selbstbestimmt bis zum Schluß ? Sterbehilfe, Suizid und Ansichten dazu

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Vernichter
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selbstbestimmt bis zum Schluß ? Sterbehilfe, Suizid und Ansichten dazu

Beitrag von Vernichter »

Keinerlei Beispiele für den "Bedarf", der auch nicht per Pallativmedizin gedeckt werden könnte. Keine Beschreibung der Prozedur, die ihm vorschwebt.
http://www.taz.de/Debatte-Sterbehilfe/!131412/
Welcher Arzt, bitte, möchte einsame Alte umbringen? Äußerungen, die nur eines auszeichnet: Demagogie hineinzutragen in eine ernste und facettenreiche Debatte, um der Stärkung der eigenen Position willen.

Da fallen uns so gar keine Gründe ein, wieso man Leute entsorgen wollen würde.

Unser Vertrauen ist riesig:
http://www.bbc.co.uk/news/health-23698071
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

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Beitrag von [Gast] »

Keiner hat das Recht mir meinen eigenen Tod oder mein eigenes Leben vorzuschreiben.
Wenn es einmal so seien soll, dann will ich die Entscheidungsfreiheit, ob ich sterbe oder weiter lebe, wenn eine Situation ( ob physisch oder psychisch herbeigeführt spielt hier keine Rolle ) entgültig ist oder nicht.
Und weil ich auch nicht will, dass ein Zugführer traumatisiert oder schlimmeres wird, ebenso will ich nicht, dass meine Angehörigen mich mit gebrochenem Genick hängen sehen oder nach einem Schuss Überreste mit dem Hochdruckreiniger entfernen müssen, will ich das Recht dazu haben Hilfe zu bekommen, wenn es seien muss. Für einen würdevollen Tod zahle ich eher als für ein erbärmliches Dahinvegetieren.
Fahr doch nach Holland ist da kein Argument, ich will in diesem Land die Freiheit über mich und mein Leben haben, mir soll kein Herr Moralminister vorschreiben, wann und wie ich zu sterben habe.
Mein Tod gehört mir würde vor 30 Jahren dazu im Spiegel stehen.

Ich habe keinerlei Verständnis für Leute, die das selbstbestimmte Sterben verbieten wollen in einem Anflug von Paternalismus. Du darfst lieben, leben und machen, was du willst, aber sterben, das bestimmen immernoch wir. Das kann ich nicht akzeptieren, solange ein Mensch die Möglichkeit hat seinen freien Willen zu postulieren oder aber ihn in weiser Vorraussicht postuliert hat, solange soll diesem Willen auch in Sachen sterben gefolgt werden, denn ist mein Tod und mein Recht.
Die Palliativmedizin ist ein Witz, zugepumpt mit Drogen in den Sterbelagern bis man geistig völlig daneben ist und endlich tod ist. Mal abgesehen davon, dass es Erkrankungen gibt, bei denen auch keine Morphine helfen.
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Vernichter
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Beitrag von Vernichter »

Die Pallativmedizin arbeitet mit Dosierungen. Man wird nicht gleich ins Koma versetzt. Von der Unmöglichkeit der Reduzierung oder Ausschaltung von Schmerz haben wir noch nichts vernehmen können.

Ansonsten greift das Argument, dass der Staat bei der Errichtung der Regeln von einer Abwägung zwischen den Interessen des Einzelnen und der Gesellschaft auszugehen hat. Eine Reglung zu schaffen, die für die Situation einer extremen Minderheit von Menschen (vielleicht?) nützlich und von einer grösseren Menge einfach nur als Option gewünscht wäre, aber tausende dem Missbrauch des nicht erwünschten Todes ausliefern würde, ist abzulehnen. Zumal hier verlangt wird, dass ein anderer Mensch zur Leistung von Beihilfe zum Töten gezwungen wird. Womit auch schon wieder die Freiheit des anderen Einzelnen verletzt wird. Die Ärzte sind auch so schon grosser Gefahr der Abstumpfung ausgesetzt. Wir sagen nicht: "Fahr doch nach Holland". Viel mehr verachten wir die Niederlande für diese Reglung ein Stück weit.

