Hearts of Iron 2 - Blitzkriegs-AAR: In drei Jahren zur Weltherrschaft

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Bild 123: Leuchte mir den Weg, Oh Herr!

Kiel, 27. Dezember 1941
Marinestation Ostsee, Ehrengerichtsstand der Marine
Letzter Tag der Anhörung und Entscheidung des Ehrenausschusses


Protokoll der Verlesung der Entscheidung des Ehrenausschusses


„Im Falle des Fregattenkapitäns Meinhardt Peter Rech, geboren am 08. Jänner 1900 in Thalheim, fällt der Ehrengerichtsstand Kiel folgendes Urteil:
Fregattenkapitän Rech hat sich, nachdem seine Frau während der gemeinsamen Hochzeitsreise nach Süd- und Nordamerika die eheliche Verbindung durch Auslandsflucht faktisch gelöst hat und nachdem er von den schweren Anschuldigungen gegen seine Frau Kenntnis erlangte, absolut patriotisch und mit der vollen Verantwortung eines Offiziers der deutschen Kriegsmarine verhalten. Die Ehe wurde auf Antrag von Herrn Fregattenkapitän Rech ohne Einhaltung der Trennungsfrist als aufgehoben erklärt.

Fregattenkapitän Rech hat den Ehrenausschuss darüber hinaus glaubhaft und nachvollziehbar überzeugt, dass er von den kriminellen Handlungen und der staatsfeindlichen Gesinnung seiner Ehefrau Ulrike Rech, geborene Hollweg, keine Kenntnisse oder Vermutungen hatte. Der Ehrenausschuss merkt hierbei jedoch an, dass es sich nach Meinung des Ehrenausschusses für einen deutschen Offizier geziemt, seine Partner und insbesondere seine Ehefrau erst nach gewissenhafter Charakterprüfung im Sinne einer einer streng patriotischen und staatstreuen Gesinnung auszuwählen. Zumindest in dieser Offizierspflicht hat Fregattenkapitän Rech ohne die gebotene Sorgfalt und ohne die ihm sonst während der Erfüllung seiner dienstlichen Aufgaben zueigen gemachte Wesensart fahrlässig gehandelt und so nicht nur seinem Ruf und Stand, sondern auch den des gesamten Offizierskorps der Wehrmacht, wenn auch unwillentlich, öffentlichen Schaden zugeführt. Der Ausschuss gibt zu Protokoll, dass ein gestandener und mehrfach ausgezeichneter deutscher Offizier eine solche Täuschung viel früher hätte erkennen müssen, als es Fregattenkapitän Rech in diesem hier zu beurteilenden Fall getan hat.

Auf der anderen Seite war Fregattenkapitän Rech während seiner gesamten Laufbahn stets der deutschen Marine und dem Vaterland ergeben und hat, wie alle hier vor den Ausschuss geladenen oder um Auskunft gebetenen Vorgesetzten samt und sonders bestätigten, die ihm übertragenen Pflichten mit einer Sorgfalt, Einsatzbereitschaft und besonders ausgezeichneten Qualität erfüllt, die weit über seine Jahrgangsstufen ihres Gleichen sucht. Nicht zuletzt wegen seiner außerordentlichen Tapferkeit wurde Fregattenkapitän Rech unlängst mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz Erster Klasse ausgezeichnet und ist damit in Kühnheit und Auftreten seinen Kameraden im Offizierkorps wie auch seinen Untergebenen ein leuchtendes Beispiel an der Pflichterfüllung eines deutschen Offiziers.

Der Ehrenausschuss der Marine der Marinestation Ostsee gibt daher folgende Empfehlung:

Die Anschuldigungen sind nach nahezu einhelliger Meinung des Ehrenausschusses unhaltbar und sollten im Gedenken an den möglichen Schaden für den Ruf des gesamten Offizierkorps schnellstmöglich fallen gelassen werden. Fregattenkapitän Rech hat sich in seinem und im Sinne des Ehrenauschusses einwandfrei verhalten, nachdem ihm die Kenntnisse über die auf hinterlistigste und argvollste Weise versteckte Täuschung seiner Ehefrau zu Ohren kamen. Darüber hinaus ist Rech ein verdienter und in jeder dienstlichen Hinsicht hervorragender deutscher Marineoffizier und von streng nationaler Gesinnung. Der Ehrenausschuss befürwortet daher die Fortführung seines Dienstverhältnisses als Offizier der deutschen Kriegsmarine.
Um den bereits entstandenen Schaden vom Bild eines deutschen Offiziers zu nehmen, empfiehlt der Ehrenausschuss, Fregattenkapitän Rech im Mindesten für die Dauer des laufenden Strafverfahrens von seinem Posten auf einer Fronteinheit zu nehmen. Auch wenn dieses Verfahren erwartungsgemäß positiv endet, so ist es die einhellige Meinung des Ehrenausschusses, Fregattenkapitän Rech kein Kommando mehr auf Einheiten der ersten Linie oder in der Ausbildung anzuvertrauen, da er, wie bereits ausgeführt, im persönlichen Lebenswandel kein Vorbild für die ihm unterstellten Soldaten sein kann und sich möglicherweise auf andere Offiziere in zumindest teilweise berechtigter Art nicht mehr im Stande sehen können, mit ihm gemeinsam in einer Kampfeinheit zu dienen. Eine Disziplinarstrafe oder ein Beförderungsverbot erachtete der Ehrenausschuss ausdrücklich als nicht erforderlich, da Rech weder schwer fahrlässig noch vorsätzlich in diese Situation gekommen ist.

Der Ehrenausschuss der Marinestation Ostsee würdigt ausdrücklich die Auskunftsbereitschaft der geladenen Zeugen und die spricht Fregattenkapitän Meinhardt Peter Rech hiermit sein volles Vertrauen in seinen Tätigkeiten zukünftiger Aufgabenfelder aus.
(̷) “


Hundeelend fühle ich mich jetzt. Es stört mich nicht, dass ich mein Bordkommando verliere und dass ich jetzt auf einer schwarzen Liste stehe. Nein, ich bin zustiefst von mir selber enttäuscht, weil ich entgegen allen Selbstverständnisses nicht aufrichtig und ehrlich zu meiner Ehefrau stand. Und so laufe ich ziellos durch Kiel und nehme kaum war, wie der Wind meine Schirmmütze von meinem Schädel hebt und davon weht. Aus den Schänken ringsum ertönt dumpfes und stumpfes Gelächter. Wie widert es mich heute Nacht an! Sollen die stumpfsinnigen Bauern sich doch benehmen wie ihr Vieh in der Brunft, wie konnte ich meine Ideale und meinen innersten Glauben nur so schändlich verraten?

„Seht mich doch an, hier kommt Euer Kapitän! Der Kapitän der nicht nur so dämlich ist, ohne Mütze durch die Stadt zu gehen, nein, ich war so abrundtief feige, dass ich mein ganzes Leben und mein Innerstes selbst verriet, nur um mein erbärmliches Dasein zu retten! Schonmal vom Jünger Petrus gehört? Hier stapft er durch die Gassen, der dumme Kapitän ohne Mütze!“

Ich weiss nicht, ob sich überhaupt jemand nach mir umdreht, ich weiß nicht, wo ich gerade bin. Der starke Regen hat meine Kleidung bereits bis auf den letzten Faden durchnässt, es ist mir einerlei. Auf einmal stehe ich vor den Stufen der Kathedrale, in der ich mit meiner Ulrike getraut wurde. Ist das ein Zeichen? Unschlüssig hebe ich einen Fuß, nein, die Kirche ist doch längst geschlossen. Da öffnet sich das Portal und zwei Messdiener treten ins freie, rümpfen die Nase über den vor Nässe triefenden Passanten. Doch die Tür bleibt offen.
Ich gehe hinein…
Aktivist für Deutschland -Wahlprogramm-
[hr][/hr]Why not Zoidberg? (\/) (;,,;) (\/)
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Bild 124: Die Verlegung der Wehrmacht über den Ozean dauert Monate.


Unternehmen ‚Tigersprung’
Sengwarden, Deutschland, 15. Januar 1942
Seekriegsleitung
1/Skl Operationsabteilung
Gemeinsamer Führungsstab des OKW


Lage:

Die Ausschaltung Russlands als letzte kontinentale Bedrohung des Deutschen Reiches schafft die Voraussetzung für die kommende Neuordnung der Welt und ihrer internationalen Organisationen im Sinne der Achsenmächte unter Führung von Deutschland und Japan sowie die endgültige Absicherung des globalen Führungsanspruchs und Weltmachtstatusses des Reichs. Einzig die Frage der Haltung Amerikas ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt worden. Die frühen Versuche der US-Administration Alf Landon, seine Nation enger an die ehemaligen Westalliierten zu binden und so unter dem Deckmantel der Neutralität die Kriegsgegner Deutschlands zu unterstützen, wurden durch die schnellen und schlagkräftigen Schläge der Wehrmacht unterbunden. Nach dem Zusammenbruch der nationalchinesischen und sowjetrussischen Regime und der ungenügend geklärten Staatskrise zwischen Japan und den USA steht Amerika nun alleine und ohne potentielle Verbündete auf der Welt. Gleichwohl darf man die erheblichen Rüstungsanstrengungen der USA und deren ideologische Kernfeindschaft zu den nationalen Regierungen Europas und Asiens nicht unterschätzen.

Die Achse und das Deutsche Reich als deren Führungsspitze sind jedenfalls fest entschlossen, keine zukünftige Bedrohung der neuen Weltordnung durch ein panamerikanisches Waffenbündnis unter der Herrschaft von Wall Street und White House zu dulden. Ergreift Amerika nicht die großzügig ausgestreckte Freundschaftshand der Achse, deren Nationen unschuldig in verheerende Kriege mit ausdrücklicher Billigung des amerikanischen Großkapitals gezwungen wurden, wird das Zentrum der Weltverschwörung von Bourgoisie und Imperialismus ohne Rücksicht zerschmettert werden.


Auftrag:

Selbst unter dem Eindruck der Schlagkraft der unbesiegbaren Wehrmacht und der Vernichtung aller Marionettenregime von Amerikas Gnaden, halten die Finanzbarone der Wall Street ihre absolute Kontrolle über Wirtschaft, Politik und die Meinung der Öffentlichkeit im Lande aufrecht, um weiter für den Krieg gegen das Deutsche Reich zu hetzen. Der Führer ist überzeugt, nur eine deutliche Geste der eigenen Stärke wird Amerikas Machtcliquen zum Einlenken bewegen können. Daher beginnt mit dem Ablauf des Januar 1942 die größte Truppenverlegung in der Geschichte der Menschheit. Planungshoheit über den Seeteil der Verlegeoperation ‚Tigersprung’ erhält die Kriegsmarine, alle übrigen Führungsstäbe der Wehrmacht und der befreundeten amerikanischen Nationen sind jedoch im gemeinsamen Führungsstab des OKW vertreten. Im Rahmen des Seetransports sind bis Mitte Mai 1942 3,4 Millionen Soldaten der Wehrmacht mit 2600 Panzern, 5400 Geschützen, 10500 Flugzeugen und 10 Millionen Tonnen an Material und Versorgungsgüter von Deutschland aus nach Venezuela, Guyana, Guadelupe und Argentinien zu transportieren.


Durchführung:

Aufstellung und Einschiffung der Kampftruppen werden durch die Führungssgruppen beim Heer und der Luftwaffe organisiert. In folgende Konzentrationsräume werden die Einheiten überführt:

Raum Guyana:
Schnelles PzK ‚Model’ – Gen. Model (4. PD, 7. PD, 3. PD)
AOK ‚Norwegen’ – Gen. List (AOK Norwegen, 44. SS-PzGr., 28. SS-PzGr.)
I. schnelles AK – GenLt. v. Obstfelder (21. ID, 5. ID, 35. ID)
III. schnelles AK – GenLt. Leeb (9. ID, 25. ID, 17. ID)
II. schnelles AK – GenLt. Erfurth (2. ID, 27. ID, 15. ID)

Fallschirmgruppe (1. FjD, 3. FjD, 7. FlgD, 2. FjD)
Sicherungsgruppe (160. ResD, 859. SichD, 735. SichD, 158. ResD, 856. SichD, 812. SichD, 727. SichD, 154. ResD, 720. SichD, 742. SichD, 165. ResD, 719. SichD)

Lufttransportgruppe (KG zbV 1, KG zbV 2, KG zbV 3, KG zbV 4)
Abfanggruppe 2 – GenLt. Keller (JG 20, JG 21, JG 70, JG 71)
Abfanggruppe 3 – GenLt. Klepke (JG 433, JG 51, JG 1, JG 54)
Schlachtgruppe 2 – GenM. Lörzer (StG 76, SchlG 1, StG 151, StG 102)
Schlachtgruppe 1 – GenM. Udet (StG 77, StG 5, SchlG 101, SchlG 2)


Raum Guadelupe:
2. AK – GenLt. v. Wietersheim (1. ID, 32. ID, 34. ID)

1. takt. KG – GenLt. v. Richthofen (StG 51, TakGr. 1, TakGr. 3, TakGr. 2)
2. takt. KG – GenLt. v. Kesselring (KG 30, KG 1, KG 4, KG 26)
3. takt. KG – GenLt. Sperrle (KG 2, KG 3, KG 53, KG 25)
4. takt. KG – GenLt. Wever (KG 27, KG 28, KG, 54, KG 51)
Schlachtgruppe 4 – GenM. Grauert (StG 2, SchnellKG 210, SchlG 104, SchlG 152)
Abfanggruppe 5 – GenLt. Heilingbrunner (JG 28, JG 5, JG 7, JG 102)
1. Jagd-Division – GenM. Felmy (JG 7, JG 107, JG 101, JG 103)
2. Jagd-Division – GenLt. v. Greim (JG 106, JG 300, JG 25, JG 301)
3. Jagd-Division – GenLt. Kammhuber (JG 104, JG 11, JG 50, JG 108)

1. U-Jagd-Fltl. – KAdm. Böhm (Z2 „Georg Thiele“, Z4 „Richard Beitzen“, Z6 „Theodor Riedel“, Z8 „Bruno Heinemann“, Z10 „Hans Lody“, Z12 „Erich Giese“)
2. U-Jagd-Fltl. – KAdm. Warzecha (Z14 „Friedrich Ihn“, Z16 „Friedrich Eckholdt“, Z18 „Hans Lüdemann“, Z20 „Anton Schmitt“, Z22 „Horst Wessel“)

Marineflieger-Fltl. 1 – KAdm. Geisler (SeeAufGr. 125, SeeAufGr. 126, SeeAufGr. 140, SeeAufGr. 139)
Marineflieger-Fltl. 2 – VAdm. Stumpff (SeeAufGr. 127, SeeAufGr. 128, SeeAufGr. 138, SeeAufGr. 137)
Marineflieger-Fltl. 3 – VAdm. Ritter (SeeAufGr. 129, SeeAufGr. 130, SeeAufGr. 136, SeeAufGr. 135)
Marineflieger-Fltl. 4 – Adm. Zander (SeeAufGr. 131, SeeAufGr. 132, SeeAufGr. 134, SeeAufGr. 133)


