Er war nicht der Mann für solche Krisen, zumindest nicht mehr. Seit einigen Jahren ging es mit ihm bergab nicht unbedingt körperlich, aber sein Verstand war nicht mehr das was er einmal war. Viele Dinge schienen ihm einfach aus dem Gedächtnis zu fallen und jetzt auch noch das.
Die widerlichen Karthager waren mit ihrem Heerführer Hannibal bis nach Italien vorgerückt. Der Senat drängte darauf Gaius Flaminius Nepos mit dem Hauptteil der römischen Armee gegen ihn zu entsenden. Auf der apulischen Hochebene lief dieser in einen Hinterhalt Hannibals und verlor diese Schlacht. Es war ihm von Beginn an nicht gelungen eine Linie zu formieren, der Hinterhalt war zu vollkommen. Die Armee teilte sich in einen linken und rechten Flügel was kein Problem gewesen wäre, doch klaffte in der Mitte ein gewaltiges Loch in das der Feind hineinstieß und die Truppen einkreiste. Der General versuchte zwar noch dieses Loch mit der gesammelten Kavallerie zu stopfen doch Hannibal beorderte eine Einheit Speerkämpfer dorthin und ritt sogar selbst gegen den römischen General. Es war ein Gemetzel und im Kopf des Kaisers erschien das Geschrei der Krieger, das Wimmern der Verwundeten und der Hufschlag der Pferde. Ihm war als könnte er das Blut und die Exkremente des Schlachtfeldes riechen und vor seinem Auge erschienen Bilder des tobenden Kampfes...









Kaiser Lucius Terentius schüttelte energisch den Kopf um diese Bilder los zu werden. Er musste nun Entscheidungen treffen!
"Achill, Achill mein Bester komm herbei!"
Achill war sein griechischer Diener der seit geraumer Zeit an seiner Seite war, er war zwar deutlich jünger aber von enormer Tatkraft und Weisheit.
"Achill, setze ein Schreiben an alle Senatoren an. Sie sollen sich morgen zur Mittagsstunde im Senat einfinden. Es gibt wichtige Dinge zu besprechen. Gleichzeitig lass die Stadtgarnision von Rom mit den Besten Waffen ausstatten die die Stadt zu bieten hat. Sie werden sie bald brauchen. Gib dafür alles aus was sich noch in der Staatskasse befindet!
Außerdem bitte ich dich einen Boten zum Kommandanten der Flotte zu entsenden und einen weiteren bitte an Publius Cornelius Scipio. Und eile dich!"
Achill nickte und machte sich auf den Weg. Zeit für ein wenig Schlaf!
Doch dieser stellte sich nicht wirklich ein. Der Schlaf war unruhig und nur von kurzer Dauer. Mittags im Senat blickte er in wissende Gesichter. Die Niederlage Nepos hatte sich schon herumgesprochen. Umso besser! Dann konnten sofort die wichtigen Dinge besprochen werden.
"Verehrte Senatoren, Freunde, Römer! Ihr wisst sicherlich schon von der vernichtenden Niederlage des Nespos. Dieser schickte mir gestern aus Arretium einen Boten mit dieser furchtbaren Nachricht. Dorthin hat er sich mit den Überlebenden dieses Gemetzels zurück gezogen."
Gemurmel erhob sich unter den Senatoren, viele nahmen es ihm übel das er nicht auf dem Schlachtfeld gefallen war. Törrichte Narren! Solch einen Edelmut sollten sie erstmal aufbringen!
"Ruhe bitte! Ich habe deshalb sofort einige Maßnahmen ergriffen. Die Flotte wurde in den Hafen von Capua entsandt um vor feindlichen Angriffen sicher zu sein. Aber nicht nur deshalb ich habe..."
Jetzt war ihm doch glatt der Name entfallen, sein verdammter Verstand musste ihm ausgerechnet jetzt den Dienst verweigern.
Achill trat zu ihm und flüsterte ihm den Namen ins Ohr.
"...ich habe Publius Cornelius Scipio befohlen sich mit seiner Armee vor Messana einzufinden um mit der Flotte nach Rom gebracht zu werden."


Desweiteren wurde die römische Stadtwache mit den besten Waffen ausgerüstet die unsere Schmieden hergeben und eine Einheit Velite soll aus den Bürger rekrutiert werden. Meine Spione sagen mir das Hannibal sich aufgemacht hat um Arretium zu belagern und auch vor Ariminum ist eine große Armee des Feindes aufgetaucht. Meine lieben Senatoren Rom steht vor seiner größten Bewährungsprobe seit seinem Bestehen und es sieht nicht gut aus!"

"Doch sollten wir auch in diesen Zeiten an Traditionen festhalten. Es stehen Wahlen für die Position des Prätors und Konsuls an. Hierfür brauch es Kandidaten aus dem Kreis der edlen Senatoren. Darüber werden wir abzustimmen haben.
Desweiteren möchte ich den Senat darum bitten die Erlaubnis zu erteilen mit den Steuern aus den verschiedenen Städten hier in Rom eine neue Armee auszuheben und diese dem Feldherren..."
Wieder musste Achill zur Hilfe eilen...
"Ja genau...wo war ich denn nun...ach ja...und diese neue Armee dem Feldherren Lucius Placabilis Superbus zu unterstellen.
Mögen sich die edlen Senatoren also zu diesen drei Dingen äußern. Dem Aufbau einer neuen Armee, die Übergabe dieser Armee an...ähm...Lucius Placabilis Superbus und außerdem sollten sich noch Kandidaten für die Ämter des Prätors und Konsuls finden. Die Debatte ist eröffent."
Kaiser Lucius Terentius ließ sich auf seinem Sessel nieder und wartete auf die ersten Äußerungen der Senatoren.
Es ging um nichts anderes als das Überleben Roms!




















