Redaktion der Tōkyō Shinbun – Donnerstag 01. Januar 1942
Seit vier Wochen, seit diesem schicksalhaften Tag Anfang Dezember als Marineminister Shimada Shigetarō den Verlag aufgesucht hatte um diese fürchterliche Botschaft zu überbringen bevor es jemand anderes tat, seit diesem Tag hatte Osaki Shiko seinen Vater nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Unheimlicher Weiße schien die gesamte Welt den Atem anzuhalten. Außer neuen Protesten in der Hauptstadt wegen des neuerlichen Absturzes gab es keine einzige Neuigkeit zu vermelden.
Jetzt aber war Fukuzawa Toyokuni – der Verlagsleiter – auf dem Gehöft der Osakis mit einer Forderung erschienen.
Diese Forderung war sehr kurz:
Sollte Osaki Satoshi nicht am folgenden Montag in seinem Büro erscheinen, würde der Verlag jemand anderen mit der Chefredaktion betrauen!
Osaki Shiko fragte sich ob sein Vater überhaupt noch am Leben war, aber Natsuko behauptete dies steif und fest, wenn Sie aus dem Schuppen zurück kam um Satoshi etwas zum Essen zu bringen.
Oftmals kam Sie aber mit einem vollen Tablet zurück und nur die große Zahl geleerter Sake Flaschen konnte als Indiz gewertet werden das Satoshi noch am Leben war.
Der Tod seines Bruders Okada hatte auch Shiko für einen Moment aus der Bahn geworfen, aber sein sonst so sturmerprobter Vater schien es nicht akzeptieren zu wollen! Nicht einmal zur Beisetzung war er anwesend, aber das bedachten viele der Anwesenden als vernünftig, denn die Überreste von Okada waren kam als menschlichen Ursprungs zu erkennen.
Es musste doch irgendwie weitergehen, aber Niemand schien seinen Vater dazu bewegen zu können wieder mit der Arbeit zu beginnen.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Sonntag 01. Februar 1942
Die Entscheidung kam schnell und brutal und es wurde keine Rücksicht auf den Sonntag genommen. Die Tōkyō Shinbun gehörte fortan zum Verlag der Kokumin Shinbun, sollte aber ihren Namen beibehalten.
Die Fukuzawa Familie hatte Osaki Satoshi freigestellt, ganz rausschmeißen wollte sie ihn nicht – noch nicht!
Fukuzawa Toyokuni übernahm im neuen Konstrukt der Zeitungen selbst die Chefredaktion und hatte aber genug Vertrauen in die Arbeit von Osaki Shiko, dass dieser jetzt ganz Offiziell als einfacher Redakteur die Arbeit an den 戦争クロニクル帝国日本 – Sensō kuronikuru teikoku Nihon (Die Kriegschroniken des Kaiserlichen Japan) fortführen durfte.
Alle verbleiden Angestellten und auch einige neue die von der Kokumin kamen, belagerten Osaki Shiko und löcherten ihn mit Fragen über seinen Vater. Lebe er wirklich noch? Seit acht Wochen hat ihn Niemand gesehen. Ist er wirklich bereit sein Lebenswerk zu opfern?
Als diese Fragen lies Osaki Shiko unbeantwortet!
„Wir haben Arbeit vor uns…“ begann er seinen Vortrag im Beisein der neuen Verlagsleitung.
„Wenn ich eines von meinem Vater geerbt habe, dann ist es sein Instinkt zur Geopolitik.“
Das führte zu einem lauten Raunen im Saal, denn alle dachten sofort an den Leitartikel zum Flottenbesuch in Frankreich, der fast einen Krieg ausgelöst hätte.
„Es wird Krieg geben!“
„Ich weiß nicht gegen wen, aber es wird im Sommer sein!“
Jetzt starrten alle mit offenem Mund auf Osaki Shiko!
„Es ist ganz einfach – Japan hat seine Kriege außer dem letzten der von außen aufgezwungen worden war, immer im Frühjahr oder Sommer begonnen und die Modernisierung der Flotte wird zum Ende des Frühlings weitgehend abgeschlossen sein. Vielleicht wird etwas inszeniert so dass es wie ein Angriff auf Japan aussieht, aber es wird Japan sein das diesen Krieg herbeiführt!“
Jetzt erhob Fukuzawa Toyokuni das Wort:
„Ich denke das stimmt! Meine Herren, lassen sie den jungen Herrn Osaki machen, ich denke wir haben den richtigen gefunden, nachdem sein Vater nicht mehr zur Arbeit in der Lage ist.“
Damit löste sich die Gesellschaft in der Redaktion auf und Osaki Shiko machte sich an die Arbeit die aktuelle Situation zu bewerten.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Dienstag 10. März 1942
Osaki Shiko schien Recht zu behalten. Die Spannungen mit Russland konnte ohnehin jederzeit eskalieren, aber in den letzten Wochen ließ die japanische Regierung keine Gelegenheit aus um Deutschland zu reizen.
Kaiser Wilhelm II. war vor knapp einem Jahr verstorben, aber in Japan hatte davon Niemand wirklich Notiz genommen. Das Deutsche Kaiserreich war schon lange nicht mehr dasselbe, weil sein alternder starrsinniger Regent seit Jahren nicht mehr bereit war mit der Zeit zu gehen.
Die Monarchie in Deutschland wurde fortgeführt von Friedrich Wilhelm Victor August Ernst von Preußen und erschien eher schwächlich.
Das Japan sich Deutschland zum Ziel auserkoren hatte, war wohl etwas beliebig zustande gekommen. Osaki Shiko empfand die US Amerikanischen Philippinen als das lohnendste Ziel in Asien und diese konnte man auch direkt angreifen. Scheinbar hielt es das Japanische Oberkommando aber für zielführender die Philippinen zuerst von Amerika abzuschneiden. Denn dann machte ein Krieg gegen Deutschland Sinn. Würde Japan die Marianen Inseln einnehmen, wären die Philippinen von drei Seiten durch japanisches Gebiet begrenzt und die US Navy würde einen unglaublichen Umweg nehmen müssen um zu den Philippinen zu gelangen.
„So könnte es geplant sein“ flüsterte Shiko und widmete sich den nächsten Unterlagen.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Donnerstag 07. Mai 1942
Die vergangenen Wochen blieb die Lage stabil und die Welt schien den Atem anzuhalten. Marine-Nachrichten gab es nur wenige und dadurch hatte Osaki Shiko Zeit sich in der neuen Realität zurecht zu finden und einige getreue Kollegen um sich zu scharen um sein eigenes Netzwerk aufzubauen. Das war ihm nicht nur Recht, sondern auch nötig. Viele der Informanten zu denen sein Vater ein fast schon familiäres Vertrauen hatte, zeigten Shiko die kalte Schulter. Er würde sich dieses Vertrauen erst verdienen müssen, also nutzte er die Zeit zum Klinken putzen.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Montag 15. Juni 1942
Osaki Shiko kam mühsam voran, er hatte nicht gewusst wie schwierig es war Informanten bei Laune zu halten und damit stieg sein Vater, von dem er immer noch nichts gehört hatte, ganz erheblich in seinem Ansehen.
Immerhin hatten die Fragen nach seinem Vater fast völlig aufgehört. Die Welt drehte sich weiter mit oder ohne Osaki Satoshi, das spielte für den Rest der Menschen wohl keine besondere Rolle. Shiko empfand eine Bitternis wie schnell die Leute vergaßen und sich anderen Dingen zuwandten.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Freitag 31. Juli 1942
Es war früh am Morgen des einunddreißigsten Julis. Osaki Shiko war gerade erst selbst in der Redaktion angekommen und hatte seine Jacke noch nicht abgelegt. Er hatte es sich angewöhnt früh morgens in den Verlag zu kommen um den finalen Druck zu begutachten bevor dieser auf die Straße entlassen wurde. Der Krach der Druckerpressen hing ihm noch in den Ohren, als er hinter sich ein Geräusch wahrnahm.
Er drehte sich um und sah im finsteren Türrahmen zur Redaktion einen Geist. Eine völlig ausgemergelte Gestalt. Fahl im Gesicht und dünn wie ein Papier. Er brauchte zwei Minuten um zu verstehen, dass er da seinen Vater in der Tür stehen sah…
„Ich habe es gerade eben mit meinem privaten Marine-Funkempfänger gehört den mir ein guter Freund gegeben hat – die Briten haben bei Papeete mehrere unserer Schiffe versenkt – auch ein schwerer Kreuzer – die Maya – soll torpediert worden sein – Shiko die Briten haben Japan angegriffen – Shiko – wir haben KRIEG!“
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#224 RTW2-JAP#
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Wir Danken Euch! Gleichwohl empfehlen Wir statt Popcorn lieber eine große Tüte Maronen die Ihr genüsslich und allmählich verspeisen könnt! Wir haben nämlich vernommen, dass die Truppen Weihnachten zu Hause verbringen werden - also ja - es wird hier vermutlich vor Weihnachten nicht weitergehen.
Der Grund ist recht banal - Wir haben mit dem AAR jetzt in etwa den Ingame-Spielstand erreicht wo wir im Mai 2020 aufgehört haben zu spielen - nach einer zugegeben wirklich hoch interessanten Schlacht Wir müssen jetzt also prüfen: Läuft das Spiel überhaupt noch? Finden Wir nach vier Jahren überhaupt wieder Zugang zu RTW2, nachdem Wir einige RTW3 Spiele hatten?
Also kommen Wir sowohl gedanklich wie auch technisch wieder in Unseren AAR-Spielstand rein oder denken Wir bereits zu sehr RTW3? Und dann müssen Wir wenn das alles passt überhaupt erst mal diesen Krieg zu Ende spielen und speziell das könnte Wochen dauern! Bevor Wir den Ausgang dieses Kriegs aber nicht kennen, werden Wir nicht weiterschreiben - alleine schon weil Wir sonst nicht wissen ob es nur ein weiterer Kolonialkrieg wird oder ein Weltkrieg. Soviel sei verraten - es ist kein Krieg mit nur zwei Nationen...
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Der Sommer bringt einen Paukenschlag. Das Kaiserreich Japan erklärte Großbritannien den Krieg.
Auslöser der kriegerischen Krise war eine Explosion auf einem schweren Kreuzer der japanischen Kriegsmarine und dessen Untergang. Japan ging von einem Attentat aus und vermutete die Drahtzieher im Londoner Naval Office.. Diese Entwicklung kann nur als höchst überraschend bezeichnet werden, da sich zuvor aufgrund des aggressiven Auftretens der japanischen Regierung Krisen mit Frankreich, Russland und Deutschland abgezeichnet hatten. Über den Kriegsverlauf kann nur spekuliert werden, auch wenn die Royal Navy die stärkste Seestreitmacht der Welt sein dürfte. Das Königreich hat weltweit Kolonien und Seewege zu schützen und dürfte in Asien nicht mit voller Stärke antreten können. Zudem ist die japanische Marine modern und setzt auf Luftstreitkräfte.
Es ist zu erwarten, dass die japanische Marine Überraschungslandungen in Südostasien durchführen wird, bevor die Briten in Asien massiv auftreten können.
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habt Dank! Wir werden sehen was letztlich passiert - allerdings:
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Werte Regentschaft,
Wir sind jetzt doch auf technische Probleme gestoßen! Das kleinere Problem ist, dass das Copy&Paste der Gefechtsergebnisse nicht mehr funktioniert weil das Spiel Probleme mit der Zwischenablage meldet. Das größere Problem ist, dass das Spiel bei bestimmten Luftangriffen einfriert. Bislang konnten Wir das retten, wenn Wir auf deutlich ältere Spielstände zurückgehen und neu anfangen. Das ist allerdings aufwendig und wird vielleicht zum Showstopper werden. Aktuell haben Wir eine astreine Trägerschlacht und mussten etwa 20mal den Prozess abschießen und neu laden. Wir hatten die ganze Zeit noch RTW 1.22 und sind erst mal obwohl Wir das vermeiden wollten auf 1.26 gegangen - wohl die finale Version! Da hat es aber die Freezes ebenfalls. Bei einem kurzen Test in einer extra VM - also einer frischen Installation - scheint es besser zu laufen, aber das erhöht den Aufwand erheblich - Wir schauen das Wir das aktuelle Gefecht fertig spielen und dann müssen Wir Uns überlegen wie es weitergeht
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die gute Nachricht ist, die Träger-Schlacht ist geschlagen. Die bessere Nachricht ist, die Freezes sind heute nicht mehr aufgetreten. Die schlechte Nachricht ist, Wir wissen nicht warum es heute nicht mehr passiert ist? Vielleicht doch die Version 1.26? Spontane Selbstheilung über Nacht? Wir wissen es nicht!
