Bronko40 hat geschrieben:
Der rassische Standpunkt ist auch ganz anders zu betrachten. Ging es den Südstaatlern bei der Sklavenfrage um die Erhaltung dieser Institution und den Nazis um die völlige Vernichtung ihrer Ansicht nach minderwertiger Rassen.
Ausserdem können, wenn ihr die Rassismus-Keule schwingt, auch viele andere Länder fallen, die in der Historie eine menschenverachtende Sklaverei als Wirtschaftsmotor geführt haben.
Ich kritisiere und vergleiche nicht den Süden der USA mit den Nazis. Deren Einstellung zu Sklaven ist zwar bedenklich, aber weit entfernt vom Denken der Nazis. Anders ist dies beim Ku-Klux Klan, und seinem Vorgehen. Auch dem Vorgehen dieses Clans gegenüber anderen Einwanderern wie Juden und Iren. Zwischen dem Clan und den Nazis kann ich nun nicht mehr sehr viel Unterschied ausmachen.
Der besagte General war der erste Anführer dieses Clans. Und ebenfalls verantwortlich für seine Soldaten, als das Massaker an den gefangenen schwarzen Unionssoldaten im Sezessionskrieg verübt wurde. Wäre er General der Wehrmacht oder der SS gewesen, hätten die Allierten ihn nach dem Krieg für solche Greueltaten zur Verantwortung gezogen. Als Leiter einer Organisation zur Unterdrückung der Schwarzen wäre es ihm nicht besser gegangen. In den USA aber, zumindest im Süden gilt so jemand noch immer als Held, und man malt Bilder von ihm und seinen "Heldentaten". Das ist es, was mir ein wenig sauer aufstößt.
Wenn man sich mal die Definition von Kriegsverbrechen ansieht:
Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Mord, Ausrottung, Versklavung, Deportation oder andere unmenschliche Handlungen, begangen an irgendeiner Zivilbevölkerung vor oder während des Krieges, Verfolgung aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen
lt. Wikipedia.
...dann sieht man sehr genau, daß er perfekt in dieses Raster passt. Sicherlich kann man jetzt sagen, daß diese Definitionen erst im 20. Jahrhundert festgelegt wurden....und der Bürgerkrieg ja davor war. Der Punkt ist aber, daß Teile der US-Bevölerung auch heute noch so jemanden als Helden ansehen. Wäre es vorstellbar einen Klaus Barbie in Deutschland als Held anzusehen...oder gar Bilder von ihm zu malen? Unvorstellbar.
Der Vergleich mag womöglich weit hergeholt sein. Sicherlich war im Mittelalter oder bei den Hunnen so was wesentlich üblicher. Aber der Bürgerkrieg ist eigentlich gar nicht so lange her. Gerade mal 80 Jahre vor dem 2. Weltkrieg. Hinzu kommt, daß wir hier nicht von einem Barbarenland reden, sondern von einer Demokratie.