Werte Leserschaft,
seit Beginn des April 2016 haben wir das Vergnügen gegen den werten HYZ eine PBEM-Partie im Spiel "Gary Grigsby’s War in the East: The German-Soviet War 1941-45" auf Seiten der Sowjetunion führen zu dürfen. Wir gehen davon aus, dass das Szenario soweit bekannt ist. Die von uns vereinbarten Hausregeln können im AAR des werten HYZ eingesehen werden. Unser Gegenspieler und einige recht aktive Regenten dieses Forums haben des öfteren bei uns angefragt ob wir nicht selbst einen AAR aus unser Sicht schreiben möchten. Da der werte HYZ und wir gewissermaßen Anfänger in diesem Spiel sind und das erstemal gegen einen menschlichen Gegenspieler antreten, gibt und gäbe es bei beiden Parteien eine hohe Lernkurve. Besonders die kritischen Hinweise und Kommentare der erfahreneren Spieler dies PC-Spiels in diesem Forum könnten diese "Versuch und Irrtum"-AAR´s sicherlich noch weiter aufwerten.
Wir haben lange mit der Veröffentlichung dieses AAR´s gezögert. Durch Einschränkungen die unser Beruf vorgibt, dem täglichen Leben und dem schon seit einigen Jahren laufende AAR "AAR zur deutschen 1943 Kampagne "Bombing the Reich" gegen die KI" wurde unser Zeitportfolio recht stark angegangen. Nun können wir nicht anders als doch unsere Gedankengänge und Abwägungen zum Kampf in den Weiten Rußlands einer breiteren Öffentlichkeit darzulegen. Besonders da nach den Kämpfen im Winter 1941-1942 der Krieg in eine Phase eingetreten ist, welche wir als sehr kritisch für die russische Seite betrachten. Mit anderen Worten könnte es sein das die werte Leserschaft den Zusammenbruch der Roten Armee und damit der Sowjetunion in diesem AAR verfolgen kann. Doch sollte dies geschehen, werden die tapferen Rotarmisten vorher dem Gegner für jeden verlorenen Meter russischer Muttererde bezahlen lassen!
Euer der_Dessauer
Ausgangslage ist der Zustand der Roten Armee nach den schweren Verlusten im Sommer und Herbst 1941 und den Winterkämpfen 1941-1942. Bevor in irgendeiner Art über weitere Operationen im Feld nachgedacht werden kann, muss und wird die politische, industrielle und militärische Lage zu schildern sein.
Politische Lage:
Die Welt befindet sich in einem Großkonflikt, die Sowjetunion kämpft an der Seite der westlichen Alliierten gegen Deutschland, Italien,Japan und deren Bundesgenossen. Das "LEND-LEASE-Abkommen" mit den Alliierten fördert im Moment 800 Fahrzeuge und 3000 Tonnen Nachschub pro Runde in den Depots der Roten Armee. Weiterhin werden 28 Hurricane IIB, 4 P-39D, 9 P-40E, 16 A-20B und 6 B-25D pro Runde an die Rote Luftwaffe geliefert. Die Rote Armee erhält pro Runde 24 M3 Stuart, 10 Matilda II, 20 M3 Lee und 26 Valentine III Panzer.
Für die Sowjetunion geht es in diesem Ringen um alles! Nur der Sieg über den Gegner wird den Erhalt des Landes und der Regierungsform sichern. Auf der weltpolitischen Bühne muss die Führung der Sowjetunion zeigen, dass sie in der Lage ist die Wehrmacht zum stehen zu bringen und ihr dabei auch noch empfindliche Verluste beibringen kann. Zu dem fordert die Sowjetunion die schnellstmögliche Schaffung einer "Zweiten Front" in Europa. Noch gibt es zu diesem Thema keine positive Äußerung von Seiten der westlichen Alliierten.