Editih: Der Staat ist der Verhältnismäßigkeit und nicht der Erfüllung sämtlicher Wünsche verpflichtet. Die Freiheit in den Freitod zu gehen, oder Andere ausserhalb des gesetzlichen Weges darum zu bitten, nimmt euch kein Mensch.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

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Beitrag von [Gast] »

Wenn es Sterbehilfe in Deutschland geben würde, wäre es wie bei der Abtreibung: Jeder Arzt kann sie persönlich ablehnen und muss sie nicht durchführen. Doch die Fälle zeigen schon heute, dass Ärtze einem helfen, wenn man sie bittet. Sie machen sich aber strafbar, das darf nicht sein.

Wenn man das Recht einer Mehrheit auf eine Option einschränkt, weil man seinem eigenen, staatlichen Gesundheitssystem nicht vertraut, liegt die Antwort nicht darin die Bürgerrechte einzuschränken, sondern sein Gesundheitssystem auf Fordermann zu bringen.
Die Gesellschaft leidet nicht unter der Möglichkeit des unterstützen Freitodes, sie wird vor Schaden bewahrt. Schaden, den ihr als Zugausfall kennt, der aber in Wahrheit unbeteiligten das Leben zerstört, weil etwas größeres als eine Taube dem ICE im Weg stand. Schaden, der andere trifft, weil jemand in seiner Verzweiflung auf der Autobahn wendete. Schaden, weil Menschen einen geliebten Menschen nicht friedlich ruhend im Bett fanden, sondern seine Hirnmasse an der Wand verteilt oder seinen Körper regungslos und blau angelaufen im Treppenhaus fanden.
Die Freiheit jemanden "außerhalb des Gesetzlichen Weges" um etwas zu bitten, nimmt mir natürlich jemand, denn der Menschn würde sich bei Hilfeleistungen strafbar machen.
Die Gesellschaft kann nicht erwarten, dass man ihrer Willen vegetiert, obwohl es gegen den eigens postulieren Willen spricht. Egal welche Dosierungen oder sonst was man anwendet, bei Krebsarten im Endstatium ist man entweder dauersediert oder erleidet höllische Qualen. Spezielle Arten des Hirntumors verunmöglichene jede Art der Schmerzlinderung. Patienten die am Log-In Syndrom leiden, können dank Augenbewegungen noch einen Willen formulieren, aber sie sind sonst gefangen ob sie es wollen oder nicht. Der Todeswunsch vieler wird nicht entsprochen, obwohl er unleugbar dar ist. Alles weil man aus verkappter Moralvorstellung sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen will, man redet sich das Leid anderer Schön und hält ihre Erlösung für eine Erschütterung der eigenen Moral.
Wer einem anderen Menschen den Todeswunsch alleine aus Gründen eines außenstehenden Moralkodex ablehnt, der quält den Menschen seiner Eigennutz willen. Die Paliativmedizin ist kein Allheilmittel, viele Ältere lehnen sie ab, aus gute Gründen. Ärzte müssen nicht zu Tötungsmaschienen werden, viele Ärzte sehen es aber eben als auch ihre Aufgabe an, Menschen in solchen Lagen zu helfen. Diese machen sich aktuell strafbar, was nicht seien kann, schaden sie doch niemanden, außer dem, dessen Moral erschüttert wird.
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Sigmund
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Beitrag von Sigmund »

"Das Gesundheitssystem auf Fordermann bringen" sind so schnelle Schüsse. Bitte konkret, wie wollt ihr verhindern dass Menschen gegen ihren Willen getötet werden?
Gegen die führenden Kreise und die falschen Propheten:
Ihr werdet noch zum HERRN um Hilfe schreien, doch er wird euch nicht hören. Er wird sich von euch abwenden, weil ihr eure Macht so missbraucht habt. Micha
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Vernichter
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Beitrag von Vernichter »

