Wir wollen uns nun doch über unseren ersten AAR in diesen edlen Hallen wagen... - es war bereits lange ein Wunsch von uns, jedoch fanden wir nie genügend Zeit um uns wirklich in ein Projekt zu vertiefen – und wir wollen nun wirklich nicht ein „halbherziges“ Opus ins Leben rufen.... - da eine lange angebotene Hilfe bei einem anderen AAR anscheinend nicht benötigt wird, glauben wir uns nun voll und ganz diesem Spiel widmen zu können! - Natürlich war der grandiose AAR des werten Stoertebekers Anlass dieses Spiel wieder auszupacken – wir wollen uns auf diesem Weg für die Inspiration bedanken (wir haben deswegen nicht einen Rise of Prussia gestartet, obwohl dieses neue Spiel doch einige zusätzliche Optionen bietet, die in Napoleon's Campaigns noch fehlen).
Was ist der Plan für diesen AAR? - Nun – der Plan ist wie folgt: (und wie alle Regenten dieser edlen Hallen sicherlich wissen: jeder Plan ist hinfällig sobald es zum ersten Feindkontakt kommt
a) detaillierte Darstellung der insgesamt 35 Spielzüge dieses 1809 Szenarios – man bedenke, dass wir bei Weitem kein Experte dieses Spieles sind, und deshalb vermutlich glorreich untergehen und nicht erst in Znaim sondern vermutlich bereits in Regensburg kapitulieren werden müssen
b) die Erzählung von 2 oder 3 Persönlichkeiten des Krieges, um, hoffentlich, unterhaltsame Zwischengeschichten zu den „trockenen“ Geschehnissen des Krieges zu liefern.
c) begleitende Fakten oder, ebenfalls hoffentlich, interessante Geschichten zu den Ereignissen von 1809 (und obwohl der Autor dieses AARs aus dem schönen Tirol stammt, werden wir auf die patriotischen Aufstände unter Andreas Hofer nicht zu detailliert eingehen!
d) regelmäßige Updates: nun, wir werden unser Bestes geben, aber durch die vielen Dinge die wir geplant haben, werden Updates doch immer einige Zeit in Anspruch nehmen – und mit nur 35 Zügen müssen wir ja auch nicht sonderlichen Stress an den Tag legen
Aber wie war es soweit gekommen? (wollen wir doch den Historikern etwas freien Lauf lassen – in wie weit dies zu dieser Zeit nun wirklich bekannt war, wollen wir dahin gestellt lassen)
um die wichtigsten Dinge zusammenzufassen: Mack, Training, Organisation, Unbeweglichkeit, unabhängiges Kommando, Direktiven und überholte Richtlinien.... usw... - die Liste geht weiter – nur ein kurzes Beispiel, welches vermutlich die Lage der österreichischen Armee am Besten zusammenfasst:
während die französische Armee im Camp de Boulogne am Tag 3-5 Schuss pro Mann im Training abfeuerte, um Ladezeiten zu minimieren und den einzelnen Soldaten an den Lärm, den Rauch und das Chaos auf dem Schlachtfeld zu gewöhnen, so durfte der österreichische Soldate pro JAHR 10 Schuss, wenn überhaupt, abfeuern, ansonsten jedoch nur mit dem Bajonett üben....
Das Bajonett: die wohl „ehrenvollste“ Art des einfachen Soldaten den Feind zu attackieren – leider erst wirksam, wenn man erfolgreich und geschlossen an den Feind gekommen ist!
Diese Dinge mussten also geändert werden: als erstes brauchte man einen fähigen General der die Armeen Österreichs im Felde kommandieren würde! Wieso waren die französischen Generäle den unseren Überlegen? Es war dem Kriegsrat unerklärlich, war doch Maréchal Lannes ein einfacher Grenadier, der während der französischen Revolution in den Pyrenäen gekämpft hatte, Maréchal Murat war ein no-name aus Zentralfrankreich, und trotzdem der wohl bekannteste Kavalleriegeneral seiner Zeit, und es gab noch viele andere solcher Beispiele
– in Österreich würde es so etwas jedoch sicher nicht geben! - Nur Adelige, mit langjähriger Ausbildung in der Kunst des Krieges würden unsere Truppen kommandieren! - deshalb wurde niemand geringerem als dem Bruder des Kaisers, Erzherzog Karl, das Oberkommando über die österreichischen Truppen im Feld übertragen.

