Das nächste Jahr verlief weitgehendst ereignislos. Der Khan war großteils damit beschäftigt, seine Reformen voranzutreiben während seine Militärs den Krieg gegen China planten.
Am 12. August trat Dayan Koke Gal, einer seiner besten Offiziere und persönlicher Berater mit einem Vorschlag an den Khan:
Für den kommenden Krieg würde der Khan Geld brauchen. Daher schlug Dayan Koke Gal vor, Titel an erfolgreiche Heerführer und Getreue des Khans zu verleihen. Gegen eine entsprechende Summe natürlich. Der Khan, der immer darum bemüht war, den Kleinadel zu schwächen, nahm diesen Vorschlag sofort an.
Das nächste halbe Jahr verlief wie im Flug. Bis es dann soweit war. Am 29. Dezember fielen mongolischen Truppen ein weiteres Mal in Nordchina ein.
Der Khan höchst persönlich führte sein Tumen und die fünftausend Hilfstruppen über Xilin Gol in das Gebiet der Chahar. Dort traf er auf einige angreifende Ming-Truppen konnte diese aber in einer kurzen, blutigen Schlacht besiegen.
Doch noch viel Blut auf beiden Seiten sollte in diesem Krieg folgen. Die angeschlagene chinesische Armee zog sich nach Xilin Gol zurück und der Khan befahl, sie zu verfolgen. Auch die Truppen Subeqais machten sich von Osten aus auf, nach Xilin Gol zu reiten. Nur wenige Tage später kam es zu einer einer epischen Schlacht:
Die vereinten Truppen des Khans metzelten über 11.000 chinesische Soldaten nieder. Die Flüsse in Xilin Gol waren rot von Blut, und die Hinterbliebenen in der chinesischen Heimat weinten zehntausend Tränen für die Gefallenen. Sollten noch weitere solcher Schlachten folgen, würde das Kaiserreich China schon bald zerbrechen!
Nach der Schlacht ließ der Khan seine mandschurischen Hilfstruppen in Xilin Gol zurück, Subeqai schickte er über das Gebiet der Chahar in die zentrale Mongolei. Er selbst hingegen zog weiter nach Süden, um die Festungsstadt Chengde zu belagern. Doch kurz nach seiner Ankunft traf bereits ein Entsatzheer der Ming ein. Aber wie immer behielt der fähige Feldherr Elbeg Khan die Überhand, und am Ende des Tages mussten viertausend neue chinesische Gräber geschaufelt werden:
Doch der Khan entschloss sich dieses Mal nicht dazu die feindlichen Truppen verfolgen zu lassen. Er konnte noch nicht derart weit in chinesisches Territorium eindringen. Stattdessen führte er seine Soldaten nach Osten. Dort war ein kleiner Trupp chinesischer Soldaten durchgebrochen und machte sich auf den Weg in die Mandschurei.
Doch bevor er die feindlichen Truppen stellen konnte, griff eine weitere chinesische Armee in Xilin Gol an. Die dortigen mandschurischen Hilfstruppen mussten sich nach Hinggang zurückziehen, doch die Angreifer folgten ihnen. Der Khan sah sich durch diesen Vorfall dazu gezwungen, ebenfalls nach Hinggang zu marschieren um seinen Männern dort beizustehen.
Nur wenige Tage nach dem Zusammenschluss der beiden Armeen traf auch die feindliche Streitmacht ein:
Während der Khan im Osten in die Defensive geriet, ergriff Subeqai im Westen die Initiative und attackierte eine feindliche Armee, die noch von einem erfolglosen Sturmangriff erschöpft war:
In der folgenden Schlacht wurde das Blut vieler tapferer Männer vergossen, doch am Ende des Tages erwies sich Subeqai ein weiteres Mal als ein hervorragender Anführer:
Die wenigen verbliebenen chinesischen Truppen versuchten zwar, nach Ningxia zu fliehen, konnte aber von Subeqais Männer eingeholt und restlos ausgelöscht werden.
Auch im Osten war ein Erfolg zu verzeichnen. Tagelang kämpften die mongolischen Reiter gegen die chinesischen Invasoren. Tagelang flossen Blut und Tränen, doch letzten Endes konnten die Truppen des Khans die Angreifer komplett aufreiben. Nicht ein einziger der 12.000 Chinesen würde wieder in seine Heimat zurückkehren.
Damit war bereits Ende September, knapp ein Jahr nach Kriegsbeginn, das chinesische Heer um die Hälfte geschrumpft.
Nach diesem Sieg führte der Khan seine Truppen über Xilin Gol und Chahar Richtung Ulaanchab, wurde aber im Gebiet der Chahar von einer feindlichen Armee gestellt. Auch diese Schlacht konnte der Khan für sich entscheiden:
Nach dieser Schlacht entschied sich der Khan, die feindlichen Truppen zu verfolgen, und griff Ulaanchab an. Dort versammelten sich die Reste der fliehenden Armee mit einem kleinen Trupp, der die Hauptstadt des Mongolen-Khanats belagerte. Doch selbst diese beiden Armeen zusammen konnten sich der Macht des Khans nicht widersetzen. Sofort nach der Schlacht zog sich dieser wieder nach Chahar zurück.
