
der Titel lässt ahnen, worum's geht.
Nachdem zwei PBEM-Preußen ehrlos das Handtuch warfen (einer war mit dem Hohenlohe-Syndrom infiziert und wollte nach ein paar Zügen doch lieber den nächsten Patch abwarten. Der zweite zersplitterte seine Kräfte und behauptete, es sei unrealistisch, wenn seine Kavallerieeinheiten mit Angriffsbefehlen tatsächlich in Kämpfe verwickelt würden
Wir spielen mit den schwersten Einstellungen, was bedeutet, dass der Gegner schneller marschiert, seine Truppen sich schneller erholen, er mehr Verstärkungen bekommt und weniger unter unterkommandierten Truppen zu leiden hat. Außerdem bekommen die preußischen Generäle einen hohen Aktivierungsbonus (was letztlich das Strategierating der Anführer erhöht, sodass die ohnehin schon guten Anführer nun sicher immer aktiviert sind. Unsere Generäle, ohnehin eher schwach, sind der Gefahr ausgesetzt, bei Nichtaktivierung komplett bewegungsunfähig zu sein. Selbstverständlich wird das Friedrich nicht gegen den Untergang feien.
Für jene, die Rise of Prussia nicht kennen, kurz eine Einführung: Es geht darum, den Siebenjährigen Krieg zu gewinnen. Das passiert entweder dann, wenn eine Seite alle ihre Zielstädte erobert oder wenn die nationale Moral einer Seite auf 0 absinkt (im späteren Spiel sinkt die Hürde für den „Sudden Death“ ein wenig).
Die österreichische Seite ist normalerweise im Vorteil gegenüber Preußen und zwar vor allem aufgrund der schieren Masse ihrer Truppen. Österreich, Frankreich, Russland, Schweden und das Reich bringen ungefähr doppelt so viele Truppen ins Feld wie Preußen (das im Bunde mit Hannover, England, Braunschweig und Hessen-Kassel agiert). Allerdings sind die Zahlen auch der einzige Vorteil: Die Truppen sind in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Zudem ist die Qualität der Truppen und vor allem der Anführer im Vergleich zu dem, was Preußen aufzubieten hat, mau: Preußische Truppen schießen schneller (Rate of Fire 3 gegenüber RoF 2 bei den meisten Truppen der Österreicher) und marschieren schneller. Das schlimmste Szenario ist: Friedrich vernichtet zunächst die schwedische Armee, wendet sich dann gegen die sich noch formierende Reichsarmee, und pendelt dann zwischen der österreichischen und französischen Front hin und her, um deren Truppenmassen, die bei zu forschem Vormarsch schnell unter Versorgungsproblemen leiden werden, einzeln zu schlagen. Die guten Anführer spielen bei diesem Spiel vor allem auch deshalb eine große Rolle, weil Anführer mit geringer strategischer Befähigung dank Unserer Einstellungen dazu neigen, entweder keine Angriffe durchführen zu können oder sogar komplett bewegungsunfähig zu sein. Damit wird die ineffiziente Führung der alliierten Truppen gut abgebildet, denken Wir.
Die folgende Übersicht verschafft uns einen Überblick die „Zielstädte“ (Objective und Strategic cities): Rote Punkte markieren die primären, orangene die sekundären Zielstädte. Der Besitz dieser Städte sorgt für einen stetigen Zuwachs an Siegpunkten. (Preußische Truppen (und damit in der Regel Städte sind dunkelblau, österreichische sind bräunlich).

Unsere langfristige Strategie haben Wir auch schon mal ausbaldowert: Dass die Pfeile immer dicker werden hat damit zu tun, dass Wir davon ausgehen, dass Unsere ruhmreichen Truppen unter Unserer Führung von alleine immer stärker werden.
Aber stürzen wir uns doch einfach mal ins Geschehen, um zu sehen, wie die Dinge sich entwickeln.