Wieso war dieser korsische Usurpator auf den Namen „Grande Armée“ gekommen? Was hatte dieses Heer vollbracht, sodass es schon fast als „unbesiegbar“ galt?
Fassen wir kurz die Siege und Erfolge der letzten Jahre zusammen:
Durch die unvergesslichen Erfolge von Lodi, Arcole, Aboukir (zu Lande natürlich
- Konnte sich der Kriegsrat an gewissen Erfolgen gegen die Franzosen orientieren, um die Taktik und Strategie der kaiserlichen Armee zu verbessern, bzw. der französischen anzupassen?
Dem Autor kommen 3 Schlachten in den Sinn: Marengo, Auerstädt und Eylau – natürlich ist uns bewusst, dass viele Gründe zu den Veränderungen der österreichischen Armee 1807/8 geführt haben – trotzdem kann man auch gewisse Tendenzen durch genaueres Studium dieser Schlachten erkennen – deshalb wollen wir als Vorspann zum eigentlichen Feldzug 1809 (natürlich gespielt von österreichischer Seite) nun kurz diese 3 Schlachten besprechen:

Zusammenfassung: trotz aller Befehle war Desaix „dem Kanonendonner“ entgegen marschiert und erschien gerade rechtzeitig um Napoléon genügend Truppen zu geben, um den erschöpften österreichischen Verfolgern entgegenzusetzen und sie schlussendlich zurückzuwerfen.
Nichtsdestotrotz rannten die Preußen stundenlang gegen die Karrees der Infanterie, die bestens positionierten Kanonen oder die immer standhaften Bataillone der Linieninfanterie an.
Gegen Ende der Schlacht bewies auch die französische leichte Infanterie ihre Überlegenheit gegen die starren Reihen der stolzen preußischen Garde, die sich deploiert hatte um den Rückzug der restlichen Armee zu decken. Als man die preußischen Grenadiere in einem bewaldeten Hügel in Schlachtformation entdeckte, lösten sich die beiden führenden Bataillone der französischen Infanterie in Plänkelformation auf und begannen die Linien, gedeckt hinter Bäumen, mit Zweimann -Teams unter Feuer zu nehmen. Während die Verluste auf preußischer Seite horrend waren, konnten die konzentrierten Salven der Garde den einzelnen französischen Soldaten nichts anhaben.
Trotzdem war Auerstädt auch auf französischer Seite ein Versagen – denn Maréchal Bernadotte versäumte es dem 3. Korps zu Hilfe zu eilen – nicht weil er nichts von der Schlacht wusste, sondern weil er persönliche Differenzen mit Davout hatte.
Die Schlussfolgerungen die man aus diesen „knappen“ Siegen ziehen konnte:
1) die Überlegenheit der unabhängigen Kommandostrukturen bei den Franzosen, sowie die Überlegenheit der einzelnen Kommandanten an sich.
2) Die Vorteile der Plänkelformation wenn im richtigen Terrain eingesetzt
3) Massierte Kavallerie kann einen schlachtentscheidenden Schlag austeilen
deshalb musste das kaiserliche Heer Österreichs grundlegend reformiert werden – welches zu
führte:
1) Einführung der Korpsstruktur (österreichisch: Kolonne/Colonne) – man versuchte die unabhängige Kommandostruktur der Franzosen zu imitieren, um aus jeder Colonne eine Armee in sich zu machen, die über alle drei Waffengattungen verfügte: Infanterie, Kavallerie und Artillerie – des weiteren konnte durch diese dauerhaft bestehende Struktur (es wurde auch eine OOB für Friedenszeiten festgelegt) eine schnellere Mobilmachung gewährleistet werden.