Raum Concordia/Argentinien:
IX. PzK – GenLt. Mackensen (178. ResPD, 24. PD, 155. ResPD)
14. Mech. AK – GenM. Volkmann (46. SS-PzGr, 497. SS-PzGr, 20. mot. ID)
16. AK – Gen. v. Salmuth (56. ID, 52. ID, 10. ID)


Raum Cuyuni/Venezuela:
3. AK – GenLt. Straube (30. ID, 13. ID, 19. ID)
II. schnelles AK – GenLt. v. Roques (18. ID, 8. ID, 23. ID)


Raum Barquisimeto/Venezuela:
HG Süd – FM v. Blomberg (HG Süd, 18. SS-PzGr, 43. SS-PzGr)
HG Mitte – Gen. v. Rundstedt (HG Mitte, SS-PzGr ‚Brandenburger’, 40. SS-PzGr)
HG Nord – Gen. v. Witzleben (HG Nord, 17. SS-PzGr, 41. SS-PzGr)
Schnelles PzK ‚Manstein’ – GenM. v. Manstein (6. PD, 2. SS-PD, 10. PD)
Schnelles PzK ‚Dietrich’ – Gen. Dietrich (5. PD, 8. PD, 179. ResPD)
I. PzK – GenLt. Harpe (14. PD, Fallschirm-PD, 9. PD)
II. PzK – Gen. Rommel (18. PD, 19. PD, 26. PD)
III. PzK – Gen. Steiner (16. PD, 20. PD, 5. SS-PD)
IV. PzK – Gen. v. Arnim ( 3. SS-PD, 1. SS-PD, 12. PD)
V. PzK – GenLt. Hausser (22. PD, 27. PD, 10. SS-PD)
VI. PzK – GenLt. v. Kleist (9. SS-PD, 11. SS-PD, 11. PD)
VII. PzK – GenLt. Geyr (15. PD, 13. PD, 17. PD)
VIII. PzK – GenLt. Nehring (23. PD, 25. PD, 12. SS-PD)
X. PzK – Gen. Guderian (2. PD, 1. PD, 21. PD)
5. AK – GenLt. v. Bock (12. öst. ID, 4. öst. ID, 14. öst. ID)
6. AK – GenLt. Ulex (1. öst. ID, 11. öst. ID, 13. öst. ID)
7. AK – GenLt. v. Brauchitsch (15. öst. ID, 5. öst. ID, 6. öst. ID)
8. AK – GenLt. Weichs (7. öst. ID, 2. öst. ID, 8. öst. ID)
9. AK – Gen. v. Leeb (33. ID, 36. ID, 6. ID)
10. AK – GenLt. v. Küchler (10. ID, 7. ID, 20. ID)
12. AK – GenLt. v. Blaskowitz (3. ID, 24. ID, 14. ID)
15. AK – GenLt. Paulus (44. ID, 45. ID, 46. ID)
18. AK – GenLt. Heinrici (57. ID, 58. ID, 60. ID)
19. AK – Gen. Ruoff (69. ID, 71. ID, 72. ID)
20. AK – GenLt. Halder (76. ID, 75. ID, 73. ID)
1. Mech. AK – GenLt. Sachs (14. mot. ID, 1. SS-PzGr, 42. SS-PzGr)
2. Mech. AK – GenLt. v. Reichenau (36. mot. ID, 3. PzGr, 10. PzGr)
3. Mech. AK – GenLt. v. Schobert (10. mot. ID, 20. PzGr, 15. PzGr)
4. Mech. AK – GenLt. de Angelis (29. mot. ID, 16. PzGr, 29. PzGr)
5. Mech. AK – GenLt. Brämer (60. mot ID, 90. PzGr, PzGr ‚Großdtschl.’)
7. Mech. AK – GenLt. Hartmann (18. mot. ID, 11. SS-PzGr, 18. PzGr)
8. Mech. AK – GenM. Friessner (25. mot. ID, 16. SS-PzGr, 23. SS-PzGr)
10. Mech. AK – GenLt. Demelhuber (2. mot. ID, 490. PzGr, 495. PzGr)
11. Mech. AK – GenLt. v. d. Bach-Zelewski (489. PzGr, 491. PzGr, 13. mot. ID)
12. Mech. AK – GenLt. v. Axthelm (386. mot. ID, 488. PzGr, 494. PzGr)
13. Mech. AK – GenM. v. Stülpnagel (3. mot. ID, 45. SS-PzGr, 496. PzGr)

Gebirgskommando
6. GebJ – GenM. v. Förster
1. GebJ – GenM. Dietl
1. AlpJ – GenLt. v. Kluge
3. GebJ – GenM. v. Falkenhorst
2. GebJ – GenM. Busch
4. GebJ – GenM. Brennecke
7. GebJ – GenM. Krüger
6. SS-GebJ – GenM. Schlemm
5. GebJ – GenM. von Tippelskirch

Marinesturmkommando
1. MSD – KAdm. Student
2. MSD – KAdm. Schörner
3. MSD – KAdm. Haase
4. MSD – KAdm. Clössner
5. MSD – KAdm. Conrad
6. MSD – KAdm. Jacob


Raum Maracaibo/Venezuela
Abfanggruppe 1 – GenLt. Milch (JG 3, JG 26, JG 2, JG 53)
Abfanggruppe 4 – GenLt. Kühl (JG 27, JG 77, JG 52, JG 72)
Schlachtgruppe 3 – GenM. Weise (StG 1, StG 3, SchnellKG 10, StG 101)
Schlachtgruppe 5 – GenLt. Bülowius (StG 165, StG 163, StG 162, StG 160)

1. U-Gruppe – KAdm. Fricke (U1, U2)
2. U-Gruppe – KAdm. Assmann (U3, U6)
3. U-Gruppe – KAdm. v. Nordeck (U11, U12)
4. U-Gruppe – KAdm. Dönitz (U7, U8)
6. U-Gruppe – KAdm. Stosch (U5, U10)
7. U-Gruppe – KAdm. Krause (U4, U9)


Beteiligte Kräfte:

Invasionsflotte ‚Anton’ – VAdm. Witzell („Jaguar“, „Löwe“, „Bremse“, „Henne“, „Fliege“, „Brummer“, „Mücke“, „Tiger“, „Hornisse“, „Biene“, „Wespe“, „Schmetterling“)
Invasionsflotte ‚Bertha’ – Adm. Tillessen („Maikäfer“, „Heuschrecke“, „Ameise“, „Moskito“, „Gepard“, „Puma“, „Leopard“, „Wiesel“, „Hermelin“, „Libelle“, „Graugans“, „Rotfuchs“)
Invasionsflotte ‚Cäsar’ – VAdm. Bastian („Panther“, „Fuchs“, „Luchs“, „Falter“, „Silberwolf“, „Rauhwolf“, „Schwalbe“, „Möwe“, „Kormoran“, „Seeadler“, „Ozelot“, „Hyäne“)

Alle drei Seeverlegeflottillen werden nach Abschluss der Operation in Maracaibo stationiert. Um unnötige Provokationen zu vermeiden, verbleibt die deutsche Atlantikflotte zunächst in ihrem Heimatstützpunkt Wilhelmshaven.


Maskierung:

Eine Seeverlegeoperation dieses Ausmaßes ist historisch ohne Beispiel. Um den hohen Koordinierungsaufwand nicht unnötig zu vermehren, wird auf eine Maskierung des Unternehmens verzichtet. Es dürfte auch so kaum möglich sein, den Antransport und die Aufstellung einer so gewaltigen Armee zu verbergen. Nach Ansicht des Amts für Abwehr und Auslandsspionage würde der Versuch einer Tarnung eher zu wachsendem Misstrauen auf amerikanischer Seite und einem Präventivschlag des Gegners gegen unsere noch unvollständigen Kampftruppen führen.
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Bild 125: Eine solche P-38 J wurde erst vor wenigen Jahren vollkonserviert im ewigen Eis Grönlands entdeckt. Als Teil einer Überführungsgruppe musste sie auf der Eisfläche notlanden und sank während der folgenden Jahrzehnte 60 Meter tief ins Eis ein.


Operation ‚Bolero’


Operation ‚Bolero’ war eine Militäroperation der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika zum Aufbau einer Invasionsarmee in Europa im Zweiten Weltkrieg. „Bolero“ war die Tarnbezeichnung für den Kriegsschauplatz Großbritannien.

Für die westalliierten Invasionspläne der Operationen ‚Sledgehammer’ und ‚Roundup’ standen in Großbritannien mit Abstand nicht genug Truppen und Material zur Verfügung. Die USA erklärten sich daher bereit, eine große Invasionsstreitmacht nach England zu überführen. Zunächst beschränkte sich ‚Bolero’ auf den Aufbau einer schlagkräftigen Luftstreitmacht, wurde aber im Laufe der Zeit auf die Seeverlegung anderer Waffengattungen ausgedehnt.

Im Zuge der Operation ‚Roundup’ wurde auch ‚Bolero’ im April und Mai 1942 entworfen. Als Ende Mai 1942 die Operation ‚Roundup’ auf den April 1943 verschoben wurde, planten die Stabschefs die Entsendung von 525.000 Soldaten der US Army, 240.000 Soldaten der US Air Force und 235.000 Soldaten und Bedienstete für die logistische Bewältigung des Nachschubtransports. Bis Ende März wollte z.B. USAF General Henry Arnold 39 Kampfgeschwader mit 3.649 Kampfflugzeugen plus den nötigen Bodenorganisationen nach England verlegen lassen – was größtenteils auf dem Luftweg durch Zwischenlandungen in Grönland und Island erfolgen sollte.
Im Mai 1942 hatten die Planungsstäbe in Amerika und England ihre Koordinierungen abgeschlossen und die ersten Einheiten der 8. US Luftflotte wurden in England aufgestellt. Boden- und Servicepersonal wurde i.d.R. auf umgebauten ehemaligen schnellen Ozeanlinern transportiert, während die Bomber- und Jagdflugzeuge in kleinen Gruppen über den Atlantik flogen. Insbesondere die Jagdmaschinen wurden für den Flug mit Zusatztanks ausgerüstet und landeten mehrmals zwischen. Die ersten drei Geschwader waren die 97th Air Group (B-17C), die 1st Fighter Group (P-38) und die 60th Troop Carrier Group (C-47), alle drei wurden jedoch schnell zur 12. US Luftflotte nach Nordafrika verlegt, da sie in England nur begrenzt eingesetzt wurden. Dennoch waren bis Ende August bereits 386 Flugzeuge in England stationiert, am Jahresende 1942 waren es 882 Stück.

Der zunehmende Luftkrieg gegen das Deutsche Reich führte zu Anpassungen an die Stationierungspläne: hatte man seitens der US Air Force aufgrund der Entwicklung im pazifischen Kriegsschauplatz im Juli die Gesamtstärke für ‚Bolero’ auf 54 Geschwader reduziert, so wuchsen die Planungen bis Ende 1943 auf insgesamt 137 Kampfgeschwader mit 74 Bombergruppen und 31 Jägergruppen, 197.000 Mann für Flugzeugbesatzungen und 178.000 Mann als Boden- und Servicepersonal. Die Briten bereiteten sich auf die Einquartierung von insgesamt 1.147.000 Soldaten der US Streitkräfte vor, die im Rahmen der Operation ‚Sledgehammer’ mit ‚Bolero’ nach England transportiert werden sollten. Die ehrgeizige Landung in Westeuropa wurde dann jedoch zugunsten der Operation ‚Torch’ aufgegeben und die amerikanischen Landungsstruppen wurde direkt aus ihren Absrunghäfen in den USA in Marsch gesetzt. Mit der Verschiebung von ‚Roundup’ ins Jahr 1944, der Verkleinerung des ‚Bolero’-Kommittees wegen der organisatorischen Beanspruchungen durch ‚Torch’ und schließlich der Aufgabe von ‚Roundup’ zugunsten von Operation ‚Overlord’ wechselten die Planungs- und Führungskompetenzen der Operation ‚Bolero’ zum Planungsstab für ‚Overlord’. Zwar ging die Verlegung von Truppen und Gerät bis zur Invasion in der Normandie weiter, wurde nun aber nicht mehr als ‚Bolero’ bezeichnet und war Teil von ‚Overlord’.
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Berlin, Tirpitzufer 74/75,
Amt Ausland/Abwehr
Abteilung Ausland
Zur Vorlage beim Chef der Abteilung Vizeadmiral Bürckner



Abschlussbericht zur Lage der Vereinigten Staaten von Amerika



1 USA, Inneres
1.1 Politische Situation

Staatsoberhaupt der USA ist der Republikaner Wendell Willkie, ein Sohn deutscher Auswanderer, der sich völlig überraschend auf dem Nominierungsparteitag der Republikanischen Partei in Philadelphia gegen Arthur Vandenberg und Robert Taft durchsetzen konnte. Seine Gegnerschaft zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten ist vor allem in der Ablehnung des New Deal zu suchen, doch anders als Roosevelt vertrat Willkie während des Wahlkampfes auch die strikte Neutralität der USA nach Europa. Die heutige politische Situation ist jedoch sehr kompliziert: Nunmehr glauben rund 50% der Amerikaner, dass ein Krieg gegen Deutschland und die Achse unausweichlich ist. Maßgebliche Kreise des Großunternehmertums, die Willkies Wahlkampf bezahlten, sprechen sich inzwischen ebenfalls für die gewaltsame Wahrung amerikanischer Wirtschaftsinteressen in Amerika und im pazifischen Raum aus. Infolge dessen hat sich Willkie, der ohnehin eher als ein schwacher Präsident zu bezeichnen ist, schrittweise von seinen anfänglichen Positionen entfernt und steuert auf einen interventionistischeren Kurs hin. Dies hat bereits zum Rücktritt von Robert Taft aus seiner Regierung geführt und auch der Gegensatz zum äußerst populären Luftwaffenminister Charles Lindbergh bricht immer weiter auf.

Auf der anderen Seite wird er wegen seiner kaum erkennbaren Führung aus dem Lager der Demokraten kritisiert. Ein weiteres Problem ist sein Gesundheitszustand: unbestätigten Meldungen zufolge erlitt Willkie im letzten halben Jahr mindestens einen leichten Herzinfarkt. Sollte er seine politischen Ziele nicht verwirklichen können, ist es wahrscheinlich, dass er zugunsten von Vizepräsident McNary zurück tritt. Es gilt aber als sicher, dass Charles McNary keine handlungsfähige Regierung wird bilden können, sodass eine Rückkehr von Roosevelt ins Weiße Haus mittelfristig vorstellbar ist.


