Nebukadnezar hat geschrieben:...das kleine Land der USA? (Fed hat 15% der USA-Staatsschulden in den Büchern.)
...oder Japan: 7.5%
... England: 16%
http://www.ftd.de/politik/international ... 67865.html
Das war der Stand von *06/2011*
Seitdem wurde weiter gekauft = Geld gedruckt.
Was genau ist euch im letzten Jahr alles entgangen? Man könnte annehmen, dass ihr Posts nicht lest, weil das mehrmals hier im Forum gepostet wurde (und m.E. auch seit Monaten als altbekannt voraus gesetzt werden konnte).
Genau dazu wird es seit langem gemacht: Kapitalmärkte fluten, damit ja keine Bank in Schwierigkeiten gerät.
Wir vergesellschaften jeden möglichen Verlust der Kapitalgeber und Banken und entwerten massiv.....ihr könnt euch selbst denken auf wessen Kosten das geht?
Es werden dabei nicht 'alle unendlich reich', sondern nur einige.
Herrgott nochmal!
Wir entwerten unser Geld für Fehlallokationen und alle mittendrin Beteilgten bekommen obendrauf auch noch fürstliche Gehälter. Anti-kapitalistischer geht es kaum noch.
Wenn ihr jetzt einwendet, dass die Inflation ja niedriger liegt als sie sein müsste wenn man sich das Ausmaß des Gelddruckens ansieht: da hatte ich mehrmals etwas zur Inflationsberechnung (hedonische Berechnungsweise) geschrieben (nebenbei wird auch noch massiv Geld an anderer Stelle dem Kreislauf entzogen, so dass das Gelddrucken nicht unbedingt sofort preissteigernd wirken muss).
Öhm, Wir glauben, wir zwei reden aneinander vorbei. Uns ging es um den Eigenhandel. Dass Wir Bankenrettung nicht cool finden und Zweifel an der Ausgestaltung Unseres Geldsystems haben, haben Wir hier mehr als deutlich gemacht.
Und was die Notenbanken angeht: Natürlich haben alle auch Staatsschulden in ihren Bilanzen (zum Teil wird das aber tatsächlich auch bedrohlich). Die Frage ist, ob man es zur Regel macht, dass der Staat sich direkt und nur bei ihr verschuldet. Das tut man aus gutem Grunde nicht. Ein Hoch auf Weidmann, dass er versucht, dieses Prinzip zu retten.
DBM hat geschrieben:Das Ganze ist simpel, wenn Ihr genug Geld habt, kauft Ihr wie wahnsinnig irgendein Gut. Nehmen wir Weizen, dass verdienen wir nicht nur, nein: Es verhungern auch noch welche dabei
Wenn Ihr nun mit dem ganzen Geld Weizen kauft, verknappt Ihr das Gut am Markt, es wird seltener und damit teurer. Und nun fangt ihr an zu verkaufen. Zwar sinkt mit zunehmender verfügbarer Menge auch der Preis wieder, aber Ihr könnt sicher sein - irgeneind Marktteilnehmer konnte dem steigenden Preis (wir nennen das Boom, klingt einfach besser) nicht widerstehen und hat auch gekauft. damit ist das Gut immer noch knapper, als am Beginn unserer "Investition". Somit habt Ihr Geld gemacht. Noch einfacher wäre es mit Weizenoptionen - dann kippt einem niemand den Garten mit den ganzen Körnchen voll.
Sicher, da sind Geschäfte mit möglich. Aber doch in engen Grenzen, ohne Gewinngarantie und vor allem: Egal, ob Bank oder oder sonstwer mit viel Geld. Denn Euer "Marktteilnehmer", der auf die Preismanipulation hereingefallen ist und dachte, die langfristige Nachfrage nach Weizen sei gestiegen (vermutlich eine andere Bank) und auf einen weiter steigenden Preis gesetzt hatte, wird Verluste machen und beim nächsten Mal besser hinschauen. Solange kein weltweites Monopol auf Weizen entsteht (und das tut's nicht, weil auch die Banken konkurrieren), sind keine dicken Geschäfte mit Preishochhalten gegen den Markt möglich. Und erst Recht nicht mit Verhungerten. Denn die lassen die Nachfrage sinken.

Zudem führen höhere Preise auch zu höherer Produktion - was die Möglichkeiten der Manipulation weiter einschränkt.
Was Uns vor allem stört, ist dieser panikschürende Duktus, mit dem suggeriert wird, da könnten mächtige Banken sich unbegrenzt auf Kosten aller an der Welt bereichern. Das können sie nicht. Sonst würden sie es tun. Dann aber gäbe es keine Probleme in der Finanzwelt und das Pfund Mehl würde Uns mehr kosten als 3 Minuten Arbeitszeit.
Wir bestreiten nicht, dass Schweinereien passieren. Aber man sollte trotzdem auf dem Teppich bleiben, was die Möglichkeiten angeht, daraus Geld zu machen. Und vor allem nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
Meines Wissens werden bei fast 3/4 aller Fusionen Werte vernichtet, dazu habe ich aber eben keine Statistik zur Hand. Wobei ich zugebe, das Schrempp schon wieder ein sehr plattes Beispiel war. Aber eines, dass 30 Mrd. gekostet hat.
Worauf Wir hinauswollten: Wir hatten vorher über die Nachteile des Shareholder-Value-Ansatzes diskutiert. Dass angeblich nur noch für die Börse und überhaupt nicht mehr für die Realwirtschaft gehandelt werde. Hier hat jemand - mit Blick auf langfristige realwirtschaftliche Vorteile - eine Fusion versucht, ist gescheitert, Börsenkurs und Aktienoptionen sind in den Keller gegangen - und doch wird das bedenkenlos in den gleichen Zusammenhang gestellt: Die Großen beuten die Kleinen aus und profitieren tun nur die Börsenhaie, die nichts tun. Aber das ist Quatsch, die haben hier verloren. Allerdings vom Quatschfaktor her noch weniger gravierend, als die Behauptung, generell schadeten alle Fusionen und Übernahmen allen (bis auf die Banken).