2) Einführung der „legère“ - es wurde die leichte Infanterie, die in Plänkelformation z.B den Preußen immense Verluste zugefügt hatte (Auerstädt – preußische Garde), auch in der österr. Armee eingeführt – Problem war, dass von nun an EIN leichtes Infanterieregiment (entw. Grenzer oder Jäger) für den Schutzschirm der gesamten Division/oft sogar der ganzen Colonne zuständig war – ein Albtraum für Kommando und Kontrolle der einzelnen Kompanien dieses Regiments und der Koordination mit der nächst höheren Befehlsstelle!
3) Erstellen einer Armeereserve: 2 Elite-Grenadierkompanien von jedem Regiment wurden in unabhängige Brigaden zusammengefasst und danach in 2 Grenadierdivisionen eingeteilt – sie stellten die Armeereserve – zusammen mit der schweren Kavallerie formierten diese Divisionen die Reservecolonne unter FML Fürst von Liechtenstein.
4) Man organisierte ein System, um den erdrückenden Mangel an Pferden für die Kavallerie zu bereinigen.
5) Aufstellen einer Miliz/Landwehr – um den „Schutz des Landes“ zu gewährleisten
6) Auflösung der Bataillons/Regimentsartillerie und die Zusammenfassung dieser Geschütze in Brigaden/Divisionsbatterien (je nach Kaliber) – nur Grenzerbataillone behielten 2 leichte Geschütze. Grund für diese Veränderung war das Erkennen des großen Erfolges der französischen „große Batterien“, die oft entscheidende Feuerüberlegenheit auf dem Schlachtfeld gewährleisteten. - Mehrere schwere Positionsbatterien (12pfd) wurden zu einer Artilleriereserve zusammengefasst (auf Korps und auf Armeeebene)
7) Zahlreiche neue Infanterietaktiken wurden eingeführt, wie die „Masse“ - das österreichische Karree nur ohne freien Raum im Zentrum – sowie neue leichte Infanterieformationen
8) Wir wollen nicht im Detail auf die Reformen der Kavallerie eingehen, da dies zuviel „Text“ in Anspruch nehmen würde – wenn Fragen auftauchen sollten – geben wir gerne Antwort! - Zusammenfassend wäre zu sagen, dass die noble und auch berühmte österreichische Kavallerie ein Relikt aus der Zeit Maria-Theresias war – sie war weder trainiert in großen Formationen zu manövrieren, noch war sie auf Kavallerieaufgaben konzentriert (Dragoner wurden oft als leichte Infanterie eingesetzt etc.) – des Weiteren war z.B. der österr. Kürassier nur vorne gepanzert, wenngleich der französische auch am Rücken ein Kürass besaß – deshalb waren viele Kavallerieschlachten zwischen den „Schweren“ beider Seiten oft sehr einseitig und nach dem ersten Durchbruch durch die Linie oft ein Massaker, da die französischen Reiter nur mit dem Säbel nach dem Passieren des Feindes zuschlagen mussten, um den ungeschützten Rücken zu verletzen!
Doch nun genug von der allgemeinen Einleitung zu diesem AAR. - Wir dachten, es wäre wichtig für die Leser, die sich bis jetzt vielleicht noch nicht mit der österreichischen Armee dieser Zeit im Detail befasst haben, eine allgemein Einleitung anzubieten.
- Division Vogelsang
- Division Fresnel
- Brigade Ulm
- 2x 12pfd Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Klenau
- Division Treuenfels
- Division Brady
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division St. Julien
- Division Lusignan
- Division Vukassovitch
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Hohenlohe-Bartenstein
- Division Dedovich
- Division Somariva
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Lindenau
- Division Heinrich
- Division Schustek
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Jellacich
- Division Kottulisnky
- Division Vincent
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Hessen-Homburg
- Division Kienmayr
- Division Aspre
- Division Prohaska
1) VIII. Korps: FML Chasteler de Courcelles
- Division Frimont
- Division Gyulai
- 2x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Landwehr (von Duka, Peter)
- Division Reichenberg
- Division Besanez
- Regiment Stoichewich
- 3x Positionsbatterien
- 1x Nachschub
- Division Monda
- Division Mohr
- Division Scharoth
- 3x Positionsbatterien
- 1x berittene Batterie
- 1x Nachschub








