
Hier also würde sie die nächsten 6 Monate als Praktikantin verbringen. Der Job war unter Studenten heiß begehrt aber der Dekan der Universität von Richmond, wo sie studierte, hatte seine Beziehungen spielen lassen damit sie in die engere Auswahl für die 3 Planstellen gelangte. Ihr Hauptfach war die "Amerikanische Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts" und viele ihrer Freunde gähnten demonstrativ, wenn sie über ihr Studium sprach. Aber das kümmerte sie nicht. Für Ashley war die Geschichte lebendig und spannend, noch lange nicht vollständig enthüllt!

Sie betrat die Halle und wandte sich an den Mann an der Information. "Guten Morgen, meine Name ist Ashley Wilcox. Ich habe einen Termin bei Professor Durning." Der Mann hinter dem Schalter versuchte erfolglos, sich ein Grinsen zu verkneifen. "Ah, eine der neuen Fachkräfte. Na, dann kommen Sie mal mit, Miss Wilcox." Er führte sie durch die Halle in den Verwaltungstrakt des Museums durch lange Gänge bis zum Vorzimmer des Professors. Sie klopfte und trat ein. Eine mürrische Frau in den Endfünfzigern bedeutete ihr sich zu setzen, während sie Ashley beim Professor anmeldete.
Nach einigen Minuten durfte sie eintreten und saß nun, leicht eingeschüchtert, vor einem massiven, verschnörkelten Schreibtisch aus Eiche. "Nun, Miss Wilcox" eröffnete Professor Durning das Gespräch in einem leicht dozierendem Stil. "Dieses Praktikum bietet Ihnen große Möglichkeiten für Ihr Studium und für Ihre Reputation. Ein entsprechend wohlwollendes Praktikumszeugnis, von mir persönlich unterschrieben, hat Gewicht." "Ich bin mir dessen bewußt, Professor. Gerade deswegen bin ich sehr glücklich, diese Stelle erhalten zu haben. Ich werde mich Ihrer würdig erweisen." Ein leises Lächeln überkam den Professor, bevor er das Gespräch wieder aufnahm. "Das Smithonian muss sparen. Auch wir, besser gesagt unsere Gönner, spüren den kalten Hauch der Wirtschaftskrise. Das hier ist kein Stipendium, für Ihren Lebensunterhalt müssen sie selber aufkommen." Ashley nickte, denn das hatte ihr schon der Dekan im Vorfeld berichtet. Sie kam aus einer relativ wohlhabenden Familie, die ihr das Studium finanzierte. Das war also kein Problem und das musste der Professor eigentlich wissen. Er kannte ihre Vita. Nach einer Kunstpause fuhr er fort. "Um unser Budget zu entlasten haben wir es den Praktikanten zur Pflicht gemacht, im ersten Monat ihres Praktikums für allgemeine Tätigkeiten zur Verfügung zun stehen, für die sonst externe Kräfte beschäftigt wurden."
Nun war die Katze aus dem Sack und Ashley wartete auf den nächsten Dämpfer. "In den Kellern dieses Gebäudes lagern tausende von Kisten ungesichteten Materials. Vieles liegt bereits seit Jahrzenten hier ohne dass wir wissen, um was es sich handelt. Ihre Aufgabe wird sein, einen Teil dazu beizutragen diesen Berg abzubauen." Muffige Keller und Spinnenweben. Eine großartige Aussicht für die nächsten 30 Tage. Aber da musste sie durch. Der Nutzen würde die Unannehmlichkeiten überwiegen...
