Die etwas *grmppf* Nachricht ist, der Krieg konnte heute zudem beendet werden. Das ist für die Regentschaft aber vielleicht gar nicht so schlecht, weil damit können Wir im AAR fortfahren! Aber vielleicht tun Wir das Spiel jetzt erst mal durchspielen! Weil eine AAR-Ende nach diesem Krieg, wäre Uns nicht recht. Wir hatten gehofft, dass dieser Krieg viele Jahre dauert, er ist aber kürzer als gewünscht, wenn es auch der Krieg mit den bislang meisten Gefechten gewesen ist! Also ja - bald wird wieder berichtet
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Alternative Weltgeschichte ist (k)ein Wunschkonzert, was passiert, das passiert eben. Auch wenn (welch ketzerischer Gedanke) Japan mal eine Abreibung kassieren sollte, ist das eben so.
Aber es stimmt, dieses epische Machwerk sollte schon angemessen beendet werden und nicht mit einem simplen Friedensschluss, weil irgend eine Bevölkerung meutert.
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habt keine Angst, der gerade beendete Krieg wird Euch in mehrfacher Weiße von den Socken hauen! Da passiert einiges was es noch nicht gegeben hat in diesem AAR! Allerdings hatten Wir schon auf einen LANGEN Krieg gehofft um den AAR danach beenden zu können. Die Jahre nach etwa 1947/1948 sind in RTW2 nämlich nicht mehr wirklich gut. RTW2 läuft offiziell bis 1955, aber alles was ab etwa 1945 an Technologie dazu kommt ist nicht mehr wirklich gut umgesetzt. Das passiert tatsächlich erst in RTW3, weshalb Wir diesen Zeitraum gerne weggelassen hätten. Nun ja Wir werden sehen ob Japan nicht noch ein wenig zündeln kann
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Wir haben das Spiel heute abgeschlossen - also durchgespielt!
Ebenfalls liegt das allerletzte Kapitel dieses AARs seit fünf Minuten fix und fertig geschrieben und mit BBCode versehen auf Unserer Festplatte!
Nun werden Wir einige organisatorische Tätigkeiten durchführen, welche die weiteren Arbeiten erleichtern, und dann werden Wir vielleicht schon diese Woche - also noch vor Weihnachten - das erste Kapitel des siebten Kriegs veröffentlichen! Die Truppen sind somit an Weihnachten wohl doch nicht zu Hause!
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Der japanische schwere Kreuzer Maya hatte die Heimatinseln bereits vor Wochen verlassen. Die neue ungeübte Besatzung benötigte dringend Erfahrung auf See. Nach einem Aufenthalt auf Formosa, bei dem es ausgedehnte Munitions-Beladungsübungen gegeben hatte, besuchte der Kreuzer Hong Kong bevor Kurs auf die Südsee genommen worden war. Das Trainingspensum war hart und Kaigun-taisa Nabeshima Shunsaku wollte seiner Besatzung einige ruhige Tage auf den Polynesischen Inseln gewähren um auszuspannen. Danach plante der Kommandant eine Sturmfahrt über den Zentralpazifik zurück nach Japan.
Die Maya hatte gerade die Fidschi-Inseln weit nördlich passiert und würde auch Samoa nördlich passieren bevor endgültig Kurs auf Papeete gesetzt werden sollte. Der Kaigun-taisa hielt den Abstand zu den Fidschis für ausreichend und dachte nicht im Ansatz daran in Schwierigkeiten zu geraten.
Dass die örtliche Garnison der Royal Air Force zusammen mit der Royal Navy genau in diesem Seegebiet ein Manöver abhielt, konnte Kaigun-taisa Nabeshima Shunsaku nicht wissen.
Es war eine finstere Mondlose Nacht und so unerfahren wie seine eigene Besatzung gewesen war, so unerfahren waren auch die Britischen Piloten.
Aufgabe der Royal Air Force war die Suche nach einem U-Boot und die Markierung der potentiellen Position mit Leuchtmarkierungen.
Als auf der Maya die Alarm Sirenen losheulten lag Kaigun-taisa Nabeshima Shunsaku in seiner Koje. Er hatte noch nicht nach seiner Hose gegriffen, da hörte und spürte er eines der Flak-Geschütze in der Nähe seine Kabine und durch das Fenster sah er einen Orangenen Schein am Himmel aufblitzen, dann war Ruhe und durch die Bordsprechanlage donnerte ein hektisches „Feuer einstellen – Feuer einstellen!“
Ein unerfahrener britischer Pilot hielt den Schatten der Maya auf der Meeresoberfläche für ein aufgetauchtes U-Boot und belegte dieses Übungsziel wie geplant mit Leuchtmitteln. Eine unerfahrene japanische Flak-Mannschaft hielt den Fackelschein für herabfallende Bomben und belegte das im Lichtschein erkennbare Flugzeug mit Beschuss. Es war der erste scharfe Schuss im Leben dieses Flak-Schützen und es war ein guter Schuss. Das Flugzeug zerplatze in einer wie er fand herrlichen Explosion.
Keine fünfhundert Meter entfernt hatte der Kommandant des Minenleger U-Bootes E-63 den Vorfall durch das Sehrohr mit angesehen. Er zählte Zwei und Zwei zusammen kannte die extrem angespannte Weltpolitische Lage und wähnte sich im Krieg mit Japan, von dem er nur noch nicht unterrichtet worden war. Drei Torpedos müssten wohl reichen nach seiner Ansicht und wenige Minuten später zerrissen drei heftige Explosionen den japanischen Kreuzer. Er tauchte auf und funkte seine Erfolgsmeldung an seine Befehlshabende Stelle.
Etwa zweitausend Seemeilen weiter östlich empfing der Kommandant der 2. Britischen leichten Kreuzer Division die Erfolgsmeldung ebenfalls und wurde Kreidebleich im Gesicht. Er befand sich auf einer Aufklärungsmission nahe Japanisch Polynesien und in direkter Reichweite der japanischen Bomber auf dem Stützpunkt von Papeete. Anders als bei Fidschi stand die Sonne hier längst hoch am Himmel und sein Geschwader auf dem Präsentierteller.
Sein Auftrag war es gewesen die exakte Stärke und Zusammensetzung der Kaiserlich Japanischen Marine in Polynesien zu ermitteln.
Marineministerium der Kaiserlich Japanischen Marine – Freitag 31. Juli 1942
Marineminister Shimada Shigetarō war stinkwütend darüber, dass er mitten in der Nacht aus dem Bett geholt worden war. Schlimmer noch, der Bote wusste nicht aus welchem Grund er den Minister sofort ins Ministerium holen sollte.
Dort angekommen war bereits alles strahlend hell erleuchtet und der Parkplatz vor dem Gebäude war voll mit Fahrzeugen die Offiziere abgeholt hatten, welche nun ins Ministerium stürmten.
Als der Marineminister in die Empfangshalle trat, brüllte er direkt los:
„Kann mir irgendjemand der Anwesenden verdammt noch mal erklären was das hier soll?“
Osaki Giichi stand etwa in der Mitte der Treppe die in die oberen Etagen führte. Er drehte sich um und räusperte sich so laut es möglich war. Shimada Shigetarō erkannte sofort seinen Chef der Kommunikationsabteilung im Ministerium und schauend diesen fragend an:
„Herr Minister Ich berichte – Wir konnten vor kaum mehr als einer Stunde einen britischen Funkspruch abfangen der mit dem British Cypher No. 3 Code verschlüsselt gewesen ist. Die Deutschen haben die Britischen Naval Code schon vor Jahren geknackt und Wir haben den Deutschen dieses Geheimnis entlockt. Soweit so gut!“
„Also was besagt dieser Funkspruch?“
„Der Kommandant des britischen Minenleger U-Bootes E-63 teilt darin mit, dass er es bedauert keine Informationen über den zwischenzeitlichen Ausbruch der Feindseligkeiten mit dem Japanischen Kaiserreich erhalten zu haben. Er wähnte sich noch in seinem geplanten Manöver als er den Luftangriff der Royal Air Force auf einen japanischen Kreuzer der Maya-Klasse beobachtet hat. Der schwere japanische Kreuzer hätte umgehend die britischen Bomber unter Beschuss genommen und vom Himmel geholt. Da er sich in praktisch optimaler Schusslage befand, so der U-Boot-Kommandant weiter, habe er umgehend den feindlichen Kreuzer mit drei Torpedos angegriffen und versenkt!“
Schweigen durch zog den Eingangsbereich…
„Er freue sich sehr den ersten großen Fang in diesem Krieg gemacht zu haben und erwarte Befehle ob er seine Minen in Japanisch Polynesien zum Einsatz bringen soll? Sein Treibstoffvorrat sei ausreichend um Papeete in wenigen Tagen zu erreichen.“
„Herr Minister – die Maya antwortet nicht auf unsere Funkrufe und nach den Plänen die uns Kaigun-taisa Nabeshima Shunsaku hat zukommen lassen, muss sich die Maya tatsächlich exakt jetzt nördlich der Fidschi-Inseln bzw. bei Samoa befinden.“
„Samoa – wie spät ist es dort?“
„Herr Minister dort ist etwa jetzt Sonnenaufgang – am Dreißigsten Herr Minister – Samoa liegt Stunden hinter der Weltzeit zurück – es ist dort jetzt Sechs Uhr Dreißig Herr Minister.“
„Und gab es zuletzt irgendwelche Anzeichen, dass das British Empire vor hatte uns den Krieg zu erklären?“
„Die Royal Navy hat in den letzten Wochen voll Mobilisiert Herr Minister, wie auch die Kriegsmarine, die Marine nationale française, und die Zarenflotte. Einzig die US Navy und die Regia Marina liegen noch verankert in ihren Heimathäfen.“
„Wo steht die Royal Navy jetzt?“
„Nach den letzten Erkenntnissen befindet sich ein größeres Geschwader in der Südsee. Zusammensetzung unbekannt. In Britisch Malaya liegen britische Flugzeugträger und im indischen Ozean ebenfalls. Beide Male aber nur die üblichen Kolonialkräfte. Das Gros der Royal Navy befindet sich in der Nordsee. Einzig das Geschwader in der Südsee ist ungewöhnlich groß. Die Zarenflotte hat seit dem letzten Krieg beständig größere Mengen an Schiffen in Wladiwostok liegen und alle anderen befinden sich in ihren Heimatgewässern.“
„Papeete?“
„Wir haben nur leichte Kräfte Vor-Ort Herr Minister.“
„Ist das ein Britischer Versuch uns aus der Südsee heraus Zudrängen?“
„Warum Herr Minister?“
„Das frage ich Sie!“
„Es spielt keine Rolle Herr Minister – die Royal Air Force hat scheinbar unseren schweren Kreuzer Maya bombardiert woraufhin sicher die Maya verteidigt hat. Die Maya und ihr Kommandant wähnten sich im Frieden Herr Minister und die anschließende Torpedierung durch das britische U-Boot E-63 sprechen doch für ein koordiniertes Vorgehen von Royal Air Force und Royal Navy. Der ahnungslose Funkspruch kann auch nur der Versuch einer Ablenkung sein!“
„Einen Krieg kann ich nicht anordnen – das muss der Tennō genehmigen. Es ist mitten in der Nacht und die Zeitverschiebung zur Südsee und nach London machen es nicht besser!“
„Herr Minister?“
„Verständigen Sie alle unsere Kommandanten – sämtliche Einheiten sollen sich zum Auslaufen klarmachen. Verstärkte Luftüberwachung für alle Seegebiete und alle Stützpunkte. Sämtliche britischen Schiffe die ausgemacht werden sind aufzufordern Kurs auf ihre Häfen zu nehmen, wenn dies nicht sowieso der Fall ist. Bei Zuwiderhandlung sollen unsere Aufklärer Bomben vor den Bug setzen!“
„Und Papeete Herr Minister?“
„Funken Sie das Regional Kommando von Armee und Marine an und teilen Sie mit, dass sich alle Einheiten auf einen möglichen Angriff britischer Kriegsschiffe vorbereiten sollen. Sollten sich britische Kriegsschiffe den Inseln nähern sind diese als feindliche einzustufen und anzugreifen!“
