Verlauf der Schlacht:
9:59 Uhr: Ein PBY-Aufklärer meldet exakte Angaben über den südlichsten japanischen Schiffsverband. Demnach handelt es sich bei diesen Schiffen nicht um Tanker sondern um Truppentransporter. Die weiter nördlich stehenden Transporter konnten nicht noch einmal gesichtet werden, Admiral Spruance vermutet das die erste Sichtung eine Falschmeldung war. Admiral Spruance setzt mit seiner Barkasse zur Lexington über um seinen Plan mit Admiral Fletcher zu besprechen.
10:08 Uhr: Die Träger der US Navy befinden sich jetzt etwa 400 Seemeilen vom Hauptverband der Japaner entfernt. Nach wie vor ist unklar, ob ein Angriff auf die Japaner auf maximale Entfernung geflogen werden soll?
12:02 Uhr: Admiral Spruance ist zurück auf der Enterprise. Admiral Fletcher ist strikt gegen den Vorschlag von den japanischen Trägern abzulassen und stattdessen die Invasionsflotte anzugreifen. Die grundlegenden Befehle aus Washington besagen eindeutig, dass die japanischen Träger gefunden und versenkt werden müssen. Admiral Spruance vertritt die Auffassung, dass die Gefahr für Midway gerade durch die Versenkung der Truppentransporter beseitigt wird und nicht durch die Versenkung der Flugzeugträger. Er weist nachdrücklich daraufhin, dass sich die Task Forces 77 und 52 in einer perfekten Position befinden um die Landungsflotte anzugreifen, ohne das Nagumo mit seinen Trägern schnell genug reagieren kann.
12:18 Uhr: Noch gut 320 Seemeilen Abstand zu den japanischen Trägern. Etwa in einer Stunde ist die Distanz gering genug um einen Angriff starten zu können. Gerade in dem Moment in dem Admiral Spruance mit einem Morsespruch um entsprechende Anweisungen bei Admiral Fletcher nachsucht, erscheinen zwei japanische Aufklärer über den amerikanischen Trägern, diese werden jedoch von den Wildcats der Enterprise abgeschossen. Für die beiden befehlshabenden Admiräle bleibt unklar, ob die Japaner Zeit hatten die Position der US Träger an Nagumo zu melden.
12:36 Uhr: Es werden weitere japanische Aufklärer entdeckt und abgeschossen, Admiral Spruance betrachtet die amerikanischen Streitkräfte somit als entdeckt. Die Angriffsreichweite der japanischen Trägermaschinen ist beträchtlich größer als die der amerikanischen Marine. Er vermutet dass die Japaner in etwa dreieinhalb Stunden angreifen werden. Insbesondere da die Flotte den Japanern entgegenfährt und diese sicher mit der Beibehaltung des Kurses rechnen werden, bietet es sich aus seiner Sicht an, den Kurs nach Westen zu ändern. Er hält es nach wie vor für klüger die Truppentransporter anzugreifen und durch die Kursänderung einem japanischen Angriff zu entgehen. Er erinnert Admiral Fletcher an seine eigenen Worte wonach derjenige die Schlacht gewinnt, der den ersten Schlag setzt. Aufgrund der überlegenen Reichweite und Übermacht der Japaner können dies an diesem Tage keinesfalls die Bomber der Lexington, Enterprise und Hornet sein. Weiterhin ist nunmehr bekannt, dass die Schäden auf dem Flugfeld von Midway größer sind als angenommen. Erst seit kurzem ist der Sender Midway wieder einsatzbereit und meldet zahlreiche abgestürzte Flugzeuge des morgendlichen Angriffs. Die Bomber mussten wegen der Schäden an den Rollbahnen Notlanden und wurden dabei teilweise erheblich beschädigt.
Nachdenklich stimmt Admiral Spruance zudem, dass es keinen weiteren japanischen Angriff auf Midway gegeben hat. Dies spricht aus seiner Sicht dafür, dass sich die Japaner auf einen Seeangriff vorbereitet haben, weil sie schon länger von den US Trägern wissen.
13:00 Uhr: Admiral Fletcher entscheidet sich nach einer weiteren Unterredung mit Admiral Spruance dazu dessen Ersuchen stattzugeben und die Truppentransporter anzugreifen. Um dreizehn Uhr ändert die Flotte den Kurs auf 270° und dampft jetzt nach Westen. Nach den Berechnungen von Admiral Spruance Stab wird die Flotte auf diesem Kurs am nächsten Morgen südlich der japanischen Landungsflotte stehen und auf geringe Distanz angreifen können. Die Zeit, die die eigenen Aufklärer benötigen um am nächsten Morgen die japanischen Träger wieder zu finden, kann dann für die erneute Betankung und Bewaffnung der Bomber benutzt werden, falls – und das war die große Unbekannte – Nagumo mit seinen Trägern bei Midway bleibt und nicht nach Süden läuft um den US-Trägern nachzusetzen.
15:32 Uhr: Das Radar der Enterprise erfasst einen großen Pulk anfliegender Flugzeuge auf große Distanz. Die japanischen Bomber würden demnach etwa in 20-30 Minuten über den US-Trägern erscheinen. Admiral Spruance ärgerte sich, dass er somit mit seiner Schätzung von dreieinhalb Stunden fast exakt ins Schwarze getroffen hatte. Aber er hatte auch die leise Hoffnung, dass die Japaner kurz vorher wegen Treibstoffmangel abdrehen würden. Die Kursänderung der TF 77 und 52 vergrößerte die Entfernung für die Japaner wieder, was Nagumo sicher nicht erwartet hat
15:41 Uhr: Auch die etwas weiter südlich stehenden Lexington erfasst jetzt die Japaner mit Radar. Auf beiden Flotten wird Fliegeralarm ausgelöst nachdem klar wird, dass die Japaner direkt anfliegen und nicht etwa weiter östlich ankommen wie es zu erwarten gewesen wäre.
