Der neue Herzog (1077-1083)
Friedrich als Herzog von Schwaben (um 1080)
Friedrich kehrte nach seiner Belehnung nach Schwaben zurück. Er beschloß seinen Hof von St. Gallen nach Schwaben zu verlegen und bezog am 18. April die Hügelfestung von Schwaben.
Im Dezember erlitt Friedrich Frau Adelaide eine Fehlgeburt, von der sie sich jedoch ziemlich schnell wieder erholte und nur 10 Monate später, am 22. Oktober 1076, einen Sohn auf die Welt brachte. Dieser zweite Erbe des Hauses Hohenstaufen würde den Namen Berthold tragen.
In der Zwischenzeit war ein weiterer Adeliger an den Hof des Herzogs gekommen, Rupprecht von Bocksberg. Rupprecht, ein Brillanter Stratege, übernahm kurz darauf den Posten des Marschalls und führte die Oberaufsicht über die recht bescheidene herzogliche Armee, die mit gerade einmal 890 bewaffneten nicht gerade furchteinflössend war. Auch war die Macht und der Einfluss des Herzogtums gesunken, da es nur noch aus zwei Provinzen bestand, die beide vom Herzog persönlich regiert wurden. Vasallen gab es nicht.
Am 7. August 1077 ruft Papst Alexander II. zu den Waffen um Jerusalem von den Muslimen zu befreien und das Heilige Grab wieder in den Besitz der Christenheit zu bringen.
Alexander II. ruft zum 1. Kreuzzug auf (1077)
Die ganze Christenheit war in Aufruhr. Der Papst versprach jedem Kreuzritter die Absolution und den direkten Weg ins himmlische Paradies. Auch Friedrich war von der Idee eines christlichen Jerusalem begeistert und gerne bereit nach Jerusalem zu ziehen. Aus Vernunftgründen liess er jedoch von dem Vorhaben ab um sich der Verwaltung seines Herzogtums zu kümmern. Schwaben war, da nun zwei Jahre seit dem Krieg mit Rudolph von Rheinfelden vergangen waren, wieder eine ertragreiche Gegend. Das Land hatte sich von den Plünderungen erholt, die Häuser waren wieder aufgebaut worden und die Wirtschaft florierte in dem kleinen Herzogtum.
Der Frieden wurde jedoch zum Weihnachtsfest 1077 abrupt gestört. König Heinrich IV. hatte einen Krieg gegen das Fürstentum Jatwigen begonnen und verlangte nun von Friedrich Truppen für den Krieg. Dieser folgte dem Ruf seines Lehnsherrn und machte seine Regimenter in Schwaben und St. Gallen mobil und zog nach Franken wo er sich mit den königlichen Truppen vereinte und nach Jatwigen zog.
Auf diesem Feldzug schließt Friedrich Freundschaft mit dem Grafen von Baden Adalbert von Calw. Durch diese Freundschaft stellt sich heraus, das Friedrich ein bekennender Loyalist ist und seinem König bedingungslos untergeben ist. Das verwundert ja auch nicht weiter, da Friedrich Heinrich seine Herzogswürde verdankte und es daher als seine Pflicht ansah seinem König zu folgen.
Der Krieg dauert zwei Jahre in denen die Herzogin Adelaide die Regentschaft in Schwaben übernahm. Als Friedrich dann im Herbst 1079 aus Polen wiederkehrt erfährt er, dass Adelaide einen dritten Sohn geboren hatte, Eberhard.
Die zwei Jahre der Abwesenheit zeigten Friedrich wie viel ihm seine Gemahlin bedeutete und so entwickelten die zwei eine innige Liebesbeziehung.
Friedrich war auch nach dem Krieg gegen Jatwigen an guten Beziehungen mit Heinrich IV. gelegen und so versuchte er seinen ältesten Sohn Adalbert im Sommer 1081, nach dem der Junge 5 Jahre alt geworden war, als Mündel an den Hof des Königs zu bringen. Heinrich stimmt der Anfrage zu und nahm den jungen Staufer am Königshof auf um ihn dort auszubilden.
Im September 1082 steigerte sich dann die Macht der Staufer durch das Erbe der Grafschaft Pfalz. Nach dem Tode des vorigen Grafen Hermann von Bonngau, einem Verwandten von Friedrichs Mutter und der letzte seines Geschlecht geht das Erbe nach den Statuten des Semi-Salischen-Erstgeborenenrecht an den Staufer Friedrich über. Die Pfalz ist eine der reichsten Provinzen innerhalb des deutschen Reiches. Friedrich verfügte nun deutlich höhere Einnahmen und auch sein Geldbeutel war durch das Erbe endlich gut genug gefüllt um einige Bauprojekte in Angriff zu nehmen. In Schwaben und St. Gallen entstanden Förstereien und die königliche Post.
Friedrich gewinnt im Sommer 1083 einen neuen Freund, den Grafen von Bern Ulrich von Lenzburg, mit dem er die Leidenschaft für das Jagen teilt.