1.2 Wirtschaftliche Situation

Die wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten von Amerika ist zwar nicht Besorgnis erregend, aber unbefriedigend. Die Erfolge der New-Deal-Politik von Roosevelt, die unter Alf Landon konsequent fortgeführt wurde, wurden in den letzten Jahren verspielt. Wendell Willkie und sein Kabinett agierten mehr als unglücklich und konnten weder die industrielle Basis der USA nachhaltig stärken, noch effiziente Wirtschaftsmethoden unterstützen. Die Arbeitslosigkeit wächst zum ersten Mal seit 1934 wieder, das Lohnniveau stagniert, einzig die Unternehmensgewinne haben seit zwei Jahren noch einmal deutlich zugenommen. Auf der anderen Seite wuchsen vor allem die Aufträge für Rüstungs- oder Großtechnologieprojekte: die Konsumgüterproduktion dagegen ging um 32% zurück! (Ministerauswirkungen) Aufgrund des schwächelnden Binnenmarkts drängt die wirtschaftliche Elite zu wirtschaftlicher Expansion, notfalls mit Waffengewalt unter dem Deckmantel von Freiheit und Marktwirtschaft. Insgesamt übertrifft Deutschlands wirtschaftliche Stärke die der USA mittlerweile deutlich.


1.3 Technologische Situation

Technologisch und doktrinell sind die USA nur auf dem Gebiet der Marineforschung und der Computertechnologie überlegen. In allen anderen Forschungsgebieten konnten sich die amerikanischen Wissenschaftler keinen Vorsprung erarbeiten, wenngleich der Stand der Entwicklung häufig gleich dem deutschen Niveau ist. So gibt es auch keine eindeutigen Schwächen im amerikanischen Forschungsprogramm. Einzig in den Bereichen Gebirgsjäger, Sturzkampfbomber und motorisierte Brigaden ist der Forschungsstand hoffnungslos veraltet oder erst im Entstehungsstadium. Zur Marine sei noch angemerkt: zwar verfügt die US Navy über modernste Kriegsschifftechnologien, doch die taktische und operative Entwicklung geeigneter Doktrinen steht weit hinter den kampferprobten Einsatzverfahren der deutschen Kriegsmarine zurück.


1.4 Geheimdienst

Die CIA unter Henry J. Kaiser wurde ganz im Sinne Willkies hauptsächlich auf Industriespionage hin ausgerichtet und ist als Instrument der Außenpolitik kaum noch brauchbar. Obwohl bekannt ist, dass fremde Geheimdienste erfolgreich Netzwerke in den USA etabliert haben, steht das FBI nahezu alleine im Kampf gegen die ausländischen Agenten.
Das Hauptaugenmerk des CIA konzentriert sich auf den amerikanischen Kontinent, der traditionell eng mit amerikanischen Großkonzernen verflochten ist und stets von Putschisten oder Revoluzzern bedroht ist. Großes Engagement betreibt die USA weiterhin in Japan, dem strategischen und wirtschaftlichen Hauptkonkurrenten im pazifischen und ostasiatischen Raum. Seit mehreren Jahren beobachtet das Amt Abwehr außerdem immer wieder Eindringversuche amerikanischer Spione nach Deutschland. Bisher konnten alle diese Attacken aufgedeckt werden, mindestens dreimal hatten amerikanische Spione jedoch Erfolg und konnten ihre subversiven und schädlichen Aktionen gegen Deutschlands Weltruf, eine Rüstungsproduktion und ein Technologieprojekt ausführen.


2 USA, Streitkräfte
2.1 US Army

Die US Army verfügt derzeit über 85 Divisionen, davon 20 reguläre Infanterie, 1 Kavallerie, 33 motorisierte Divisionen, 26 feste Garnisonen und 5 Armeeführungsgruppen. Alle Einheiten befinden sich auf dem aktuellen Stand der Technik bzw. werden gerade modernisiert. Obwohl angesichts der langen Grenzen und Küstenlinien diese Anzahl von Divisionen nicht ausreicht, um das eigene Kernland zu schützen, befinden sich viele dieser Divisonen in Stützpunkten in Karibik und Pazifik. Das Fehlen von Panzerdivisionen zeigt deutlich, dass die US Army keine Expansionsbestrebungen verfolgt.


2.2 US Air Force

Die US Air Force verfügt derzeit über 39 Kampfgruppen, davon 25 Jagdgeschwader, 4 strategische Bombergruppen und 10 mittlere Kampfgeschwader. Die meisten dieser Einheiten sind innerhalb der Festland-USA stationiert, wenige leisten Dienst auf den Bahamas oder Hawaii. Die Ausrichtung auf eine starke Jagdwaffe legt ebenfalls den Schluss nahe, dass es sich hierbei um Verteidigungskräfte handelt. Für einen Feldzug in Übersee wäre die USAF zwar besser gerüstet als die US Army, müsste dann jedoch auf eine effektive Verteidigung der Heimat verzichten.


2.3 US Navy

Die US Navy ist mit derzeit 271 Kampfeinheiten und weiteren Unterstützungsfahrzeugen die stärkste Marine der Welt. Zu den Flotten gehören unter anderem: 7 Flottenträger, 2 Begleitträger, 27 Schlachtschiffe, 30 schwere Kreuzer, 117 Zerstörer, 18 U-Boote und 52 Truppentransportschiffe. Der Entwicklungsstand der neueren Einheiten, insbesondere der Flugzeugträger, ist sehr fortschrittlich. Die US Navy ist in der Lage, sowohl Ost- als auch Westküste gegen starke feindliche Flotten zu behaupten und überdies empfindliche Offensivschläge bis an die gegnerische Küste heran zu tragen. Die US Navy ist nicht nur der wichtigste Bestandteil der Verteidigungsstrategie der USA, sondern auch das größte außenpolitische Pfund des Landes: jederzeit weltweit einsetzbar und von einer ausgezeichneten Schlagkraft wird es die US Navy sein, die Amerikas Rolle in der neuen Zeit bestimmt.


2.4 US Marine Corps

Das US Marine Corps verfügt über 2 Kampfdivisionen und 5 Marinebombergeschwader. Die Truppen sind allesamt an der Ostküste stationiert und werden innerhalb des Verteidigungsrings New York – Norfolk eingesetzt.


2.5 geplante Neuaufstellungen

Rüstungsprojekte dienen eher der Verteidigung des Landes. Insbesondere die Westküste wird nun auch durch neue Radarstellungen gesichert, während die Ostküstenradarstellungen nur noch ergänzt werden. In mehreren Serien wird derzeit an der Aufstellung von 2 weiteren Marine-Divisions, 12 Infantry-Divisions und 14 motorized Divisions gearbeitet. Die Produktionsreihen laufen größtenteil im Sommer dieses Jahres, spätestens zum Dezember 1942 aus. Auch die Luftstreitkräfte werden erweitert: 6 Marinebombergeschwader, 2 strategische Gruppen B-24 und 5 Abfanggruppen werden die Werkshallen zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1943 verlassen.
Die größten Bauprojekte betreibt die US Navy: 16 neue Flottenträger, 3 neue Begleitträger, 2 schwere Kreuzer, 4 leichte Kreuzer, 6 Zerstörer und 3 Landungsschiffe befinden sich zur Zeit in unterschiedlichen Baustadien in den Werften. Während alle kleineren Schiffe noch vor dem 1. August 1942 in Dienst gestellt werden können, werden bis zu diesem Zeitraum nur 10 der insgesamt 19 Flotten- und Begleitträger fertig gestellt. Immerhin würde dies die Schlagkraft der US Navy stark erhöhen, wenn man den Kampfwert der neuen Flugzeugträger gegenüber den älteren Schlachtschiffen betrachtet.


2.6 Konzentrationsräume der Streitkräfte

Die Landstreitkräfte sind hauptsächlich auf die beiden Küsten verteilt, wobei im Gebiet Washington-Baltimore-Newark durchaus eine Konzentration feststellbar ist. Die Luftstreitkräfte sind ebenso auf das ganze Land verteilt, eine stärkere Ausrichtung aber ergibt sich am Golf von Mexiko. Die US Navy hat ihre schlagkräftigsten Flotten an der Ostküste zusammen gezogen: alleine 159 Kampfeinheiten liegen im Hafen von Miami, 47 weitere in Norfolk.


3 USA, Äußeres
3.1 Die amerikanischen Verbündeten

Verbündete Amerikas sind einzig die unbedeutenden Staaten Liberia und Phillippinas. Aufgrund der Entfernung zu den USA werden sich beide selbst verteidigen müssen, wenn sie in einen Krieg gegen die Achse hinein gezogen werden. Ihre Streitkräfte sind schwach und schlecht motiviert, die Politker korrupt und das Volk unzufrieden.


3.2 Die amerikanische Amerikapolitik

Seit Thomas Jefferson (3. Präsident der USA), spätestens aber seit James Monroe (5. Präsident) betrachten die Vereinigten Staaten den amerikanischen Kontinent als eigenen Vorgarten und haben sich seitdem erfolgreich jeglichen Intervenierungsversuchen fremder Mächte entgegen stellen können. Mit nahezu allen amerikanischen Staaten vebindet die USA außenpolitische Beziehungen, Unabhängigkeitsgarantien, Durchmarscherlaubnisse oder sonstige Verträge. Insbesondere die Neuorientierung Argentiniens und Venezuelas nach Deutschland-Europa hin hat zu Unruhe in vielen lateinamerikanischen Staaten geführt, in denen breite Bevölkerungsschichten mehr oder weniger offen für ein Abschütteln des amerikanischen Zwangsjochs votieren. Weiterhin verlieren die USA ihre wirtschaftliche Vormachtstellung auf dem Kontinent, was insbesondere den Einfluss der Großkonzerne auf die Außenpolitik der Regierung verstärkt hat.


3.3 Das Verhältnis zur Achse

Rückblickend betrachtet hat sich Amerika aus den jüngsten Kriegen in Europa und Asien eher heraus gehalten. Die Unterstützung für Nationalchina war anfangs stark, doch wirkungslos. Großbritannien und Frankreich wurden eher symbolisch unterstützt und gegen das kommunistische Russland hegte sowohl die Regierung Alf Landon wie auch Wendell Willkie tiefes Misstrauen. Insbesondere die Einstellung des U-Bootkrieges seitens Deutschlands hat das deutsch-amerikanische Verhältnis zumindest stabil halten können. In letzter Zeit nahmen die Geheimdienstaktionen der CIA deutlich zu, doch eine konseqente Achsenpolitik kann man beim Kabinett Willkie nicht ausmachen. Im Gegenteil, der Präsident weiß, dass er sein Land innerlich spalten wird, wenn ein republikanischer Präsident in den Krieg gegen Deutschland und Japan ziehen sollte. Andererseits ist es genau das, was viele seiner früheren Geldgeber und die politischen Konkurrenten von ihm fordern. Momentan wartet die US-Administration eher ab, ob sich in Zukunft nicht vielleicht doch Möglichkeiten der Kooperation mit Deutschland und Japan ergeben sollten, ohne die Freundschaftsangebote aus Berlin deutlich zu erwidern.


4 Schlussfolgerungen
4.1 Reaktionsmöglichkeiten

Der beginnende Aufmarsch der Wehrmacht könnte durch die Sicherung der amerikanischen Gewässer durch die US Navy empfindlich getroffen und vielleicht über Monate hinaus gezögert werden. Doch würde ein Präventivschlag auch den Verlust der pazifischen Besitzungen mit sich ziehen. In der Rüstung kann man auch noch keinen längeren Krieg gegen Deutschland und Japan durchhalten. Dennoch gibt es eine gewisse Möglichkeit, dass die USA zuerst zuschlagen werden.


4.2 Reaktionswahrscheinlichkeiten

Aufgrund der Instabilität des Kabinetts Willkie ist eher mit einer abwartenden Lähmung zu rechnen. Willkie will sein Amt nicht verlieren, vor allem will er nicht die Wähler und Unterstützer enttäuschen, die ihn wegen seines strikten Neutralitätskurses gewählt haben. Auf der anderen Seite wird er Amerika weiter in einen Verteidigungszustand bringen, bevor er dann aus einer stärkeren Position heraus Verhandlungen mit den Achsenmächten aufnehmen wird. Es ist nach Einschätzung des Verfassers derzeit absolut unwahrscheinlich, dass Amerika von sich aus den Krieg aufnehmen wird oder auch nur einen kriegstreiberischen Kurs einschlägt. Die Zeit für Verhandlungen erscheinen momentan günstig und vielversprechend.


Abteilung Ausland – Büro Amerika
Gezeichnet

Rech, Fregattenkapitän




Handschriftlicher Vermerk des Chefs der Zentralabteilung der Abwehr, Generalmajor Hans Oster

Wer ist dieser Rech? Kann man ihm trauen? Canaris selbst verbürgt sich für ihn und hat ihn nun schon zum zweiten Mal persönlich für das Auslandsamt angefordert. Stand anscheinend kurz vor dem Karriereende, doch seine Akte ist noch durch das RSHA gesperrt. Versuche doch mal, ob Du Deine Kontakte zu Kaltenbrunner dahingehend nutzen kannst. Aber bleibe vorsichtig, habe erfahren, dass der SD zwei verdeckte Operationen gegen Gruppen durchgeführt hat. Zwar erfolglos, aber anscheinend wissen sie etwas. Ist durchaus möglich, dass man uns einen Kuckuck ins Nest legen möchte.

Sehen wir uns in der ‚Dreigroschenoper’?

H. O.
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Bild 126/127: Zwei mal die USS Reuben James.


Die „USS Reuben James“ (DD-245)



Die „USS Reuben James“ war ein Zerstörer der ‚Clemson’-Klasse und wurde nach Bootsmann Reuben James aus Delaware benannt, der zur Zeit der Barbaresken-Kriege auf der Fregatte „USS Constellation“ diente und an dem berühmten Landungsunternehmen von John Decatur teil nahm.

Die „Reuben James“ wurde am 2. April 1919 auf Kiel gelegt und am 4. Oktober desselben Jahres von der New York Shipbuilding Corporation zu Wasser gelassen. Die Indienststellung fand am 24. September 1920 statt, der erste Kommandant war Gordon W. Hines.

Zunächst war die „Reuben James“ Teil der Atlantikflotte und wurde 1921 und 1922 im Mittelmeer eingesetzt. Sie war an Operationen zur Rettung von Flüchtlingen im von einem Bürgerkrieg zerrissenen Jugoslawien beteiligt und bewachte die Freiheit der Meere in der Adria. Später begleitete sie Hilfslieferungen nach Jugoslawien und Polen.

