Duke of York hat geschrieben:Also wenn nun doch Bayern statt Savoyen oder einem leicht modifizierten Schwaben gespielt wird, dann sollte es so bleiben, wie es ist. Wenn die bayerische Hauptstadt statt zu nah an Ungarn zu sein nach Norden zur Hanse rückt, bedrohlich nahe zum hanseatischen Erbe Köln, dann wird ein Problem mit einem viel größeren ersetzt. Der Reiz an Schwaben (Alternativ Savoyen) war ja gerade, dass sein Kerngebiet im Südwesten des HRE liegt.
Huch: Auf einmal wird Euch die Hanse zu sehr bedrängt?

Ich denke, wenn diese keine institutionalisierte Konkurrenz in Skandinavien kriegt, könnte sie auf Köln verzichten.
Mir scheint ein moderat gemoddetes und leicht Richtung Frankreich gelenktes Schwaben allerdings auch die beste Lösung. Gibt's prinzipielle, heftige Einwände dagegen? (Über die Details können wir ja immer noch streiten.)
Mit dieser Lösung könnte ich mir auch Schottland statt Irland halbwegs vorstellen. Wobei damit beides gut möglich wäre.
Und noch mal generell: Eigentlich sehe ich es wie Moses: Die Spieler müssen's regeln. Allerdings sind nicht alle Spieler immer rational und nur auf Balance bedacht - gerade im frühen Spiel nicht. Hauptstadtregionen, Cores und Kulturen sind zwar nix Verbindliches. Aber erfahrungsgemäß doch häufig Anlass zu Streits. Teilweise sind diese absolut gewollt. Wir wollen ja kein ganz friedliches MP. Allerdings sehe ich die Gefahr, dass bei einer zu wenig ausbalancierten Lösung die Ausstiegsgefahr schon im frühen Spiel steigt.
Ein Beispiel: Der Bayer kommt durch ein bisschen Würfelglück in Schlachten an das böhmische Erbe, Ungarn ist der Weg nach Norden erstmal zugestellt. Da wittert auch der Ukrainer seine Chance, sich die orthodoxen Slavonen zu holen, Sizilien hat freudig zugeschaut und geht nun nach Griechenland. Wir haben vielleicht gerade 1450 und schon ein Land, das es absehbar schwer haben wird. Sicher, normalerweise kann man erwarten, dass das Land seine Underdogrolle ausspielt und geduldig auf seine Chance wartet. Sitzt jedoch ein Spieler mit relativ wenig Frustrationstoleranz in Budapest, könnte das schon früh eine ärgerliche Sache werden. Lassen wir Ungarn dagegen erstmal Raum, um sich zu konsolidieren und seine Nachteile (orthodoxe Tech) durch frühes Blobben zu kompensieren, kann man es später immer noch balancen.
Aberration hat den Reiz, dass die Länder nicht so sehr wie in Vanilla für ganz bestimmte Rollen prädestiniert sind. Im Vanilla-Setting wissen das alle und niemand (außer Teo) spielt Portugal oder Holland mit der Erwartung, mächtiger als Spanien oder Frankreich zu werden. Dieses Rollenspiel in Vanilla finde ich ebenfalls sehr spannend und anregend. Aber wenn wir schon Aberration spielen, finde ich es besser, die Ausgangslage so zu gestalten, dass tatsächlich jedes Land für eine Rolle als Weltmacht in Frage kommt.