Nun werte Regenten, wie gern würde ich Euch Kunde geben von einer Zeit des Friedens und des Wohlstandes. Doch leider ist mir dies nicht vergönnt. Das Reich wird von unzähligen Aufständen erschüttert. Unsere Sicherheit liegt in den Händen ausländischer Söldner, denn längst bleichen die Knochen unserer irischen Armee auf unzähligen Schlachtfeldern. Nur die Flotte trägt noch den Stolz irischer Waffen, und ihr Ruhm hat sich unauslöschlich in das Gedächtniss des Volkes gebrannt. Doch lasst mich berichten wie es dazu kam.
Erst sah alles nach Frieden aus. Kaiser Muiris I hatte keinen Krieg im Sinn. Norwegen jedoch, welches Ansprüche auf Island besass, sehr wohl. Zweimal griff Norwegen an. Zu beiden Kriegen gibt es nicht viel zu sagen. Norwegen besass keinerlei Armee oder Flotte, die Kriege waren dementsprechend schnell und kurz und brachten uns Orkney als zusätzliche Provinz, sowie einen neuen Vasallen ein. Norwegen.
Dementsprechend unbeeindruckt wandte man sich wieder den üblichen geschäften zu. Jedoch kurz nach dem Friedensschluss 1687 starb plötzlich Kaiser Muiris I. Da sein Nachfolger noch nicht in regierungsfähigem Alter war, fiel die Kaiserkrone an unseren Vasallen Mailand und ein Regentschaftsrat regierte einstweilen. Im Juli 1689 endlich bestieg der junge Aonghus III den irischen Thron. Die Kaiserkrone verblieb zwar weiterhin in Mailand, doch betrachtete man dies nicht als wichtig.
Im Dezember 1690 jedoch verschluckte sich der junge König an einem Kirschkern und erstickte. Sein junger Bruder war noch nicht fähig das Amt anzutreten, also übernahmen erneut die Edlen des Reiches in einem Regentschaftsrat die Pflichten der Krone. Es sollte der Anfang vom Unglück werden.
Im Januar 1691 ereilte den Hof , ohne Angabe von Gründen, die Kriegserklärung der Portugiessen, gefolgt von den Botschaften der Briten, sowie der Castiller, welche gleiches Ansinnen vorbrachten. Die Lage war ernst.
So setzten sich also erneut die irischen Truppen in Marsch, marschierten in Essequhibo, Cumana und Guayana ein. Landeten in Seminole an, setzten nach Western Isles über. Unsere Flotten begannen erneut Feindschiffe zu jagen. In all unseren Provinzen wurden die Männer zu den Waffen gerufen. Bereits im März des Jahres 1692 bestieg Conchobhar III den Irischen Thron.
Anfangs verlief der Krieg hervorragend. Unsere Armee in Western Isle belagerte völlig ungestört, da Grossbritannien es nicht einmal für nötig hielt , eine Entsatzarmee zu senden. Auch Portugal gab keinerlei Gegenwehr. Es verliess sich auf den Schutz der Castillier, deren Versuche , Entsatzarmeen anzulanden, jedoch immer wieder an der Standhaftigkeit und dem Mut der 2. Flotte scheiterten.
Da vorerst keinerlei Gegenwehr stattfand fielen bis Februar 1693 die Festungen Western Isles, Esseqhibo, Cumana sowie Guayana in unsere Hand. Doch wie gross war die Überraschung König Conchobhar III, als die Portugiesen im März 1693 in einem Friedensangebot eine irische Provinz forderten?
König Conchobhars Reaktion war eindeutig.
Zu oft hat Portugal unser Volk mit Krieg überzogen, zu oft Beleidigungen ausgesprochen. Meine Herren, die Anwesenheit Portugals in Südamerika und der Karibik ist nicht länger akzeptabel. Wir sind nicht länger bereit, Portugal als Nachbarn unseres Reiches zu dulden.