Zurück in New York, patrouillierte sie im Frühjahr 1926 vor der Küste Nicaraguas, um den Waffenschmuggel zu den in der dortigen Revolution beteiligten Parteien zu unterbinden. Ihren letzten großen Einsatz unternahm sie im Frühjahr 1929 bei einem großangelegten Flottenmanöver der Atlantikflotte unter Einbeziehung der Flugzeugträger. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise wurde die „Reuben James“ am 20. Januar 1931 außer Dienst gestellt. Doch bereits ein Jahr später nahm man das Schiff wieder in die Liste aktiver Schiffe auf, als sich ein Staatsstreich auf Kuba unter Fulgencio Batista ereignete, der seinerzeit von den USA unterstützt wurde. Sie operierte im Atlantik und der Karibik und patrouillierte innerhalb der kubanischen Hoheitsgewässer. 1934 wurde sie nach San Diego zur Pazifikflotte verlegt, wo sie an weiteren Manövern mit den Flugzeugträgern beteiligt war. Erst im Januar 1939 wurde das Schiff unter dem Eindruck der Tschechei-Krise zurück zur Atlantikflotte transferiert.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 war die „USS Reuben James“ Teil der „Neutralitätspatrouille“ in Atlantik und Karibik, welche die Schiffsbewegungen kriegführender Staaten beobachtete und meldete. Im März 1941 wechselte das Schiff in den Geleitdienst über: damals wurden die Hilfslieferungen an Großbritannien von Neufundland bis zum von Amerika okkupierten Island durch Schiffe und Flugzeuge der US Navy geschützt. Das zunehmende Engagement der USA auf Seiten Großbritanniens, wie auch die Konfrontationen amerikanischer Zerstörer mit deutschen U-Booten (siehe der Zwischenfall mit der „USS Niblack“ oder der „USS Kearny“) führten auch immer mehr zu diplomatischen Verwicklungen zwischen beiden Nationen.

Am 23. Oktober 1941 war die „USS Reuben James“ Teil einer Fünf-Zerstörer-Eskorte des Geleitzuges HX-156, der von Argentia (Neufundland) nach Hvalfjordur (Island) geleitet werden sollte, wo er an die britischen Sicherungskräfte übergeben werden sollte. Da Meldungen eingingen, dass ein Rudel deutscher U-Boote auf dem Generalkurs des Konvois Aufstellung bezogen hatte, begannen die Zerstörer mit Suchmaßnahmen und sicherten besonders die bedeutenden Schiffe des Konvois. Am 31. Oktober befand sich der Konvoi noch etwa 970 km westlich von Irland, als die „USS Reuben James“ ein Echosignal eines U-Bootes auffing. Während sie die Position ansteuerte um die Signalquelle zu untersuchen, schlug ein Torpedo von U-552 (KptLt. Erich Topp) ins vordere Magazin an der Backbordseite ein und verursachte eine gewaltige Explosion. Die gesamte Bugsektion wurde bis zum vierten Schornstein abgerissen und sank sofort. Das Heck blieb noch etwa 5 Minuten schwimmfähig, bevor es ebenfalls in den eisigen Fluten des Atlantiks versank. Von den 159 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 44 die Tragödie.

Der Zwischenfall überdehnte die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland, besonders da Deutschland eine Entschuldigung verweigerte. Statt dessen warf man Amerika vor, seine Schiffe in der von Deutschland schon seit langer Zeit proklamierten Kriegszone auf eigene Gefahr eingesetzt zu haben. Zwar führte das Ereignis noch nicht zum Krieg zwischen beiden Staaten, allerdings war sich Hitler sicher, dass Amerika seine Neutralität nur dem Anschein nach wahrte und in Wahrheit auf einen günstigen Moment für einen Kriegseintritt lauerte. Dementsprechend erleichtert war er auch, als es etwas über einen Monat später zum Krieg zwischen Japan und den USA kommen sollte.

Verdrängung: 1.190 Tonnen
Länge: 95,83 m
Breite: 9,65 m
Tiefgang: 2,84 m
Antrieb: 2 Dampfturbinen mit 26.500 WPS
Gescchwindigkeit: 35 kn
Reichweite: 4.900 sm bei 15 kn
Bewaffnung: 4x 102mm Geschütze, 1x 76mm Geschütz, 12x 533mm Torpedorohre
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Bild 128: Brasilien, eine südamerikanische Regionalmacht
Berlin, Tirpitzufer 74/75, 24. März 1942
Amt Ausland/Abwehr
Abteilung Ausland
Zur Kenntnisnahme FKpt. Rech, Leiter des Amerika-Büros


Abschlussbericht zur Lage der Bundesrepublik Brasilien


1 Brasilien, Inneres
1.1 Politische Situation

Brasiliens Regierung unter Getulio Vargas ist derzeit stabil. Vargas kam 1930 während eines Militärputsches an die Macht und etablierte Schritt für Schritt ein annähernd diktatorisches System, wobei er niemals einen Hehl aus seinen politischen Vorbildern Italien und Deutschland machte. Dennoch ist mehr oder weniger auf Gedeih und Verderb an das Schicksal der USA gebunden. Beinahe alle Industrieinvestitionen kommen aus den Vereinigten Staaten, das Militär – traditionell ein Machtfaktor in dem südamerikanischen Land – bekennt sich zur USA. Insbesondere die Feindschaft zu Argentinien, welches seit 1936 Mitglied der Achse ist, lässt eine politische Annäherung zwischen dem Reich und Brasilien kaum zu.
Die nicht vollständig gelösten inneren sozialen Probleme und die enge Verknüpfung von Industrie und Militär zur Schutzmacht USA könnten Präsidente Vargas zwingen, sich für eine Seite im Kampf zu entscheiden. Es gilt als unwahrscheinlich, dass er bei Parteinahme zugunsten der Achse die Stärke besitzt, an der Spitze der Regierung zu bleiben.


1.2 Wirtschaftliche Situation

Die Weltwirtschaftskrise traf Brasilien als wichtiger Rohstofflieferant für Hochtechnologiezweige sehr hart. Gleichzeitig fallende Agrarpreise zogen auch das zweite industrielle Standbein weg. Schneller als andere amerikanische Staaten konnte Brasilien die Krise abschütteln, da die USA gewaltige Investitionsprogramme starteten und Brasilien überdies einen Großteil der Staatsschulden erließen. Nun hat sich Brasilien wieder erholen können, vor allem, da nach der schnellen Kapitulation Großbritanniens die lukrativen Gummiexporte nach Europa und Asien fortgesetzt werden konnten. Auf der anderen Seite hat Brasilien den größten Teil seiner Devisen in die Aufrüstung seiner Streitkräfte investiert, um den neuen, starken Nachbarn Argentinien und Venezuela zu trotzen.


1.3 Technologische Situation

Technologisch hat sich Brasilien hauptsächlich auf die Entwicklung seiner Schwer- und Agrarindustrie, seiner Funk- und Fernmeldetechnik und seiner Infanteriearmeen konzentriert. Dennoch bleibt das Land 5 bis 10 Jahre hinter den wichtigsten Industrienationen der Welt zurück. Gegenüber seinen südamerikanischen Nachbarn konnte es die Vormachtstellung aufgrund massiver deutscher Technologietransfers an Argentinien und Venezuela nicht halten.


1.4 Geheimdienst

Der brasilianische Geheimdienst orientiert sich eher nach Innen, um wie bereits 1935 und 1938 Aufstände der Kommunisten und Integralisten nieder zu schlagen.


2 Brasilien, Streitkräfte
2.1 Exercito Brasileiro

Die Landstreitkräfte bestehen aus 37 Infanteriedivisionen, einer Kavalleriedivisionen und zwei Milizeinheiten. Die Amazonasarmee bestehend aus dreizehn Divisionen verteidigt die Front nach Cayenne, die Zentralarmee aus neun Divisionen sichert Rio de Janeiro. Alle übrigen Einheiten sichern die argentinische Grenze bzw. die Atlantikküste. Die Armee ist auf dem Standard von 1941, bei Geschützen und Ausrüstung jedoch teilweise weit veralteter.


2.2 Forca Aera Brasileira

Die brasilianische Luftwaffe verfügt über fünf Geschwader Abfangjäger und dreizehn Geschwader mittlere Bomber der Kampfmuster Curtiss P-36 und Boeing B-18. Die Luftwaffe ist größtenteils um die wichtigen Zentralprovinzen Rio und Sao Paolo konzentriert, wobei einige Geschwader auch die Mündung des Rio de la Plata kontrollieren können.


2.3 Marinha do Brasil

Die brasilianische Marine besteht derzeit aus zwei Linienschiffen des Ersten Weltkrieges, acht veralteten leichten Kreuzern, 21 veralteten Zerstörern und acht Landungsschiffen. Insbesondere die leichten Kreuzer und Zerstörer wurden auch in der letzten Zeit als Lizenzbauten auf brasilianischen Werften gebaut, sind technologisch aber völlig überholt. Einzig die argentinische Marine hat eine ähnliche Stärke in Südamerika und so scheint denn auch die Armada de la Argentina der Hauptgegner Brasiliens zur See zu sein.


Weitergeleitet an das Amerika-Büro, FKpt. Rech


Oster,
Generalmajor und Amtschef Abwehr




Handschriftlicher Vermerk auf einem beigelegten Zettel des Chefs der Zentralabteilung der Abwehr, Generalmajor Hans Oster

Herr FKpt. Rech,

Admiral Canaris und meine Wenigkeit lassen Ihnen dieses Dossier zukommen, auch wenn Brasilien nicht unbedingt in ihrem Verantwortungsbereich liegt. Dennoch sind wir ebenso wie die Gruppe Südamerika davon überzeugt, dass tiefere Kenntnisse über die Politik und weniger bekannte Ereignisse Ihre Arbeit positiv beeinflussen könnten. Mein Stab wird Ihnen auch weiterhin Material zur Verfügung stellen, wenn Sie dies nicht auf dem „Dienstweg“ oder kurzfristig beschaffen können – sie wissen ja bereits, wie wir hier arbeiten und unter welchen Bedingungen.
Übrigens – ich lade Sie ganz herzlich zu einem Dinner am Sonnabend dieser Woche bei mir und meiner Familie ein. Dann könnten wir uns auch privat einmal austauschen. Das Dienstliche wird dann aber auf jeden Fall ruhen, erstens wäre das ja ein Bruch der Geheimhaltung und zweitens schätze ich es durchaus, in meinem Refugium Ruhe vor meiner Arbeit zu finden. Rufen Sie meinen Stabssekretär Hauptmann Trenkner an, wenn Sie sich entschieden haben.

Hans Oster
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Bild 129: Das Bild ist die Impression eines Künstlers. Niemals stand die "Minas Gerais" in einem Gefecht.


Dreadnought „Minas Gerais“ der Marinha do Brasil


Die “Minas Gerais” wurde nach dem gleichnamigen Bundesstaat Brasiliens benannt und formte gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff “Sao Paulo” und den Kreuzern “Bahia” und “Rio Grande de Sul” seit 1910 bis zum Zweiten Weltkrieg das Rückgrat der brasilianischen Marine.


Hintergrund

Mit dem Jahre 1900 war Brasilien hinter Argentinien und Chile auf den Rang der drittstärksten Marinemacht Südamerikas abgestiegen, eine Folge der Revolution von 1889, nach welcher die neue Regierung unter Deodora da Fonseca die Marine mehr oder weniger verrotten lies. So gab es 1900 nur noch zwei Küstenpanzerschiffe und zwei alte Kreuzer, die leidlich einsatzfähig waren. Zur selben Zeit erlebte die argentinische Wirtschaft aufgrund der weltweit stark wachsenden Nachfrage von Kaffee und Gummi sowie einem Goldrausch starke Wachstumsschübe. 1905 verabschiedete der Kongress ein modernes Bauprogramm, welches aus 28 Neubauten bestehen sollte: darunter drei Linienschiffe und drei Panzerkreuzer.

Die drei Linienschiffe waren dem Design her an die norwegische ‚Norge’-Klasse und englische ‚Triumph’-Klasse angelegt und wurden bei Armstrong Withworth geordert. Nach dem Erscheinen der britischen „HMS Dreadnought“ lies Brasilien die Arbeiten sofort einstellen schloss am 20. Februar 1907 neue Verträge über zwei in jeder Hinsicht moderne Dreadnoughts von 17.500 Tonnen Verdrängung, 12x 30,5cm-Geschützen und einer Höchstgeschwindigkeit von 21 kn ab. Eines dieser Schiffe war die „Minas Gerais“ und wurde am 17. April 1907 aufgelegt. Nach Großbritannien und den Vereinigten Staaten war Brasilien nun die dritte Nation der Welt, die Dreadnoughts in Konstruktion hatte. Diese neue Schlagkraft führte auch zu einer Annäherung an die USA, die Brasilien nun als panamerikanischen Alliierten gewinnen wollten. Auf der anderen Seite fürchtete Deutschland, dass Brasilien die beiden Schiffe gar nicht für sich bestellt hatte, sondern sie im Falle eines Kriegsausbruchs sofort England aushändigen könnte.


Frühe Karriere

Die „Minas Gerais“ wurde am 6. Januar 1910 von der Marinha do Brasil in Dienst gestellt und transportierte als ersten Staatsakt die Leiche des verstorbenen Botschafters in Washington zurück nach Rio de Janeiro. Mit der Depression von 1910 führten die unsäglichen Zustände insbesondere der schwarzen Seeleute in der brasilianischen Marine zu einer Meuterei auf dem Schiff – die sogenannte „Peitschenrevolte“: ein Seemann wurde zu der unvorstellbaren Menge von 250 Peitschenhieben verurteilt, obwohl körperliche Züchtigung mitterweile per Gesetz verboten war. Auch nachdem der Seemann vor Schmerzen bewusstlos wurde, wurde die Bestrafung fortgeführt. In der Nacht vom 21. zum 22. November erhoben sich die Matrosen, töteten einige Offiziere und hielten britische Ingenieure, die mit der Fertigstellung einiger Anlagen beschäftigt waren, als Geiseln. Schnell breitete sich die Meuterei auch auf das Schwesterschiff „Sao Paulo“, einen alten Panzerkreuzer und die brandneue „Bahia“ aus. Einzig die Torpedoboote hielten treu zur Regierung, damit konnte die Meuterei jedoch nicht mehr bekämpft werden. Als die Meuterer drohten, den Regierungspalast in Rio de Janeiro mit ihren weitreichenden Bordgeschützen zu beschiessen, lenkte die Regierung ein und setzte einige durchgreifende Reformen in der Marine durch – sämtliche Meuterer und deren Anführer Joao Felisberto wurden übrigens unter Amnestie gestellt – welches nach der Kontrolle der Situation am 28. November widerrufen wurde.