Eine kleine Abteilung irregulärer Infanterie und Husaren unter Hadik steht an der sächsischen Grenze. Hadik selbst wird nach Westen, in die Nähe von Karlsbad beordert. Hier soll er das Kommando über die aus Prag kommenden Kürassiere übernehmen, um Chemnitz anzugreifen. Seine Grenzer verstärken die Hauptarmee in Prag. Eine kleine Abteilung Husaren soll außerdem die Brücke nach Pirna sichern, damit die Kontrolle der Region nicht auf Preußen übergeht und gesichert ist, dass Wir eine der „Trigger-Provinzen“ zu Beginn der zweiten Runde kontrollieren.
Noch ein kurzes Wort zum Gegner: Friedrich selbst steht in Dresden mit gut 60.000 Mann. Wedell in Bautzen hat gut 10.000 Mann unter Waffen und Schwerin im Osten 15.000. Die Zahlen sind allerdings nur grob geschätzt.
Was genau mit der sächsischen Armee passieren soll, sobald sie (ab der dritten Runde) aktiviert wird, wissen Wir noch nicht. Im schlechtesten Fall hält sie die Preußen ein wenig auf. Im besten Fall kann ich alle oder zumindest einen Teil der Truppen kampfkräftig halten: Immerhin sprechen wir von 15.000 Mann, darunter den sehr schlagkräftigen Leibregimentern des Kurfürsten.
Soweit der Plan.
Und das ist die Situation Mitte September:
Friedrich ist mit zwei starken Korps auf Prag marschiert. Der Durchmarsch überrascht Uns, schließlich hält das Lager in Pirna normalerweise größere preußische Verbände auf (der werte Jaques DeLaLain hatte das Prinzip des Zones of Control ja mal schön und ausführlich geschildert).
Außerdem ist Schwerin nicht wie erwartet auf Königsgrätz marschiert, sondern nur ein kleines Kavalleriekorps. Schade eigentlich. Nun denn: Auch dieses kleine Korps taugt, um den Ruhm Unserer großen Königin zu mehren. Allerdings genügt dafür auch ein Teil der Kräfte unter Piccolomini. Die Truppen werden geteilt, und Lucchese, der für den Fall nach Budin entsandt worden war, dass Piccolomini inaktiv sein sollte, marschiert mit vier Brigaden nach Westen, um die Verteidigung Prags zu stärken. Auch wird Bilberstein, ein 2-Sterne General mit einem Verteidigungswert von 4, nach Prag gesandt, um dort ein Korps zu führen.
Hadik wird wie geplant den Angriff auf Chemnitz führen. Vergessen hatten Wir, die Infanteriebrigade im Süden zu bewegen. Nun ja. Vom Angriff auf Bautzen sehen Wir angesichts der überraschend großen Bedrohung von Prag ab. Buckow und seine Brigade Kürassiere werden entsprechend vor die Tore der Stadt beordert. Chemnitz zu erobern sollte genügen, um den Sachsen ein Signal zum Durchhalten zu geben. Hört sich doch gut an, oder?
Was dann folgte, war … überraschend. Und nicht schön. Gar nicht schön, um’s genauer zu sagen. Und ganz präzise ausgedrückt passierte eine Katastrophe.
Einen ersten Eindruck verschafft folgender Screenshot:
Solche Nachrichten enthielt das Log von Meldung 13 bis Meldung 44. 30 Elemente waren im Laufe des Rückzugs aus der Schlacht von Prag aufgelöst worden. Welche Schlacht von Prag? Diese hier:
Soweit Wir wissen, geben die Zahlen im Schlachtbericht nur die Verluste während des Kampfes an: Die Zahl der Gefangenen und die Verluste auf dem Rückzug kommen da also noch zu. Nach der Schlacht waren von den 44.000 jedenfalls noch knapp 24.000 Mann auf den Beinen.
Wie kann es zu einem solchen Ergebnis kommen? Eine tolle Sache an RoP ist ja, dass der Würfel an sich so gut wie keine Rolle spielt: Element für Element wird der angerichtete Schaden berechnet. Allerdings spielen Wir mit der Einstellung „delayed commitment“, was bedeutet, dass nicht alle Stacks sofort in den Kampf eingreifen, sondern dass sich Verzögerungen einstellen können, abhängig vom Strategiewert der beteiligten Anführer.
