
Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen im Pazifik am 07. Dezember 1941 verlief der Vorstoß der japanischen Streitkräfte im südostasiatischen Raum fast ungehindert. Ende Februar war Niederländisch Indien in japanischer Hand und die ABDA-Flotte besiegt und größtenteils vernichtet. Mit der Einnahme von Rabaul verschafften sich die Japaner einen ausgezeichneten See- und Luftstützpunkt, von dem aus sie ihre weitere Expansion nach Süden fortsetzen konnten und nach dem Fall der Philippinen kontrollierte das Japanische Kaiserreich ganz Südostasien.
Seit Februar 1942 befand sich Admiral Fletcher mit den Trägerkampfgruppen "Fox" und "Baker" im Südpazifik, die um die Träger "Yorktown" und "Lexington" aufgebaut waren. Diese beiden Kampfgruppen bombardierten am 10. März erfolgreich die japanischen Stützpunkte Lae und Salamaua auf Neu Guinea und zeigten mit schweren Treffern auf japanischen Schiffen und den Hafenanlagen erstmalig Präsenz in diesem Gebiet. Während die Trägerkampfgruppe "Baker" anschließend nach Pearl Harbor zurücklief, verblieb Konteradmiral Fletcher mit der Trägerkampfgruppe "Fox" im Raum des Korallenmeeres. Allen Verantwortlichen war klar, das hier der nächste Schlag der Japaner zu erwarten war. Wo genau dieser Schlag erfolgen würde und wann...das war die große Frage, die besonders den US-Marinegeheimdienst beschäftigte.
Anfang April gab es vermehrt Anzeichen dafür, das die Japaner im Raum Rabaul Truppen und Schiffe zusammenzogen und Marineinfanterieverbände für Landungsmanöver trainierten. Admiral Nimitz war klar, das die Solomonen-Inseln und Port Moresby die nächste Ziele der Japaner sein würden. Eine groß angelegte Operation der Japaner zeichnete sich ab. Er beorderte in der zweiten Aprilhälfte die Trägerkampfgruppe "Baker", die im Raum der Weihnachtsinseln patrouillierte, in das Korallenmeer. Am 01. Mai 1942 trafen beide Trägerkampfgruppen im Korallenmeer zusammen und Konteradmiral Fletcher übernahm das Kommando über beide Trägerkampfgruppen. Nur kurze Zeit später wurde in unmittelbarer Nähe der beiden Kampfgruppen ein aufgetauchtes japanisches U-Boot gesichtet. Da beide Kampfgruppen gerade aus Flottentankern beölt wurden, waren sie gefährdete Ziele. Drei angeforderte Kampfflugzeuge belegten das U-Boot mit Wasserbomben und versenkten es wahrscheinlich.
Abgehörte Funksprüche deuteten jedoch darauf hin, dass das U-Boot noch die Position der US-Schiffe nach Rabaul funken konnte. Am 02. Mai erhielt Konteradmiral Fletcher Geheimdienstberichte aus Pearl Harbor, dass der Vorstoß der Japaner in das Korallenmeer unmittelbar bevorstand. Konteradmiral Fletcher reagierte auf diese Meldung indem er mit der Trägerkampfgruppe "Fox" einen nördlichen Kurs einschlug. Die Trägerkampfgruppe "Baker" hatte das Beölen noch nicht abgeschlossen und sollte schnellstmöglich folgen. Die australischen Unterstützungskräfte marschierten ebenfalls nach Norden. Als die Sonne an diesem 02. Mai im Südpazifik unterging, hatte Konteradmiral Fletcher nur die Gewissheit, dass die Japaner kommen würden. Alles andere lag im Dunkeln.

























