Kharon hat natürlich Recht: Ein Land mit 100% Inflation, das für jeden Soldaten in Unterhalt und Werbekosten, für jeden Stabpunkt, jede Tech, jeden Gouverneur, jede Kolonie und jeden Händler das doppelte bezahlt, hat nicht mehr von seinem Reichtum, als ein Land mit halben Einnahmen und ohne Inflation. Das einzige, was von Inflation unberührt ist, ist die Diplomatie. Man könnte, wenn man's sehr genau nehmen will, ausrechnen, wie viel Prozent des spanischen Einkommens in fremde Kassen fließt und kann dann die Inflation um den entsprechenden Anteil verkleinern.
Der werte Suleyman scheint übrigens einem Missverständnis aufzusitzen: Mir wäre nicht bekannt, dass Gouverneure (außer 1D Produktion) Einkommen erzeugen.
Zu TEFs Handelszentrenrechnung: Es muss schon viel geschehen, damit ALLE anderen Länder einem kleinen Land den Handel verbieten. Es können ja noch nicht mal alle Länder Handelsverbote aussprechen. Brandenburg etwa ist weit davon entfernt. Wenn man solche Rechnungen anstellt, dann könnte man genau so gut ausrechnen, wie viele Einnahmen einem Land noch blieben, wenn alle seine Provinzen geplündert werden, weil alle anderen Länder Krieg gegen den Armen führen.
Die Stats überschätzen Spaniens Stärke:
1. Gut 100 D des vermeintlichen Reichtums sind Plünderungseinnahmen aus südfranzösischen Provinzen. Ein paar Dukaten bringen auch die Produktionseinnahmen aus den dortigen Weingütern. Macht 120 D weniger für Spanien, mehr für Frankreich. Die 5 französischen Händler in Cuzco sind boykottiert - ihre Einnahmen fließen an Spanien. Nochmals ca. 40D in der Momentaufnahme.
2. Spanien wird in Kürze eine Provinz an Frankreich abtreten, weil es allen Unkenrufen zum Trotz den Krieg einfach nicht gewinnen kann und nach dem Fall von Luxemburg und Flandern einen kellertiefen Warscore haben wird.
Frankreichs Einkommen wird entsprechend von den Stats unterschätzt und steigen.
3. 2 weitere Provinzen gehen an Holland, 3 weitere an die Deutschen, 2 an Portugal. Nur eine, zu allem Überfluss auch noch protestantische Kolonie Schwedens wird hinzukommen. Die ehemaligen Indianer in Nordamerika werden auch demnächst abgegeben. Nochmals 10 Provinzen. Bei 4 erfolgreichen Siedlern im Jahr werde ich es schwer haben, in der nächsten Session die Provinzzahl auch nur zu halten.
4. Spaniens enorme Truppenkosten (momentan werden sie mit 72D im Monat beziffert), fließen auch nicht ein.
5. Andere Länder zehren nicht schlecht von Nachbarschaftsboni, die fließen auch nicht ein.
6. All die netten Edit-Boni kommen auch nicht vor. Das relativiert den Vorsprungs Spaniens weiter, denn natürlich profitieren Holland oder Schweden deutlich stärker von 700D Bargeld als Spanien.
Zum Vergleich von TEFs und meinem Spanien: TEFs Strategie war eine sehr langfristige - wie sie es meistens sind. Da hat man immer das Gefühl, es geht darum 1819 alles ausgetecht zu haben und es dann ordentlich in der Kasse klingeln zu lassen. Und in dieser Hinsicht war das Spanien ja auch extrem erfolgreich. Spanien hatte damals am Ende über 200 Provinzen, darunter extrem viele sehr, sehr reiche Gebiete, an die ich in diesem Spiel keinen Gedanken verschwenden brauche (Indien z.B.). Bei mir sind inzwischen 10 reiche Karibikprovinzen weg, mit Zucker und netter Basetax - meine nächsten Kolonien sind Sklaven und Weizen, mit nie mehr als 4 Basetax. Ich bin gut 15 Jahre mit Stab -3 rumgekrebst, was sich langfristig in niedrigerer MP und niedrigeren Einnahmen niederschlagen wird. Ich habe auch Rebellen in Goldprovinzen gewähren lassen, um sie billiger konvertieren zu können und die Goldinflation niedrig zu halten - solche Sachen bringen am Anfang was, langfristig sind sie schädlich.
Meine Strategie war darauf ausgerichtet, von Anfang an mit einem Partner in Deutschland dem Franzosen Einhalt gebieten und dem Osmanen ernsthaft was entgegensetzen zu können, wenn er nach Westafrika will. Das hat halbwegs geklappt. Spaniens Problem ist, dass es außer seinem Reichtum nix hat: Weder fett MP wie Osmane und Russe, noch ordentlich MP gepaart mit überragenden Leadern, wie Frankreich und Österreich. Auch keine Insel mit billigen Schiffen. Vor allem aber hat es keine Freunde, wie's scheint.
Außerdem muss ein von mir gespieltes Land immer ein bisschen reicher sein, weil ich einfach eine verschwenderische Natur habe, wie man an den Verlustzahlen spanischer Tercios sehen kann.
Ach, aber was rede ich: Im Grunde ist Spanien am Ende. Wer sieht sein Land noch am Ende?