Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel - Ein SH IV AAR

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Teutates
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Beitrag von Teutates »

grade nochmal mit heiler haut davon gekommen :D
bei wikrt das nie wenn ich während der waboexplosionen auf vollgas gehe und dan wieder trimme :o

MfG teuti
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hohe_Berge
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Beitrag von hohe_Berge »

Mmmh wie ich sehe habt Ihr trotz Wassereinbruch die Gefechtbereitschaft aufgelöst, fährt man damit besser?

Glück Auf
Klaus Täuber (Der Boxer): Wenn du Profi wirst und nur bei einem Verein spielen kannst, dann musst du nicht in Barcelona, nicht in München, nicht in Dortmund spielen. Sondern auf Schalke.
Sonic

Beitrag von Sonic »

hohe_Berge hat geschrieben:Mmmh wie ich sehe habt Ihr trotz Wassereinbruch die Gefechtbereitschaft aufgelöst, fährt man damit besser?

Glück Auf
Eigentlich nicht. Jetzt wo ihr es sagt.
Wir müssen wohl im Eifer des Gefechts die allgemeine Gefechtsbereitschaft aufgehoben und stattdessen "nur" die Reparaturmannschaft zur Eindämmung der Schäden an die Arbeit geschickt haben.
Das ist natürlich weit weniger effektiv, als wenn die gesamte Mannschaft mit Hand anlegen kann und damit ganz und gar nicht unsere Absicht in solch einer Situation.
Typischer Fall von "Mal schnell danebengeklickt" :D
Sonic

Beitrag von Sonic »

Noch während wir uns in knapp 200 Metern Tiefe abgetaucht, mit den uns jagenden Kriegsschiffen ein tödliches Katz- und Mausspiel lieferten, dampfte über unseren Köpfen, abgeschirmt von einem halben Dutzend weiterer britischer Kriegsschiffe, der aufgescheuchte und in Unordnung geratene Geleitzug auf westlichem Kurs davon.

Luftaufnahme...
Bild

Die Geleitzugschiffe zacken nach dem Angriff wild umher, um möglichen weiteren Torpedoattacken auszuweichen. In der Aufnahme gut zu erkennen, der von uns torpedierte 10.000 Tonnen Tanker unter US-Flagge. Das Schiff brennt...starke Rauchentwicklung, doch ist noch immer fahrbereit und in der Lage dem Geleitzug mit unverminderter Geschwindigkeit zu folgen. Ob das angeschlagene und beschädigte Schiff noch im Verlauf der nächsten Stunden sinken wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

Der torpedierte Bug liegt bereits merklich tiefer im Wasser
Bild

Trotz allem ein insgesamt sehr erfolgreicher Geleitzugangriff.
Der erfolgreichste seit vielen Kriegsmonaten.
Insgesamt vier Schiffe konnten wir während des Angriffes erfolgreich torpedieren.

Bestätigte Versenkungen:

- Griechischer Stückgutfrachter "Andros Sarikakis" mit 5.803 BRT. Gesunken nach zwei Torpedotreffern um 13.47 Uhr.
- Panamaischer Frachtdampfer "Carlitos" mit 5.464 BRT. Gesunken nach einem Torpedotreffer um 13.52 Uhr.
- Panamaischer Tanker "Santisima Trinidad" mit 6.847 BRT. Gesunken nach einem Torpedotreffer um 13.54 Uhr.


Insgesamt 18.114 BRT während eines Angriffs, so gut wie lange nicht mehr.
Ohne Fehlschüsse und Blindgänger und etwas Glück mit dem US-Tanker, den wir zum jetzigen Stand der Dinge “nur” beschädigten, wäre das Ergebnis noch um einiges höher ausgefallen.


23.10.1944

Logbucheintrag Kapitän zur See Willhelm Paulsen, Kommandant U-2503:

Trafen am gestrigen Tage, um kurz vor 11.00 Uhr, einer Kontaktmeldung U-170 nachgehend auf großen alliierten Geleitzug, aus über 50 Schiffen. Entschied auf sofortigen Angriff, um die Chancen zu wahren und Leistungsfähigkeiten des neuen Bootes im Kampf zu testen.
Gefechtseröffnung nach Unterwasserannäherung um 13.30 Uhr.
Feuerten in etwas mehr als acht Minuten insgesamt 14 Torpedos auf sechs unterschiedliche Ziele. Sechs bestätigte Treffer auf vier Zielen...acht Fehlschüsse oder Torpedoversager.
Das hydraulische Schnellladesystem hat sich bewährt.

Schnelle Reaktion von Sicherungseinheiten zwang zum Abbruch des Angriffes...Waboverfolgung!
Wassereinbruch...leichte Schäden...18 Verwundete.
Zum Glück nur Kratzer und baue Flecken. Nichts Ernstes.


U-2503 in der Morgendämmerung...Aufgetaucht für Reparaturarbeiten
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Nach dem Angriff des Vortages, lasse ich zurück in unser neues Operationsgebiet verlegen, welches wir, auf der Jagd nach dem Geleitzug kurzzeitig verlassen hatten. In Anbetracht der erlittenen Gefechtsschäden, die zwar zum Glück nur leichter Natur sind, deren Reparatur mit Bordmitteln aber dennoch zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen wird, möchte ich gegen einen nun aufgescheuchten Geleitzug und mit Sicherheit wachsamere Geleitschiffe und Besatzungen kein unnötiges Risiko eingehen. Kurs und Position das nach Westen eilenden Geleitzuges, sowie eine Statusmeldung wurden gesendet, in der Hoffnung, dass vielleicht andere Boote, welche in der Nähe operieren, zum Schuss kommen können.

”Na LI...wie sieht es aus. Hat’s uns ordentlich erwischt?”

Wie man’s nimmt Herr Kapitän.
Die geplatzten Rohrleitungen sind wieder dicht. Wir entfernen gerade die letzten Rohrmanschetten und schweißen Notflicken auf. Bei der Technik sieht es allerdings nicht so gut aus. Die Hydraulikpumpe hat etwas abbekommen. Erreichen momentan nur etwa 60 Prozent Druckleistung. Ich muss das Ding vollständig auseinandernehmen, um da etwas ausrichten zu können. Auch den Torpedorechner hat es erwischt. Leichter Wasserschaden, als es in der Zentrale nur so gegossen hat, wie beim dicksten Monsunregen. Schulze ist gerade dabei sich das anzusehen, meldet Leutnant Lange pflichtbewusst und ölverschmiert.


Ich nicke kurz und klopfe dem LI aufmunternd auf die Schulter.
Seit mehr als 12 Stunden sind er und seine Männer ununterbrochen im Einsatz, um das Boot mit allen zur Verfügung stehenden Mittel wieder zusammenzuflicken.
Ich will gerade weiter, um mich in allen Abteilungen nach dem Rechten zu erkundigen und nach den Männern zu sehen, als Funkmaat Petersen mich keine zwei Schritte später aufhält.

Herr Kapitän!

”Was gibt’s Petersen, altes Haus?
Schon der nächste Geleitzug im Anmarsch, wo wir noch nicht mal die Beulen vom letzten Mal aus dem Rumpf gehämmert haben?!”


Ein kurzes Lächeln umspielt die Lippen des Funkers, als er mir den Notizzettel mit dem bereits entschlüsselten Funktelegramm reicht und ich ihm das Blatt Papier aus der Hand nehme um es zu überfliegen.
Ärgerlich zerknülle ich den Fetzen Papier und werfe ihn achtlos auf den Kartentisch hinter mir, während ich unverständlich für die umstehenden Männer vor mich hinmurmle:

”Das können die sich sonst wo hinstecken...verdammte Armleuchter!”

Verdutzt lasse ich Petersen und Lange in der Zentrale stehen und husche hinter ihnen durch das Querschott davon. Verwundert blicken die beiden mir nach. Leutnant Lange, der LI zuckt verwirrt mit den Schultern. Auch Leutnant Schulze, der II.WO, der bis eben noch seinen Kopf in den mechanischen Schaltungen des Torpedorechners stecken hatte, die Szene aber aus den Augenwinkel beobachtet hatte, gesellt sich nun dazu und vervollständigt das Trio.

