Ich würde vorschlagen das die Disskusionen in den anderen Thread mit Jürgen Trittin besser passen, weil da überwiegend über Politik gesprochen wird.
Hier noch ein Bericht zur Lage:
New Orleans/Washington - Die Lage in New Orleans hat sich dramatisch zugespitzt: Die Rettungsaktionen in der Stadt wurden aus Sorge um die Sicherheit der Mannschaften ausgesetzt. Im Zuge der Einsätze war es immer häufiger zu tätlichen Übergriffen von Hilfesuchenden gekommen. So gab es laut CNN wiederholt lebensgefährliche Kämpfe um Plätze in Rettungsbooten. Allein in New Orleans sind bis zu 60.000 Menschen eingeschlossen. Eine US-Senatorin schätzte die Zahl der Todesopfer auf mehrere Tausend.
Durch die stark zerstörte Stadt New Orleans zogen am Donnerstag bewaffnete Banden. Unbekannte schossen am Superdome auf einen Rettungshubschrauber, ein Nationalgardist wurde verletzt. Tausende Nationalgardisten versuchten unterdessen, Plünderungen und Gewalt in der Stadt zu verhindern.
Flucht nach Norden
Tausende Obdachlose flohen in Richtung Norden. Viele von ihnen drängten sich an den Absperrungen am Superdome. Verzweifelte Flüchtlinge setzten Müllcontainer in Brand. Rund um den Dome loderten Flammen. Die Einsatzkräfte konnten wegen der Wasserfluten und der unübersehbaren Menschenmenge zunächst nicht einschreiten. "Die Lage hier ist extrem explosiv", sagte ein Augenzeuge.
"Bitte helft uns"
Tausende andere Obdachlose kampieren auf Straßen, Zubringern und unter Brücken - in der Hoffnung, endlich aus der Stadt herauszukommen. Auf einer Autobahn versammelten sich hunderte Menschen und riefen Autofahrern zu: "Bitte helft uns." Andere streckten leere Becher aus und bettelten um Wasser. Die Nationalgarde will außer Bussen auch Eisenbahnen einsetzen und eine Luftbrücke aufbauen.
Bush: "Null Toleranz" gegenüber Plünderern
Bush kündigte "Null Toleranz" gegenüber Plünderern und Preistreibern im Krisengebiet an. Die Situation der besonders Verletzlichen dürfe nicht ausgenutzt werden, sagte Bush am Donnerstag dem Fernsehsender ABC. Zuvor hatte der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, bereits das Kriegsrecht verhängt, um wirksamer gegen marodierende Plünderer vorgehen zu können. Wegen der zahlreichen Leichen, die in den Fluten treiben, rief die US-Regierung den Gesundheitsnotstand aus, um die wachsende Seuchengefahr zu bannen.
Wiederaufbau wird Jahre dauern
Es werde Jahre dauern, bis die Region wieder aufgebaut sei, sagte Bush nach einem Erkundungsflug mit der Präsidentenmaschine Air Force One. Die Küste im Bundesstaat Mississippi sei komplett zerstört. Die Nationalgarde will zusätzlich 24.000 Soldaten in die Katastrophengebiete schicken, 13.000 sind bereits im Einsatz. Bush kündigte eine bisher einmalige Hilfs- und Rettungsaktion an. So sollen mehrere Marineschiffe, Amphibienfahrzeuge und Hubschrauber entsendet und dutzende große Feldlazarette mit insgesamt 10.000 Betten eingerichtet werden. Nach seinen Angaben befanden sich am Mittwoch insgesamt 78.000 Menschen in Notunterkünften.
Schlimmste Katrastrophe seit 1906?
Bestätigen sich die düsteren Prognosen, wird Hurrikan "Katrina" die Naturkatastrophe mit den meisten Toten in den USA seit dem Erdbeben in San Francisco im Jahr 1906. Damals waren rund 6.000 Menschen ums Leben gekommen.
Evakuierung unterbrochen
Die Evakuierung New Orleans begann am Mittwoch. Die im Superdome untergebrachten Menschen sollen vorübergehend in einem anderen Stadion im 530 Kilometer entfernten Houston (Texas) Zuflucht finden. Erste Busse kamen dort bereits an. Zwischenzeitlich wurde die Aktion wegen der Lage am Superdome gestoppt. In der Sportanlage funktionierten zuletzt weder Duschen noch Toiletten, es ist schmutzig und unerträglich heiß. New Orleans selbst droht in den Fluten des Pontchartrain-Sees vollständig zu versinken.
Bürgermeister Nagin rechnet allein in der Südstaatenmetropole mit mehr als 1.000 Toten. In den Häusern liegen noch viele Leichen, sagte er. Im Kampf gegen Plünderer wurden 1.500 Polizisten von Rettungseinsätzen abgezogen, um "zu tun, was nötig ist".
Trinkwasser fehlt
Auch in den anderen Katastrophengebieten warten noch immer Tausende auf Rettung. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit wachsen. Vielerorts fehlen Lebensmittel und sauberes Trinkwasser, Plünderer rauben Nahrungsmittel und Waffen aus Geschäften, Einbrecher räumen verlassene Häuser aus. "Die Lage ist schrecklich, es ist heiß und feucht", sagte Michael Brown, Chef der US-Behörde für Katastrophenmanagement.
Seuchengefahr wächst
Offizielle Stellen befürchten, dass zehntausende Häuser irreparabel sind. Auch wächst die Sorge, dass sich Seuchen wie Typhus und Cholera ausbreiten könnten. "Die Bedingungen verschlechtern sich rapide", warnte ein Gesundheitsexperte von der Universität Louisiana. Fachleute vergleichen die Situation mit den Zuständen in Südostasien nach dem verheerenden Tsunami Ende 2004.
Auch in der früheren Casinostadt Biloxi (Mississippi) ist die Lage chaotisch. "Sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen", sagte ein Motelbesitzer angesichts der dreisten Diebesbanden. Überlebende berichten, es sei ein "Wunder", dass sie davongekommen sind. Wände aus Beton und ein Haufen roter Ziegel, mehr ist von ihrem Wohnblock "Quiet Water Beach" nicht mehr zu sehen. Im Schutt liegen eine Spielzeugeisenbahn, Schmuck und Kleidungsstücke - Erinnerungsstücke an ein früheres Leben.
Schröder bietet Unterstützung an
Deutschland bot den USA Unterstützung an, um der "entsetzlichen Naturkatastrophe" Herr zu werden, sagten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer in Berlin. Auch Hollywoodstars und Musiker sowie Sportler setzen sich mit Spendenaufrufen und Aktionen für die Hurrikan-Opfer ein. Verschiedene Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz und Care International riefen auch hier zu Lande zu Spenden auf.
Spendenkonten:
DRK: Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 37020500, Kontonummer 41 41 41,
Spendenkonto Soforthilfe USA
Care International: Sparkasse KölnBonn, BLZ 380 500, Kontonummer 4 40 40, Stichwort: Wirbelsturm, Onlinespenden unter
www.care.de
Diakonie Katastrophenhilfe: Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70, Kontonummer 502 707, Onlinespenden unter
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
Caritas international: Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Kontonummer 202, Onlinespenden unter
http://spende.caritas-international.de
Ohne Worte.