„Ohne Kriegserklärung Herr Minister?“
„De facto haben die Briten mit der Versenkung der Maya uns den Krieg erklärt!“
„Ich warte nicht bis weitere unserer Schiffe unprovoziert versenkt werden.“
„Wenn die Briten Krieg wollen, dann sollen Sie Krieg bekommen!“
„Und jetzt will ich exakte Informationen darüber haben was wir haben und wo es sich derzeit befindet und was die Briten haben uns wo sich derzeit befindet – LOS!“
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Die Kaiserlich Japanische Marine im Juli 1942
Zu Beginn des Kriegs bestand die Kaiserlich Japanische Marine aus den folgenden Einheiten:
1 Schlachtschiff der Hatsuse-Klasse (40.000 Tonnen)
1 Schlachtschiff der Shikishima-Klasse (49.000 Tonnen)
2 Schlachtschiffe der Fuso-Klasse (je 70.000 Tonnen)
1 Schlachtschiff der Yamashiro-Klasse (58.000 Tonnen)
1 Schlachtschiff der Yashima-Klasse (90.000 Tonnen
1 Schlachtschiff der Katori-Klasse (90.000 Tonnen
1 Schlachtkreuzer der Ikoma-Klasse (45.000 Tonnen)
2 Schwere Kreuzer der Chokai-Klasse (je 27.000 Tonnen)
2 Schwere Kreuzer der Suzuya-Klasse (je 26.000 Tonnen)
4 Schwere Kreuzer der Yakumo-Klasse (je 38.000 Tonnen)
3 Leichte Kreuzer der Akitsushima-Klasse (je 8.000 Tonnen)
3 Leichte Kreuzer der Niitaka-Klasse (je 8.000 Tonnen)
3 Leichte Kreuzer der Chikuma-Klasse (je 8.000 Tonnen)
4 Leichte Kreuzer der Hirado-Klasse (je 8.000 Tonnen)
3 Leichte Kreuzer der Tatsuta-Klasse (je 10.000 Tonnen)
4 Leichte Kreuzer der Nagara-Klasse (je 10.000 Tonnen)
8 Leichte Kreuzer der Natori-Klasse (je 10.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Kaga-Klasse (je 28.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Akagi-Klasse (je 32.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Shokaku-Klasse (je 40.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Taiho-Klasse (je 44.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Hiyo-Klasse (je 52.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Shinano-Klasse (je 56.000 Tonnen)
2 Flottenflugzeugträger der Katsuragi-Klasse (je 60.000 Tonnen)
2 Leichte Flugzeugträger der Zuiho-Klasse (je 16.000 Tonnen)
2 Leichte Flugzeugträger der Unyo-Klasse (je 16.000 Tonnen)
12 Zerstörer der Asagiri-Klasse (je 2.500 Tonnen)
12 Zerstörer der Ayanami-Klasse (je 2.500 Tonnen)
12 Zerstörer der Minekaze-Klasse (je 2.500 Tonnen)
12 Zerstörer der Namikaze-Klasse (je 2.500 Tonnen)
12 Zerstörer der Asakaze-Klasse (je 2.000 Tonnen)
11 Zerstörer der Yuzuki-Klasse (je 2.000 Tonnen)
12 Zerstörer der Momi-Klasse (je 1.500 Tonnen)
12 Zerstörer der Maki-Klasse (je 1.500 Tonnen)
10 Zerstörer der Kaba-Klasse (je 1.500 Tonnen)
11 Zerstörer der Uzuki-Klasse (je 1.500 Tonnen)
10 Zerstörer der Hakaze-Klasse (je 900 Tonnen)
17 Zerstörer der Hamanami-Klasse (je 900 Tonnen)
11 Korvetten der Peking Maru-Klasse (je 900 Tonnen)
12 Korvetten der Koan Maru-Klasse (je 900 Tonnen)
9 U-Boote Typ I-63
8 U-Boote Typ I-73
9 U-Boote Typ I-83
18 U-Boote Typ I-93
12 U-Boote Typ I-113
12 U-Boote Typ I-114
12 U-Boote Typ I-119
12 U-Boote Typ I-120
12 U-Boote Typ I-132
20 Motortorpedoboot-Geschwader (Küstenschutz)
In Bau befanden sich im Juli 1942 folgende Einheiten:
4 Schwerere Kreuzer der Izumo-Klasse (je 40.000 Tonnen)
Nach der ersten Aufregung begab sich Marineminister Shimada Shigetarō in sein Büro. Im Minutentakt kamen Boten, Ordonanzen, Offiziere und alle die irgendwelche Befehle erhalten hatten oder entgegennehmen sollten in sein Dienstzimmer.
Was am meisten störte, war das aktuell keine Funkverbindung mehr nach Papeete bestand. Die ersten Befehle konnten übermittelt werden und waren auch bestätigt worden, aber seitdem herrschte Funkstille, was kein allzu gutes Zeichen war.
Dann erschien Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku im Büro und der Minister schickte alle anderen Anwesenden nach draußen.
„Nun Herr Minister – jetzt ist es also soweit?“
„Ja Admiral, jetzt ist es soweit!“
„Das hat sich die Führung anders vorgestellt oder nicht?“
„Ja Sie haben recht, es hätte anders stattfinden sollen. Mit einem Präventivschlag der Royal Navy – so es denn überhaupt ein Präventivschlag ist – hat Niemand gerechnet!“
„Nun meine Denkschrift, dass wir allmählich ins Hintertreffen gelangen, wenn wir uns nicht auch mal Freunde suchen ist ihnen bekannt Herr Minister. Die Industriellen Möglichkeiten Europas sind ungleich größer als jene von Japan. Und dabei reden wir noch nicht über die Vereinigten Staaten von Amerika!“
„Wir sind zwar bei Trägern noch immer überlegen, aber beim Rest ist das nicht so Eindeutig Herr Minister…“
„Ich weiß Admiral, aber wir haben immerhin noch Sie!“
„Ich kann aber nicht überall sein mit der Flotte. Wir müssen die Kräfte zusammenhalten und dazu gefällt mit nicht was die Russen in Wladiwostok versammelt haben. Alleine schon wegen der Latenten Gefahr das Russland diese Situation ausnutzen könnte, müssen wir beständig einen nicht geringen Teil der Flotte in japanischen Gewässern bereithalten. Diese Schiffe fehlen mir im Pazifik. Wenn wir wirklich gegen die Amerikaner losschlagen müssen, brauche ich jeden einzelnen Flugzeugträger um die US Stützpunkte im Zentral Pazifik auszuschalten. Und das müssen wir tun um in Ruhe die Philippinen angreifen zu können.“
„Aktuell ist wohl ein anderer Ort von Interesse!“
„Da haben Sie Recht Herr Minister. Wir müssen also die Russen im Auge behalten. Die Flankenbedrohung durch die Philippinen berücksichtigen und dann trotzdem genug Kräfte frei haben um British Malaya endlich auszuschalten! Wie soll das funktionieren?“
„Das ist ihre Aufgabe Admiral, aber Sie dürfen sich nicht zu viel Zeit lassen. Noch scheint der größte Teil der Royal Navy in Europa zu verweilen, aber das wird sich jetzt sehr schnell ändern.“
„Ja das sehe ich auch so, Singapur muss fallen. Dann haben wir vielleicht 3 Monate bis die gesamte Royal Navy in der Region steht. Fällt Singapur zuvor, fehlt den Briten die Nachschubbasis für ihre Flotte. Aber eine Invasion von Singapur ist etwas völlig anderes als ein Überraschungsangriff auf eine Flotte wie vor sieben Jahren bei Wladiwostok!“
„Haben Sie nicht einen Plan in der Schublade liegen?“
„Kaigun-taisa Genda Minoru hat selbstverständlich einen Angriffsplan auf British Malaya vorbereitet. Dieser und auch die Varianten, sehen aber vor das sich der Kern der Britischen Flotte in Asien auch wirklich bei Malaya befindet! Jetzt stehen die meisten Träger in See und sind vermutlich auf dem Weg nach Polynesien.“
„Dazu kommt die Frage: Haben wir überhaupt Krieg? Von den Briten selbst haben wir keine Kriegserklärung erhalten. Wir selbst haben den Briten auch keine Kriegserklärung übergeben. Alles was wir aktuell wissen ist das ein vermutlich britisches U-Boot, dessen Kommandant ganz offensichtliche keine entsprechenden Befehle hatte, unseren Kreuzer Maya versenkt hat!“
„Ja an diesem Problem arbeiten wir, aber selbst wenn sich herausstellt das dieser U-Boot Kommandant eigenmächtig gehandelt hat, sind die weitere Feindseligkeiten nicht mehr zu vermeiden. In wenigen Stunden wird sich herumsprechen was passiert ist. Dafür wissen schon zu viele Bescheid um es noch zu vertuschen und dann wird das japanische Volk Vergeltung fordern!“
„Nein Admiral – Sie sind der Befehlshaber der Flotte – erledigen Sie ihre Arbeit – Versenken Sie die Britische Flotte im Pazifik bevor die Briten eigene Überlegungen anstellen was ihre Flotte jetzt zu tun hat!“
„Dann verabschiede ich mich jetzt Herr Minister – ich muss an Bord meines Flaggschiffes und Befehle erteilen um die Flotte auf See zu bringen!“
„Können Sie das nicht aus dem Hauptquartier heraus erledigen?“
„Ich muss von See aus führen. Nur wenn ich zeitnahe Informationen habe kann ich die Flotte Richtig einsetzen. Was nutzt mir ein Wetterbericht mit allgemeinen Daten, wenn ich nicht weiß wie die Bedingungen direkt im Einsatzgebiet tatsächlich sind?“
„Also gut Admiral – ich erwarte ihre Erfolgsmeldung bevor dass alles noch mehr außer Kontrolle gerät!“
Etwa anderthalb Stunden später schritt Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku die Gangway der Yashima hinauf. Beim Betreten des Schlachtschiffes wurde er bereits von seinem Stabschef Kaigun-shōshō Ugaki Matome erwartet.
„Das kam eben gerade aus Papeete!“
„Was steht drinnen?“
„Der Stützpunkt-Kommandant meldet das die Zerstörer Makigumo und Kiyonami zu Sinken begonnen haben!“
„Also haben die Briten wirklich angegriffen?“
„Es begann wohl gegen Sieben Uhr Dreißig Ortszeit. Das ist jetzt etwas über eine Stunde her.“
„Geben Sie Befehl zum Auslaufen. Ich will raus aus dem Hafen, auf See sind wir flexibler. Es scheint also doch ein britischer Präventivschlag zu sein. Es wäre nicht gut, wenn sich ein britisches U-Boot hier als Speerbrecher versucht und in den Hafen eindringt.“
„Zu Befehl – das Schiff und seine Begleiter sind klar zum Auslaufen. Die Achte Träger-Division hat die Bucht bereits verlassen. Genda hat darauf bestanden die Träger sofort auf See zu bringen, auch wenn Nagumo dem zuerst widersprochen hat.“
„Der Kaigun-chūjō hat immer noch nicht verstanden was Flugzeugträger zu leisten im Stande sind. Auch die Britischen!“
„Wäre es nicht besser Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi mit einem anderen Kommando zu betrauen?“
„Dafür ist es jetzt zu spät. Wenn wir in dieser Situation den Kommandanten der Kidō Butai austauschen haben wir nur noch mehr Unordnung.“
„Also ich brauche jetzt doch noch die Übersicht über unsere Flotte. Es kann sein das wir umgruppieren müssen. Die neueren besseren Einheiten sollten wir zusammenfassen und nach Süden schicken. Es ist der schlagkräftigste Kern den wir haben. Es macht keinen Sinn das wir einen Teil unserer besten Schiffe hier im Norden belassen, weil der russische Bär seine Nase aus der Höhle stecken könnte. Wir haben auf den Heimatinseln so viele große gut ausgebaute Luftstützpunkte, dass muss ausreichen um der russischen Flotte Angst einzujagen!“
„Gehen Sie schon vor, ich hole die Unterlagen gleich aus dem Archiv.“
„Gut – und ich benötige auch alle Funksprüche aus dem Südpazifik um mir ein Bild zu machen was dort vor sich geht!“
Kaigun-taisa Yoshimura Masatake kommandierte das kleine japanische Geschwader bei Polynesien. Sein leichter Kreuzer Yahagi und vier Begleitzerstörer waren bei Sonnenaufgang ausgelaufen um dem Kreuzer Maya ein Stück entgegen zu fahren. In den letzten Wochen waren in diesem Seegebiet immer wieder auch große britische Schiffe registriert worden und es mochte der Maya gefallen nicht gänzlich ohne Eskorte unterwegs sein zu müssen.