Was hat unseren Alten den jetzt wieder geritten, meint Schulze grinsend und kratzt sich am Hinterkopf, während er dem LI vorwurfsvolle Blicke zuwirft.

Glotzen sie mich nicht so an Schulze. Ich habe damit diesmal nichts zu schaffen, verteidigt sich der LI plötzlich sehr heftig.

Was stand eigentlich in dem Funkspruch, den du dem Alten gerade gebracht hast, Petersen. Bis er den gelesen hatte schien er ja noch ganz normal, ignoriert der II.WO der LI nun plötzlich völlig und wechselt das Thema.

Verstohlen blickt sich Petersen noch einmal nach allen Seiten um, bevor er mit der Sprache herausrückt und das Geheimnis lüftet.

Eine Antwort auf unsere Statusmeldung.
Glückwünsche zum erfolgreichen Einsatz unseres neuen Bootes...unterzeichnet vom alten Dönitz persönlich, flüstert der Funker leise.


Das erklärte den neugierigen Männern nun alles, wusste doch jeder Mann an Bord von U-2503, was ihr langjähriger Kommandant von öffentlicher Lobhudelei im einzelnen und der deutschen Führung im besonderen hielt.
Eine Tatsache, die nicht nur im Gedächtnis der Mannschaft Kapitän Paulsens verhaftet war, sondern schon lange, weitaus weitreichendere Kreise zog.


Fortsetzung folgt...
Sonic

Beitrag von Sonic »

24.10. - 25.10.

Während an Bord von U-2503 in den kommenden Tagen die Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten mit Bordmitteln, unter der Federführung von Leutnant Lange, dem LI weitergeführt werden, um das Boot möglichst schnell wieder auf volle Gefechtsbereitschaft zu bringen, lasse ich mit 12 Knoten Marschfahrt weiter durch unser neues Jagdgebiet kreuzen und einen ausgedehnten Suchkurs ablaufen.

U-2503 durchkreuzt das Operationsgebiet...Abendliches Auftauchen für Radarpeilungen
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Wir bleiben dabei unserem inzwischen bewährten und eingespielten Vorgehen treu.
Tagsüber operieren wir getaucht, auf Sehrohrtiefe im Schnorchelbetrieb, während wir ab Einbruch der Abenddämmerung und während der Nachtstunden immer wieder auftauchen und an der Wasseroberfläche agieren, um Radarpeilungen durchzuführen, was wir am Tage, aufgrund der ständigen Gefahr von Luftangriffen tunlichst vermeiden.

Wie jeden Tag nehme ich mir, wenn es die Zeit und Situation erlaubt ein paar Minuten, um einen ausgedehnten Rundgang durch das gesamte Boot und alle Abteilungen zu machen, sofern man bei den beengten Verhältnissen an Bord wirklich die Worte “ausgedehnt” und “Rundgang” im selben Atemzug verwenden sollte. Doch trotz allem ist U-2503 schon regelrecht komfortabel, wenn man es mit anderen Booten vergleicht, welche im Laufe dieses Krieges bereits unter Kapitän Paulsens Kommando standen.

Horchraum...Sonarmaat bei der Arbeit
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FT-Raum...Funk- und Radaranlagen...Funkmaat Petersen im Dienst
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26.10.

Die letzten Stunden auf Kriegspatrouille.
Um kurz nach 04.00 Uhr Morgens haben wir unser Einsatzziel erreicht und erfolgreich abgeschlossen.

Durchaus erfolgreich würde ich sagen, mischt sich nun auch Leutnant Lange in die frühmorgendliche Diskussionsrunde ein.

Es war an der Zeit zu entscheiden, wie es nun weitergehen sollte, nachdem wir unsere Befehle bis hierhin erfüllt hatten

Drei Schiffe weniger für die Alliierten. Grandioser Erfolg Lange. Der verdammte Geleitzug bestand aus über 50 Schiffe. Na dann rechnen sie mal schön, was da immer noch durch kommt. Da beißt die Maus keinen Faden ab Lange, egal wie sie es drehen und wenden, hält Leutnant Schulze, der II.WO dagegen.

Das Boot ist gut...zweifelsohne. Hat zwar noch ein paar Macken hier und da, aber ehrlich gesagt möchte ich zurzeit in keinem anderen Kahn mehr hocken, zeigt sich auch mein alter Freund und I.WO, Leutnant Weber sehr zufrieden mit der Leistung unseres neuen Bootes.

Die anfängliche Scheu und Unsicherheit ob der ungetesteten Technik und der vielen Neuerungen an Bord, welche die gesamte Besatzung nach Übernahme des neuen Bootes befallen hatte, waren nach dem erfolgreichen Angriff vor knapp vier Tagen nun wie weggeblasen. Das Boot hatte sich bewährt, uns den größten Erfolg seit vielen Monaten beschert und uns dann auch noch heil und sicher wieder aus der Gefahrenzone gebracht.

Naja...bis auf ein paar Beulen und einer kleinen Extradusche, murmle ich, meine Gedanken jetzt laut aussprechend vor mich hin.

Die erlittenen Schäden sind soweit mit Bordmitteln behoben, Herr Kapitän, versichert der LI noch einmal, völlig überzeugt von den Fähigkeiten des Bootes. Wir sind weiterhin voll operationsfähig.

PAH...sagen sie das mal Hinrichs, Möller und den anderen Männern, die in diesen Todesfallen von Flaktürmen festsitzen. Ist man erstmal drin ist alles wunderbar, aber wehe denen es heißt plötzlich Alarmtauchen...HOP...HOP! Die armen Schweine kommen da nicht in 25 Sekunden raus und zurück ins Boot und wenn sie noch so hetzen. Verdammte Fehlkonstruktion! Entweder oben ausharren, bis man zusammengeschossen wird oder zusehen, wie lange die Jungs die Luft anhalten können...verdammter Dreck, schimpft Leutnant Schulze vor sich hin.

Einer von vielen Punkten auf meiner Liste für das K-Amt, die ich in den letzten knapp drei Wochen an Unzulänglichkeiten und nötigen Verbesserungen notiert hatte. Eine Liste, die ich diesem gottverfluchten Paragraphenreiter Götz am liebsten ganz tief in den Rachen schieben würde. Doch mein Zorn verfliegt in diesem Moment wieder schnell. Die positiven Punkte des neuen Typ XXI überwiegen klar. Und irgendwie muss ich Götz dennoch auch dankbar dafür sein, der mir anvertrauten Mannschaft mit diesem Boot eine Möglichkeit in die Hand gegeben zu haben, mit der sie zumindest etwas Aussichten hat, diesen wahnwitzigen Krieg, von dem jeder, der nicht völlig verblendet durch das Leben wandelt, genau weiß, dass es nichts mehr zu gewinnen gibt, irgendwie zu überstehen.

”So oder so meine Herren, müssen wir mit dem auskommen, was wir haben.
Und weiß Gott, wir hätten es weitaus schlechter treffen können. Es liegt an uns, das Beste aus dem zu machen, was uns zur Verfügung steht.
I.WO...unsere Aufgabe hier ist beendet...alle Mann zurück auf Stationen...RÜCKMARSCH!


Teils wortlos, teils noch vor sich hinmurmelnd löst sich die kleine Offiziersrunde auf und die Männer kehren in ihre Abteilungen zurück.
Leutnant Weber, meinen alten Jugendfreund jedoch, bedeute ich mit einem kurzen Nicken noch einen Moment zu bleiben. Leise und verschwörerisch flüstere ich ihm zu.