Industrielle Lage:
Im der folgenden Übersicht werden die momentan in Produktion befindlichen Fahrzeuge und Waffen aufgeführt. Weiterhin wird ein Einblick in den Sektor der Rüstungsstärke und des Nachschubs gegeben. (Stand: Beginn Runde 40 – 19.03.1942)
Militärische Lage:
Bevor auf die militärische Lage an der Front eingegangen wir, gibt das Oberkommando einen Einblick in die Struktur und Stärke der unterschiedlichen Großverbände wieder. (Stand: Beginn Runde 40 – 19.03.1942)
Der STAWKA stehen zur Verteidigung der Heimat 15 Fronten oder Militärbezirke mit 52 Armee zur Verfügung. In diesen stehen 15 Kavalleriekorps, 7 Kavalleriedivisionen, 1 Panzerdivision, 376 Schützendivisionen, 4 Luftlandebrigaden, 92 Panzerbrigaden, 152 Marineschützen- und Schützenbrigaden, 424 selbstständige Pak-, Artillerie-, Pionier-, Flak- und Kradregimenter, 130 selbständige Ski-, Pionier-, Mörser- und Flakbataillone und 20 selbstständige Jagdpanzerkompanien an der Front.
Von diesen Verbänden haben 7 Kavalleriekorps und 53 Schützendivisionen den Gardestatus. Auch 6 Pionierregimenter, 5 Leichte Raketen Regimenter und 5 Artillerieregimenter haben diesen Status.
Es folgt eine Aufstellung der acht wichtigsten Fronten und deren Stärke (Nord nach Süd). Gleichzeitig ist eine erste Beurteilung der Frontlage möglich!
Die STAWKA steht vor großen Problem, oder sollten wir sie besser Herausforderungen nennen. Die gefährlichste Lage hat sich auf der Krim entwickelt. Dort ist es deutschen Panzertruppen gelungen faktisch die gesamte Süd Front abzuschneiden. Die Verbände der Südwest Front befinden sich zur Zeit in der Absetzbewegung auf die Straße von Kertsch zu. Die Kampfstärke der Schützendivisionen, Panzerbrigaden und Kavalleriekorps wird wohl nicht genügen auch nur geringe Kräfte der Süd Front zu retten. Hoffentlich gelingt es wenigstens auf der Taman-Halbinsel eine neue feste Verteidigungslinie aufzubauen.
Die nächste größere Krise hat sich erst in den letzten Tagen aufgetan. Bei der Brjansk Front gelang es deutschen Panzerspitzen im Gegenangriff die Masse der 32.Armee abzuschneiden. Acht Schützendivisionen, eine Panzerbrigade, eine Marineschützenbrigade und zwei Schützenbrigaden sind von der Front abgeschnitten. Jedoch ist hier das Oberkommando in guter Hoffnung mit den starken Kräften der 1.Stoßarmee die Umklammerung aufbrechen zu können.
Ansonsten gibt es entlang der Frontlinie kleinere Vorstöße deutscher, rumänischer oder ungarischer Truppen, welche an einigen Stellen unsere Kräfte zurückdrängen können. Auch führt der Gegner weiterhin massiv seine Luftwaffe ins Gefecht. Täglich gibt es schwere Luftangriffe auf Truppenkonzentrationen der Roten Armee und zahlreiche Aufklärungsflüge. Die Rote Luftwaffe hat sich hingegen noch nicht wirklich von den schweren Schlägen der Vergangenheit erholt. Nur langsam gewinnt sie zur alten Stärke zurück.
Insgesamt hat die STAWKA den Eindruck gewonnen, dass die eigenen Kampfwert denen des Gegners noch stark unterlegen sind. Diese Beobachtung trift alle Truppengattung durch weg. Es werden Anstrengungen unternommen aus den vielen Panzerbrigaden kampfkräftige Panzerkorps zu formen. Diese Initiative wird allerdings erst im kommenden Monat greifen. Weiterhin gibt es Überlegungen eine Anzahl an Schützendivisionen zu Schützenkorps zusammenzufassen, somit könnte vermutlich ein solches Korps gegen eine deutsche Infanteriedivision bestehen. Die für eine solche Zusammenfassung nötigen Mittel werden allerdings erst im Juni verfügbar sein.
Werte Leserschaft,
da nun eine gewisse Übersicht vermittelt wurde sind wir auf Fragen gespannt. Wir erwarten auch jede menge Kritik von den erfahreneren Spielern hier im Forum. Aber vielleicht, nach dem das Kopfschütteln verklungen ist, können Hinweise, Tipps und Kniffe, mir und dem werten HYZ helfen tiefer in dieses komplexe Spiel einzutauchen. Wir hoffen das so die Partie noch etwas an Schärfe und Spannung gewinnt. Vielen Dank schon mal für die gezeigte Lesebereitschaft und das Interesse beim AAR der werten HYZ.
Euer der_Dessauer













