Der Erste Weltkrieg

Obwohl sich Brasilien am 4. August 1914 für neutral erklärte, traf der Krieg das Land hart. Sämtliche Kaffeeexporte nach Europa kamen zum Erliegen, die Gummipreise rauschten in den Keller und die ansehnliche brasilianische Handelsflotte wurde mit Ausrufung des unbeschränkten U-Bootkrieges auf den alliierten Versorgungsrouten durch deutsche U-Boote stark dezimiert. Obwohl sich das Verhältnis zwischen Brasilien und den Mittelmächten immer weiter verschlechterte, blieb das Land selbst nach dem Kriegseintritt Amerikas neutral. Zwar beschlagnahmte man 45 deutsche Handelsschiffe am Tage des US-Kriegseintritts und nahm am 28. Juni 1917 die Neutralität zu den Mittelmächten zurück, trat jedoch nicht in den Krieg ein. Stattdessen fuhren brasilianische Handelsschiffe nun im Schutz alliierter Konvois und auch die “Minas Gerais“ wurde gemeinsam mit Schiffen anderer Staaten auf Patrouille in den Südatlantik geschickt. Nachdem ein weiteres Handelsschiff vor Spanien versenkt wurde, wurde am 25. Oktober der Krieg gegen die Mittelmächte erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war die “Minas Gerais” aber bereits wieder in Rio de Janeiro, ein weiterer Kriegseinsatz verbot sich aufgrund des katastrophalen Zustands des Schiffes.


Zwischen den Kriegen

Für eine generelle Überholung wurde das Schiff am 22. August 1920 nach New York verholt, wo es neueste Feuerleitanlagen, Entfernungsmesser, neue Turmpanzerung und neue Geschütze erhielt. Nach der Rückkehr blieb das Schlachtschiff hauptsächlich im Heimatstützpunkt, bis es 1924 in eine weitere Meuterei verwickelt wurde: einige Offiziere und Besatzungsmitglieder hatte die Kontrolle über das Schwesterschiff „Sao Paulo“ übernommen und bedrängten die vor Anker liegende „Minas Gerais“ durch aggressive Manöver, sich der Rebellion anzuschließen. Bevor die „Sao Paulo“ den Hafen in Richtung Monte Video verließ, feuerte sie mit einem mittleren Geschütz auf die „Minas Gerais“ und verletzte einen Seemann.
Auch im weiteren Verlauf wurde das Schiff wie bereits vor dem Ersten Weltkrieg immer desolater und war selten einsatzbereit. Daher wurde das Schlachtschiff zwischen 1931 und 1935 einer völligen Neukonstruktion unterworfen – die alte Kohlefeuerung wurde durch moderne Ölkessel ersetzt, die Wasserkessel und Brennstoffbunker ausgetauscht, neue Zeiss-Jena-Zielotpiken eingebaut, sämtliche Geschütze überholt und teilweise ersetzt, zwei neue 4.7inch-Geschütze eingebaut und ein Schornstein entfernt bzw. für andere Zwecke umgebaut. Damit war das Schiff wieder auf einen gewissen Stand der Technik angehoben worden.


Der Zweite Weltkrieg

Wie auch im Ersten Weltkrieg blieb Brasilien zunächst neutral, doch die zunehmenden Verluste im U-Bootkrieg des Atlantiks führten zu einer Annäherung an die Alliierten. So erklärte Brasilien am 21. August 1942 offiziell den Krieg gegen Deutschland – vor Stalingrad und bevor absehbar war, dass Deutschland den Krieg verlieren würde.
Aufgrund des Alters wurden die brasilianischen Schiffe kaum eingesetzt – zwar wurde die „Minas Gerais“ zwischen 1939 und 1943 mehrmals generalüberholt und modernisiert, doch Zustand von Schiff und Besatzung blieben im Vergleich zu den Marinen der traditionellen Seestreitkräfte völlig unzureichend. So war das Schiff bis zum Ende des Krieges in Salvador im Norden Brasiliens stationiert, um gegen eventuelle Handelsstörer zum Einsatz zu kommen. Doch dazu kam es nicht mehr: 1954 wurde das nunmehr als schwimmendes Hauptquartier genutzte Schiff in Genua verschrottet.
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Bild 130: Die Vernichtungslager wurden hauptsächlich in Polen errichtet, fernab der deutschen Heimat und innerhalb militärischer Sperrgebiete der höchsten Sicherheitsstufe.


A World of Darkness


Berlin, Tirpitzufer 74/75, 16. April 1942
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Das also ist die Wahrheit? Das also ist das bittere Geheimnis hinter all unseren Erfolgen? Meine Kehle ist staubtrocken und ich bringe nur ein Krächzen hervor. Die Papiere habe ich selbstverständlich längst vernichtet, es waren ohnehin nur Kopien. Doch allein der Besitz solcher Dokumente hätte mein Leben unwiderruflich beendet, das ist mir jetzt klar.
Ich liege auch schon längst nicht mehr in Zweifel über die Echtheit der Befehle und Berichte, einzig die Rationalität will mir nicht begreiflich werden. Wie kann man … Millionen von Menschen einfach … ich kann das nicht verstehen, warum … wie kann man so … und trotzdem nach außen hin den Schein von Eloquenz und Ethik ausstrahlen?

Seit Weihnachten letzten Jahres habe ich allmählich alle meine Grundsäulen verloren, meine Frau, meinen Glauben an meine Führer und mein Vertrauen in mein Handeln. Jetzt aber weiß ich, dass nicht ich meine Richtschnur verlor, sondern unsere Führung die ihre. Und nach allem Erlebten fügt sich alles zu einem ungeheuerlichen Mosaik zusammen, nicht Deutschland wurde der Krieg aufgezwungen, genau anders herum ist es gewesen. Wir haben den Krieg nach Polen getragen, wir haben Frankreich und England in einen zerstörerischen Krieg genötigt, wir haben Jugoslawien und Russland, Belgien und Holland, Dänemark und Norwegen angegriffen und uns mit menschenverachtenden Diktaturen verbündet, um unsere Vorherrschaft zu gewährleisten. Doch nach allem was ich nun weiß, ging es nicht einmal um die Revision eines ungerechten Friedens – nein, all dies war nur das Vorspiel des rassistischen Wahns radikalster Kreise.

In wenigen Wochen fliege ich als Teil einer Marinedelegation zu Ehren des Eintreffens einer deutschen Schlachtschiffgruppe nach Maracaibo, Venezuela. Meine Aufgabe dort ist rein protokollarischer Natur, aber mein Auftrag – meine Bestimmung dient einem anderen Zweck. Ich soll mich mit Vertretern der US-Botschaft treffen, um eben diese geheimen Dokumente über die Vernichtungslager im ehemaligen Polen und die Invasionspläne gegen Amerika nebst Angrifftermin auszuhändigen.
Oster und ich bereiten alles akribisch vor, nichts darf dem Zufall überlassen werden. Dennoch ist die Gefahr allgegenwärtig, ein Versuch, zumindest den Angriffstermin an den amerikanischen Botschafter in Schweden zu übermitteln schlug bereits fehl, doch die Spur wurde nicht zu den Kreisen der Verschwörer zurück verfolgt.

Wenn ich mich frage, ob ich mein Vaterland verrate, dann kommt die Antwort schnell und ohne Flattern in der Stimme. Ich verrate nicht meine Heimat, ich beschütze sie! Wie könnten wir unser Spiegelbild noch ertragen? Wie könnten wir uns noch in die Augen sehen? Nein – es gehört zum Wesen eines preußischen Offiziers, dass er im Stande ist, Fehler und Schuld zuzugeben und wieder gut zu machen. Da dies mit offenem Visier nicht möglich ist, entscheide ich mich für die geschlossenene Maske… wie sagte bereits Kirchenvater Ambrosius von Mailand in seiner Schrift „Von den Pflichten“: „Welche Strafe ist größer als die Wunde des Gewissens?“
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Bild 131: Hans Osters Sicherheitsausweis


Hans Paul Oster


Hans Paul Oster wurde am 9. August 1887 in Dresden als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren und begann nach seinem Abitur 1907 eine Offizierslaufbahn als Berufssoldat im Kaiserlichen Heer. 1932 wurde er gezwungen, seinen Dienst wegen einer Affaire mit der Ehefrau eines Kameraden zu beenden, doch bereits 1935 wurde er wieder in die Wehrmacht übernommen.
Diesmal kam er als Leiter der Zentralabteilung des Amtes Abwehr zu Admiral Canaris Geheimdienst: Amt Ausland/Abwehr. Bereits sehr früh waren sich beide Männer über ihre gemeinsame Ablehnung des Nationalsozialismus einig und so bildete das Amt Abwehr über Jahre hinweg den Kern des Widerstands der deutschen Generalität. Bereits 1938 hatten Canaris, Beck und Oster einen Umsturz gegen Hitler vorbereitet, falls es zum Krieg gegen die Tschechoslovakei kommen sollte, doch mit den überraschenden Ergebnissen der Münchener Konferenz rückte die Möglichkeit eines Staatsstreichs in weite Ferne, da Hitler seine Stellung gefestigter den je behauptete. (Man denke an die vorherigen Querelen mit der SA, dem liberalen Flügel der NSDAP unter Otto und Gregor Strasser oder der Generalität)

Dennoch wurde der nunmehr zum Oberst beförderte Hans Oster zum Verbindungsmann des geheimen Widerstands. Mehr als zwanzigmal verriet er den geplanten Angriffstermin Deutschlands gegen Belgien und Holland an die Alliierten und koordinierte die Bemühungen des Verschwörerkreises in der Generalität um Beck, Halder und Canaris. Erst nach der Verhaftung Hans von Dohnanyis im April 1943 und dessen Verhör flog sein Doppelspiel auf, da er bis zuletzt davon ausging, dass das RSHA nicht die Panzerschränke der Abwehr beschlagnahmen würde, in denen er eine Anzahl kompromittierender Unterlagen versteckt hielt. Zwar konnte ihm eine eindeutige staatsfeindliche Tätigkeit nicht direkt nachgewiesen werden, doch wurde er nach den Erkenntnissen aus den Verhören im Februar 1944 von all seinen Ämtern suspendiert. Als nach dem missglückten Attentat auf Hitler durch Oberst Schenk Graf von Stauffenberg beinahe der gesamte Teil der Verschwörer im Offizierskreis entlarvt und verhaftet wurde, kam auch Generalmajor Oster in SS-Gefangenschaft. Bis zuletzt konnte ihm eine Teilnahme an dem Attentat oder an einer Verschwörung nicht nachgewiesen werden, da er seine Spuren sorgfältig verwischt hatte und das RSHA viele Verschwörer ohne ausreichende Befragung hingerichtet hatte. Dennoch wurde er wenige Tage vor Kriegsende gemeinsam mit Admiral Canaris und Pastor Dietrich Bonhoeffer am 8. April 1945 vor einem Standgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Sein Grab steht heute auf dem Nordfriedhof von Dresden.
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Wilhelm Klink
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Schöner AAR!
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Bild 132: Endlich, im Mai 1942 ist die Verlegung der Streitkräfte auf den amerikanischen Kontinent abgeschlossen. Auch die Geschwader der Luftwaffe haben sich halbwegs regenerieren können.

Kiel, Deutschland, 1. Mai 1942
Schlachtschiff der H-Klasse „Moltke“, Kampfgruppe ‚Moltke’
Vor dem Auslaufen


Operationsbefehl: Unternehmen ‚Nordsternbreite’


Lage:

Das Unternehmen ‚Tigersprung’ ist beinahe abgeschlossen. In den letzten Wochen sind knapp 3 Millionen Soldaten nebst Waffen und Ausrüstung von Deutschland nach Lateinamerika transportiert worden. Die US Navy hat zwar Stellung am Golf von Mexiko bezogen, doch wagte man keinen Präventivschlag gegen den deutschen Aufmarsch.
Nun ist es an der Zeit, auch die Atlantikflotte in den Gewässern des amerikanischen Kontinents zu versammeln, um den zweiten Teil von ‚Tigersprung’ erfolgreich abzuschließen. Die Stationierung wird in Guadelupe erfolgen, da sich die Hafenkapazität im zuerst eingeplanten Stützpunkt bei Maracaibo Maracaibos in Venezuela als nicht ausreichend erwiesen hat.


Auftrag:

Die Kampfgruppe ‚Moltke’ verlegt mit allen einsatzbereiten Einheiten nach Guadelupe in die Karibik und wird von dort aus mit Aufklärungseinsätzen in der Karibik beginnen. Ab diesem Zeitpunkt sind Störmanöver der US Navy ohne Vorwarnung mit dem Einsatz aller Waffen zu beantworten. Lateinamerika war lange genug erweitertes Territorium der Vereinigten Staaten.


Durchführung:

Die Verlegung hat unter dem Gesichtspunkt des bestmöglichen Schutzes gegen überraschende U-Bootangriffe zu erfolgen. Von gegnerischen Überwasseraktionen ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand der Feindaufklärung nicht auszugehen. Der unmittelbare Bereich der Karibik wird durch Luftüberlegenheits- und Marinebombergeschwader gegen feindliche Flotten gesichert werden. Es ist essentieller Teil von Unternehmen ‚Nordsternbreite’, dass die Kampfgruppe ‚Moltke’ die Überlegenheit des Deutschen Reiches zur See eindeutig und unmissverständlich gegenüber den USA präsentiert. Daher sollen feindliche Führungshalter während der Überfahrt nur dann abgedrängt werden, wenn die Seekriegsleitung ihre ausdrückliche Zustimmung erteilt. Bis dahin ist dem Gegner durch fortwährende Übungen und Manöver die Dominanz der deutschen Kriegsmarine zu offenbaren.


Beteiligte Kräfte:

Hindenburg-Klasse: „Moltke“, „Großdeutschland“, „Ludendorff“, „Hindenburg“, „Friedrich der Große“, „Schleswig Holstein“, „Mark Brandenburg“
Bismarck-Klasse: „Bismarck“, „Tirpitz“
P-Klasse: „Scharnhorst“
Hipper-Klasse: „Blücher“, „Admiral Hipper“
Werra-Klasse: „Jade“, „Main“
Nürnberg-II-Klasse: „Dresden“, „Stuttgart“, „Stettin“, „Nürnberg“, „Emden“, „Leipzig“
Z-23-Klasse: „Z3 Max Schultz“, „Z1 Leberecht Maas“, „Z11 Bernd von Arnim“, „Z15 Erich Steinbrinck“, „Z7 Hermann Schoemann“, „Z17 Diether von Roeder“, „Z5 Paul Jacobi“, „Z13 Erich Koellner“, „Z21 Wilhelm Heidkamp“, „Z23 Gorch Fock“


Fremde Mächte:

Die USA sind derzeit neutral, dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass sie im Rahmen der Neutralitätspatrouille eigene Kampfschiffe zur Beobachtung der Kampfgruppe ‚Moltke’ entsenden. Solange keine eindeutigen aggressiven Maßnahmen seitens der Amerikaner ergriffen werden, sind Kampfhandlungen strikt untersagt. Die USA haben mittlerweile den größten Teil ihrer Flotte im Atlantik und der Karibik versammelt, insgesamt weit über 200 Schiffe, sowie beinahe alle Flugzeugträger und Schlachtschiffe. Sollte es zum Kriege mit Amerika kommen, werden wir unsere Kampfflotte noch brauchen, zumal die Reserveflotte erst Mitte Juni verlegebereit ist.
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Die Nordsternbreite




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Bild 133-140: Rechenschema zur Nordsternbreite
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Bild 141: Die Kampfgruppe trifft in Guadelupe ein.