”Die Herren vom BdU und K-Amt wollen zwar, dass wir schnellstens mit unseren Erfahrungsberichten und Verbesserungsvorschlägen den Rückmarsch antreten, um uns auszuquetschen und empfohlene Verbesserungen an den zukünftigen Neubauten des neuen Typs vorzunehmen, aber ich denke, auf dem Weg zurück machen wir noch einen kleinen Abstecher.”

Was hast du wieder ausgeheckt, Willhelm?

“Ausgedehnter” Rückmarschkurs
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Auf der vor mir ausgebreitteten Seekarte verdeutliche ich Leutnant Weber meine Absicht, indem ich mit einem Bleistiftstummel den groben Kursverlauf nachzeichne.

”Hier...wir laufen zuerst auf Nordost-Kurs, bis vor die Nordwestküste Schottlands.
Bevor wir uns jedoch ostwärts zwischen den Orkney und Shetland Inseln hindurch stehlen, werden wir unser Jagdglück noch einmal etwas auf die Probe stellen. Wir werden, etwa hier, in den Gewässern zwischen der Küste Schottlands und den Äußeren Hebriden unser Glück versuchen.”


Küstennaher Schiffsverkehr. Da dürfte einiges los sein, sieht auch mein alter Freund ein, auch wenn ihn die Aussicht, in Churchills Vorgarten zu wildern offenbar nicht wirklich begeistert.

”Mit jedem anderen Boot zu dieser Zeit ein Himmelfahrtskommando.
Aber mit U-2503, wenn wir vorsichtig agieren, brav getaucht bleiben. Selbst Schnorchelfahrt nur Nachts oder bei Schlechtwetter. Damit rechnet keiner! Mit etwas Glück werden wir da noch ein paar Aale los. Die Brennstoffreserve liegt bei 55 Prozent. Also noch kein Grund zur Sorge...wir haben ein schönes Polster für die 3.600 Kilometer zurück bis nach Bergen.”


Der mögliche Brennstoffverbrauch ist jedoch Leutnant Webers geringste Sorge.

Gut möglich, Willhelm. Aber sobald wir hier die ersten Erfolge haben, ist da im Nu der Teufel los. So dicht an einem Dutzend britischer Häfen, haben wir da innerhalb von ein paar Stunden die halbe Royal Navy am Hals, die das Seegebiet doppelt und dreifach umgraben wird, gibt der I.WO zu bedenken.

”Bis dahin sind wir hoffentlich längst weit weg.
Unentdeckt rein...hoffen, dass uns was vor die Rohre läuft und dann getaucht weg, was die E-Maschine hergibt.”


Na dann gute Jagd Herr Kapitän!


Fortsetzung folgt...
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Rantanplan
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Beitrag von Rantanplan »

Immernoch ein sehr spannender AAR!

Arbeiten die Pumpen eigentlich von alleine oder müssen diese per Mausklick zur Arbeit gebracht werden?

Grüße
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Teddy Suhren
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Beitrag von Teddy Suhren »

Warum genau kehrt ihr schon wieder heim? Haben Wir da was überlesen?
Und natürlich: Sehr sehr gutes Update!
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Zahn
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Beitrag von Zahn »

Der Liebe Herr Paulsen hat mit seinen Torpedos wahllos in der Gegend herumgeballert und muss zum Ausrüsten in die Heimat. Ein Verhalten für das so mancher japanischer Ubootkapitän vor das Kriegsgericht kam, aber scheinbar hat Paulsen von dem so fürsorglich durch Götz arrangierten Ostasienaufenthalt nichts gelernt.

Ahoi vom weiter eifrig mitlesenden Zahn, dem diese böse Polemik verziehen werden möge, da er mit jedem neuen Post das Ende dieses epischen AAR auf sich zu kommen sieht.
Sonic

Beitrag von Sonic »

Rantanplan hat geschrieben:Immernoch ein sehr spannender AAR!

Arbeiten die Pumpen eigentlich von alleine oder müssen diese per Mausklick zur Arbeit gebracht werden?

Grüße
Die springen bei Bedarf zum Glück von alleine an, vorausgesetzt, das entsprechende Subsystem ist nicht beschädigt oder zerstört.
Zahn hat geschrieben:Der Liebe Herr Paulsen hat mit seinen Torpedos wahllos in der Gegend herumgeballert und muss zum Ausrüsten in die Heimat. Ein Verhalten für das so mancher japanischer Ubootkapitän vor das Kriegsgericht kam, aber scheinbar hat Paulsen von dem so fürsorglich durch Götz arrangierten Ostasienaufenthalt nichts gelernt.

Ahoi vom weiter eifrig mitlesenden Zahn, dem diese böse Polemik verziehen werden möge, da er mit jedem neuen Post das Ende dieses epischen AAR auf sich zu kommen sieht.
Es sei verziehen und ein Weilchen wird es ja auch noch dauern :)
Teddy Suhren hat geschrieben:Warum genau kehrt ihr schon wieder heim? Haben Wir da was überlesen?
Und natürlich: Sehr sehr gutes Update!
Natürlich haben wir noch nicht vor sofort die Heimreise anzutreten.
Wir haben immerhin noch ganze neun Aale in den Rohren (trotz unseres wüsten Verschleißes, wie der werte Zahn schon so schön bemerkte :D ) und auch mehr als ausreichend Brennstoff, um noch etwas auf eigene Faust zu wildern, jetzt, da wir, nach Abschluss unserer beiden Missionsziele, auf freie Jagd gehen können.

Fürs Erste beabsichtigen wir unser Jagdglück zwischen Schottland und den Äußeren Hebriden auszutesten. Ein Jagdrevier, das wir schon aus unserer zuvor gespielten Kampagne als erfolgversprechendes Operationsgebiet in Erinnerung haben. Wir rechnen uns in küstennäheren Gewässern deutlich höhere Erfolgsaussichten aus, als nochmal drei Wochen auf dem offenen Atlantik herumzudümpeln, in der Hoffnung, das uns noch ein weiterer Geleitzug über den Weg läuft.

Je nachdem, wie es bei diesem Abstecher läuft, werden wir kurzfristig entscheiden, ob und wie es weitergeht.
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von Richthofen
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Beitrag von von Richthofen »

Hat echt wieder Lust auf Silent Hunter gemacht! Klasse AAR. Hat der werte Sonic eigentlich Erfahrung mit Teil 5. Was so liest, ist meistens sehr schlecht.
Mit freundlichem Gruß
Manfred von Richthofen
Sonic

Beitrag von Sonic »

Werter von Richthofen,

wir sind einmal so frei und zitieren uns auszugsweise selbst.
[...]Unsereins ist der SH-Reihe schon seit SH II ein treuer Anhänger und auch wir mussten beobachten, dass die Reihe, insbesondere, was die jüngsten Teile angeht, unserer Meinung nach doch mehr und mehr mainstreamtauglicher und actionlastiger wurden, was zu Lasten der Simulationstiefe ging. Insbesondere der aktuelle fünfte Teil, der letztes Jahr erschien, schießt hier den Vogel ab. Wir hatten zwischenzeitlich die Möglichkeit besagten Teil etwas anzutesten und sind weiterhin wenig begeistert, was hier aus der SH-Reihe, die ihren Höhepunkt zweifellos mit dem dritten Teil erreicht hatte (nicht zuletzt durch die große Moddinggemeinde), gemacht wurde.
Wir behalten schon aus Interesse die Moddingszene regelmäßig im Blick und inzwischen gibt es einige interessante Modifikationen, die viel von dem, was in der Vanilla-Version verschlimmbessert wurde wieder in ein besseres Licht rücken.
Dennoch ist ein SH V derzeit noch kein Thema für uns. Nicht solange Ubisoft den Onlinezwang, während des Spielens mit dem Ubisoftserver verbunden zu sein, ja dort sogar seine Spielstände speichern zu müssen, nicht durch einen kommenden Patch entfernt, wie es teilweise schon bei anderen Spielen nachträglich der Fall war.
Tritt dieser Fall irgendwann ein, könnte auch ein SH V AAR, natürlich mit entsprechenden Modifikationen, die das ganze erst spielbar machen, ein überdenkenswertes Thema werden.[...]
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Teutates
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Beitrag von Teutates »

Da kann ich dem werten Sonic nur beipflichten ....
eine schande :o
"Ein Mann der sein Wort nicht hält, ... das isn Kackvogel." - Tony Montana
Sonic

Beitrag von Sonic »

27.10.