Duke of York hat geschrieben:Diese Argumentationslinie haben Wir bisher hier von noch niemandem gehört.
Ihr führt hier eine Phantomdiskussion mit imaginären Gegnern.
Als Wir Uns erstmalig im Vorgängerthread äußerten, stellten Wir die ketzerische Frage, was eigentlich die wirtschaftliche Logik sein sollte, die besagt, dass Banken nicht pleite gehen dürften. Wir ernteten damals, sowohl von Euch wie von anderen wildes Kopfschütteln und Hinweise auf diverse Bürgerkriege, die ausbrechen würden. Daraus schlossen Wir, dass Bankenrettungen von einem Großteil der Regenten als notwendig empfunden wurden.

Korrigiert Uns, falls Wir Euch missverstanden.
1. Die Staatsfinanzierung über den Umweg Privatbank bringt für die Staaten und damit für die Volkswirtschaften und letztlich den Steuerzahler nur sinnlose Mehrkosten. Nämlich genau die "Marge" oder wenn Ihr darauf besteht den "Risikoaufschlag" der Privatbank.
Das ist vergleichbar mit einer Massenenteignung im großen Stil.
2. Das eigentliche Ziel dieser Umwegfinanzierung, nämlich die Vermeidung von Überschuldung und inflationärem Gelddrucken wurde klar verfehlt. Oder könnt Ihr ein relevantes Land und eine relevante Währung nennen, das nicht von der aktuellen Krise (Überschuldung + Geldmengenvermehrung) betroffen wäre? Damit ist auch dieses Phantomargument durch die aktuelle Krise widerlegt.
Es gibt, von der Schweiz über Russland und Nigeria, Australien, Neuseeland nach Norwegen tatsächlich eine Reihe von Staaten, die mit Überschuldung kein Problem haben. Die "Massenenteignung" kommt nur dadurch zustande, dass der Staat sich überhaupt verschuldet. Und mit Inflation habt Ihr sie auch.
Wenn Ihr natürlich davon ausgeht, dass Staaten sich zwangsläufig verschulden müssen, weil's ein paar offensichtlich getan haben, habt Ihr Recht. Denn ist der Markt keine Lösung.
Wir behaupten dagegen frech, dass sie es nicht müssen. Ausgeglichene Haushalte sind absolut möglich und wünschenswert und mehr Druck hilft. Auch wenn das jetzige System nicht dazu geführt hat, dass die Staaten sich nicht verschuldet haben, hat es sie doch erheblich gezügelt. Dass Deutschland vor der Währungsunion eine halbwegs unabhängige Notenbank hatte, führte dazu, dass es jahrzehntelang eine niedrigere Staatsverschuldung und eine weitaus stabilere wirtschaftliche Entwicklung hatte, als etwa Italien.
Das waren Beispiele, nun zur Begründung:
1. Wenn der Staat sich günstig bei der Notenbank verschulden kann, dann zahlen andere für ihre Verschuldung mehr. Denn das zusätzliche Geld kommt in den Kreislauf und erhöht die Inflation. Erhöht sie umso mehr, als Staaten in der Regel keine wirklich nachgefragten Güter zu vernünftigen Preisen bereitstellen - wenn sie das so gut könnten, wie freie Marktteilnehmer, dann könnten wir auch gleich auf Kommunismus umsteigen. Ist aber nicht so. Zinsen steigen also, Preise steigen, Wohlstand sinkt. (Gut, das gilt immer bei zu großen Staatsausgaben - unabhängig davon, wo er sich verschuldet.)
2. Das Risiko wird auch tatsächlich von den Geschäftsbanken getragen. Die Investoren werden nun tatsächlich die Hälfte ihrer Griechenland-Anleihen abschreiben müssen. Die Risikoprämien (die ja auch nur in den letzten 3 Jahren eine Rolle spielten - der Markt war vorher viel zu gutgläubig) waren also berechtigt und führten dazu, dass nicht unser aller Geld in unproduktive Staatssubventionen floss, sondern das freiwillig von Banken gegebene, die die Lage falsch eingeschätzt hatten. Und die bezahlen nun für ihren Fehler. Genau so, wie's sein sollte.
Notenbanken im eifrigen Dienste der Politik haben noch niemals Gutes für irgendeine Volkswirtschaft bewirkt. Es gibt übrigens auch einen klaren empirischen Zusammenhang zwischen Staatsferne der Notenbank, Inflationsraten und Wohlstand. Wir bitten die noch verbliebenen Ökonomen im Forum, Uns da beizuspringen, sonst entsteht hier noch der Eindruck, das sei auch wieder nur ein libertäres Außenseiterargument.
Und nochmals: Es gibt auch den einfachen Weg der Entschuldung: Staaten können einfach sagen: Wir zahlen nicht mehr. Unsere Schulden sind Null und nichtig. Ätsch. Man muss nur dafür sorgen, dass der radikale Flügel der Linken Wahlen gewinnt und ein paar Gesetze ändert. Alle Probleme mit der Schuldenlast wären gelöst. Bevor Ihr hier mit irgendwelchen nicht mal im Ansatz durchdachten Forderungen nach halbgarem Herumpfuschen im Zinssystem kommt, erklärt Uns bitte, warum diese einfachste Lösung nicht funktioniert. Wenn Ihr das verstanden habt, dann versteht Ihr vielleicht auch, warum Eure Vorschläge noch dööfer sind.