Wer sich vor den Zug wirft ist psychisch krank und hätte Hilfe gebraucht, keine Todesspritze. Bevor man die Bürgerrechte ausweitet sollte man die Möglichkeiten des Missbrauchs extrem einschränken. Dann bringt uns das Gesundheitssystem auf Vordermann und legt uns ein Konzeptskizze vor, in welchem Rahmen die Entscheidung dann gefällt werden soll. Und kommt uns nicht mit den Niederlanden als leuchtendes Beispiel, aus denen alte inzwischen den rettenden Weg über die Grenze suchen, in deutsche Altersheime. Gleicht der Forderung nach der Freigabe von harten Drogen. Das ist keine Individualentscheidung. Die Freigabe würde die Menschen einem System ausliefern in dem es durchaus von Reiz ist, gerade Todkranke schnell zu entsorgen. Die meisten Kosten fallen im Gesundheitssystem gerade in der Endphase des menschlichen Lebens an. Die Freigabe würde die Hemmschwellen weiter absinken lassen. Wir können uns keinen Entscheidungsapparat vorstellen, welches das Machtungleichgewicht zu Gunsten des Arztes entscheidend in Richtung des Patienten verändern könnte. Viel mehr würde es eine ganze Reihe von weiteren "Nachbesserungen" nach sich ziehen, um die Ärzte vor "falschen" Anklagen zu schützen. Wie in den Niederlanden. Wir denken hier politisch und von der momentanen Lage ausgehend, nicht von einer Wunschvorstellung.

Zudem mogelt ihr. Es geht hier nicht um eine Einschränkung der Bürgerrechte, sondern um eine Ausweitung dieser. Und Nein, Bürgerrechte sind nicht angeboren, sondern erkämpft, verliehen, vererbt und durch jeweilige Rahmenbedingungen eingeschränkt. Die Ausweitung ohne ausreichende Bedingungen, schafft diese Bedingungen nicht aus der Luft, sondern wird dem Missbrauch Vorschub leisten, der in seinen Konsequenzen schlimmer sein wird, als der momentane Zustand.

Wir haben ausdrücklich geschrieben: "ausserhalb des gesetzlichen Rahmens". Lasst euch nicht erwischen.
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Beitrag von Vernichter »

Es kann durchaus geboten sein gegen das Recht zu verstoßen um moralisch zu handeln. Daraus folgt aber nicht automatisch eine Argument für die Änderung der Rechtslage. Schönes Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_G%C3%A4fgen
Wir können die Handlung des Polizisten nachvollziehen, befürworten aber auch gleichzeitig seine Bestrafung. Das Urteil gegen den Polizisten finden wir sogar zu mild.
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Beitrag von [Gast] »

Sigmund hat geschrieben:"Das Gesundheitssystem auf Fordermann bringen" sind so schnelle Schüsse. Bitte konkret, wie wollt ihr verhindern dass Menschen gegen ihren Willen getötet werden?
In dem ich das Autofahren verbiete. Oder das Treppensteigen.