Ein knapp 3600 Kilometer langer Rückmarsch steht der Besatzung von U-2503, unter dem Kommando von Kapitän zur See Paulsen bevor. Etwa acht Tage auf See.
Doch ganz ohne kleinen Umweg möchten wir die Rückkehr nach Bergen noch nicht antreten.
Mit 12 Knoten Marschfahrt hält das deutsche Boot nun auf Kurs Nordost auf die Küste Nordschottlands zu, wo wir zwischen schottischer Küstenlinie und den Äußeren Hebriden noch ein weiteres Mal unser Jagdglück herausfordern wollen.

In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober schlägt schließlich auch das Wetter merklich um.
Empfindlich kalt war es schon in den letzten Wochen geworden und nun kam auch noch Regen dazu. Shietwetter, hatte Leutnant Weber geschimpft, doch ich freute mich über das so typische waschküchenartige Wetter des Nordatlantik.

U-2503 bei Nacht...Sauwetter und einsetzender Starkregen
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Kalter Wind pfeift in unregelmäßigen Böen über das ungeschützte und den Gewalten der Natur schutzlos ausgelieferte Deck und den aufragenden Kommandoturm von U-2503 hinweg.
Der scharfe Wind lässt einen den kalten Regen wie Nadelstiche auf der Haut spüren. Mit jeder Minute an Deck wird es schlimmer. Die Gesichter der Männer sind rot vor Spritzwasser und schneidender Kälte. Das Ölzeug hilft nur bedingt. Die Feuchtigkeit findet immer irgendwie ihren Weg bis auf die Knochen.

Regen von oben, Regen von Links, Regen von Rechts, schimpft einer der wachhabenden Matrosen an diesem Morgen. Elendes Sauwetter. Ich bin froh, wenn wir gleich wieder in den Keller gehen. Frischluft hin oder her.

Wirst schon keine Schwimmhäute zwischen den Zehen ansetzen! Ist doch feinster, goldener Oktober, witzelt Leutnant Schulze, der gerade die Wachschicht auf der offenliegenden Kommandobrücke übernommen hat und dem das Wetter offenbar weniger auszumachen scheint, als mach anderem Wachgänger auf der Brücke.

Bei diesem Dreckswetter sehe ich keine fünfhundert Meter weit, Fernglas vor der Nase hin oder her, murrt der andere weiter, starrt jedoch trotz allem weiter eifrig auf den grauen und düsteren Horizont hinaus, der sich wie dichter Nebel rund um das Boot erstreckt.

In diesem Moment betrete ich ebenfalls den Kommandoturm und zwänge mich durch das offene Turmluk nach oben, um mir selbst ein Bild von der Lage zu machen und ein paar Augenblicke das Wetter zu genießen, das ich so liebe.

Dauerregen am Morgen
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”Bericht II.WO?”

Regen und Nebel...Regen und Nebel...und...ach ja...noch mehr Regen und Nebel, meldet Schulze gut gelaunt wie eh und je.

Blick vom Kommandoturm aus in Marschrichtung
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Eine neuerliche Windböe pfeift über den regengepeitschten, schutzlosen Kommandoturm und treibt mir den prasselnden Regen ins Gesicht. Schnell ziehe ich das wasserabweisende Ölzeug dichter an meinen Körper und die Sturmhaube tiefer ins Gesicht.
Ein paar Augenblicke noch genieße ich das wütende Treiben der Naturgewalten, bevor ich die nächsten Befehle erteile.

”Zeit wieder in den Keller zu gehen, II.WO! Das wird jetzt für eine ganze Weile unser letzter Ausflug zum frische Luftschnappen gewesen sein. Langsam aber sicher kommen wir zu dicht an die britischen Inseln heran. Wenn sich das Wetter wieder bessert wimmelt es hier wieder vor gegnerischen Aufklärern. Dann es heißt es für uns den Köpf brav unten halten. Also Männer...noch einmal tief einatmen. Wir gehen auf Tauchfahrt!”

Eilig wird die Brücke geräumt und das Boot tauchklar gemacht.
Zwar herrscht diesmal kein Alarmzustand, dennoch geht alles in gewohnter, rascher und eingespielter Manier.
Jeder Handgriff, jede Bewegung sitz. Hundert- und tausendfach trainiert während Übungen und im echten Kampfeinsatz.

U-2503 taucht ab
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Als letzter verlasse ich die Brücke, ziehe das schwere Turmluk hinter mir zu und verriegle es wasserdicht.
Noch während ich in einem Satz die steile Turmleiter heruntergerutscht komme, gebe ich bereits eilig die weiteren Befehle.

”I.WO...auf Sehrohrtiefe gehen...klar für Schnorcheleinsatz!”

Jawohl Herr Kapitän!


28.10.

Auch am dritten Tag infolge keine Wetterbesserung.
Während wir uns getaucht und unter Schnorcheleinsatz weiter nach Norden vorkämpfen, hält über unseren Köpfen der Dauerregen weiter an.
Seemeile für Seemeile kommen wir unserem neuen Jagdrevier näher.
Doch mit jeder Stunde die vergeht, wird es auch gefährlicher, je weiter wir uns der gut überwachten Küste der britischen Inseln nähern.
Schon bald sollte U-2503 die Gelegenheit bekommen, sich ein weiteres Mal zu bewähren und seine Fähigkeiten, nicht nur auf dem Reißbrett unter Beweis zu stellen.


Fortsetzung folgt...
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von Richthofen
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Beitrag von von Richthofen »

Danke für die Info! Habe mir schon gedacht das UBI den Karren vollens ganz an die Wand gefahren hat. Ich wünsche Euch trotzdem weiterhin gute Jagd!
Mit freundlichem Gruß
Manfred von Richthofen
Sonic

Beitrag von Sonic »

29.10.

Im Laufe der Nacht lässt das schlechte Wetter mit seinen starken Regenfällen allmählich nach, bis der Himmel zum frühen Morgen hin schließlich seine Pforten gänzlich schließt.
Um 06.00 Uhr Morgens befindet sich U-2503 unter dem Kommando von Kapitän Paulsen auf Position 8̊55' West zu 58̊21' Nord, rund 170 Seemeilen westlich von Stornoway.
Etwa gegen Mitternacht sollten wir unser neues, selbstgewähltes Jagdrevier erreichen.
Um nicht entdeckt zu werden, operieren wir weiterhin fast durchgehend getaucht unter Zuhilfenahme der Schnorchelanlage.
Sobald wir in den kommenden Stunden noch dichter an die Küste herankommen, werden wir tiefer abtauchen und vollständig auf die beiden E-Maschinen umschalten. Die neuartigen und in großer Stückzahl an Bord verbauten Akkumulatoren erlauben U-2503 auch getaucht ein schnelles Vorankommen und einen ausgedehnten Operationsradius unter Wasser. Erst im Schutze der Dunkelheit werden wir die Akkumulatoren wieder in Schnorchelfahrt über die Dieselmaschine laden.


30.10.

Um kurz vor 01.00 Uhr, in der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 1944, erreichen wir schließlich, wie geplant das Seegebiet zwischen der Nordwestküste Schottlands und der Inselgruppe der Äußeren Hebriden. Zwischen der Küste und den Inseln verläuft eine vielbefahrene Schifffahrts- und Konvoiroute durch die küstennahen, britisch kontrollierten Gewässer.

Wir haben unsere Position erreicht Herr Kapitän, meldet Leutnant Weber.