Als der Funkspruch einging konnte und wollte er diese Meldung nicht glauben:
„Kreuzer Maya von britischem U-Boot bei Samoa versenkt. Weitere Feindseligkeiten können nicht ausgeschlossen werden. Situation unklar.“
Kaigun-taisa Yoshimura Masatake schüttelte den Kopf, griff zum Sprechgerät und donnerte los:
„Gefechtsalarm, Gefechtsalarm, dies ist keine Übung, Gefechtsalarm, Gefechtsalarm…“
Dann drehte er sich zu seinem ersten Offizier um und wies diesen an die vier Zerstörer zu unterrichten und von Papeete verstärkte Seeaufklärung und Jagdschutz anzufordern.
Viel war das nicht und auch die Luftstreitkräfte waren kaum der Rede wert. Eine Woche zuvor hatte ein Flugzeugträgerverband der Royal Navy dieses Gebiet durchquert. Sollten diese Träger noch in der Nähe anwesend sein, gab es nicht viel mehr auszurichten als als Zielscheibe zu fungieren!
Er hatte die Befehle gerade erst erteilt, da wurde bereits der erste Kontakt gemeldet!
Es blieb keine Zeit um Befehle anzufordern!
Was sollte er tun?
Abwarten was passiert?
Oder das Feuer eröffnen und damit womöglich einen Krieg auslösen der noch zu verhindern war?
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#225 RTW2-JAP#
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Das unbekannte Schiff befand sich gerade so außerhalb der Artillerie Reichweite der Yahaghi. Kaum eine Minute später schälte sich ein zweiter Umriss aus dem aufsteigenden und sich verflüchtigendem morgendlichem Dunst. Kaigun-taisa Yoshimura Masatake fluchte leise vor sich hin, dass die Luftaufklärung viel zu spät aufgestiegen war, anderenfalls hätte man diese Schiffe wohl schon Stunden zuvor ausgemacht. Nun musste er mit der Situation umgehen.
Die Maya von einem U-Boot versenkt, mehrere unbekannte Schiff mit Kurs auf Polynesien in unmittelbarer Reichweite.
Das konnte kein Zufall sein!
Es spielte keine Rolle mehr! Im Frieden fuhren Frachtschiffe nicht im Konvoi und weitere eigene Kriegsschiffe waren nicht angekündigt gewesen.
Es musste der Feind sein und sein womöglich einziger Vorteil war der Umstand das sich diese feindlichen Kriegsschiffe zwischen ihm und seinem leichten Kreuzer sowie der 3. Japanischen Zerstörer Division befanden. Das war ein taktischer Vorteil, aber nur, wenn er diese Gefechtslage sofort ausnutzen würde.
„Feuer frei“ donnerte Kaigun-taisa Yoshimura Masatake auf der Brücke und mit diesen Worten hatte der Krieg im Pazifik um Sieben Uhr Neununddreißig am Dreißigsten Juli Neunzehnhundertzweiundvierzig Ortszeit offiziell begonnen!
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Der Gegner wurde nur Minuten später als leichter Kreuzer der Pique-Klasse samt Geleitzerstörern angesprochen, aber dies mochte lediglich der Aufklärungsverband des Trägergeschwaders sein, das nur Tage zuvor gesichtet worden war.
Als ein moderner Leichter Kreuzer der Melampus-Klasse identifiziert wurde begann Kaigun-taisa Yoshimura Masatake sich Sorgen zu machen. Der Feuerkraft dieses Schiffes war er unterlegen und gegen zwei leichte Kreuzer würde er niemals bestehen können. Er funkte den Stützpunkt Papeete an und forderte umgehende Luftunterstützung. Bis die Bomber startklar waren, musste er aber mit der Lage alleine zurechtkommen!
Kaum hatte Kaigun-taisa Yoshimura Masatake diese defensive Hinhalte-Taktik angeordnet, da erzielte der Gegner die ersten Treffer auf der Yahagi!
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Dann aber gelangen der Yahagi in schneller Folge mehrere Treffer auf der Melampus-Klasse und Kaigun-taisa Yoshimura Masatake schöpfte neue Hoffnung. So konnte es gelingen den Feind auf Distanz zu halten und die Bomber ihre Arbeit machen zu lassen.
Der Rückschlag folgte sofort. Der zweite Leichte Kreuzer der Royal Navy feuerte eine Salve auf den Zerstörer Kiyoshimo ab und sprengte mit einem Volltreffer den Bug Turm auseinander. Dass es den Zerstörer nicht sofort zerrissen hatte, war blanker Zufall.
Die japanischen Zerstörer antworteten mit einer Torpedosalve um den Feind zumindest in Unordnung zu bringen.
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Noch bevor die Torpedos ihre Ziele erreichten, meldete die Makigumo schwere Treffer und Wassereinbruch. Die Trefferquote des Gegners war unerwartet hoch und die japanischen Zerstörer bekamen dies zu spüren. Diese Antworteten mit einer zweiten Salve Torpedos in der Hoffnung den Feind im Zweifel nur mit Zufall aus dem Wasser zu sprengen. Die alten japanischen 900-Tonnen Zerstörer hatten aber einfach zu wenige Torpedos um wirklich erfolgreich sein zu können mit dieser Jahrzehnte alten Taktik.
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Immerhin war die gegnerische Formation soweit in Unordnung geraten, dass der leichte Kreuzer Melampus-Klasse vom Rest des britischen Geschwaders getrennt worden war, wenn man bei der geringen Distanz davon sprechen wollte.
An der Konzentration des feindlichen Geschützfeuers änderte das nichts und die Royal Navy war klar Überlegen!
Eine halbe Stunde nach Kriegsbeginn wurde Kaigun-taisa Yoshimura Masatake bewusst, dass er dieses Gefecht nicht gewinnen konnte. Einzig das Ergebnis konnte er aufbessern, wenn er sich zurückzog und die Bomber ihr Glück versuchen lassen würde.
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Um acht Uhr und Siebenundzwanzig Minuten Ortszeit meldete der Kommandant der Makigumo, das der Zerstörer begonnen hat über Bug zu sinken!
Es dauerte keine Minute, da kam vom Zerstörer Kiyonami ebenfalls die Meldung, dass der Zerstörer im Begriff war zu kentern.
Anders als die Kaiserlich Japanische Marine es in den letzten Jahrzehnten getan hatte, wechselten die Schiffe der Royal Navy umgehend ihre Ziele und nahmen nun die Yahagi wieder unter Feuer!
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Endlich traf vom Luftwaffenstützpunkt Papeete die Meldung ein, dass die erste Staffel Sturzkampfbomber in der Luft sei. Am Ergebnis das die Schiffe der Kaiserlich Japanischen Marine geschlagen und auf der Flucht waren, würde dies aber nichts mehr ändern. Um acht Uhr und Fünfundvierzig Minuten waren die beiden Zerstörer Kiyonami und Makigumo bereits in den Wellen des Südpazifiks verschwunden!
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Es gab nur eine Beschreibung für das was nun ablief – Flucht! Und der Zerstörer Kiyoshimo würde wohl das nächste Opfer werden, denn dieser Zerstörer verlor zusehends an Fahrt und würde vielleicht nicht mehr in den rettenden Hafen gelangen, auch wenn dieser bereits direkt voraus lag!
Dann aber vollzog die Kiyoshimo den letzten Kurswechsel und fuhr durch den engen Kanal des Riffs in die kleine natürliche Bucht von Papeete wo sich die Kiyoshimo hinter einem Landvorsprung verstecken konnte.
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Drei von vier Zerstörern waren außer Gefecht. Zwei davon gesunken, der dritte lag im Hafen vor Anker und drohte ebenfalls noch zu kentern. Der vierte wurde aktuell zusammengeschossen und lediglich die Yahagi war noch halbwegs Gefechtsklar aber Chancenlos!
Der Zerstörer Suzutsuki konnte der Yahagi nicht mehr folgen und drehte bei. Kaigun-taisa Yoshimura Masatake entschied sich dafür das Feuer auf sich zu ziehen um dem Kommandanten der Suzutsuki Gelegenheit zu geben den Zerstörer auf Grund zu setzen und seine Mannschaft zu retten. In diesem Moment erschienen endlich die japanischen Sturzkampfbomber über den feindlichen Schiffen.
Zum Verdruss von Kaigun-taisa Yoshimura Masatake schienen die Piloten aber Probleme mit der Zielansprache zu haben und griffen nicht an!
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Auch die Torpedobomber machten es nicht besser und die Royal Navy nahm dieses Geschenk dankbar an und schoss sich auf die Yahagi ein!
Zu allem Unglück meldeten die ersten Geschütze der Yahagi das die Munition ausgegangen war. Weitere Gegenwehr war damit kaum mehr möglich.
Dann endlich hatten zumindest die Piloten der Torpedobomber eine Vorstellung davon wer Freund und wer Feind war und griffen an!
Zur Verblüffung von Kaigun-taisa Yoshimura Masatake waren die Torpedobomber nicht mit Torpedos, sondern mit Bomben beladen worden. Dann aber wurde ihm klar, das Bomben gegen diese kleinen wendigen und schnellen Leichten Kreuzer und Zerstörer mit ihrem geringen Tiefgang die deutlich besseren Waffen waren.
Zu seiner Freude konnte er durch den Sprechfunk mit anhören, dass es zumindest einzelne Bombentreffer gab. Ob dies ausreichen würde ihn und seinen letzten verbliebenen Zerstörer zu retten war aber alles andere als sicher.
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Seine Hoffnungen wurden jäh zerschlagen, denn nach dem Luftangriff schloss der Gegner schnell wieder auf Gefechtsentfernung zur Yahagi auf.
Dann aber drehte der Feind plötzlich ab.
Zuerst konnte Kaigun-taisa Yoshimura Masatake sich das nicht erklären, dann aber war klar das eine zweite Welle Bomber von der abgewandten Seite zum Angriff übergegangen war und erste Treffer erzielt hatte.
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Die zweite Welle schien mehr Erfolg gehabt zu haben, denn jetzt verlor der Gegner scheinbar an Fahrt.
Wenige Minuten später war der Sichtkontakt verloren gegangen, aber sicher konnte sich Niemand fühlen. Der Tag war noch lang und ob nicht noch mehr britische Einheiten in der Gegend waren war völlig ungeklärt.
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Etwa um Zwölf Uhr Ortszeit standen die beiden letzten Japanischen Schiffe im Süden von Polynesien und Kaigun-taisa Yoshimura Masatake hatte die leise Hoffnung wieder erlangt den Gegner abgeschüttelt zu haben. Das einzige plausible Ziel war es jetzt in den Hafen zu gelangen und zu hoffen das keine britischen Flugzeugträger in der Nähe waren um Papeete zu bombardieren.
Über Funk kam die Meldung das Teile der Flugboot-Staffel den Gegner nördlich seiner Position ausgemacht hatten und nun ebenfalls angreifen würden.
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Zwanzig Minuten nach Ein Uhr Ortszeit entließ Kaigun-taisa Yoshimura Masatake den Zerstörer Suzutsuki in den Hafen. Er selbst würde weiter auf See bleiben und hing der Überlegung nach vielleicht eines der vom Luftangriff beschädigten britischen Schiffe auf dem Heimweg noch abfangen und versenken zu können. Außerdem mussten die beiden Untergangsstellen der Zerstörer kontrolliert werden ob es dort noch Überlebende gab?
In diese Gedanken schlich sich die Meldung des nächsten Luftangriffs hinein! Aufhorchen ließ die gemeldete Position des Luftangriffs. Auf dieser Position konnte sich der bekannte Feindverband niemals befinden.
Das musste ein zweiter bislang unentdeckter feindlicher Verband sein! Waren das die britischen Flugzeugträger?!
Laut den Funksprüchen befanden sich zumindest schwere Kreuzer in diesem zweiten Verband. Es konnte also auch ein Bombardement auf Papeete geplant sein, dann war der Hafen der denkbar schlechteste Ort um sich in Sicherheit zu bringen!
