Zehn Runden sind noch zu spielen, der Großteil des Krieges liegt hinter uns. Rund 50 Prozent meiner Armee sind gefallen, verletzt oder in Gefangenschaft
*hüstel* Zeit, ein wenig in sich zu gehen, zu reflektieren und die Schuld an den begangenen Fehlern anderen anzukreiden.
So die Lage zehn Wochen vor Ende des Krieges. Die rote Linie ist das weiteste Vordringen der Weltrevolution, blaue Kreise sind US-Landungen. Die Zahl bezeichnet die Reihenfolge (also erst Kunsan, dann Incheon, dann Pjöngjang und dann Hugnam). Rote Zahl heißt: Gescheitert, gnihihi!
Tjo, noch steht es Unentschieden. Dem Feind bleibt nicht mehr viel Zeit, aber einige Siegpunkt-Städte sind kaum gesichert bzw. viel zu schwach, um den Invasoren echten Widerstand leisten zu können. Ich vermute, Belzebub wird ein, zwei Runden vor Schluss an mehreren Stellen massiv anlanden, ich werde versuchen, ihn von Pjöngjang und Wonsan (südlich von Hugnam) fernzuhalten und beten, dass die Punkte für ein Remis reichen.
Bleibt die Frage: Ist das Szenario ausgewogen? Wird die UN bevorzugt? Ist es eine Verschwöung von Norm Kroeger und Belzebub gegen den armen Cfant?
Da denke ich, dass man die Chinesen nicht unterschätzen darf. Mir wurden glaub ich acht Divisionen (bzw. heißen sie im Szenario Armeen) zur Verfügung gestellt - das ist eine Menge. Und auch die angesprochene Erfahrung der Chinesen nach Bürger- und Japankrieg war abgebildet - sie hatten Anfangs durchwegs 65% Professionalität, was hier eine Menge ist (NK-Elitetruppen hatten so 55%, die meisten EInheiten 33%).
Diese Verstärkungen waren also wirklich gut - und zahlreich, wenngleich ich das Szenario zum ersten Mal spiele und daher die Menge der UN Truppen nicht kenne.
Mit meinem schlimmsten Fehler (die Hexes zu vollzupflastern, dass sich die Counter nicht zurückziehen konnten) wurden die armen Chinesen aber sinnlos verheizt. Wiederaufstellungen haben meist so um die 33-40% Professionalität... Das hat die Chinesen geschwächt, wofür niemand außer mir etwas kann.
ABER: ich erhalte 60 Schützentrupps pro Runde, die UN 30. Ob diese Ersatzrate angemessen ist, um die chinesische Masse gegen die US-Technologie abzubilden, wage ich zu bezweifeln. Da ich aber die Truppenzahlen des Koreakrieges nicht kenne, kann ich mir da kein abschließendes Urteil erlauben.
Ich habe auch andere, große Fehler begangen:
1. Ich bin Anfangs viel zu weit mit der Hauptstreitmacht vorgestoßen. Das aber im Vertrauen darauf, dass meine Pioniere im Notfall die Brücken reparieren können. Von dem Gedanken kann man sich getrost verabschieden. Aus Supplymangel beim großen Rückzug war die Nordkoreanische Armee geschlagen, bevor sie in echte Kämpfe verwickelt war. Zu meiner Entschuldigung: Ich kannte das Szenario nicht.
2. Incheon nicht ausreichend gesichert. Darauf hatten mich ja auch Regenten hingewiesen. Ich habe auch reagiert und die Truppen verstärkt. Dass die gegen die USA so abstinken, hatte ich nicht erwartet. Es war dies der erste echte Kampf zwischen US Einheiten und meinen Truppen.
3. Ich habe ja viel über die feindlichen Panzer gejammert. Ganz so wehrlos ist der Norden aber nicht. Nordkorea hat zwar wenige, aber wirklich gute Panzer. Wären die US-Tanks nicht von ihrer Luftwaffe so gut gedeckt, könnte man sie wohl schon aufreiben, denke ich.
Ich muss aber anfügen, dass ich Belze gefragt habe: Auch wenn er gegen stark befestigte Stellungen, die viel Ari-Support haben, anstürmt, verliert er kaum Panzer. Aber auch da weiß ich natürlich nicht, ob es an den Panzern oder der Luftwaffe liegt.
4. Jaja, die US Air Force. Wie wir seit Top Gun wissen, sind das harte Hunde und haben vor nix Angst. Bei dieser Überlegenheit - historisch gut und schön, aber konnte sie auch wirklich am Boden jeden Angriff im Keim ersticken? - glaube ich am ehesten, dass das Szenario vielleicht ein bisschen unbalanciert sein könnte.
Aber auch da muss ich schamvoll eingestehen: Ein besserer Spieler hätte vielleicht mehr rausgeholt. Denn mir ist leider erst in höchster Not vor drei Runden oder so die Idee gekommen, neben den Hauptangriffen auch ein paar Mini-minikleine Attacken zu starten und so ein paar Squads zu opfern, um Teile der Air Force von den Hauptkämpfen wegzulocken.
Leider war ich da schon zu schwach, um die Ergebnisse wirklich auswerten zu können, bei einer neuen Partie würde ich als NK aber sehr stark diese Ablenkungsmanöver einsetzen. Also auch hier: Mein Fehler.
Eine Sache läßt mich aber auch stark grübeln: Was, wenn Belze nicht bei Pjöngjang gelandet wäre, sondern deutlich südlicher? Dann hätten die Chinesen vielleicht nicht eingegriffen, und er hätte gemütlich die Nordkoreaner zerlegen können, die allein gegen die UN keine Chance haben. Soll man sich als NK "gleich" nach Pjöngjang zurückziehen? Oder doch Incheon sichern und Seoul halten?
@Ribak/RedIke: Haben die Herren nicht auch dieses Szenario gestartet? Wie läuft es bei Euch?