”Willkommen in “The Mich” oder auch dem Skotlandsfjord, wie es aus dem Altnorwegischen heißt. I.WO...setzen sie einen Suchkurs. Wir arbeiten uns von Nordwesten nach Südosten durch. Wir tauchen, jetzt im Schutze der Nacht kurz auf, um Radarpeilungen durchzuführen. Anschließend bleiben wir wieder getaucht und sehen, ob wir über die Horchgeräte etwas auffangen können. An die Arbeit!”

Zu Befehl Herr Kapitän! Klarmachen zum Auftauchen! Alle Mann auf Stationen...Deckwache antreten...auf Rotlicht schalten!

Radareinsatz...leider erfolglos...keine Echos
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Die Radarpeilungen bleiben erfolglos.
Nach gut 20 Minuten an der Wasseroberfläche ohne empfangbare Radarechos, breche ich die Suche ab und lasse das Boot wieder tauchen, um unser Glück mit dem Unterwasserhydrophon zu versuchen. Selbst in der vermeintlich schützenden Dunkelheit möchte ich mich ungern, so dicht vor der feindlichen Küste aufgetaucht zeigen, besteht doch so immer die Gefahr, dass uns ein Kriegsschiff oder einer der häufiger werdenden Nachtjäger anpeilt und auf die Idee kommt, zu überprüfen, wer oder was sich dort mitten in der Nacht herumtreibt.
Jetzt, in der schützenden Dunkelheit wieder mit Schnorcheleinsatz und mit arbeitenden Dieselmaschinen, kreuzen wir durch den nächtlichen Skotlandsfjord, auf der Suche nach lohnender Beute. Die Wasserstraße erstreckt sich über eine Länge von etwa 110 Kilometern und eine Breite zwischen 30 und 70 Kilometern. Ein überschaubares Jagdrevier, in dem es sich nur bedingt verstecken lässt. Doch dies gilt für beide Seiten, sowohl uns, als auch unsere erhoffte Beute.

Um 04.15 Uhr, etwa zwei Stunden bevor sich die Sonne langsam über den Horizont schiebt, passiert es dann endlich. Fast schon früher und schneller, als wir es uns eigentlich erhofft hatten.

Horchkontakt...
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Wir plotten die Bewegungen des Kontaktes mit, um Kurs und Geschwindigkeit des Zieles zu ermitteln. So ist es anschließend nur noch etwas Kopfrechnen, um Abfangkurs und Zeitpunkt zu errechnen.

Sonar an Kommandant...einzelner, schwacher Horchkontakt...Peilung 102 Grad...große Entfernung.

Sofort ist die gesamte Mannschaft hellwach.
Alle Ohren sind gespitzt. Gespanntes Lauschen auf jede Information und jeden Befehl. Auch die Männer, die gerade noch, erschöpft von ihrer Wache, in ihren Kojen schlummerten, sind auf einen Schlag putzmunter und gespannt.

Bei unserem Glück wahrscheinlich ein verdammter Zerstörer, flüstert der junge Matrose Pronold halb in der Koje liegen, halb auf dem Sprung zu seinem Nebenmann auf der anderen Seite des Ganges.

Er bekommt keine Antwort.
Die Männer um ihn herum schweigen und lauschen angestrengt auf das, was ein paar Meter weiter in der Zentrale und dem dahinter liegenden Horchraum passiert.

”Kriegsschiff oder Frachter?!”

Der Sonarmaat lässt sich Zeit mit der Antwort.
Er justiert noch einmal seine an der Bugunterseite des Bootes angebrachten Horchköpfe und lauscht angestrengt auf das schwache, nur für geübte Ohren wahrnehmbare Geräusch.

Frachter, Herr Kapitän! Einzelfahrer, wie es aussieht. Zumindest höre ich nur das eine Geräusch.

”Gute Ohren Junge, verdammt gute Ohren! Dranbleiben und weiter Kontakt halten.
I.WO...Kursänderung 100 Grad Backbord. Wir gehen auf Abfangkurs...den holen wir uns!”


Während wir ständig den Horchkontakt halten, nähern wir uns getaucht an unsere Beute an.
Minute für Minute kommen wir dem ausgemachten Schiff näher, ohne jedoch bereits im Detail zu wissen, mit wem wir es genau zu tun haben.
Nach etwa 45 Minuten auf Abfangkurs, liegen wir schließlich in aussichtsreicher Angriffsposition und warten nur noch darauf, dass der nichtsahnende Frachter, den wir erwarten, uns die letzten Meter von alleine vor die schussbereiten Bugrohre läuft.

In Angriffsposition...noch knapp 2000 Meter bis ideale Schussposition
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Das Schrauben- und Antriebsgeräusch des sich nähernden Schiffes ist inzwischen, auf diese kurze Distanz auch mit bloßen Ohren an Bord von U-2503 zu vernehmen. Auch ohne ausgebildete Horcher und Sonarspezialisten zu sein, sind die Männer an Bord doch lange genug dabei, um zu erkennen, dass wir es wirklich nur mit einem Frachter und nicht mit einem gefürchteten Zerstörer oder ähnlich schlimmen zu tun haben.

”Maschinen Kleine Fahrt...Sehrohr ausfahren!
Wird Zeit, dass wir uns mal ansehen, was wir dort oben denn genau haben.”


Blick durch das Sehrohr in die Nacht
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Langsam lasse ich das ausgefahrene Periskop kreisen.
Trotz Rotlicht in der Zentrale brauche ich ein paar Augenblicke, bis sich meine müden Augen an die vorherrschende Dunkelheit und Schwärze der Nacht, an der Wasseroberfläche gewöhnt haben und ich etwas erkenne.

”Hmm...da...da ist er ja. Ein dicker, fetter Frachter an Steuerbord querab.
Hält brav auf unseren Bug zu. I.WO...das Erkennungshandbuch...schnell!”


Eilig blättere ich in dem dicken Wälzer, in welchem die unterschiedlichsten Schiffe und Schiffstypen aus aller Herren Länder mit ihren wichtigsten Daten verzeichnet sind.
Eine Seite vor, zwei wieder zurück, dann habe ich ein passendes Gegenstück gefunden, obwohl es in der Dunkelheit nicht leicht ist, Details auf dem vermeintlichen Frachter auszumachen, welche die Identifizierung erleichtern. Doch je näher das Schiff uns kommt, desto mehr lässt sich erkennen.

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”Mhm...das muss unser Freund sein. Kommt dem, was da gerade vor uns herumschippert zumindest am nächsten. Norwegischer Handelfrachter...8.000 Tonner. Ein hübscher Brocken für den Anfang, was Männer?!”

Norwegischer Handelsfrachter...ein tiefstehender Mond spendet spärliches Licht
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Rege Betriebsamkeit an Bord
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An Bord des Norwegers herrscht indes, schon so früh am Morgen, es ist kurz nach 05.00 Uhr Morgens, rege Geschäftigkeit. Matrosen sind an Deck zugange und verrichten ihre tägliche, oft eintönige Routine an Bord eines Handelsschiffes. Noch niemand an Bord des Norwegers scheint zu ahnen, in welcher Gefahr Schiff und Besatzung, trotz der Nähe zu der vermeintlich sicheren britischen Küste wirklich schweben.
Die Würfel des Schicksals waren gefallen.


Fortsetzung folgt...
Sonic

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”Kommandant an Torpedoraum!
Rohr 1 und 2 bewässern und klar zum Unterwasserschuss. Dem dicken Brocken verpassen wir von Anfang an zwei Aale.”


Keine halbe Minute später kommt die Bereitschaftsmeldung aus dem Torpedoraum.

Rohr 1 und 2 bereit!

”Mündungsklappen öffnen!”

Frachter nähert sich...bewegt sich in optimale Schussposition
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Ein paar Augenblicke warte ich noch ab.
Mit jeder vergehenden Sekunde, schiebt sich der Norweger dichter an uns heran.

”ACHTUNG...Schusslösung...Doppelschuss Rohr 1 und 2!
Entfernung 1200 Meter...Gegnerfahrt 9 Knoten...Lage 094 Backbordbug...Torpedogeschwindigkeit 44 Knoten...Lauftiefe 8,0 Meter...Streuung 0.5...