Also wurde die 2. Flotte beauftragt, die Regimenter aus Surinam nach Havanna überzusetzen. Dort angelandet begannen diese auch sofort mit der Belagerung, nachdem sie die beiden anderen Provinzen Kubas dem portugiesischen Kolonialreich entrissen hatten. Daraufhin wurden die Regimenter aus St. Kitts sowie St. Thomas nach Norden verschifft und in Pensecola angelandet, wo auch diese mit der Belagerung begannen.
Die 1. Flotte segelte derweil nach Island , um die dortigen Regimenter aufzunehmen. Danach wurden diese nach Cumbria verschifft und angelandet.
Zehn weitere Regimenter wurden aus Irland ebenfalls nach Cumbria verbracht, worauf 5 von ihnen sich nach Northumberland, weitere 5 sich nach lothian wandten. Die in Western Isles angelandete Armee begann mittlerweile die Belagerung der Highlands.
Die 2. Flotte verschiffte im Dezember 1693 die Regimenter Pernambucos und verbrachte sie nach den Azoren, wo diese sofort angriffen.
Doch die portugiesischen Festungen waren gut ausgebaut, und so zog sich die Belagerung hin. Erst im März 1696 ergaben sich endlich die Azoren unseren Truppen. Jene wurden dann verzugslos nach Madeira gesandt welches sie bis August 1698 einnehmen konnten. Danach setzte die 2. Flotte sie zu den zu Grossbrittanien gehörenden kanarischen Inseln über. Kaum angelandet, mussten die Truppen zuerst eine Rebellenarmee zerschlagen. Sie hatten schon arg gelitten. Nur 4 Regimenter von ehemals 10 waren noch am Leben, dennoch begannen sie unverdrossen ihr Werk. Jedoch sollte es bis Dezember 1700 dauern, bis die Kanaren sich endlich geschlagen gaben. Sofort wurden sie nach Portugal selbst verschifft.
Auch Havanna war mittlerweile gefallen. Doch Seminole hielt sich noch immer . Das tropische Klima dort vertrugen die irischen Truppen nicht , Krankheiten wüteten und dezimierten sie stark. Auch wuchs die Gegenwehr der Briten, unterstützt durch Castillische Truppen, an.
Schon über 47.000 wackere Iren hatten in Nordamerika ihr Leben gelassen. Zu allem Überfluss wurden unsere Truppen auch noch von Indianern bedrängt, welche die Zeit für gekommen hielten, sich gegen Grossbrittanien und Castillien aufzulehnen. Ständig musste Nachschub geliefert werden. Die Kapazitäten unseres Reiches an Wehrfähigen waren schon längst aufgebraucht. Und die Männer kamen nur sehr langsam vorran. Auch in Grossbrittanien selbst, wo unsere Männer mittlerweile die Oberhand gewonnen hatten, stand es schlecht.
Ständige Angriffe britischer Truppen hatten unsere Männer langsam aber sicher zermürbt. 90% von ihnen waren nicht mehr kampffähig. Sie hatten zwar das Land unter Kontrolle gebracht, waren jedoch meist nicht mehr fähig die eingeschlossenen Festungen zu belagern. Wir mussten für den Rest des Krieges auf Söldner zurückgreifen, derer derart viele benötigt wurden, das König Conchobhar III befahl, jeden Söldner in Dienst zu nehmen, welcher verfügbar war. Wir konnten uns nicht mehr leisten wählerisch zu sein.
Unter all diesen schlechten Nachrichten erreichte uns endlich im Januar 1701 eine gute. Seminole war unser und Portugal kapitulierte zu unseren Bedingungen.
Die Truppen, welche in Portugal angelandet waren, wandten sich daraufhin nach Cordoba.
Da Castille und Grossbritannien mittlerweile von Aufständen erschüttert wurden, und die Rebellen sich auch gegen Irische Truppen wandten, stiegen die Verluste rapide an. Der Vormarsch wurde noch schwieriger als er ohnehin schon war.