15:58 Uhr: Admiral Fletcher stellt zufrieden fest, dass sich die Japaner geteilt haben und ein Teil wieder nach Norden fliegt. Tatsächlich ist den japanischen Bombern der Treibstoff ausgegangen und hat sie zur Umkehr gezwungen. Auf dem alten Kurs, wären seine Schiffe jetzt höchstwahrscheinlich in einem Bombenhagel untergegangen.
16:03 Uhr: Über der Task Force 77 erscheinen zahlreiche Zero-Jäger der Japaner und richten ein Massaker unter den F4F Wildcats der Amerikaner an. Japanische Bomber sind nicht mehr an dem Angriff beteiligt, sodass für die Flugzeugträger keine Gefahr besteht. Etwa zeitgleich erscheinen mehrere japanische Aufklärer über dem Verband und werden von der CAP bekämpft.
16:47 Uhr: Um sechzehn Uhr siebenundvierzig verschwinden die letzten Japanischen Jäger aus dem Radarbereich von Enterprise und Lexington. Für diesen Tag ist mit keinen weiteren Luftoperationen zu rechnen und Admiral Spruance beginnt mit den Detailplanungen für den nächsten Tag. Er plant in etwa 75 Seemeilen Abstand hinter die japanischen Transporter zu gelangen um diese am nächsten Morgen unbehelligt angreifen zu können.
17:00 – 17:40 Uhr: Die Heimfliegenden PBY aus Midway melden zahlreiche Sichtungen. Admiral Fletcher ist sicher, dass vieles davon Falschmeldungen sind und ärgert sich über die unzuverlässigen Angaben der Aufklärer.
17:40 – 18:20 Uhr: Die Sichtungsmeldungen gehen weiter, auch Admiral Spruance ist ungehalten über die offensichtlichen Fehler der PBY-Piloten.
18:22 Uhr: Admiral Fletcher nimmt eine Lagebewertung vor. Nordöstlich stehen zwei japanische Trägerkampfgruppen mit insgesamt sechs Flugzeugträgern. Durch Auswertung aller Sichtungsmeldungen und vorher bekannten Fakten des Marine-Nachrichtendienstes vermutet er die Anwesenheit der Flottenträger Akagi, Kaga, Soryu und Hiryu sowie der beiden leichten Träger Shoho und Zuiho. Angaben über einen weiteren Träger bei den Transporten konnten nicht bestätigt werden. Auch Admiral Spruance teilt die Ansicht, dass lediglich sechs japanische Träger im Spiel sind und sich diese allesamt nördlich befinden. Zusätzlich zu den Trägergruppen befinden sich im Norden zwei Kreuzerverbände, die vermutlich für den Küstenbeschuss dienen sollen und nunmehr in der Nacht freie Fahrt haben um ihren Auftrag durchzuführen. Nach dem die US-Träger sowieso entdeckt wurden, funkt Admiral Fletcher eine entsprechende Warnung nach Midway und die Gesamtsituation nach Pearl Harbor.
Admiral Nimitz befindet den Plan die Transportschiffe anstelle der Flugzeugträger anzugreifen für ausgezeichnet und genehmigt das Vorhaben umgehend.
19:11 Uhr: Das amerikanische U-Boot USS Cuttlefish durchbricht die Vorpostenlinien des japanischen Landungsverbands und schießt zwei Torpedos auf den Transporter Brazil Maru ab, bevor es von Zerstörern abgedrängt wird. Keiner der Torpedos trifft, aber Spruance und Fletcher kennen jetzt die exakte Position der Transportflotte sowie Geschwindigkeit und Kurs derselben.
20:00 – 23:00 Uhr: Auf den Trägern herrscht hektische Betriebsamkeit im Hangar. Die von den Japanischen Zeros beschädigten Wildcats werden von den Mechanikern in Stand gesetzt. Am nächsten Morgen dürften die Geschwader zu einem Großteil einsatzbereit sein. Tatsächlich sind nur wenige Wildcats wirklich verloren gegangen. Ebenfalls wird auf Midway alles getan um am Morgen Einsatzbereit zu sein. Allerdings wird für die Nacht der Beschuss durch schwere Kreuzer erwartet, dem man nichts entgegensetzen kann.
23:09 Uhr: Das U-Boot USS Grayling meldet die Sichtung von feindlichen Tankern bei Wake Island.
01:00 – 03:00 Uhr: Admiral Fletcher lässt sämtliche Zerstörer der beiden Task Forces aus den Treibstoffbunkern der drei Flugzeugträger und der Kreuzer betanken. Wegen der hohen Marschgeschwindigkeit über den gesamten Tag, haben einige Zerstörer fast leere Tanks. Bei anhaltendem Tempo würde den Zerstörern spätestens am frühen Nachmittag der Treibstoff ausgehen, was der Admiral nicht riskieren möchte. Für die Betankung wir die Geschwindigkeit der Flotte erheblich gedrosselt, aber der Plan hinter den Transportschiffen aufzutauchen dürfte davon nicht gefährdet werden.
03:23 – 03:52 Uhr: Um etwa halb vier Uhr morgens am zwanzigsten Juni beginnen die japanischen Kreuzer Takao, Atago, Suzuya, Kumano und Kinu mit dem Beschuss von Midway. Das Flugfeld wird schwer beschädigt und zahlreiche Flugzeuge am Boden zerstört. Der Stützpunkt-Kommandant meldet, dass das Flugfeld frühestens am späten Abend notdürftig wieder in Betrieb gehen wird, sofern weitere japanische Angriffe unterbleiben.