...Rohr 1 und 2...LOS!”


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Aal ist im Wasser!

Mit Höchstgeschwindigkeit jagen die beiden losgelassenen Aale auf die offen dargebotene und schutzlose Breitseite des norwegischen 8.000 Tonners zu. Knapp 23 Meter legen unsere Torpedos pro Sekunde auf ihrem Weg zum Ziel zurück. Im Schutze der Dunkelheit ist es fast ein der Ding der Unmöglichkeit für die gegnerische Besatzung, die verräterische Blasenspur, welche unsere schnellen und zuverlässigen, dampfgasgetriebenen T I (G7a) an der Wasseroberfläche hinterlassen, rechtzeitig zu erkennen und ein erfolgreiches Ausweichmanöver einzuleiten.

53 Sekunden ab Abschuss bis Einschlag, hat Leutnant Lange, der LI die Laufzeit errechnet und stoppt wie gewohnt die verstrichenen Sekunden mit.

Gespanntes und nervöses Warten auf das vertraute, dumpfe Grollen, wenn die 7 Meter langen und gut 1,5 Tonnen schweren Geschosse einschlagen und detonieren und mit der Wucht ihres 280 Kilo Sprengkopfes den stählernen Rumpf des Gegners aufknacken, wie eine überreife Melone. Es herrscht fast absolute Stille an Bord. Keine Befehle werden mehr gegeben, es ist alles getan. Nun können wir nur noch warten...53 lange Sekunden lang.
Der Atem der Männer geht stoßweise.
Nur die leisen, monotonen Ansagen Leutnant Langes, stören die gespannte Ruhe.

Einschlag in zwanzig Sekunden...zehn Sekunden...

Ich wische mir noch einmal mit dem Handrücken über die verschwitzte Stirn, dann klemme ich mich wieder hinter die Zieloptik des ausgefahrenen Sehrohr, um zu beobachten, was geschieht. Den etwa 1000 Meter vor uns vorbeiziehenden Frachter lasse ich dabei keinen Augenblick aus den Augen.

3...2...1...Einschlag

Treffer...Nummer 1 sitzt
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ERWISCHT...ein Volltreffer, jubelt Leutnant Lange, als das Grollen der Detonation schon für alle Mann an Bord von U-2503 zu vernehmen ist.

Nummer 2 im Anmarsch
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Nur Sekunden später erreicht auch der versetzt gefeuerte zweite Torpedos sein Ziel mit tödlicher Präzision...EINSCHLAG...TREFFER!

Zweiter Treffer...etwas weiter an Achtern
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Zwei direkte Torpedotreffer, beide mittschiffs platziert, haben dem Norweger unterhalb der Wasserlinie den stählernen Rumpf aufgerissen. Kaltes Atlantikwasser schießt mit hohem Druck durch die Lecks im Schiffsrumpf ein flutet Laderäume und einzelne Abteilungen.
Offenbar hat auch der Maschinenraum oder die Kesselanlage etwas abbekommen, verliert der Frachter nach den beiden Treffern doch rapide an Fahrt, bis das Schiff nur noch in der ruhigen, nächtlichen See treibt. Der Norweger ist manövrierunfähig.

Blick durch das Sehrohr auf den treibenden Frachter
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Doch trotz zweier Treffer, zeigt sich der widerspenstige norwegische Frachter zäher, als zuerst erwartet.
Nach und nach sackt das torpedierte 8.000 Tonnen Schiff zwar gleichmäßig ab und liegt bereits nach wenigen Minuten merklich tiefer im Wasser, doch dann stabilisiert es sich und scheint partout nicht weiter sinken zu wollen.
Die Minuten verstreichen, doch nichts passiert.
Ich behalte den Frachter ständig im Blick.

Der Norweger liegt bereits tief im Wasser
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Doch so einfach wollte es uns Fortuna wohl dann doch nicht machen.


Fortsetzung folgt...
Sonic

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”Die Mannschaft unseres Wikingers muss wohl irgendwie die Wassereinbrüche gestoppt und die betroffenen Bereiche abgeschottet bekommen haben. Jetzt treibt der sterbende Kahn noch auf eingeschlossenen Luftblasen, die ihn über Wasser halten.”

Mit vermutlich abgesoffenem Maschinenraum geht’s für ihn aber nirgendwo mehr hin, stellt Leutnant Schulze grinsend fest.

FUNKRAUM AN KOMMANDANT...Gegner funkt “SSS”...”SSS”...werde von deutschem U-Boot angegriffen...gibt Position und Name durch...”SSS”...”Norge Freighter “Hammerstad”...Position 5̊ 35' 30'’ W to 58̊ 16' 09'’ N...Gegner funkt weiter...

”VERDAMMT...VERDAMMT! Hoffen wohl darauf, dass jemand ihre Notrufe auffängt, mit denen sie gerade den größten Rabatz im Äther veranstalten und sie in ein paar Stunden, wenn es hell wird in Schlepp nehmen kann. Die Küste ist ja nur einen Katzensprung entfernt.”

Eigentlich wäre der angeschlagene Norweger nun ein ideales Ziel, um dem Schiff mit ein paar gezielten Salven aus einem Deckgeschütz den Gnadenstoß zu verpassen. Doch U-2503 ist nicht mehr, mit dergleichen ausgerüstet, was ich in diesem Moment sehr bedauere. Den Gedanken, die beiden 20mm Flaktürme dafür einzusetzen verwerfe ich schnell. Bei einem Schiff dieser Größe, auch wenn es angeschlagen ist, dauert das zu lange.
Dennoch muss der sture und zähe Norweger nun schleunigst auf den Grund geschickt werden, schon alleine deswegen, um seinen, um Hilfe rufenden und vor uns warnenden Funkverkehr zum Schweigen zu bringen.

”KLAR FÜR FANGSCHUSS...Rohr 3 klarmachen!”

Langsam und vorsichtig manövriere ich U-2503 etwas dichter heran und korrigiere die Schussposition zum inzwischen etwas abgetriebenen Frachter, um einen sicheren Treffer zu gewährleisten.
Einmal wieder in Position gebracht, ist der manövrierunfähige und antriebslose Norweger ein leichtes und wehrloses Ziel. Doch der funkende Frachter muss schleunigst zum Schweigen gebracht werden.

Ziel wird anvisiert
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U-2503 getaucht in Schussposition...im Hintergrund quer zum Boot liegend, der torpedierte und nur noch treibende norwegische Frachter “Hammerstad”
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”Rohr 3...LOS!”

Zischend wird der bereits dritte Torpedo aus einem der Bugrohre abgefeuert und auf die kurze Reise geschickt.
Aus nur noch knapp 500 Metern Schussentfernung, ist vorbeischießen fast unmöglich.
Unser Torpedo muss eigentlich nur noch stur geradeauslaufen.

Torpedoabschuss
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Kaum zwanzig Sekunden später erschüttert eine weitere, wuchtige Detonation den Rumpf des norwegischen Frachters.
Ein dritter Torpedo lässt das gesamte Schiff erzittern.
Und dieser dritte Treffer bricht der ”Hammerstad” nun endgültig das Genick, 30 Minuten nach dem ersten Angriff. Spät, aber immerhin.

Der Fangschuss sitzt...
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Der zähe Norweger sinkt
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Durch das Sehrohr hindurch beobachte ich den Treffer und verfolge anschließend das erst langsame, dann immer raschere Wegsacken der ”Hammerstad”.
Mehr für mich selbst, als für den Rest der umstehenden Besatzung murmle ich leise vor mich hin.

”Da geht sie hin. Einer mehr auf unserer ach so glorreichen Liste von ruhmreichen Taten. Einen verdammten Dreck ist das alles wert...

...SEHROHR EINFAHREN!
Kursänderung auf 180 Grad...beide E-Maschinen AK!
Machen wir, dass wir hier wegkommen. Nach der wilden Funkerei wird hier der Teufel los sein, sobald es hell wird.”