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Kaigun-taisa Yoshimura Masatake wollte wissen ob dort wirklich ein zweiter Feindverband im Anmarsch war, oder aber ob die Piloten sich schlicht mit ihrer Position geirrt hatten? Er nahm Kurs auf die vermeintliche Position des neuen Gegners!
Im Zielgebiet angekommen, gab es keine Spur eines feindlichen Schiffes. Auch keine Trümmer oder Öl die auf eine Versenkung hindeuteten waren auszumachen gewesen.
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Kaigun-taisa Yoshimura Masatake folgte nunmehr der Flugrichtung einer Gruppe Flugboote in der Hoffnung das diese doch noch die Spur dieses Geisterverbands auffinden würden. Und tatsächlich meldete diese Staffel gegen Vier Uhr nachmittags den Angriff auf feindliche Schiffe. Allerdings hatte die Yahagi genau dieses Gebiet erst kurz zuvor passiert.
Was war hier los? Von den Berechnungen her konnte dies der abrückende erste Verband sein, von dem er am Vormittag übel zusammengeschossen worden war. Oder war dies doch ein zweiter Verband der in seinem Heck hinter ihm hergefahren war?
Dann kam der Feind in Sichtweite!
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Schnell wurde klar, dass der Gegner zumindest numerisch überlegen war. In welchem Zustand sich dieser Gegner befand war aber nur herauszufinden in dem sich Kaigun-taisa Yoshimura Masatake auf Gefechtsreichweite annäherte.
Der Feind setzte die ersten Treffer!
Es sah aus wie drei leichte Kreuzer der Royal Navy. Zwei weitere Schiffe konnten noch nicht klassifiziert werden. Dann wurde aber schnell klar, dass es sich um den Verband vom frühen Morgen handeln musste.
Kaigun-taisa Yoshimura Masatake konnte nur tun, was er längst hätte tun sollen – flüchten – denn dieser Verband war Gefechtsfähig – von Bombern Treffern war nichts zu bemerken gewesen. Zwar machten diese Schiffe keine volle Fahrt, aber das konnte auch Absicht sein.
„Was verdammt wollen die Bomber getroffen haben?“ herrschte Kaigun-taisa Yoshimura Masatake seinen ersten Offizier an, mehr konnte er kaum tun!
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Der Gegner schien zumindest nicht aufholen zu können, auch wenn er sein Möglichstes tat. Die Dämmerung stand kurz bevor und solange musste Kaigun-taisa Yoshimura Masatake den Feind noch auf Abstand halten!
Nach Einbruch der Dämmerung wähnte sich Kaigun-taisa Yoshimura Masatake sicher, aber dann tauchte der Feind unmittelbar in seiner Flanke auf und das Gefecht verlief auf kurze Distanz heftiger als bislang zuvor.
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Bei Einbruch der völligen Dunkelheit lies Kaigun-taisa Yoshimura Masatake das Ruder herumreißen und hoffte dem Gegner durch den abrupten Kurswechsel zu entkommen.
Ein zweiter Kurswechsel würde es für den Feind hoffentlich unmöglich machen ihn wieder zu finden, dann aber tauchte der Gegner direkt vor ihm auf. Nun bestand auch noch größte Torpedogefahr und Kaigun-taisa Yoshimura Masatake fühlte sich verfolgt!
Es dauerte auch nur Sekunden da wurden die ersten Blasenspuren gemeldet und die Yahagi versuchte verzweifelt den Torpedos aus der Laufbahn zu entkommen.
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Erst als keine Torpedobahnen mehr zu erkennen waren, konnte die Yahagi halbwegs sicher abdrehen, musste nun aber Serienweiße Artillerietreffer einstecken.
Um etwa Zwanzig Minuten vor Neunzehn Uhr Ortszeit gelang es endlich sich vom Feind zu lösen.
Der Feind hatte nicht nur dazugelernt, er war überlegen!
Das musste Kaigun-taisa Yoshimura Masatake neidlos anerkennen!
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#226 RTW2-JAP#
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>> Memorandum des Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku zum Fidschi-Vorfall 30./31. Juli 1942 <<
Geehrte Offiziere und Mitglieder des 大本営 (Daihon’ei),
wir befinden uns im Krieg! Noch immer sind die genauen Gründe für die Versenkung unseres schweren Kreuzers Maya nicht geklärt und der Feind verweigert jegliche Auskunft! Da nur Stunden nach der Versenkung der Maya unser Polynesien Geschwader erhebliche Verluste erlitten hat, müssen wir von Absicht ausgehen. Das Britisch Empire hat diesen Krieg begonnen, auch wenn die Ausländische Presse das Gegenteil behauptet.
Ich habe die sofortige Umgruppierung unserer Seestreitkräfte angeordnet um der neuen Lage gerecht zu werden. Wir dürfen nicht wie das Kaninchen auf die russische Schlange in Wladiwostok starren. Die Royal Navy ist gewaltig! Bevor das Gros dieser Flotte in Asien eintrifft müssen wir die Vor-Ort befindlichen Einheiten vernichten.
Es ist ein perfides Verhalten des Britisch Empire gewesen seine Hauptmacht in der Nordsee zu belassen um uns in Sicherheit zu wiegen und dennoch eine Schlagkräftige Teilstreitmacht in Britisch Malaya in Bereitschaft zu halten.
Was ein einfaches Aufklärungsgeschwader der Royal Navy zu leisten im Stande ist, haben wir in Polynesien gesehen. Kaigun-taisa Yoshimura Masatake hatte keine Chance gegen die Einheiten der Royal Navy zu bestehen. Ohne die Luftunterstützung aus Papeete wäre das Geschwader von Kaigun-taisa Yoshimura Masatake vollständig vernichtet worden. So aber haben wir „nur“ zwei alte Zerstörer verloren und der Feind immerhin einen leichten Kreuzer der unseren Flugzeugen zum Opfer gefallen ist, ohne dass wir auch nur eine Spur dieses Kreuzer gefunden haben. Der Feind hat den Verlust aber indirekt bestätigt. Aus diesem Grund werten ausländische Marinebeobachter das Gefecht sogar als Erfolg für Japan.
Tatsächlich aber haben wir dieses Gefecht glasklar ohne jeglichen Makel verloren!
Noch nie in der neueren Geschichte der Kaiserlich Japanisch Marine haben wir eine so eindeutige Niederlage erlitten.
Meine Herren dies ist eine Zäsur und ein klarer Hinweis darauf was passiert, wenn wir diesem Feind auf See begegnen. Bei den Großkampfschiffen ist uns die Royal Navy Drei zu Eins überlegen und die Qualität sowie den Ausbildungsstand der britischen Schiffe haben wir gerade schmerzhaft zur Kenntnis nehmen müssen.
Bei den Flugzeugträgern herrscht nominell etwa Gleichstand, allerdings haben wir deutlich mehr große Flottenflugzeugträger, währen die Royal Navy bei den kleineren leichten Flugzeugträgern überlegen ist.
Noch aber befindet sich diese durch die Kaiserlich Japanische Marine nur schwer zu schlagende Seestreitmacht erst im Anmarsch. Wir müssen also genau jetzt dieses Verhältnis zu unseren Gunsten verändern. Das Britisch Empire verfügt nur über eine einzige große Flottenbasis in Asien die in der Lage ist die Royal Navy zu versorgen und auch die größeren Schiffe in Stand zu setzen.
Es ist zwingend für Japan diese Basis auszuschalten. Der 軍令部 (Gunreibu) muss daher meinen Plan „JB“ umgehend genehmigen.
Nur dann haben wir Aussicht diesen Krieg zu gewinnen!
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Somit mögen die Herren Offiziere des 軍令部 (Gunreibu) der Kaiserlich Japanischen Marine, des 参謀本部 (Sambō hombu) der Kaiserlich Japanischen Armee, sowie des 海軍省 (Kaigun-shō nachfolgend den aufbereiteten und illustrierten Gefechtsverlauf zum Fidschi-Vorfall vom 30./31. Juli des Jahres zur Kenntnis nehmen.
Es lebe die Rengō Kantai, es lebe die Kaiserlich Japanische Marine, es lebe der Kaiser!
Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku, 31. Juli 1942
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Freitag 31. Juli 1942
Es war in Tōkyō jetzt früher Nachmittag am 31. Juli. Das Extrablatt das kaum irgendwelche Informationen enthielt, außer dass Krieg zwischen dem Britisch Empire und dem Kaiserreich Japan ausgebrochen war, war schon seit einigen Stunden ausverkauft. Allmählich wurden mehr Details bekannt und für den Abend würde es ein weiteres Extrablatt geben.
Osaki Shiko hatte in Windeseile alle seine Getreuen in der Redaktion versammelt. Chefredakteur Fukuzawa Toyokuni wurde wohl direkt aus dem Marineministerium heraus informiert, als man ihn verständigen wollte, war er bereits auf dem Weg in den Verlag. Er hatte sich nur kurz mit Osaki Shiko abgestimmt und ihm dazu gratuliert Recht behalten zu haben, auch wenn die genauen Umstände dieses Konfliktes noch nicht geklärt waren.
„Der letzte Tag des Julis also!“ hatte er zu Shiko gesagt und damit angedeutet, dass der Sommer bereits schon größtenteils vorübergezogen war. Ganz richtig war das nicht, weil dort wo die Feindseligkeiten ausgebrochen waren, noch immer der Dreißigste Juli war, aber dies würde eine Nebensächlichkeit für Historiker bleiben. Dass London die Feindseligkeiten Eingangs der Nacht trafen, musste wohl auch als Absicht angesehen werden, denn das hatte Niemand erwartet. Für die Royal Navy war ein nächtlicher Überraschungsangriff wie es Japan zu tun pflegte wohl keine Option. Die Ehre verbot das, wobei man Ehre und Royal Navy kaum in Einklang bringen konnte. Schlimmer war nur noch die Royal Army, die für erhebliche Grausamkeiten in ihren Kolonien bekannt war, auch wenn dies immer wieder niederrangigen örtlichen Kommandeuren in die Schuhe geschoben wurde.
Nein hier hatten die Falken des Empire ganze Arbeit geleistet, dass musste neidlos anerkannt werden. Shiko wusste bereits jetzt, dass in allen Geschichtsbüchern Japan als der Aggressor genannt werden würde, der den Krieg begonnen hatte. Die Briten hatten die Klaviatur der verdeckten Operationen so genial gespielt das es einem Meisterwerk von Mozart oder Bach gleichkam.
Niemand hatte vermutet das es zwischen Japan und dem British Empire zum Krieg kommen würde und dass Verhalten der Royal Navy war derart friedsam gewesen in den letzten Wochen das die ganze Welt der Meinung war die britische Flotte lag eingemottet in ihren Heimathäfen.
Japan hatte die Briten unterschätzt!
Osaki Shiko musste sich eingestehen, dass er selbst ebenfalls das Deutsche Kaiserreich oder die Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Zettel stehen hatte, aber nicht das British Empire.