Wären schonmal sehr viele unfreiwillige Todesfälle im Jahr weniger.
Aber zur Sterbehilfe: Hierbei geht es um die Postulierung des freien Willens. Wenn jemand seien freien Willen nicht bekundet hat ( keine Patientenverfügung, keine Erklärung usw. ) dann ist bei ihm jede Hilfe von Sterbehilfe zu unterlassen, da niemals der freie Wille erahnt werden kann. Doch heute ist in der BRD eher das der Fall: Angehörige Entscheiden mithin darüber, wann der Stecker gezogen wird, wenn der Patient in solchen Lagen ist. Dies gilt sowohl beim Hirntod, als auch schon bei komatösem Verhalten und Erkankungen im letzten Lebensabschnitt. Das ist aktuelle Realität im Land. Dagegen sollten Menschen, die klar in der Lage sind ihren freien Willen zu bekunden, diesen Willen beglaubigen lassen müssen ( Gespräch sowohl mit Therapeuten, Arzt als auuch Notar vorrausgehend ) und anschließend sollte ihr Wille auch ausgeführt werden. Ob ihr Wille für das hier und jetzt oder aber auch für die Zukunft postuliert ist, wenn derjenige, der seinen Willen erklärt hat, seinen Willen nicht mehr alleine entsprechen kann, sollte er Hilfe jeder Form annehmen dürfen und die Helfenden sollten sich auch nicht strafbar machen, was sie aber in der BRD aktuell tun. Der eigene Wille kann widerrufen werden, sollte Zweifel an einem Tötungswillen bestehen ( liegt lange zurück, erhebliche andere Gründe ), kann der Wille nicht mehr durchgeführt werden. Am Ende wird es wie in Texas auch Gerichte betreffen, wann der Wille des Patienten verfügt werden muss und wann erhebliche Zweifel an eben diesem Willen existieren. Auf keinen Fall darf jemand, der keinen Willen in dieser Richtung oder aber einen Willen, der gegen jede eigene Tötung sich ausspricht, gegen seinen postulierten Willen behandelt werden oder bei keinen postulierten Willen darf niemals von einem Wille ausgegangen werden, sondern es gilt bis zur klaren Postulierung immer die Ablehnung.
Ich für meinen Teil will z.B. bei einem möglichen Log-In Syndrom über meinene eigenen Tod verfügen können, auch im vorraus. Beim Log-In Syndrom kann ich meinem Willen aber nicht mehr per Handlung durchsetzen sondern bin vollkommen auf Hilfe angewiesen. Diese Hilfe will ich erhalten dürfen, der Helfende darf nicht bestraft werden, wenn er mir einen so in dem Moment so sehnlichen Todeswunsch erfüllt.
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Sigmund
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Beitrag von Sigmund »

Es ist ja jetzt schon so dass man als Patient ohne wachsamen Anhang dem Arzt völlig ausgeliefert ist wenn der einen mit Medikamenten vollpumpt. Da wird das Gehirn mutwillig vermatscht, damit der Patient/Pflegefall weniger Ärger macht. Wenn man in dem Stadium dann von mündigen Menschen ausgeht, die über ihren Tod entscheiden können, gibt man sich einer Illusion hin.

Edit: Eine Verrechtlichung eines solchen Antrags mit strikten Auflagen könnte eine Lösung sein, ja. Aber ich wäre da immer noch misstrauisch. Unfälle mit einer gezielten Tötung zu vergleichen ist aber eher unnötig.
Gegen die führenden Kreise und die falschen Propheten:
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Beitrag von Vernichter »

Wer entscheidet bei euch darüber ob der freie Wille gegeben ist?
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Beitrag von Vernichter »

Wir können den Wunsch nachvollziehen. Sorgt aber erst dafür, dass das Gesundheitssystem nicht mehr in ökonomischen Kategorien arbeiten muss und für eine höhere Empathiefähigkeit der erwachsenen Bevölkerung. Dann reden wir weiter. Momentan wäre es so sinnvoll wie die Abstimmung zwischen vier Füchsen und einem Hasen ohne Knarre, darüber was es zu Mittag geben soll. Um Broder zum Unterschied zwischen Demokratie und wahrer Freiheit zu zitieren.
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Beitrag von [Gast] »

Sigmund hat geschrieben:Es ist ja jetzt schon so dass man als Patient ohne wachsamen Anhang dem Arzt völlig ausgeliefert ist wenn der einen mit Medikamenten vollpumpt. Da wird das Gehirn mutwillig vermatscht, damit der Patient/Pflegefall weniger Ärger macht. Wenn man in dem Stadium dann von mündigen Menschen ausgeht, die über ihren Tod entscheiden können, gibt man sich einer Illusion hin.

Edit: Eine Verrechtlichung eines solchen Antrags mit strikten Auflagen könnte eine Lösung sein, ja. Aber ich wäre da immer noch misstrauisch. Unfälle mit einer gezielten Tötung zu vergleichen ist aber eher unnötig.
Ihr habt von Tötung gegen den Willen gesprochen, nicht von gezielter Tötung. Was sind Unfälle wenn nicht Tötungen gegen den Willen?