Jawohl Herr Kapitän! Neuer Kurs 180.

Während wir eilig abdrehen und uns im Aufkommenden Morgengrauen rasch entfernen, erfüllt sich in unserem Rücken das Schicksal der norwegischen ”Hammerstad”.

Das Ende
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Unterwasseransicht
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Es ist 05.54 Uhr, als Funkmaat Petersen erschöpft seine Kopfhörer abnimmt und sich die schmerzenden Ohrmuscheln reibt. Bis zum letzten Moment hatte er die unverschlüsselten Hilferufe des Frachters verfolgt. Nun sieht er müde zu mir herüber und schüttelt erschöpft mit dem Kopf...Schweigen.

Keine Notsignale mehr Herr Kapitän. Gegner funkt nicht mehr, meldet er dann doch noch leise, ja fast traurig.

”Arme, tapfere Schweine. Haben gefunkt bis zum bitteren Ende.
Warum haben sie sich nicht aus dem Staub gemacht nach den ersten Treffern? Hatten Zeit genug...DAMN IDIOTS...VERDAMMTE IDIOTEN!”


Um 05.54 Uhr sinkt der 8.925 BRT große, norwegische Handelsfrachter ”Hammerstad”, nach insgesamt drei Torpedotreffern, ca. 50 Seemeilen östlich von Stornowy.
Versenkt durch Fangschuss! Ein weiteres Wrack ziert den dunklen Meeresboden in den kalten Fluten des Nordatlantik.

Das Wrack der ”Hammerstad” in ca. 70 Metern Wassertiefe, auf dem Grund des “Skotlandfjords”
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Mit Höchstgeschwindigkeit lasse ich nun abdrehen, um den Versenkungsort möglichst schnell hinter uns zu lassen und noch tiefer in die breite Wasserstraße zwischen der schottischen Küste und der Inselgruppe der Äußeren Hebriden vorzustoßen.


Fortsetzung folgt...
Sonic

Beitrag von Sonic »

31.10.

Nach der erfolgreichen, wenn auch langwierigen Versenkung des norwegischen 8.000 Tonnen Frachter ”Hammerstad” am Tag zuvor und der heftigen Funkerei des Gegners, habe ich mich dazu entschlossen, weiter nach Süden zu verlegen, und tiefer in “Skotlandsfjord” vorzustoßen, da unsere Anwesenheit unsere bisherige Jagdposition am nördlichen Ende der Wasserstraße nun zu unsicher werden dürfte, nachdem sich die Ereignisse der letzten Stunden herumgesprochen haben.

Das ist jetzt heute schon der vierte und wir haben noch nicht mal Mittag, poltert einer Maate los, zum wiederholten Male an diesem Tag der Befehl zum tieferen Abtauchen und beenden der Schnorchelfahrt erteilt wird. Wir müssen dem dicken Churchill ja ganz besonders ans Herz gewachsen sein, dass er uns heute wieder so viel Aufmerksamkeit schenkt.

Ob das ganze wirklich uns gilt? Immerhin haben wir ja praktisch jeden Tag was auf dem Kurzwellensender, fragt ein jüngerer Matrose, mit spärlichem Bartwuchs zurück.

Döskopp...glaub was du willst!
Gestern einen dicken Frachter vor ihrer Hintertür versenkt und heute dieser Bohei da oben.
Glaub mir mal Kleiner...das gilt uns!


Den gesamten Tag über bleibt U-2503 auf Tauchfahrt.
Die meiste Zeit über laufen wir in etwa 50 Metern Wassertiefe nur mit E-Maschine.
Auch ohne Schnorcheleinsatz können wir mit einer vollen Batterieladung bei einer Unterwasserfahrt von 5 Knoten, bis zu drei Tage ununterbrochen operieren. Möglichkeiten, von denen wir auf früheren Booten nur träumen konnten.
Bis zum Einbruch der Nacht hinein bleiben wir getaucht.
Erst im Schutze der einsetzenden Dunkelheit lasse ich das Boot für wenige Minuten auftauchen, um bei dieser Gelegenheit auch gleich die üblich gewordenen Radarpeilungen vorzunehmen, solange wir uns an der Wasseroberfläche aufhalten.

Nächtliches Auftauchen für Radarpeilungen...Vollmond spendet gespenstisches Licht
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Die Radarpeilungen verlaufen ohne Ergebnis.
Wir können in der Umgebung nichts auffangen, was auf weitere Beute hinweist.
Als am nächsten Morgen die Nacht langsam dem Tag weicht, ist U-2503 längst wieder auf sichere Tiefe abgetaucht, um an südlichen Ausgang des “Skotlandfjords” auf potentielle Beutejagd zu gehen.

08.27 Uhr...am Morgen des 31. Oktober 1944 in den südlichen Ausläufern des “Skotlandsfjords”.

Sonar an Kommandant! Ich glaube ich habe da etwas. Nicht viel, aber es könnte ein schwaches Schraubengeräusch an Steuerbord achteraus sein. Die Entfernung ist noch zu groß, um genaueres zu sagen.

Ein kurzer Blickwechsel mit Leutnant Weber, meinem alten Jugendfreund und I.WO.
Er weiß bereits genau, wie meine nächsten Befehle lauten. Wir kennen einander nach all den gemeinsamen Jahren der Ausbildung und des gemeinsamen Dienstes zu gut, als noch vom anderen überrascht zu werden.

”I.WO...wir gehen auf Abfangkurs und sehen mal, was für einen Zossen wir da haben.
Beide Maschinen AK voraus!”


Jawohl Herr Kapitän! Steuermann...neuer Kurs 130 Grad. Beide AK!

Kurs 130 liegt an!

Mit Höchstgeschwindigkeit von zeitweise 18 Knoten Unterwasserfahrt laufen wir dem gemeldeten Horchkontakt entgegen. Dabei beobachten wir über das Hydrophon durchgehend die Peilung des Kontaktes zu uns und erhalten dadurch ein recht genaues Bild über seinen Kursverlauf und Geschwindigkeit des Schiffes.
Nach etwa einer halben Stunde, sind wir dicht genug, um unser Ziel auch auf Sicht ausmachen zu können.

”Sehrohr ausfahren...los hoch mit dem Spargel!
Wollen wir doch mal sehen, was wir da haben, was Männer?!”


Sichtkontakt
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Vergrößerungsoptik
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Und Willhelm, fragt mein alter Freund neugierig und nervös zugleich.

”Mhm...ein Tommy...Frachter...Entfernung etwa 800 Meter. Scheint mir auf den ersten Blick sogar unbewaffnet. Ist ja eine richtige Seltenheit sowas heutzutage.
Hmm...Erkennungshandbuch!”


Rasch blättere ich in den zahlreichen Seiten des dicken Wälzers, der die gängigsten Schiffstypen auf den Weltmeeren in Silhouettenansicht und mit ihren wesentlichen Konstruktionsmerkmalen abbildet nach einem passenden Gegenstück. Doch die Sicht an diesem Morgen ist gut, die See ist ruhig und das Ziel in guter Lage zu uns, so dass ich viele Details erkennen, kann welche das identifizieren des Schiffes bzw. des Typs deutlich erleichtern.

”Das ist er! Brückenaufbauten mittig, ein Schornstein, zwei Ladekräne, je einer auf Vor- und Achterschiff, Kranausleger zwischen Schornstein und Brücke, gerader Steven...Hog Island Frachter...rund 4.000 Tonnen...zwei Aale sollten reichen...

...Rohr 1 und 2 bewässern...Mündungsklappen öffnen...

Schusslösung...Entfernung 750 Meter...Gegnerfahrt 9 Knoten...Lage 109...Torpedogeschwindigkeit 44 Knoten...Lauftiefe 4.0 Meter...Streuung 1.0...

...Rohr 1 und 2...LOS!”