Dann wurde er in seinen Gedanken jäh unterbrochen als ein Informant zu ihm kam:
„Wir haben zwei Zerstörer verloren und der Zustand eines Leichten Kreuzers – der Yahagi – ist bedenklich. Verluste der Royal Navy sind nicht bestätigt, aber im geheimen Macht die Information die Runde, dass die Briten unsere Schiffe regelrecht aus dem Wasser gesprengt hätten ohne dass wir eine Chance hatten uns zu wehren.“
„Danke, solange wir keine offizielle Stellungnahme erhalten, können wir das nicht Drucken. Das würde eine Panik auslösen, wenn die Kaiserlich Japanische Marine ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit verlieren würde!“
„Das Ministerium scheint bereits in Panik verfallen zu sein!“
„Ist das so?“
„Ich habe gehört das der Befehlshaber der Flotte noch in der Nacht mit seinem Flaggschiff auslaufen wollte, jetzt ist er aber wieder in Tōkyō.“
„Und das Flaggschiff?“
„Ist auf See, der Kaigun-taishō hat den Hafen an Bord eines Zerstörers erreicht.“
„Nun das ist ungewöhnlich!“
„Die Hektik beim Militär ist unbeschreiblich. Das müssten Sie aber besser wissen.“
„Warum sollte das der Fall sein?“
„Ihr Bruder Osaki Katsu ist noch bei den 特別陸戦隊 (Tokubetsu riku sentai - Spezial-Landungskräften der Marine)?“
„Ja das ist er in der Tat!“
„Dann fragen Sie ihn einfach ob es stimmt, dass alle Truppentransporter noch vor Beginn der neuen Woche auslaufen sollen!“
„Die Spezial-Landungskräfte sollen noch an diesem Wochenende auf See sein?“
„Es ist nur ein Gerücht, aber der Betrieb in den Häfen und den Kasernen lässt diesen Schluss zu.“
„Noch etwas?“
„Nein das ist derzeit alles, aber es ist auch genug oder?“
„Ja natürlich, das alles kommt so unerwartet, so plötzlich, diesmal wurde Japan auf dem falschen Fuß erwischt!“
„Ach eines noch – irgendwo ist auch das Wort ‚Kriegsmarine‘ gefallen. Natürlich ist die Royal Navy auch eine Kriegsmarine, aber…“
„Ja – mit Kriegsmarine würde man ehesten die Hochseeflotte des Deutschen Kaiserreichs in Verbindung bringen!“
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Montag 17. August 1942
Osaki Shiko hatte nach dem Stichwort ‚Kriegsmarine‘ seine gesamte Aufmerksamkeit auf diesen Punkt fokussiert. Aber es war nichts dazu in Erfahrung zu bringen gewesen. Vermutlich hatte sein Informant wirklich nur ein Gespräch wahrgenommen in dem die Royal Navy als Kriegsmarine bezeichnet worden war. Fachliche Ungenauigkeiten waren nicht nur nicht ungewöhnlich, sondern oft genug auch Absicht. Er selbst hatte schließlich jahrelang die Neuigkeiten zur Kaiserlich Japanischen Marine gefiltert und gefälscht.
Er hatte auch kaum Zeit aufgewandt um seinen Bruder Katsu zu erreichen. Es war ihm am 31. Juli nicht gelungen und danach hatte er es bereits vergessen. Er schreckte hoch als er glaubte diesen Namen in der Radiosendung zu hören, die leise im Hintergrund lief:
„…derholen: Teile unserer Spezial-Landungskräfte der Marine unter Führung von Kaigun-chūsa Osaki Katsu sind in British Malaya erfolgreich an Land gegangen. Nach Aussagen des Oberkommandos gilt diese Invasion den Britischen Stützpunkten in dieser Region. Weitere Spezial-Landungskräfte sollen vor Singapur auf ihre Anlandung warten und es befänden sich japanische Truppentransporter auf dem weg in den Indischen Ozean. Wir Wiederholen: Teile unserer Spezial-Landu…“
Osaki Shiko konnte nicht glauben was er da hörte. Natürlich gehörten die 特別陸戦隊 (Tokubetsu riku sentai - Spezial-Landungskräften der Marine) zur Speerspitze einer Invasion, aber dass diese Truppen in nur zwei Wochen von Japan aus nach Malaya gebracht worden waren und dort erfolgreich gelandet sind? Das war selbst für die Erfolg verwöhnte Kaiserlich Japanische Marine eine Fabelzeit für solch ein wichtiges Ziel.
Es dämmerte ihm, warum der Kaigun-taishō so überstürzt wieder zurück nach Tōkyō gekommen war. Diese Invasion trug ganz eindeutig die Handschrift von Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku und seinem Planungschef für Überraschungsangriffe Kaigun-taisa Genda Minoru!
Mittlerweile war Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku wieder auf See und mit ihm die besten Schiffe Japans, was bereits für Unruhe gesorgt hatte, weil nur noch die zweite Garnitur in der Heimat anwesend war. Jetzt war klar warum dies der Fall war. Nicht Umsonst dachten viele das der Kaigun-taishō ein Militärisches Genie war.
Eine Invasion der wichtigsten britischen Stützpunkte in ganz Asien in nur zwei Wochen – das war wahrhaftig ein Geniestreich!
Die Meldung das während dieser Unternehmung der japanische Flugzeugträger Soryu von einem U-Boot torpediert worden war und fast gesunken wäre verkam dabei zur Nebensächlichkeit. Das Extrablatt würde mit ‚Auf nach Singapur‘ titeln, mehr Worte brauchte es nicht!
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Mittwoch 26. August 1942
Nach den ersten Schockwellen über den Kriegsausbruch, den Ereignissen in der Südsee und der erfolgreichen Landung in Britisch Malaya begann für Osaki Shiko die Fleißarbeit. Er trug sämtliche bekannten Informationen über Britische Stützpunkte zusammen, ermittelte akribisch wo sich welches Schiff der Royal Navy aktuell befand und welches Ziel es hatte und musste aber auch von neuerlichen Rückschlägen der Kaiserlich Japanischen Marine Kenntnis nehmen.
Alles in allem konnte dies ein langer Krieg werden, ein sehr langer Krieg!
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Dienstag 01. September 1942
Osaki Shiko war verlies gerade das Krankenhaus, in das sein Vater in der Nacht nach einem Schwächeanfall gebracht worden war. Am liebsten wäre er dortgeblieben, aber das Schreien auf den Straßen holte ihn zurück zu seiner Arbeit. Irgendetwas war vorgefallen, aber was?
Auf den Stufen des Eingangs packte er eine Krankenschwester am Arm und schrie sie fast an:
„Was ist passiert?“
„Haben Sie es nicht gehört?“
„Gehört - was gehört?“
„Das Deutsche Kaiserreich hat Japan den Krieg erklärt!“
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#227 RTW2-JAP#
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Bigfish für den Beitrag (Insgesamt 3):
Viel Feind, viel Ehr, viele Landungsziele. Das Spiel ist schon weit fortgeschritten und es gibt immer noch unangemessen viele europäische Präsenz in Asien!
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor TheBlackSwan für den Beitrag:
Na Hallo, unerwartete Probleme mit scheinbar dazulernenden alten Feinden. Wenn schon die RN ein erstes Achtungszeichen gesetzt hat, zu was mag dann die Kriegsmarine jetzt fähig sein?
Wir nehmen mal an, D und das Empire führe zwar Krieg gegen euch, sind aber nicht miteinander verbündet? Diese Frage wäre nicht unerheblich, schon wegen einer möglichen feindlichen Unterstützung untereinander (gemeinsame Basisnutzung z.B.).
Und wer weiß? Die Konfliktbalken von Russland und Frankreich sind auch schon unangenehm hoch, vielleicht verschwören sich die ja auch noch gegen Japan, denn das könnte dann die japanischen Kräfte überfordern.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Taurus für den Beitrag:
Mit einem Schlag hatte sich die strategische Situation grundlegend geändert! Die Deutschen Stützpunkte waren nicht groß, lagen als Sprungbrett ins Japanische Heimatland aber wesentlich besser als die Britischen Stützpunkte. Was auch immer die Kaiserlich Japanische Marine in Wahrheit geplant hatte, sämtliche Pläne waren spätestens jetzt wertlos!
Osaki Shiko hätte genau jetzt den Rat seines Vaters benötigt, aber laut den Ärzten könnte jede weitere Aufregung fürchterliche Konsequenzen haben.
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Redaktion der Tōkyō Shinbun – Montag 14. September 1942
In den Wochen nach dem Deutschen Kriegseintritt hatte es außer heftiger verbaler Gefechte zwischen den Kriegsparteien keine weiteren wesentlichen Kampfhandlungen gegeben. Die Offensive in Britisch Malaya hatte sich festgefahren und die Hauptstreitmacht der beiden Feindflotten befand sich noch im Anmarsch.
Jetzt aber verdichteten sich die Anzeichen das etwas vor sich ging. Die Liegeplätze der Kaiserlich Japanischen Marine in Nordostasien waren verwaist. Nahezu alle Schiffe waren auf See, aber Niemand wusste wo sich die Flotte aufhielt. Da die Seegebiete in Nordostasien und Südostasien vergleichsweiße beengt waren und Niemand in diesen Gebieten von relevanten Sichtungen berichtete machten sich Gerüchte breit. Die kombinierte Japanische Streitmacht aus Nordostasien und Südostasien war viel zu groß um in diesen Gewässern nicht wenigstens irgendwelchen Fischern aufzufallen. In Südostasien befand sich etwa die gleiche Anzahl Japanischer Kriegsschiffe wie bereits seit Wochen.
Wo also befanden sich etwa die Hälfte aller Japanischen Kriegsschiffe?
Nur der Zentral-Pazifik war so gigantisch groß, dass selbst die größte Flotte dort vollständig verschwinden konnte. Die Bevölkerung war sich daher sicher, dass die Kaiserlich Japanische Marine im Zentral-Pazifik zu finden war.
Osaki Shiko fand das nicht plausibel. Im Zentral-Pazifik gab es nur einen einzigen Ort von Interesse - den Perlen-Hafen auf Hawaii:
Pearl Harbor!
So verrückt konnten die japanischen Militärs aber nicht sein? Über den Indischen Ozean rückten die gesamte Royal Navy und die deutsche Hochseeflotte heran. Es wäre geradezu Wahnsinnig in dieser Situation die Flotte in die entgegengesetzte Richtung abzuziehen um die Stützpunkte der Vereinigten Staaten auf den Hawaii-Inseln anzugreifen und damit die größte Wirtschaftsmacht auf dem Planeten mit in diesen Krieg hinein zu ziehen.
Allerdings wäre ein Schlag gegen die US Navy in Hawaii genau das was jetzt Niemand erwarteten würde!
Was auch immer im Gange war, es musste etwas Großes sein!
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Aus den Kriegschroniken des Kaiserlichen Japan:
>> See- und Luftschlacht in der Malakka-Straße 26. September 1942 <<
Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku und sein Stabschef Kaigun-shōshō Ugaki Matome standen an der Reling auf der Steuerbord Seite der Kawachi. Beide Männer waren extrem angespannt und das hatte seinen Grund. Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku hatte mit seiner Flotte einen unglaublich großen Bogen geschlagen um unentdeckt dorthin zu gelangen, wo sich die Japanische Flotte jetzt befand.
Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku war immer skeptisch gewesen ob es sinnvoll war nahezu alle neueren Kriegsschiffe Japans mit einer extremen Reichweite auszustatten. Seine Vorgänger hatten den Traum mit solchen Schiffen bis in den Atlantik vorstoßen zu können, aber Yamamoto hielt dies für Irrsinn. Nun aber ermöglichte ihm die wahrhaft gigantische Reichweite der Japanischen Schiffe eine ungeahnte Flexibilität und Manövrierfähigkeit ohne die sein aktueller Plan niemals möglich gewesen wäre.
Die Fahrt hatte Wochen gedauert um die fast Sechzehntausendfünfhundert Seemeilen zurückzulegen und ob er wirklich unentdeckt geblieben war, war alles andere als sicher. Er hatte seine Schiffe im Zentral-Pazifik zusammenzogen und einen weiten Bogen nach Osten geschlagen. In Polynesien waren zuvor zahlreiche Transporter angekommen, die vorgeblich Verstärkungen nach dem britischen Angriff für diesen entlegenen Stützpunkt geladen hatten. In Wahrheit aber waren es Tanker die bis zum letzte Kubikmeter mit Treibstoff vollgeladen waren. Der weite Bogen nach Osten endete also in Polynesien, wo die Flotte bunkern konnte. Von dort aus wurde Australien südlich umrundet – der letzte Ort wo irgendjemand japanische Schiffe suchen würde – und dann der indische Ozean erreicht.
In einem weiteren Bogen setzte die Flotte Kurs auf Malaya und kam dort wie berechnet in den frühen Morgenstunden des Sechsundzwanzigsten September an – von Westen aus der Andamanensee kommend!
Ausnahmslos alle rechneten mit einem Japanischen Angriff auf Malaya der vom Golf von Siam oder der Südchinesischen See aus vorgetragen werden würde. Dies lag auf der Hand, weil eine japanische Flotte niemals unentdeckt durch die Malakka-Straße oder die Sundastraße gelangen konnte. Auch die Javasee und angrenzende See Zonen wurden von den Briten viel zu gut bewacht.
Das die Japanische Flotte die Zufahrt zur Malakka-Straße aus der Andamanensee nutzen würde war praktisch ausgeschlossen!
Genau deshalb hatte Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku große Teile der Flotte aus Nordostasien in den Süden verlegt um dort weiterhin gesehen zu werden und die eigentliche Südostasien-Flotte, welche die besten und neusten Schiffe Japans umfasste, hatte sich schon vor Wochen auf die lange Reise begeben.