In diesem Fall können wir uns den Verlauf so vorstellen: Friedrich hat, unbemerkt von der Hauptarmee, das relativ schwache Korps unter Kollowrat angegriffen, Browne selbst, mit der gesamten Artellerie und den besten Truppen hat erst nach einigen Stunden in die Kämpfe eingegriffen – zu spät, um das Blatt noch zu wenden (tatsächlich erst in der letzten Kampfrunde). Womöglich war’s auch nicht das delayed commitment, sondern die Tatsache, dass Browne komplett inaktiv war (gesperrt). Wir dachten, so tauge er immer noch für die Verteidigung, tat er wohl nicht. Jedenfalls eine traurige Stunde für Österreich.
(Irgendwie freuen Wir Uns über das Ergebnis: Friedrich hat ja viele Schlachten gegen seine Gegner gewonnen, weil dessen Generäle unaufmerksam waren. Das Ergebnis hier ist vergleichbar mit dem von Leuthen. Das Spiel setzt die damaligen Gegebenheiten einfach sehr, sehr gut um, wie Wir finden.)
Wer dachte, dies seien genug schlechte Nachrichten, der hat vergessen, dass ja auch noch Lucchese auf dem Weg nach Prag war:
Beim Rückzug mussten Unsere Truppen nochmals einstecken, und zwar 97 „Hits“, was etwa 1500 Soldaten entspricht. Noch ein halbes Korps futsch.
Und die schlechteste Nachricht folgt erst noch:
Innerhalb von 2 Wochen ist das österreichische Heer somit halbiert. 24.000 Mann sind in den Kämpfen um Prag umgekommen, gefangen oder schwer verletzt worden. 15.000 Sachsen haben kapituliert.
Wie es zu der Kapitulation kommen konnte, verstehen Wir nicht so ganz. Vielleicht genügt es, wenn irgendwann in einer Runde alle Provinzen preußisch sind? Denn Unsere Husaren in Radeberg (westlich des Lagers von Pirna) wurden in dieser Runde von dort vertrieben, die Provinz wurde also preußisch, bevor Hadik für den einzigen, winzigen Lichtblick dieser Runde sorgen konnte, indem er Chemnitz eroberte (und somit das Triggern verhindert hätte müssen).
Und noch eine kleine schlechte Nachricht: Die gegnerische Kavallerie vor Königsgrätz hat sich angesichts Unserer Überlegenheit zurückgezogen – ohne Kampf.
Irgendwie geil.

So sieht’s momentan aus. Eine Möglichkeit wäre, Friedrich mit Browne, dessen Korps noch intakt ist, vom Nachschub abzuschneiden (rosa Pfeil). Das hätte zusätzlich den Vorteil, dass Ferdinands Truppen bei Pirna sich nicht so leicht mit Friedrich vereinigen könnten. Sie müssten über den Fluss angreifen. Andererseits: Es gibt ja das „March-to-the-sounds-of-guns-Konzept in RoP: Das bedeutet, dass Einheiten derselben Armee auch dann zusammen kämpfen können, wenn sie sich nicht in der gleichen Provinz befinden. Greift also Ferdinand an, könnte Friedrich eingreifen. Außerdem ist es natürlich nicht schön, den „eingeschlafenen“ Kollowrat mit seinem Korps (das aus einem Bataillon Pionieren und 2 Nachschubwagen besteht), alleine zu lassen. (An das Konzept der komplett bewegunsunfähigen Anführer müssen Wir Uns erst gewöhnen. Aber gut, Wir wollten es nicht anders.)
Vom Osten wird auf jeden Fall Piccolomini herbeordert, er soll sich in absehbarer Zeit mit dem Hauptheer vereinigen.
Alles weitere müssen Wir Uns erst noch überlegen.
Übrigens: Wir sind für Fragen offen.
Wir sind ja ohnehin einer von der Sorte, die sofort springen, wenn irgendwo Beachtung winkt. Wenn also besondere Screenshots gewünscht werden, oder Erklärungen: Wir machen das.
Es ist allerdings damit zu rechnen, dass Wir den AAR bald abbrechen, um der RoP-Tradition in diesen Hallen gerecht zu werden.
Dennoch: Was Wir wohl vor allem brauchen, ist Rat.
















