligen Religionen helfen ebenfalls."
Er hält inne - noch sind es Tattergreise und diese können kaum seinen Worten folgen. Nach einer Pause der Besinnung hebt er wieder an. " Es gibt einen auserwählten Kreis, jene, denen das Wundermittel verabreicht wird. Aber wie es schon in der Bibel steht, nicht jeder darf an Deck der Arche Noah. Ich habe eine Liste bei mir wo alle in Frage kommenden Personen aufgeführt sind. Diese müssen noch heute ihre Sachen packen und eine Weltreise unternehmen, da an jedem Ort nur eine Behandlung erfolgt. " Er lächelt vor sich hin, weiß er doch, daß nie alle das Ziel erreichen werden, Altersschwäche und Schwätzigkeit sind nur zwei Gründe des Scheiterns. Zufrieden erklärt er weiter. " Zu Beginn schickt man die Auserwählten zur Tarnung in die Stadt der Aussätzigen ( er kichert, die erste Auslese ) , dort wird dann der Weg fortgesetzt Richtung Skandinavien ( die werden Schwitzen hihi) , dann nach Arabien ( hier gibt es z.B. eine Gehirnwäsche unter dem Vorwand des philosphischen Studiums) , von dort nach Ägypten ( ach was war es doch schön mit der uralten aber immer noch knusprigen Kleopatra zu speisen und ... ) , Schliesslich geht es in den fernen Osten nach China und Indien ( sollen sie selbst rausfinden was sie dort erwartet ) Dann zum Südkontinent (Australien neuerlich genannt), Afrika und schliesslich Amerika. Überall finden Rituale für die ewige Jugend statt. " Meine Herren es stehen vor dem Schloß ein paar Tempelritter, die euch begleiten werden .

Nach nicht einmal fünf Minuten ist der Dessauer mit Oliver Cromwell und den Schwestern allein. "Nun Cromwell, habe ich Wort gehalten ? Hier sind einige Schwestern zuviel für mich und bis die anderen zurück sind bleibt genug Zeit, auch nach den Schichtwechsel alle 8 Stunden gibt es viel zu tun. Außerdem habe ich beschlossen die Schwestern nach Ende jeder Jahreszeit mit neuen Jungfern zu ersetzen.
Oliver Cromwell ist sprachlos aber nimmt allen Mut zusammen und fragt " Gibt es wirklich jenes Elexier ? " Der Dessauer lacht auf "hohohoho seht ihr nicht meine Veränderung ? Wartet nur ab bis die Herren wieder hier sind von ihrem Ausflug" Dabei lächelt er verschlagen und geheimnisvoll. Ist alles nur ein Schwindel ?? - denkt sich Cromwell und wenn , komm ich hier lebend aus den Hallen, jetzt wo ich einiges weiß ?
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Beitrag von Augustus Rex »

Kichernd standen die Alten vor dem Schloß. Von Holstein knuffte Tecumseh derart hart in die Seite, dass jener zu wanken begann und umzustürzen drohte.
Der alte Elias, unschlüssig, ob er den Rauch seines Zigarrenstummels austoßen oder die Luft, die er zum hechelnden Kichern brauchte, einziehen sollte, fand als erster Worte.

"Es hat also wieder geklappt! Dieser Dessauer ist doch ein Hund von einem Filou!"

Nur Augustus Rex schien verstimmt:

"Zu Unserer Zeyth hätten wir Uns noch selbst vergnügt, anstatt Uns nachher die Geschichten des Anhaltiners anhören zu müssen! Ach, zum Theuffel mit diesem Hundsfott von einem Leyb-Medicus!"

Der Zarewitsch aber, heiterer Dinge wie der Rest des Clubs, sprach:

"Nun haltet ein, Sachsen-Casanova! Und tut nicht so, als wäre es Euch bei der Verleihung des Ordens um die Erhaltung der Sprache gegangen. Geschichten wollt Ihr hören - und der Alte Dessauer ist nun mal der Einzige, der sie erzählen können wird. Oder wollt Ihr gar auf Cromwell warten?"

"Bis September, krähä - weiter entfernt als der Sankt-Nimmerleins-Tag!", fiel von Holstein ein, "da hör ich mir den Schweinskram lieber vom Dessauer an, krähä!"

'Wir hatten dem Jüngling eine Laudatio versprochen', dachte Augustus noch, dann aber dachte er nur noch daran, was der Dessauer wohl wieder berichten würde.
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Beitrag von Elias »

Noch immer glucksend betritt der alte Elias als erster wieder die Räume des Clubs. Sichtlich müht es ihn nicht unverhohlen zu grinsen, doch sucht er gerade dieses zu vermeiden, denn der Grund seiner so raschen Rückkehr ist sein fehlendes Gebiß, daß noch immer der Cromwell in Gewahrsam hat.

Doch als er den großen Saal betritt, ist vo Dessauer und Cromwell keine Spur mehr zu finden.
Aber seine vermisste Protese liegt dort, unbeachtet, auf dem Pult, an dem der Geehrte seine Laudatio gehalten hatte.

Zufrieden nimmt er die falschen Zähne an sich und schlurft zurück an seinen angestammten Platz.

"Wo der der Dessauer nur abgeblieben ist, der tolldreiste Kerl...?", murmelt er noch, bevor er sich eine nicht mehr ganz aktuelle Gazette schnappt und darin zu lesen beginnt.

Oder gibt er dies nur vor um zu verhehlen, dass ihn der Schlaf erneut übermannt...?
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Heinrich Heine
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Beitrag von Heinrich Heine »

Durch die Hintertür ist derweilen Cromwell und der Dessauer verschwunden. Unter dem Vorwand des "Vergnügens mit Krankenschwestern" wurden einige von diesen so wichtigen Frauen "geschmiert". Der Dessauer zog Cromwell derweil mit einem diabolischen Gesichtsausdruck in eine Nische und begann leise mit den Worten " Grummel grummel, tuschel , tuschel, naack naack, hihhi "
Am Ende lächelt Cromwell und freut sich diebisch auf die entgeisterten Clubmitglieder wenn der Geheimplan des Dessauers und seiner Helfer vausgeführt worden ist. Bis dahin wird aber noch einige Zeit vergehen um jene in Sicherheit zu wiegen.
Der Zarewitsch
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Beitrag von Der Zarewitsch »

James...meine Slipper,kalte Umschläge und einen doppelten Scotch!

Ächz,kämpfe mich dem Finale meines PAP-aars entgegen.
noch knapp 40 Jahre zu spielen.
Das dauert ganz schön.Ein alter Mann ist nun mal kein D-Zug..chuust! :eek:

Erst mal ausspannen....:drink:
Kaiserliche Grüße an alle Regenten

Es heißt in den Schriften der Weisen: Du sollst die Schlange nicht deshalb gering achten, weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein gewaltiger Drache wird, so wie aus einem einzigen Mann eine ganze Armee werden kann.
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