Wie in einem schlechten Film
Basse Terre, Guadelupe, 17. Mai 1942
Rue de Volcan, am Neumarkt
Fregattenkapitän Rech


Brauner Rum rinnt meine Kehle hinab und entzündet ein Feuer in meinen Eingeweiden, das wie eine Flutwelle durch den Brustkorb schwemmt und alle Angst der vergangenen Stunden unter sich begräbt. Sodann steigt es wie eine Blase nach oben, durch Rachen und Nase bis direkt hinter die Augen.

Der Alkohol müsste eigentlich bitter sein, doch er ist weich und schmeckt beinahe nach frischen Bananen. So fülle ich gleich ein weiteres Glas aus der mit Stroh umwickelten Flasche und lehne mich entspannt seufzend in den bequemen Korbsessel zurück. Mein Blick schweift über die Gäste der kleinen Wirtschaft – das „Petit Napoleon“ – ein junges schwarzes Liebespaar sitzt leise kichernd in der Ecke zur Küche, am Tresen stehen drei einheimische Fischer und reden über den Fang des Tages und die vielen Schiffe, die am Mittag eingelaufen sind. Ein bärtiger Franzose hat zwei Tische entfernt von mir Platz genommen, liest eine Zeitung und trinkt Rotwein. Bis vor kurzem war auch noch eine Gruppe aus vier anderen weißen Männern da, die sind aber mittlerweile weitergezogen.

Ich schüttle allmählich die Anspannung der letzten zwölf Stunden ab. Während des Zwischenstopps auf den Azoren hatten wir erfahren, dass die Reise mitnichten nach Maracaibo gehen soll, sondern wir den Flug nach Guadelupe nehmen werden. Einige Mitglieder der Delegation flogen trotzdem plangerecht nach Venezuela, während anderen über den Fernschreiber die Rückkehr nach Berlin befohlen wurde. Da mir das ganze mehr als merkwürdig vorkam, ging ich sofort zur Gepäckhalle, wo gerade unsere Taschen und Koffer für das Umstauen in den neuen Flieger gesammelt und sortiert wurden. Unter irgendeinem Vorwand konnte ich mir meinen Aktenkoffer aushändigen lassen, nahm das verräterische Dossier über die Existenz zweier Vernichtungslager im Generalgouvernement und den Angriffsplänen auf die USA an mich und verbrannte alles in einer Löschsandtonne neben einem Wartungsgebäude. Als wir nach dem Weiterflug in Basse Terre zur Landung ansetzten, raste mein Herz förmlich, ich konnte die Gestapo praktisch an jeder Ecke riechen. Jeden Augenblick rechnete ich mit meiner Verhaftung, doch es geschah nichts dergleichen. Vor einigen Stunden ist die Atlantikflotte im neuen Marinestützpunkt eingetroffen, der hier in den letzten 15 Monaten errichtet wurde und meine Gruppe versammelte sich mit einigen Führungsoffizieren der Kampfgruppe im deutschen Konsulat um die neuesten Informationen der Abwehr auszutauschen. Dort sprach mich auch ein Konsularbeamter an, er würde mich gerne heute Abend in dieser kleinen Gastwirtschaft treffen um mit mir über alte Bekannte zu sprechen. Ich kenne den Mann gar nicht!

Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich in Ponta Delgada so schnell geschaltet habe, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass unser Gepäck durchsucht wurde. Auch die vielen Sicherheitsvorkehrungen beim Konsulatsbesuch waren ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass ich nur wenige Stunden später völlig unbeeinträchtigt in der Altstadt einen Bummel unternehmen kann. Doch weiß ich denn, ob ich nicht bereits beschattet werde? Ich komme mir vor wie die Hauptperson in einem schlechten Krimi. Das ist doch alles Paranoia, Du bist überspannt. Besser Du gießt Dir noch ein Gläschen ein, das lässt Dich mal zur Ruhe kommen.
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Bild 142: Richtig guter Rum. Bloß nicht mit Cola mischen!


Rum



Die Namensgebung für Rum ist relativ unklar, so wird vielfach angenommen, dass das Wort vom Slang-Begriff „rumbullion“ – ein großer Aufruhr oder Tumult – abgeleitet wurde. Andere behaupten, der Begriff stammt von der Bezeichnung „rummers“ ab - holländische Seeleute wurden so bezeichnet, da sie überaus große, „Römer“ genannte Trinkbecher bei sich führten – und wiederum andere geben an, „Rum“ wäre aus „saccharum“ – Latein für Zucker – oder „arome“ – Französisch für Aroma abgeleitet. Ich glaube keine der Geschichten, sie alle klingen in meinen Ohren gleich schwachsinnig.
In jedem Fall war die Bezeichnung Rum schon Mitte des 17. Jahrhunderts in Gebrauch, so verbot der Generalgerichtshof von Massachussetts im Mai 1657 den Verkauf von illegal gebrannten „rumme“.


Geschichtliches

Die ersten alkoholischen Getränke aus fermentiertem Zuckerrohr wurden wahrscheinlich im alten China oder Indien hergestellt. In Malaysia wird seit 1000 Jahren ein „Brum“ genanntes Getränk hergestellt, welches ebenfalls auf Zuckerrohrbasis erschaffen wird. Die erste Destillation fand jedoch erst im 17. Jahrhundert auf den Zuckerplantagen der Karibik statt: Sklaven lernten dort, dass die bei der Zuckerraffinierung anfallende Melasse fermentiert und später destilliert werden kann. Durch Seefahrer verbreitete sich das damals scheußlich schmeckende Getränk im ganzen amerikanischen Raum. So wurde 1664 und 1667 Rumdestillen auf Staten Island und in Boston gegründet. Damals begann man auch, den Rum in Holzfässern zu lagern, was ihm je nach Dauer der Lagerung eine unterschiedlich braune Färbung gab. Rum war in Kolonialamerika so beliebt, dass nach einer Steuerschätzung der englischen Krone um 1770 jeder Kolonist – egal ob Mann, Frau oder Kind – pro Jahr 13,5 Liter Rum trank. In der Karibik wurde Rum in kurzer Zeit zum Nationalgetränk und eine regelrechte Rumindustrie entstand, die jedes Jahr größere Schiffsladungen an Rumfässer nach Europa oder Afrika exportierte.

In Australien gab es sogar eine Rum-Rebellion: wichtiges Wirtschaftsgut der Provinz New South Wales war der Export von Rum. Das führte nicht nur dazu, dass auch die Siedler häufig Rum tranken, über die Jahre bürgerte sich sogar ein, dass ein Mann daran gemessen wurde, wie viel Schnaps er vertragen konnte. Die Unsitte des übermäßigen Trunks machte auch vor den Kolonialbehörden nicht halt und als der neue Gouverneur William Bligh 1806 Rum für verboten erklärte, setzten ihn aufgebrachte Siedler und die örtliche Kolonialmiliz in seinem Amtssitz fest. Erst vier Jahre später gaben die Meuterer mit der Ankunft eines neuen Gouverneurs die Kontrolle über die Kolonie auf.


Navy Rum

Insbesondere englische Freibeuter werden heutzutage eng mit Rum assoziiert, doch auch die Navy hat eine gewisse Rumtradition: 1655 eroberte eine englische Flotte Jamaika von den Spaniern. Au der Insel wurde in großem Stil Zuckerrohr angebaut und einige leistungsfähige Destillen gab es auch schon. Statt wie bisher teuren französischen Brandy an die Besatzungen auszuschenken, begann man mit der Verteilung der Rumration. Ab 1740 wurde das zuvor pur ausgeschenkte Getränk gewöhnlicherweise mit Zitronensaft vermischt, später gab man noch Wasser hinzu, um es zu verdünnen – die Geburtstunde des Grog! Die reguläre Rumration in der Royal Navy wurde übrigens erst am 31. Juli 1970 abgeschafft.


Sorten und Besonderheiten

Es gibt keine einheitlichen Standards für die Klassifizierung von Rum und seinen verschiedenen Sorten, welches der großen Verbreitung des Getränks geschuldet ist. So muss Rum in Kolumbien z.B. mindestens 50% Alkohol beinhalten, in Venezuela und Chile aber nur 40%. Mexiko verlangt eine achtmonatige Lagerung, Panama und die Dominikanische Republik dagegen zwei Jahre.
Traditioneller Rum kommt aus den ehemaligen spanischen Kolonien Kuba, Panama, Dominikanische Republik, Nicaragua, Puerto Rico, Kolumbien oder Venezuela. Er ist typischerweise weniger stark, von hellerer Färbung und klarem Geschmack.
Auf den englischen Inseln der Karibik (Barbados, Jamaika, Belize, Bermudas, Saint Kitts, Guyana) wird seit jeher ein dunklerer Rum mit vollerem Geschmack und höherem Alkoholgehalt gebrannt, da man mehr Melasse verwendet.
Sehr bekannt sind auch die französischen Rumsorten der Inseln Haiti, Guadeloupe, Marie-Galante und Martinique: statt billiger Melasse wird hier reiner Zuckerrohrsaft verwendet, was den Rum geschmacklich reicher und leider auch deutlich teurer macht.
Der Cachaca Brasiliens ist quasi ein junger, nur kurz gelagerter Rum. Panamas Seco ist ein Rum, der wie Wodka dreifach destilliert wurde. Indonesiens Arrak verwendet neben Zuckerrohr auch Reis in der Herstellung, der liberianische Rum kann bis zu 86% Alkohol enthalten. In Tschechien wird mit Tuzemak ebenfalls ein rumähnliches Getränk gebrannt. Für Dänemark und Deutschland ist die Rumstadt Flensburg typisch: hier waren noch zu dänischen Zeiten die großen Rumhandelshäuser beheimatet. Da Rum aufgrund exorbitanter Einfuhrzölle teuer war, verschnitt man typischerweise den Rum zusammen mit Neutralalkohol und Wasser und fügte Zuckercoleur für die Braunfärbung hinzu. Österreichischer Inländerrum ist ebenso wie deutscher ein Rumverschnitt, jedoch wird er zusätzlich gewürzt. Ein anderer bekannter Inländerrum ist der berühmte 80-prozentige Stroh-Rum aus Deutschland – dieser jedoch ist völlig ungewürzt.


Kategorien

Weißer Rum wird häufig zwischen 6 und 24 Monaten in Edelstahlfässern gelagert. Wurde er in Holzfässer gelagert, wird ihm durch Filterung der gelblich-braune Farbstoff entzogen.
Goldener Rum wird in der Regel zwischen 6 und 12 Monate zusätzlich in alten Whiskyfässern gelagert, was ihm einen typischen Geschmack und die besondere Färbung gibt. Den Rest der Zeit lagert man ihn ebenfalls in Edelstahlfässern, denen man manchmal auch angebrannte Holzplatten beigibt.
Gewürzter Rum wird durch Zuckercoleur und Karamel dunkel gefärbt und basiert auf Goldenem oder Weißen Rum. Der dunkle Bacardi zum Beispiel verkürzt so die sonst nötige und teure längere Reifezeit. Andere fügen dem fertigen Rum Fruchtsaft von Mangos, Orangen, Zitronen, Kokosnüssen oder Limetten hinzu.
Dunkler Rum, auch Schwarzer Rum genannt, lagert jahrelang in verschiedenen Holzfässern, wobei in der Regel gebrauchte Whisky-, Brandy- und Cognacfässer verwendet werden, wodurch er einen starken Geschmack annimmt.
Starkrum muss einen Alkoholgehalt von mehr als 40% haben, viele „Overproof Rum“ liegen im Bereich 75%.
Premiumrum ist genau wie seine Pendants in der Cognac- und Scotchherstellung ein absolutes Premiumprodukt aus erlesenen Zutaten und sorgfältiger Produktion – dementsprechend teuer kann z.B. eine Flasche 15 Jahre alter Matusalem Gran Reserva werden – und sollte dann auch wirklich nicht mit Cola oder ähnlichem vermixt werden.
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Bild 143: Die Invasion beginnt in Texas - weit entfernt von der gegnerischen Hauptbasis in Miami.


Unternehmen ‚Rheingold’
Coro, Bundesstaat Falcon, Venezuela, 6. Juni 1942
Deutsche Invasionsstreitmacht
Heeresführungsstelle Venezuela


Lage:

Die deutsche Invasionsarmee hat sich vollständig in Südamerika versammelt und steht für den kommenden Feldzug bereit. Die noch laufenden diplomatischen Verhandlungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sind bisher ergebnislos geblieben und werden ungeachtet der jetzt anlaufenden Invasionsvorbereitungen zum Scheine fortgesetzt. Amerika fühlt sich hinter seiner starken Marine sicher, doch seine Küsten sind nur schwach gesichert. Gelingt es uns, das Überraschungsmoment auszunutzen und die US Navy mehrere Tage von der Landungszone entfernt aufzuhalten, ist das Schicksal der Nation bereits besiegelt.
Die Staatsoberhäupter der Achsenmächte sind entschlossen, Amerika wieder auf seinen Platz in der Welt zurück zu stoßen, von dem es sich einst auf Kosten der Kriegsteilnehmer des Großen Krieges erhoben hat. Die vollständige Vernichtung seiner Armeen und Flotten ist daher unerlässlich!


Auftrag:

Die erste Welle aus 36 Divisionen wird auf den Landungsschiffen die Sturmpositionen vor der texanischen Küste ansteuern und die schwachen Küstenbefestigungen in Südtexas auf breiter Front angreifen. Die eroberten Brückenköpfe sind unter allen Umständen gegen feindliche Gegenangriffe oder Gegenlandungen zu verteidigen. Erst in zweiter Linie soll das befreite Territorium ins Landesinnere ausgedehnt werden. In dritter Linie sollen benachbarte Küstenabschnitte vom Feind gesäubert werden.
Die Marine hat die Landung mit schweren Einheiten zu unterstützen, während U-Bootgruppen die auslaufende feindliche Flotte auf dem Marsch zum Landungsgebiet angreifen werden. Die Luftwaffe klärt die nördliche und mittlere Karibik auf und zerstreut feindliche Kampfflotten im Anmarsch durch konzentrierte Luftangriffe.