Im Westen attackierte Subeqai unterdessen eine weitere chinesische Armee, musste sich aber im Angesicht der schieren Masse an feindlichen Truppen zurückziehen.
Doch diesen Sieg mussten die Ming mit vielen Verlusten bezahlen. 7.000 Chinesen vielen in dieser Schlacht. Und der Rest der Armee würde bald folgen...
In der Zwischenzeit nahm der Khan wieder die Verfolgung der kleinen Ming-Truppe in der Mandschurei auf:
Dieses Problem wurde schnell beseitigt. Die 3.000 Chinesen fielen wie Laub an einem stürmischen Herbsttag.
Im Westen befahl Subeqai einen Gegenangriff und konnte sein Werk damit vollenden und die feindliche Armee komplett vernichten:
Aus Rache für den Tod ihrer Kameraden griff eine weitere chinesische Armee von Ulaanchab aus Subeqais Truppen an. Dieser muss sich zurückziehen, um seinen Männern eine Pause vom Töten und Morden zu geben. Nur wenige Tage später fielen seine Männer erneut in Sayin Noyan ein und löschen die Ming-Truppen gnadenlos aus. Nicht ein einziger feindlicher Soldat sah den nächsten Morgen.
Im Osten hingegen schien der Plan des Khans aufzugehen: nach der Ankunft der Truppen des Khans fiel Xilin Gol am 11. August an die mandschurischen Hilfstruppen und die Ming-Armee tat sich inzwischen schwer, die mongolische Horden aufzuhalten.
Sofort machten sich die Mandschuren auf nach Liaoxi, während der Khan seinen Truppen in Xilin Gol eine Pause gönnt, damit diese die Stadt plündern können.
Die chinesische Armee schrumpft unterdessen immer weiter zusammen:
Es dauert nicht lange, bis die nächsten chinesischen Truppen in die zentrale Mongolei einfallen. Ein weiteres Mal vergebens. Subeqai konnte weitere sieben Regimenter vernichten.
Unterdessen rückte der Khan mit seinen Männer auf Ulaanchab vor, und konnte am 5. Januar 1419 die dortigen Belagerer zurückschlagen. Statt sie zu verfolgen, entschied sich der Khan dazu, seine Truppen nach Norden zu führen, um auch das Gebiet der Chahar, das kurz zuvor gefallen war, zu befreien.
Den Schutz der Hauptstadt übernahm derweil Subeqai, der seine Truppen wieder nach Osten führte, da die Chinesen nach ihren zahlreichen Niederlangen im Westen dort keine Gefahr mehr darstellten.
Unterdessen schlugt der Khan die feindliche Armee in Chahar:
Sofort nach der Schlacht begann er mit der Verfolgung der vertriebenen Armee, die er letztlich in Chengde stellen und vernichten konnte.
Die Chinesen hatten damit die Kontrolle über den Nordosten ihres Landes endgültig verloren und die Kämpfe verlagerten sich in die östliche Mongolei.
Am 2. Juli starb Dayan Koke Gal. Sein Nachfolger wurde Dayan Qara Temur. Doch der Khan erfuhr vom Tod seines Vertrauten erst nach einer Schlacht in Datong, in der er weitere sieben Tausend chinesischen Soldaten tötete. Anschließend verfolgte er diese Armee nach Chengde, wo er sie vernichten konnte.
Der 2. Juli war ein unglücklicher Tag für die Mongolen, doch nur einen Monat später, am 2. August, kam es dafür umso besser:
Zeitgleich können an diesem Tag zwei Schlachten, eine in Chengde (Elbeg Khan) und die andere in Ordos (Subeqai), gewonnen werden. Durch diese Siege verlor die Bevölkerung von Xilin Gol den Mut und schloss sich freiwillig dem Khan an.
Nur wenige Tage später zog sich Subeqai nach Norden, nach Ulaanchab zurück. Eine riesige chinesische Armee war aus dem Süden aufgebrochen, um die mongolischen Einfälle ein für alle Mal zu beenden. Dieser Armee war Subeqai alleine nicht gewachsen.
Währenddessen führte Elbeg Khan seine Männer nach Süden, nach Datong. Von dort aus zog er nach Ulaanchab, um Subeqai der von der gewaltigen chinesischen Armee bedrängt wurde, zu unterstützen.