Der Willen soll nicht postuliert werden können, wenn der Mensch in den paliativen Todeszentren dauersediert ist und seine Umwelt nur mit Glück noch wahrnimmt, sondern wenn der Mensch frei von medikamentösen oder anderen nflüssen ist. Also entweder z.B. bei Fällen, bei denen der Wille postuliert werden kann, die Handlung aber nicht durchgeführt werden kann ( Log-In als anschaulichstes Beispiel ) oder aber in dem der Wille vor dem entsprechenden Zeitraum postuliert wurde. Wenn also jemand mit 65 sich Gedanken über sein Ende macht und zu dem Schluss kommt, er will unter diesen Umständen leben und unter diesen anderen Umständen nicht, dann muss das wie in einem bürokratischem Land normal, bürokratisch abgesichert werden: Ein Gespräch mit einem Therapeuten, ob man in der Lage ist den Willen frei zu postulieren oder aber unter einer Zwangslage leidet und nur einen vorgeschobenen freien Willen bekundet. Dann wird es eine Untersuchung bei Arzt geben, ob man physisch in der Lage ist, den Willen frei zu bekunden. Anschließend wird der Wille notariel beglaubigt und ist erst ab diesem Zeitpunkt gültig bis zur Durchführung des Willens oder dem Widerruf.

Ein Wille kann nicht erhahnt werden, Angehörige können auch nicht für den entsprechenden Menschen sprechen! Das passiert heute aber in der BRD: Eure Angehörigen entscheiden möglichweise über euren Tod oder euren Tod, während ihr selber das nicht frei tun könnt, ohne möglichweise andere in eine rechtlich bedrohliche Situation zu bringen.
Klar ist es nicht einfach zu entscheiden, wer frei in seinem Willen ist und wer einer sozioökonomischen Zwangslage folgt. Aber beim Wahlrecht gehen wir doch den selben Weg. Wir lassen alte Menschen an der Demokratie teil haben und ihren demokratischen Willen bekunden, weil wir annehmen, das sie es können. Ohne dies je untersucht zu haben. Bei meinem Modell der Sterbehilfe würde die Gesellschaft aber deutlich weiter gehen und sehr genau den Prozess der Willenbildung dank Arzt und Therapeuten durchleuchten und erkennen, ob eine sozioökonomische Zwangslage vorliegt.

Ja, Missbrauch wird es immer wieder geben. Wie falsche Verurteilungen, illegale Organverteilungen in Göttigen und schon heute stehen Menschen vor Gericht, die 100erte Menschen in Pflegeheimen umgebracht haben. Sie berufen sich auf den Willen ihrer Patienten, aber dieser wurde nie postuliert, ist nicht überprüfbar. Ich will ein Modell haben, wo der Wille des einzelnen ( der frei postuliert wurde ) das höchste Gut, nach dem sich dann gerichtet wird. Das mag jugendlich-naiv klingen in einer Gesellschaft wie dieser, wo von Pflegenotstand und Demographieinferno gesprochen wird, aber ein Status quo lässt sich ändern. Und das sollte er, es ist Zeit. Wie Selbstmord heute nicht mehr unter Strafe steht, sollte die Sterbehilfe es in einem sehr engen rechtlichen Rahmen irgendwann auch nicht mehr.
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Sigmund
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Beitrag von Sigmund »

Ich setze bei meinen Lesern ein Minimum an geistiger Eigenleistung vorraus. Doch, im Zusammenhang mit Sterbehilfe ging es um gezielte Tötung.
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Cholerik
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Beitrag von Cholerik »

Eine Anmerkung und eine Frage:

Anmerkung: In DTL. ist es nicht möglich in seinen eigenen Tod einzuwilligen. Das hat (auch) seine Begründung in einer juristischen Überlegung.
Ein Totschlag (nicht wörtlich, z.B. durch Medikamente etc.) ohne Zeugen wäre -so der Tatverdächtige behauptet, es handele sich um eine Tötung auf Verlangen (aktuell strafbar nach 216 StGb)- deutlich schwerer sanktionierbar. Es gilt bekanntermaßen: in dubio pro reo.
Hier wird das Problem deutlich: Wie will man einem Mißbrauch dieser Argumentation als Schutzbehauptung sinnvoll begegnen?
Man kann freilich den denkbaren Personenkreis einschränken (nur Ärzte dürfen dies z.B.); die Problematik bliebe die Gleiche.