Torpedos los...Doppelschuss auf den Briten
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Mit Höchstgeschwindigkeit jagen die beiden scharfen Torpedos auf ihr Ziel zu.
Nur 35 Sekunden Laufzeit vom Abschuss, bis zum vorausberechneten Einschlag.
Die Besatzung auf der Brücke des langsamen und schwerfälligen Frachters hat auf solch kurze Distanz kaum eine Chance noch erfolgreich abzudrehen, selbst wenn sie die anlaufenden Aale anhand ihrer verräterischen Blasenspur, welche die dampfgasgetriebenen T I (G7a), an der Wasseroberfläche hinterlassen.

Britischer Hog Island Frachter
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Fortsetzung folgt...
Sonic

Beitrag von Sonic »

Nur Sekunden vor dem erwarteten Einschlag dreht der Frachter plötzlich ab.
Alarmsirenen heulen auf. An Deck des Engländers bricht Chaos aus.
Matrosen laufen wild durcheinander, fuchteln wild gestikulierend mit ihren Armen in unsere Richtung.
Auf der Brücke reißt der Rudergänger das Steuer herum...RUDER HART STEUERBORD...VOLL VORAUS!

ZU SPÄT!

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Sekunden später erschüttert eine erste Detonation den stählernen Rumpf des schwerfälligen Briten, mittig, auf Höhe des Schornsteins und der Brückenaufbauten.
Warten auf den zweiten Einschlag...doch dieser bleibt aus.
Der zweite Torpedo geht nicht hoch...BLINDGÄNGER!

Nummer zwei...zehn Sekunden drüber, meldet Leutnant Lange und steckt seine Uhr, mit welcher er die Laufzeiten der abgefeuerten Torpedos misst wieder weg.
Da kommt nichts mehr nach.


Ein ca. 8 mal 4 Meter großes Leck wurde in den Backbordrumpf des Briten gerissen
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Durch die Sichtoptik des Sehrohrs behalte ich den torpedierten und rasch Wasser aufnehmenden Frachter im Blick.
Flammenzungen schlagen empor und lecken an den Deckaufbauten.
Die auflodernden Brände an Deck des Briten breiten sich schnell aus.

Der Frachter macht nur noch langsame Fahrt, während er sich brennend zu entfernen versucht
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”I.WO...Kursänderung! Wende 60 Grad Backbord...Halbe Kraft voraus. Wir bleiben direkt dran und bringen uns nochmal in Position. Fangschuss, falls er nicht direkt absäuft.”

Je schneller desto besser, Herr Kapitän.
Ich hab da ein ganz ungutes Gefühl, meint auch Leutnant Weber.


Noch einmal so ein Theater, wie zwei Nächte zuvor möchte ist diesmal nicht erleben.
Das brennende Schiff und die Rauchsäule, die mittlerweile dunkel und schwarz in den morgendlichen Himmel steigt, ist über viele Seemeilen weit zu sehen und schreit geradezu danach, neugierige Blicke auf sich zu ziehen. Der brennende Frachter muss schnell unter Wasser gedrückt werden, bevor sein weithin sichtbarer Todeskampf ernste Schwierigkeiten anlockt.
Doch unsere unguten Vermutungen sollten sich schneller bewahrheiten, als jeder an Bord von U-2503 geahnt hatte.

”Rohr 6 klarmachen für..."

RUMMMMS!!!

Ein gewaltiger Lärm übertönt mit einem Schlag jedes Wort an Bord.
Sekundenbruchteile später erfasst eine Druckwelle U-2503 und lässt den Stahlrumpf erzittern.
Das Erbeben des Bootes kommt so plötzlich und aus dem Nichts, so dass niemand darauf vorbereitet war. Obwohl nicht wirklich stark, da offenbar etwas weiter entfernt, reißt es mehr als nur einen Mann unsanft von den Beinen.

”WAS ZUM...?!"

SCHEISSE!

Fliegerangriff...etwa zwei Bootslängen an Steuerbord klatschen mehrere Fliegerbomben zwischen uns und den brennenden britischen Frachter in die ruhige See
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FLIEGERALARM, brüllt Leutnant Schulze!

”SEHROHR EINFAHREN...SCHNORCHEL RUNTER...AUF TIEFE GEHEN...60 METER...LOS...SCHNELL...SCHNELL...!!!

Petersen...was zum Teufel nochmal war da eben los?!”


Der Funkmaat zuckt zusammen und zeigt sich ratlos.
Auch Petersen kann sich nicht erklären, wie der unbekannte Feind so ohne weiteres an uns herankommen konnte. Unser Radarwarner, auch wenn seine Reichweite auf Sehrohrtiefe sehr begrenzt ist, hatte sich bislang auch im Schnorchelbetrieb als sehr zuverlässig erwiesen.
Und jetzt...ein Totalausfall.

Keine Ahnung Herr Kapitän. Kein Mucks über den Kurzwellenempfänger.
Das FuMB ist tot...kein Ausschlag, meldet der Funker.


”Hatten ihr Radar vielleicht ausgeschaltet oder gar keins an Bord...VERFLUCHT!”

Wozu auch, bringt Leutnant Schulze meinen Gedankengang nun selbst zu Wort, während er sich wieder aufrappelt und die schmerzenden Glieder streckt.
Das Freudenfeuer, das wir da oben angesteckt haben, ist ja der ideale Wegweiser. Radar aus und Anflug auf Sicht...die Jungs von der Royal Air Force und dem Coastal Command haben ganz schön dazugelernt.


Der brennende Frachter ist nun nicht mehr interessant.
Wir überlassen ihn seinem Schicksal und hoffen, dass er noch sinken möge.
Jetzt zählt nur noch, hier schnell zu verschwinden, bevor noch mehr Verstärkung zu Luft und auf See die Jagd auf uns eröffnet. Eines ist nach diesen Ereignissen klar.
Unsere Jagd im engen “Skotlandsfjord” hat sich spätestens jetzt erledigt.

U-2503 bleibt auf sicherer Tiefe und dreht rasch ab
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”Wir verschwinden I.WO...unser kleiner Jagdausflug im Norden Schottlands wird wegen plötzlich aufziehendem schlechten Wetter abgeblasen. Es hagelt Bomben und Granaten und die liebe englische Verwandtschaft hat weitere “Höflichkeitsbesuche” angekündigt. Neuer Kurs 210 Grad...beide E-Maschinen AK für zwei Stunden...dann zurück auf Marschfahrt. Wir bleiben getaucht...kein Schnorchel. In ein paar Stunden sind wir weit weg und dann können sie mich alle verdammt nochmal gern haben!”

Während sich U-2503 unter Wasser, in sicherer Tiefe rasch entfernt und Seemeile um Seemeile zwischen sich und den Ort der letzten Ereignisse bringt, erfüllt sich in unserem Rücken das Schicksal des torpedierten britischen Frachters.
Der eine Treffer sollte sich als ausreichend erweisen.
Erst langsam, dann immer schneller versinkt das brennende Frachtschiff, samt seiner Ladung in den Fluten.

Gleichmäßig sackt der Brite weg...erste Wellen schlagen über das Hauptdeck
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Über den Bug geht es dem Ende entgegen
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Die Brände und der aufsteigende Qualm, die vom Todeskampf unseres letzten Opfers zeugen, sind noch in vielen Seemeilen Entfernung zu erkennen und auszumachen
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Um 09.41 Uhr, dreißig Minuten nach dem ersten und einzigen Torpedotreffer, sinkt der 4.259 BRT große, britische Hog Island Frachter “British Wanderer”, ca. 50 Seemeilen nordwestlich der schottischen Ortschaft Kyle of Lochalsh mit der gesamten Fracht.


Fortsetzung folgt...
Iche_Bins
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Beitrag von Iche_Bins »

Das war ja bisher eine sehr erfolgreiche fahrt, auch wenn die dicksten Brocken überlebt haben. Jetzt heißt es nur noch mit heiler Haut davon kommen.
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