Es vergingen viele Tage, bis sich der Schlachtenlärm legte. Der Khan stand Seite an Seite mit Subeqai auf dem Schlachtfeld. Auf dem großen Feld, auf dem sie tagelang gekämpft und getötet hatten, lagen tausende Leichen. Die meisten davon waren Chinesen. Der Khan hatte einen weiteren, gewaltigen Sieg errungen. Doch diesen Sieg musste er mit Blut bezahlen. Viele seiner treusten Gefährten ließen in dieser Schlacht ihr Leben. Auch er selbst hatte viele Wunden erlitten. Es war nicht einmal genug Zeit, die eigenen Verwundeten zu versorgen, als am Horizont weitere chinesische Banner auftauchten. Doch die Schlacht war vorbei. Der Khan wusste, wann er aufgeben musste. Und dieser Zeitpunkt war gekommen. Er sammelte den letzten Rest seiner Truppen um sich, und zog nach Norden.
Ein leichter Wind zog auf. Das Pferd auf dem er saß war unruhig. Er ließ seinen müden Blick den Horizont entlang schweifen. Schon seit Tagen waren sie auf der Flucht vor ihren Verfolgern und hatten seither keine Rast gemacht.
Subeqai ritt an ihn heran. Seine Rüstung war zerbeult, manche Teile fehlten sogar ganz. Sein Gesicht war blutverschmiert, doch war es nicht sein eigenes. Er war ein fähiger Kämpfer und hatte schon vielen Feinden den Tod gebracht. Er war das Sinnbild von Mut und Stärke.
Doch in den Augen des Khans war er mehr als nur ein tapferer Krieger. Er war ein Freund. Er hatte ihn auf so vielen Feldzügen begleitet und selbst in Zeiten schlimmster Not war er nie von seiner Seite gewichen. „Ich werde dich vor deinen Feinden beschützen wie ein Yurt dich vor den Winden der Steppe schützt“ hatte er einst geschworen. Und er hatte seinen Schwur gehalten.
Am Horizont erblickte der Khan chinesische Banner. Heute würde sich sein Schicksal entscheiden. Er drehte sich um und blickte in die Gesichter seiner Männer. Nicht mehr viele waren ihm nach der Schlacht in Ulaanchab geblieben. Die meisten seiner Soldaten waren tot.
Die Ming-Truppen kamen immer näher. Es waren abertausende von ihnen. Subeqai hielt eine grell-rote Fahne hoch über seinen Kopf und ritt auf den Feind zu. Von einen Moment auf den anderen stürmten die letzten Truppen des Khans los. Und Elbeg Khan folgte ihnen.
Aus vollem Ritt schossen sie ihre Pfeile in Richtung des Feindes. Die Soldaten der Ming fielen einem nach dem Anderen. Doch auch wenn auf einen Mongolen zehn Chinesen kamen, waren sie zu wenige. Chinesische Pfeile flogen ihnen entgegen und die Männer die den Khan umgaben fielen nacheinander leblos von ihren Pferden.
Ein Pfeil durchschlug seine Rüstung und bohrte sich in sein Herz. Er verlor das Gleichgewicht und fiel von seinem Pferd. Einer der größten Feldherren der Mongolen tat seinen letzten Atemzug... und der Khan musste mitansehen, wie ein guter Freund vor seine Augen starb. Es zerbrach ihm das Herz, doch er konnte nichts mehr für Subeqai tun.
Immer näher trug in sein Pferd an die Linie der Ming-Truppen. Als nur noch wenige Meter zwischen ihm und seinen Feinde lagen, warf er seinen Bogen weg und zog sein Schwert. Zusammen mit seinen letzten Männer prallte er auf die chinesische Frontlinie. Zwar kämpften sie tapfer und fügten ihren Feinden ein letztes Mal schwere Verluste zu, doch schon bald waren sie umzingelt. Der Khan war von einem Meer aus feindlichen Soldaten umgeben, als sein Pferd unter ihm zusammenbrach.
Der Sturz hatte ihn benommen gemacht. Einen Augenblick lange wusste er nicht, wo er war. Dann spürte er wie ein Speer seine Rüstung durchstieß und in seinen Körper drang. Sein Schwert, dass er bisher so krampfhaft festgehalten hatte, fiel aus seinen erschlaffenden Händen. Ein letztes Mal sah der Khan in den unendlichen Himmel. Dann schloss er seine Augen.... für immer.
Die Mongolen waren an allen Fronten auf der Flucht. In der Mandschurei brachen Aufstände aus. Der koreanische König ergriff die Gunst der Stunde und fiel mit seinen Truppen in das Khanat ein. Nur wenige Wochen nach seinem Tod zerfiel das Reich, dass der Khan geschaffen hatte...
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So, und hiermit möchte ich den AAR auch beenden. Ich habe im Moment leider einfach keine Zeit dafür ihn fortzusetzen. Das Spiel mit den Mongolen war anstrengend, aber gleichzeitig auch sehr spannend. Man ist beinahe permanent im Krieg, wird von allen Seiten bedrängt und verfügt selbst nur über wenige Ressourcen. Ich selbst bin überrascht, dass ich überhaupt so weit gekommen bin.
Ich hoffe, die werten Regenten hatten beim Lesen des AARs genausoviel Spaß wie ich beim Schreiben.