Der Plan „JB“ war ein gewaltiges Wagnis, aber er versprach auch einen maximalen Nutzen. Im einfachen Fall würde man nur die Royal Navy bei Singapur angreifen und die Invasionstruppen in Malaya unterstützen, im komplizierten Fall würde man die Royal Navy abfangen die aus Europa kommend im Anmarsch war.
Diese Flotte würde den Indischen Ozean überquert haben und sich in sicheren Gewässern wähnen mit zahlreichen großen Häfen entlang der Malakka-Straße.
Konnte man diese Flotte abfangen bevor sie in Asien ankam war die Royal Navy geschlagen – so zumindest der Plan.
Kam die britische Hauptmacht später an, würde sie im Idealfall keine Stützpunkte mehr vorfinden und musste Kehrt machen.
Aufgrund der strikten Funkstille wusste Niemand an Bord der Expeditionsflotte was sich aktuell an britischen Einheiten Vor-Ort befand oder welche Position die britische Hauptmacht mittlerweile erreicht hatte.
Von der Kriegserklärung des Deutschen Kaiserreichs hatte Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku ebenfalls bis vor wenigen Stunden keine Kenntnis.
Nun also gingen er und sein Stabschef noch einmal alle Details des Angriffsplan „JB“ durch um sicher zu gehen, dass man nichts übersehen, dass man nichts vergessen hatte?
Die Japanische Expeditionsflotte gliederte sich in drei Teile:
Die 機動部隊 („Kidō Butai“) mit ihren fünf großen Flugzeugträgern unter dem Kommando von Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi sollte den eigentlichen Angriff ausführen. Dafür standen die Flottenträger Akagi, Hiyo, Unryu, Shinano und Amagi zur Verfügung. Als sechster Träger war der Leichte Flugzeugträger Unyo anwesend, der als Ersatz für die torpedierte Soryu fungierte.
Die 聯合艦隊 (Rengō Kantai) war durch die Schlachtschiffe Yashima, Kawachi und Shikishima vertreten. Die Kawachi diente in dieser Schlacht als Flaggschiff und bildete zusammen mit der Shikishima die Schlachtflotte. Sollte alles nach Plan verlaufen fungierte die Schlachtflotte als Deckung für die „Kidō Butai“ und würde ansonsten keine planmäßigen Kampfhandlungen durchführen.
Das 90.000 Tonnen schwere Superschlachtschiff Yashima war dagegen als Kern der Aufklärungs-Division im Einsatz und würde im Zweifel als vorgeschobene Aufklärungseinheit auf mit direktem Feindkontakt rechnen müssen. Dafür war das neueste, modernste und am schwersten gepanzerte Schlachtschiff gerade Richtig.
Liebend gerne hätte Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku weiterhin die Yashima als Flaggschiff benutzt, aber das hatte man ihm verboten. Es durfte nicht sein, dass der Befehlshaber der Flotte sein Leben an Bord eines vorgeschobenen Aufklärers riskierte.
Die Dämmerung hatte eingesetzt und der Tag zog herauf. Es war Zeit die Schlacht zu beginnen!
Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi hatte seine Befehle erhalten. Die Wochenlange Funkstille war fürchterlich, weil jede Frage die es zu klären galt entweder per Signallampe oder Flaggensignal geklärt werden musste und viel zu selten Treffen an Bord der Kawachi stattfanden wenn die Flotte eine Marschpause abhielt.
Jetzt konnte er keine Fragen mehr klären, denn der Angriff stand unmittelbar bevor! Die Invasionstruppen an Land hatten zumindest Informationen darüber beschafft wie die aktuelle Situation in Malaya aussah. Demnach befand sich der größte Teil des Ostasien-Geschwaders der Royal Navy im Hafen von Malakka. Einige Einheiten waren in Singapur stationiert und eine kleine Flottille Korvetten befand sich in Penang. Die maßgebliche Information war die Anwesenheit von nicht weniger als fünf Flottenträgern und zwei leichten Flugzeugträgern der Royal Navy.
Die Überraschung war aber die Information über den Kriegseintritt des Deutschen Kaiserreichs und die mögliche Anwesenheit von Großkampfschiffen der Hochseeflotte in Malakka.
Der Hafen von Malakka war seit einiger Zeit in Reichweite der Trägerflugzeuge, aber es wurde beschlossen näher heranzurücken um den Piloten mehr Zeit über dem Ziel zu geben. Dies war eine der wichtigsten Erkenntnisse vergangener Luftangriffe gewesen.
Nun aber gab Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi auf der Brücke seines Flaggschiffes - dem Flottenflugzeugträger Schinano - den Befehl zum Angriff!
Als erstes starteten die Seeaufklärer der Großkampfschiffe ergänzt durch einige wenige Bomber der Flugzeugträger. Diese Aufklärer würden ausreichend lange vor den Bombern über dem Ziel sein um den Bomberpiloten exakte Einweisungen geben zu können, wo was zu finden war.
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Dann begann das lange Warten! Diese Phase des modernen Seekriegs war etwas an das sich weder die alten noch die jungen Offiziere gewöhnen konnten. Vor Vierzig Jahren sichtete man den Gegner, näherte sich an und begann aus allen Rohren zu feuern. Jetzt aber schickte man seine Flugzeuge aus, hoffte das sie überhaupt etwas fanden geschweige denn trafen und falls das gelang würde man davon nichts zu Gesicht bekommen.
Das Fernglas des Schiffsoffiziers wurde durch den Lautsprecher ersetzt und Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi hasste es! Einzig mit dem Radar gab es einen Ersatz für das Fernglas, aber bei den üblichen Gefechtsentfernungen eines Trägerangriffs bedeutete ein unbekannter Radarkontakt nichts Anderes als angreifende Flugzeuge und dann war es im Prinzip zu spät.
Die Minuten verstrichen aber alle hatten den Eindruck als seien die Zeiger der Uhr festgeklebt worden.
Und dann kam das, was Niemand hören wollte:
„Unbekannter Radarkontakt auf Null-Neun-Null in Achtzehntausend, zweiter Kontakt auf Null-Fünf-Fünf in Zehntausend näherkommend.“
„Woher kommt das fauchte Nagumo in die Runde seiner Offiziere!“
„Vom Yashima Verband. Rechnerisch unter Berücksichtigung des Sonnenstands sind das Seeaufklärer aus Penang.“
„Wo verdammt ist unser Jagdschutz?“
„Auf dem Weg zur Yashima-Gruppe. Er benötigt noch einige Minuten bis er dort eintrifft.“
„Kommandant – Feindlicher Seeaufklärer funkt seine Position an seine Basis. Die Yashima wurde entdeckt Herr Kommandant!“
„So läuft die Flotte ins Gefecht – kein Jagdschutz am Himmel und der Feind weiß bereits das wir kommen!“
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Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku griff zu seinem Fernglas und suchte den Himmel ab. Da war er dieser kleine Punkt. Ein verdammter britischer Seeaufklärer der seinen Schlachtschiffverband in großer Höhe überflog.
„Hat er unsere Position gemeldet?“
„Jawohl Herr Kommandant, der Seeaufklärer hat unsere Position gemeldet!“
„Nun dann – das Geheimnis ist keines mehr! Jetzt müssen wir auf unser Glück und unser Können vertrauen und das die Briten so überrascht sind das unsere Flugzeuge angreifen bevor der Gegner zum Start bereit ist.“
„Halten Sie das für realistisch Herr Kommandant?“
„Was die Luftwaffenstützpunkte betrifft nicht, aber die feindlichen Träger liegen vor Anker. Bis diese Schiffe Dampf machen und aus dem Hafen heraus sind wird es dauern. Außerdem haben wir den Wind auf unserer Seite. Sollte sich die Windrichtung nicht ändern muss der Feind geraume Zeit nach Südwesten laufen bevor er in den Wind drehen kann um seine Flugzeuge zu starten. Vielleicht reicht es also!“
„Verschaffen wir uns einige Minuten mehr Zeit. Neuer Kurs Nord-West, weg von den feindlichen Trägern!“
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Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi konnte Durchatmen. Seine Träger waren noch nicht entdeckt worden, aber das war nur eine Frage der Zeit.
„Herr Kommandant – Der Geschwader Führer Kaigun-taisa Fuchida Mitsuo meldet seine Angriffsstaffeln bereit!“
„Gut – gut - verlieren wir keine Zeit – geben Sie Fuchida das Signal zum Starten. Ziel ist der Hafen von Malakka!“
Bilder 205 und 206: Start der Trägerflugzeuge
Quelle: Bigfish sein (nicht ganz) persönlicher KI-Bilder-Generator
„Herr Kommandant – ich berichte“ riss die Ordonanz den Admiral aus seinen Gedanken:
„Aufklärer #81 der Yashima meldet feindliche Schlachtkreuzer in unmittelbarer Nähe unserer Schlachtschiffe.“
Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi bekam große Augen:
„Ist das bestätigt?“
„Nein Herr Kommandant!“
„Aufklärer #81 soll exakte Angaben machen. Feindliche Großkampfschiffe in dieser Nähe sind eine extreme Gefahr!“
„Jawohl Herr Kommandant!“
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„Herr Kommandant – ich berichte – Aufklärer #82 der Yashima meldet ebenfalls feindliche Schlachtkreuzer.“
„Wo?“
„Südöstlich der ersten Meldung von Aufklärer #81 Herr Kommandant!“
Jetzt wurde Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi bleich im Gesicht. Er drehte sich zu seinem Stabschef Kaigun-shōshō Kusaka Ryūnosuke:
„Was sollen wir tun? Scheinbar befinden sich dort wirklich feindliche Kriegsschiffe. Der Gegner ist also weniger überrascht als wir geglaubt haben!“
„Wir haben Befehl den Hafen anzugreifen Herr Kommandant.“
„Ich frage Sie Kusaka, was haben uns die Aufklärungsergebnisse der Bodentruppen gebracht? Wenn der Feind dicht bei uns auf See steht ist ein Angriff auf den Hafen nicht nur überflüssig, sondern tödlich für uns!“
„Und wenn es ein Irrtum ist Admiral? Das hatten wir doch schon so oft, dass die Piloten Freund und Feind nicht auseinanderhalten können und selbst die Schatten von Wolken für Flugzeugträger halten!“
„Das können wir nicht riskieren, schicken Sie wenigstens einen Teil der Bomber zu dieser gemeldeten Position. So groß ist die Entfernung nicht. Wenn die Piloten dort nichts finden, können sie immer noch nach Malakka weiterfliegen.“
„Es werden dort immer mehr Meldungen Herr Admiral!“
„Warten wir ab was die Piloten der Bomber finden. Einige Meldungen müssten jetzt in Sichtweite der Schlachtschiffe gelangen. Yamamoto wird uns schon mitteilen, wenn ihm etwas zu nahekommt!“
„Jawohl Herr Admiral.“
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Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku sah durch sein Fernglas, dass die Yashima an Fahrt verlor, was ihn irritierte.
„Ugaki – fragen Sie bei Kondō nach warum sein Schlachtschiff an Fahrt verliert?“
Der Stabschef von Yamamoto verschwand von der Brücke und kehrte nach kurzer Zeit zurück:
„Herr Admiral - Kaigun-chūjō Kondō Nobutake meldet das einer seiner Aufklärer Probleme hat und aufgenommen werden muss.“
„Jetzt schon?“
„Jawohl Herr Admiral!“
Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku blickte wieder zur Yashima und tatsächlich sah er den Aufklärer näherkommen. Was er dann sah verschlug ihm die Sprache. Der Aufklärer setzte neben der Yashima auf, sprang wieder in die Luft, berührte kurz darauf die Wasseroberfläche erneut und kollidierte letztlich mit dem Schiffskran, der ihn eigentlich an Bord heben sollte.
„Was geht da vor sich? Ist das Aufklärer #81? Wenn die Sichtungsmeldung dieses Piloten genauso exakt ist wie seine fliegerischen Leistungen ist dort draußen entweder gar nichts oder aber die gesamte Britische Schlachtflotte rückt an uns heran!“
Seit dem Startbefehl waren gute dreißig Minuten verstrichen. Jetzt endlich hatten alle Flugzeuge der ersten Welle die Decks verlassen und sich über der Flotte formiert. Einige Sturzkampfbomber waren vorzeitig abgesondert worden und befanden sich bereits im Zielgebiet der angeblichen Feindflotte, konnten aber bislang nichts ausmachen. Der große Rest der ersten Angriffswelle brach jetzt Richtung Malakka auf und zahlreiche Matrosen und Offiziere reckten ihr Hälse um sich das Spektakel über ihren Köpfen anzusehen.