Edit: Die Beihilfe zum Suizid ist aktuell straffrei; bei der Abgrenzung hilft die Wiki ( http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tun ... Abgrenzung ).
Das löst das hier diskutierte Problem allerdings nicht.

Frage: Auslagern?
Kill all my demons, and my angels might die too.-Tennessee Williams-
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Beitrag von Edelpionier »

Vernichter hat geschrieben:Wer sich vor den Zug wirft ist psychisch krank und hätte Hilfe gebraucht, keine Todesspritze. Bevor man die Bürgerrechte ausweitet sollte man die Möglichkeiten des Missbrauchs extrem einschränken. Dann bringt uns das Gesundheitssystem auf Vordermann und legt uns ein Konzeptskizze vor, in welchem Rahmen die Entscheidung dann gefällt werden soll. Und kommt uns nicht mit den Niederlanden als leuchtendes Beispiel, aus denen alte inzwischen den rettenden Weg über die Grenze suchen, in deutsche Altersheime. Gleicht der Forderung nach der Freigabe von harten Drogen. Das ist keine Individualentscheidung. Die Freigabe würde die Menschen einem System ausliefern in dem es durchaus von Reiz ist, gerade Todkranke schnell zu entsorgen. Die meisten Kosten fallen im Gesundheitssystem gerade in der Endphase des menschlichen Lebens an. Die Freigabe würde die Hemmschwellen weiter absinken lassen. Wir können uns keinen Entscheidungsapparat vorstellen, welches das Machtungleichgewicht zu Gunsten des Arztes entscheidend in Richtung des Patienten verändern könnte. Viel mehr würde es eine ganze Reihe von weiteren "Nachbesserungen" nach sich ziehen, um die Ärzte vor "falschen" Anklagen zu schützen. Wie in den Niederlanden. Wir denken hier politisch und von der momentanen Lage ausgehend, nicht von einer Wunschvorstellung.

Zudem mogelt ihr. Es geht hier nicht um eine Einschränkung der Bürgerrechte, sondern um eine Ausweitung dieser. Und Nein, Bürgerrechte sind nicht angeboren, sondern erkämpft, verliehen, vererbt und durch jeweilige Rahmenbedingungen eingeschränkt. Die Ausweitung ohne ausreichende Bedingungen, schafft diese Bedingungen nicht aus der Luft, sondern wird dem Missbrauch Vorschub leisten, der in seinen Konsequenzen schlimmer sein wird, als der momentane Zustand.

Wir haben ausdrücklich geschrieben: "ausserhalb des gesetzlichen Rahmens". Lasst euch nicht erwischen.
Den Punkt verstehen Wir nicht wirklich. Inwiefern gleichen sich legale Sterbehilfe und legale harte Drogen? (Und nein, ist diesmal keine Suggestivfrage, sondern reines Interesse)
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Beitrag von Admiral Yamamoto »

clone hat geschrieben:Die Palliativmedizin ist ein Witz, zugepumpt mit Drogen in den Sterbelagern bis man geistig völlig daneben ist und endlich tod ist. Mal abgesehen davon, dass es Erkrankungen gibt, bei denen auch keine Morphine helfen.
Was soll denn der Sch...ß? :rot:
Wie lange habt ihr schon auf einer Palliativstation gearbeitet? Wohl keine Minute, wage ich mal zu behaupten!
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http://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=26747
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Beitrag von Vernichter »