Durchführung:

Landungsabschnitt Port Isabel
Sturmtruppen: 1. MarD, 2. MarD
Zweite Welle: 1. AlpJ, 1. GebD
Folgetruppen: 4. Mech. AK, Schn. PzK ‚Manstein’
Nach Sicherung der Landezone besetzen die Infanterietruppen die Mündung des Rio Grande und stoßen nach Brownsville und Harlingen vor. Die gepanzerten Einheiten stoßen entlang der mexikanischen Grenze vor und sichern alle Flussübergänge bis Laredo, um die Flucht amerikanischer Divisionen nach Mexiko zu unterbinden und gleichzeitig schlagkräftige Präsenz an der Grenze zu zeigen.


Landungsabschnitt Corpus Christi
Sturmtruppen: 3. MarD, 4. MarD
Zweite Welle: 4. GebD, 6. GebD
Folgetruppen: HG Süd, 18. AK, VII. PzK
Nach Sicherung der Landezone säubern die Marinedivisionen die Corpus-Christi-Bay, sowie Padre Island und die Baffin Bay. Corpus Christi wird durch die Spezialisten der Gebirgsjäger gestürmt, denn wichtig ist, den Hafen unversehrt unter Kontrolle zu nehmen, da er unser Hauptversorgungshafen für die ersten Wochen sein wird. Das 18. AK wird Stellung um Corpus Christi beziehen, während die gepanzerten Einheiten westlich auf Alice und Freer, sowie nordwestlich auf Beeville und den Three Rivers Stausee vorstoßen werden.


Landungsabschnitt Rockport
Sturmtruppen: 5. MarD
Zweite Welle: 2. GebD
Folgetruppen: V. PzK, HG Mitte
San Jose Island, Matagorda und die San Antonio Bay sind zu säubern und zu besetzen. Die schnellen Einheiten stellen Kontakt zum linken Flügel und rechten Flügel zwischen Beeville und Victoria her. Bei günstiger Lage ist der Vormarsch weit ins Landesinnere bis zum Colorado-River bei La Grande auf halbem Weg zwischen Austin und Houston zu erweitern.


Landungsabschnitt Port Lavaca
Sturmtruppen: 6. MarD
Zweite Welle: 3. GebD
Folgetruppen: Schn. PzK ‚Dietrich’
Die Landetruppen sichern die Landezone und besetzen anschließend die Matagorda-Bay vom Lake Texas bis zur Colorado-Mündung. Das Panzerkorps ‚Dietrich’ wird für eventuelle Flankenangriffe des Gegners aus Houston in Reserve gehalten und nimmt die wichtigen Flussübergänge bei Bay City und Wharton ein.


Kräfteansatz:

Zur Feuerunterstützung steht die Kampfgruppe ‚Moltke’ mit ihren neun Schlachtschiffen und drei großen Kreuzern bereit. Sie übernimmt auch die Abschirmung gegen feindliche Flottenvorstösse. Zur Fernsicherung wurden die 1., 2., 3., 4., 6. und 7. U-Bootgruppe mit 12 U-Booten in die Gewässer des Golfs von Mexiko entsandt. Die Luftwaffe übernimmt mit vier Kampfgruppen die Seeraumüberwachung östlich und nördlich der Florida-Straße bis Crooked Island und Cape Fear. Die Marineluftwaffe schirmt mit vier Marinefliegerflottillen den östlichen Golf von Mexiko zwischen den Florida Keys und dem Mississippi-Delta ab.
Zur Luftunterstützung in der Landezone werden nach erfolgreicher Eroberung der Fliegerhorste um Corpus Christi zwei Abfanggruppen und zwei Schlachtfliegergruppen von Maracaibo aus eingeflogen.


Feindlage:

Im Gebiet Corpus Christi sind zwei motorisierte Divisionen stationiert, darüber hinaus liegt eine kleine Flottille Zerstörer und leichter Kreuzer im Marinehafen. Die größere Bedrohung geht allerdings von der Atlantikflotte der US Navy aus, welche geschätzt 180 Einheiten umfasst, davon ungefähr 15 schwere Flugzeugträger und 12 Schlachtschiffe. Zwei Tagesmärsche nördlich befindet sich eine weitere Flotte aus etwa 50 Einheiten mit weiteren Schlachtschiffen und Flugzeugträger im Heimatstützpunkt Norfolk, um die Hauptstadt zu decken. Aufgrund dieser überaus starken Präsenz muss der erste Schlag so weit entfernt von der feindlichen Flotte wie möglich erfolgen – Corpus Christi als westlichste Küstenprovinz in Texas ist die einzig mögliche Alternative.


Anschlussoperationen:

Während zwei Invasionsflotten den Seetransport weiterer Truppen nach Texas sicherstellen und gegebenenfalls weitere Landungsoperationen im Golf von Mexiko durchführen werden, steht die dritte Landungsbootflotte für Landungsunternehmen gegen US-Panama, Belize, Jamaika, Puerto Rico und die Bahamas bereit. Daher sind nach der Sicherung der Landungszonen und Erfüllung der Aufgaben sämtliche Marinesturmdivisionen wieder einzuschiffen.
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Bild 144: Kaiser Karl V. bei Jakob Fugger


Coro – Klein Venedig, die Kolonie der Welser



Coro ist die Hauptstadt der als Klein-Venedig benannten Kolonie im heutigen Venezuela, die zwischen 1528 und 1545 von Kaiser Karl V. als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung zur Kaiserwahl an die Welser verpfändet wurde und ist eine der frühesten deutschen Kolonien in Übersee.


Vorgeschichte

1519 hatte der spanisch-burgundische König Karl I. für die Kaiserwahl im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation erhebliche Kredite bei den Augsburger Handelsdynastien der Fugger und Welser aufgenommen. Nach der erfolgreichen Wahl und der Krönung zum deutschen Kaiser 1520 im Kaiserdom zu Augsburg schuldete Kaiser Karl V. (wie er sich nun nannte), der mittlerweile auch die habsburgischen Erblande von Erzherzog Maximilian I. geerbt hatte, beiden Handeshäusern zwischen 143.000 und 158.000 Gulden – eine gewaltige Summe, die man heutzutage durchaus mit dem Jahreshaushalt eines Industriestaats vergleichen kann. Aufgrund zahlreicher Kriege mit seinen Nachbarn konnte Kaiser Karl V. auch nach Jahren keine Rückzahlungen des Darlehens leisten. Daraufhin boten die Welser an, anstelle des Geldes einen Teil der Neuen Welt zu übernehmen und erhielten in Folge die Provinz Venezuela als Pfandlehen.


Der Vertrag von Venezuela

Im Vertrag von Venezuela regelten beide Seiten am 27. März 1528 die Bedingungen der Vereinbarung. Die Welser durften Gouverneure und Beamte einsetzen und waren von der Salzsteuer und sämtlichen Zöllen und Hafengebühren im spanischen Monopolhafen Sevilla befreit. Sie erhielten die Erlaubnis, feindliche Stämme zu versklaven und 4.000 afrikanische Sklaven für Plantagengründungen zu überführen. Der größte Teil des Gewinns kam dem Kaiserhaus zu Gute, auch andere Nationen und Adelshäuser sowie die Kirche bekam einen Anteil an der Unternehmung, während etwa 4% des Gewinns bei den Welsern verbleiben durften. Dafür mussten die Welser zwei Städte gründen und drei Festungen bauen und Siedler in das noch völlig brache Land überführen. 10 Prozent aller Gold-, Silber- oder Edelsteinfunde standen dem spanischen Königshaus zu.

Die Casa de la Contratacion (Handelskammer) legte die Grenzen des Welser-Territoriums fest: im Westen war es Kap La Vela und im Osten das 900 km entfernte Kap von Maracapana und die dazugehörige Perlenküste mit Ausnahme der Inseln Aruba, Curacao, Bonaire und den Islas Gigantes. Die Südgrenze wurde nicht festgelegt, weshalb die Welser vorsorglich den Anspruch über das gesamte unentdeckte Landesinnere bis zur Magellanstraße an der Südspitze Chiles erhoben.


Kolonisierung

1529 kam der erste Gouverneur Ambrosius Ehinger mit 281 Siedlern nach Neu-Augsburg (Coro), noch im gleichen Jahr gründete er Neu-Nürnberg (Maracaibo). Man plante ursprünglich durch den Verkauf von Gold, Sklaven, Edelhölzern und Salz die Schulden bei Kaiser Karl V. zu decken, doch nur der Sklavenhandel warf Profit ab. Edelmetalle gab es in diesem von Malaria verseuchten Land nicht und Plantagenwirtschaft oder Holzwirtschaft war nur unter sehr großem Aufwand möglich. So setzten die Gouverneure immer mehr auf den Handel mit Sklaven und ging auch immer skrupelloser gegen die Indianerstämme vor. Auch die spanische Bevölkerung fühlte sich von den Welsern immer stärker ausgebeutet. So schrieb der spanische Missionar Bartolome de Las Casas: „Die Deutschen sind schlimmer als die wildesten Löwen. Aus Habgier handeln diese menschlichen Teufel viel brutaler als alle ihre Vorgänger.“ 1536 trat auf Ersuchen des Bischofs von Coro eine Untersuchungskommission zusammen, welche die Anschuldigungen wegen Gewalttaten gegen Spanier und Indianer prüfen sollte. In der Zwischenzeit begannen der neue, verzweifelte Gouverneur Georg Hohermuth eine Expedition auf der Suche nach dem legendären Eldorado und auch sein Stellvertreter Nikolaus Federmann begab sich auf eine solche Himmelfahrsexpedition ins von feindlichen Stämmen besiedelte unwegsame Dschungeldickicht. Unter dem letzten Gouverneur Philipp von Hutten versank die einst hoffnungsvolle Provinz in einen Zustand purer Agonie, weit schlimmer als zu den Zeiten ihrer Erstbesiedlung durch Spanien.


Kündigung des Vertrages

1546 kündigte Kaiser Karl V. den Venezuela-Vertrag – die Kolonialpolitik der Welser war ein finanzielles Fiasko. Die Gouverneure waren korrupt und selbstsüchtig. Lebensmittel, Pferde und Ausrüstung mussten noch immer teuer von den spanischen Kronkolonien erworben werden, die Missionierung der Indianerstämme war völlig fehlgeschlagen, Maracaibo lag in Trümmern und Coro verlor seine Funktion als Hauptstadt. Zwar prozessierten die Welser bis 1556 noch um die Erlangung der übrigen Besitzansprüche in Südamerika, doch verloren sie Klein-Venedig und Federmannsland in Kolumbien endgültig.

Im Fazit kann man festhalten, dass sich die Welser nicht im Geringsten über die Anstrengungen im Klaren gewesen waren, die der Aufbau einer funktionstüchigen Kolonie an Siedler, Beamte und Unternehmer stellte. Stattdessen sahen sie wohl nur die mit Schätzen beladenen Galeonen der Spanier aus der Neuen Welt und hofften auf einen „schnellen Gulden“. „So geht nach kaum 27 Jahren die erste deutsche überseeische Kolonie elend zu Grunde. Der günstige Augenblick, in Amerika festen Fuß zu fassen, war unwiederbringlich verloren.“
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Bild 145: Das Reich erklärt den Vereinigten Staaten den Krieg.


Tag der Schande


Washington D.C., USA, 11. Juni 1942
2201 C Street NW, US State Department
Büro von US Außenminister Arthur Vandenberg
Geschäftsführender Botschafter des Deutschen Reichs Hans Thomsen



Vandenberg:
„Bitte, treten Sie ein. Ich grüße Sie wie immer herzlich und freue mich auf Ihren Besuch, der, wie ich zu hoffen geneigt bin, durch eine neue Antwort Ihrer Regierung auf den Austausch unserer letzten, wie ich doch finde, sehr fruchtbaren Gespräche zustande gekommen ist. Dennoch bin ich irritiert, dass Sie mich außerhalb der protokollarischen Verhandlungsrunden in meinem Amtssitz aufsuchen, was mich aufgrund unserer bisherigen Gesprächsergebnisse leicht beunruhigt. Ich hoffe, Sie können meine Sorgen und die meiner Regierung zerstreuen.“

Thomsen:
„Vielen Dank, Euer Exzellenz für den überaus freundlichen Empfang in so schwierigen Zeiten. Es ist in der Tat nicht hoch genug einzuschätzen, dass Sie mich zu dieser Stunde und so kurzfristig empfangen, wo Sie doch wahrscheinlich noch viele wichtige Aufgaben auf Ihren Schultern lasten. Bitte nehmen Sie meine ausdrückliche Entschuldigung für diesen so kurzfristigen Vorstoß der Regierung des Deutschen Reichs an. Auch ich erfuhr erst vor wenigen Stunden von der neuen Anweisung aus Berlin.“

Vandenberg:
„Nun, Mr. Thomsen, treten Sie näher und nehmen Sie doch bitte Platz. Ich muss gestehen, Sie machen mich überaus neugierig. Einen Scotch?“

Thomsen:
„Bitte nein, ich danke Ihnen vielmals, Euer Exzellenz, doch möchte ich nicht voreilig mit Ihnen das Glas erheben, wenn Sie gestatten.“

Vandenberg:
„Nun denn, dann werde auch ich Ihnen zunächst das Wort erteilen. Wir können im Anschluss immer noch darüber urteilen, ob dies ein geeigneter Zeitpunkt ist, auf die Beziehungen unserer beiden stolzen Nationen zu trinken. Aber nun habe ich Sie lange genug aufgehalten: bitte, tragen Sie mir doch die neuesten Botschaften Ihrer Regierung vor.“

Thomsen:
„Vielen Dank, Herr Minister. Euer Exzellenz, ich bedauere zutiefst, dass unsere doch sehr einvernehmlichen und von gegenseitigem Vertrauen geprägten Gespräche die Haltung meiner Regierung in Berlin nicht grundlegend verändern konnten. Bitte glauben Sie mir, wenn ich Ihnen gestehe, dass all mein rastloses Schaffen der letzten Wochen nur auf die Fortsetzung unseres hoffnungsvollen Dialogs gerichtet war. Dennoch habe ich die bedauerliche Pflicht, Ihnen hiermit eine Note der Reichsregierung zu verlesen, deren Inhalt und Konsequenzen ich aus ganzem Herzen ablehne. Bitte nehmen Sie meine aufrichtigste Entschuldigung an, dass ich nicht in Lage war, den fruchtbaren Boden für eine Staatskonferenz zwischen unseren beiden Regierungen, wie von Ihnen zuletzt vorgeschlagen, zu bereiten.“
…verliest die Kriegserklärung des Deutschen Reichs an die Vereinigten Staaten von Amerika…
„Bitte nehmen Sie mein außerordentliches Bedauern über die jüngste Entwicklung zur Kenntnis. Ich muss Ihnen leider auch mitteilen, dass meine Regierung mit dem heutigen Tage die diplomatischen Beziehungen zu Ihrem Lande abbricht. Ich hoffe dennoch aus ganzem Herzen, dass dies in Zukunft nicht zwischen uns als Menschen stehen wird, Herr Minister.“

Vandenberg zögert:
„Ich danke Ihnen für die Offenheit, Herr Botschafter. Ich bedauere nun meinerseits, dass ich dieses Treffen so uncharmant beenden muss, doch Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass ich meinen Präsidenten dringlichst von der letzten Entwicklung unterrichten muss. Ich wünsche Ihnen alles Gute, sollten wir uns nicht mehr sehen. Guten Tag!“
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Bild 146: Und Japan nutzt die Gunst der Stunde.