Dann dröhnte aus dem Lautsprecher das was Niemand glauben konnte und wollte:
„Bomber Shinano – to ba to ba to ba!“
„Himmel“ entfuhr es Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi.
„Kusaka – dort sind wirklich feindliche Schiffe – schicken Sie sofort weitere Bomber zu diesen Koordinaten, die unsere Piloten durchgegeben haben!“
Kaigun-shōshō Kusaka Ryūnosuke erwiderte den Befehl nicht. Er griff sofort zum Mikrofon und donnerte los…
Kaigun-chūjō Nagumo Chūichi schaute auf die im Fahrtwind seines Trägers flatternden Fahnen – er wusste genau, dass sofort alle Maschinen von Deck mussten. Lange konnte er für den Start der Bomber nicht mehr gegen den Wind steuern, denn dieser Kurs brachte seine Träger exakt dorthin wo die Sturzkampfbomber seines Flaggschiffes gerade den Feind ausgemacht hatten!
>> See- und Luftschlacht in der Malakka-Straße 26. September 1942 <<
Kaigun-taishō Yamamoto Isoroku verschwendete keine Sekunde mit Gedanken an die Konsequenzen, er Befahl sofort zu wenden und auf den Gegner drauf zuzuhalten.
„Ugaki – Befehlen Sie Kondō sich uns anzuschließen. Wenn dort wirklich britische Schlachtschiffe sind, dann ist die Yashima das Beste was wir haben um die Royal Navy aus dem Wasser zu sprengen!“
„Jawohl Herr Admiral!“
Von der „Kidō Butai“ bewegte sich ebenfalls ein Pulk Flugzeuge zu den feindlichen Schiffen. Eines war damit bereits kaum noch abzuwenden. Der Angriff auf Malakka würde sich verspäten, so er überhaupt noch erfolgen konnte!
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„Meldung von Zerstörer Nerima – Rauchfahne gesichtet!“
„Die tauchen genau da auf wo der Seeaufklärer der Yashima es gemeldet hat!“
„Damit ist klar, dass es sich um Schlachtschiffe handeln muss! Andere Schiffe haben keine Geschütze mit solch einer Reichweite!“
„Sollen wir uns zurückziehen Admiral?“
„Ugaki – dieses Schiff hier wurde für den Kampf gebaut und nicht für die Flucht!“
„Aber Admiral…“
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„Kreuzer Asama meldet Beschuss durch unentdecktes Ziel!“
„Wo sind unsere Bomber?“
„Kommen von Westen auf und sind in wenigen Minuten über dem Feind Herr Admiral“
„Sehr ärgerlich, die nehmen uns die Arbeit weg!“
„Aber Admiral – das kann unmöglich ihre Meinung sein?“
„…“
„Kondō meldet einen leichten Kreuzer der Royal Navy und wir kommen in Reichweite des Schlachtschiffes.“
„FEUER FREI!“
War die Lautstarke Antwort von Kaigun-taisa Yamamoto Isoroku und nur eine Sekunde später bebte sein Flaggschiff als die 18inch Buggeschütze losdonnerten. Eine riesige Stichflamme schoss aus den Mündungen gefolgt von einer Wolke aus schwarzen Qualm, der für den Augenblick die Sicht raubte!
Abermals erbebte die Kawachi als sich die zweite Salve auf den Weg machte und dann brüllte der Feuerleitoffizier aus dem Artillerie Leitstand durch das Sprechrohr:
„Treffer – Treffer – Volltreffer auf feindlichem Schlachtschiff!“
Kaigun-taisa Yamamoto Isoroku reagierte ganz ruhig und trocken:
„Eines steht fest – die britische Flotte liegt nicht vor Anker – die sprengen wir jetzt aus dem Wasser!“
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„Admiral – es werden immer mehr feindliche Schiffe. Sollen wir wirklich nicht abdrehen und die Bomber ihre Arbeit machen lassen?“
„Alles was ich sehen kann ist, dass unsere Bomber perfekt auf den Gegner anfliegen. Nicht einer nimmt uns zum Ziel. Es gibt also keinen Grund Warum wir unsere Geschütze nicht etwas aufwärmen sollten!“
„Das ist ein Wespennest Admiral! Es sieht aus nach drei Divisionen Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer samt Geleit.“
„Wissen Sie was Ugaki – das muss die Schlachtflotte aus England sein. Die haben südlichen Kurs gesteuert und erst gewendet nachdem uns die britischen Aufklärer entdeckt haben. Diese Schiffe kommen nicht aus Malakka, die haben Malakka und Singapur zum Ziel!“
„Das bedeutet?“
„Das bedeutet, dass unsere erwarteten Ziele vermutlich doch bei Malakka vor Anker liegen und jetzt alles daran setzen werden auf See zu kommen. Nagumo muss auf jeden Fall Bomber nach Malakka schicken und nicht alles zu diesen Schlachtschiffen hier!“
„Jawohl Herr Admiral, aber das erhöht die Gefahr für uns ganz erheblich!“
„Wenn die britischen Träger vor Malakka Anker aufgehen, dann erhöht das die Gefahr für uns erheblich. Mit diesen Schlachtschiffen werden wir fertig! Schauen Sie hin wie sich die Torpedobomber zum Angriff formieren und auf Tiefflug gehen!“
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„Kommandant – Meldung von Zerstörer Nerima – unter den feindlichen Schiffen befindet sich ein schwerer Kreuzer der deutschen Kriegsmarine!“
„Das ging aber schnell, der kann kaum zur Deutschen Hauptmacht gehören.“
„Anweisungen?“
„Weshalb? Das Deutsche Kaiserreich hat uns den Krieg erklärt, nun sollen sie zusehen wie wir ihren Kreuzer versenken.“
„Meldung von der Yashima, Treffer auf Höhe des Maschinenraums, keine relevanten Schäden!“
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„Zerstörer Nerima meldet das die 22. Zerstörer-Flottille einen Torpedoangriff durchführt.“
„Die Zerstörer sollen Abstand halten. Bei so vielen feindlichen Großkampfschiffen werden die in Stücke geschossen.“
„Yashima meldet Volltreffer auf feindlichem Schlachtkreuzer Incomparable-Klasse.“
„Gut – Fragen Sie nach warum die Torpedobomber abgedreht haben und scheinbar eine Schleife fliegen?“
„Jawohl Herr Admiral!“
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„Admiral sehen Sie - da - dort!“
„Was ist da passiert?“
„Funkspruch von Zerstörer Matsudo Herr Kommandant – Flottillen-Führer Zerstörer Nerima wurde getroffen und ist explodiert!“
„Habe ich nicht gerade befohlen die Zerstörer zurück zu ziehen – nun dieser Kommandant hat seine Verhandlung vor dem Kriegsgericht gerade erhalten und wurde schuldig gesprochen. Hoffentlich haben die anderen Zerstörer-Kommandanten das verstanden!“
„Soll ich ihre Befehle wiederholen Admiral?“
„Für was – jeder der diese Rauchwolke sieht weiß welche Befehle ergangen sind!“
„Torpedos Hiyo – to ra to ra to ra!“
„Endlich greifen die Torpedobomber an!“
„Freuen Sie sich nicht zu früh Ugaki – das Abwehrfeuer ist mörderisch!“
„Torpedos Hiyo – Angriff auf den Zerstörer an der Spitze, wenn der ausweicht, kracht der direkt in die Schlachtschiffe, so aber versperrt er den Anflug auf die dicken Pötte!“
„Passt auf diese Scheiß Flak auf – tiefer runter tiefer runter…“
„Torpedos Unyo – da - das ist doch ein Flugzeugträger – verdammt ein Flugzeugträger!“
„Torpedos Unyo – to ra to ra to ra!“
„Treffer Treffer – man den hat’s erwischt – Torpedotreffer auf Feindschiff!“
„Verdammt wer war das?“
„Keine Kennung Herr Admiral!“
„Wir brauchen exakte Angaben – welche Staffel? Was für ein Treffer? Auf welchem Schiff?“
„Aufklärer #17 – Jäger Jäger – feindliche Jäger!“
„Torpedos Unyo – to ra to ra to ra!“
„Tadashi aufpassen dir klebt eine Hector am Heck!“
„Verdammt ich werd sie nicht los!“
„Hochziehen Tadashi hochziehen!“
„Verdammt ich bin getroffen, ich hab den Vogel nicht mehr unter Kontrolle…“
„Naoto zwei Jäger auf vier Uhr – Aufpassen Naoto Aufpassen!“
„Torpedos Unyo – Ziel leichter Kreuzer – Torpedos ausklinken!“
„Du Bastard dich hab ich…“
„Funkdisziplin – verdammt Funkdisziplin!“
„Treffer – Getroffen – seht euch an wie der Abschmiert!“
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„Zerstörer Matsudo meldet, dass die gegnerischen Schlachtschiffe den Torpedoangriff der 22. Zerstörer-Flottille nicht bemerkt haben und jetzt direkt in die Torpedobahnen hineinlaufen!“
„Zerstörer Matsudo meldet zwei Torpedotreffer auf Schlachtkreuzer Essex-Klasse!“
„Torpedos Unyo – Schwerer Kreuzer direkt voraus – greifen an!“
„Sehr gut – mein Kompliment an Kaigun-taisa Fuchida Mitsuo – das mit der Schleife hat er gut gemacht. Sein Angriff von Backboard hat dazu geführt das die feindlichen Zerstörer auf die Backbord Seite der Schlachtschiffe gewechselt haben um als Torpedofänger zu dienen. Jetzt laufen die feindlichen Großkampfschiffe direkt in die Zerstörer Torpedos auf ihrer ungeschützten Steuerbordseite!“
„Ich werde es gleich ausrichten Herr Admiral!“
„Torpedos Unyo – Torpedotreffer Backbord auf schwerem Kreuzer Hansa Klasse auf Höhe des Schornsteins.“
Kaigun-taisa Nagumo Chūichi lauschte ebenfalls den Funksprüchen. Im Unterschied zu den Schlachtschiffen hatte er nach dem Abheben aller Bomber einen nördlichen Kurs steuern lassen um Abstand zu den Schiffen der Royal Navy zu bekommen. Jetzt befand er sich Nordwestlich der japanischen Schlachtflotte und war damit in Sicherheit. Das glaubte er bis zu dem Moment als die Schiffssirenen ansprangen.
„Kusaka was ist das?“
„Luftangriff Admiral – feindliche Sturzkampfbomber haben den Jagdschutz durchdrungen und sind über uns!“
„Torpedos Unryu – to ra to ra to ra!“
„Torpedos Hiyo – nehmt das Schlachtschiff in der Mitte, sein Geleitzerstörer hat den Anschluss verloren!“
„Bomber Akagi – to ba to ba to ba!“
„Bomber Akagi – Bombentreffer am Heck auf feindlichem Zerstörer“
„Jäger Jäger – Aufpassen Akagi Staffel – Jäger sind hinter euch!“
„Da Admiral – eine Rauchfahne auf der Yashima!“
„Können Sie sehen wo das herkommt?“
„Sieht aus als sei einer der Türme der Mittelartillerie der Yashima getroffen worden!“
„Torpedos Amagi – to ra to ra to ra!“
„Bomber Akagi – Treffer auf Schlachtschiff – Treffer am Bug auf feindlichem Schlachtschiff!“
„Bomber Hiyo – Treffer auf feindlichem Zerstörer…“
„Bomber Shinano – Da ist ein Träger – ein gottverdammter Flugzeugträger!“
„Bomber Shinano – Treffer Treffer – verdammt ein Treffer“
„Bomber Shinano – Treffer – zwei Bombentreffer auf feindlichem Flugzeugträger!“
„Torpedos Amagi – nehmt den leichten Kreuzer der liegt prächtig vor uns!“
„Treffer – Volltreffer – Volltreffer – Bomber Akagi – vier Volltreffer auf feindlichem schweren Kreuzer“
„Kusaka haben Sie das gehört?“
„Ja Herr Admiral – ein feindlicher Flottenträger wurde getroffen!“
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#229 RTW2-JAP#
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