Die Leistungen der Flotte können dabei gar nicht hoch genug bewertet werden. Sie musste ständig Nachschub transportieren, feindliche Schiffe jagen, Invasionsversuche vereiteln. Klaglos tat sie ihre Pflicht und allein ihr ist zu verdanken, das im Verlaufe des gesamten Krieges nie der Stiefel eines Feindes irischen Boden berührte.
Der Krieg in Nordamerika war längst zum Stellungskrieg geworden. Ständige Aufstände der besetzten Indianer sowie Gegenangriffe der Feinde machten ein Vorrankommen unmöglich. Als dann auch noch im Februar 1703 König Conchobhar III einem britischen Attentäter zum Opfer fiel und erneut ein Regentschaftsrat seine Pflicht antreten musste, war der Glaube des Volkes an die Krone zerstört.
Leinster rebellierte. Andere Provinzen folgten. Und alsbald waren mehrere Södnereinheiten nur noch damit beschäftigt, die Ordnung im Reiche wiederherzustellen.
Unter diesen Bedingungen trat im August 1704 der erst 12jährige Feidlimidh VII ein schweres Erbe an.
Zwar meldete die Armee aus Castillien die Eroberung von Cordoba, Granada und Toledo, sowie marschierte sie auf Madrid, jedoch war Castille zu keinem Frieden bereit.
Bis Juli 1708 sollte dies so weitergehen. Zwischenzeitlich boten mehrfach britische Diplomaten Frieden.
Doch König Feidlimidh VII sprach:
Der einzige Frieden mit Grossbritannien, den wir akzeptieren, ist ein Frieden , den WIR diktieren.
Und so wurden weiter Söldner unter Vertrag genommen, rebellierten weiter Provinzen, starben weiter unzählige Iren.
Und dann endlich am 12. Juli 1708 tritt der Kanzler vor den König.
" Majestät, London ist in irischer Hand. Die Gesandten der britischen Krone erwarten Eure Bedingungen." Müde schaut Feidlimidh VII von seinen Karten auf. Er wirkt übernächtigt und blass. Man müsste schon genau hinschauen um seine Jugend zu erkennen. Doch in seinen Augen blitzt unbändiger Zorn. Er hat nie Frieden gekannt. Seit er in diese Welt geboren wurde herrschte Krieg. Und mit wutbebender Stimme flüstert er "Kein Mitleid". Dann wendet er sich wieder den Karten zu ohne den Kanzler weiter zu beachten.
Dieser tritt daraufhin vor die britische Gesandtschaft und legt schweigend die Kapitulationsurkunde auf den Tisch. Der britische Unterhändler fragt leise " Die Bedingungen? " Der Kanzler sieht ihn an, und seine Antwort ist wie ein Peitschenhieb.
"SCHOTTLAND"
Der britische Unterhändler zuckt zusammen..... unterschreibt, und verlässt mit steinerner Miene den Raum.
Durch die Nachricht der britischen Kapitulation beflügelt, verstärken daraufhin die Truppen ihre Bemühungen in Castille. Und endlich , im November 1708 , unterzeichnen auch sie. Die Bedingungen Feidlimidh VII sind hart. Castille wird gezwungen Granada und Fez freizugeben sowie deren Unabhängigkeit anzuerkennen.
Nun endlich, nach über 17 Jahren Krieg, herrscht wieder Frieden. Die Aufgabe, welche vor unserem König liegt, ist gewaltig. Wohl wissend um die britischen Ansprüche kann er Schottland nicht in die Freiheit entlassen. Sie würden diese nicht lang behalten. Also muss er dafür sorgen, das sich unsere schottischen Brüder in unserem Reich geborgen fühlen. Er muss die Armee wiederaufbauen und das Vertrauen des Volkes zurückgewinnen. Und er muss unsere angeschlagene Reputation ins Reine bringen.
Eine wahrlich erdrückende Pflicht. Möge der Herr seine Hand über ihn halten.