Die Flamme springt über


Terre Basse, Guadelupe
Konsulat des Deutschen Reichs
Fregattenkapitän Rech



So ist es denn endgültig. Am heutigen Tage begann auch Japan mit Kriegshandlungen gegen die Vereinigten Staaten von Amerika. Auch wenn ich versagt habe, den deutschen Angriffsplan an die amerikanischen Stellen weiter zu leiten, so bin ich völlig überrascht von den japanischen Aktionen im Pazifik, welche die ohnehin dünnen Linien der Vereinigten Staaten binnen kurzer Frist annihilieren werden. Ich verstehe nicht, weshalb wir hier aktiv werden. Amerika liegt fern von Europa, fern von Asien und Afrika. Amerika hat unsere Nation weder bedroht noch steht es uns im Wege, nach allem was ich in Erfahrung gebracht habe, könnte sich die US-Regierung sogar eine Partnerschaft mit dem Reich vorstellen. Doch das ist nun definitiv vorbei, nun herrscht das Grauen des Krieges auch auf dem letzten noch friedlichen Kontinent der Erde und wenn die Schlachten geschlagen wurden und sich der Nebel über den Feldern des Todes verzieht, wird eine in jeder Hinsicht neue Welt aus den Trümmern des Alten hervorgehen. Eine Welt, die gnadenlos und kompromisslos sein wird, eine Welt, in der es keine Eigenständigkeit und keinen Anstand mehr geben wird. Wer wird die preussischen Ideale noch vertreten können, wo doch der Abschaum der Straße die intellektuelle und moralische Führerschaft des neuen Zeitalters übernommen hat?

Doch es gibt auch gute Nachrichten für mich. Konsularrat Heinrich Böhm, der geheimnisvolle Unbekannte, mit dem ich mich vor wenigen Tagen im „Petit Napoleon“ getroffen habe, überbrachte frohe Kunde aus Carlsbad, Texas. Dorthin hatte sich meine Ehefrau vor der Verfolgung durch die Nazischergen gerettet, und dort war Böhm auch noch bis vor kurzem als Vertreter der Deutschen Industrie- und Handelskammer tätig. Auf jeden Fall ergeht es ihr gut, Ulrike hat ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht und lebt unter falscher Identität auf der Farm eines Freundes. Heinrich übergab mir auch zwei Briefe – einen für mich und einen für ihre Eltern im Elsass. Ich habe nicht lange über die Gefahren nachgedacht, die damit zusammen hängen, aber ich werde meinen Schwiegereltern auf jeden Fall die Botschaft überbringen, auf das ihr Kummer gelindert werden möge. Bald schon fliege ich wieder zurück nach Berlin und dann werde ich sicherlich Zeit und Gelegenheit finden, den lange ersehnten Kontakt herzustellen.

Der Name meiner Tochter ist übrigens Clarity und ich hoffe inbrünstig, sie eines Tages in meinen Armen halten zu können.
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Bild 147: Kriegsplakat


„A Date That Will Live In Infamy“ – Frankin Delano Roosevelt




Einen Tag nach dem verheerenden japanischen Angriff auf Pearl Harbor hielt Präsident Roosevelt eine im Rundfunk übertragene Rede vor dem amerikanischen Kongress – diese Ansprache war eine der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts:

“Mr. Vice President, Mr. Speaker, members of the Senate and the House of Representatives:
Yesterday, December 7th, 1941 - a date which will live in infamy - United States of America was suddenly and deliberately attacked by naval and air forces of the Empire of Japan.
The United States was at peace with that nation, and, at the solicitation of Japan, was still in conversation with its Government and its Emperor looking toward the maintenance of peace in the Pacific. Indeed, one hour after Japanese air squadrons had commenced bombing in the American island of Oahu, the Japanese Ambassador to the United States and his colleague delivered to our Secretary of State a formal reply to a recent American message. And while this reply stated that it seemed useless to continue the existing diplomatic negotiations, it contained no threat or hint of war or of armed attack.
It will be recorded that the distance of Hawaii from Japan makes it obvious that the attack was deliberately planned many days or even weeks ago. During the intervening time the Japanese Government has deliberately sought to deceive the United States by false statements and expressions of hope for continued peace.
The attack yesterday on the Hawaiian Islands has caused severe damage to American naval and military forces. I regret to tell you that very many American lives have been lost. In addition American ships have been reported torpedoed on the high seas between San Francisco and Honolulu.
Yesterday the Japanese Government also launched an attack against Malaya.
Last night Japanese forces attacked Hong Kong.
Last night Japanese forces attacked Guam.
Last night Japanese forces attacked the Philippine Islands.
Last night the Japanese attacked Wake Island.
And this morning the Japanese attacked Midway Island.
Japan has, therefore, undertaken a surprise offensive extending throughout the Pacific area. The facts of yesterday and today speak for themselves. The people of the United States have already formed their opinions and well understand the implications to the very life and safety of our nation.
As Commander-in-Chief of the Army and Navy, I have directed that all measures be taken for our defense.
But always will our whole nation remember the character of the onslaught against us. No matter how long it may take us to overcome this premeditated invasion, the American people in their righteous might will win through to absolute victory.
I believe that I interpret the will of the Congress and of the people when I assert that we will not only defend ourselves to the uttermost but will make it very certain that this form of treachery shall never again endanger us.
Hostilities exist. There is no blinking at the fact that our people, our territory and our interests are in grave danger.
With confidence in our armed forces - with the unbounding determination of our people - we will gain the inevitable triumph - so help us God.
I ask that the Congress declare that since the unprovoked and dastardly attack by Japan on Sunday, December 7th, 1941, a state of war has existed between the United States and the Japanese Empire.”


Die “Infamy-Rede” war kurz und dauerte exakt sechseinhalb Minuten. Roosevelt wollte mit seinen Worten an die starken Gefühle seiner Landsleute appelieren und ihre Wut auf den heimtückischen japanischen Angriff anstacheln. Anstatt ein nationales Trauma zu konstruieren, kanalisierte er die Reaktion der Nation zu einer gemeinschaftlichen Vergeltung aller Amerikaner. Da viele seiner Landsleute einem Kriegseintritt immer noch skeptisch gegenüber standen, appelierte er an den Patriotismus Amerikas – anders als Präsident Wilson im Ersten Weltkrieg, der den freiheitlichen Idealismus der Vereinigten Staaten hervorgehoben hatte.


Auswirkungen

Seine Rede veränderte die Einstellung Amerikas grundlegend – 30 Minuten nach seiner Rede erklärte der Kongress den Kriegszustand mit Japan bei nur einer Gegenstimme. 81 Prozent aller Amerikaner verfolgten die Ansprache life im Radio und die bis dahin sehr starke Isolationismus-Bewegung zerbarst. Selbst glühende Ablehner einer Einmischung in den Weltkrieg, wie etwa der berühmte Fliegerheld Charles Lindbergh waren von der Kraft und Ausstrahlung der Rede beeindruckt und stellten sich augenblicklich und öffentlich hinter ihren Präsidenten.

Hollywood nahm den neuentdeckten Patriotismus überschwänglich auf und produzierte in Folge eine Vielzahl von pathetischen Kriegsfilmen, wie „Wake Island“, „Air Force“, „Man from Frisco“ oder „Betrayal from the East“.

Die Nation scharrte sich geschlossen und einig hinter den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr der Fall war. Die Auswirkungen dieses neuen Sendungsgefühls erlebt die Welt bis in die heutige Zeit hinein. Trotz des unpopulären Vietnamkrieges wurden die Präsidenten nicht wegen ihres Kriegskurses abgewählt (Kennedy wurde ermordet, Johnson zog seine Kandidatur zurück und Nixon stolperte über die Watergate-Affäre, nachdem er die Wahl zu seiner zweiten Amtszeit bereits gewonnen hatte).

In seiner Ansprache an die Nation am 11. September 2001 bezog sich Präsident George W. Bush stilistisch und auch inhaltlich stark auf Roosevelts „Infamy-Rede“ und führte das Land so ein weiteres Mal nahezu geschlossen in einen weiteren Krieg. Erst der Verlauf des Besatzungskrieges im Irak führte nach der Mitte des neuen Jahrzehnts wieder zu einer Abkehr der interventionistischen Grundhaltung der US-Bevölkerung, doch darf angenommen werden, dass der neue charismatische Präsident Barack H. Obama* im Zweifelsfall auf die Unterstützung seiner Landsleute bauen kann, sollte sich ein neuer Konflikt am Horizont abzeichnen.
*Wie man sieht, hat der AAR schon ein paar Jahre auf dem Buckel
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Bild 148: Marinefliegerkräfte greifen die US-Schlachtflotte an.


Das Taubenschiessen von Key West


40 Seemeilen südwestlich Key West, Florida, 13. Juni 1942
Marinefliegerflottille 2 (stationiert auf dem internationalen Flughafen von Maracaibo, Venezuela)
Seeaufklärungsgruppe 128 – 3. Staffel ‚Barracuda’
Focke-Wulf Condor C-4, Kennung PR+LS, Rufzeichen Rot Ass, Kapitänleutnant Ewald Rahm



Der Einsatzbefehl kam in letzter Minute, die Flugeinsatzbesprechung wurde in den Transportlastern auf dem Weg zur Rollbahn gehalten, wo unsere Vögel bereits aufgetankt und munitioniert warteten. Eine weitere Flotte amerikanischer Schlachtschiffe und Kreuzer versucht, die Floridastraße nach Westen hin zu durchbrechen, wo seit zwei Tagen heftige Gefechte bei den Landezonen um Corpus Christi toben. Der Flug dauert ja zwei lange Stunden von unserer Basis auf dem abgesperrten Teil des Zivilflughafens von Maracaibo bis zum Zielgebiet und noch einmal genauso viel werden wir für die Sammlung und Formierung unserer Staffeln benötigen, weil die ganze Luftflotte aufsteigen wird. Die Abenddämmerung naht heran – gestern hatten wir schon einmal einen Dämmerungsangriff auf die überraschten Amerikaner geflogen. Es ist einfach unbegreiflich, dass sie es heute gleich noch einmal versuchen wollen, nachdem wir ihnen gestern die „Mississippi“, „New Mexiko“ und „Tennessee“ versenkt haben.

Seit vorgestern fliegen wir rollende Einsätze in der westliche Floridastrasse und unsere Kameraden von der Luftwaffe machen das gleiche östlich von den Keys. Schlaf: keinen, Zeit für Instandsetzung: nada! Ich kann mich kaum noch auf meine Instrumente konzentrieren, doch meine Koffeintabletten sind schon aufgebraucht. Also kalter Kaffee und Wagner-Opern aus der Bordsprechanlage. Da kommen die Nicholas-Inseln in Sicht, es wird nicht mehr lange dauern. Wir greifen von Osten her an, aus der einsetzenden Dunkelheit heraus. Die Amischiffe werden sich vor dem Sonnenuntergang messerscharf abzeichnen.

Der Geschwaderchef gibt aus seiner Führungsmaschine her Anweisungen für den Angriff, wir sollen gemeinsam mit der 1., 2. und 4. Staffel angreifen. Der Rest des Geschwaders folgt in der zweiten und dritten Welle. Ich überlege mir kurz einen Schlachtplan, ja – so könnte es klappen.

„Rot Ass an ‚Barracudas’; unsere Kampfgruppe greit als zweites an, unsere Staffel ist Speerspitze. Angriffsmuster ‚Cannae’ – wie gestern, also 1. und 2. Schwarm drehen erst nach links ab, 3. und 4. nach rechts. Dann konzentrierter Angriff auf die Mitte des Verbandes, wir kreuzen unsere Flugbahnen genau im Zentrum. Vorsicht – fliegt keinem anderen vor die Nase. Los geht’s, Barracudas!“

Fieberhaft suche ich den Horizont nach den verräterischen Silhouetten der feindlichen Schlachtschiffe ab. Da kommt plötzlich Stimmung in den Sprechfunk! „Banditen über uns! Sind urplötzlich aus den Wolken gestoßen, drehen ab! Kreuz 3 Ende.“
„Schwarz 2, heftiger Feindbeschuss aus Jagdmaschinen, Anflug abgebrochen!“


Auch weitere Besatzungen der 1. Marinefliegerflottille melden sich, die den Verband bereits angreifen. Anscheinend haben die Amis dazu gelernt und diesmal für Luftunterstützung gesorgt. Doch warum hat uns bis jetzt dann noch niemand angegriffen? Plötzlich reift eine Erkenntnis heran – das sind keine Schlachtschiffe, das sind Flugzeugträger! „Barracudas, enge Formation im Zielgebiet halten, feindliche Combat-Air-Patrol über Einsatzgebiet. Angriffsplan wie besprochen. Deckt euch gegenseitig den Rücken und knippst mir die Flugzeugträger aus! Rot Ass Ende.“
Noch fünf Minuten, dann sind wir über der Flotte. Die Geschwader der ersten Flottille haben keine Erfolge erzielen können, dafür verwickeln sie die feindlichen Jagdmaschinen hoffentlich in Luftgefechte. Tatsächlich – dort vorn kommt die Trägerflotte in Sicht und keine Amijäger weit und breit zu sehen. Die Staffel fächert auseinander und stößt dann im Tiefflug mit gekreuzten Flugbahnen auf die fetten Träger in der Mitte zu. Die feindliche Luftabwehr hat uns spät erfasst, kein Wunder, denn hinter uns ist es bereits stockfinster. Mit dem letzten Büchsenlicht starten wir unsere Torpedos – alle auf einmal. Bei der Dunkelheit werden sie die Blasenspuren erst im letzten Moment erkennen…

Auf dem Heimflug nicke ich mehrmals am Steuerruder ein. Hoffentlich war’s das für heute, meine Männer und ich brauchen wirklich mehr als nur 3-4 Stunden Ruhepause. Zufrieden denke ich an den Einsatz zurück. Drei Träger hat unsere Kampfgruppe heute zu Neptun geschickt: die „USS Ticonderoga“, die „USS Randolph“ und die „USS Saratoga“. Damit haben die Amerikaner rings um Florida und die Bahamas herum bereits vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe und sieben schwere Kreuzer verloren – die kleineren Einheiten nicht aufgezählt – im Ganzen schon 32 Schiffe.
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