Bigfish hat geschrieben:Allerdings glauben Wir speziell bei diesem Thema, dass Enteignungen tatsächlich ein Skandal sind. Denn dass es überhaupt so weit kommen konnte, liegt an der verbockten Politik derer die es jetzt mit Enteignungen wieder gerade biegen wollen. Das mit dem Hambacherforst zu vergleichen ist da irgendwie nicht ganz passend. Tatsächlich halten Wir es schon für einen saumäßigen Skandal, dass die Kommunen überhaupt das (vom Steuerzahler erwirtschaftete) Tafelsilber billig verramscht haben.
Ja und Nein.
Natürlich hätte man den Bestand an Sozialwohnungen nie in dem Maße veräußern dürfen, wie es geschehen ist. Es zwingt aber die einkaufenden Immobilienkonzerne auch keiner zu Luxussanierungen und dem künstlichen Drehen an der Mietpreisschraube.
Nur weil Politiker vor 10, 20, 30 Jahren eine Menge falsch gemacht haben, heißt das nicht, dass deswegen heutige Politiker die Hände in den Schoss legen müssen.
Und nur weil Politiker dereinst zu doof waren, ist das natürlich noch lange kein Argument, dass Immobilienkonzerne und Investoren deswegen Schindluder am Markt treiben dürfen, und ihnen dabei niemand in den Arm fällt.
Vielleicht sollte man mal eine Haftung für Politiker einführen - vielleicht wird die Politik dann besser?
Kann man drüber reden. Ist aber ein anderes Thema. Hier geht es darum, ob man sozusagen die Immobilienkonzerne in Haftung für ihr schändlich' Treiben nehme sollte.
Der Stratege hat geschrieben:Ihr habt meine volle Zustimmung werter Bigfish! Die marode Infrastruktur muss sowieso erneuert werden und langfristig (das sehe ich ähnlich wie der werte deltadagger) werden Home-Office-varianten immer mehr überhand nehmen, dann ist die Nähe des Wohnorts zur Arbeitsstätte zweitrangig.
Auch wenns nun wirklich schon zwei-, dreimal durchgekaut wurde: die Leute, die (potentielle) Home-Office-Jobs machen, sind am wenigsten von explodierenden Mieten betroffen. Sondern diejenigen, die tatsächlich mehrheitlich vor Ort sein müssen.
Witold Pilecki hat geschrieben:Wie gesagt, verfügbare Flächen und dann wird schon zeitnah gebaut werden und zwar von den raffgierigen Investoren, die kein Stück an sinkenden Preisen interessiert sind. Sinkende Preise werden durch Wettbewerb und Überangebot realisiert.
Und wie soll es zu diesem Überangebot kommen? Es wäre schön, wenn Ihr Euch nicht immer in wirtschaftsliberale Allgemeinplätze flüchten, sondern konkret würdet.
Welches Interesse sollte ein Investor daran haben ein Überangebot zu schaffen?
Selbst wenn sich dafür jemand fände: wer soll das bauen, wenn die Bauwirtschaft jetzt schon am Limit operiert?
Wir bitten um konkrete Antworten.
Ihr seid Teil des Problems. Das ist wie im Stau zu stehen und sich über die anderen Autofahrer zu beschweren, wegen derer es so voll ist.
Nö, ist ja nicht Unsere Schuld, dass in München Jobs geschaffen werden und in Pappnasenhausen nicht.
Und bevor jetzt kommt, dass Wir Uns ja ein Beispiel an Eurem Nachbarn nehmen könnten: warum sollten Wir? Seit wann sind die Renditen von Immobilienkonzernen wichtiger als die Menschen? Weil darauf läuft es schließlich hinaus: sollen sich die Menschen doch andere Jobs anderswo suchen oder Kuchen essen...äh...pendeln! Hauptsache irgendwelche Investoren können sich die Taschen voll machen.
Übrigens:
Mögen es zwei Themen sein oder eines. Für beides lautet die Antwort: bauen (siehe oben). Ob jetzt Freiflächen bebaut, bestehende Immobilien aufgestockt oder im Umland Flächen erschlossen und mit ÖPNV angebunden werden, ist egal. Wir schrieben ja zu unserem Einstieg in die Debatte, dass die Mieten nicht das Problem, sondern das Symptom sind.
Ja. Nur wie bereits ausgeführt, sind das leider nichts als Worthülsen. Das Beste gegen Armut ist Geld, das Beste gegen den Hunger in der Welt sind Lebensmittel und das Beste gegen Wohnungsmangel ist Wohnungsbau. Überall stellt sich aber die Frage nach dem WIE.
Und bislang konnte noch keiner irgendeine konkrete Lösung präsentieren. Von einer, die am besten in naher Zukunft und nicht erst in 10 Jahren Wirkung zeigt, mal ganz zu schweigen.