Edelpionier hat geschrieben:Den Punkt verstehen Wir nicht wirklich. Inwiefern gleichen sich legale Sterbehilfe und legale harte Drogen? (Und nein, ist diesmal keine Suggestivfrage, sondern reines Interesse)
In beiden Fällen wäre es für eine sehr kleine Minderheit von Menschen sinnvoll einen solchen Zugang zu haben. Der gesellschaftliche Preis wäre aber zu hoch. Es gab genügend Künstler, die sich harte Drogen gaben und so grosse Werke und gute Literatur erschufen: http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_K._Dick
Bei aller Liebe für den grossen Autor hätten wir es nicht gut gefunden, wenn er das ganze Zeug hätte legal kriegen können. Für einen K Dick wäre der Preis von tausend sehr schnell und umsonst gestorbenen Menschen zu zahlen. Das ist uns zu hoch, da viele harte Drogen sehr schnell süchtig machen und im Zeitraffer zerstören. Oder um aus einem seiner Romate zu zitieren: "Substanz T, entweder bist du abhängig, oder hast sie nie nie probiert (http://de.wikipedia.org/wiki/A_Scanner_ ... kle_Schirm)
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Beitrag von Silem »

Vernichter hat geschrieben:In beiden Fällen wäre es für eine sehr kleine Minderheit von Menschen sinnvoll einen solchen Zugang zu haben. Der gesellschaftliche Preis wäre aber zu hoch. Es gab genügend Künstler, die sich harte Drogen gaben und so grosse Werke und gute Literatur erschufen: http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_K._Dick
Bei aller Liebe für den grossen Autor hätten wir es nicht gut gefunden, wenn er das ganze Zeug hätte legal kriegen können. Für einen K Dick wäre der Preis von tausend sehr schnell und umsonst gestorbenen Menschen zu zahlen. Das ist uns zu hoch, da viele harte Drogen sehr schnell süchtig machen und im Zeitraffer zerstören. Oder um aus einem seiner Romate zu zitieren: "Substanz T, entweder bist du abhängig, oder hast sie nie nie probiert (http://de.wikipedia.org/wiki/A_Scanner_ ... kle_Schirm)
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Beitrag von Thomasius »

Silem hat geschrieben:Jeder Mensch hat das Recht das eigene Leben selbstbestimmt zu beenden.
Genau dagegen wehren sich die Konservativen aber seit dem Bestehen der Menschheit. Alte "weise" und vor allem konservative Männer wissen viel besser was gut, richtig, falsch usw. ist.

Das es jetzt tatsächlich Bestrebungen von konservativen Politkern(nicht nur CDU/CSU) gibt Beihilfe zum Selbstmord unter Strafe zu stellen ist ein Weg zurück ins Mittelalter. Damals war Selbstmord tatsächlich in vielen Ländern strafbar und der unfähige Selbstmörder landete durch sein Überleben im Gefängnis. Der Erfolgreiche Selbstmörder durfte nicht auf normalen Friedhöfen begraben werden und die ganze Familie war stigmatisiert.
Wenn aber Selbstmord bei uns weiterhin nicht strafbar ist, wäre die Strafbarkeit der Beihilfe zum Selbstmord in unserem Strafrecht vollkommen systemwidrig. Es gibt keine strafbare Beihilfe, wenn die eigentliche Tat nicht strafbar ist.
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Sigmund
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Beitrag von Sigmund »

Ehrlich gesagt finde ich es eher umgekehrt lächerlich ideologisch motiviert so ein Bild der unbedingten Mündigkeit der Menschen aufrecht zu erhalten. Ich habe jetzt genug Menschen mit schweren Depressionen erlebt. Das läuft zT ganz einfach: Tabletten nicht oder zu spät genommen: Mehrfacher Familienvater liegt weinend in der Ecke und ist nicht ansprechbar. Tabletten rechtzeitig genommen: Der selbe Mensch ist fröhlich, macht Witze und ist ganz der Mensch wie man ihn von früher kennt. Ein Hoch auf die Selbstbestimmung.
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